zurück zur Bank und hält wieder Wache. Er ist jetzt aber auf alle wütend, die er sehen kann - auf die Kellner des Cafés gegenüber, auf die Autofahrer mit ihren Abgasen - er möchte sie alle erschießen, aber er tut es nicht, da er ein Dulder und kein Täter ist, wie er sich eingesteht. Grimmig und innerlich gebrochen steht er da und verachtet sich selbst.
Er denkt viel über sich, über seine Vergangenheit und seinen Tod nach. Nach einer unruhigen Nacht beschließt er, wieder in seine Wohnung zurückzukehren. Je näher er seinem Zimmer kommt, desto unsicherer wird er sich. Er nimmt seinen ganzen Mut zusammen und steigt die Treppe zu seinem Zimmer hinauf. Oben angekommen sieht er, dass der Flur geputzt, das Fenster geschlossen und die Taube verschwunden ist.
Die Hauptperson...
..in diesem Buch ist Jonathan Noel, wider erwarten des Titels. (Teilwiederholung aus dem Text zu „Das Buch“)
Jonathan Noel ist ca. 50 Jahre alt und lebt seit mehr als 20 Jahren in Paris. Er stammt aus ärmlichen Verhältnissen, verliert seine Eltern während des Krieges und wächst bei einem alten Onkel und dessen Frau auf. Auf Wunsch seines Onkels heiratet Jonathan, wurde aber von seiner Frau nach kurzer Zeit verlassen. Um nicht das Gespött im Dorf hören zu müssen, zieht Jonathan nach Paris. Seit dieser Zeit hat Jonathan keinen guten Eindruck von den Menschen. Er findet alle böse und egoistisch. Er hat Angst wieder Menschen zu verlieren, die er gerne hat. Aus diesem Grund versucht er in Paris auch gar nicht neue Freunde zu finden. Er ist glücklich mit seinem einsamen Leben und seiner Arbeit in der Pariser Bank. Er hofft gar nicht mehr darauf, etwas anderes und neues zu erleben. Er ist zufrieden, mit dem was er hat. Er erlebt jeden Tag das gleiche und wartet eigentlich nur mehr auf den Tod. Denn er mag Ereignisse nicht, und er haßt geradezu jene, die das innere Gleichgewicht erschüttern und die äußere Lebensordnung durcheinanderbringen. Der Grund dafür dürfte sein, weil er sich in seiner Kindheit und Jugend immer nach einem geregelten und ereignislosen Leben sehnte.
Grundgedanke/Motiv/Funktion:
Grundgedanke dieses Werkes ist es, die Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass sie zusammenhalten müssen und sollen. Denn ohne ein Zusammenhalten können wir Menschen nicht leben. Die Isolation eines Menschen führt oft zu Depressionen. Dieses Buch zeigt, dass ein Mensch der lange Zeit alleine lebt, nichts mit seinem Leben anzufangen weiß und dass ihn die kleinsten Veränderungen oder Vorkommnisse so erschüttern, dass er völlig aus seinem Lebenskonzept gebracht wird und dass sein Leben dadurch auch zerstört werden kann. Wenn ein Mensch in völliger Einsamkeit lebt, hat er keinen Ansprechpartner, niemanden mit dem er seine Freuden aber auch Leiden und Sorgen teilen kann. Wenn Jonathan einen Freund, der ihm zuhört gehabt hätte, hätte ihn das Erscheinen der Taube wahrscheinlich viel weniger ausgemacht.
Problematik des Werkes ist, dass ein alter Mann vom Alltag eingeholt wird. Er hat nicht einmal mit Arbeitskollegen oder Nachbarn Kontakt. Er muss sich um niemanden sorgen und es gibt auch keinen Menschen um den er sich kümmern kann. Heutzutage gibt es ebenfalls Menschen, die sehr zurückgezogen leben. Einsamkeit ist ein großes Problem von dem heute vor allem alte Menschen betroffen sind. Das kann auch schwere Folgen mit sich tragen. Sie sind von anderen Menschen völlig abgekapselt und haben mit niemanden Kontakt. Man denkt über zu viele Dinge nach und das kann auch zu Depressionen führen. So beschreibt dieses Buch das Leben des Jonathan Noel. Er lebt viele Jahre alleine in seinem kleinen Zimmer. Er bekommt nie Besuch und fährt auch nie zu Freunden oder Verwandten. So geschieht es auch, dass nur durch das Erscheinen der Taube sein Leben durcheinander gebracht wird. Wenn er ein Problem hatte, wenn er einmal fröhlich war, konnte er mit niemanden reden. Jeder Mensch braucht eine Bezugsperson, der man seine Probleme oder auch Freuden anvertrauen kann. Wenn Jonathan ganz normalen Kontakt zur Außenwelt gehabt hätte, wäre die Taube für ihn keine Veränderung in seinem Leben gewesen.
Das Werk ist nicht in Akten und Aufzügen gegliedert, sondern wird fließend erzählt. Anfangs wird über Jonathans Kindheit berichtet. Dann wird der Vorfall mit der Taube und Jonathans Leben in den Tagen, wo er sich vor der Taube fürchtet. Den Schluss des Buches bildet die Rückkehr Jonathans in sein Zimmer. Entstehungsgeschichte:
Süskind stellt sich in manchen seiner Werke teilweise selbst dar, wie eben in "Die Taube" oder in "Der Kontrabass" und bekennt sich folgendermaßen dazu:
"...als auch ich den größten Teil meines Lebens in immer kleiner werdenden Zimmern verbringe, die zu verlassen
mir immer schwerer fällt. Ich hoffe aber, eines Tages ein Zimmer zu finden, das so klein ist und mich so eng umschließt, dass es sich beim Verlassen selbst mitnimmt."
Aufbau:
Süskind verwendet in diesem Buch hauptsächlich lange Sätze mit vielen Gliedsätzen. Das heißt, seine Sätze sind sehr verschachtelt und man muss beim Lesen manchmal sehr genau aufpassen um den Satz sinngemäß richtig zu verstehen. Süskinds Stil bleibt kühl, unaufgeregt, überschaubar und geregelt. Elegant umschreibt er die Unebenheiten und Widerstände der Realität
Fazit/Meinung/Kritik:
Meine Meinung über dieses Buch ist sehr positiv. Ich finde es leicht zu verstehen und stellt das Problem der Einsamkeit der Menschen sehr realistisch dar. Gut zum Ausdruck kommt in diesem Buch, dass besonders die Menschen in den Großstädten, hauptsächlich ältere Menschen, von der Einsamkeit eingeholt werden und so in völliger Isolation leben, da sie einfach niemanden haben. Es gibt sehr viele Menschen, die ein einsames, trostloses Leben führen oder führen müssen. Jüngere Menschen sind mit ihrem Beruf und ihrem eigenen Leben so beschäftigt, dass sie vergessen, sich mehr um ältere Menschen zu kümmern. Ältere dagegen haben auch das hektische Leben hinter sich und keine Aufgabe mehr, mit der sie sich beschäftigen können. Keiner wird es je schaffen, die Einsamkeit aus der Welt zu schaffen.
Ich würde jedem empfehlen dieses Buch zu lesen, weil es realistisch geschrieben ist und in unsere Zeit passt. Es zeigt genau das Problem, das es überall gibt: die Einsamkeit.
Arbeit zitieren:
Serena Heinrich, 2001, Süskind, Patrick - Die Taube, Buchbesprechung, München, GRIN Verlag GmbH
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