Iris Tripolt
Arbeitszimmer des alten Herrn befinden sich zwei Gegenstände: ein durchschossener Filzhut und ein Amulett, die den Erzähler Schadau von Bern an den Sohn des alten Boccard, Wilhelm, erinnern. Schadau hat den Tod von Wilhelm Boccard noch immer nicht verarbeitet und beginnt die vergangenen Ereignisse niederzuschreiben.
Die Erzählung beginnt in der Jugend des Herrn Schadau. Er ist der Sohn eines früh verstorbenen Kriegsmannes und wächst daher bei seinem Oheim auf. In dieser Zeit ist die politische Lage sehr stark von einem Religionsstreit geprägt. Spaniens ALBA besetzt die niederländischen protestantischen Generalstaaten und bedroht das calvinistische Genf. Frankreich gewährt währenddessen den Hugenotten unter der Führung von Admiral Coligny Zugang zu allen Ämtern. Admiral Coligny plant auch die Befreiung der Niederlande von ALBA. Ein Krieg steht bevor und der junge Schadau will für die Protestanten unter Admiral Coligny kämpfen. Um bessere Chancen zu haben lässt er sich von einem böhmischen Fechtmeister ausbilden. Doch dieser wird wegen Mordes gesucht und kann noch vor seiner Festnahme flüchten.
Schadau macht sich nun auf den Weg nach Paris um seine Dienste dem Admiral Coligny anzubieten. Während seiner Reise lernt er in einer Herberge Wilhelm Boccard, den Parlamentsrat Chatillon aus Genf und dessen Nichte Gasparde kennen. Boccard ist ein Katholik und ein großer Anhänger des Marienkultes. Weiters stellt sich heraus, das Gasparde das Patenkind des bewunderten Admirals Coligny ist und für Schadau ein gutes Wort bei ihrem Onkel einlegen wird.
Gleich nach seiner Ankunft in Paris wird Schadau dem Admiral vorgestellt und nur wenig später zu seinem Privatsekretär ernannt. Auch Chatillon ist in Paris und hofft mit dem bevorstehenden Krieg die Glaubensspaltung zwischen Katholiken und Hugenotten aufhalten zu können. In der gegenüberliegenden Kirche hört man einen Mönch predigen, dass die Hugenotten in Paris nicht mehr sicher seien und nur auf der Spitze eines Vulkans sitzen würden. Während Schadau mit Gasparde am Fenster steht, winkt Graf Guiche, ein angesehener Katholik, unverschämt zu Gasparde herauf, doch diese präsentiert ihm ihren neuen Beschützer: Schadau
Am nächsten Morgen lernt Schadau den jungen König kennen. Er hat ein noch sehr kindisches Verhalten, welches Schadau sehr beunruhigt, da das Schicksal der Hugenotten von diesem jungen König abhängt. Auf der Straße begegnen Schadau und Boccard dem Grafen von Guiche, der Schadau anrempelt und ihn zum Duell fordert. Grund für das Duell ist Gaspard, denn beide Männer wollen ihre Gunst erwerben. Boccard ist beunruhigt, denn Schadau ist kein guter Fechter und verschmäht auch noch die Hilfe von Maria, da er dem Kalvinismus angehört.
Das Duell am nächsten Morgen geht gut aus. Der Degen des überlegenen Guiche prallt am Amulett der Maria, welches Boccard ihm heimlich ins Wams genäht hat, ab. Die Nachricht verbreitet sich schnell, dass ein Hugenotte den braven Kirchengänger und Katholiken Guiche erstochen hat. Der Admiral und der alte Chatillon machen sich durch diesen Vorfall ernsthafte Sorgen um die Lage der Protestanten in Paris. Einzig Gaspard erkennt die Zusammenhänge. Der Kampf fand wegen Liebe und nicht der Religion wegen statt.
Einen Monat später. Die Lage der Protestanten in Paris spitzt sich immer mehr zu. Auch ist es dem Admiral Coligny nicht gelungen Flandern zurückzuerobern und Alba zu stürzen. Auf Coligny wird ein Attentat verübt, das er aber überlebt. Daraufhin beschließt er, dass Schadau
Iris Tripolt
von Bern seine Nichte Gaspard sofort heiratet und sie nach Deutschland in Sicherheit bringen soll. Coligny will aber in Paris bleiben.
Schadau kehrt in sein Zimmer zurück, wo er Boccard vorfindet, der auf ihn wartet um mit ihm am heutigen Bartholomäustag gemeinsam Schadaus Haupt- und Landsmann Pfyffer im Louvre zu besuchen. Doch im Louvre angekommen wird Schadau sogleich verhaftet und in Boccards Zimmer eingeschlossen. Er versucht sich zu befreien doch es gelingt ihm nicht. Am nächsten Morgen Boccard kommt ins Zimmer und Schadau bettelt ihn an, ihn zu seiner Frau zu lassen. Wilhelm gibt ihm eine königliche Uniform und betreten die Straße. Gaspard wird von einer Meute bedroht, die nur eins wollen: ihren Tod. Schadau und Boccard können sie noch im letzten Moment retten. Nach wenigen Schritten fällt ein Schuss und Boccard sinkt, sein Marienamulett an die Lippen drückend, zu Boden. Er ist tot, getroffen von einer Pistolenkugel. Schadau und Gaspard wollen so schnell wie möglich Paris verlassen. Die Stadttore sind gut bewacht, doch Schadau trifft seinen alten Fechtmeister, der ihm noch einen gefallen für die Flucht schuldig ist. Für 40 Goldgulden besorgt er den beiden einen Pass und zwei Pferde.
Nach zweiwöchiger Heimreise nach Deutschland erblickt Schadau seit langer Zeit wieder seine Heimat. Durch einen Brief erfährt er, dass sein Oheim verstorben ist. Nach dieser traurigen Nachricht führt Schadau seine Gaspard in das Haus seiner Jugend.
Deutung
Dieses Werk hat auch heute noch seine Gültigkeit. Überall auf der Welt gibt es Kriege, die einen werden aus politischen Gründen, die anderen aus Gründen der Religion geführt. Beinahe jedes Jahrhundert gab es in Europa Religionskriege. Im 16. Jahrhundert waren es die Hugenottenkriege im 17. Jahrhundert der 30-jährige Krieg.
Ich finde Meyer hat in diesem Werk die Problematik der Religionskriege, im besonderen der Hugenottenkriege, lebensnah dargestellt. Besonders aufrüttelnd ist, dass es dieses Massaker in der Bartholomäusnacht in Paris wirklich gegeben hat. In dieser einen Nacht am 23. August 1572 wurden auf Befehl von Katharina von Medici ca. 3000 Hugenotten ermordet. Nur für die Religion, den Religionsfrieden. Doch dieses Massaker war kein Beginn des Friedens, sondern der Beginn eines Bürgerkrieges zwischen Hugenotten und Katholiken in dem weiters 50.000 Hugenotten und Katholiken ihr Leben lassen mussten. Wie Meyer in seinem Werk beschreibt, wurden früher andersgläubige ermordet. Gehörte man nicht der Religion des Herrschers an, musste man in Angst leben. Nur durch ein Handzeichen, wie in „das Amulett“ von König Karl IX mussten Tausende Menschen ihr Leben lassen. Dieses Modell ist auch auf die heutige Zeit übertragbar. Man braucht gar nicht weit weg zu sehen. Es genügt im eigenen Land oder in der eigenen Stadt zu bleiben. Wir führen zum Glück keine Religionskriege, aber es gibt genug Menschen, die ihrer Religion wegen verachtet oder von Mitmenschen geschnitten werden. Eltern sagen ihren Kindern, nicht mit den Kindern aus der Nachbarschaft zu spielen. Sie haben eine andere Religion oder gehören den Zeugen Jehovas oder einer anderen Glaubensbewegung an. Auch diese Feindseligkeiten können im kleinen als „Religionskriege“ bezeichnet werden. Denn auch dieses Verhalten zeigt unsere Intoleranz gegenüber Anders- denkenden und kann durchaus mit den Geschehnissen in diesem Werk verglichen werden.
Arbeit zitieren:
Iris Tripolt, 2001, Meyer, Conrad Ferdinand - Das Amulett, München, GRIN Verlag GmbH
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Anna
zu viele Fehler, einfache interpretation.
Die Zusammenfassung enthält an sich die wichtigsten Punkte, abgesehen von einigen sprachlichen Fehlern enthält sie aber auch sonst viele Fehler, (vor allem widersprechen sie sich auch noch), angefangen beim Name der weiblichen Hauptperson, der Gasparde lautet. Wie später im Text erwähnt ist Schadau ein Calvinist und kein Hugenotte. Seine Heimat ist die Schweiz und nicht etwa Deutschland! Das jedoch nur als Beispiele, alle Fehler aufzulisten würde zu lange dauern. Die Interpretation finde ich etwas billig, der Aspekt des Religionskonfliktes spielt zwar eine wichtige Rolle, jedoch nicht die einzige.
am Friday, August 09, 2002-
Philipp
RE:zu viele Fehler.
Liebe Anna,zu dem Punkt,Schadau sei ein Calvinist und nicht ein Hugenotte muss ich sagen,das dies fast das selbe ist.Calvinismus ist nur eine kleine abweichung der Protestentan.Hugenotten sind revormierte Franzosen.In der Geschichte muss mann nur zwischen katholik und Protestant unterscheiden;-)Ob Calvinist oder Huggenotte.Beides ist protestantisch...und darum geht's
am Wednesday, March 07, 2007-