alle drei Religionen, wie die drei Ringe, vom Vater - also Gott - und sind, als „Gabe Gottes“,
echt. Ein Streit um den echten Ring ist daher sinnlos und lenkt vom Sinn und Zweck der
Religion ab. Er meint, dass es möglich sei,
„dass der Vater nun
Die Tyrannei des einen Rings nicht länger
In seinem Hause dulden wolle“
, dass also Gott gewollt habe, dass die drei Religionen sich nicht unterscheiden, was zur
Konsequenz hätte, dass alle, die ihre Religion für die einzig wahre halten, Gott zuwider
handeln. Wer aber könnte sich schon zutrauen, Dinge zu unterscheiden, die Gott so gemacht
hat, dass sie nicht zu unterscheiden sind? Genau das ist die Aufgabe, die Nathan von Saladin
erhalten hat und die, wie Nathan durch die Ringparabel deutlich macht, unlösbar ist. Nathan
dreht am Ende seiner Erzählung den Spieß um und fragt Saladin, ob er denn von sich glaube,
der weisere Richter zu sein, der die Religionen unterscheiden kann, worauf Saladin entgegnet:
„Ich Staub? Ich Nichts O Gott!“
Saladin wird also, wie die drei Brüder, durch den Richterspruch beziehungsweise Nathans
Aussage, erzogen und erkennt die Wahrheit in Nathans Worten.
Die Aussage, sich immer so zu verhalten, als müsse man durch Menschlichkeit beweisen,
dass seine Religion die Richtige sei, ist das ultimative Mittel, um Friede, Menschlichkeit und
Toleranz zwischen den Religionen aufzubauen.. Nathan (und damit Lessing) setzt sich für
Toleranz ein, was in einer Erläuterung Nathans zur Ringparabel deutlich wird:
„Wie kann ich meinen Vätern weniger
Als du den deinen glauben?
Oder umgekehrt. -
Kann ich von dir verlangen, dass du deine
Vorfahren Lügen strafst, um meinen nicht
Zu widersprechen?“
Nathan betont also, dass sich alle Religionen auf Geschichte gründen, dass man alle anderen
Religionen tolerieren muss, da jeder der Überlieferung seiner Vorfahren am meisten Glauben
schenkt und so nie objektiv handeln und entscheiden kann. Nach Nathans Meinung
unterscheiden sich die Religionen ohnehin nur im Äußeren, der „Kern“ ist immer gleich und
von Gott gegeben.
Nathans Handeln entspricht auch dem aufklärerischen Gedanken vom „allgemeinen
Menschen“, von der „Gleichheit“ der Menschen. Durch die Erziehung Rechas, des
Tempelherrn und Saladins erzieht er jeweils einen Vertreter der drei Religionen (wenn man
Recha als Jüdin zählt), außerdem nimmt er keinerlei Rücksicht auf den sozialen Rang der zu
erziehenden Personen.
Wie Lessing ist auch Nathan ein Anhänger des Deismus und der Vernunft. Deismus bedeutet,
dass Gott die Welt zwar erschaffen und mit vernünftigen Naturgesetzten ausgestattet hat, aber
seit de Erschaffung der Welt nicht mehr aktiv in die Welt eingreift.
Ein Beleg in der Ringparabel findet sich in der Tatsache, dass der Vater, also Gott, seinen
Kindern die drei Ringe überlässt und daraufhin stirbt, er kann also nicht mehr aktiv in den
Streit seiner drei Söhne eingreifen, sie sind auf sich allein gestellt und es gibt keine
Möglichkeit, den Vater wieder zum Leben zu erwecken und ihn um Rat zu fragen.
Recha glaubt anfangs fest, ein Engel habe sie aus dem Feuer gerettet. Nathan stellt den
Wunderglauben als eine sehr bequeme Möglichkeit dar, Dank und Verantwortung zu
umgehen, einem Engel kann man schließlich keinen Gegendienst erweisen; ganz im
Gegensatz zu einem Menschen, dem man später eine Gegenleistung erweisen kann, was
Nathan für Recha abschließend noch einmal zusammenfasst:
„Begreifst du aber,
Wieviel andächtig schwärmen leichter, als
Gut handeln ist?“
Lessings Stücks „Nathan der Weise“ wurde vom Publikum sehr unterschiedlichen Reaktionen
aufgenommen: Während bei der Uraufführung am 14. März 1783 das Theater bis auf den
letzten Platz gefüllt war, blieb schon bei der dritten Aufführung der Ansturm aus:
Kritik wurde in Fachkreisen vor allem an der dramatischen Form Lessings Drama geübt:
„Freilich hat das Stück nur wenig theatralisches....“ Erst von der Inszenierung Schillers
(Weimar, 1801) geht größerer „theatralisch Wirkung“ aus. Er verändert „Nathan den Weise“
beträchtlich, indem er allzu kritische und anstößige Textstellen, wie Sittahs Kritik am
Verhalten der Christen, entschärft.
Der häufigste Kritikpunkt war allerdings, dass der „Held“ des Dramas ein Jude ist. Der
materialistische Philosoph Eugen Dühring bezeichnete den „Nathan“ sogar als ein „plattes
Judenstück (...) auf einem niedrigstem Geistesniveau“. Antisemitismus war auch 1933 der
Grund für das Verschwinden des Dramas von der Bühne und aus dem Schulunterricht. Dabei
steht es außer Frage, dass die Aussage des Stückes, Humanität und Toleranz, zu allen Zeiten
aktuell war und es auch bleiben wird. Diese Werte haben gerade in den vergangenen Jahren
und Monaten, in denen übertriebener Nationalismus und Intoleranz wieder aufflammten, eine
besondere Wichtigkeit erlangt.
Arbeit zitieren:
Moritz Fuchs, 2001, Lessing, G. E. - Nathan der Weise - Interpretation Ringparabel, München, GRIN Verlag GmbH
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...echt gut geschrieben !nicht schlecht !!!!!!!1
am Friday, February 15, 2002-
paulifax
wow... sehr ausführlich!.
wow.... sehr ausführlich! Phasenweise aber noch zu sehr als Inhaltsangabe geschrieben! paul
am Monday, February 25, 2002-
Tobias Berndt
Hi.
Da hast du nur ne 2+ drauf gegriegt?
am Tuesday, March 12, 2002-
Christian
schööööönes ding.
Schööööööööööönes ding
am Thursday, March 14, 2002-
Sarah
Hey! Is echt gut!.
HI!
Dein Ausarbeitungen über dir Ringparabel in Lessings Werk Narthan der Weise sind echt gut. Das könnt mich sehr weiter bringen! danke
;-] CU Sarah
am Monday, April 29, 2002-