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Inhaltsverzeichnis
1.) Einleitung S.3
2.) Ein Virus hält die Welt in Atem S.4
2.1.) Abriß der Geschichte von Aids von den Anfängen
bis in die heutige Zeit S.4
2.2.) HIV / Aids - Heutiger Wissenstand S.5
2.3.) Maßnahmen der Bundesregierung im Rahmen des
"Sofortprogramms" zur Bekämpfung der Immunschwäche Aids S.6
3.) Fallbeispiel einer Aidsinfektion
„Weiblich, jung, HIV-positiv“ S.8
4.) Der Krankheitsverlauf bei einer Ansteckung
mit dem HIV-Virus S.10
4.1.) Testverfahren S.11
4.2.) Krankheitsphasen S.11
5.) Ein positives Testergebnis verändert das Leben S.15
5.1.) „Sofortmaßnahmen“ S.15
5.2.) Infizierte Frauen und ihr Wunsch nach Kindern S.16
5.3.) Die Lebensweise, um lange gesund zu bleiben S.16
5.4.) Die ärztliche Behandlung S.17
5.5.) HIV-Virus und Sexualität S.17
6.) Die sozialen und rechtlichen Aspekte bei HIV S.18
6.1.) HIV-Virus und Kostenübernahme einer Behandlung
durch die gesetzliche Krankenversicherung S.18
6.2.) Kostenübernahme durch eine private Krankenversicherung S.19
6.3.) Kostenübernahme im Fall der Arbeitslosigkeit
oder als Sozialhilfeempfänger S.19
6.4.) Finanzierung von speziellen Kuren S.19
7.) Grundsatzfragen der Aids-Hilfe-Arbeit
Mythos Selbsthilfe S 21
In dieser Hausarbeit werden wir anhand eines Fallbeispiels die Umgehensweise mit Aids (früher und heute) und die sozialen Folgen im Leben eines Menschen, der HIV-positiv ist, aufzeigen.
Als erstes wollen wir einen Abriß der Geschichte von Aids von den Anfängen bis in die heutige Zeit anführen, da die Frau in unserem Fallbeispiel, Claudia, schon 1987 ihr positives Testergebniss bekam und weitere sieben Jahre mit dem Virus lebt, aber die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist. Natürlich war die Frau, die wir als Fallbeispiel anführen, vor dem Testergebniss auch schon infiziert, so erklärt sich die Exkursion in die Geschichte von Aids, und die Wichtigkeit der Darstellung des gesamtgesellschaftlichen Rahmens. Denn Aids ist zu diesem Zeitpunkt nicht nur eine Krankheit, sondern viele Menschen fühlen sich bedroht von einer "unfaßbaren Seuche", die um sich schlägt, und reagieren deshalb in einer Art Panik, die sich aus Angst und Vorurteilen zusammensetzt. Außerdem ist es uns wichtig, einen Bezug zu dem alltäglichen Leben eines Menschen mit Aids herzustellen. Auch sind die Lebensumstände dieser Menschen auf einen Schlag ganz andere; sie haben nicht selten mit Vorurteilen gegen ihre Person zu kämpfen und sind natürlich selbst durch das positive Testergebnis sehr geschwächt. Dann wollen wir das "Sofortprogramm" zur Bekämpfung der Immunschwäche Aids als Maßnahmen der Bundesregierung vorstellen, um einen Einblick in die Vorgehensweise bei gesundheitlichen "Krisensituationen" seitens unserer Regierung zu demonstrieren.
Auch wollen wie beleuchten wie die Menschen innerhalb der Gesellschaft selbst in so einem Fall mit einer akuten gesundheitlichen Bedrohung umgehen, um sich und Betroffene zu schützen. Dazu werden wir den Aspekt der Selbsthilfe hinterfragen ("Mythos Selbsthilfe"). Wichtig ist natürlich bei diesem Thema ganz besonders, wenigstens einen kleinen Einblick in Krankheitsphasen und eben deren Verlauf zu geben, was wir auch tun werden, um auch die gesundheitliche Situation, in der sich die Frau aus unserem Fallbeispiel gerade befindet, auch etwas analysieren zu können.
Auch soll es uns um die Beantwortung der Fragen gehen, was wohl zu tun ist, wenn man plötzlich erfährt, daß der HIV-Test, den man durchführen ließ, tatsächlich positiv ausgefallen ist, wer einem in dieser Situation konkrete Hilfe bietet und wie diese aussehen kann. Im Anschluß daran wird die rechtliche Situation heute aufgezeigt, die sich ja seit 1987 drastisch geändert hat, da sich Aids in unserer Gesellschaft zunehmend ausbreitet und so auch Fragen zum Beispiel der Kostenübernahme der lebenswichtigen Behandlungen geklärt werden mußten.
Für die Benotung, die ja getrennt erfolgen soll, sind die Kapitel im Inhaltsverzeichnis mit den Namen versehen.
Eine interessante Lesezeit wünschen nun
N. und D.
Am 6. Juni 1983 berichtet der Spiegel in seiner Titelgeschichte "Tödliche Seuche Aids", die rätselhafte Krankheit" über einen todbringende Infektion an der vornehmlich schwule Männer erkranken.
Zu diesem Zeitpunkt seien schon mindestens 100 Deutsche erkrankt. In einer Hysterie werden Hochrechnungen verbreitet, die für 1998 mit 3.276.800 Erkrankten rechnen. Der Verein zur Aids Verhütung e.V. fordert durch seinen Vorsitzenden Dr.med. Andreas Freudemann eine Tätowierung im Genitalbereich der Erkrankten. Dies stellt natürlich eine denkbare Absurdität dar, hinter der eine ideologische Boshaftigkeit in Verbindung mit der Vergangenheit Deutschlands ins Auge fällt, denkt man an die Tätowierungen der KZ-Häftlinge.
An einer Universität in Bayern wird zeitgleich vorgeschlagen, Aids in das Bundesseuchengesetz aufzunehmen, damit Ausscheidungsverdächtigte zwangs-getestet werden können.
Der ordnungspolitische Ansatz ging davon aus, daß die Verbreitung von Aids durch Gebote und Verbote zu verhindern sei. Eine entsprechende Aufklärung soll einen eigenverantwortlichen Umgang vermitteln. Durch Information soll die Verbreitung eingedämmt werden.
2.1.) Abriß der Geschichte von Aids von den Anfängen bis in die
heutige Zeit
Eine kurze Einführung in die Geschichte des Aids-Virus anhand eines Buches: (erschienen im Türmer Verlag 1988 -) "Aids eine Seuche verändert die Welt" von Helmut Güttich. Ein kurzer Ausblick auf den heutigen Wissensstand aus einem Infoheft der deutschen Aids-Hilfe, erschienen im Dezember 1998. ("HIV-Aids-Heutiger Wissenstand"-24. Auflage) In dem Buch von H. Güttich wird Aids als eine neue verheerende Seuche dargestellt. Den Anfang nahm "die Seuche" in Afrika und Amerika und die Bundesrepublik Deutschland war "nur Beobachter". Aber nach der Meinung des Autors wurde dieser "Vorsprung" vertan. Es zeigte sich außerdem, daß viele junge Menschen an Aids erkrankten. Empirisch zeigte sich damals, daß jeder Träger des Aids-Virus daran sterben muß.
Das Aidsvirus wurde 1983/1984 von einer Französin und einem Amerikaner entdeckt. Es wurde herausgefunden, daß es zwei verschiedene Virusarten gibt. Einmal das Aids-Virus HIV 1, dessen Ausgang vom Viktoriasee stattfand, und das Aids-Virus HIV 2, das sich daraus entwickelte.
Beide gab es schon 1988 in Deutschland. Damals ging man von einer voraussichtlichen Entwicklungszeit von drei Jahren für die Herstellung der Impfstoffe aus und damit wurde also keine Therapie vor 1991 erwartet.
Schätzungen ermittelten allein in Amerika ca. 145 000 Erkrankte, die nach damaligen Einschätzungen als Todeskandidaten galten.
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Die Gesundheitskosten beliefen sich 1985 in den USA allein auf 8 Milliarden $, und bis 1988 wurden 400 Babys mit Aids geboren.
In Sambia belief sich zu diesem Zeitpunkt die Zahl allein auf 6.000 Neugeborene, die mit dem HIV-Virus infiziert das Licht der Welt erblickten. Es wurde 1988 allein mit 100 Millionen Toten in Afrika bis zur Jahrtausendwende gerechnet.
Die Landesärtztekammer Bayern hat 1988 als erste einen Aidsbericht herausgegeben, in dem festgestellt wird, daß der Hauptübertragungsweg der Geschlechtsverkehr, insbesondere der Analverkehr, ist.
Dort wird erwähnt, daß das Risiko einer Ansteckung bei häufig wechselnden Geschlechtspartnern steigt.
Die Hauptgruppe von Aidsinfizierten sollen die Homosexuellen mit 80% sein. Die Fixer werden mit 40%, und die Prostituierten mit 1% als infiziert erwähnt. Die Infektion der Bluter soll durch virusfreie Gerinnungsfaktoren eingedämmt, und einer Übertragung der "Seuche" durch Blutkonserven vorgebeugt werden. Am 15. April 1986 gibt es in Deutschland 460 Erkrankungsfälle und schon 232 Aidstote. Die Hauptgruppe sind die 20-50 Jährigen.
Die Aidsviren können 5 mal so schnell mutieren wie der Schnupfenvirus. Im Oktober 1986 ist die Zahl der Aidskranken schon auf 690 gestiegen. Am 29. Juni 1987 sind 1.133 Personen in Deutschland an Aids erkrankt. Helmut Güttich schlägt 1988 in seinem Buch "Aids-Eine Seuche verändert die Welt" vor, daß bestimmte Notmaßnahmen wie: -Meldepflicht der Aidskranken -Kasernierung in geschlossenen Ortschaften -Einreisetest, Abschiebung von Asylanten, fals krank -Verschärfung des Rauschgiftgesetzes -Euthanasie (Herbeifürung des Todes) für Aidskranke -Intensive Erforschung der Krankheit nötig seien.
Das führt wohl vor Augen was für eine Hysterie zu dieser Zeit herrschte, denn diese Notmaßnahmen sind völlig unmenschlich, und erzeugen nur eine Art Kathastrophenstimmung.
2.2.) HIV / Aids - Heutiger Wissenstand
Jährlich infizieren sich in Deutschland ca. 2000 -3000 Menschen mit Aids. Aids ist noch nicht heilbar, aber verbesserte Therapien geben eine günstigere Perspektive/Prognose als noch vor einigen Jahren.
Das heißt vor allem auch, daß es heutzutage eine höhere Lebenserwartung für Aidskranke gibt.
Es ist sicher, daß Aids nur durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, nicht durch sonstigen Körperkontakt übertragen werden kann.
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Vorsicht ist besonders bei Blut, Sperma und Scheidenflüssigkeit geboten, denn wenn diese in die Blutbahn oder auf die Schleimhäute eines anderen Menschen gelangen, besteht Ansteckungsgefahr.
Auch besteht bei intravenösem Drogengebrauch die Gefahr der Ansteckung durch Mehrfachgebrauch einer Nadel.
Durch Blut oder Blutprodukte können z.B. Blutkranke bei "diagnostischen Lücken" infiziert werden.
Als Therapie werden bei Aids drei Medikamente miteinander kombiniert, so kann die Lebenserwartung erhöht werden.
Aids ist dennoch ein Thema, das in unserer heutigen Gesellschaft gerne verdrängt wird, denn es berührt Themen wie: -Sex zwischen Männern -Sex außerhalb fester Beziehungen -Gebrauch illegaler Drogen -Sterben und Tod
Dies sind alles Themen die unbequem sind, oder sogar als moralisch verwerflich gelten. Deshalb setzen Institutionen wie z.B. die Deutsche Aids-Hilfe ihre Schwerpunkte in der Aufklärung und dem Auseinandersetzen mit der Krankheit und den Betroffenen. Dies ist in erster Linie auch wichtig für die Aidskranken, damit sie eine Akzeptanz in unserer Gesellschaft finden und so auch bessere Perspektiven und erträglichere Lebensumstände.
2.3.) Maßnahmen der Bundesregierung im Rahmen des
"Sofortprogramms" zur Bekämpfung der Immunschwäche Aids
Übersicht über die Maßnahmen der Bundesregierung im Rahmen des "Sofortprogramms zur Bekämpfung der Immunschwäche Aids" von 1990. Die ersten Reaktionen der Bundesgesundheitszentrale für Aufklärung (BZgA) ab 1986.
Die Bundesregierung entwickelte ein Konzept der Aids Bekämpfung. Im Mittelpunkt standen die Bemühungen um:
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sozialmedizinische Hilfe.
Das Ziel dieser Kampagne der BZgA für Aufklärung war dann auch, einen hohen Informationsstand über die Ansteckungswege in der Bevölkerung zu erreichen. Es sollte so ein verantwortungsvolles Verhalten unterstützt werden, um eine Eindämmung der Infektionen zu bewerkstelligen. Auch sollte ein Abbau von übertriebenen Ängsten und solidarisches Verhalten herbeigeführt werden. Dies war in erster Linie wichtig, um somit das gesamt-gesellschaftliche Klima zu fördern und um Ausgrenzungen und Diskriminierungen von Betroffenen entgegenzuwirken.
Die Bundesregierung verteilte im Dezember 1985 an alle Haushalte in der Bundesrepublik die Aufklärungsbroschüre: "Was Sie über Aids wissen sollten". Seit 1986 erschienen in Tageszeitungen Anzeigen zur Aidsprävention. Mitte 1987 wurden 21 Fernsehspots produziert, die in der ARD und im ZDF kostenlos gesendet wurden.
Ab 1988 unternahm das BZgA die erste persönliche Ansprache in Form von telefonischen Beratungen. Weiterhin wurden Broschüren gedruckt, Anzeigen geschaltet und Plakate geklebt.
Einer staatlichen Behörde wie der BZgA waren allerdings auch Grenzen gesetzt in der Arbeit, denn sie konnte nicht in Tabubereichen aktiv werden wie z.B. illegaler Drogengebrauch oder Belange, die das Sexualverhalten angingen. Sonst wäre der Eindruck entstanden, daß z.B. der illegale Drogengebrauch geduldet werden würde und so wären Glaubwürdigkeitsprobleme entstanden. So wurde dann in Zusammenarbeit mit der Aidshilfe ein arbeitsteiliges Konzept entworfen.
Die Hilfe der Deutschen Aidshilfe wendete sich also demnach besonders an Zielgruppen wie den der Homosexuellen, Prostituierten und der Drogenabhängigen. Wenn man nun den Zeitpunkt der Entwicklung von Selbsthilfeprojekten, die sich bereits 1983 aus dem Bedarf heraus bildeten, vergleicht mit dem ersten Eingreifen der BZgA, so fällt die zeitliche Differenz ins Auge, die zwischen der Hilfestellung für Betroffene liegt.
Claudia lebte seit 7 Jahren mit dem Virus.
Sie bekam 1987 ihr positives Testergebniss bei einer Routineuntersuchung. Sie war zu diesem Zeitpunkt 21 Jahre alt.
Die ersten Anzeichen der Infektion zeigten sich bei einem Spanienurlaub, den sie 1986 mit ihrer Mutter unternahm. Diese waren unter anderem hohes Fieber, starker Durchfall, ein vereiterter Rachen und großflächige rote Punkte am Bauch. Diese ersten Anzeichen wurden allerdings nicht als Infektion erkannt, sondern als irgend ein Infekt abgetan, da es ihr nach einigen Tagen schon wieder besser ging. Danach trat die sogenannte Ruhephase ein. Das heißt das sie keinerlei Anzeichen einer Krankheit zeigte.
Erst 1987 wurde bei einer genaueren Untersuchung durch einen Routinetest festgestellt, daß sie sich mit Aids infiziert hatte.
Der Arzt, der Claudia das Testergebnis mitteilte, rief ihre Mutter auf der Arbeit an, um auch ihr Bescheid zu geben.
Die Mutter reagierte mit einem Verlust ihrer Stimme, der über vier Wochen anhielt. Sie versuchte danach sofort Kontakt mit ihrer Tochter aufzunehmen, konnte sie jedoch nirgends finden. Nachdem sie überall anrief, wo ihre Tochter sich aufhalten könnte, fand sie diese schließlich im Fitnesstudio.
Claudia rechnete zu diesem Zeitpunkt mit ca. 2 Jahren, die ihr noch zum Leben bleiben würden. Nachdem sie den ersten Schock überwunden hatte, rief sie alle ihre Ex-Freunde an. Diese ließen sich testen und es wurde festgestellt, daß alle HIV-negativ waren. Daher stellte sich für sie natürlich die Frage, wo sie sich infiziert hatte. Da sie als Krankenschwester arbeitete, war es möglich, daß sie sich in der Klinik infiziert haben könnte. Ihr fiel dann auch eine Situation ein, bei der das möglich gewesen wäre. Bei einem Dienst im Krankenhaus war sie mit einer benutzten Nadel in der Hand umgeknickt und hatte sich dabei in den Finger gestochen. Durch diese "kleine Unachtsamkeit" kam sie vermutlich in den Kontakt mit aidsinfiziertem Blut.
Als sie nach dem Testergebnis ihrem damaligen Freund erzählte, was los war, machte dieser kurz danach mit ihr Schluß. Er hatte sich nicht bei ihr angesteckt und erzählte auch niemandem davon, daß seine Freundin Aids hatte. Ihm war es sehr unangenehm, daß sie infiziert war, denn zu dieser Zeit verbreiteten die Medien, daß Aids eine Krankheit sei, die vor allem Schwule, Prostituierte und Fixer beträfe. Also klar alle gesellschaftlichen Randgruppen.
Die zwei Jahre, die sie sich selbst gegeben hatte, waren nun um. Außerdem wurde sie jetzt auch noch von ihrem neuen Freund verlassen, und versuchte, sich das Leben zu nehmen. Glücklicher Weise rief sie ihn jedoch vorher an, um mit ihm zu reden, da es ihr sehr schlecht ging. Er selbst wollte aber nicht zu ihr gehen, und benachrichtigte deshalb einen Bekannten, der in der Nähe wohnte. Er fand sie noch gerade rechtzeitig und fuhr sie sofort ins Krankenhaus. Dort wurde festgestellt, daß sie eine Überdosis Beruhigungs-, und Schlaftabletten eingenommen hatte.
Nachdem sie aus dem Krankenhaus entlassen wurde, rief sie ihren Vater an. Claudia hatte eigentlich sehr wenig Kontakt zu ihm, denn ihre Mutter ließ sich schon von ihm scheiden, als Claudia noch ein Baby war. Sie versuchte trotzdem mit ihm zu reden und erzählte ihm von ihrer Infektion mit Aids. Er allerdings überging diese schlechte Nachricht einfach und reagierte nicht darauf. Diese Tatsache verletzte sie sehr und so brach sie den Kontakt mit ihm völlig ab.
Während der ganzen Zeit, seit sie erfahren hatte, daß sie Aids hat, arbeitete sie weiterhin in ihrem Beruf als Krankenschwester. Auf ihrer Arbeitsstelle wußte niemand über ihren wahren Gesundheitszustand Bescheid. Da sie dort freien Zugang zu Medikamenten hatte, fing sie
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an, Valium zu nehmen, um sich so vor ihren wahren Gefühlen zu isolieren und um ihre Angst zu mindern, daß jemand dort erfuhr, wie es wirklich um sie stand, damit sie nicht ihren Job verlor. Irgendwann ging dieser ständige Tablettenkonsum dann in eine Abhängigkeit über. Sie wurde sich dann dieser Abhängigkeit bewußt und ging zum Arbeitsamt, um dort eine Umschulung zur technischen Zeichnerin zu beantragen. Dazu gab sie den Grund ihrer Tablettensucht an. Natürlich war aber für Claudia auch klar, daß in dem Beruf der Krankenschwester die Möglichkeiten weitaus größer sind, jemand anders versehentlich zu infizieren. Vom Arbeitsamt wurde ihr dann die Chance gegeben, zur technischen Zeichnerin umzuschulen, die sie auch dankbar annahm.
Claudia hatte sehr wenige Freunde, die über ihre Krankheit Bescheid wußten. Doch zu dem bekannten ihres Ex-Freundes, der sie damals bei ihrem Selbstmordversuch rettete, entwickelte sich eine tiefe Bindung. Sie selbst bezeichnet ihn als großen Bruder, der immer für sie da war, wenn sie ihn brauchte. Die Liebesbeziehungen, die sie hatte, waren meist von kurzer Dauer, und nicht selten zu verheirateten Männern. Ihr waren solche Beziehungen am liebsten, weil verheiratete Männer eine eigene Familie haben und so die Beziehung nicht so tief ging. Indessen hatte sie das Gefühl, daß, wenn sie dann einen verheirateten Mann als Freund hatte und diesen sah, dieser voll und ganz für sie da war und sich für sie Zeit nahm. Ihr damaliger Freund war ein verheirateter Arzt, dem sie im Laufe der Beziehung auch offen von ihrer Aidsinfektion erzählte. Ihn schreckte diese Nachricht auch nicht weiter ab, und er schützte sich beim Geschlechtsverkehr mit Kondomen. Doch hatte er immer weniger Zeit für sie, weil ihn sein Beruf sehr in Anspruch nahm, und er sich auch um seine Familie kümmern mußte. Deshalb machte sie mit ihm Schluß und fiel in ein tiefes gefühlsmäßiges Loch. Das war dann auch der Auslöser für Claudia's zweiten Selbstmordversuch, bei dem sie sich mit Glasscheiben verletzte, und letztendlich auch versuchte, sich die Pulsadern aufzuschneiden. Doch ihre Mutter wollte sie besuchen und fand sie in einer großen Blutlache bei sich Zuhause auf dem Boden liegend. Ihr bester Freund brachte sie daraufhin zum zweiten mal ins Krankenhaus.
Als sie dort dann wieder aufwachte, war ihre Mutter bei ihr. Doch als Claudia sie sah, schrie sie diese an, daß sie abhauen sollte. Dann verließ sie einfach die Klinik. Im Nachhinein sagte sie, daß sie mit dem Selbstmord den Tod selber in die Hand nehmen wollte, statt nur darauf zu warten zu sterben. Sie empfand es auch als schwierig, immer nur für ein kurzes Stück Zukunft zu planen, und hatte Angst, dadurch kein normales Leben mehr führen zu können und ihre Probleme nicht zu bewältigen
Nachdem es ihr körperlich besser ging, wollte sie eine Therapie anfangen und suchte die Aidshilfe auf, wo sie Einzelgespräche in Anspruch nahm. Auch fing sie ihre Umschulung an und war nicht mehr tablettenabhängig. In ihrem neuen Beruf fand sie neue Kraft, um ein einigermaßen ausgeglichenes Leben zu führen. Sie wollte eigentlich die ganze Zeit nichts anderes als ein ganz normales Leben zu leben und redete deshalb kaum über ihre Krankheit. Wenn nun z.B. ihre Mutter über neue Methoden der Behandlung, von denen sie gehört hatte, reden wollte, so blockte sie total ab, weil sie der Meinung war, daß, wenn sie irgendwann sterben würde, ihre Mutter dann mit der Hoffnung, die diese Neuigkeiten über Aids ihr gegeben hatten, alleine da stehen würde. Auch wollte sie bei ihren regelmäßigen Arztbesuchen im Abstand von jeweils zwei Monaten nie den aktuellen Wert der T-Helferzellen wissen, da es ihr momentan körperlich gut ging und sie sich bei der geringsten Schwankung der Werte nur Sorgen machen würde. Bei ihrer Ärztin bekam sie auch angeboten, an einer zweiwöchentlich stattfindenden Frauengruppe für Aidserkrankte teilzunehmen, doch das war gar kein Thema für sie, da sie ganz einfach nicht ständig an ihre Aidsinfektion erinnert werden wollte.
Lieber plante sie ihre Freizeit mit ein paar Freunden, die sie kurz nach dem positiven Testergebnis kennengelernt hatte. Diese hatten fast automatisch mitbekommen, wie es um Claudia stand, da sie immer wenn Zukunftspläne geschmiedet wurden, traurig und sehr ruhig wurde.
Jetzt haben die Freunde allerdings den Eindruck, daß Claudia sich mit ihrer Situation abgefunden hat und so gut wie möglich damit leben will, indem sie sich nicht mit ihrer
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Krankheit auseinandersetzt, sondern sich lieber mit den Dingen, die sie glücklich machen und an denen sie Spaß hat, beschäftigt.
Als letztes ist noch zu erwähnen, daß sich Claudia wieder verliebt hat, allerdings wieder im einen Mann, der verheiratet ist, und der noch nichts von ihrer Aidsinfektion weiß. Die Mutter von Claudia wünscht sich für die Zukunft ihrer Tochter, daß in unserer Gesellschaft irgendwann Aids genauso als Krankheit behandelt wird wie z.B. Krebs, denn in ihren Augen wird Aids immer noch als eine Folge einer nicht anerkannten Lebensweise in der Öffentlichkeit behandelt, die teilweise einen Ausschluß aus der Gemeinschaft und somit die Einsamkeit der Betroffenen nach sich zieht.
4.) Der Krankheitsverlauf bei einer Ansteckung mit dem
Der HIV-Virus (deutsch: Humaner Immunschwäche Virus 1und 2/ englisch: Human Immunodeficiency Virus) gehört zu der Gruppe der Retroviren, das heißt, sein Erbmaterial
zwar auch über eine verunreinigte Spritze an, jedoch passierte dies während ihrer Arbeit als Krankenschwester im Krankenhaus. Dieser Virus führt in fast allen Fällen zur Erkrankung an AIDS (Abk. für engl.: Acquired Immune Deficiency Syndrome), einem erworbenen Abwehrschwächesyndrom.
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4.1.) Testverfahren
Dieser Virus ist heute durch verschiedene Testverfahren nachweisbar. Dabei handelt es sich im Übrigen nicht, wie häufig zu hören ist, um die Durchführung eines Aids-Testes, sondern entweder um einen HIV-Nachweis-Test , indem direkt die Viren nachgewiesen werden oder um einen, viel häufiger angewandten HIV-Antikörper-Test. Das ist eine Untersuchung zum Nachweis von Antikörpern, die bei Infizierten in der Regel im Blutserum vorhanden sind. Das Serum ist der flüssige Anteil des Blutes ohne Blutkörperchen, der im Unterschied zum Plasma kein Fibrinogen enthält. Die Antikörper werden an einen oder mehreren Bestandteilen des Virus gebunden und dieser Antigen-Antikörper-Komplex anschließend nachgewiesen.
Da sich in den ersten Wochen nach der Ansteckung noch nicht ausreichend Antikörper gebildet haben, ist dieser Test auch erst ca. 12 Wochen nach einer möglichen Ansteckung sinnvoll. Wenn der Test aber, beispielsweise bei einer raschen Blut-Transfusion, vor Ablauf dieser Zeit erfolgen muß, dann erweist sich der direkte Virus-Nachweis als sinnvoll, da die Viren ja sofort nach einer Ansteckung schon im Körper befindlich sind und dieser Test so empfindlich ist, daß er auch eine geringe Anzahl von vorhandenen Viren im Blut nachweisen kann. Dieser Test ist aber auch längst nicht so sicher, deshalb wird er tatsächlich nur in dringenden Notfällen angewandt.
Fällt ein HIV-Antikörper-Test (Suchtest) positiv aus, so kommt es erst mal zu einem zweiten Test (Bestätigungstest), der dieses Ergebnis noch einmal überprüfen soll, um auch jeden möglichen Fehler bei der Diagnose auszuschließen.
In Amerika sind derzeit schon „Heimtests“ erlaubt, der wie folgt funktioniert: Ein käuflich zu erwerbender Testkit, der alle notwendigen Utensilien enthält, ermöglicht es dem medizinischen Laien anhand geeigneter schriftlicher Instruktionen selbst einige Blutstropfen durch einen Stich in die Fingerkuppe zu gewinnen und diese auf spezielles Filterpapier aufzubringen. Nach Trocknung dieser Blutproben werden sie, mit dem individuellen Testbarcode gekennzeichnet, im beigefügten Versandmaterial an ein Professionelles Labor zur Auswertung verschickt. Die Ergebnismitteilung erfolgt bei telefonischem Rückruf durch die getestete Person, die Identifikation und Testzuordnung wird durch Nennung des Testbarcodes sichergestellt. Der Vorteil dieser Tests, nämlich absolute Anonymität, liegt auf der Hand, jedoch ist vor allem das immense Problem, nämlich das der Patient nach der Diagnose am Telefon erst mal völlig alleine gelassen wird, der Haupthinderungsgrund für die Einführung solcher Heimtests auch hier in Deutschland. (vgl.: www.hiv-info.de)
4.2.) Krankheitsphasen
Nun sind seit der Entdeckung des Virus und heute schon viele Forschungen über den typischen Verlauf der Krankheit gemacht worden und dabei sind bestimmte Konstanten in der Entwicklung festgestellt worden.
Deshalb werde ich jetzt im Folgenden die Krankheitsstadien benennen und ihre Verläufe beschreiben. Natürlich sind das alles nur durchschnittliche Werte, jede Krankheit verläuft anders und selbst nach einer Infektion vergehen meist erst 10 Jahre, bis überhaupt klinische und physiologische Anzeichen auftreten. Und selbst diese Zeit wird immer mehr dadurch verlängert, daß heute schon in frühen Stadien mit einer medikamentösen Behandlung begonnen wird, und sich somit der Ausbruch der Krankheit immer mehr verzögern läßt.
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1.) Inkubationszeit
Diese Stadium bezeichnet die Zeit zwischen der Ansteckung bis zum Auftreten erster Krankheitszeichen bzw. Symptome. Sie dauert in etwa ein bis drei Wochen. In dieser Zeit lassen sich weder die Viren nachweisen (bis auf die Methode des Schnelltests), noch lassen sich irgendwelche Symptome für den Betroffenen erkennen. Der Virus verbreitet sich gerade erst im Körper.
2.) Akute HIV-Infektion
Diese Phase verläuft entweder auch „klinisch stumm“ , das heißt, auch hier treten keine bestimmten Symptome auf, die auf eine Ansteckung mit dem Virus schließen ließen, oder sie geht mit grippeähnlichen Beschwerden einher, wie es auch in dem beschriebenen Fall zutrifft. Dann nämlich kommt es zu Erkältung, Fieber, Hautausschlägen, Muskelschmerzen, Schluckbeschwerden oder Mandel- und Lymphknotenschwellung.
Diese Beschwerden halten dann einige Tage bis vier Wochen an und verschwinden danach wieder vollständig.
In dieser Zeit vermehrt sich das Virus ständig in den Lymphknoten, die die erste Barriere für den Virus darstellen. Im Blut findet hingegen kaum eine Vermehrung des Virus statt. Monozyten wiederum, also ständig im Blutkreislauf zirkulierende Zellen, sind die ersten Helfer am Infektionsherd, um den Kampf mit dem Virus aufzunehmen. Die verbinden sich dann zusätzlich zu Makrophagen, um die als krank identifizierten Zellen zu vernichten. Das Problem an der ganzen Sache ist aber, das sich der Virus eben sprunghaft in diesen Makrophagen vermehrt, und je stärker diese also auftreten, um so schneller verbreitet sich auch der HIV-Virus.
Die letzte Immunreaktion ist dann eine Antikörperreaktion der B-Lymphozyten, die aktiv
Stadiums herstellen. Dabei stellte man nämlich fest, daß die Patienten, deren erste Reaktionen kaum erkennbar waren länger gesund bzw. nur infiziert bleiben als jene, die besonders gesundheitlich gesehen besonders stark auf die Erstansteckung reagiert haben. Außerdem spielt das Alter zum Zeitpunkt der Ansteckung beim Verlauf der Krankheit eine große Rolle, denn je älter die Person, um so schneller verläuft auch die Krankheit. Wenn bei der Ansteckung mit dem Virus bereits eine andere Infektion beim Patienten vorliegt, dann erleichtert das zusätzlich die HIV-Infektion, da sich bereits Lymphozyten im Blut befinden und diese dann gleich vom HIV-Virus okkupiert werden können. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn eine Frau bereits an einer Genitalinfektion leidet, da sich dann in den Schleimhäuten im Vaginalbereich bereits Lymphozyte und Makropharge befinden.
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Die Cleverness des Virus ist aber ganz entscheidend bei dieser Sache, denn er läßt die Zellen, in die er eindringt leben, um die Möglichkeit zu lassen, das sich daraus dann neue bilden, in denen er sich noch schneller im Körper verbreiten kann.
3.) Asymptomatisches Stadium (Klinische Kategorie A)
In dieser Phase hat das Immunsystem das Virus schon erkannt und versucht, eine Art „Gleichgewicht“ zu halten. Dabei setzt es der Virusvermehrung körpereigene Abwehrzellen (z.B. CD4-Zellen) und Antikörper entgegen, um möglichst viele, der ständig neu produzierten Viren zu zerstören. In dieser Zeit wird der Betroffene als seropositiv bezeichnet.
Das Gleichgewicht hält etwa fünf bis zehn Jahre an und hängt unter anderem ab von Ernährung, Hygiene, Psyche, Vor- und Begleiterkrankungen.
In dieser Zeit merkt der Infizierte so gut wie nichts von seiner Krankheit. Vor allem Laborwerte aber zeigen, daß die CD4-Zellenzahl nicht mehr dem Normalwert von Gesunden entsprechen und sich eine mehr oder weniger große Anzahl von Viren im Blut („Viruslast“) befindet. Bei dieser Phase sind die Lymphknoten ganz besonders entscheidend, denn sie stellen eine Barriere gegen die Infektion dar, dienen dem Virus aber zusätzlich als Reservoir. Der Virus vermehrt sich nämlich langsam von Zelle zu Zelle, ohne vom Immunsystem so richtig bemerkt zu werden. Dabei infizieren sich eben gerade die T4-Lymphozyte so stark, daß auch ein Abbau des Immunsystems beginnt. Diese Phase der Krankheit ist entscheidend für den weiteren Verlauf. Hier sollte möglichst mit einer antiretroviralen Therapie begonnen werden, da es nach dem Ausbruch der Krankheit AIDS kaum noch Möglichkeiten gibt, die Krankheit aufzuhalten, da ja auch das Immunsystem dann schon weitest gehend zerstört ist, weil sich der Virus schnell und in großen Mengen im Blut und im Lymphgewebe weiter produzieren konnte. Wie stark sich HIV vermehrt und dadurch das Immunsystem schädigt, kann durch Blutuntersuchungen gemessen werden: Die Viruslast mißt die Zahl der Viren pro Milliliter Blut. Je höher die Viruslast, desto schneller wird das Immunsystem zerstört. Die Zahl der Helferzellen (CD4-Zellen) gibt Auskunft über den Zustand des Immunsystems. Je weniger Helferzellen, desto ausgeprägter die Immunschwäche. Wenn aber die Immunabwehr in dieser Zeit erfolgreich ist (eben auch durch medikamentöse Unterstützung), dann verschwindet das Virus fast völlig aus dem Blut und den Lymphknoten. Die Entwicklung der Krankheit wird also drastisch verlangsamt.
4.) Symptomatisches Stadium (Klinische Kategorie B)
Diese Phase stellt den Übergang von der assymtomatischen Phase zum Aids-Stadium dar und ist meist an klinischen, jedoch meist nicht lebensbedrohlichen Symptomen zu erkennen. Besonders betroffene Bereiche sind jetzt die Haut und die Schleimhäute. Es kommt so zum Beispiel zu Gürtelrose oder Akne. Das beruht auf einer, bereits erfolgten Schwächung des Immunsystems. Normalerweise würde an dieser Stelle eine Antibiotika-Behandlung greifen, doch diese funktioniert hauptsächlich, da sie eigentlich vom Immunsystem unterstützt wird. Da dieses jetzt bereits geschwächt ist, kann es bei dieser Behandlung zu allergischen Reaktionen wie Hautausschlag und Juckreiz kommen. Der Körper ist so schon nicht mehr in der Lage, auf die chronische Virus-Infektion zu reagieren.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, daß Interferon, ein wichtiger Stoff des Immunabwehrsystems, das ganze Immunsystem immer mehr schwächt, da er ewig gegen das Aids-Virus kämpft und dabei so geschwächt wird, daß er seine Wirksamkeit, auch im Kampf gegen andere Krankheiten, verliert und das zum Abbau des Immunsystems führt.
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5.) Aids-Vollbild (Klinische Kategorie C)
Die Merkmale dieser Phase sind vornehmlich opportunistische Infektionen (mit deren Erregern ein gesundes Immunsystem spielend fertig wird), Tumore und durch HIV direkt bewirkte Krankheiten wie der Aids-Demenz-Komplex (eine Zerstörung des Zentralnervensystems) oder das Wasting-Syndrom (das heißt: Abmagerung bzw. Auszehrung bei Aids).
Diese Krankheitsbilder können auch lebensbedrohliche Folgen haben. Erst wenn bestimmte, durch HIV verursachten Immundefekt bestimmte Krankheiten auftreten, spricht man von "AIDS". Dazu zählen z.B. die Pneumocystis carinii Pneumonie (PcP), eine Form der Lungenentzündung, oder infektiöse Erkrankungen anderer Organe, z.B. der Speiseröhre mit dem Hefepilz Candida albicans. Auch Viren wie Herpes simplex oder Herpes zoster können zu schweren Erkrankungen führen. Die häufigsten Tumorerkrankungen im Zusammenhang mit AIDS sind durch Viren bedingte Krebsarten, z.B. das Kaposi Sarkom oder der Gebärmutterhalskrebs sowie Lymphome (bösartige Tumoren des Immunsystems).
Weil HIV die Blut-Hirn-Schranke überwindet, kann es auch die Zellen des Zentralnervensystems schädigen. Im Verlauf der HIV-Infektion können daher auch Nervenentzündungen und Hirnleistungsstörungen auftreten, die meist langsam und unauffällig beginnen.
Insgesamt leiden so in etwa 20% der Aids-Patienten an Enzephalitis, einer Schädigung der peripheren Nerven. Anzeichen dafür sind: Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnislücken und die Verlangsamung geistiger Aktivität. Diese letzte Stufe ist für die Erkrankung sehr charakteristisch, es kommt immer zu starkem Muskelschwund (zuerst im Gesichtsbereich) und enormem Gewichtsverlust. Die Ursache dafür ist im Befall des Verdauungstraktes durch den Virus zu suchen, wodurch der Darm die Verdauungsprodukte immer schlechter aufnehmen kann. Insgesamt gesehen bleibt Aids jedoch eine Krankheit ohne scharf umrissene Symptome, nur der Erreger läßt sich inzwischen mit neuesten, analytischen Methoden nachweisen. Im Übrigen war Aids auch schon früher bei Menschen vorhanden, doch warum es sich ausgerechnet in dieser Zeit zu einer Epidemie entwickelt, das ist der Wissenschaft noch bis heute ein Rätsel.
(vgl.: Luc Montagnier. 1994 und DAH: Leitfaden-Medizinische Behandlungsmöglichkeiten bei HIV und Aids. 1997)
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5.) Ein positives Testergebnis verändert das Leben
Für eine Person, die ein positives Testergebnis bekommt, verändert sich das Leben unweigerlich. Und das besonders in dem Moment, wo der entsprechende Arzt Ergebnis vermittelt. Meist bricht für die Betroffenen eine Welt zusammen, sie empfinden Angst und möglicher Weise Wut, fragen sich, warum gerade sie dieses Schicksal treffen muß. In diesem Moment bedarf es also einer besonderen Betreuung, jedoch nicht nur durch den Arzt, sondern auch durch Freunde, eventuell Verwandte, jedoch wollen auch diverse Broschüren der Aids-Hilfen eine kleine Stütze sein, die ihnen Wege aufzeigt, wie sich mit dem Virus weiter leben läßt und daß das Leben zwar verändert sein wird, jedoch trotzdem absolut lebenswert sein kann.
In unserem beschriebenen Fall war es leider noch so, daß es zu diesem Thema ja noch keine rechte Aufklärung gab und somit auch keine große Hilfe von außen. Doch trotzdem hat sie das beste getan, was man in einer solchen Situation nur tun kann: Sie ist ins Fitnesstudio gefahren, um dort ihrem Hobby nachzugehen, was sie sicher in diesem Moment erst mal von dem Schock nicht ablenkte, aber diesen doch kurz verdrängen ließ. Es war so, als würde für sie doch gar nichts passiert sein, so, als hätte sich nichts, aber auch gar nichts in ihrem Leben verändert. Sie trainierte einfach, wie sie es so oft tat. Doch in der Zwischenzeit gibt es für Menschen, die sich eben völlig aus der Bahn werfen lassen, zum Glück solche Hilfen, möglichst in Form von kostenlosen Broschüren zu diesem Thema. Eine solche Broschüre mit dem Titel: „Wenn der HIV-Test positiv ist“ wollen wir in kurzen Zügen vorstellen, die Empfehlungen daraus, wie zu handeln ist, um sich sein Leben auch mit dem Virus möglichst frei zu gestalten.
5.1.) „Sofortmaßnahmen“
Tun sie etwas gutes für sich! Tun sie das, was sie auch sonst erfreut oder was sie schon lange mal wieder tun wollten, wozu sie aber nie die Zeit fanden! Das ist der erste Rat in dieser Situation. Nur so läßt sich überhaupt der Kopf etwas frei bekommen, um nicht in ein „großes, schwarzes Loch“ zu fallen.
In dieser Situation ist es auch besser, die Beratung erst einmal bei Menschen zu suchen, die sich mit dem Thema auskennen, aber keine persönliche Bindung zu den Betroffenen haben. Das wären zum Beispiel die Aids-Beratungsstellen der Gesundheitsämter, Aids-Hilfen direkt oder doch der erfahrene Arzt, der meist auch das Testergebnis vermittelt. Die Anonymität wird bei diesen Gruppen akzeptiert bzw. gewährleistet.
Das Gespräch mit der Familie und den Freuden in der Situation stellt sich oft als problematisch dar, da man den Druck verspürt oder direkt vermittelt bekommt, den Ursprung der Krankheit zu erklären. Das setzt ein Bloßstellen der Intimsphäre voraus, manchmal führt das zur Offenbarung des intimsten Sexualverhaltens oder von der eventuellen Drogensucht, was sich noch als zusätzliche Belastung für die Betroffenen heraus stellt. Vielleicht helfen aber hier schon der Hinweis auf neueste Forschungsergebnisse schon ein Stück weiter, denn ca. 5% der Infizierten zeigen auch OHNE spezielle Therapie etwa 15 Jahre nach der Infektion noch keine Anzeichen einer ernsthaften Störung des Immunsystems. Man selbst kann eben eine Menge für sich tun, um die Krankheit heraus zu zögern.
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5.2.) Infizierte Frauen und ihr Wunsch nach Kindern
Früher war es noch sehr viel weniger wahrscheinlich, daß eine infizierte Frau ein gesundes Baby zur Welt bringt. 15-20% der Kinder waren bereits bei der Geburt infiziert. Doch auch dies hat sich geändert.
Heute sind weniger als 5% der Kinder von HIV-infizierten Müttern auch positiv. Das ist die Folge von der genaueren Kenntnis über die Ansteckungswege der Mütter auf die Kinder, die sich jetzt minimieren lassen durch einfachste Regeln, die es zu beachten gilt. Denn die Ansteckung erfolgt entweder während der Schwangerschaft, während der Geburt oder durch das Stillen des Kindes mit der Muttermilch.
Um zwei dieser Risiken ganz zu beseitigen holt man heute Kinder von HIV-infizierten Müttern per Kaiserschnitt auf die Welt und es wird auf das eigene Stillen verzichtet. Doch auch wenn die Gefahr der Ansteckung sehr gering erscheint, besteht doch auch die Möglichkeit auf selbige, die natürlich bestimmte Fragen für die betroffenen Frauen aufwirft. Zum Beispiel bleibt da eben die Angst, ob das Kind vielleicht doch infiziert ist, und ob man es wohl ertragen könnte, wenn dem so wäre. Außerdem bleibt die Überlegung, wie lange man wohl selbst noch für das Kind sorgen kann, und was wohl geschieht, wenn man selbst erst einmal erkrankt. Noch dazu besteht oft die Befürchtung, daß der Partner oder die Familie nicht zu einem stehen könnte, wenn man diese Entscheidung für das Kind trifft. Und auch bei diesen Überlegungen ist es gut, eine Beratungsstelle aufzusuchen, da die Mitarbeiter sich dort bestens mit dem Thema auskennen und einen, aus der persönlichen Lage heraus betrachtet, optimal beraten können.
5.3.) Die Lebensweise, um lange gesund zu bleiben
Wichtig ist hier besonders für Fixer die Verminderung des Gebrauch von Drogen, da die das Immunsystem ganz besonders beeinträchtigen. Doch auch Alkohol- und Tabakgenuß sollten vermindert werden, will man länger gesund bleiben. Logisch, denn in beidem sind Giftstoffe enthalten, die vom Körper mit besonderer Kraft behandelt werden müssen. Auch intensive UV-Strahlung sollte vermieden werden und man sollte sich möglichst vor Infektionen schützen. Das ist gar nicht so schwer, einfach gerade im Winter, der Zeit der großen Grippewellen, Menschenansammlungen meiden!
Auch sollte man natürlich nie ungeschützten Geschlechtsverkehr vollziehen, da, selbst wenn beide Partner HIV-positiv sind, doch die riesige Gefahr einer Ansteckung mir Krankheiten jeder Art besteht, und sei es so ein Fall, daß der eine positive Partner einen anderen HIV-Virus hat als der andere und sich somit der Verlauf der Krankheit drastisch beschleunigen würde.
Natürlich bleibt ein wichtiger Punkt auch die gesunde Ernährung, denn schon lange ist die Wechselwirkung zwischen Ernährung, Immunsystem und Infektabwehr bekannt. Und eine optimale Nährstoffversorgung verbessert auch den körperlichen Allgemeinzustand. Besonders im Aids-Vollstadium bleibt aber der Hunger bzw. der Appetit aus, doch für diese Zeit gibt es spezielle Kochbücher für leckere Gerichte in „schlechten Zeiten“. Sportliche Betätigung, wir wissen es, kann nie schaden, auch nicht bei einer HIV-Infektion. Sport nimmt nun mal Depressionen und steigert das Wohlbefinden. Aber Vorsicht: Kein Raubbau mit den Kräften betreiben ,da dies voll nach hinten losgeht und das Immunsystem nur zusätzlich schwächt. Doch die Aids-Hilfen vermitteln auch HIV-positiv-Sportgruppen, wo man genau weiß, wieviel noch gut tut.
Auch Selbsthilfegruppen können dem Betroffenen weiter helfen, denn hier kommt es zum Austausch neuster Informationen untereinander, man kann sich gegenseitig aus der eigenen Erfahrung heraus helfen, man versteht aus dem eigene Erleben heraus die Situation des Anderen. Außerdem hat man die Möglichkeit, frei über sein Leben, seine Sorgen und Freuden zu reden, hier muß man sich eben nicht verstecken.
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Jeder wird aber auch vor allem aus seiner persönlichen Lebensweise heraus entscheiden, was er in seinem Leben ändern wird oder eben auch nicht!
5.4.) Die ärztliche Behandlung
Irgendwann kommt dann auch schon der Punkt, wo man sich für oder gegen eine antiretrovirale Therapie entscheiden muß. Für den Beginn mit einer Behandlung ist wiederum kein genereller Zeitpunkt festlegbar. Zum mindestens dann nicht, wenn noch keine körperlichen Beschwerden festgestellt werden.
Doch es gibt schon Gründe, mit der Therapie möglichst früh zu beginnen. Das wären: Eine Verminderung der Virusvermehrung und der dadurch verursachten Schädigung des Immunsystems durch die Einnahme bestimmter Medikamente. So läßt sich auch der Infektionsverlauf verzögern und sich das Leben quasi „verlängern“. Bei konsequenter Therapiedurchführung besteht auch ein vermindertes Risiko der Resistenzbildung des Virus gegen die Medikamente, außerdem ein vermindertes Risiko von Nebenwirkungen der Medikamente.
Doch auch für den späteren Therapiebeginn gibt es viele Argumente. Zum einen vermindert sich die Lebensqualität gerade auch durch die, doch häufig auftretenden Nebenwirkungen der Medikamente merklich, bei inkonsequenter Therapie besteht zusätzlich das Risiko der frühen Resistenzentwicklung gegen die Medikamente. Bedenklich ist es auch wegen der ungeahnten Langzeitauswirkungen der, derzeit auf dem Markt erhältlichen Medikamente, da ständig neue davon auf den Markt drängen und natürlich, bei dieser jungen Geschichte des Virus, noch ungenügend getestet sind.
Wichtig sind aber in jedem Fall die regelmäßigen Arztbesuche, gerade zur Prophylaxe oder Früherkennung der häufig in Zusammenhang mit den HIV-Viren auftretenden Krankheiten. Für manchen Patienten stellt aber auch dies noch eine Belastung dar, da man ständig an das Virus in einem bei diesen Arztbesuchen erinnert wird, wobei man sich doch eigentlich so recht gesund fühlt.
5.5.) HIV-Virus und Sexualität
Über Safer Sex müssen wir an dieser Stelle sicher nicht mehr viel sagen. Heute ist dieser Aufruf dazu schon so selbstverständlich, doch letzen Endes praktiziert eh jeder sein Sexualleben nach seiner Fasson.
Doch gerade HIV bzw. Aids und Sexualität sind ein gesondertes Thema, da diese Krankheit ja vornehmlich eine, über Sperma bzw. Scheidenflüssigkeit übertragen ist und somit auch zum Sexualleben gehört.
Und gerade in der zeit, wo man ein positives Testergebnis bekommt, verschwindet oft der Drang zum Sexualverkehr völlig, und das verständlicher Weise, da dies ja auch meist der eigene Weg der Ansteckung war.
Diese Phase dauert oft eine ganze Weile an, doch meist akzeptiert man irgendwann den Gedanken, das zwar immer eine kleine Gefahr der Ansteckung für den anderen besteht, man diese jedoch minimieren kann , eben durch Safer Sex.
Und wie bereits erwähnt ist dieser auch wichtig bei zwei HIV-Infizierten Menschen, da der, bei dem einen resistente Virus zum anderen übertragen werden kann und dieser Partner/diese Partnerin dann vielleicht nicht resistent dagegen ist. Und die Viren konzentrieren sich nun ausgerechnet Im Sperma und in dem Vaginalsekret, was diese Angelegenheit eben auch so heikel macht bei falscher Umgehensweise. (vgl.: D.A.H: Wenn der HIV-Test positiv ist. 4.Auflage)
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6.) Die sozialen und rechtlichen Aspekte bei HIV
Auf eine Krankheit läßt sich einstellen, auch von staatlicher Seite her. Was früher noch fehlte, das waren Konzepte zur Behandlung dieser Krankheit- aus klinischer und vor allem rechtlicher Sicht. Diese gibt es aber inzwischen zur genüge, und es ist gar nicht mehr so einfach für den Betroffenen, zum Beispiel in Fragen der Kostenübernahme einer Behandlung einen Überblick über die tausend Möglichkeiten zu bekommen. Und gerade auch, wenn man in ein Versicherungsverhältnis eintreten will, gibt es immer mehr Aspekte zu beachten.
Einen kleinen Einblick in die Art, wie dies heute oft gehandhabt wird, wollen wir nun im Folgenden geben.
6.1.) HIV-Virus und Kostenübernahme einer Behandlung durch die
gesetzliche Krankenversicherung
Das Problem der Kostenübernahme beginnt schon bei einem geplanten HIV-Test. Den zahlt die Krankenkasse nämlich nur dann, wenn eine Zugehörigkeit zu einer „Hauptbetroffenengruppe“ feststellbar ist oder dann, wenn zum Beispiel bei einer Schwangerschaft anderer Personen vor einer möglichen Infektion geschützt werden sollen. Der einfachste Weg, um kostenlos an ein Testergebnis zu kommen, bleibt da noch die Blutspende, denn wenn die betreffende Person hier HIV-positiv ist, erfährt sie dieses natürlich.
Eine Behandlung bei einer erfolgten Infektion zahlt die Krankenkasse nur anteilig, berechnet nach dem monatlichen Einkommen des Betroffenen.
Dann jedoch gibt es Zuschüsse zu einer antiretroviralen Therapie, bei der Behandlung von HIV-bedingten Symptomen und Erkrankungen und zu den Kosten der Verlaufskontrolle und bei Bestimmung des Immunstatus und der Virusmenge im Blut ( sogenannte Viruslast). Dabei werden aber vorwiegend nur schulmedizinische Behandlungsmethoden akzeptiert, denn eine alternative Behandlung wird erst dann finanziert, wenn die Wirksamkeit dieser Methode wirklich möglich erscheint, was es selten tut.
Auch die Zuzahlungspflicht besteht weiterhin für HIV-Infizierte, es sei denn, sie erhalten nach den regulären Bedingungen eine Befreiung davon.
Dafür zahlt die Kasse die Behandlung von HIV-bedingten Munderkrankungen wie Pilzbefall im Mundraum.
Natürlich wird auch der Krankenhausaufenthalt der Betroffenen teilweise finanziert, es besteht aber auch hier weiterhin die reguläre Zuzahlungsregelung. Bei einem solchen Krankenhausaufenthalt bestimmt der Arzt die Einweisung in ein bestimmtes Krankenhaus, wählt sich der Patient jedoch selbst eins aus, so besteht für ihn die Pflicht, die eventuell anfallenden Mehrkosten zu tragen. Die Fahrtkosten für den Transport ins Krankenhaus werden nur dann von der Kasse getragen, wenn die finanziellen Situation des Patienten sie dazu zwingt. Das ist auch des öfteren der Fall, da auch heute noch oft mit dem Ausbruch der Krankheit oft der Verlust des Arbeitsplatzes einher geht, allein schon deshalb, weil der Betroffene des öfteren krankheitsbedingt am Arbeitsplatz ausfällt.
Passiert dies, so kommt es auch unweigerlich zum sozialen Abstieg, da bald auch das Ersparte aufgebraucht ist. Eine Zuzahlung wirkt sich in diesem Moment noch erschwerend für den Patienten aus, deshalb kommt es in diesen Fällen oft zu einer Befreiung, jedoch nicht bei der Zuzahlung zu Krankenhausaufenthalten.
Voraussetzungen für diese Befreiung sind entweder der Erhalt von Sozial- bzw. Arbeitslosenhilfe oder eine Ausbildungsförderung. Auch darf eine bestimmte Brutto-
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Einkommensgrenze nicht überschritten werden, will man eine Zuzahlungsbefreiung erhalten. Am 1.1.1998 wurde diese in den alten Bundesländern auf 1736 DM festgesetzt und in den neuen Bundesländern beträgt sie 1456 DM für Alleinstehende.
6.2.) Kostenübernahme durch eine private Krankenversicherung
Wenn es schon bekannt ist, daß die betreffende Person HIV-infiziert ist, dann kommt es bei einer privaten Krankenkasse generell nicht zu einem Versicherungsvertrag, weil die Kosten der Behandlungen für diese einfach zu hoch sind. Und rechtlich gesehen müssen bekannte bedeutende Krankheiten und auch eine HIV-Infektion bei Versicherungsabschluß angegeben werden. Um sich die entsprechende Information dazu einzuholen, darf die Versicherung sogar den Hausarzt befragen und dieser hat Auskunft darüber zu geben, er wird also seiner Schweigepflicht entbunden.
Doch der Vorteil der privaten Versicherung, gerade bei einer HIV-Infektion, liegt auf der Hand, da diese auch die Kosten im Bereich der alternativen Behandlungsmethoden übernehmen und auch Psychotherapien in jedem Fall bezahlen.
Gefährlich für den Betroffenen ist es aber, durch den Ausbruch der Krankheit eben seinen Arbeitsplatz zu verlieren und die Versicherungsbeiträge, die sich nach dem Risikofaktor berechnen und in unserem Fall also ziemlich hoch liegen, so auch nicht mehr zahlen zu können.
Außerdem erfolgt bei einem Antrag auf ein privates Versicherungsverhältnis mit einem positiven Testergebnis der Eintrag in eine „ Sonder-Risikokartei“ und damit entsteht das Problem, daß man auch keine anderen privaten Versicherung, wie zum Beispiel Erwerbsunfähigkeitsversichung, mehr abschließen kann, da jede private Versicherung auf diese Kartei Zugriff hat.
6.3.) Kostenübernahme im Fall der Arbeitslosigkeit oder als
Sozialhilfeempfänger
Wenn der Betroffene arbeitslos gemeldet ist und das Arbeitslosengeld auch bewilligt wird, dann werden auch automatisch die Kosten für die gesetzliche Krankenkasse von Arbeitsamt übernommen.
Auch im Falle, daß jemand Sozialhilfe empfängt, ist die Kostenübernahme für die Krankenkasse durch Sozialamt geregelt, wenn der Betroffene aufgrund eines Rentenantrages pflichtversichert ist und innerhalb der nächsten drei Monate ein Antrag auf freiwillige Weiterversicherung gestellt wird.
Wenn diese Bedingungen nicht erfüllt werden und somit die Krankenversicherung nicht vom Sozialamt gezahlt wird, dann besteht jedoch wenigstens ein Anspruch auf Krankenhilfe. Die Krankenscheine, die man dann benötigt, holt man sich so direkt vom Sozialamt ab.
6.4.) Finanzierung von speziellen Kuren
Das Ziel der Kur ist entscheidend für die Finanzierung. Die Krankenversicherung zahlt, gesetzt dem Fall, die Kur dient dem Erhalt oder der Verbesserung der Gesundheit oder beugt einer Behinderung vor. Die Rentenversicherung wiederum zahlt dann, wenn die Kur dem Erhalt der Erwerbstätigkeit dient.
Eine Kur wird vorher über den Arzt beantragt und in diesem Fall kommt es dann noch zu einer gutachterlichen Stellungnahme über den Gesundheitszustand. Das Problem an dieser Sache ist nun, daß die Krankenkassen oft keine Lust haben, dies zu finanzieren. Ihre Begründung für eine Ablehnung lautet dann häufig, daß Aids ja sowieso
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unheilbar ist und somit diese Kur auch keine Aussicht auf Erfolg bringt. Bei solch einer Ablehnung kommt es dann zu einer Einleitung einer Überprüfung des Gesundheitszustandes durch den Vertrauensarzt und den medizinischen Dienst. Folgt daraus die Erkenntnis, daß der Patient ja schon erwerbsunfähig ist, dann folgt eine Aufforderung an den Patienten, einen Antrag bei der Rentenversicherung auf Rehabilitationsmaßnahmen zu stellen. Die Frist dafür beträgt zehn Wochen. Wenn diese zusätzlich überschritten wird, dann kommt es zu einer Einstellung der Zahlung des Krankengeldes.
Stellt man aber diesen Antrag in der Frist und kommt nun der Rententräger zu der Auffassung, daß die Erwerbstätigkeit auch durch eine Kur nicht wieder herstellbar ist, dann wird der Antrag auf Kostenübernahme einer Kur umgedeutet in einen Antrag auf Gewährung von Erwerbsunfähigkeitsrente.
In diesem Fall zahlt die Krankenkasse kein Krankengeld mehr, sondern die Rentenversicherung zahlt statt dessen Erwerbsunfähigkeitsrente, welche oft viel niedriger ist, als das Krankengeld.
Des weiteren haben gerade junge HIV-Infizierte ein Problem, da diese noch nicht genug in die Rentenkasse eingezahlt haben, um überhaupt Rente gewährt zu bekommen. So kommt es in diesem Fall zu einer Ablehnung des Rentenantrages. Ihnen wird so nur die Möglichkeit auf Sozialhilfe gelassen. Dieser Vorgang wird inzwischen auch als „Aussteuerung“ bezeichnet.
Das beste bleibt also, selbst vor so einem eigentlich ganz ungefährlichen Antrag, sich bei der Aids-Hilfe über seine Möglichkeiten, Rechte und Aussichten der Gewährung zu erkundigen und diese berät dann nach eingehender Prüfung der persönlichen Situation. Was bleibt, ist klar zu machen, daß trotz der Unheilbarkeit der Krankheit eine Chance auf Verbesserung des gesundheitlichen Zustandes besteht. So kommt es zwar selten, aber doch immerhin manchmal, zu einer Kostenübernahme einer Kur selbst bei dem Vollbild Aids.
Von der Entstehung der Selbsthilfe aus Eigenmotivation. Aids im Spannungsfeld von Selbsthilfeanspruch und Professionalisierungsdruck. (Auszüge aus einer Fachtagung in Berlin vom 14.-16. November 1997) Die Krankheit Aids wird oft pauschal mit Selbsthilfe gleichgesetzt. Die Aidshilfe hat aber zugleich den Anspruch Serviceleistungen nach verläßlichen Qualitätskriterien anzubieten. Damit ist die Spannung zwischen der Selbsthilfe und dem professionellem Arbeiten zu erklären. Diese beiden Ansätze bilden jedoch keine Gegensätze.
Selbsthilfe wird definiert als die Hilfe für das "beschädigte des Selbst", und als ein Mangel, eine Angst oder eine Not, die zum gemeinsamen Thema wird.
Die Ziele sind, die individuellen Bedürfnisse und gemeinschaftlichen Interessen zu Vertreten. Selbsthilfe kann auch bedeuten, Fremdhilfe zu organisieren, das heißt vom betreuten Klienten/Klientel zum Auftraggeber zu werden. Menschen, die sich in Selbsthilfezusammenhängen organisieren, tun dies aus Eigenmotivation, um individuelle Notsituationen zu bearbeiten, während die Motivation ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen anders ist.
Die Selbsthilfe schafft ein "Netzwerk von Schicksalsgenossen". Das wechselseitige Lernen und die gegenseitige Unterstützung sind dabei die bestimmenden Momente.
Die Organisation der Selbsthilfe ist als entgegenwirken zur Fremdbestimmung durch die Gesellschaft, und von derer gewählten Experten zu sehen. Der Grundsatz ist das Eigeninteresse, die Selbstbestimmung und Mitverantwortung für das eigene Schicksal zu übernehmen.
Ein unbestreitbarer Verdienst von Aidshilfen ist eine angemessene Versorgung für die "Schmuddelkinder" unserer Gesellschaft.
Die Grenzen, an die die Selbsthilfe stößt, sind, daß die Selbsthilfeorganisationen nicht auf Dauer die Lebenswelt des Menschen ersetzen und nicht die Aufgaben der professionellen Gesundheitsversorgung übernehmen können.
Aber das wichtigste an der Selbsthilfe ist, daß die Interessen von Betroffenen unmittelbarer formuliert werden können als in anderen Organisationsformen von Hilfe.
Deutsche Aids Hilfe e.V.: Dokumentation der Fachtagund „Mythos Selbsthilfe“ Deutsche Aids Hilfe e.V.: HIV-Aids-Heutiger Wissensstand. 24.Auflage. Dez. 1998
Deutsche Aids Hilfe e.V.: Leitfaden- Medizinische Behandlungsmöglichkeiten bei
Deutsche Aids Hilfe e.V.: Strukturelle Prävention. Band 23. Nov 1998
Deutsche Aids Hilfe e.V.: Wenn der HIV-Test positiv ist. 4.Auflage
Gütlich, Helmut: Aids-eine Seuche verändert die Welt. Türmer-Verlag 1988 Hösl; Jacob: Soziale und rechtliche Aspekte bei HIV. Herausgeber: Boehringer
Montagnier, Luc: Von Viren und Menschen-Forschung im Wetlauf mit der Aids
Zur Sache: Themen parlamentarischer Beratung: Aids-Fakten und Konsequenzen. Ausgabe 13. 1990
Der Film:
aus der Reihe „Lebenswege“, unterstützt von der ARD Titel: Weiblich, jung, HIV-positiv
Arbeit zitieren:
Die Doreen Wild, 1999, Leben mit Aids: weiblich, jung, HIV-positiv, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Burnout Syndrom (Psychovegetativer Erschöpfungszustand)
Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie
Hausarbeit, 23 Seiten
Organisationsgrenzen in dynamischen Umwelten - Eine Revision der '...
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Diplomarbeit, 175 Seiten
Ansätze zur Analyse und Optimierung von Logistiknetzwerken
Diplomarbeit, 145 Seiten
Konstruktivismus - eine Perspektive für den Sachunterricht? Überlegung...
Sachunterricht, Heimatkunde (Grundschulpädagogik)
Examensarbeit, 117 Seiten
Starke Eltern – Starke Kinder: Untersuchung eines Elternkurses in Hamb...
Diplomarbeit, 114 Seiten
Die Doreen Wild hat den Text Leben mit Aids: weiblich, jung, HIV-positiv veröffentlicht
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