es ein Wettbewerb. Wer eine solche Arbeit mit noch dazu schlechter Note drunter bekommt, kann doch nur verzweifeln! Falls die Zensur aber doch mal schlechter als erwartet wird, kann der Lehrer dann wenigstens noch durch die kurze Notiz aufmuntern und verbessern. Anscheinend dauert das den meisten aber zu lange. Ist es doch schließlich viel einfacher nur eine einzige Zahl darunter zu schreiben, als sich mit dem Schüler genauer auseinanderzusetzen. Es gibt halt für manche Lehrer wichtigere Dinge, als das Wohlergehen ihrer Schüler. Sicherlich hat ein Schüler ebenso wie die Lehrer mal einen schlechten Tag, doch das dann gleich kategorisch an den Eleven auszulassen ist keineswegs „pädagogisch wertvoll“.
Leider werden viele persönliche Probleme zwischen Lehrern und Schülern über des Lehrers einzige „Waffe“, die Noten, ausgetragen. Fühlt sich der Lehrer bedrängt oder gar denunziert, hagelt es schlechte Zensuren für den „Feind“ Schüler. Das Benoten ist ja eben „Ermessensfrage“, wie man so schön sagt. Diese Tatsache würde sich aber durch das Abschaffen von Noten zu Gunsten einer schriftlichen Einschätzung auch nicht ändern. Würde der Lehrer eine Beurteilung schreiben, könnte er die sozialen und autoritären Defizite des betreffenden Schülers noch besser aufdecken und er würde dann auch nicht besser wegkommen. Wie man es auch dreht und wendet, respektloses Verhalten könnte immer schlecht bewertet werden, wenn auch die eigentlichen Aufgaben noch so gut erledigt wurden. Diese Art der Benotung durch Lehrer hat also den Vorteil, dass auch das Verhalten und die Kooperationsbereitschaft des Schülers mit einbezogen wird.
Noten üben auf Viele auch sehr großen Druck aus. Also stehen sie 10 Jahre oder noch mehr unter fast permanentem Druck und reagieren mit Unmut und Unverständnis für ihre Lehrer. Sie kommen gar nicht auf die Idee, sich mit ihren Noten zu identifizieren, da sie nicht wirklich dafür gearbeitet haben, sondern missmutig das tun, was von ihnen verlangt wurde. Jegliche Kreativität wir unterdrückt und verurteilt, weil alle nur genau die Vorgaben erfüllen sollen und nichts anderes. Es gibt halt Lehrer, die schätzen Untergebenheit mehr, als neue und andere Ideen. Da kommt als Erklärung nur: „Thema verfehlt.“ und plötzlich bekommt die Ermessensfrage eine ganz andere Bedeutung. In diesem Fall sind dann die simplen Zahlen von 1 bis 6 nur ein Vorwand, auch mal andere Meinungen gelten zu lassen und diese zu hinterfragen. Da wäre eine schriftliche Beurteilung wohl angebrachter. Es gibt ja bereits sogenannte Waldorf-Schulen, an denen ohne Notenvergabe nach normalem Vorbild gelehrt wird. Vor allem in sehr christlichen Gebieten findet man diese Schulart. Das System baut auf schriftlichen Beurteilungen in jedem Fach und auf zwischenzeitliche Information an die Eltern. An sich klingt das ja gut, aber ich denke, dass diese Schüler mit ihrem ungewöhnlichen Abschluss uns gegenüber einen großen Nachteil haben, da man sie im Berufsleben nicht ernst genug nimmt. Ich habe schon mehrere Diskusionen mit Wahldorf-und „normalen“ Schülern verfolgt und musste zu dem Schluss kommen, dass Firmenchefs und Universitäten Noten als Beurteilungskriterium mehr schätzen, als bloße Worte. Das mag daran liegen, dass der Vergleich bei Zensuren viel leichter fällt, als bei mannigfaltigen Einzelbeurteilungen ohne genauen Vergleich mit anderen.
Die althergebrachte Methode hat sich bewährt und man will jetzt auch keine Änderung mehr, da es so für jeden am vorteilhaftesten ist.
Sollte ein Schüler doch mal nicht zufrieden sein, wäre vorsichtiges und taktvolles Anfragen bei dem Lehrer besser, als verurteilen oder gar resignieren. Möglicherweise stößt der Vorschlag, kleine Beurteilungen einzubauen ja auch auf mehr Anklang, wenn ein anderer Lehrer vermittelt. Aber die Überlegung Noten ganz abzuschaffen, kommt meiner Meinung nach von schlichtweg wirklich faulen Schülern, die denken, dass so alle nur gute Bewertungen bekommen und sie nichts mehr dafür tun müssen. Etwas Druck braucht ein Schüler schon,...damit muss er umzugehen lernen. „Man lernt ja schließlich nicht (nur) für die Schule, sondern (vor allem) für das Leben.“
Arbeit zitieren:
Nadine Eckert, 2001, Zensuren sollten in einer modernen Schule abgeschafft werden!, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Brauchen wir Noten in der Schule?
Deutsch - Erörterungen und Aufsätze
Referat / Aufsatz (Schule), 4 Seiten
Sinngehalt von schulischen Prä...
Seminararbeit, 33 Seiten
Der gläserne User - Datensicherheit und Anonymität im Internet - Traum...
Informatik - Internet, neue Technologien
Hausarbeit, 40 Seiten
Nadine Eckert hat den Text Zensuren sollten in einer modernen Schule abgeschafft werden! veröffentlicht
Nadine Eckert hat einen neuen Text hochgeladen
Katharina hat den Text Zensuren sollten in einer modernen Schule abgeschafft werden! kommentiert
50 zeitgenössische Künstler, die man kennen sollte
Brad Finger, Christiane Weidemann, Mechthild Barth
"Wir sollten intelligente Mütter werden"
Nationalpolitische Erziehungsa...
Stefanie Jodda-Flintrop
Annika
Sind alle Noten die der Lehrer gibt gerechtfertigt???.
Ich finde du hast die Lehrer in ein zu gutes Licht gestellt. Es gibt auch Benotungen, die nicht gerechtfertigt sind. Und liegt das allemal am Schüler?
am Tuesday, February 26, 2002-
Katharina
Re: Sind alle Noten die der Lehrer gibt gerechtfertigt???.
|
|Annika schrieb:
||Ich finde du hast die Lehrer in ein zu gutes
||Licht gestellt. Es gibt auch Benotungen,
||die nicht gerechtfertigt sind. Und liegt
||das allemal am Schüler?
Hallo Annika,
vielleicht ist es ja richtig so, nicht immer nur auf Lehrern herumzutrampeln. Sicher machen sie auch Fehler, aber dafür sind sie eben Menschen, wie du und ich. Sie können in den meisten Fällen überhaupt nichts für die Leistungen der Schüler, wenn die nicht lernen oder nicht mal aufpassen. Allerdings haben Lehrer was die Noten betrifft natürlich einen sehr großen Spielraum (besonders in Deutsch (Interpretationen, Erörterungen, Bildbeschreibungen, etc.), da müsste die Bildungspolitik genauere Richtlinien vorschreiben.
Katharina
am Tuesday, February 26, 2002-