Informationen, und weiß einfach nicht, wie er damit umgehen soll, Unsicherheit, Angst,
Hoffnungslosigkeit. Über den Druck der Realität werde ich weiter unten noch etwas
schreiben. Tiere sind einem nicht so großem Druck der Realität ausgeliefert auch wenn
es in bestimmten Situationen vorkommt. Dafür haben Menschen auch ganz andere
Möglichkeiten, mit dem Druck der Realität umzugehen, wenn sich auch der Aspekt der
urtümlichen Geborgenheit und der Verhaltenssicherheit beim Menschen noch um
einiges mehr als beim Tier verkompliziert hat. Aus der Soziologie gibt es ein
Verhaltensmodell mit drei Abfolgen/Stufen: 1. Reiz - Reaktion; 2. Trail und Error, sowie
die Rückkopplung und 3. "planende Vorwegnahme erfolgreichen Handels". Die
Situationen und Reaktionen werden immer komplizierter (sie sind im Laufe der
Evolution entstanden), wobei der Mensch auf der dritten Stufe steht. Ein Problem mit
der Geborgenheit entsteht, wenn man die Grenze zwischen sozialen und genetischen
Lernprozessen und Emotionen ermitteln will. Ein Lösung liegt mir hierzu nicht vor. Trotz
dieses Problems lässt sich aufgrund des Systems feststellen, worin der Unterschied
von Tier und Mensch besteht, welcher sich während der Evolution entwickelt hat;
nämlich darin, dass der Mensch mit Hilfe der Ausdifferenzierung (oder der Reduktion
von Instinkten) das bei den Tieren noch vorhandene Handeln nach Instinkten durch
vorwiegend bewusstes, soziales Handeln ersetzt. Dies ist auch anhand der Entwicklung
des Gehirns stärker zu machen, welches bei den Menschen deutlich größer ausgebildet
ist, als bei den Tieren. Noch nicht einmal die als intelligent deklarierten Delfine haben
ein so großes Gehirn - von der Masse ausgehend - wie die Menschen.
Der Mensch erfährt im Zuge seines "Anderssein" - im Gegensatz zum Tier - eine
Auflockerung, einen Wissenserwerb, einen Abbau, aber auch Auslösemechanismen
und sehr viel mehr Information(en). Im besonderen durch diese "Überflutung" von
Informationen erfährt er den Verlust von Geborgenheit, welcher sich dann in den Druck
der Realität umwandelt. Der Druck der Realität äußert sich oftmals wie ein Schock, den
der Mensch erfährt - nicht nur könnte, sondern auch tut. Aber dieser Druck kann
gedämpft werden, z.B. durch Ersatzleistungen, Ersatzhandlungen, Hallizunationen,
Illusionen, Hoffnungen. Es wird versucht, mit diesem Druck oder Schock umzugehendies nennt sich auch "Interessen der Ohnmacht", worin der Mensch versucht, sich die
psychischen Belastungen erträglicher zu machen. Das äußert sich dann in z.B.
Aberglaube, Religion, oder in metaphysischen Spekulationen. Es wird versucht, den
Druck abzuleiten. Hierzu gibt es verschiedene Modelle, auf die ich weiter unter zu
sprechen komme. Man könnte sich auch diese Frage stellen: wenn zwischen "Ist" und
"Soll" eine Differenz besteht, will man handeln. In der Sitzung wurde dies anhand des
Beispiels eines Arbeitslosen veranschaulicht. Die Frage lautet also: wie passt man das
Soll dem Ist (Druck der Realität) an? Oder, wie passt man sich dem Ist an, um das Soll
zu verringern? Diese Frage gilt es zu klären - auch wenn sie sicherlich keine einfache
ist. Um an dieser Stelle noch einmal den grundlegenden Unterschied zwischen Tier und
Mensch hervorzuheben: wie man den Druck wahrnimmt, darin besteht der Unterschied.
Menschen haben ein Bewusstsein.
Komme ich nun zu den vier verschiedenen Modellen der menschlichen
Weltauffassung die Topitsch in seinem Text aus dem vorhergegangenen ableitet. So
muss ich aber noch anmerken, dass der Zusammenhang von dem plurifunktionalen
Führungssystem, dem Druck der Realität und den daraus folgenden Weltauffassungen
der Menschen in der Sitzung, also während des Referates nicht besonders deutlich
gemacht wurde. Erst nach wiederholtem Überfliegen des Textes ist es mir
einigermaßen klargeworden, worin dieser besteht. Ich werde versuchen, dies am Ende
noch einmal wiederzugeben.
E. Topitsch ist der Auffassung, das die menschliche Weltauffassung immer
subjektiv verläuft. Aber was ist die Natur der Menschen? Sachen, Dinge führen eine
bestimmte Reaktion herbei, ein Reiz ruft eine bestimmte Verhaltensweise hervor. Dies
führt zu einer unbewussten, emotionalen Handlung, was auch der "kurze Weg der
Emotionen" genannt wird und Reflexen ähnlich ist. Das passiert auch bei Tieren, z.B.
dass auf den Schreck (das Erschrecken) eine Tat folgt. Beim Menschen hingegen
erfolgt das ersetzen der Reduktion der Instinkte durch soziales Verhalten, und das
wiederum hilft dem Menschen, dem Druck der Realität zu entfliehen. Anhand dieses
plurifunktionalem Führungssystem entwickelt Topitsch verschiedene Muster/Modelle
zur Erklärungs-/Deutungsmuster des Menschen über die Welt. Der Mensch macht sie
sich zu eigen, um dem Druck zu entfliehen, ihn abzuleiten. Diese vier Modelle sind: 1.
soziomorphe Modellvorstellungen - der Mensch denkt/erklärt sich die Welt als ein
gesellschaftliches Gebilde; 2. technomorphe Modellvorstellungen - der Mensch
denkt/erklärt sich die Welt als Erzeugnis von Kunstfertigkeit; 3. biomorphe
Modellvorstellungen - der Mensch denkt/erklärt sich die Welt als Muster des
Lebendigen; und 4. ekstatisch-kathartische Modellvorstellungen - der Mensch erdenkt
sich eine Welt. Zu den Punkten 1. bis 3. ist zu sagen, dass der Mensch versucht, sich
die Welt zu erklären, indem er sich das Unbekannte durch das bereits Bekannte
erklärt. Dies aber auf den drei genannten Ebenen. Beispiele hierfür sind während dem
Referat leider nur angeschnitten wurden, dass ich sie hier nicht wiedergeben kann. Zu
Modell 4. lässt sich dagegen sagen, dass diese Erklärungen zumeist im Traum oder
Rausch, etc. entstehen. Es ist eine Auseinandersetzung mit dem uns ständig
bedrohendem Druck der Realität, den wir durch Wunschvorstellungen versuchen zu
kompensieren, welche aber durch die Erklärung der menschlichen Welt als ungültig
gelten.
Aus Topitsch´ Sicht heraus ist also für ein Tier ein Ding kein Ding an sich,
sondern es existiert nur in einem situativem Rahmen. Es ist also nur dann konkret,
wenn das Tier es auch in dem Moment wahrnimmt. Eine Katze reagiert nur auf eine
reelle Maus. Tiere haben demnach Orientierungsschemata. Der Mensch aber versucht
sich einen Deutungszusammenhang für das ganze Universum zu schaffen bzgl. seiner
Weltauffassung. Es geht nicht um das Situative, sondern um alles allgemein. Dies
passiert hier nach den o.g. Mustern/Modellen. Es werden auch in der Realität immer die
bestimmten Muster gesucht: Zu Muster 1. passt der Habitus des Menschen der
Gründung von einer Horde, Stamm, Familie; zu 2. passt das hantieren mit
Gegenständen, das planvolle Handeln, Handeln und eine Absicht zu haben; zu 3. paßt
die Sexualität, das Entstehen der Welt nach dem Muster einer Geburt. Diese ersten
drei Modelle sind aus der Wirklichkeit heraus entstanden. Modell 4. entsteht aber aus
individuellen Modellen der Menschen sich dem Druck zu entziehen.
Zusammenfassend: aus den Modellen 1 bis 4 entstehen Vorstellungen über die Welt,
die uns helfen, mit dem Druck der Realität umzugehen. Die Erklärung der Welt. Der
Zusammenhang dieser Modelle der Weltauffassung hängen deshalb mit dem
plurifunktionalem Führungssystem zusammen, weil sie Informationen über die Welt
geben, wie alles entstanden ist; weil sie Handlungsanweisungen geben, wie man sich
zu verhalten hat; weil sie in kontemplativer Funktion dem Menschen den Eindruck
geben, die Welt verstehen zu können - alles geschieht im Rahmen einer höheren
Ordnung!
Arbeit zitieren:
Johanna Lehmann, 2001, Handlungssteuerung als Funktion der Weltauffassung, München, GRIN Verlag GmbH
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