ABER: Reparatur oder Aussonderung der bestrahlten Zelle mit Hilfe des Immunsystems möglich !
à keine gesundheitlichen Konsequenzen
Versagt das Abwehr- bzw. Reparatursystem oder wird es überfordert, kommt es zum Strahlenschaden.
Grundsätzlich gilt: Zellkern reagiert empfindlicher auf radioaktive Strahlen als Zellplasma (Grund: DNS)
C Strahlenschäden
1. Somatische Schäden und Genetische Schäden
STRAHLENSCHÄDEN
SPÄTSCHÄDEN NICHT MALIGNE MALIGNE
SPÄTSCHÄDEN SPÄTSCHÄDEN 1.1 Somatische Schäden
- treten nur bei dem bestrahlten Individuum auf 1.1.1 somatische Frühschäden
- Schwellendosis für den Menschen: 200 - 300 mSv (20000 - 30000 mrem)
- treten nach Stunden oder spätestens einigen Wochen auf
- Auswirkungen: Veränderung des Blutbildes, Unwohlsein, Erbrechen, Entzündungen der Schleimhäute, Fieber 1.1.2 somatische Spätschäden
- treten erst nach Jahren oder Jahrzehnten auf
a) nicht maligne (nicht bösartig wuchernde) Spätschäden
- Mindestmenge an Strahlung muss auf den Organismus wirken
- Auswirkungen: Sterilität, Trübung der Augenlinse
b) maligne (bösartig wuchernde) Spätschäden
- Mindestmenge an Strahlung oder es gibt gar keine Schwelle d.h. auch einzelne Strahlungsteilchen oder Gammaquanten können solche Schäden auslösen ( z.B. bei vorgeschwächter Zelle)
- Auswirkungen: Krebs, Leukämie
Hinweis: Mit steigender Strahlungsmenge nimmt nicht die Schwere der Erkrankung zu, sondern die Wahrscheinlichkeit zu erkranken.
Eine einmalige Ganzkörperbestrahlung mit einer Dosis von 7000 mSv (700000mrem) gilt als tödlich, wenn keine Therapiemaßnahmen ergriffen werden.
1.2 genetische Schäden
- sie wirken sich erst bei den Nachkommen aus
- es treten Veränderungen an den Chromosomen und den Keimzellen auf
- Reparatur der Zelle mit genetischem Schaden möglich; oft wird auch der Embryo aus solchem Gewebe einfach abgestoßen
2. Stochastische und Nichtstochastische Schäden 2.1 Stochastische Schäden (zufallbedingte Effekte)
- Krebs
- Leukämie
- Erbschäden bei Nachkommen
Für die Schäden, die auf einer Schädigung der DNS beruhen, gibt es keinen Schwellenwert. Häufigkeit der Schäden ~ Strahlendosis
Folge von entweder: einmaliger hoher Belastung
oder: längerer, schwacher Belastung
2.2 Nichtstochastische Schäden (nicht zufallbedingte Effekte)
- Strahlenkrankheit; Symptome: Hautrötung, Übelkeit, Geschwüre, Haarausfall, Veränderung des Blutbildes (abhängig von der Dosis)
- Trübung der Augenlinse
Diese Schäden treten auf, wenn eine gewisse Schwellendosis (0,25 - 1 Sv) überschritten wird. Schwere des Schadens ~ Strahlendosis
D Faktorenabhängigkeit
Somatische und in geringerem Unfang auch genetische Strahlenwirkungen sind von verschiedenen Bedingungen abhängig.
Strahlenart
- Strahlen weisen unterschiedliche biologische Wirkungen auf
- entscheidend ist dabei die Ionisationsdichte
- je größer diese ist, umso größer ist auch die Wirkung
- Dosis
- Strahlenwirkung nimmt mit der Dosis zu
- bei somatischen Frühschäden gibt es einen Schwellenwert
- bei genetischen Schäden wird kein Schwellenwert vermutet (im ungünstigsten Fall können schon kleinste Dosen zu Schäden führen)
Äquivalentdosis H
Energiedosis D ist definiert als Quotient aus absorbierender Energie W und der Masse m der durchstrahlten Materie m. D = W/m Einheit: J/kg = Gy (Gray)
Da bei gleicher Energiedosis die versch. Strahlenarten im gleichen Gewebe untersch. biolog. Wirkungen haben, führte man die Äquivalentdosis ein. H = Q D Q (Qualitätsfaktor) = 1 für
â
- und
ã-Strahlen
à biologische Strahlenwirkung der á - Strahlen ist 20mal stärker als die von â - oder ã - Strahlen
Zeitliche Dosisverteilung
- Wirkung einer Dosis ist desto geringer, je größer die zeitlichen Abstände zwischen den Teildosen sind (Grund: weniger Molekülbruchstücke)
Räumliche Dosisverteilung
- man muss immer zwischen Ganzkörper- und Teilkörperdosen bzw. Organdosen unterscheiden
Bsp.: medizinische Bestrahlungen (Tumor)
Relative Strahlenempfindlichkeit
- Einzelne Organe oder Gewebe des Menschen sind gegenüber ionisierenden Strahlen unterschiedlich empfindlich
- radioaktive Strahlung kann den Teilungsvorgang einer Zelle verzögern, blockieren oder sie teilungsunfähig machen
à Gleichgewicht zwischen Zellverlust und Zellerneuerung ist gestört
Fermente
Zentralnervensystem
Blutbildendes System (Milz, Lymphknoten, Knochenmark)
Hohe
Empfindlichkeit
Niedrige
Empfindlichkeit
Milieufaktoren
- Organe oder der ganze Organismus können durch Ernährung, Genussmittel, Medikamente usw. sensibler auf Strahlen wirken
- mit Sauerstoff gut versorgte Zellen sind besonders empfindlich
- Männer sind strahlenempfindlicher als Frauen
E Strahlenempfindlichkeit verschiedener Lebewesen
Lebewesen zeigen gegenüber ionisierender Strahlen eine unterschiedliche Empfindlichkeit. Diese wird mit Hilfe der mittlern Letaldosis beschrieben. Sie gibt die Dosis an, die bei einer
Röntgenganzbestrahlung für 50% der Individuen einer gr. Anzahl von Lebewesen innerhalb von
30 Tagen zum Tode führt. (somatischer Frühschaden).
3. Deutschland will bis in 20 Jahren aus der Kernkraftenergie aussteigen und auf andere Stromerzeugnismöglichkeiten umsteigen.
Quellenverzeichnis: - KERNCHEMIE Radioaktivität und Strahlenschutz
- Abiturtraining Chemie, Stark Tanja Riezler K12
- Spiegelarchiv 10.10.2000
Quote paper:
Tanja Riezler, 2000, Biologische Strahlenwirkung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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