sowjetischem Sektor gehört. Da aber Berlin die Hauptstadt war, leiteten alle 4 Siegermächte Berlin und teilten es in 4 Sektoren. Der Sowjetunion passte das nicht, und sie versuchte Berlin alleine zu regieren, in dem sie alle Land- und Wasserwege nach Berlin für den Güterverkehr, der die Stadt mit Lebensmittel versorgte, sperrte ( die Berliner Blockade). Durch elf Monaten Luftbrücke der Westallierten wurde dieses verhindert. Berlin blieb trotzdem eine geteilte Stadt mit weiterhin 4 Besatzungszonen. Es bildeten sich West- und Ostberlin. Westberlin bekam den Status eines Bundeslandes (Amerikanischer, Britischer und Französischer Sektor). Ostberlin (Sowjetischer Sektor) wurde die Hauptstadt der neu gegründeten DDR (Deutsche Demokratische Republik). Aus einem Bauarbeiterstreik wurde am 17. Juni 1953 ein Arbeiteraufstand in der gesamten DDR. Die sowjetischen Truppen schlugen den Aufstand nieder. Zahlreiche Demonstranten kamen ums Leben. Am 13. August 1961 begann die Regierung der DDR eine Mauer zwischen West- und Ostberlin zu errichten. Wenige kontrollierte Übergänge riegelten Berlin hermetisch (unzugänglich) ab. Diese Mauer hatte den Sinn den Strom der Flüchtlinge von Ost nach West zu verhindern. Westberliner durften ihre Verwandten erst ab Mitte der 60 Jahre mit Genehmigung der DDR besuchen (Visum). Das hatten sie der Politik von Willy Brandt (Regierender Bürgermeister, Bundeskanzler) zu verdanken. Der Mauerfall am 9. November 1989 war das Ende der geteilten Stadt. Jetzt, 11 Jahre nach dem Fall der Mauer, ist immer noch ein Unterschied zwischen Ost und West zu merken.
Quellenangabe:
- Microsoft ® Encarta ® 98 Enzyklopädie
- Microsoft Lexirom
- Atlas Berlin, Westermann Verlag
- Geographie Bundesrepublik Deutschland und Deutsche Demokratische Republik, Terra Verlag
- Geographie Heute Hauptstadt Berlin , Ausgabe vom Mai 1993 Heft 110
- Flächennutzungsplan Berlin, FNP 94
Bild 1 Das Brandenburger Tor:
Das Brandenburger Tor wurde 1788-1791 von Carl Gotthard von Langhans gebaut. Carl Gotthard von Langhans baute es nach dem Vorbild der Propyläen (der feierliche Zugang zur Akropolis in Athen). Verziert wurde das Tor von dem Bildhauer Gottfried Schadow, der auch die Quadriga entwarf und baute und 1794 das Tor damit vollendete. Die Quadriga stellt die Siegesgöttin Victoria mit Siegeskranz und ihrem vierspännigen Wagen da ,von dem sie gezogen wird. Das Stadttor sollte als Blickpunkt und Abschluß der westlichen Prachtstraße „Unter den Linden“ Berlin zieren. Dieses Tor stand früher und steht heute wieder in der Nähe von den wichtigen Verwaltungsbauten und Botschaften. Es stand häufig im Mittelpunkt von Paraden, Aufmärschen und Demonstrationen. Nach dem 1961 die Mauer gebaut wurde, galt das Tor lange als Symbol der geteilten Stadt. Das Tor wurde wieder zum Durchfahren für den Verkehr im Dezember frei gegeben, als die DDR im November 1989 zusammenbrach. 1990 wurde das Tor zum 200-jährigen Bestehens renoviert. Im Gegensatz zu früher hat sich um dem Brandenburger Tor viel verändert. Sehr auffällig ist, dass früher neben dem Brandenburger Tor Hochhäuser standen und man wirklich nur durch das Tor auf die andere Seite kam. Auch viele Gebäude die hinter dem Brandenburger Tor standen, sind heute nicht mehr da und wurden von einem Platz ersetzt.
Bild 10 „Unter den Linden“:
Die Prachtstraße „Unter den Linden“ in Berlin verläuft vom Brandenburger Tor in Richtung Osten auf den heutigen Marx-Engels-Platz zu. Die Lindenbäume leiten den Namen ab und wurden 1647 für den Großen Kurfürsten entlang der königlichen Reitstrecke zwischen Stadtschloß und Tiergarten gepflanzt. Ein bißchen Abseits stand das ehemalige Stadtschloß der Hohenzollern, das Anfang des 19. Jahrhunderts einen repräsentativen Zugang zur Straße durch eine Brücke ( von Friedrich Schinkels) erhielten. Zu einer Prachtstraße wurde die Straße „Unter den Linden“ erst durch Friedrich II. (dem Großen). Er war es, der Georg Wenzelaus von Knobelshof (1699-1753) den Auftrag gab „Unter den Linden“ mit Prachtgebäuden zu schmücken. Hier steht heute noch im Osten ein altes Barockgebäude, das früher als Waffenarsenal und das heute als Sitz für das Museum für Deutsche Geschichte dient. Zum Westen hin ziert ein Gebäude aus der Klassik, das als neue Wache benutzt wurde, der ehemalige Palast des Prinzen Heinrich, der 1808 der Sitz Friedrich Wilhelm und später Universität wurde, und die Deutsche Staatsbibliothek die Prachtstraße. Die meisten Gebäude der Straße wurden aber vom Bombenangriff der Alliierten zerstört. Nach dem Berlin in zwei Teile geteilt wurde, gehörte die Straße „Unter den Linden“ in ihrer vollen Länge zur DDR. Die Lindenoper wurde nach dem Krieg wieder aufgebaut und 1955 als Deutsche Staatsoper eröffnet. Trotz internationalen Protest wurden die alten Reste des Hohenzollern Stadtschloß gesprengt und später durch den Platz der Republik und dem Marx-Engels-Platz ersetzt. Nach dem Fall der Mauer ist die Straße „Unter den Linden“ langsam wieder dabei zu einer Prachtstraße zu werden.
Einige weitere Sehenswürdigkeiten aus Ost und West:
Der Tierpark Der Zoologische Garten und das Aquarium Der Fernsehturm Der Funkturm Die Staatsoper Die Deutsche Oper
Rennbahn Hoppegarten Trabrennbahn Mariendorf Flughafen Schönefeld Flughafen Tegel Siegessäule Kongreßhalle Haus der Kulturen (ehemalige Kongreßhalle) Messegelände Museumsinsel Schloß Charlottenburg Nationalgalerie Philharmonie Rote Rathaus Schöneberger Rathaus Reichstagsgebäude Spreepark Grunewaldturm und Pfaueninsel Berliner Dom Friedrich Wilhelm Gedächtniskirche Kurfürstendamm
Und vieles mehr.
Die Mauer und ihr Fall
Im Dezember 1989 bezogen wir ein Haus in der Veltheimstraße. Dieses Grundstück lag direkt an der Mauer (Stadtgrenze zwischen Berlin Reinickendorf und Glienicke Nordbahn). Die Mauer bestand aus grauen Betonplatten, die über 3 Meter hoch. Als kleines Kind (6 Jahre alt) verstand ich den Sinn der Mauer noch nicht, sie war einfach da. Wir bemalten die öde Mauer mit bunter Kreide und warfen heimlich Steinchen darüber. In unserem Garten nahe der Mauer stand ein Kletterhaus mit Schaukel (siehe Foto), darauf konnte man über die Mauer gucken. Die patrouillierenden Volkspolizisten schauten oft sehr skeptisch und richteten ihre Scheinwerfer auf unser Kletterhaus. Ein dreiviertel Jahr später fiel die Mauer. Das Erste das nach dem Mauerfall auffiel, war, dass abends die Scheinwerfer des Grenzstreifen unser Haus nicht mehr erleuchteten. Eine Woche später öffnete sich auch für uns die Sicht auf die andere Seite. Die Mauersegmente wurden mit Hilfe eines Krans auf die Seite gelegt (siehe Foto). Es eignete sich toll zum Verstecken und Fangen spielen. Unser eigenes Mauererinnerungsstückchen hatten wir natürlich auch. 4 Wochen später war nur noch Sandwüste und ein asphaltierter Streifen zu sehen. Wir brauchten schnellstens einen Zaun. Es war plötzlich alles viel größer, und hinter unserem Haus war Leben. Viele Leute benutzten den Asphaltstreifen zum Spazierengehen, Radfahren und Rollschuhfahren. Für meine Eltern hatte das ganze nur einen Nachteil: durch den fehlenden Schutz der Mauer wurden die Heizungskosten um einiges höher. Aber das war die freie Sicht in jedem Fall wert. Heute gibt es den asphaltierten Streifen leider nicht mehr. Da die Bundesregierung für die Wartung zuständig gewesen wäre, aber sowieso kein Geld hatte, wurde er kurzerhand abgerissen.
Die Siegessäule
Die Siegessäule wurde 1873 erbaut und stand damals auf dem Königsplatz vor dem Reichstag (dem heutigen Platz der Republik). Seit 1938 steht die Siegessäule im Tiergarten auf dem großen Stern. Der goldene Engel stellt die Siegesgöttin Victoria ( 700 Zentner schwer, vergoldet, ca. 3m groß) dar und soll an die gewonnen 3 Kriege erinnern. Zwischen 1864 und 1871 waren nach einander Dänemark, Österreich und Frankreich geschlagen worden. Einzelne Szenen kann man im Außenrondell an der innen Wand besichtigen. Diese Wandbilder sind aus Glasmosaiksteinchen und wurden vom Geschichtsmaler Anton von Werder angefertigt. Eine Wendeltreppe mit 285 Stufen führt zur Aussichstplattform. In nun 67m Höhe hat man einen wunderschönen Panoramablick auf den Tiergarten. Reichstag, Philharmonie, Funkturm, Kongreßhalle und viele andere Gebäude sind von hier oben zu sehen.
Arbeit zitieren:
Nina Knittel, 2001, Die Geschichte Berlins, München, GRIN Verlag GmbH
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Die Hintergründe des Mauerfalls (nicht Wiedervereinigung)
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