1938: Aufhebung der Kollektivierungen und Enteignungen. März 1939: Sieg Francos. Die Regierung flieht nach Frankreich
Die Situation in Spanien vor dem Bürgerkrieg:
Bis zum ersten Weltkrieg war Spanien hauptsächlich ein agrarwirtschaftlich strukturiertes Land. Das Land war vor allem in Händen der Großgrundbesitzer, was zur Folge hatte, daß dort ein riesiges Potential eines verarmten Landproletariats existierte.
In einigen Gegenden, wie Katalonien, Asturien entwickelten sich dagegen Industriegebiete. Gerade diese beiden verschiedenen Strukturformen waren die zentralen Zentren der anarchistischen Bewegung in Spanien.
Zahlreiche Bauernrevolten erschütterten das Land und auch in den Industriezentren kam es immer wieder zu Streiks und Aufständen. Diese wurden jedoch immer nach kürzester Zeit, mit allen Mitteln, von der Staatsgewalt unterdrückt.
Die Kirche, die im wesentlichen die Großgrundbesitzer stützte, erlebte eine immer stärkere Entfremdung von der Bevölkerung. Auf der Seite der Aristokratie befand sich auch die Armee, die als eigene Macht im Lande, oft ein Repressionsmittel der politisch Herrschenden war. Gewalt war ein primäres Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Staatsstreich (Pronunciamentio) zur üblichen Methode des Regierungswechsel.
Aus dem Programm der CNT (1910)
Die militärische Dimension:
1.Phase: Juli 1936 bis Frühjahr 1937
Die „Aufständischen“ können die Hälfte des Landes unter ihre Kontrolle nehmen. Gleichzeitig scheitern jedoch die Angriffe gegen Madrid. Auf der Seite der Republikaner kämpfen neben den verbliebenen Heeresteilen, Teilen der Zivilgarde und der Sturmgarde vor allem die Milizen der Arbeiterparteien und Gewerkschaften. Das Verfehlen der militärischen Ziele der
„Aufständischen“ sowie die Massenmobilisierung zeigen, daß sich der Staatsstreich zum Bürgerkrieg entwickelt hat. 2.Phase: Frühjahr 1937 bis Frühjahr 1938
Nach den gescheiterten Angriffen auf Madrid gelingt es Franco den Norden Spaniens unter seine Kontrolle zu bekommen. Gleichzeitig Aufbau einer zentralisierten Staatsapparates auf dem Gebiet der Nationalen und Restauration des Staates auf Seiten der Republikaner. 3.Phase: Frühjahr 1938 bis Dezember 1938
Die Nationalen können ans Mittelmeer vordringen und Katalonien von der Restrepublik abschneiden. Nach der Schlacht am Ebro verfügen die Republikaner über kaum weitere Reserven.
4.Phase: Dezember 1938 bis 1 April 1939
Die Franquisten können in Katalonien und in Madrid einziehen, damit ist der Krieg beendet.
Die internationale Dimension:
Durch die Politik der internationalen Nichteinmischung werden die Republikaner deutlich geschwächt, da die Deutschen und Italiener das Abkommen unterlaufen, um die nationale Seite zu unterstützen. Schließlich wird die Republik nur von Mexico und der Sowjet Union unterstützt (Waffen und Internationale Brigaden). Der hohe Einfluß der Sowjetunion (Militärberater, Geheimdienste, Waffenlieferungen) ist eine Bedingung für den Aufstieg der PCE.
Die politische Dimension:
Entgegengesetzte Entwicklungen auf den beiden Seiten: Auf der Seite der Nationalen treibt Franco die totalitäre Vereinheitlichung aller Kräfte voran, während auf der Seite der Republikaner ein Prozeß der Desintegration zu beobachten ist, der mit der Restauration der Staatsmacht verbunden ist. Die 1.Phase des Bürgerkrieges ist durch die Revolution und deren Zurückdrängung gekennzeichnet. Mit der sozioökonomischen Revolution entstehen eine Vielzahl von Komittees und Basisorganisationen, die von den Kommunisten der PCE abgelehnt werden. In Katalonien nimmt das von der CNT beherrschte Zentralkomitee der Antifaschistischen Milizen (Aragon:Verteidigungsrat) quasi alle Regierungsfunktionen wahr und drängt die Generalidad zurück. Endgegen ihren Prinzipien entscheiden sich angeshene Anarchosyndikalisten in der Staatsregierung mitzuarbeiten, was zu erbitterten Auseinandersetzungen führt. Demzufolge gibt es sowohl innere wie äußere Faktoren für Das Scheitern der anarchistischen Revolution: Das Vorantreiben der Revolution wird zu einer Machtfrage, die die Anarchisten in Widersprüche verwickelte. Gleichzeitig agitieren der PCE, PSUC und der bürgerlichen Linken gegen die CNT/FAI und POUM. (Maitage 1937, Sturz der Regierung Caballero)
Schritte zur Regierungsbeteiligung der CNT/FAI:
5. Juli 1937: Resolution der FAI lehnt den Staat nicht mehr schlechthin ab.
Die ökonomische Dimension:
Mit dem Ausbruch des Bürgerkrieges beginnt auf dem republikanischen Gebiet die soziale Revolution, die hauptsächlich von der CNT/FAI getragen wurde. Parallel dazu entstehen überall räteähnliche Selbstverwaltungsorgane. Das führt zu Spannungen zwischen der revolutionären Linken und den Verfechtern der bürgerlichen Republik, die immer mehr Übergewicht bekommen.
Charakteristika der Revolution: insgesamt flexibles Vorgehen, Kollektivierung von Land und Betrieben, Arbeiterkontrolle, Rücksicht auf ausländische Betrieb, Tauschhandel vs. Geldhandel usw.
Probleme der Revolution: Mangelnde Reflexion über die Bedingungen der Revolution bei der CNT, Widerstand der PCE usw., Zusammenhang von Krieg und Revolution, Gebietsverluste, Ausgleichskassen zwischen den Kollektiven, Regionalföderationen, geringe Zeitdauer.
Abkürzungen:
Literatur:
1. Kleinspehn, Th./ Mergner, G.: Mythen des spanischen Bürgerkrieges. Grafenau, 1996. 2. Schumann, M./ Auweder, H.: A las barricadas. Grafenau, 1987. 3. Bernecker, W.L.: Krieg in Spanien. Darmstadt, 1997. 4. Souchy, A.: Nacht über Spanien. Grafenau, 1987. 5. Bohl, A.: Revolution in Spanien. München, 1988. 6. Vilar, P.: Der Spanische Bürgerkrieg, 1999.
7. Enzensberg, H.-M.: Der kurze Sommer der Anarchie. Frankfurt a.M., 1977. 8. Thomas, H.: der spanische Bürgerkrieg. Berlin, 1962. 9. Tunon de Lara, M. u.a.: Der Spanische Bürgerkrieg, Frankfurt a.M., 1987.
Arbeit zitieren:
Sara Lohoff, 1999, Anarchosyndikalismus in Spanien - Der Spanische Bürgerkrieg 1936 - 1939, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Sara Lohoff hat den Text Anarchosyndikalismus in Spanien - Der Spanische Bürgerkrieg 1936 - 1939 veröffentlicht
Sara Lohoff hat einen neuen Text hochgeladen
Anna hat den Text Anarchosyndikalismus in Spanien - Der Spanische Bürgerkrieg 1936 - 1939 kommentiert
Antony Beevor, Helmut Ettinger, Michael Bayer, Hans Freundl, Norbert Juraschitz, Renate Weitbrecht
Antony Beevor, Michael Bayer, Helmut Ettinger, Hans Freundl, Norbert Juraschitz, Renate Weitbrecht
Abel Paz und die Spanische Revolution
Interviews und Vorträge
Bernd Drücke, Luz Kerkeling, Martin Baxmeyer
Manfred
Guerra Civil.
Eine nette und kurze Einführung in den spanischen Bürgerkrieg-mehr allerdings nicht!!!
am Sunday, March 10, 2002-
br
Najaaaaa.
Ich mag die zeitleiste, aber sonst.... "Anarchosydikalismus in Spanien" ist nicht WIRKLICH die angemessene Überschrift, befürchte ich, vielleicht wäre "ultra-shorter Rundumüberblick Spanischer Bürgerkrieg inkl. guter Zeitleiste" angebrachter gewesen... weil was wird denn hier bitteschön über den anarchosyndikalismus ausgesagt? er WAR? hui, beeindruckend....
am Sunday, January 05, 2003-
Peter
Thesenpapier.
Ist ja anscheinend nur ein Referatsthesenpapier. Dafür ist es sehr gut gemacht.
am Wednesday, December 03, 2003-
bruno
so gut wie die quellenangaben?.
wenn enzensberger (hans magnus) im quellenverzeichnis als enzensberg ausgegeben wird, ist das hoffentlich nur ein peinlicher tippfehler, denn es wäre schade, wenn die arbeit über ein so spannendes thema so ungenau wäre wie die quellenangabe.
gruss
bruno
am Monday, April 12, 2004-
Anna
Quellenangaben sind Literatur.
Enzensberger steht unter Literatur und nicht Quellenangaben. Das ist doch legitim. Würde ich als Literatur auf jeden Fall auch empfehlen. Bekommt man leider nur nicht mehr so einfach.
am Thursday, August 12, 2004-