2. Metaphern als Modelle
2.1 Definitionen
Um eine Grundlage zu schaffen, müssen zunächst einmal die Begriffe definiert werden, um sie auch voneinander abgrenzen zu können.
Ein Modell ist eine
„...vereinfachte Darstellung der Funktion eines Gegenstands oder des Ablaufs eines Sachverhalts, die eine Untersuchung oder Er-forschung erleichtert oder erst möglich macht.“ (Duden ³1974: 470)
Dahingegen wird eine Metapher als
„...bildliche Übertragung, besonders eines konkreten Begriffs auf einen abstrakten, aufgrund eines Vergleichs“ (Duden ³1974: 460) definiert.
Das „Bildliche“ ist also die Besonderheit der Metapher, deren Wortstamm „pher“ auf das griechische Verb pherein („tragen“) zurückzuführen ist (Vgl.: Debatin, 1999), während die Vorsilbe „meta“ den Sinn der Um-wandlung, des Wechsels in sich trägt (Vgl.: Duden ³1974: 459). Somit wird die Metapher zum Träger einer Umwandlung, eben eines Bildes. Genau in diesem Bild besteht auch die Abgrenzung von einem Modell. Modelle können zwar auch mit Bildern arbeiten, wie etwa Analogie- und graphische Modelle, bezeichen aber im Grunde den Überbegriff für Metaphern. Aufgrund der breiten Verwendung von Metaphern können sie nämlich auch als alltagstheoretische Modelle bezeichnet werden.
2.2 Funktionen
Metaphern sind unabdingbarer Teil unserer Kommunikation, sie werden nicht nur ausschmückend und rhetorisch benutzt. Metaphern können in pointierter Form die im Hintergrund liegende Auffassung über einen Sachverhalt zum Ausdruck bringen. (Vgl.: Kruse 2000: 23)
Im Gegensatz zu wissenschaftlichen Modellen, in denen oft versucht wird, die Komplexität an der Oberfläche graphisch darzustellen 1 , werden die zahlreichen Konnotationen und Voraussetzungen bei alltagstheoretischen Modellen wie Metaphern in den Hintergrund gestellt, geradezu ausgeblendet. Dabei reduzieren sie aber Komplexität und helfen so zu verstehen, wie etwas für den Betrachter funktioniert, wie er es erlebt. (Vgl.: Schmidt; Zurstiege 2000: 51)
3 Kommunikationsmetaphern zur Verbildlichung eines neuen Mediums
Durch Metaphern werden Erscheinungen, die sonst unbegreiflich wären, durch bekannte Strukturen und Begriffe verständlich gemacht. Dabei visualisieren Metaphern komplexe Vorstellungen durch Rückgriff auf alltägliche Bilder und können so einem unvertrauten Erfahrungsbereich neue Klarheit und greifbare Gestalt geben. (Vgl.: Krippendorff 1994: 80). Genau dieses Phänomen soll nun anhand zweier Beispiele näher beleuchtet und erläutert werden und so zeigen, wie alltagstheoretische Metaphern als Modelle der Kommunikation funktionieren können.
3.1 Die Metapher vom Kanal - das Telefon
Als das Telefon 1876 erfunden wurde 2 , stellte es einen solchen Fortschritt dar, daß sein genaues Funktionieren nur wenigen Wissenschaftlern genau verständlich war. Die Tatsache, daß Botschaften durch solch enge Drähte in einer derartigen Geschwindigkeit immens große Distanzen überwinden konnten, stellte die Vorstellungskraft und somit auch die Sprache der Menschen vor große Probleme. So mußten Metaphern, eben Vergleiche, Analogien und Bilder das Telefon erklären und veranschaulichen. Im Laufe der Zeit etablierten sich vor allem hydraulische Metaphern zur Erklärung dieser neuen Technologie. Die Kommunikation „fließt“ durch „Röhren“ und „Kanäle“, eben durch das Telefonnetz. Mit
1 Ein einleuchtendes Beispiel für diese Art von Modellen ist Maletzkes Feldschema der Massenkommunikation. (Vgl.: Schmidt; Zurstiege 2000: 65)
2 Die Verbreitung des Telefons war dann auch schon um die Jahrhundertwende weit fortgeschritten. (Vgl.: Krippendorff 1994: 91)
der Vorstellung des „Kommunikationskanals“ 3 wird diese Vorstellung auch zu einem regelrechten Konzept der Kommunikation insgesamt. Durch diverse Kanäle, die nicht nur Verbales und nicht-Verbales, sondern auch die menschlichen Sinne fließt demnach die Kommunikation. (Vgl.: Krippendorff 1994: 91-92)
3.2 Metaphern des Internet
Interessant ist es nun natürlich, ein so neues Medium wie das Internet im Hinblick auf die benutzen Metaphern zu untersuchen. Welche Metaphern etablieren sich, um das neue komplexe Internetkonzept für alle vorstellbar, ja handhabbar zu machen? Hierzu werden nun in den folgenden Abschnitten zwei Arbeiten untersucht. Bernhard Debatin trennt allgemein Struktur- und Funktionsmetaphern (Vgl.: Debatin 1997a). Katharina Kruse beobachtet in ihrer ausführlichen Studie der Internet-Berichterstattung drei Metaphernkomplexe, das Meer, die Straße und die Gemeinschaft, die mit jeweiligen Nutzungsaspekten einhergehen.
3.2.1 Struktur- und Funktionsmetaphern nach Bernhard Debatin Bernhard Debatin unterscheidet zwischen Struktur- und Funktionsmetaphern des Internet, die er jeweils wieder in Felder beziehungsweise Bereiche aufteilt.
Die Strukturmetaphern werden in drei Bereiche aufgeteilt, der erste Bereich bezeichnet das Metaphernfeld „Information Highway“ und „Verkehrsraum“, das auch Katharina Kruse aufzeigt (siehe unten). Zweitens wir das Metaphernfeld „Cyberspace“ und „Hyperraum angesprochen, daß auf die Netzstruktur und die Ähnlichkeit des Internets mit dem menschlichen Gehirn hinweist.
Schließlich bezieht sich auch das Feld „Cyberhood“ und „sozialer Raum“ auf die Struktur des Internet, in dem „Interaktionen, Emotionen, persönliche Nähe und Distanz“ (Debatin 1997a) möglich sind. (Vgl.: Ebd.) Auch Katharina Kruse weist auf dieses Feld der „Gemeinschaft“ hin. (Vgl.: Kruse 2000)
3 Auch in der Lasswell-Formel (In What Channel?) findet diese Vorstellung Ausdruck. (Vgl.: Schmidt; Zurstiege 2000: 58)
Die Funktionsmetaphern des Internet sind eher normativ, das Internet fungiert als Projektionsfläche für allerlei Wünsche und Vorstellungen, wie für Wissen, Freiheit und Identität.
Der Funktionsbereich Wissen ist mit Metaphern, wie der des Internet als großes Gedächtnis der Gesellschaft, belegt. Hier werden die Wünsche deutlich, mit dem Internet die bestehenden Wissenskluften überwinden zu können. 4
Der zweite Funktionsbereich, die Freiheit, zeugt von dem Demokratisierungsversprechen, das mit der Durchsetzung des Internet einhergeht. Hier verbildlichen Metaphern wie die „elektronische Agora 5 “ (Al Gore) die Ideen.
Schließlich bezeichnet der dritte Funktionsbereich, die Identität, die neuen Erfahrungen und Wahrnehmungen, die Menschen mit dem Internet in Bezug auf ihr Selbstbild erleben. Dabei wird das Internet als eine „körper- und schwerelose elektronische Welt“ umschrieben.
3.2.2 Die Studie von Katharina Kruse
Katharina Kruse stellt in ihrer Studie die These auf, daß sich im Verlaufe der Anerkennung des Mediums Internet die Bandbreite der verwendeten Metaphern zwar reduziert, die etablierten Metaphern jedoch immer häufiger verwendet werden. (Vgl.: Kruse 2000: 86-87) Somit ist die eingangs formulierte Funktion von Metaphern, neue Kommunikationsmittel zu erklären auf interessante Weise bestätigt. Denn die Studie belegt, daß Metaphern nicht nur in der Anfangsphase verwendet werden, sondern gerade in unserem technisierten Zeitalter, für die Kommunikation über Technologie von entscheidener Bedeutung sind. Aber welche Metaphernkomplexe sind es nun, die sich laut Katharina Kruse für das Internet etabliert haben? Es werden drei Komplexe genannt, das Meer, die Straße und die Gemeinschaft, die mit den entsprechenden Konnotationen 6 benutzt werden. (Vgl.: Ebd.: 69, 93)
4 Daß diese Überwindung äußerst schwierig ist, zeigt die Knowledge-Gap-Hypothese. (Vgl.: Schmidt; Zurstiege 2000: 109-111)
5 Agora: „rechteckiger, von Säulen umschlossener Platz in griechischen Städten“ (Duden ³1974: 39)
6 Beispiel: im Metaphernkomplex „Straße“ kommen auch „Datenstaus“ vor.
Die Metapher vom Meer, die vor allem durch den Begriff des „surfens“ im Internet geprägt wird, suggeriert sicherlich Freiheit, Unbegrenztheit, aber auch Unübersichtlichkeit, mit der nur ein geübter „Surfer“ umzugehen weiß. (Vgl.: Ebd.: 73-74) Der hier gemeinte Nutzungsaspekt ist das ungerichtete Fortbewegungsverhalten von Link zu Link. Der Komplex der Straße mit der bekannten Metapher „Datenautobahn“ legt im Gegensatz dazu den Schwerpunkt eher auf Zielgerichtetheit, Steuerung und natürlich die Geschwindigkeit, mit der nun große Datenmengen in kürzester Zeit enorme Distanzen überwinden können. (Vgl.: Ebd.: 76) Gemeint ist hier natürlich besonders die Übertragung durch Emails und Downloads, sei es in Wirtschaft, Wissenschaft oder im privaten Bereich.
Schließlich spricht der letzte Metaphernkomplex nicht nur den Nutzungsaspekt des Kommunizierens in Foren, News-Groups und Chat-Rooms an, sondert liefert auch Aufschlüsse über die Auswirkungen des Internets, welches die Welt kleiner macht, näher zusammenbringt. Es ist die Metapher der Gemeinschaft, die in Begriffen wie „virtuellen Städten“ und dem „global village“ Anwendung findet. (Vgl.: Ebd.: 75) Der Hauptunterschied zu der Arbeit von Bernhard Debatin und die damit verbundenen Abweichungen bzw. Unvollständigkeiten der Studie von Katharina Kruse besteht sicherlich in der unterschiedlichen Arbeitsweise. Während Bernhard Debatin schon vorhandene Literatur nutzt, macht Katharina Kruse eine eigene empirische Untersuchung, die unter den Bedingungen einer Magisterarbeit natürlich nicht dem Anspruch der Vollständigkeit gerecht werden kann.
4 Kommunikationsmetaphern zur Erklärung eines bestimmten Kommunikationsaspektes
Die verschiedenen Metaphern des Internets deuten schon darauf hin, daß die verschiedenen Felder immer in Bezug auf verschiedene Nutzungsaspekte des Internets benutzt werden. Genauso werden auch allgemein Kommunikationsmetaphern zur Erklärung bestimmter Kommunikationsaspekte herangezogen, was die fol- genden zwei Beispiele belegen.
4.1 Die Kontroll-Metapher
Diese Metapher hat ihre Wurzeln noch in der griechischen Antike, in der die Lehre der Rhetorik das Überzeugen des Publikums über die Wahrheit stellte und die Kommunikation somit stark funktionalisierte. Die Kontroll-Metapher stellt Kommunikation als Macht, Beherrschung, Manipulation und Steuerung dar, was auch in der Alltagssprache durch Begriffe wie „Beeinflussung“, „Zwänge“, „Auswirkungen“, „Ursachen“, gebraucht in Hinblick auf Kommunikation belegbar ist.
Im Hintergrund steht dabei vor allem eine kausale Konzeption der Kommunikation, welche durch ihr inneliegende Kräfte etwas auszulösen, etwas zu bewirken vermag.
Kommunikation wird so zu einem asymmetrischen Prozeß und auch die Idee starker Medienwirkungen lebt von der Kontroll-Metapher, wie es vor allem in der Werbung deutlich wird. 7 So wird ja auch die Werbung ganz eindeutig an ihrem Erfolg gemessen, sie kann gelingen und mißlingen. Und dieser Erfolg besteht natürlich im erfolgreichen Verkauf von Personen, Produkten und Meinungen, in der erfolgreichen Manipulation von Zielgruppen (Vgl.: Schmidt; Zurstiege 2000: 188). Auch hier wird die Metapher durch ihre sprachliche Anwendung sichtbar, so kann Werbung „scheitern“, die Werbebotschaft nicht „durchdringen“. Doch nicht nur in der Kommunikationsindustrie lebt diese Metapher, sondern auch in der face-to-face-Kommunikation. Denn der Sprecher will ja oft auch überzeugen, wenn nicht gar überreden, seine Meinung einfach durchsetzen. Er definiert somit selbst den Erfolg der Kommunikation, die bei Mißlingen des Zieles als gescheitert erklärt wird. (Vgl.: Krip-pendorff 1994: 94-96)
4.2 Die Metapher vom Argument als Krieg
Diese Metapher betrachtet Kommunikation als konfliktuelles Geschehen. Auch sie hat ihre Wurzeln in der Redekunst, Rhetorik der Antike, bezieht sich demgemäß mehr auf die gesprochene als auf die geschriebene
7 Im Gegensatz dazu betont der Uses & Gratifications-Approach von Blumler und Katz den Nutzungsaspekt und der dynamisch-transaktionale Ansatz von Schönbach und Früh schafft später dann die Integration von Nutzung und Wirkung. Hier zeigt sich deut- lich die Diskrepanz von Theorie und Praxis. (Vgl.: Schmidt; Zurstiege 2000: 120-125)
Sprache. Kommunikation wird einem Konflikt, ja einem Kampf gleichgesetzt, in dem es einen Gewinner und einen Verlierer gibt. Besonders im Mittelpunkt stehen dabei natürlich Verhandlungen, sei es in der Wirtschaft oder in der Politik, bei denen sich die „Kontrahenten“ durchzusetzen versuchen. Wenn es jedoch keinen „Preis“, also nichts zu gewinnen gibt, zeichnen sich Personen, die diese Metapher implizit auf Kommunikation anwenden, durch „Stolz, Dominanz [und] demonstrative Kompetenz“ (Krippendorff 2000: 91) aus. Dies kann Kommunikation natürlich unnütz behindern. (Vgl.: Krippendorff 2000: 90-91) Sprachlich manifestiert sich dieses Metapher in Begriffen wie „Rededuellen“, „verbalen Attacken“ und „Unterlegenen in Diskussionen“. Eine neue Dimension erlangt diese Metapher jedoch im Zuge der Durchsetzung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien wie dem Internet. Deutlich wird dies in der Angst vor einem „Infowar“ durch Hac??ker und Sicherheitsorganisationen wie der NSA. 8 Der Unterschied zwischen kommunikativen und bewaffneten Konflikten verschwimmt dabei, da Kommunikation nun auch als Waffe eingesetzt werden kann. (Vgl.: Schmidt; Zurstiege 2000: 56)
5 Zu den Grenzen von Metaphern
Natürlich ist nicht alle Kommunikation Manipulation, genauso wenig ist jede Kommunikation Krieg. Dieses zeigt nun aber deutlich die Grenzen von Metaphern auf. Metaphern werden besonders im Alltag oft unbewußt verwendet. Dies kann dazu führen, daß sie mit dem verwechselt werden, wofür sie jedoch nur stehen. Ihr „bildlicher“ Charakter wird einfach außer acht gelassen. (Vgl.: Krippendorff, 1994: 100) Des Weiteren können Metaphern Kommunikationskonflikte verursachen, wenn sie nicht verstanden werden. So sind weitreichende soziokulturelle Vorkenntnisse nötig, um die entsprechenden Konnotationen, Voraussetzungen im Hintergrund miteinzubeziehen. (Vgl.: Kruse 2000: 11)
8 Beispiele: Hacker, die politische Ziele zu erpressen versuchen; die Überwachungsmöglichkeiten der geheimen Sicherheitsorganisationen durch die allgemeine Elektroni- sierung (Vgl.: Schmidt; Zurstiege 2000: 56)
In Kapitel drei wurden Metaphern vorgestellt, die ein neues Medium, eine neue Technik zu erklären versuchen. Da diese Metaphern und Bilder aber eben nur mit dem arbeiten können, was uns vorstellbar ist, führt dies auch zu Fehlschlüssen und Unverständnis in Bezug auf die Funktionszusammenhänge dieser neuen Technik. 9 (Vgl.: Debatin, 1997a) Am Beispiel der Container-Metapher können noch zwei andere Probleme erläutert werden. Die Container-Metapher geht davon aus, daß Botschaften in verschiedenste Container verpackt, so verschickt und unverändert wieder ausgepackt werden können. Dies kann problematische Implikationen mit sich bringen, wenn nämlich Nachrichten nicht so empfangen werden, wie sie abgeschickt wurden. Denn nur ein Fehler beim Verpacken, Verschicken und Entpacken der Botschaft kann einen solchen Fehler ja verursachen. Wer die Container-Metapher also implizit im Hinterkopf hat, wird Kommunikationsprobleme auf Dummheit oder gar willentliche Täuschung zurückführen. Wird jedoch, durchaus realistischer, kognitive Geschlossenheit der Kommunikanten angenommen, ist die Trivialität dieser Metapher deutlich erkennbar. Trotz ihrer Problematik wird die Container-Metapher, als Vorstellung vom Funktionieren der Kommunikation, aber auch in der Wissenschaft implizit zu Grunde gelegt. So versucht man ja zum Beispiel bei Anwendung der Inhaltsanalyse durch einen Text auf Intentionen, Gedanken und Meinungen des Autors zu schließen. Der Text wird somit als Container der Botschaft des Autors interpretiert. (Vgl.: Schmidt; Zurstiege 2000: 54 und Krippendorff 1994: 98-99)
9 „Beispiel: die Desktop-Metapher moderner Computer Interfaces“ (Debatin, 1997a)
6 Fazit
Abschließend muß allerdings gesagt werden, daß Metaphern trotz ihrer Grenzen durchaus wichtige Funktionen auch in Wissenschaft erfüllen können. Dazu ist es jedoch unabdingbar, daß man sich der Grenzen der Metaphern bewußt wird. Ein Wissenschaftler darf nicht außer acht lassen, daß Metaphern zwar Modelle sind, jedoch bildhafte und verkürzte, dabei aber äußerst voraussetzungsreich. Es ist ja gerade Eigenschaft der Metapher, daß die zu Grunde liegenden Voraussetzungen ausgeblendet werden und das ist auch ihr Vorteil. Denn durch diese erhebliche Reduktion von Komplexität ist es möglich, pointiert und knapp komplexe Sachverhalte oder zumindest die Sichtweide von ihnen auszudrücken. Bedingung für diese Nutzung ist natürlich das Bewußtsein, daß Metaphern nie genau das abbilden, wofür sie nur stehen. Des weiteren ist für die wissenschaftliche Nutzung eine genaue Definition der Voraussetzungen sehr wichtig, um die Wissenschaftlichkeit, die intersubjektive Nachvollziehbarkeit überhaupt zu gewährleisten.
Leider konnte diese Arbeit nur exemplarisch sein, die Beobachtung anderer Metaphern und vor allem auch ihrer Wirkungen, nicht nur im Alltag, sondern gerade auch in der Kommunikationswissenschaft, muß sehr interessant sein. Ist doch die Kommunikationswissenschaft auch hier wieder dem Autologie-Problem 10 ausgesetzt. Die Auswirkungen der Container-Metapher für die Methoden sind ja im letzten Kapitel schon betrachtet worden. Denkbar sind vergleichende Studien, in denen die Auswirkungen verschiedener Metaphern in der wissenschaftlichen Forschung untersucht werden.
10 Auch die Wissenschaft kann über Kommunikation nur kommunizieren. Fehlt die nötige Distanz zum Untersuchungsgegenstand?
7 Literaturverzeichnis
• Debatin, Bernhard (1997a): Metaphern und Mythen des Internet. In: www.uni-leipzig.de/~debatin/ (Stand: 21. Februar 2001, 17:00).
• Debatin, Bernhard (1997b): The Rationality of Metaphor. In: www.unileipzig.de/~debatin/ (Stand: 21. Februar 2001, 17:00).
• Debatin, Bernhard (1999): Phorisches und Aphorisches. In: www.unileipzig.de/~debatin/ (Stand: 21. Februar 2001, 17:00).
• Duden (³1974): Fremdwörterbuch. Mannheim.
• Krippendorf, Klaus (1994): Der verschwundene Bote. Metaphern und Modelle der Kommunikation. In: Merten, Klaus; Schmidt, Siegfried J.; Weischenberg, Siegfried (Hrsg.) (1994): Die Wirklichkeit der Medien. Eine Einführung in die Kommunikationswissenschaft. Obladen, 79-113.
• Kruse, Katharina (2000): Metaphern in der Internet-Berichterstattung. Hausarbeit zur Erlangung des Magistergrades der philosophischen Fakultät zu Münster, Westfalen. Dortmund.
• Schmidt, Siegfried J.; Zurstiege, Guido (2000): Orientierung Kommunikationswissenschaft. Was sie kann, was sie will. Reinbeck bei Ham- burg.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Metaphern als Modelle 2
2.1 Definitionen 2
2.2 Funktionen 2
3 Kommunikationsmetaphern zur Verbildlichung eines neuen
Mediums 3
3.1 Die Metapher vom Kanal - das Telefon 3
3.2 Metaphern des Internet 4
3.2.1 Struktur- und Funktionsmetaphern nach Bernhard Debatin 4
3.2.2 Die Studie von Katharina Kruse 5
4 Kommunikationsmetaphern zur Erklärung eines bestimmten
Kommunikationsaspektes 6
4.1 Die Kontroll-Metapher 7
4.2 Die Metapher vom Argument als Krieg 7
5 Zu den Grenzen von Metaphern 8
6 Fazit 10
7 Literaturverzeichnis 11
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Claudia Fritsche, 2002, Metaphern in der Kommunikationswissenschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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