eine Potenzielle Spionin hätte sein können. Mit Wilhelmine hatte Friedrich Wilhelm insgesamt fünf Kinder, darunter sein 1770 geborener Lieblingssohn Graf Alexander von der Mark, der allerdings bereits mit neun Jahren an einem rätselhaften Fieber starb.
2: Reformen als König
Als Friedrich der Große am 17. August 1786 stirbt, hinterlässt er seinem Neffen Friedrich Wilhelm II. eine europäische Großmacht mit einem Goldschatz von über 50 Mio. Goldtalern und einer Armee von beinahe 200 000 Mann.
Der neue König wird von seinen Untertanen als „große Hoffnung“ tituliert. Eine Ahnung, die nicht lange unbegründet bleiben sollte. Kurz nach seiner Thronbesteigung schafft er die „Regie“ ab, eine verhasste Steuerbehörde, die 1766 zum Schutz der Einfuhrsteuern gegründet wurde. Durch das verschwinden dieser Steuer sanken die Preise für Tabak, Kaffee und Brot erheblich. Außerdem verschwanden die wenig gemochten Franzosen, die dieser „Regie“ meist angehörten und als sogenannte „Kaffeeschnüffler“ nach heimlichen Röstern geschmuggelter Bohnen fahndeten.
Doch Friedrich Wilhelm macht sich zu Beginn auch durch Menschlichkeit bei den Bürgern beliebt. Er spricht die Leute mit Sie an, nicht wie sein Vorgänger mit Er. Eine Methode, die unter Monarchen als ausgesprochen höflich galt. Zusätzlich gibt er sich ausdrücklich deutsch mit starkem Berliner Tonfall und gewährt, mit Karl Wilhelm Ramler, als erster preußischer König, einem deutschen Dichter eine Pension in seinem Schloss. Er öffnet den Park Sancoussi für das Volk und lässt überall im Land Alleen errichten. Auch seine Mätressen nimmt man ihm nicht übel, solange die Kassen voll sind und das Brot billiger wird. Eine seiner größten Taten, während seiner Regierungszeit, war wohl die Einführung des „Allgemeinen Landrechts“ 1794. Das neue Gesetzbuch regelt rechtliche Fragen, die vorher nur mündlich geklärt werden konnten und schafft eine Rechtssicherheit für jeden Bürger Preußens. Als Zivilrechtsbuch hatte es bis 1900 Gültigkeit.
Das Leben bei Hofe konnte der Graf Mirabeau am besten beschreiben, der sich offiziell in Berlin aufhielt, um eine Biografie Friedrichs des Großen anzufertigen, allerdings verdächtigten ihn viele als Spion der französischen Regierung. „Der neue König, anstatt das Volk zu sich zu erheben, stieg zu ihm herunter (...) Friedrich Wilhelm hasst nichts, und kaum liebt er etwas. Sein einziger Widerwille sind die Leute, die Geist haben. Im Inneren des königlichen Hauses herrscht eine vollkommende Unordnung. Die Bedienten haben das Regiment in Händen. Kein Haushofmeister, kein Chefintendant, für nichts sind Fonds angewiesen. (...) Überall Verwirrung und Zeitverschwendung. Die Bedienten fürchten die Heftigkeit des Königs, und doch sind sie die ersten, die seine Unfähigkeit verspotten. Kein Papier ist in Ordnung, auf keine Eingabe erfolgt ein Bescheid, keinen Brief öffnet der König persönlich, keine menschliche Gewalt wäre imstande, ihn dazu zu bringen, vierzig Zeilen hintereinander zu lesen. Auf stoßweise ausbrechende Heiterkeit folgt Abspannung und gänzliches Nichtstun. (...) Man staunte, als er Stunden fand, um Bilder, Möbel, Kaufmannsläden zu besehen, um auf dem Violoncell zu spielen, um über die Händel der Hofdamen sich zu unterrichten - und Minuten, um seine Minister zu hören ...“ 3.) Doch solange die Kassen voll sind und das Brot billiger wird nimmt man ihm seine Eskapaden nicht übel. Seine Vorliebe zu den Frauen bestätigt er hingegen mit der Errichtung von 54 Bordellen, sogenannte städtisch privilegierte Häuser, mit insgesamt 257 leichten Mädchen was die Beziehungen der Berliner zu Friedrich Wilhelm II. allmählich zum Schwanken bringt. Als der neue König schließlich, seiner von den Untertanten wenig gemochten Geliebten Madame Rietz, das schönste, teuerste und eleganteste Haus Berlins errichten und eigens eine Chaussee dorthin anlegen lässt, schlägt die Stimmung ins gegenteilige um.
Der Verein der Rosenkreuzer, eine Antiaufklärirische Vereinigung, der bei Hofe jeder angehört, führt indes dazu, dass Reformen sich nur noch darauf stützen die, sogenannte „zügellose Freiheit der Bürger zu bekämpfen“, wie es bei Hofe oft ausgedrückt wurde. Für letzte aufklärirische Veränderungen sorgt Abraham Zedlitz, der 1788 in Preußen das Abitur einführt.
3: Der König und die Kunst
Der König war schon als junger Kronprinz ein großer Kunstliebhaber. Mit seiner Vorliebe zum Instrumentenspiel, kam er seinen Vorgängern in nichts nach. Als ein leidenschaftlicher Cellist, erhielt er sehr oft von Fachkundigen Personen hervorragende Zeugnisse.
Seine Liebe zur Musik sollte auch seine Politik bestimmen, und so schloss er 1787 das Komödienhaus am Gendarmenmarkt. An dessen Stelle eröffnete er das preußische Nationaltheater und setzte sich nun für zeitgenössische, deutschsprachige Musik ein. Die Hofkapelle Friedrich Wilhelms hatte in Europa inzwischen ein
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enorm hochgradiges Niveau erreicht, so dass der aus ihr hervorgehende Karl Friedrich Fasch, die Führung des neuen Theaters übernahm sowie der zusätzlich gegründeten neuen „Berliner Sing Akademie“. Als nur noch Werke in deutscher Sprache mit deutschen Sängern gespielt wurden, fand die italienische Barockoper in Preußen ihr jähes Ende.
Nach vielen Bitten des Königs besuchte sogar Mozart die Preußischen Residenzen in Potsdam und Berlin und erhielt daraufhin einen Kompositionsauftrag. Das Angebot Friedrich Wilhelms, an seinem Hofe zu Leben, hatte Mozart schon angenommen, doch leider starb er vorzeitig in einem frühen Alter.
Die Liebe des Königs zur Kunst spiegelte sich auch in der Architektur wieder, und so half er dem deutschen Klassizismus, eine Stilrichtung der bildenden Kunst, die sich an Formen und Vorbilder der Antike und der italienischen Renaissance anlehnte, schon früh auf die Beine. So beauftragte er, nach dem Tod seines Lieblingssohnes Graf Alexander von der Mark 1779, den erst 15 jährigen und damals noch gänzlich unbekannten Bildhauer Johann Gottfried Schadow zum Bau eines Grabmahles. Die Schönheit dieses Werkes, welches einen schlafenden Jungen abbildete soll die Gräfin Lichtenau dazu bewegt haben, den kalten Marmor zu küssen. Das erste Meisterwerk des preußischen Frühklassizismus war geboren, und der junge Künstler war nun nicht mehr unbekannt.
Nach dem Tod Friedrich II. holte der Thronfolger, den als Berühmtheit geltenden Baumeister, Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorf nach Potsdam, der schon Johann Gottfried Schadow gelehrt hatte. Er erhielt den Auftrag das Schlaf- und Arbeitszimmer des „alten Helden“, von wo aus Friedrich der Große das Land über Vier Jahrzehnte Regierte, im neuen klassizistischen Stil einzurichten. Erdmannsdorf bekam durchaus Gewissensbisse den damals legendären Doppelraum neu zu gestalten, was ein Brief an seine Gattin Wilhelmine in Dessau bezeugt. Doch letztlich tat er es mit Bravour.
Durch die Liebe inspiriert, beauftragte Friedrich Wilhelm II. 1787 den deutschen Baumeister Karl von Gontard, einem Vermittler zwischen Barock und Klassizismus, am Heiligen See, an der Stelle, an der, der König oft Stunden mit seiner Geliebten Wilhelmine Enke verbrachte ein Schloss zu errichten, das sogenannte Marmorpalais. Gontard zog als Hilfe Carl Gotthard Langhans hinzu, der später als eigentlicher Bauherr fungierte. Als Gegensatz zum „alten Garten“ wurde rund um das Gebäude der „neue Garten“ angelegt. Um die Kunst in Preußen auch weiterhin zu fördern ließ der König jährlich eine Ausstellung in der Akademie der Künste abhalten, bei der er 1788 das von Carl Gotthard Langhans entworfene Brandenburger Tor in Auftrag gab. Zusammen mit der 1789 von Schadow entworfenen Quadriga wird es zum Wahrzeichen einer ganzen Nation.
Der Bildhauer Johann Gottfried Schadow, sowie der Baumeister Carl Gotthard Langhans gehen als wichtigste Vertreter des deutschen Klassizismus in die Geschichte ein. 4: Antirevolutionäre Bemühungen
Als 1789 in Frankreich die Revolution ausbricht, kündigt sich in Europa eine Antiautokratische Epoche an, die die restlichen Staaten in Alarmbereitschaft versetzt.
Die beiden rivalisierenden deutschen Staaten, Österreich und Preußen, verbünden sich und erklären Frankreich 1792 den Krieg. Der Gedanke ein wildes Revolutionsheer zu schlagen und das alte Regime wieder herstellen zu können, lassen die Hoffnungen auf einen enormen Landgewinn schnell groß werden. Nachdem die Flucht Ludwigs XVI. scheitert, ist eine nun drohende Hinrichtung des Königspaares nicht mehr abzuwenden, was die beiden alliierten deutschen Staaten erneut zum eingreifen alarmiert. Dennoch überschreiten die Preußen die französische Grenze allein und ohne Absprache mit Österreich. Der Glaube in die eigene Armee ist immer noch allgegenwärtig, so scheinen mitgeführte Feldbordelle mit ärztlich überwachten Mädchen wichtiger, als Feldbäckereien und Munitionswagen. Auch die Zusammenstellung des Heeres ist fragwürdig, da sie erst in scheinbar letzter Minute mit Söldnern aus verschiedenen Orten des Landes zusammengestellt wurde, und nun ausschließlich freiwillig zusammengeführten Soldaten gegenübersteht.
Die alte preußische Kriegstaktik, im Gleichschritt auf den Gegner zuzumarschieren, erweißt sich als großer Fehler, da die Franzosen gelernt haben den Raum zur Deckung zu nutzen und aus nahezu jeder geschützten Lage auf den Feind zu schießen.
Als sich die Preußen schließlich auf den Rückzug machten, wurden sie von den Franzosen verfolgt und erst in Frankfurt am Main von einem kurzfristig zusammengestellten Heer besiegt.
Nach der Hinrichtung Ludwigs XVI. flammt der Krieg nach einer kurzen Pause erneut auf, und Großbritannien, Holland, Spanien, Sardinien, Neapel, Portugal sowie der Großteil der deutschen Staaten treten in die Antirevolutionäre Allianz ein. Der besetzte Niederländische Teil wurde daraufhin zurückerobert und die Franzosen zurückgedrängt.
Friedrich Wilhelm II. nutzt die augenblickliche Atempause, um nach Osten zu reisen und im „Petersburger Vertrag“ die „zweite Teilung“ Polens zu beschließen
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und sofort durchzuführen.
Zwei Jahre später wird es noch eine dritte Teilung geben, in der Preußen zusammen mit Russland und Österreich den polnischen Staat gänzlich von der Landkarte löschen werden.
1795 tritt Preußen im „Basler Sonderfrieden“ mit Frankreich aus der Allianz aus, um sich im Osten erfolglos aufständischen Problemen zu widmen.
Nach Niederlagen in Frankreich und Polen kehrte Friedrich Wilhelm II. 1795 Kapitel 4: Antirevolutionäre Bemühungen 5: Der Tod Friedrich Wilhelms II.
Als Friedrich Wilhelm II. 1795 Warschau verlässt um nach Potsdam zurückzukehren, beginnt eine Krankheit den König zu schwächen. Er hat angeschwollene Beine und oft Kreislaufstörungen. Daheim lässt er sich in aller Ruhe von Wilhelmine pflegen und hofft auf eine baldige Genesung. Doch dies tritt nicht ein, und so nimmt er am 15. November 1797 Abschied von seinem Thronfolger. Einen Tag später stirbt der preußische König Friedrich Wilhelm II. einsam und alleingelassen in seinem Sterbezimmer.
Die Beisetzung am 11. Dezember im Berliner Dom findet in Anteilnahme nahezu aller deutscher Fürsten in einer eher schlichten Umgebung statt.
Seinem Sohn Friedrich Wilhelm III. hinterlässt er einen Berg Schulden von über 50 Mio. Goldtalern und einem Staat ohne jegliche Verwaltung. Literaturverzeichnis Bücher 1999: - „Preußens Könige“ von Heinz Ohff, erschien 1999 mit der 2. Auflage im Piper Verlag in München.
- „Die Brandenburger“ von Lew Hohmann und Johannes Unger, erschien 1999 mit der 2. Auflage im be bra Verlag in Berlin. 1998 - „Der Brockhaus in einem Band“, erschien 1998 im Brockhaus Verlag in Leipzig. 1993 - „Knauers Kulturführer in Farbe“, erschien 1993 im Droemerschen Verlag in München. 1992 - „Propyläen Geschichte Europas“ von Wolfram Mitte, erschien 1992 im Verlag Ullstein in Frankfurt am Main. 1982 - „Potsdamer Schlösser“ von der „Staatlichen Archivverwaltung der DDR“, erschien 1982 im Brockhaus Verlag in Leipzig. Zeitungsartikel
- „Schön und nützlich“ von Klaus Bruske in „Die Märkische“ verfasst. Erschien am 11. 03. 2000 auf Seite 2 der 10. Jahresausgabe. Dokumentation
- „DieBrandenburger“ von Kurt Böwe, im ORB Fernsehen
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Axel Langer, 2001, Friedrich Wilhelm II., München, GRIN Verlag GmbH
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Lilia
Danke!!!.
DANKE!!!!!
DAS WAR MIR ECHT EINE HILFE!
DU HAST ECHT EINE SEHR; SEHR GUTE ARBEIT GELEISTET!
DANKE DANKE DANKE DANKE.........
am Saturday, December 01, 2001-