sind und demzufolge ist es in der Sahara heiß. Die Jahresschwankungen sind sehr gering und die Sonnenhöhe ist sehr steil, manchmal sogar senkrecht und es kommt zu zwei Zenitdurchgängen. Aus diesen Gründen ordnet man die Sahara beim Typ des Jahresganges dem Äquatorialtyp zu. Das Klima ist durch sehr geringem Niederschlag (der Jahresdurchschnitt liegt etwa bei 100 mm) gekennzeichnet.
Heiße Luftmassen steigen über Äquatorregionen auf und kühlen in größeren Höhen ab, sinken in den Hochdruckgebieten der suptropischen Gürtel ab. Die absteigende Luft erwärmt sich (um ca. 10°C/ 1000m) und nimmt deswegen mehr Feuchtigkeit auf. Da die relative Luftfeuchte jedoch abnimmt und die Wolken sich auflösen, kommt es kaum zu Niederschlägen Trotzdem kommt es manchmal zu Regen – zu Geisterregen. Der Niederschlag gelangt jedoch nicht bis auf den Boden, da er auf einer heißen Luftschicht über der Wüste verdampft.
Wegen dem Auflösen von Wolken kann aber auch die Wärme vom Tag in der Nacht nicht am Boden gehalten werden. Deshalb gibt es häufig Nachtfrost. Der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht kann bis zu 68 °C betragen.
In der Sahara weht ein trockener und beständiger Wind, der Nordostpassat.
Auch Sandstürme sind in der Sahara keine Seltenheit. Sie entstehen durch den Wechsel von Hitze und Kälte und führen Sand und Staub mit sich. Jedoch sind sie nur wenige Meter hoch, da der Wind den Sand nur bis zu einer bestimmten Höhe führen kann, im Gegensatz zum Staub.
1.3. Wasser
Das Wasser ist in der Wüste eine Rarität und zugleich der Stoff, der alles pflanzliche, tierische und menschlich – gesellschaftliche Leben bestimmt.
Es regnet in der Wüste nur selten, manchmal jahrelang überhaupt nicht und falls doch, dann ist der Niederschlag auch nur sehr gering. Jedoch gibt es riesige fossile Wasserreservoirs in tief gelegenen Schichten, die zur Bewässerung und zum Überleben genutzt werden.
Jedoch versalzt durch einen aufsteigenden Bodenwasserstrom auch der Boden (verbrackte Böden). Auch Salzseen sind in der Sahara zu finden, wie der Ounianga Serir. Dieser See ist von Dattel- und Dumpalmen und von Süßwasserquellen umgeben, welche die Verdunstung ausgleichen. Das Wasser beziehen auch diese Seen aus dem fossilen Wasserreservoir.
Verschiedene Süßwasserseen (sind sehr selten), wie der See Boku, haben einen unterirdischen Speicher, der mit Regenwasser gefüllt ist. Ihre Versalzung (durch salzanreichende Verdunstung) wird durch auf dem Wasser schwimmende Schilfwälder verhindert, die den See von allen Seiten überwuchern.
Vereinzelt entspringen auch Flüsse im Atlasgebirge und fließen so weit, bis das Wasser vollständig im Wüstensand verloren ist. Seen, die außerhalb der ariden Gebiete entspringen und sich in der Wüste verlieren, nennt man Endseen.
Weiterhin gibt es Tümpel, die sich nach Regenfällen bilden und Gueltas oder Aguelmane (ständige mit Wasser gefüllte Becken).
Außer des Nils gibt es nur episodische Wasserläufe, wie Wadis (Trockentäler, meist in Kies – und Steinwüsten, die nur nach episodischen oder periodischen Regenfällen Wasser führen).
An Austritten von Grundwasserstellen befinden sich Oasen. Zusätzlich gibt es in Oasen neben den natürlichen Quellen auch vom Menschen erbaute Brunnen. Die Böden sind dann meist sehr fruchtbar.
1.4. Das Relief
Wenn man an tropische Wüsten denkt, assoziiert man diese sofort mit Sanddünen. Tatsächlich können Wüsten aber viel mehr Landschaftsformen beherbergen.
Die Sahara besteht abwechselnd aus Fels- und Steinwüste (Hamada), Kieswüste (Serir), Sand- und Dünenwüste (Erg). Diese Oberflächenformen bestehen wiederum auch aus verschiedenen Gesteinsarten. Für das Hamada sind drei Arten kennzeichnend: Basalt, Sandstein und Kalkstein.
Auch gibt es Ton-, Lehm- und Salzpfannen (Sebecha oder Schotts genannt).
In der Sahara unterscheidet man meist zwischen 5 Formen:
1. Die Ebene. Man bezeichnet sie als der Reg (oder Serire), dieser besteht aus grobem Sand, Schotter, Felsfragmenten oder Kies .
Kieswüsten (Serir) liegen in alluvialen Niederungen. Da der Kies von Pflanzen durchdrungen werden kann, sind sie meist vegetationslos. Meist sind Serirs salzarm
2. Die Düne. Die Form und Höhe variiert wegen der Windverhältnisse, die Größe wegen des Schwemmsand-Depots. Die Dünen können sich über mehrere Hundertkilometern erstrecken und entweder von einem dünnen Sandfilm bedeckt sein oder ein Sandmassiv sein.
Die Sandkörner der Ergs sind wegen des Eisenoxids leuchtendrot. Charakteristisch ist auch ein hoher Kalkgehalt. Sand kann Wasser sehr gut speichern, so dass es trotz des seltenen Niederschlages und den besonders hohen Temperaturen zu spärlichen Pflanzenwuchs kommt.
Beispiele für Dünen sind: Westlicher Großer Erg, Östlicher Großer Erg, Erg Chech,...
3. Das Gebirge. Das Relief ist stark zerklüftet und meistens handelt es sich um Massive aus Granit und Gneis und um vulkanische Strukturen. Durch langfristige Erosion sind die Berge bis auf den Fels entblößt. Tibesti und Ahaggar sind Beispiele für solche Gebirge.
4. Das Plateau. Die Formen des Plateaus lassen sich wiederum unterteilen in Tassilis (bestehen aus Sandstein) und Hamadas (bestehen aus Kalkstein). Diese Plateaus sind fast horizontale, felsige Flächen. Das zentrale Plateau erstreckt sich über 1600 km und ist ca. 580 bis 760m hoch, mancherorts erheben sich Gebirge.
5. Die Steppe. Die Sahara wird von wüstenähnlichen Steppen im Norden und Süden umgeben. Bei diesen Steppen handelt es sich um eintönige und weite Flächen
Im Wesentlichen ist die Sahara ein Tafelland mit mittleren Höhen zwischen 200 und 500 Metern. Im Norden, besonders in Ägypten und Algerien, liegen manche Gebiete unter dem Meeresspiegel. Den tiefsten Punkt des afrikanischen Kontinents bildet die Kattarasenke, mit 133m unter dem Meeresspiegel. Flache Senken, besonders die Sebechas (mit Salz- und Tonablagerungen) werden von den Menschen weitgehend gemieden, da sich unter den weißen Salzkristallen oftmals ein Schlamm verbirgt, in dem Mensch und Tier in Sekundenschnelle versinken.
1.5. Boden und geologischer Bau
Reiner Wüstensand ist kein Boden, sondern ein Lockergestein.
Grobe Eigenschaften des Wüstenbodens sind geringer Humusgehalt, Skelettreichtum (Steine mit einer Korngröße von über 2mm Durchmesser), grobes Gefüge, als auch eine Tendenz zur Kalk- und Salzanreicherung.
In niederschlagsarmen Gebieten entwickelt sich der Boden kaum. Es gibt nur eine geringe Pflanzendecke. Deshalb ist eine starke Winderosion möglich. Es kann sich kaum Humus bilden und das Bodenleben ist kaum entwickelt. Dazu kommt, dass das Bodenwasser nur kurzzeitig vorhanden ist.
Der Boden in der Wüste ist unterschiedlich profiliert, je nachdem, um welche Wüstenform es sich handelt.
Sandböden sowie steinige Felsböden sind die trockensten Bodenarten, tonige Böden die feuchtesten. Aber auch bei Tonböden werden bei den kurzen Regenfällen nur die Oberflächenschichten kurzzeitig befeuchtet. Wegen der starken Verdunstung trocknet der Boden sofort wieder aus und es bilden sich Risse wegen der Bodenschrumpfung.
Zwar ist der Wüstensand kein richtiger Boden, sondern nur Lockergestein, aber wegen seiner gut ausgeprägten Versickerungseigenschaft kann er Bodenwasser sehr gut speichern. Es trocknen jedoch die
obersten Schichten aus, da durch große Bodenporen die kapillare Wasserfäden abreißen und so der größte Teil des Sickerwassers an derartigen Standorten meist erhalten bleibt.
In Felsböden versickert das Wassers in den mit Feinerde ausgefüllten Spalten sehr schnell. Da jedoch nur eine geringe Verdunstung herrscht, ist das Speichervermögen optimal.
Allgemein kann man sagen, dass auch der Wüstenboden in drei Horizonte unterteilt ist. Der A-Horizont (= Eluvialhorizont) besteht hauptsächlich aus Schutt, Schotter, Kies oder Sand. Auf Grund dieses Horizonts/Auflage kann nur wenig Wasser gespeichert werden.
Im B-Horizont reichert sich Kalk an (= Kalkanreicherunsghorizont) und im C-Horizont befindet sich das Ausgangsgestein, das oben verwittert und in der Tiefe unverwittert ist.
Das Ausgangsgestein ist meist Sandstein, das durch Verwitterung zu Sand zerfällt. In den Bergen ist das Ausgangsgestein meist vulkanisch, und besteht aus Basalt und Gestein.
1.6. Pflanzen und Tiere
Die Flora und Fauna haben sich an diese extremen Lebensbedingungen, wie große Verdunstung und Temperaturschwankungen, Trockenheit und heftige Winde, in der Wüste angepasst. Trotzdem ist die Sahara mit Ausnahme der Oasen fast vegetationslos. Zudem müssen sich die Pflanzen an einen hohen Salzgehalt anpassen.
Vereinzelt sind Palmen, Akazien, Flechten, Sträucher, Disteln, Ranunkel, Drin-Gras (besonders in Dünenregionen) und Büsche zu finden. Insgesamt soll es auch über 30 Arten von Gänsefußgewächsen in der Sahara geben. Sie wachsen besonders in Regs (ebenen).
An Seen findet man Palmen, Schilf, Datteln.
Dank der Quellen und Brunnen in den Oasen ist die Vegetation dort vielfältiger als in der Wüste selbst. Die ursprünglichen Strauchbestände wurden jedoch weitgehend durch Dattelpalmen, Akazien, Obstbäume und Getreide ersetzt.
Auch die Tiere haben sich an diese extremen Lebensbedingungen angepasst und deshalb gibt es auch recht viele verschiedene Tierarten. Angeblich soll es rund 20 Fischarten, 10 Amphibien und 106 Reptilienarten (darunter 5 Frosch-, 54 Eidechsen-, und 31 Schlangenarten), 116 Säuger- etwa 60 Brutvogelarten sowie mehrere 100 Arten von Zugvögeln in der größten Wüste der Welt geben. Konkret gibt es unter anderem Wüstenfüchse, Afrikanische Sandeidechsen, Wüstenspringmäuse, Rüppelfüchse, Gazellen, Antilopen, Schakale, Dachse, Hyänen, Zibetkatzen. Von den Vögeln gibt es zum Beispiel Kaiseradler, Kronenadler, Flughuhn, Steinlerche, Wüstenläuferlerche. Außerdem leben dann in dieser Region noch die Kobra, Mendesantilope, nubische Wildesel, Insekten, Warane, Enten, Hornviper und natürlich das Kamel. Dies sind jedoch nur einige ausgewählte Tierarten.
Das Nilgebiet bietet ebenfalls wie Oasen eine vielfältigere Flora und Fauna.
2. Der Einfluss des Klimas auf die anderen Geofaktoren
Das Klima übt auf alle Geofaktoren die größte Wirkung aus. So ist der geringe Niederschlag auf Grund der Luftverhältnisse zu erklären. Dies hat Auswirkungen auf den Wasserhaushalt der Sahara allgemein und dies wiederum auf den geologischen Bau, das Relief und auf den Boden. Und dies übt wiederum Einfluss auf die Flora und Fauna in der Sahara aus und die Pflanzen bestimmen wiederum den Humushaushalt des Bodens. Alles ist irgendwie miteinander verbunden und ein Eingriff in diesen Kreislauf hätte eine Kettenreaktion zur Folge, wie die Desertifikation aufzeigt.
Weil das Klima die größte Auswirkung auf die Pflanzen und Tierwelt ausübt, mussten sich die Lebewesen lernen anzupassen. Mit den unterschiedlichsten Methoden wurde das Überleben in einer lebensfeindlichen Umgebung gesichert.
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Arthur Benisch, 2000, Bioklima in der Architektur, Munich, GRIN Publishing GmbH
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