- deshalb blieb Mann bis zu seinem Tod am 12. August 1955 im Exil in der
Schweiz (Zürich) - dort Offizier der Ehrenlegion
- Sicht zur BRD+DDR: beide wollten ihn für sich in Anspruch nehmen, siehe
Goethepreis und Reden in Weimar und Frankfurt/Main - machten ihn auf
beiden Seiten sehr beliebt - einige Werke verfilmt, auch schon zu DDR Zeiten
nach meinen Infos Pflichtlektüre
- Aber TM selbst wollte nicht mehr nach D zurück kehren (Kritik an Exil)
- TM ging als einer der berühmtesten Vertreter des Realismus in die Geschichte
ein (Def. Auf Arbeitsblatt)
- beeinflusste mit seinen Werken den literarischem Expressionismus
- orientierte sich gegen den Wunsch des Vaters, da er 1889 nach Dresden ging
um eine Buchhändlerlehre zu absolvieren
- 1896-1898 Reise mit kleinen Bruder T. M. nach Italien = war noch alles okay
- in seinen Werken Haltung als überzeugter Demokrat und Kritiker des
Bürgertums - großer Unterschied zu T. M.
- kritisiert die Heuchelei und Doppelmoral der bürgerlichen Gesellschaft in
Roman „Professor Unrat oder Das Ende eines Tyrannen“ (1905/1930 verfilmt)
- Abneigung gegen autoritäre Machtstruktur während der Zeit von Kaiser
Wilhelm („Der Unteran“ 1916) und deshalb auch Zerwürfnis mit Bruder
- „Der Untertan“ war Satire auf einen kleinbürgerlichen Mitläufer zur Zeit des
deutschen Imperialismus (Großmachtstreben) und die verzweifelten und
hilflosen Versuch sozial Fuß zu fassen in der Gesellschaft (1951 verfilmt)
- in politischen Essays forderte er die deutsche Demokratie und die Aussöhnung
zwischen D und Frankreich (z.B. in „Macht und Mensch“ 1920)
- vorher wieder Versöhnung mit T. M. wegen demokratischen Werk
„Bekenntnisse eines Unpolitischen“ 1918
- 1931 Präsident der Sektion Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste
- wurde Feindbild nationalistischer Dichterkollegen, da er gemeinsame Front
von SPD und KPD gegen Hitler forderte
- emigrierte 1933 in die Tschechoslowakei, dann nach Frankreich
- 1940 flog er über Spanien und Portugal nach Los Angeles
- schrieb Drehbücher in Hollywood
- Starb am 12. März 1950 im kalifornischen Santa Monica, kurz vor Rückkehr
nach D, da ihm die DDR die Präsidentschaft der Deutschen Akademie der
Künste angeboten hatte
- Fand in Westedeutschland aber wenig Beachtung, in DDR aber als
antifaschistischer Schriftsteller und Theoretiker einer sozialistischen Literatur
gefeiert - erhielt 1949 als erste den Nationalpreis der DDR
- Schriftsteller und einer der wichtigsten Gestalten der deutschen Exilliteratur
- Lied unter Zwang der ständigen Profilierung gegenüber dem Dichter-Vater
- 1925 siedelt nach Berlin um und arbeitete als Theaterkritiker - entfernte sich
von Vater
- 1933 musste über Paris nach Amsterdam fliehen - distanzierte sich auch vom
nationalsozialistischen Regime - war für Humanismus
- 1936 Übersiedlung in USA - amerikanischer Staatsbürger
- 1936 erschien populärstes Buch „Mephisto. Roman einer Karriere“ -rechnete
über die Figur des Schauspielers und Intendanten Henrik Höfgen u.a. mit dem
im Dritten Reich weiterhin erfolgreichen Gründgens ab, - auch wenn sich
zahlreiche Personen hinter ihrer fiktiven Maske erkennen lassen (Göring,
Goebbels usw.) wollte er damit auch Zitat: „durchaus komödiantischen,
zutiefst unwahren, unwirklichen Regimes“ damit zeigen,
- war bis 1966 in der BRD verboten - aber in DDR akzeptiert
- 1942 in US-Army
- beging am 21. Mai 1949 Selbstmord in Cannes - wohl wegen Enttäuschung
über die Entwicklung des besetzten Deutschland in Folge des Kalten Krieges
Golo Mann (1909-1994): bekannt als Historiker und Publizist
- am 27. März 1909 als drittes Kind in München geboten
- 1933 folgte Familie in die Emigration (Frankreich, Schweiz und später USA)
- z.B. Geschichtsproffesor in Kalifornien
- 1958 kehrte nach Europa zurück (Schweiz)
- 1964 gab Lehrertätigkeit auf, ab da als literarischer Historiker bekannt
- bekannteste Werke „Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts“ (1958)
- sowie Biographie „Wallenstein“ (1971) - für Kritiker Meisterwerk der
Geschichtsschreibung
- ab 1974 eigene Talksendung mit dem Titel „Golo Mann im Gespräch mit...“
im Fernsehen
- starb am 7. April 1994 in Leverkusen
3.) Vorstellung von Venedig:
- Stadt und Seehafen im Nordosten Italiens, in der Region Venetien +
Hauptstadt der Provinz Venedig mit knapp 300.000 Einwohnern
- Liegt in einer Lagune zwischen Mündungen von Po und Piave, am nördlichen
Ende der Adria
- Erstreckt sich auf etwa 150 Inseln, durch 177 Kanäle durchzogen
- Über Straßen- und Eisenbahnbrücken mit Festland verbunden
- Rund 400 Brücken verbinden die zahlreichen Inseln der Stadt
- Drei KM lange Canal Grande trennt Venedig in fast zwei große Teile
- Autos sind nicht erlaubt
- Verkehrsmittel: Gondeln, flache Boote = traditionell, heute meist Motorbooten
- Viele Probleme heute: neben Abwanderung der Bevölkerung, vor allem der
Verfall der Stadt durch Überschwemmungen und Landsenkungen
- Dazu hohe Luft- und Wasserverschmutzung (guter „Keimboden“ für die
Cholerabakterien)
- Venedig wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit ernannt
- Venedig gilt durch seine Bauwerke und Verzierungen verschiedener Epochen
(Z.B. Renaissancestil) als eine der schönsten Städte der Welt
- Dazu Bauwerke der sogenannten venezianischen Schule - weltberühmt
- Bekannteste Bauwerke: Markusplatz mit Markuskirche
- Fazit: Venedig gilt als Stadt der Künstler, die sich aber im Verfall befindet
- Besuchten viele Dichter wie Goethe, E.T. A. Hoffmann, Nietzsche und
Wagner
- Aschenbach verlässt München und findet in Venedig „den Ort seiner
Bestimmung, einer seit einigen Jahren gerühmten Insel der Adria“
- Hofft Inspiration zu finden - was ihm nicht gelingt
- Zitat S. 33 bei Kauf der Karte
- Zitat S. 37 ist nicht so wie immer - schlechtes Wetter
- Zitat S. 39 beschreibt das wundervolle an der Stadt, das Geheimnisvolle
- Darauf nahm er sich eine Gondel, die einem Sarg gleicht
- Dies alles erzeugt ein Venedig-Bild von Schönheit, unrettbarer Zerfall und Tod
- Schifffahrt und das Ende der Fahrt Venedig vergleich mit dem Endpunkt seiner
„Lebensfahrt“
- Aschenbach verfehlt Ziel in Venedig, zu dichterischen Inspiration zu gelangen,
sondern die Stadt lässt ihn wie in einem „Labyrinth“ verirren und am Ende
steht die Cholera und der Tod - findet Liebe
- Aus der verfallenden Stadt (bezieht daraus sogar ihre Schönheit) wandelt sich
die „einstige Königin der Städte“ (Zitat) zu einer sozusagen kranken
sterbenden Stadt
- Zitat: „Schmeichlerischen und verdächtigen Schönen“, eine Stadt „halb
Märchen, halb Fremdenfalle“
- „Fauliger Luft die Kunst einst schwelgerisch aufwucherte und welche den
Musikern Klänge eingab, die wiegen und buhlerisch einlullen“
- Im „Tod in Venedig“ gib es insgesamt keine Details, die überflüssig sind
- Jedes ist symbolisch, aber trotzdem wirkt die Symbolik nicht unrealistisch
- Tod ist stets zugegen, als Richter und schließlich als Sieger
- Venedig wird als die Hauptstadt des Reichs der Unwirklichkeit und
romantischen Unruhe dargestellt, - auch in neuer deutschen Literatur die
Residenz des Eros Thanatos (Liebestod)
4.) Die Beschreibung der Cholera a) die Krankheit selbst:
- ist eine schwere Infektionskrankheit und eigentlich in den tropischen Ländern
zu Hause
- Krankheitsbild: durch Diarrhöe (Durchfall - durch giftige Stoffe
hervorgerufen) und Verlust von Wasser und Salzen gekennzeichnet
- In schweren Fällen Brechdurchfall, dazu Durst und Muskelkrämpfen
- Kreislaufzusammenbrüche/Herzinfakte möglich und nach wenigen Stunden
schon Tod möglich, wenn nicht behandelt (Sterblichkeitsrate 50 Prozent)
- Übertragung: fast nur über Wasser oder Lebensmittel möglich die mit
Bakterien verunreinigt sind
- Vorbeugung: Hygiene - saubere Wasserversorgung
b) im Werk + besondere stilistische Formen
- Cholera steht für den Tod und das Ende von Aschenbach und symbolisiert
auch gleichzeitig den Verfall der Stadt Venedig
- Auftritt des Todes schon durch Vagabund (Züge wie beim Dürer-Bildnis von
Gevatter Tod)
- Der Tod ist stets zugegen (schon mit Titel) und wird zum Ende hin immer
deutlicher (schon Andeutung durch die Gondeln wie Särge, Regen, düstere
Stimmung)
- Verkörpert den Liebestod Aschenbachs in Venedig (hätte abreisen können)
- Todesgeruch kommt auf, als Temperatur von Tag zu Tag steigt und der blaue
Himmel sich bleifarben färbt
- Zum Ende taucht der musikalische Clown als letzte Todesgestalt auf:
Vereinigung aller vorhergegangen Todesboten
- S. 132 Zitat Eigenschaft des Todes / stirbt am Ende an einem Herzanfall
- Werk in 5 Kapital aufgebaut - typisch für klassische Tragödie
- Cholera und Tod im 5. und letzte Kapital als Katastrophe
- Nutzte viele Nebensätze, - Einschübe helfen TM in einem Satz sehr viele und
dichte Informationen zu vermitteln
- Sätze wirken so äußerst komplex, lang und der Satzaufbau kompliziert
- Weiterer Effekt: geben Leser ein genaues Bild der Umgebung oder
beschreiben präzise die Handlung (realistisch)
- Mann verwendet viele Synonyme und Adjektive, um die Aussage
hervorzuheben
- Im Schlussteil wird Umwelt nicht mehr genau beschrieben - eine Unsicherheit
und der kommende Tod werden damit ausgedrückt
Abschluss:
- Im Schlussteil erfährt Aschenbach, dass polnische Familie abreisen wird und
beobachtet Tadzio noch einmal am Strand
- Als Tadzio ihm einen verliebten Blick zu wirft, sackt er in sich zusammen
- Stimmung ist düster und deutet auf Tod hin: Wetter ist neblig, es ist nass und
„unwirtlich“ (Zitat)
- Zudem war Strand bis auf Tadzio, Freunde und ihm leer
Arbeit zitieren:
Ronny John, 2001, Mann, Thomas - Der Tod in Venedig, München, GRIN Verlag GmbH
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Peter Pfützner
Der Tod in Venedig. Wirklichkeit, Dichtung, Mythos
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katja
14 punkte?.
das ist für so eine gute Bewertung aber ein bisschen mager....
am Saturday, February 19, 2005-