Symbol der Romantik blaue Blume
Novalis: Heinrich von Ofterdingen präsentiert die blaue Blume die Liebe. Sie liegt in der Mitte von anderen Blumen und ist die einzige, die licht-blau ist. In ihr schwebt ein zartes Gesicht - dieses Gesicht ist die Liebe. Wenn man die Blume findet, findet man auch die Liebe
repräsentiert etwas, was schwer zu erreichen ist, eine Sehnsucht, die man nicht aussprechen kann und das rational nicht verständlich ist
Politische Situation
*Deutschland bestand aus über 300 Einzelstaaten (wichtig Preußen, Österreich; Bayern; Sachsen) *Fürsten herrschten nach dem Prinzip des aufgeklärter Absolutismus
*in Frankreich herrschten die Phasen der Revolution bis Napoleons Machtantritt (1799) und die Eroberung Europas
*1815 Wiener Kongress; Neuordnung Europas
*Metternich: -herausragender Politiker im Kongress
Wirtschaftliche Situation
>Übergang zur Industriegesellschaft ab 1800
*Einführung neuer technischer Geräte; Dampflokomotive, erste dt. Eisenbahn *Dampfmaschine in Fabriken; industrielle Revolution
*es entstanden ganze Industrielandschaften; in Mittelengland, Belgien, Schlesien und den Ruhr- und Saarland *in der Landwirtschaft, z.B. die Dreschmaschinen, Dampfpflug, Lastwagen und die Idee des Fruchtwechsels *Abwanderung von Land nach Stadt; Fabriken
*Kinder- und Frauenarbeit, Arbeitsbedingungen menschenverachtend, die Sterblichkeitsrate sehr hoch *Maschinen ersetzten Handarbeit; Umstellung *hohe Produktivität, Leistungsgesellschaft, Konkurrenzdruck *viel Arbeit wenig Freizeit *Geld gewann an Bedeutung
Gesellschaftliche Situation
*industrielle Ballungszentren (>Städte: hässlich, kalt) *großes Zusammengehörigkeitsgefühl *härteres Dasein, härterer Kampf um Lebensunterhalt *Wohnungselend
*neue soziale Schichten (Unternehmer, Angestellter, Arbeiter)
Wissenschaft/Medizin
ständig wachsendes Ansehen
wissenschaftlichen Impuls in ganz Europa: -dt. Daniel Fahrenheit die Temperaturskala -Schwede Anders Celsius die Celsiusgrade festsetzte
1774 entdeckte Joseph Priestley den Sauerstoff, Nachweis: Luft besteht aus Sauerstoff und Stickstoff große Bedeutung für: Ballonfahrt der Gebrüder Montpellier Entwicklung und Perfektionierung der Dampfmaschine durch James Watt
Erfindungen für Alltag: Kinderwagen, Geburtszange und erste maschinell hergestellte Zahnbürste Interesse an parawissenschaftlichen Grenzphänomenen gefeierte Ärzte, die „magnetischen Kuren“, Hypnotherapie
Philosophische Grundlagen
Reaktion auf das mechanistische Welt- und Menschenbild gegen Rationalismus, Erkenntnisoptimismus der Aufklärung enge Beziehung zur Literatur, Religion, Theologie
Vertiefung des Pantheismus okkultistische Züge gewannen an Bedeutung Vordenker: Denis Diderot und Rousseau Julien Offroy de la Mettrie „Der Mensch eine Maschine“
Johann Gottlieb Fichte (1762 - 1814)
stellt das Ich in den Mittelpunkt der Welt. "Das Ich ist der Schöpfer der Welt. Nicht die Dinge prägen das Ich, sondern umgekehrt."
fügte Anti-Ich hinzu, damit der Mensch absolut frei sein konnte
dies führte zu einer enormen Überbetonung des Menschen, der Verherrlichung der Individualität und Subjektivität der subjektive Idealismus (Individualismus) wurde zum Grundbegriff
Friedrich Wilhelm Schelling (1775 - 1854)
"Naturphilosoph"
Natur hat eine Seele, die alles durchdringt "Ein ist durch alles und alles durch jedes bestimmt." "Natur und Geist bilden eine Einheit und sind wesensgleich. Geist ist unsichtbare Natur, Natur ist sichtbarer Geist." Aufgabe der Kunst ist es, das Unsichtbare in der Natur sichtbar zu machen These kam dem Streben nach Einheit und Ganzheit entgegen
Schellings Modell vom Zusammenhang der ganzen Natur wurde auf alle Lebensbereiche (Staat, Gesellschaft, Kunst) übertragen
Die neue Religion
Schlegel und Novalis ersten, die versuchten neue Religion zu entwickeln, die das Bindeglied aller Dichtung, Menschen und Lebensbereiche sein sollte
Spinozas pantheistischer Glaube, dass Gott überall in den Erscheinungen der Natur zu finden sei, war ihnen lieber als der dogmatische Kirchenglauben.
Aufgabe der Dichter: den göttlichen Geist des Universums darzustellen und fühlbar zu machen
Schleiermacher übernahm viele Ideen von Fichte, Schlegel und den Frühromantikern und forderte erstmals die Trennung von Staat und Kirche, Religion und Moral
jeder sollte sich Religion zu suchen, jedoch innerhalb des Christentums als eine Art Universalreligion wollte Kirche beweglicher machen, alle Zwänge und Einschränkungen aus ihr verbannen seine Definition von Religion wird zum Schlagwort "Religion ist das Streben des Menschen, das Unendliche im Endlichen zu erfassen. Alles ist Religion."
Lebenseinstellung der Romantiker, Zeitgeist
typische Romantiker: -junge Männer, oft Studenten; ausgeprägte anti-bürgerliche Haltung
Pflicht des Romantikers ist es, das Leben zu erleben oder sich aus ihm wegzuträumen
neue Schlagwörter: "Gefühl", "Phantasie", "Erleben", "Sehnsucht" Sehsucht nach:
o anderen Welten ("Entgrenzung"), Traum- und Rauschwelt, Wunderglaube, Übersinnliches
o Natur
o fremden Ländern und Kulturen, Ferne
o Kindheit
o Tod, Jenseits, Gott
o vergangenen Zeiten, v.a. Mittelalter (Verherrlichung)
Kritik der Romantiker
kritisierten Gesellschaftsnormen, wie Pünktlichkeit, Fleiß, Genauigkeit und Sparsamkeit Mensch wurde als Untertan der Maschine Mensch entfremde sich von sich selbst
neue Mentalität, von der Technik hervorgerufen, welche darauf drängt, die Natur zu beherrschen und zu kontrollieren wurde abgelehnt man bezweifelte die berühmte These: Geld macht frei
Rolle der Frau
nicht nur Schönheit, Anmut und häusliches Wesen wurde verlangt auch Geist und männliche Energie gleiche Bildung, Rechte und Pflichten wie der Mann Bettina von Arnim oder Annette von Droste-Hülshoff, Frauenemanzipation befand sich in der Vorbereitungsphase Flucht aus der Wirklichkeit
wollten die rauen Wirklichkeit und den schwierigen Alltag durch Poesie verklären und überwinden Das Wunderbare
suchten ihre Stoffe nicht in der nüchternen Wirklichkeit, sondern Geheimnissen der Seele Befassung: dunklen Welten des Unbewusstsein, Träume, Schlafwandel, Hellsehen, Doppelgängerei (später Tiefenpsychologie als Wissenschaft)
Zuwendung den seelischen Krankheiten, dem Spiritismus, Magnetismus
Ideal: nicht praktisch, handelnden, wirklichkeitsnahen Menschen, sondern den sehnsuchtsvollen, herumirrenden Träumer, dessen Leben berufslos und haltlos dahinfließt und der im Genießen, nicht im Handeln den höchsten Zweck des Lebens sieht
Wirklichkeit wird zu einer erträumten Märchenwelt Naturverbundenheit Beobachtung der Natur
aber Beschränkung auf die gefühlsmäßige Erfassung der Natur Natur wurde zum Sinnbild geheimnisvoller Empfindungen Mittelalter dunkle Zeit im Herzen der Menschheit Rittertum und Papsttum bekamen neuen Zauber
Verbindung von edlem Heldentum und innigster Frömmigkeit, z.Bsp. Gralsrittern = höchsten Ideal erklärt Weltliche und geistige Poesie des Mittelalters wurde zum neuen Leben erweckt fromme Legenden, Madonnenpoesie, Leben von Klosterbrüdern und Einsiedlern = beliebtes Thema All-Einheit
jeder muss All-Einheit erfahren durch Träume, Phantasien, wo ihn umfassendes Ganzes aufnimmt Erfahrung kann bis zur Todessehnsucht führen
Doppelbewegung: sehnsüchtiges Streben in unendliche Natur <-> Versenkung ins eigene Innere religiöse Deutung: als Erfahrungen der göttlichen Liebe oder des allumfassenden Lebens Familie, Staat und Kirche
damit die Gesellschaft zur All-Einheit werden kann, muss ihr eine naturhaft-organische Institution zugrunde gelegt werden, die alle in Liebe verbindet: die Familie Staat / Kirche ist souveräner Herrscher als Vater des Volkes Künstler und Philister
Künstlerbewegung (Suche nach unendlichen Einheit) gegen langweiligen, phantasielosen Philister gegenüber, die an das Bestehende, an nützliche Arbeit, Konkurrenz, Gewinnstreben glauben aus ihrer nordischen Öde sehnt er sich nach dem heiter sinnenhaften, katholischen Italien Bildung
Kloster wird zur symbolischen Bildungsstätte
Musik in der Romantik
abgeleitet: „romantisch“ meint allgemein den gefühlsbetonten, stimmungsvollen Charakter einer Musik für romantischen Dichter war die Musik von zentraler Bedeutung Nachwirkungen bis ins 20. Jahrhundert
Typisches: -Betonung der Natur; Revolutionsopern beinhalten Stürme, Lawinen, Feuersbrünste, Schiffsunglücke
Formen:
Instrumentierung: -neu: Oboe, Klarinette, Klavier -Klavier und Flöte waren, die am meisten benutzten Instrumente
Vertreter: -Carl Maria von Weber; Oper „Der Freischütz“ (Unwirkliche, Zwischenweltlichen, Irrationalen)
Mode in der Romantik
Zylinderhut; erst Erregung öffentlichen Ärgernisses, bald zur Ausstattung des bürgerlichen Herrn Frauen trugen enge Korsetts und Reifröcke, die hinten und vorn flach, an den Seiten weit ausgestellt >Treppenaufgänge müssten umgestaltet werden
Haare trugen modebewusste Damen in aufgetürmten Frisuren, die mit Straußenfedern und Bändern geschmückt oder manchmal auch mit Modellbauernhöfen, Schiffen oder Schlachtszenen verziert waren Haube aus feinem, weißem Leinen, mit Rüschen, Stickerei und Bändern verziert
Kunst in der Romantik
typisch: Bemühung, die formale Strenge und Beherrschtheit des Klassizismus zu überwinden, stattdessen Phantasie und individuelles Naturerlebnis zur zentralen künstlerischen Aussage zu machen
Architektur in der Romantik
blieben einer klassizistischen Formensprache verhaftet
beschränkte sich meist auf die Nachahmung älterer Stile (mittelalterliche Gotik, Renaissance) es wurde auf Denkmalspflege wert gelegt
Tendenz, Gebäude harmonisch in die Landschaft zu integrieren und offene Übergänge zwischen umbautem Raum und Natur zu schaffen
>das kam dem neuen romantischen Naturgefühl entgegen
Malerei in der Romantik
Domäne der Romantik
Wiederbelebung des mittelalterlichen Märchen- und Sagenschatzes individuelle romantische Naturerlebnissen neue Formen der Landschaftsauffassung Mensch und Landschaft gingen innige Verbindung miteinander ein
ab 1760 begannen die ersten Maler, von den strikten Regeln der Klassik abzuweichen bevorzugt wurden bizarre und extravagant heroische Motive Verwendung starker Kontraste zwischen Licht und Schatten
nächste Romantische Strömung bevorzugte Landschaftsmalerei
Licht und Farbe sollten Ehrfurcht vor der großartigen Natur hervorrufen
Frankreich
Anfänge: napoleonischen Kriege (1799-1815) heroisch-revolutionären Themen
groß angelegte Schlachtenbilder mit bewegten Massenszenen
Weiterentwicklung: Schwerpunkt von Schlachtenmalerei, Heldenverehrung auf die Darstellung der Opfer und des Leidens Beispiel: Eugène Delacroix „Das Massaker von Chios“ Deutschland
Naturbild als Offenbarung des Göttlichen Landschaftsmalerei
Caspar David Friedrich (symbolhafte, meditative Landschaften, die die Allgegenwart Gottes in der Natur thematisieren, gespenstisch leere, dunkle Landschaften)
schwermütige Auffassung „Das Eismeer/Die gescheiterte Hoffnung“, zeigt Triumph der Natur über menschliches Streben anhand eines Polarseglers, der von Eisschollen zermalmt wird England
romantische Naturauffassung, besonders Landschaftsmalerei Vereinigte Staaten wichtigeste Gruppe: Hudson River School
Spätromantik
Mitte des 19. Jrh.: Entfernung von ursprünglichen romantischen Leitideen und in ihrem Ausdruck zu verflachen
Romantische Dichtung
Merkmale der romantischen Dichtung Wiederbelebung des dt. Mittelalters, Stabreim Bemühen um dt. Volksgut (Volkslieder, Märchen) Neigung zu offenen Formen (Fragment, Improvisation)
Literarische Mischformen, Grenzverwischung zwischen den literarischen Gattungen freies Schöpfertum ist wichtiger als das Geschaffene dichterische Lebensform ist wichtiger als das literarische Werk selbst Poetisierung des Lebens Sprache einfache Volkstümlichkeit Fremdwörter wurden vermieden
längst vergessene Ausdrücke des Mittelalters wurden wieder in die Sprache eingeführt Ausdruck wird oft abgerissen und unklar
Gattungen
Drama
nicht bevorzugten Ausdrucksform, keine Interesse in der Öffentlichkeit nicht die richtigen Bühnenverhältnisse; zuviel Szenen-Schauplätze Schlegel Drama uf deutscher Bühne durch Übersetzungen von 17 Dramen Shakespeares Hinwendung zum Geschichtsdrama Komödie spielt große Rolle Lyrik Vorbild des Volksliedes
zu großer Bedeutung gelangten oft kleine innige Gedichte mit schwärmerischen Charakter und Stimmungslyrik Vorliebe für gleichförmige Strophik es dominierten volkstümliche Inhalte Novelle
bevorzugt; wegen kurzer, erzählender Form wurden aus einzelnen Stimmungen heraus niedergeschrieben Thema: das Wunderbare und Dämonische Romane / Fragment wichtigste Gattung oft Fragment
war Stimmung verflogen, dann wandte sich der Dichter neuen Eindrücken zu, ohne die ersten fertig zu stellen Texte aus anderen Gattungen wurden integriert, da die innere Konzentrationsfähigkeit eines Romantikers nicht ausreichte, um umfangreiche Stoffe zu bewältigen
Epik, unrealistische Erzählweise (Unbestimmtheit von Handlung, Charakter, Ort, Zeit) Märchen wichtigste Gattung
will keine reelle Begebenheit erzählen, sondern frei von allem Gegenständlichem nur mit der Imagination des Lesers spielen Übersetzungen
angeregt durch Beschäftigung mit älteren literarischen Vorbildern, wie Shakespeare, und durch die Idee von nationenübergreifender Literatur auf hohem Niveau
Übersetzungen und Nachdichtungen der Werke von Homer, Vergil, Ovid, Horaz Beschäftigung/Übersetzung mit der indischen, chinesischen, asiatischen, orientalischen Dichtung
Gestaltungselemente
Universalpoesie
Grenzen zwischen den einzelnen Dichtungsgattungen wie Lyrik, Epik und Drama verschwanden Eigenart der Geschlechter sollte vermischt; Männer waren nicht so geartet wie Helden der Klassik Weibliches und Weibisches nahm den Männern die strahlende Männlichkeit Phantasiereichtum und Gefühlstiefe
Phantasie und Gemüt sollten die Dichtung mit Leben füllen und ihren Raum erweitern Vorliebe für ahnungsvolle Stimmungen, Wunder, Dämonie, Traum, Mondnacht und Märchen nichts wurde für klar und eindeutig ausgesprochen dunkle Andeutungen ließen das Geschehen ahnen
Erklärungen für die oft gänzlich phantastischen Handlungen waren ausgeschlossen Nacht bildete das Gegenbild zur Aufklärung, eine Opposition zum Verstand Symbolik wichtiges Ausdrucksmittel
haben viele Aspekte der Traumsymbolik von Sigmund Freud vorweggenommen Romantische Ironie Schlegel schafft die romantische Ironie
>ein Dichter erzeugt eine heitere Illusion und zerstört diese dann bewusst das verdeutlichte das Scheinwerk
mit Hilfe der Ironie wurden die Grenzen zwischen Phantasie und Erfahrung, Ideal und Realität, Wirklichkeit und Unendlichkeit aufgehoben, in dem alle Zeiten, Bewusstseinsebenen und literarische Formen miteinander verschmolzen (Universalgedanke) Humor völlige Abgrenzung von Klassik
sehr gutmütiger und sonniger Humor machten Werke verklärter und freundliche Gemütstiefe
1798-1804 Frühromantik
auch Universal-, Jenaer oder ältere Romantik genannt Blütezeit um 1800 Zentren: Berlin, Jena
Typisches: -beschäftigt sich mit Natur, Weltseele, künstlerischem Genie
Vertreter und Werke:
Jean Paul: humorvolle, witzige, satirische, ironische Romane
Gebrüder Schlegel(August Wilhelm und Friedrich): Theoretiker, definierten Universalpoesie, übersetzten Shakespeare (Standardbühnenfassung)
Novalis (Friedrich von Hardenberg): mittelalterlicher Stoff, Traum, Fantasie, Märchen, Übernatürliches
Ludwig Tieck: Romane, Kunstmärchen, ironisch, Drama/Märchenparodie „Der gestiefelte Kater“ Jenaer Romantik:
1. Gruppe der Romantiker bildete sich 1798 in Jena mit Novalis, Gebrüder Schlegel, Tieck, dem Theologen Schleiermacher, den Philosophen Fichte und von Schelling Publikationsorgan war die Zeitschrift „Athenäum“
1804-1816 Hochromantik
auch Nationalromantik oder jüngere Romantik genannt
Zentren: Berlin, Heidelberg Typisches: -religiöse und phantasievolle Charaktere
Vertreter und Werke:
Heinrich von Kleist: sehr unverständlich wegen psychologischer Tiefe Novellen: „Die Marquise“, Dramen: „Der zerbrochene Krug“ Clemens Brentano: schöne, musikalische Gedichte und Kunstmärchen Volksliedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“ Joseph Freiherr von Eichendorff: der meistgelesenste Romantiker Novelle „Aus dem Leben eines Taugenichts“
Gebrüder Grimm: Sammlung und Herausgabe altdeutscher Texte, Kinder- und Hausmärchen
Achim von Arnim: „Zeitung für Einsiedler“
Bettina von Arnim: „Gespräch mit Dämonen“
Wilhelm Hauff: historischer Roman „Lichtenstein“, Märchen „Das Wirtshaus im Spessart“
Heidelberger Zirkel:
1808/09 2. Gruppe trat hervor der A. von Arnim, Brentano, von Eichendorff, Görres, Gebrüder Grimm angehörten
gegen französische Einflüsse, gegen Aufklärung und Klassizismus wollten schöpferischen Kräfte des deutschen "Volksgeistes" wecken Sammlungen von Volkslieder, Volksmärchen, Volkssagen und Volksbücher
Ein weiterer Zirkel bildete sich 1808/09 in Dresden
Berliner Romantik:
1801 Mittelpunkt romantischer Gruppierungen
Vertreter: Gebrüder Schlegel, der Salon der Rahel Varnhagen von Ense, von Chamisso, ab 1814 Hoffmann
1816-1830 Spätromantik
auch Schwarze Romantik oder Schwäbischen Romantik genannt Blütezeit: Mittelpunkt war Berlin ab 1815 Zentren: Berlin, Schwaben Typisches: -Wendung zum Katholizismus
Vertreter und Werke:
Ernst Theodor Amadeus Hoffmann “Gespensterhoffmann”:
Ludwig Uhland: “Vaterländische Gedichte“:
Gustav Schwab: „Deutsche Volksbücher“ Heinrich Heine: „Harzreise“
Schwarze Romantik/ Schauerromantik
erobert das Reich der unbewussten Ängste und Wünsche
tendiert zum Nihilismus, dazu also, den Halt der überlieferten Werte zu verlieren, während sie dem Reiz nachgibt, den das Schauerliche in der langweiligen Welt der Philister ausübt
wendet sich dem Abseitig, Schaurig-Dämonischen, Satanischen zu
Henker, Vampire, männermordende Frauen (femme fatale), Zwerge, Gnome und Dämonen gehörten zu ihrem Personal
Tendenz vor allem in der Trivialliteratur mit ihrer teils amoralisch-abnormen Thematik (Inzest) -Bedeutende Vertreter: Ahnherr Praz Marquis de Sade, Hoffmann, Lord Byron, Swinburne und Edgar Allan Poe, Gustave Flaubert, Gabriele D’Annunzio.
Biedermeier
auch Vormärz oder Restaurationszeit genannt
Zeit: 1815 - 1848
geprägt durch: -Wiener Kongress (nationale Enttäuschung)
Literatur: Zähmung der Leidenschaften, stille Unterordnung unter das Schicksal, Zusammenklang mit einer als harmonisch empfundenen Natur, Zufriedenheit mit dem „kleinen Glück“
formale, stilistische Kennzeichen: Bevorzugung kleinerer Gebrauchsformen (kürzere Erzählprosa wie Märchen oder Novellen, Versepos, Lyrik und Idyllendichtung) neue Publikationsformen: literarische Zeitschriften, Taschenbücher
Bühne: Märchen- und Zauberstücke, Familien- und Rührstücke, historische Trivialdramen und klassizistische Hochstildrama
Biedermeierdichter: Adalbert Stifter, Eduard Mörike, Annette von Droste-Hülshoff
Die Romantik außerhalb Deutschlands
England: Byron, Shelley, John Keats (Lyrik) Frankreich: Durchbruch: Germaine de Staël „Über Deutschland“
>>>selbstständig
Russland: war französische Literatur; großer dt. Einfluss auf Aleksandr Puschkin, Michail Lermontow USA: Orientierung an englischen Vorbildern, bedeutende Autoren: Washington Irving
Nachwirkungen der Romantik
Nachwirkung auf die geistige Kultur des 19. und 20. Jahrhunderts der Romantik größer als bei der Klassik Weltanschauung schafft Gegenpol zum Verstandsmenschen Wissenschaft Psychologie/Parapsychologie
durch die Beschäftigung mit den verschiedensten Äußerungen des gesunden und kranken Seelenlebens Sprachwissenschaft
Grammatik, Wortbildungslehre, Gebrüder Grimm waren Begründer der Germanistik, Bsp. Grimm'sches Wörterbuch Literaturgeschichte
junge Wissenschaft wurde erst von den Romantikern betrieben Geschichte und Volkskunde
erste systematische Forschungen auf den Gebieten der Geschichtswissenschaft (Leopold von Ranke), insbesondere die deutsche Vorzeit und das Mittelalter Soziologie Umschichtung der Gesellschaft Bildung gebildeten und kunstverständigen Bürgertum Emanzipation der Frau begann Sonderstellung des Künstlers
Kritik der Romantiker:
Gesellschaftsnormen, Mensch = Untertan der Maschine, Selbstentfremdung
Rolle der Frau
nicht nur Schönheit, Anmut und häusliches Wesen, sondern Geist und männliche Energie, gleiche Bildung, Rechte, Pflichten wie Mann Frauenemanzipation befand sich in der Vorbereitungsphase
Aspekte: Flucht aus der Wirklichkeit, Das Wunderbare, Naturverbundenheit, Mittelalter, All-Einheit, Familie, Staat und Kirche, Künstler und Philister,
ΞMusik in der Romantik
Typisches: -Betonung der Natur, volkstümlicher Charakter, Lösung von festen Gestaltungstypen Formen: Volkslied, Singspiel, Kunstlied, Oper, erweitertes Orchester, Ballette, Sinfonien, Hausmusik, Revolutionsoper Instrumentierung: Oboe, Klarinette, Klavier
Vertreter: von Weber, Schumann, Liszt, Tschaikowsky, Chopin, Wagner, van Beethoven („Heldensinfonie“) ΞMode in der Romantik Männer: Zylinderhut
Frauen: enge Korsetts, Reifröcke, aufgetürmten Frisuren, mit Ausschmückungen/Verzierungen, Hauben mit Rüschen, Stickerei, Bändern verziert
ΞRomantische Dichtung
Merkmale: Wiederbelebung des dt. Mittelalters, Bemühen um dt. Volksgut, Neigung zu offenen Formen, Grenzverwischung zwischen den literarischen
Sprache: einfache Volkstümlichkeit, kaum Fremdwörter, vergessene Wörter aus dem Mittelalter, Ausdruck oft abgerissen und unklar Gattungen
Drama: Shakespeare übersetzt, Geschichtsdramen, Komödie Lyrik: kleine innige Gedichte, gleichförmige Strophik, volkstümliche Inhalte
Novelle: bevorzugt wegen Kürze, Stimmungen heraus niedergeschrieben, Themen: das Wunderbare und Dämonische
Romane/Fragment: wichtigste Gattung, oft Fragment, Integrierung anderer Gattungen, Einfügen von Gespräche, Märchen, Lieder, Briefe eingefügt, Epik Märchen: wichtigste Gattung, keine reelle Begebenheit, sondern frei von allem Gegenständlichem, nur mit der Imagination des Lesers spielen Übersetzungen: auf hohem Niveau, Übersetzungen/Nachdichtungen: Shakespeare, Homer, Vergil, Ovid, Horaz, indischen, chinesischen, asiatischen,
Gestaltungselemente
Universalpoesie: Grenzen zwischen einzelnen Dichtungsgattungen verschwanden, Eigenart der Geschlechter sollte vermischt werden Phantasiereichtum/Gefühlstiefe: Vorliebe für ahnungsvolle Stimmungen, Wunder, Dämonie, Traum, nichts klar und eindeutig, ohne Erklärungen Symbolik: wichtiges Ausdrucksmittel, viele Aspekte der Traumsymbolik von Sigmund Freud Romantische Ironie: Dichter erzeugt heitere Illusion und zerstört diese dann bewusst, verdeutlicht Scheinwerk Humor: sehr gutmütiger, sonniger Humor
Ξ1798-1804 Frühromantik (auch Universal-, Jenaer oder ältere Romantik genannt) Zentren: Berlin, Jena
Typisches: -beschäftigt sich mit Natur, Weltseele, künstlerischem Genie, starke politische Prägung, Streben nach einer geistigen Totalität, Bildung einer geschlossenen
Vertreter und Werke:
Ξ1804-1816 Hochromantik (auch Nationalromantik oder jüngere Romantik genannt)
Zentren: Berlin, Heidelberg, Dresden
Typisches: -religiöse und phantasievolle Charaktere, Interesse für Geschichte des Volkes und Sprachen, Volkslieder, Sagen, Märchen wurden gesammelt, Konzentration auf
Vertreter und Werke:
Wörterbuch“, Grammatik
Ξ1816-1830 Spätromantik (auch Schwarze Romantik oder Schwäbischen Romantik genannt)
Zentren: Berlin, Schwaben
Typisches: Wendung zum Katholizismus, Unterordnung unter Ganzheiten wie Kirche, Religion, Volk und Staat, volkstümlichen Lied, christlicher Lyrik, Ballade, Sage Vertreter und Werke:
Ernst Theodor Amadeus Hoffmann “Gespensterhoffmann”: Kriminalnovelle „Das Fräulein von Scuderi“, Schauerroman „Die Elixiere des Teufels“
Ludwig Uhland: “Vaterländische Gedichte“: Gustav Schwab: „Deutsche Volksbücher“ Heinrich Heine: „Harzreise“
Ξ Ξ1815 - 1848 Biedermeier (auch Vormärz oder Restaurationszeit genannt)
geprägt durch: Wiener Kongress, beginnende Industrialisierung, existentieller Pessimismus, Rückzug in Privatsphäre, neuer Geselligkeitskult, Zurückgreifen auf ältere
literarische Traditionen der Aufklärung und Empfindsamkeit
Literatur: Zähmung der Leidenschaften, stille Unterordnung unter das Schicksal, Zusammenklang mit Natur, Zufriedenheit mit dem „kleinen Glück“ formale, stilistische Kennzeichen: Bevorzugung kleinerer Gattungsformen neue Publikationsformen: literarische Zeitschriften, Taschenbücher
Bühne: Märchen- und Zauberstücke, Familien- und Rührstücke, historische Trivialdramen und klassizistische Hochstildrama Biedermeierdichter: Adalbert Stifter, Eduard Mörike, Annette von Droste-Hülshoff
Ξ ΞRomantik außerhalb Deutschlands England :Lord Byron, John Keats (Lyrik)
Frankreich: Durchbruch: „Über Deutschland“, Victor Hugo, Drama „Cromwell“ >>>selbstständig Italien, Spanien, Portugal
Russland: französische Literatur; großer dt. Einfluss auf Aleksandr Puschkin, Michail Lermontow. USA: Orientierung an englischen Vorbildern, bedeutende Autoren: Washington Irving
ΞNachwirkungen der Romantik
Weltanschauung : schaffte Gegenpol zum Verstandsmenschen
Wissenschaft: Psychologie/Parapsychologie: Beschäftigung mit dem gesunden und kranken Seelenleben
Sprachwissenschaft: Grammatik, Wortbildungslehre, Gebrüder Grimm waren Begründer der Germanistik, Bsp. Grimm'sches Wörterbuch Literaturgeschichte: junge Wissenschaft wurde erst von den Romantikern betrieben
Geschichte und Volkskunde: 1. systematische Forschungen auf den Gebieten der Geschichtswissenschaft (Leopold von Ranke), dt. Vorzeit und Mittelalter
Soziologie: Umschichtung der Gesellschaft, Bildung gebildeten und kunstverständigen Bürgertum, Emanzipation der Frau begann, Sonderstellung des Künstlers
Neuromantik Ende des 18. Jahrhunderts Wiederaufleben romantischer Ideale Nachwirkungen auf Dichter der nachfolgenden Epochen; Symbolismus, Surrealismus, Expressionismus
ΞQuellen:
Microsoft - Encarta
Internet: http://home.t-online.de/home/ludwig-manfred/Romantik/epoche.html http://www.xlibris.de/Epochen/Romantik/Romant1.htm http://www.hausarbeiten.de http://www.zum.de/Faecher/D/Saar/gym/romantik.htm
http://www.informatik.hu-berlin.de/~pischel/wissen/RomantikPhilosophie.html http://www.romantischesreferat.de/
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Lucie Loose, 2001, Romantik, München, GRIN Verlag GmbH
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