seines Jurastudiums in Heidelberg war er mit Emil Rousseau befreundet, der zum Vorbild für den Sekretär in „Maria Magdalena“ wurde. 1838 starben Hebbels Mutter und sein Freund Rousseau. Nach einem erfolglosen Besuch des Johanneums verließ Hebbel Hamburg, um in Heidelberg ein Jurastudium aufzunehmen. Auch diesen Bildungsgang brach er ab und reiste weiter über Straßburg und Stuttgart nach München, wo er im philosophischen Fach das Doktorexamen anstrebte. Während seines Aufenthaltes in München wohnte Hebbel bei dem Tischlermeister Anton Schwarz. Mit der Tochter des Hauses, Josepha, der er den Kosenamen Beppi gab, verband ihn bald ein intimes Verhältnis. Vor Elise die ihn auch jetzt weiter mit Geld unterstütze, verheimlichte er die Bindung zu Beppi nicht. Beppi wusch Hebbel die Wäsche, räumte sein Zimmer auf, brachte ihm morgens mit dem Frühstück die Zeitung und hoffte wie die Freundin in Hamburg vergeblich darauf, dass er sie heiraten würde. Was Hebbel bei dem Tischlermeister erlebte, formte er in seinem bürgerlichen Trauerspiel „Maria Magdalena“. Den Alten nannte er Meister Anton und Klara gab er die Züge seiner Beppi. Hier schrieb er seine ersten Dramen „Judith“ und „Genoveva“ und fand in Julius Campe einen Verleger. Am 5. November 1840 wurde sein Sohn Max geboren. 1842 hatte Hebbel seine erste Audienz bei König Christian VIII, der ihm 1843 ein Stipendium und eine Studienreise nach Paris, Rom und Neapel ermöglichte Im selben Jahr erkrankte Hebbel an Rheumatismus. Am 10. März 1843 beginnt er damit „Maria Magdalena“ zu schreiben. Am 2. Oktober 1943 starb sein und Elise Lensings Sohn Max an einer Gehirnhautentzündung. Dass sein Sohn Max nicht mehr lebte, erfuhr der Dichter erst nach drei Wochen. Am 4. Dezember diesen Jahres vollendete er „Maria Magdalena“. Im Mai 1844 gebar Elise Lensing Hebbels zweiten Sohn Ernst und im September dieses Jahres erscheint „Maria Magdalena“ mit Vorwort. Auf der Rückreise seiner Studienreise kam es in Wien zu der entscheidenden Wendung in seinem Leben. Er heiratete im Jahr 1846 die Hofburgschauspielerin Christine Enghaus. Durch diese Hochzeit endete die Freundschaft zu Elise Lensing in gehässigen Streit. In Christine Enghaus fand er nicht nur eine Frau die ihm finanziell half, sondern eine ebenbürtige Partnerin. Christine brachte einen Sohn, namens Karl mit in die Ehe. Im Dezember 1846 wurde Hebbel Vater; sein Sohn Emil starb aber schon nach zwei Monaten. Im April 1847 kam aus Hamburg eine Nachricht, dass sein Sohn Ernst erkrankt sei. Hebbel versucht zu helfen und bot sogar an das Kind nach Wien zu bringen. Doch Ernst starb am 12. Mai 1847, sein Vater hatte ihn nie gesehen. Als die Todesbotschaft eintraf, schlug Hebbels Frau vor, Elise Lensing nach Wien kommen zu lassen. Christine war sogar damit einverstanden das Elise ständig bei ihnen wohnte. Am 29. Mai traf Elise Lensing in Wien ein. Sie blieb ein Jahr und nahm Hebbels Stiefsohn Karl mit nach Hamburg, als sie am 27. August 1848 wieder zurückkehrte. Nach Gastspielen mit seiner Frau in Berlin, Graz, Leipzig und Dresden vollendete Hebbel am 23. Oktober „Julia“. Am 25. Dezember 1847
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seine Tochter Christine Elisabeth Adolphine geboren. Hebbel und seine Frau nannten diese liebevoll Titi. Die Revolution 1848 begünstigte Hebbels Werke auf der Bühne. Im Juli 1853 besuchte Christine Hebbel ihren Sohn Karl und seine Ziehmutter in Hamburg. Später kann Hebbel nach und wohnte noch einmal unter dem Dach der Freundin. Am 14. November hatte er das Stück „Herodes und Mariamne“ abgeschlossen und am 18. November 1854 starb Elise Lensing nach langer Krankheit an einem Lungenleiden, im Alter von 50 Jahren. Für 3000 Gulden kaufte er im August 1855 ein kleines Haus in Gmunden am Traunsee. Es galt für ihn als sichtbares Zeichen dafür das er die Armut endlich überwunden hatte. 1856 begann er mit dem Epos „Mutter und Kind“ und stellte es 1857 fertig. Im Juli 1869 hatte Hebbel die Arbeit an „Demetrius“ begonnen, die überraschen schnell fortschritt. Noch im selben Jahr, am 13. Dezember, schloss er den zweiten Aufzug ab. Im Januar 1859 hatte er den dritten Akt zu Ende geschrieben. 1862 stellte er die „Nibelungen“ fertig, das er 1855 begonnen hatte. Bis zum Oktober 1863 stockte die Arbeit. Dann begann der poetische Geist sich wieder in ihm zu regen. (Zitat: Es entstanden anderthalb Akte des „Demetrius“, obgleich ich, durch Rheumatismus verhindert, kaum imstande war, sie niederzuschreiben, und wenn es so fort geht, darf ich hoffen, das Stück im Winter unter Dach und Fach zu bringen.) Hebbel irrte sich, es blieb seine letzte Eintragung im Tagebuch, datiert vom 25. Oktober 1863. Er vollendete im November im Krankenbett nur noch den vierten Akt seiner Tragödie (Schluss: Ludwig Goldhann). Am 13. Dezember 1863 stirbt Friedrich Hebbel in Wien im Alter von lediglich 50 Jahren. Werke:
Hebbels Werk umfasst neben theoretischen Schriften folgende Dramen: „Judith“ (1841), „Genoveva“ (1843), „Maria Magdalena“ (1844), „Die Nibelungen“ (1862);Lyrik: „Gedichte“ (1842), „Neue Gedichte“ (1848);Epos: „Mutter und Kind“ (1859);Erzählungen und Tagebücher Epoche:
Der Begriff "bürgerlicher" oder auch "poetischer REALISMUS" bezeichnet die Hauptströmung deutschsprachiger Literatur in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die bekanntesten Autoren sind: Marie von Eber-Eschenbach, Theodor Fontane, Friedrich Hebbel, Theodor Storm, die Schweizer Jeremias Gotthelf, Gottfried Keller, Conrad Ferdinand Meyer, die Österreicher Ludwig Anzengruber und Adalbert Stifter.
Im Poetischen Realismus wandte man sich vor allem gegen die Klassik und Romantik. Das Erfahrbare und Überprüfbare wurde dargestellt und die Phantasie verachtet. Hebbel als Vertreter des bürgerlichen Realismus stellt die Gegenwart und nicht die Vergangenheit in seinem Drama „Maria Magdalena“ dar. Der Mensch steht im Mittelpunkt, vor allem der Bürger, in seiner Arbeits- und
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Lebewelt. Die Welt wird ohne Bezug zur Transzendenz [=Leben nach dem Tod (kein einwirken durch Gott)] gesehen. Die Menschen scheinen dem Leben ausgeliefert zu sein. Es geht über das Geschick des Einzelnen hinweg. Friedrich Hebbel ist als bedeutendster Dramatiker dieser Epoche zu nennen. Entstehung und Aufführung:
„Maria Magdalena“ wurde nach seiner Fertigstellung, hierbei schwanken die Daten in der Literatur zwischen 1843 und 1846, erstmals 1848 im Wiener Burgtheater uraufgeführt worden. Das Drama fand enormen Andrang beim Publikum und wurde als Epoche machendes Werk bezeichnet. Aufbau:
„Maria Magdalena“ ist in 3 Akte gegliedert, welche wiederum aus mehreren Szenen besteh. Bezüglich des inneren Aufbaus her wird jede Handlung lückenlos erklärt. Ein Beispiel dafür wäre Karls Verhaftung => Tod der Mutter => Vater verhärtet => Verstärkung des Drucks auf Klara. Titel:
Der ursprüngliche Titel des bürgerlichen Trauerspiels lautete „Klara“, wurde aber in „Maria Magdalena“ geändert. Dieser Titel spielt auf die biblische Figur der Maria Magdalena, das heißt der reuigen Sünderin, der Büßerin an. Da aber Hebbels Klara weder ein Büßerin noch reuige Sünderin ist passt der Titel eher schlecht. Klara ist vielmehr eine Unselige die ihrem Schicksal ausgeliefert ist. Um nicht den Eindruck entstehen zu lassen, es handle sich, wie bei „Judith“, um die Dramatisierung eines biblischen Stoffes, wählt der Dichter den Untertitel „Ein bürgerliches Trauerspiel“. Bereits die erste Druckfassung vom Jahre 1844 bringt den Druckfehler Magdalene; die Theaterzettel von der Uraufführung in Königsberg und von der Erstaufführung am Burgtheater in Wien schreiben Magdalena. In Hebbels Briefen steht jedoch über siebzigmal Magdalena und nur einmal Magdalene. Vorwort:
Im Vorwort legt Hebbel seine Ansichten über das Drama dar. Hebbel will keine bloße Wirklichkeitsschilderung geben, sondern er möchte die gesellschaftlichen Gesetze aufdecken. Er stellt das Problematische dar was aus den vorherrschenden Gesetzen entsteht. Dadurch entwickelt er das realistische Problemdrama.
Er ist von Wilhelm Hegels (=deutscher Philosoph) Geschichtsphilosophie beeinflusst und glaubt, dass das menschliche Leben an sich in seiner Gesamtheit tragisch sei.
Der Untergang des Einzelnen ist von echter Tragik, da die nachfolgende Entwicklung zeigt, dass dieser Untergang nicht gerechtfertigt war.
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Das wesentliche Kennzeichen von Hebbels Dramenhelden ist, dass sie zutiefst schuldlos sind. Sie sind bloß Opfer eines Weltwillens. Somit gibt es keinen wirklichen „Bösewicht“ in Hebbels Werken und somit wird Klara von Hebbel freigesprochen. Personen: Meister Anton, ein Tischler Seine Frau Klara, seine Tochter Karl, sein Sohn Leonhard, Klaras Verlobter Ein Sekretär (Friedrich)
Weitere: Wolfam (ein Kaufmann), Adam (ein Gerichtsdiener), ein zweiter Gerichtsdiener, ein Knabe, eine Magd Inhalt:
Das bürgerliche Trauerspiel „Maria Magdalena“ handelt von den tragischen Ereignissen in einer Tischlerfamilie, die größtenteils durch bürgerliche Scheinmoral verursacht worden sind.
Im ersten Akt ist die Mutter von schwerer Krankheit genesen, und Karl bittet die Mutter ihm Geld zu leihen, damit er seine Schulden bezahlen kann. Da sie nichts von dem wahren Grund weiß, verweigert sie ihm dies. Klara und auch die Mutter machen sich Sorgen um Karl, „das schwarze Schaf“ der Familie. Im weiteren Gespräch erkundigt sich die Mutter bei Karla nach Leonhard, den sie weil er arbeitslos ist, noch nicht heiraten darf, und sie ermahnt Klara ihre Ehre zu bewahren.
Später tritt dann Leonhard auf, der sie beim letzten Treffen vor 2 Wochen verführt hatte. Er wirft Klara bewusst das Flirten mit ihrem alten Jugendfreund dem Sekretär vor, um sie für immer an sich zu ketten. (1. Leseprobe: von S43/15 bis S44/15)Es wird deutlich, dass Klara die Liebschaft mit Leonhard bereut, doch ihr wird klar, dass sie nun für immer an ihn gebunden ist. Dann trifft Leonhard auf Klaras Vater Anton, der schon von Leonhards neuen Stelle als Kassierer gehört hat. Leonhard lenkt das Gespräch direkt auf die 1000 Taler, die Anton besitzen soll und die er als Mitgift erhalten würde und muss erfahren, dass Anton sie aus sentimentalen Gründen verschenkt hat. (2. Leseprobe: von S54/25 bis S55/24) Leonhard erzählt der Familie, dass beim Kaufmann Wolfram Juwelen aus dem Sekretär verschwunden sind, den Sohn Karl erst vor wenigen Tagen poliert hat. Die Mutter ist der festen Überzeugung, dass Karl damit nichts zu tun hat, doch als zwei Gerichtsdiener kommen um die Wohnung zu durchsuchen, erfahren sie, dass Karl bereits verhaftet worden ist. Dies versetzt der Mutter einen so großen Schock, dass sie zusammenbricht und stirbt.
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Leonhard verschwindet und es kommt zu einem Konflikt zwischen den Gerichtsdienern und Anton, der die Unschuld seines Sohnes beteuert. Klara erscheint mit einem Brief von Leonhard, der sich von ihr lossagt, angeblich wegen der Entehrung der Familie durch die Taten von Klaras Bruder Karl. Die Gerichtsdiener finden keinerlei Beweise und gehen, Anton der auf Grund Klaras übermäßiger Verzweiflung misstrauisch geworden ist, spricht Klara auf ihre Ehre an und lässt sie am Totenbett ihrer Mutter schwören ihm nie Unehre zu machen. Andernfalls will Meister Anton sich umbringen (3. Leseprobe S60/27 bis S61/10).
Im zweiten Akt weiß Anton nicht, wie er nach der Entlassung seines Sohnes mit ihm umgehen wird. Er will sich nun vollends um seine Tochter kümmern, die die Ehre der Familie retten muss. Sollte sie ihn enttäuschen droht er mit Selbstmord. Er erklärt dass die bürgerliche Ehre das Maß aller Dinge und sein Sohn somit verstoßen werden muss. Klaras Überzeugungsversuche, dass Karls Schuld noch nicht erwiesen ist, können ihn nicht davon abbringen, da er von Karls Schulden erfahren hat. Klara ist verzweifelt über die Last die nun auf ihren Schultern liegt. Sie ist entehrt und schwanger und das Leben ihres Vaters liegt nun in ihren Händen. Sie sieht den Tod als einzigen Ausweg, obwohl sie eigentlich nicht streben will. Dann tritt der Kaufmann Wolfram ein und gesteht, dass sein eigene geisteskranke Frau die Juwelen entwendet hatte. Die Unschuld ihres Bruders erfreut Klara, macht sie aber dadurch ihrer Meinung nach zum einzigen Schandfleck der Familie. Sie will zu Leonhard gehen, der nun keinen Grund mehr hat sie nicht zu heiraten, als einziger Ausweg vor dem Tod, und ihn um die Heirat bitten. Sie erklärt ihrem Jugendfreund dem Sekretär, dass sie nur ihn liebt, aber ihr einziger Ausweg Leonhard ist. Sie sagt ihm ebenfalls dass sie von Leonhard schwanger ist. (4. Leseprobe S76/3-27) Der Sekretär versteht ihre Beweggründe und achtet Klara, will aber ihren Verführer zum Duell mit Pistolen fordern. Die Hoffnung die der Sekretär in ihr geweckt hat, hilft ihr nicht über ihre Selbstmordgedanken hinweg, sie weiß, dass ihr einziger Ausweg Leonhard ist.
Im dritten Akt kommt Klara bei Leonhard an und erklärt ihm, dass ihr Bruder freigesprochen worden ist und er sie ihres Vaters Willen nehmen soll. (5 Leseprobe S 79/15-40 bis S80/1-27) Doch Leonhard verharmlost ihre Situation in der schon laut ihm Tausende vor ihr waren. Er erklärt ihr außerdem, dass er schon eine neue Bindung eingegangen ist (einer Verwandten des Bürgermeisters) und dass ihr Vater an allem Schuld ist, da er Klaras Mitgift verschenkt hat. (6. Leseprobe S82/1-39) Leonhard erklärt ihr weiters, dass sie nicht Selbstmörderin werden kann, ohne gleichzeitig zur Kindesmörderin zu werden. Weil Leonhard sich nicht erweichen lässt, geht sie wieder, jedoch ist sie fest entschlossen Selbstmord zu begehen.
Als Klara bereits fort ist, zweifelt Leonhard jedoch über sein Handeln. Er wird aber vom Sekretär unterbrochen der ihm zum Duell zwingt. Einstweilen kommt
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Karl zurück nach Hause, als er auf Klara trifft erklärt er ihr, dass er zu See will. Klara deutet ihm ihre Selbstmordgedanken mehrfach an, doch er bemerkt es nicht und bittet sie ihm vom Brunnen ein Glas Wasser zu holen. Karl weißt Klara darauf hin vorsichtig zu sein, da das Brett am Brunnen locker ist. Klara sieht dies als die Gelegenheit ihren Selbstmord als Unfall darzustellen sodass ihr Vater nie die Wahrheit erfahren werde. Karl plant einstweilen den Tod seiner Mutter, ausgelöst durch den Gerichtsdiener, zu rächen und verweigert das Angebot des Vaters ihm seine Schulden zu bezahlen. Meister Anton billigt Karls Pläne, will aber nicht dass er den Gerichtsdiener tötet. Das Gespräch der Beiden wird unterbrochen als der Sekretär, der Klara gerächt hat, schwer verletzt auftritt. (Leonhard => Tod) Er sorgt sich um Klara und bittet den Vater sie nicht zu verstoßen. Daraufhin werden Karl ihre Anspielungen klar und der Vater erklärt, dass er nun wie angekündigt Selbstmord begehen wird. Klara wird tot im Brunnen gefunden, doch er wurde von einer Magd beobachtet, dass sie hinein gesprungen ist. Meister Anton rettet die Ehre seiner Tochter auch noch nach ihrem Tod und behauptet, es sei zu dunkel gewesen. Der Sekretär ist der Einzige der erkennt das Scheinmoral und die Angst um einen schlechten Ruf Klara in den Tod trieben. Er bereut zutiefst sein Handeln und prangert sich selbst an. Das Stück ist zuende, als Klaras Leiche gebracht wird. Allein zurück bleibt Meister Anton, da Karl zur See fährt und der Sekretär seinen Verletzungen erlegen ist, der die Welt nicht mehr versteht. (7. Leseprobe S93/10-40 bis S94/1-26) Charaktere:
Klara ist das Opfer der sie umgebenden, kleinbürgerlichen Gesellschaft. Sie verzichtet auf ihr eigenes Glück, nur um den Anforderungen dieser Gesellschaft gerecht zu werden. Sie liebt den Sekretär Friedrich, doch aus Trotz und Angst vor dem Gerede der Leute verlobt sie sich mit dem verhassten Leonhard. Sie ist ein mitfühlender, fürsorglicher, gehorsamer, unterwürfiger und schwacher Mensch. Von allen Seiten wird auf sie Druck ausgeübt und anhand dieser Folie möchte ich Klaras Ausweglosigkeit verdeutlichen. Folie/Druck
Leonhard, wirkt nach außen hin brav und strebsam, in Wahrheit ist er skrupellos, gewissenlos und gefühllos. Denn er verlobt sich nur mit Klara, weil er ein Mitgiftjäger ist. Er ist berechnend und sieht Klara als sein Eigentum. Leonhard weißt nur negative Charakterzüge auf und steht für die bürgerliche Scheinmoral, in der Gesetze, Ruf und Reputation (=Image) gewahrt werden müssen, selbst wenn Unschuldige zum Opfer werden.
Meister Anton symbolisiert die bürgerlichen Werte dieser Zeit und ist Gefangener dieser Scheinmoral. Er handelt nach dem bürgerlichen Ehrbegriff
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der Zeit. Die Wahrung seines Rufes steht im Mittelpunkt all seines Denken und Handelns. Meister Anton zeigt keine Gefühle, ist egoistisch und hart. Der Sekretär Friedrich liebt im Gegensatz zu Leonhard Klara aufrichtig. Kann
sich jedoch mit der Tatsache, dass Klara ein Kind von einem anderen erwartet nicht abfinden. Er ist der Einzige der erkennt das Scheinmoral und die Angst um einen schlechten Ruf Klara in den Tod trieben. Er ist ehrlich und bescheiden. Er ist die Gegenfigur zu Leonhard, denn er ist herzlich, liebevoll, mitfühlend, verständnisvoll und einsichtig.
Klaras Mutter wird als kränkliche schwache Person dargestellt, welche
schließlich ihrer Krankheit erliegt, als ihr Sohn durch seine Verhaftung den Ruf der Familie schädigt. Als Vorbild diente Hebbel seine Mutter, vor allem ihre Milde und Sorge für den Sohn.
Einzig Karl gelingt es aus dem gesellschaftlichen System auszubrechen.
Da Hauptmotiv liegt innerhalb des bürgerlichen Standes. Die Kleinbürgerliche Moral und das pedantische Pflicht- und Ehrgefühl wenden sich gegen die Hauptfigur. Und führen zu Konflikten innerhalb des selben Standes. (bei Stürmern und Drängern => Motiv: Standesunterschied) Der Tischlermeister erscheint als Vertreter einer untergehenden Zeit. Durch seine starre Rechtlichkeit wird die Tochter Klara in den Tod getrieben. Die Tragik erwächst aus Vorurteilen, Angst vor dem Gerede der Leute und Herzenshärte.
Kritik des Autors: das Bürgertum muss sich zu einer höheren Auffassung von Sittlichkeit durchdringen.
Weitere Motive: der Mitgiftjäger, das verführte Mädchen, die innige Vater-Tochter-Beziehung, der verstoßene Sohn, das gebrochene Herz(Mutter), die Rache (Sekretär), die unschuldig Verurteilte, Ehrgefühl, pedantische Pflichterfüllung, Scheinmoral (Vater: verstößt Karl) Symbole:
Symbole für die enge Kaltherzigkeit der Gesellschaft sind das Grab der Mutter, der Brunnen und der Kerker. Milieu und Sprache:
Ort des Geschehens ist eine mittlere unbekannte Kleinstadt, in welcher das Kleinbürgertum und deren Lebensanschauungen dargestellt werden.
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Hebbels Sprache kennzeichnet sich durch monologisierte Dialoge, was bedeutet, dass die Figuren zwar miteinander, aber aneinander vorbei reden. Nachwort und Aktualisierung:
Abschließend möchte ich die Absichten des Autors noch einmal hervorheben. Mit Hilfe von „Maria Magdalena“ übt Friedrich Hebbel Kritik an der Scheinmoral und Verlogenheit des Kleinbürgertums. Er zeigt die Gesetze, welche innerhalb dieser Gesellschaft wirken, auf. Das Leben als solches ist für ihn tragisch und führt zu einem ungerechtfertigten Untergang des Schuldlosen Opfers. Damit Spricht Hebbel den Wunsch nach einer höheren Sittlichkeit aus. Und eben jene Scheinmoral und Verlogenheit der Gesellschaft, wie sie auch heute noch allein erziehende Mütter erleben, macht meiner Meinung nach „Maria Magdalena zu einem zeitlosen Meisterwerk.
Anhang 1.Zusammenfassung
Biographie:
v 18. März 1813: Christan Friedrich Hebbel in Wesselburen geboren. Vater: Maurer Claus Friedrich Hebbel, Mutter: Antje Margaretha Hebbel, geborene Schubart
v 1817: Besuch der Klippschule der Jungfer Susanna. v 1819: Volksschule- Lehrer: Franz Christian Dethlefsen v 1827: Tod des Vaters. Hebbel als Schreiber beim Kirchspielvogt Mohr tätig v 14. Februar 1835: Reise nach Hamburg, Unterstützung durch Amalie Schoppe, Freundschaft mit Elise Lensing. 23. März: Beginn des Tagebuches. v 1836: Jurastudium in Heidelberg, Freundschaft mit Emil Rousseau. v 1838: Tod der Mutter und des Freundes Rousseau v 28. Januar 1840: Judith vollendet. 5. November: Sohn Max geboren v 1. März 1841: Geonoveva beendet
v 13. Dezember 1842: Erste Audienz bei König Christian VIII. v 1843: Erkrankung am Rheumatismus. 2. Oktober: Sohn Max gestorben. 4. Dezember: Maria Magdalena abgeschlossen. Beginn der Lösung von Elise Lensing
v 14. Mai 1844: Hebbels zweiter Sohn Ernst wird geboren. Im September erscheint Maria Magdalena mit Vorwort.
v
1845: Das Wunder von Wien: die Barone Zerboni und Burgschauspielerin Christine Enghaus
v 26. Mai 1846: Hebbel heiratet Christine Enghaus. v 25. Dezember 1847: Tochter Titi geboren (gestorben: 1921) v 1848: Wandel durch die Revolution begünstigt Hebbels Werke auf der Bühne. v 18. November 1854 Tod Elise Lensings v 1855: Hauskauf in Gmunden. Erzählungen und Novellen v 1857: Mutter und Kind abgeschlossen v 1858: Demetrius begonnen
v 16. März 1863: Erkrankung. September: Kur in baden bei Wien. Oktober: Arbeit am Demetrius. v 13. Dezember 1863: Hebbels Tod
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Hebbels wichtigsten Werke: Dramen: „Judith“ (1841) „Genoveva” (1843)
Lyrik: „Gedichte“ (1842) „Neue Geschichte“ (1848) Epos: „Mutter und Kind“ (1859) Erzählungen und Tagebücher
Inhalt:
Die Mutter ist nach langer Krankheit wieder genesen, stirbt aber bald darauf. Denn als ihr Sohn Karl verhaftet wird, stirbt sie aus Schock. Klaras verlobter Leonhard sagt sich von ihr los, da es schlecht für sein Amt wäre mit der Schwester eines Diebes verheiratet zu sein. In Wahrheit löst er die Verlobung weil er keine Aussicht mehr auf die Mitgift hat, denn Klaras Vater Meister Anton hat diese verschenkt. Klara ist aber von Leonhard schwanger. Meister Anton lässt Klara am Totenbett ihrer Mutter schwören ihm nie Unehre zu machen.
Es stellt sich später heraus, dass Karl unschuldig ist. Denn die geistig behinderte Frau des bestohlenen Kaufmann Wolfram die Juwelen versteckt. Nach dem Kaufmann besucht Klara ihr alter Jugendfreund der Sekretär und bittet sie um ihre Hand. Klara gesteht ihm, dass sie nur ihn liebt, aber ihr einziger Ausweg Leonhard ist. Sie gesteht ihm auch das sie von Leonhard schwanger ist. Der Sekretär ist beeindruckt von ihrer Ehrlichkeit, kann sich jedoch nicht mit der Tatsache abfinden, dass Klara ein Kind von einem anderen erwartet. Klara geht anschließend zu Leonhard, um ihn anzuflehen sie zu heiraten. Doch Leonhard lehnt sie ab. Klara verlässt ihn festentschlossen sich umzubringen. Als sie weg ist zweifelt Leonhard an seinem Handeln, wir jedoch in seinen Gedanken durch den Sekretär unterbrochen. Dieser zwingt Leonhard zu einem Pistolenduell, um Klara zu rächen. Währenddessen kommt Karl nach Hause und trifft auf seine Schwester Klara. Er erzählt ihr, dass er zur See gehen möchte und bittet Klara ihm ein Glas Wasser zu holen. Karl weißt Klara darauf hin vorsichtig zu sein, da das Brett am Brunnen locker ist. Klara sieht dies als die Gelegenheit ihren Selbstmord als Unfall darzustellen so dass ihr Vater nie die Wahrheit erfahren
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werde. Karl entschließt einstweilen den Tod seiner Mutter zu rächen, sein Vater verbietet ihm dies jedoch. Meister Anton und Karl werden unterbrochen, als der schwerverletzte Sekretär hereinstürmt. Er bittet Meister Anton seine Tochter nicht zu verstoßen. Meister Anton erklärt, dass er nun wie angekündigt Selbstmord begehen wird. Klara wird tot im Brunnen gefunden, doch es wurde von einer Magd beobachtet, dass sie hinein gesprungen ist. Meister Anton rettet die Ehre seiner Tochter auch noch nach ihrem Tod und behauptet, es sei zu dunkel gewesen. Der Sekretär weißt Meister Anton auf seine Schuld an Klaras Tod hin und erkennt, dass auch er selbst nicht ganz unschuldig an Klaras Tod ist. Das Stück ist zuende als Klaras Leiche gebracht wird. Allein zurück bleibt Meister Anton, der die Welt nicht mehr versteht.
„MARIA M MAGDALENA“ „
(von Christian Friedrich Hebbel)
Hebbels wichtigsten Werke:
Dramen: „Judith“ (1841)
„Gedichte“ (1842) Lyrik:
„Neue Geschichte“ (1848)
„Mutter und Kind“ (1859) Epos:
Erzählungen und Tagebücher
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Maria Schreyer, 2001, Hebbel, Christian Friedrich - Maria Magdalena, München, GRIN Verlag GmbH
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