Aus dieser These heraus kann man 3 Postulate (Forderungen) ableiten: 1.P.: Freiheit des sittlichen Tuns; 2.P.: Unsterblichkeit des sittlichen Handelns und 3.P.: Gott als Bürge dieser Sittlichkeit
Nach Immanuel Kants Ästhetik erregt alles Schöne Wohlgefallen, alles Erhabene zeigt die Idee des Unendlichen auf und die Vorstellung vom Genie durch das die Natur der Kunst die Regeln vorgibt (hierbei einzigartiges Vorbild: Griechen).
Diese Thesen Kants beeinflussten nach 1792 nachhaltig, vor allem seine Sittenlehre, deren Härte er allerdings seinen Begriff der Harmonie (Versöhnung zwischen Sittlichkeit und Vernunft, der Pflicht und der Neigung in der schönen Seele) entgegensetzt (sog. auch Idealismus der Vernunft).
Hingegen Goethes anschaulich, naturgebundene Vorstellungen entsprechen mehr der Lehre vom Schönen und Erhabenen (sog. auch Idealismus der Natur).
Doch nun von den Hintergründen zur eigentlichen Literaturepoche der Weimarer Klassik, die das Bewusstsein der Menschen in Europa, aber vor allem in Deutschland prägen sollte... Die Literaturepoche “Weimarer Klassik”(1786-1805)
Wenn man sich mit dem Beginn der Weimarer Klassik beschäftigt, so muss man zunächst einmal die Zeit kurz vor 1786 sehen.
Man befand sic h in der Situation, dass alte Freundschaften und Bündnisse der ausgehenden Literaturepoche des Sturm und Drang zerfallen waren. Ein fehlendes geistiges und politisches Zentrum machten es nicht möglich diese Bindungen zu ersetzen und so wurden die damaligen Dichter zu Individualisten.
Wohl am treffendsten charakterisierten dies Goethes Worte “...sie liebten sich, und dennoch konnte keine wahrhafte Einigung entstehen...Daher zerfiel der große unsichtbare Kreis in kleinere, meist lokale, die manches löbliche erschufen und hervorbrachten; aber eigentlich isolierten sich die Bedeutenden mehr und mehr.” .
Goethe und Schiller waren sicher die bedeutendsten Dichter und Schriftsteller Deutschlands, allerdings waren auch sie in ihrem Schaffen relative Einzelgänger, obgleich es seit Beginn der Weimarer Klassik noch gute 6 Jahre dauerte bis die beiden sich überhaupt erst kennenlernten.
Dies geschah im Juli 1794 als Goethe Schiller in Jena als philosophischen Gesprächspartner aufsuchte.
Keineswegs wurden die weltanschaulichen, ästhetischen und künstlerischen Unterschiede in den Auffassungen der beiden überbrückt - im Gegenteil: ihre Koexistenz war Anregung und Herausforderung zugleich.
Die eigentliche Basis ihrer Arbeitsfreundschaft aber waren die Überlegungen zur künftigen Rolle der Literatur in der durch die Revolution so grundlegend veränderten Welt. Ihr Programm einer modernen Kunst sollte vor allem eine Veränderung der Menschen zur Folge haben.
“Durch die Schönheit wird der sinnliche Mensch zur Form und zum Denken geleitet; durch die Schönheit wird der geistige Mensch zur Materie zurückgeführt und der Sinnenwelt wiedergegeben.”
Durch Veranschaulichungen des “reinen Menschen” wie diese sollte das Publikum erzogen und gebildet werden, ein Wandel zu einer Gesellschaft als Gemeinschaft edler Individuen sollte sich vollziehen.
Goethe und Schiller legten Priorität auf die Bewusstseinsgestaltung durch die Kunst, dabei maßen sie der gesellschaftlichen Praxis als der eigentlichen Quelle der Zustände nur geringe Bedeutung zu.
Von großer Wirkung hingegen aber waren die Schlussfolgerungen, die Goethe und Schiller für die eigene Kunst zogen.
Weil sie menschliche Probleme sinnfällig machen wollten, drängten sie auf große Gegenstände.
In dem Maße, wie ihre Kunstfiguren ihren individuellen Charakter abstreiften, verloren sie die aus der Volksdichtung übernommene Sprache.
Eine ungeahnte Blüte erlebte hingegen der dramatische Vers, das ästhetische Zeichen für die überindividuelle Würde einer Kunstfigur.
Insgesamt gesehen wurden von Goethe und Schiller Typisierungen angestrebt, die der modernen Kunst auch ein internationales Echo verschaffen sollten.
Goethe und Schiller waren völlig gegensätzlich (Goethe tendierte mehr zu materialistischen, Schiller mehr zu idealistischen Grundpositionen), trotzdem vereinte sie ihre Überzeugung von den objektiven Gesetzmäßigkeiten im Verhältnis zwischen Literatur und Gesellschaft und in den Inhalt-Form-Beziehungen der Poesie.
Die Ansprüche an das Programm waren immens, da die tatsächlichen Möglichkeiten seiner Realisierung nicht abzusehen waren. Das Konzept schien nicht aufzugehen.
Bereits die ersten, intensiven Bemühungen um eine “literarische Assoziation” der bedeutendsten Schriftsteller Deutschlands, denen Schillers neue Zeitschrift “Die Horen”, die Musenalmanache sowie Goethes Zeitschrift “Propyläen” gewidmet war, ließen jeglichen Erfolg vermissen, ja riefen sogar Gegenbewegungen hervor. Besonders die “Xenien”, eine Sammlung satirisch-polemischer Epigramme im “Musenalmanach für das Jahr 1797”, rissen die Gegensätze unter den deutschen Autoren weiter auf und ließen sowohl die Verfechter aufklärerischer wie auch prorevolutionärer Intention zu Gegnern der Weimarer Kunstkonzeption werden. Jegliche Ablehnung des Programms zur klassischen Erziehung von Goethe und Schiller wurde in Weimar verachtet, was auch berühmte Namen wie Hölderlin, Kleist sowie Jean Paul und die Romantiker spüren mussten.
Die grundsätzliche Anerkennung der Realität als Grundlage literarischen Schaffens bot ihnen die Chance, ihre Stoffe und Themen der Zeitepoche adäquat zu suchen und zu gestalten. Vor allem Goethe lenkte seinen Blick auf ein historisch tieferes Verhältnis zwischen dem Allgemeinen und dem Besonderen.
Die über diese Problematik geführten Debatten brachten beiden Autoren neue Einblicke in die Gestaltung von poetischen Charakteren und Konflikten.
Besonders lagen Goethe und Schiller dabei eine innige Einheit von Subjektivität und Objektivität im Kunstwerk am Herzen.
Des Weiteren ging es ihnen um den “Stil”, also um ein Optimum der Übereinstimmung von Inhalt und Form im Sinne der Bildung eines hohen nationalen und internationalen Kunstgeschmacks und Kunstanspruches.
Der Übergang auf eine neue Stilebene war durchaus kompliziert, denn das bürgerliche Publikum blieb in seiner Bewusstseinslage und in seinem aufklärerisch-didaktischen und sentimentalen Kunstgeschmack im ganzen schwer erreichbar. Während Schiller gegen Ende des Jahrhunderts und vor allem nach 1800 mit seinen Dramen ein breites echo fand, war die Reaktion auf Goethes Werke sehr differenziert. Die starke Verschmelzung antiker literarischer Motive und Formen mit Goethes Stücken, erschwerte den Zugang zu seinem Schaffen.
So trug ihm der weitgehende Verzicht auf direkte politische Wirksamkeit auch den Vorwurf des “Olympiers” ein.
Tendenzen und Merkmale
Zu den Idealvorstellungen der Weimarer Klassik gehörten, dass Natur und Welt ein geordneter Organismus, frei von Willkür und Gewalt sind.
Als höchste Bestimmung des Menschen wurde die harmonische Entfaltung aller seiner Kräfte angesehen, nur aus seiner Reifung und Läuterung heraus erwächst die Vereinigung mit dem Weltkosmos, der Weltseele.
Das Geistige ist Ursprung, Gegenwart und letzter Sinn alles Seienden, das Kunstwerk ist sein Widerschein, wenn es Geist und Form zum Ausgleich bringt, Maß und Vollendung in der Form gewinnt.
In der Klassik werden der Humanitäts -und der Toleranzgedanke aus der Aufklärung übernommen und vertieft im allseitig vollendetem Menschentum.
Seit dem “Sturm und Drang” wird die Dichtung durch ein tiefes Empfinden bestimmt, in der Klassik wird diesem Empfinden eine Form verliehen, es wird gereinigt. Der bisher verarbeitete Wertekonflikt wird in der Weimarer Klassik durch die neu geprägte Sittlichkeit überwunden.
Sie ermöglicht des weiteren eine Aussöhnung mit der Gesellschaft (siehe Schillers Briefe zur ästhetischen Erziehung).
In Goethes Dichtungen wird das tragische Individuum(siehe Egmont, Faust) durch Selbstzucht oder Liebe und Gnade ins Weltganze aufgenommen.
Bei Schiller hingegen ist das irdische Scheitern tragischer Charaktere (siehe Wallenstein, Maria Stuart) Erfüllung schicksalhafter Fügung, es bedeutet jedoch Gewinn innerer Freiheit. Ganz anders stellt sich die Situation wiederum bei Hölderlin dar. Bei ihm entsteht tragisches Leid durch Götterferne (siehe “Empedokles”). Die Literaturepoche der Weimarer Klassik umfasste einen Zeitraum von rund 20 Jahren. In dieser Zeit wurden nicht nur dichterische Meisterleistungen vollbracht. Nicht nur in der Literatur, sondern auch in der Musik und Kunst wurde viel erschaffen was so einzigartig ist, dass wir uns heute noch damit auseinandersetzen. So lohnt es sich vielleicht mit einem Besuch in Weimar noch einmal auf den Spuren von Goethe und Schiller zu wandeln und sich einen Einblick in klassisches Schaffen zu gönnen.
Abschließen möchte ich mit einem Auszug aus Goethes Gedicht “Das Göttliche”, was wie kein anderes das Menschheitsideal der Klassik definiert: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut! Denn das allein unterscheidet ihn von allen Wesen, die wir kennen.“
Arbeit zitieren:
Marco Blume, 2001, Epochenausblick auf die Weimarer Klassik, München, GRIN Verlag GmbH
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Goethe, Johann Wolfgang von - Iphigenie auf Tauris
Referat / Aufsatz (Schule), 10 Seiten
Goethe, Johann Wolfgang von - Iphigenie auf Tauris
Referat / Aufsatz (Schule), 7 Seiten
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guuuuuuuut.
jo wollt nur sagen dass des scho recht gut isch was sie do herzelebrieren nur die einleitung find ich bissi lang,man könnte früher auf den punkt jommen
am Saturday, December 06, 2003-