Reizschwelle. Sie werden Nozizeptoren genannt. Die von den Nozizeptoren aktivierten neuronalen Strukturen stellen das Nozizeptive System dar. Praktisch alle Organe und Gewebe enthalten Nozizeptoren, die unterschiedliche Schmerzen auslösen können
Nozizeptoren
- sind polymodal, d.h. sie reagieren auf mechanische, chemische und thermische Reize (3 Klassen)
- besitzen nichtkorpuskuläre Nervenendigungen
- sind hochschwellig: Nozizeptoren in gesundem Gewebe sind nur durch Reize hoher Intensität erregbar oder sie sind sogar mechanoinsensitiv (stumm oder schlafend). Nozizeptoren in pathophysiologisch verändertem Gewebe (z.B. durch eine Entzündung) sind erregt oder sensibilisiert, d.h. ihre Schwellen für Reize sind abgesenkt. In diesem Zustand führen bereits nichtnoxische Reize zur Erregung der Nozizeptoren.
Reizschwellen der Nozizeptoren sind unterschiedlich Gate-Control Theorie :
Schmerzerfahrung ist das Ergebnis neuronaler Prozesse, die von Nozizeptoren ausgehen und über spezifische Neurone im Rückenmark, über die Formatio reticularis, das limbische System sowie den Thalamus bis hin zum Cortex verlaufen und sich dabei gegenseitig hemmen und verstärken können. Erfassung des Schmerzes Die Schmerzsysteme
Subjektiv-Psychologisch: Analyse sensorischer Informationen (S-Ort, S- Intensität, S-Qualität)
Die Reaktionsebenen Siehe Anhang Tabelle 1
Primär- und Sekundärschmerz: somatische Oberflächenschmerzen Tiefenschmerz: protopathisch z.B. Muskeln, Gelenke, Knochen, Kopfschmerz
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Eingeweideschmerz: visceral
In der Klinik Unterscheidung in:
und
Patienten können akuten Schmerz aus ihrem Erinnerungsvermögen besser beschreiben, als chronischen Schmerz, haben aber Schwierigkeiten, einen sogenannten Intensitätsdurchschnitt über einen längeren Zeitraum anzugeben. Es kommt zur Beurteilungsverzerrungen durch Erinnerungsfelder. Problem:
Schmerz ist subjektiv und individuell. Die Beurteilung hängt von der Schmerzäußerung des Patienten ab.
Der Arzt ist also von den Schilderungen des Patienten abhängig, da man Schmerz nicht messen kann, weil man nicht weiß, was genau man messen soll. Messung:
Elektroenzephalographie (EEG) (Änderung der cerebralen Funktionen)
PET (Stoffwechselaktivitäten innerhalb des Gehirns)
Zur Objektivierung b.z.w. Quantifizierung wurden folgende Methoden entwickelt: klinische Schmerzmessung: zur Überprüfung von Analgetika durch Skalierungsmethoden
McGill Pain Questionaire (MPQ): 102 schmerzbeschreibende Wörter unter verschiedenen Gesichtspunkten
Grundsätzliche Forderungen der Schmerzerfassung:
Arzt muß also auf sprachliche Darstellung, Mimik, Gestik, Unruhe etc. achten Individuelle Beeinflussung der Schmerzschwelle Verhalten bei Schmerz:
Eltern vermitteln ihr eigenes Schmerzempfinden an die Kinder weiter, und sind auch darauf bedacht, diese durchzusetzen. Kinder wiederum ahmen das Schmerzverhalten ihrer Eltern nach (Kopfschmerzfamilien). Somit prägen sich sozio-kulturelle Unterschiede heraus: Sozio- kulturelle Schmerzmodulation
• Personen mit hysterischen und narzißtischen Personenstrukturen neigen eher zur
Schmerzempfindung
• Konfliktlösung durch Zufügen oder Vortäuschen von Schmerz
• mit zunehmenden Alter nimmt Schmerzempfindung ab
• Personen mit niedrigeren sozioökonomischen Status wiesen höheres Schmerzempfinden
auf,
da sie psychische Konflikte schlechter verbalisieren können.
• Laut Untersuchungen gibt es in Europa ein Nord-Süd Gefälle: Iren toleranter als Italiener
• in indoeuropäische Kultur umfaßt die Schmerzsprache mehrere tausend Wörter
in Hebräisch, Arabisch, Afrikanisch, Japanisch, Koreanisch gibt es nur wenige Differenzierungsmöglichkeiten. Chinesisch nur „mäßig“ oder „stark“ als Zusatz Geschlechtspezifische Unterschiede: höhere Schmerztoleranzschwelle bei Männern
Akute Beeinflussung der Schmerzempfindung
nach Luderer und Bischoff: „Wer Schmerz erwartet, erlebt auch mehr Schmerz.“
Dick und Read: Angst - Spannung - Schmerz - Syndrom
Angst vor Wehenschmerzen - Spannungserhöhung der quergestreiften Muskulatur im unteren Uterus - Verspannung führt zu mehr Schmerz - Angst erhöht sich
Der chronische Schmerz
Noch komplexer als akuter Schmerz, da hier auch psychische Mechanismen eine zentrale Rolle spielen.
Chronische Schmerzen können zu Depressionen (lösen die Angst langfristig ab) und letztendlich zu Schmerzwahrnehmungsstörungen führen. Kontrollüberzeugung: Schmerzen werden auf kontrollierende Instanzen bezogen als von außen kontrolliert empfunden: Wetter, Arbeits-/Schul-/Studiumbelastung, Kränkungen als von innen: Versagen, Schuld, Angst etc.
Die Beeinflussung und Behandlung von Schmerz
Anwendung: z.B. Akupunktur, Placebo
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Behandlung chronischer Schmerzen: • Schmerztagebuch sinnvoll (Intensität mehrmals tgl. +
Verhaltensmedizinische Verfahren
Therapieverfahren von Fordyce:
Zeitgleich Schmerzimmunisierungsverfahren
• Pat soll aversive Ereignisse und ihre Implikationen für psychisches und physisches Wohlergehen
identifizieren
• im Training Bewältigungsfertigkeiten entwickeln und diese selbständig und effizient einsetzen
• Entspannungstraining um Schmerz aus Streßsituationen zu unterbinden
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Arbeit zitieren:
Johannes Klement, 2001, Psychologische Aspekte des Schmerzes, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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