Inhaltsverzeichnis
Die Sache
1.1 Eigenschaften 4
1.2 Vorkommen Seite 4 - 5
1.3 Verwendung 5
Sachgeschichte
2.1 Geschichte allgemein 6
2.2 Geschichtliche Bedeutung und 7
Verwendung
2.3 Die Faszination Quecksilber 8
Ursprung des Wortes und ursprüngliche Bedeutung
3.1 Erste Hinweise Seite 9-10
3.2 Ursprung des Wortes Quecksilber 10
Wortgeschichte und Bedeutungsentwicklung
4.1 Entlehnung und Lautwandel Seite 11-13
Heutiger Gebrauch
5.1 Sprachliche Verwendung und Bedeutungs- 15
spektrum
5.1.1 In der Chemie 14
5.1.2 In der Alltagssprache 14
5.2 Wortfeld 14
Sprachvergleich
6.1 Übersetzung in einige andere Sprachen 15
Literatur / Quellennachweis
7.1 Literatur / Quellennachweis 16
3
1.1 Eigenschaften
Quecksilber ist ein chemisches Element und das einzige bei Zimmertemperatur flüssige Metal - erst bei -37°C verfestigt sich das Metall. Infolge seiner großen Oberflächenspannung bildet das silberweiße, stark glänzende Element sehr leicht Tropfen.
Quecksilber ist durch seine Giftigkeit bekannt. Chronische Quecksilbervergiftungen führen zu Schäden an Nervensystem und Nieren, des weiteren zu Stoffwechselstörungen und Schädigungen am Erbgut. Auf Grund der Gefahr von Gewässer -und Umweltverunreinigungen ist die Abfallbeseitigung von Quecksilber gesetzlich geregelt. 1 2
1.2 Vorkommen
Quecksilber ist ein relativ seltenes Element. Stellt man sich die Erdkruste vor, stellt deren Gewichtsanteil von Quecksilber nur 0,00005 Prozent dar (Eisen z.B. 4,7 Prozent Gewichtsanteil der Erdkruste). Quecksilber ist in geringen Konzentrationen praktisch allgegenwärtig. Sehr selten kommt es eingeschlossen in Gesteinen, in Tröpfchenform, auch als reines Metall vor. Die natürlichen Verbindungen von Quecksilber sind dagegen von weit größerer Bedeutung, da diese häufiger vorkommen und den Abbau in großen Mengen überhaupt möglich machen. Einer dieser Verbindungen, wohl auch die wichtigste, ist das Quecksilbersulfid - auch Zinnober genannt, das durch seine dunkle rote Farbe bekannt ist (s. Abb.2).
4
Wichtige Lagerstätten findet man in Mexiko, Spanien, USA, China, Ukraine, Kirgistan und Algerien. 1 2 3
1.3 Verwendung
Aus natürlich vorkommenden Erzen werden global ca. 3.000 Tonnen metallisches Quecksilber jährlich für industrielle Zwecke hergestellt. Hauptsächlich wird Quecksilber benötigt für: Thermometer (s. Abb.3), Pumpen, Blutdruckmessgeräte, Straßenlampen, Trockenbatterien, Schädlingsbekämpfungsmittel, Farben (Zinnober als rotes Farbpigment) und Pharmazeutika, wie zum Beispiel Quecksilberlegierungen in Zahnfüllungen, sogenannte Amalgamfüllungen. 1 2 3
Abb.3 Verwendung von Quecksilber in einem Fieberthermometer
5
2.1 Geschichte allgemein
Quecksilber war dem Menschen schon vor über 2000 Jahren bekannt. In China müssen Quecksilber und Zinnober seit 2500 vor Christus bekannt gewesen sein. In Indien ordnete man das flüssige Metall der Gottheit Schiwa zu. Vermutlich kannte man Quecksilber auch bereits im alten Ägypten, aber das ist Spekulation, die man vielleicht untermauern könnte, da es sicher ist, dass die Ägypter das rote Pigment des Zinnobers dazu verwendeten, um ihre Statuen und Grabkammern zu bemalen.
Erste schriftliche Hinweise von Quecksilber findet man im 4. Jahrhundert v. Chr. bei Aristoteles. Seitdem weiß man auch um die toxische Wirkung des Quecksilbers, da es den Griechen auf jeden Fall als reines Metall bekannt war.
Im 3. Jahrhundert n. Chr. entstand in Ägypten die Alchimie. In der Alchimie glaubte man, alle Stoffe entstehen, entsprechend der griechischen Naturphilosophie, aus den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft. Die Alchimisten glaubten, Quecksilber sei ein Verbindung von Erde und Wasser - Schwefel dagegen aus Feuer und Luft. Die Alchimisten stießen bei ihren Experimenten oft auf brennbare Stoffe. Daher machten sie das Schwefel für die Brennbarkeit eines Stoffes verantwortlich - die Alchimisten nannten dies das „männliche Prinzip aller Stoffe“. Im Gegensatz dazu stand das Quecksilber als Mutter aller Metalle, für das „weibliche Prinzip aller Stoffe“.
Im Mineral Zinnober (siehe 1.2. Vorkommen) vereinigen sich Schwefel und Quecksilber(-sulfid) - daher erschien Zinnober als die Vereinigung aller Grundstoffe. 1 2 3
6
2.2 Bedeutung und Verwendung in der Geschichte
Anfang des 16. Jahrhunderts widmete sich der Mediziner Paracelsus (richtiger Name: Theophrastus von Hohlbein) dem Quecksilber. Er dachte, viele Leiden und Krankheiten sind einem Ungleichgewicht von Salz, Schwefel und Quecksilber zuzuschreiben. Man versuchte Augenkrankheiten zu heilen, wie auch die Geschlechtskrankheit Syphilis. Quecksilber wurde in Salbenform, die sogenannte graue Salbe, bis in das 19. Jahrhundert zur Bekämpfung der Syphilis verwendet. 1
Die Symbolische Wirkung von Quecksilber ist besonders erwähnenswert, wenn man bedenkt, dass diese eins als Heilungswirkung für besonders wichtig angesehen war:
„Quecksilber war im Mittelalter ein viel gerühmtes Heilmittel. Man trug es als Amulett, in einer Nußschale oder Federpose festverschlossen, bei sich; bis Ende des 18. Jh.s. galten solche Amulette als Abwehrmittel gegen Pest, Dysenterie (Ruhr) und Kolik. Auf der Brust getragen sollten sie den Wöchnerinnen die Milch erhalten und mehren. Auch als Abwehrmittel gegen Verhexung, bösen Blick und Zauberei galten sie, wenn man sie un- 4 ter das Kopfkissen ins Zimmer, unter die Schwelle legte.“
7
2.3 Die Faszination Quecksilber
Quecksilber besaß durch seinen silbrigen Glanz eine gewisse Faszination, die viele dazu veranlasste, Quecksilber die Bedeutung des Schmucks und der Zierde zukommen zu lassen. Um 350 v.Chr. füllten arabische Edelleute Teiche mit Quecksilber in ihren Gärten, um deren Pracht noch eine besondere Attraktion hinzukommen zu lassen.
Die Quecksilberlegierungen, wie die Amalgame (siehe 1.3 Verwendung) wurden oft zur Feuervergoldung eingesetzt. Das Quecksilber wurde mit dem Gold verbunden und anschließend in Form einer Paste auf das Metall aufgetragen - anschließend wurde das Quecksilber verdampft und das Gold verband sich mit dem Metall. Ein berühmtes Beispiel hierfür ist die Quadriga von San Marco in Venedig (siehe Abb. 4).
Abb.4 Quadriga von San Marco in Venedig
In Folge des großen Bedarfs an Quecksilber, plünderten bereits die Römer und Araber die größte Quecksilberlagerstätte, die sich in Spanien bei Almadén befindet. 3
8
Ursprung des Wortes und ursprüngliche Bedeutung
3.1 Erste Hinweise
Erste Belege des Quecksilber findet man in Griechenland bei Aristoteles im 4. Jahrhundert v. Chr. unter dem Begriff Hydrargyron (gr. υδραργυρον ’Wassersilber’)
Die Römer nannten das Metall argentum vivum (lat. argentum vivum 'lebendiges Silber') oder mercurium (lat. mercurium 'Quecksilber'), benannt nach dem römischen Gott des Handels. (siehe Abb. 5 und 6)
"Merkur, einer der beliebtesten römischen Götter, war als Götterbote auf der Erde zuständig für Handel, Kaufleute, Verkehr, Ertrag und Reichtum. Dies galt aber offensichtlich unabhängig von Stand und Person, denn Merkur schützte auch Diebe, Betrüger und Hinterlistige. Der Gott zeigt sich in der Gestalt eines nackten jungen Mannes. Er ist an seinem geflügelten Helm zu erkennen, manchmal trägt er geflügelte Schuhe. Den Hinweis auf Handel und Reichtum gibt der gefüllte Geldbeutel in seiner Hand. Häufig hält er auch 5 einen Merkurstab (Caduceus) mit sich kreuzenden Schlangen [...] (siehe Abb. 6)"
Abb.5 Statue des Merkur mit geflügeltem Helm und geflügelten Schuhen
9
Ursprung des Wortes und ursprüngliche Bedeutung
Die Bezeichnung argentum vivum beschreibt das Aussehen und die Eigenschaften des Metalls. Die Gottheit Merkur steht u.a. für Handel und Reichtum - er ist flink und leichtfüßig (siehe: die geflügelten Schuhe) wie das flüssige Metall.
3.2 Zusatz: Merkursymbole in Bezug auf die Bezeichnung von Quecksilber
Obenstehende Symbole wurden in der jeweiligen Zeit dazu verwendet, Quecksilber in der Chemie bzw. Alchimie zu bezeichnen. Die Symbole des 15., 16., 17. Jh und die von Bergmann beziehen sich auf den Gott Merkur, besonders auf den Merkurstab mit den gekreuzten Schlangen (siehe auch Abb.6). Seit 1814 verwendet man Hg als Symbol (siehe auch 5.1.1)
3.3 Ursprung des Wortes Quecksilber
Das Wort Quecksilber stammt vom althochdeutschen quecsilbar (ahd. quecsilbar 'Quecksilber') und ist eine Lehnübersetzung vom lateinischen argentum vivum. 6
10
1 vgl. Brockhaus - Die Enzyklopädie in 25 Bänden. Leipzig, Mannheim: Brockhausverlag, 1998
2 vgl. http://www.uniterra.de/rutherford/ele.080.htm
3 vgl. http://www.speciesanalytik.de/Quecksilber.html
4 E.Hoffmann-Krayer: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Berlin, Leipzig: 1935/36
5 http://www.offenbach.de/stadtinfo/museen/zimerkur.html
6 vgl. Pfeifer, Wolfgang: Etymologiesches Wörterbuch des Deutschen. München:DTV, 1993
7 Lexer Dr., Matthias: Mittelhochdeutsches Handwörterbuch. Leipzig: Verlag von S.Hirzel, 1876
8 Baufeld, Christa:Kleines frühneuhochdeutsches Wörterbuch: Lexik aus Dichtung und Fachliteratur des Fnhd. Tübingen: Niemeyer,1996
9 Drosdowski, Günther: Duden - Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache. Mannheim, Wien, Zürich: Dudenverlag, 1989
10 vgl. Langenscheidt Wörterbuch (in den jew. Sprachen).Stuttgart, München: Deutscher Bücherbund
16
Arbeit zitieren:
Christoph Mahlberg, 2001, Historisch etymologische Wortuntersuchung des Wortes "Quecksilber", München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Christoph Mahlberg hat den Text Historisch etymologische Wortuntersuchung des Wortes "Quecksilber" veröffentlicht
Christoph Mahlberg hat einen neuen Text hochgeladen
Wörterbuch der Valenz etymologisch verwandter Wörter
Verben, Adjektive, Substantive
Karl-Ernst Sommerfeldt, Herbert Schreiber
Wörter und Namen gleicher Herkunft und Struktur
Lexikon etymologischer Dublett...
Boris Paraschkewow
Etymologisches Wörterbuch der Pflanzennamen
Die Herkunft der wissenschaftl...
Friedhelm Sauerhoff
Malting and Brewing Science: Hopped Wort and Beer, Volume 2
Hopped Wort and Beer
J. S. Hough, D. E. Briggs, R. Stevens, Tom W. Young
0 Kommentare