Lernpunkte Industrialisierung
Einführung
• Industrialisierung besserer Begriff, nicht Industrielle Revolution, da langer Prozess (50-100 Jahre)
• Prämissen und Grundfragen für Betrachtung der Industrialisierung:
o Welche Faktoren waren wichtig ? -> Keine Einzelfaktoren, sondern Faktorenbündel
o Das Verhältnis Staat <-> Regionen -> Nationalstaat ist ungeeignet für Vergleich, weil Entwicklungen regional unterschiedlich
• Modelle für Verlauf der Industrialisierung :
o Zur Einordnung des zeitlichen Ablaufes gut geeignet: Take-off-Model ->
• Wichtig besonders für Deutschland: Grosse regionale Vielseitigkeit prägte Wachstum
o Deshalb Take-off Modell nicht für Gesamt-Deutschland zu verallgemeinern, da
Grundlagen für Industrialisierung
Allgemeines für Europa
• Neuer Geist im Denken -> Kapitalistischer (Max Weber: Die calvinistische Ethik und der Geist des Kapitalismus) -> Reich und religiös kein Gegensatz mehr, teilweise sogar gegenteilig -> Heraushebung der Leistung
• Individuum ebenfalls mehr Bedeutung -> Kreativität steigt
• Institutionalisierung der Wissenschaft
• Aufstieg von Nationalstaaten -> Vereinheitlichtes Recht, Normen, Handel
• Bevölkerungsexplosion
Vorbedingungen für Deutschland
Periodisierung und Eingrenzung
• Eingrenzung der Industrialisierungsphase auf 1815-1914
o Endpunkt 1. Weltkrieg 1914
o Anfangspunkt schwerer zu bestimmen:
o I. hat in den unterschiedlichen Regionen Deutschlands auch zu unterschiedlichen
• Aufgrund unterschiedlicher Entwicklung in Regionen -> Herausarbeitung der Faktoren: Welche Faktoren waren notwendig, um I. in den einzelnen Regionen in Gang zu setzen, bzw. warum das Fehlen von einigen durch andere ersetzt werden konnte und teilweise nicht
Gesellschaftlich-Kulturelle Faktoren
• Wichtig: Protestantische (Calvinistische) Ethik
Bevölkerungsexplosion in England -> strahlt aus auch auf Kontinent
Verlauf der Industrialisierung
Politischen Rahmenbedingungen und historische Entwicklungen in den verschiedenen Phasen der Industrialisierung
Vorgeschichte bis Deutscher Bund (vor 1815 bis ca. 1820)
• Französische Revolution und Napoleon + Reaktion auf ihn ist wichtiger historischer Wendepunkt für Industrialisierung -> Veränderungen:
o A) Nach und nach Auflösung der Ständeordnung, Zünfte, Vorrechte von Städten,
o B) Sorgte sekundär für späteren Zusammenschluss des Flickenteppich Deutschlands -> Wegfall von Hemmnissen
• England eigentlich weit voraus !
o Vor 1815: Kontinentalsperre Napoleons gegen England bewirkte Wegfall
• Vor 1815 auch zu großer Flickenteppich an Staaten und damit Normen etc. in Deutschland -> Zollgrenzen blockieren Handel -> Ganz andere Ausgangssituation als andere Staaten -> Deutscher Bund einigt viele Gebiete -> günstigere Bedingungen -> Beispiel Mittelgebirge: hier vorher alle damals wichtigen Faktoren an einem Ort (Erz, Wasser, Holz) -> nach Einigung wurden sie zu Armutsregionen, weil Handel möglich war und so andere Regionen günstiger an Rohstoffe kamen -> Verlagerung des Gewerbes in Ebenen
• Staat als Faktor ohnehin wichtig -> die einzelnen deutschen Staaten haben stark eingewirkt (wenn auch nicht Wirtschaftspolitik wie heute) -> Gewerbliche Reformen, Rechtsverfassungen, Darlehen, Bau von Infrastruktur, Bildungseinrichtungen... -> auch hier regional unterschiedlich -> vielfach auch unwirksam -> nur langfristig wirklich wirksam !
• Dennoch bis in die 30er-Jahre nur spärliche Industrialisierung
o Bevölkerung nahm zu -> Landwirtschaft aber nur langsam (erst richtig in 50er-
o Arbeiterund Handwerker (auch, wie erwähnt durch Einbruch nach Ende der Kontinentalsperre 1815) sehr schlecht bezahl -> Weberaufstand noch 1844
• Einige Unternehmer wagten zwischen 1815-1840 den Übergang zur industriellen Produktion von Kohle, Eisen und Maschinen -> sammelten Infos aus England, holten Maschinen + Fachleute ->
o Deutscher Markt aber noch eng umgrenzt -> erst 1835 war größerer Teil der Ausfuhr NICHT-agarisch
• Unternehmer selbst, unterstützt von verschiedenen Faktoren, haben Industrialisierung vorangetrieben
o Mit harter (tlw. Fast erzwungener - so niedrig waren Löhne) Arbeit
•
Der deutsche Zollverein von 1834 (Zeit von ca. 1820-1850)
• Preußens Zollgesetz 1818 -> Aufhebung von Binnenzöllen -> Staatliche Einwirkung hier zu sehen
• -> Zollvereine erst getrennt (Süd, Mitte, Nord), dann 1834: DEUTSCHER ZOLLVEREIN !!! -> ökonomischer Dammbruch, da enorme Verbesserung für Handel und Produktion -> eine der wirksamsten staatlichen Maßnahmen
o Zollstreit: Schutzzoll oder Freihandel
• Technische Entwicklungen in dieser frühen Phase von großer Bedeutung -> vielfach hinkte Deutschland hinterher -> nur Unternehmen, die WEITERENTWICKELTEN waren konkurrenzfähig
o Beispiel Eisenproduktion: Hochöfen in England stellten, mangels Holz, auf Koks statt Holzkohle um -> Produktivitätssteigerung
o Bis in die 40er-Jahre blieben Deutsche in technischer Entwicklung zurück
• 1847 wurde zum letzten mal in der Deutschen Geschichte eine Wirtschaftskrise durch Missernte ausgelöst
o Schon 1844 Konjunktureinbruch -> Spekulationen an Berliner Börse mit Eisenbahnaktien Zusammengebrochen
o Ende der Flauten-Phase erst mit Beginn der 70er-Jahre
• Durchbruch zur Industrialisierung aber vor allem durch neues Produkt: Eisenbahn !
o Indiz: Bis 1840 waren über die Hälfte aller Investitionen in die LW geflossen
o Danach Anstieg von Verkehrsinvestitionen (Eisenbahn)
o -> Ungeheure Eskalation der Nachfrage setzte ein: Zwischen 1849 und 1864 gingen über 50% der Eisenproduktion in die Eisenbahn
o Transportleistungen vervielfachten sich als Effekt ebenfalls
o Eisenbahn erhöhte Produktivität, Mobilität
• Somit in den 1850er und 1860er Jahren allgemeiner Anstieg des Industrialisierungsgrades -> Überwindung der Rezension aber erst Anfang der 70er-Jahre
• Wichtig aber: Regionale unterschiede: Der größte Teil Deutschlands nur indirekt von Auswirkungen betroffen -> Ruhrgebiet, Berlin, Sachsen, Oberschlesien wuchsen viel schneller
• Kapital für Firmengründungen wurde zum großen Teil in Deutschland selbst gesammelt (aber auch F, GB, Belgien)
Take-off und Reichsgründung (ca. 1860-1890)
• Zwei Elemente vorherrschend VOR der Reichsgründung
o Ökonomischer Liberalismus
o Aber: wenig liberale Strömung Preußens
• Krimkrieg sorgte für starke Nachfrage
• Dann 1857-1859 letzte „vorindustrielle“ Wirtschaftskrise -> Deutsche merken erstmals, dass es Zyklen gibt
o Danach wieder Aufstieg bis zur Gründerkrise 1873
• Gleichzeitig zu diesen konjunkturellen Entwicklungen: Entwicklung der Arbeiterfrage
o Immer mehr Landarbeiter in die Städte
o Strengere Überwachung in Betrieben -> Fabrikordnungen
o -> Arbeiter beginnen sich zu organisieren -> Arbeitervereine
• In den 60ern allgemeiner Aufwärtstrend: Innerhalb von 50 Jahren hatte sich industrielle Lücke zu England schon deutlich geschlossen -> kurz nach 1871 sank Anteil der Agrararbeiter unter 50% -> Verlagswesen (Heimarbeit) ging schon seit 1850 zurück
o In den 60er-Jahren langsam Gleichgewicht zwischen Bevölkerungsvermehrung -> Arbeitsplatzangebot -> Produktionswachstum
o Landflucht und Industrialisierung glichen sich aus
• Zwar verbesserten sich Löhne und Lebensstandart der Arbeiter langsam, aber immer wieder unkalkulierbare: Kleinere und größere Konjunkturelle Rückschläge -> Schwankungen blieben dauerhafte Bedrohung
o Noch keine stabile Wirtschaft
• 1871 REICHSGRÜNDUNG
o Reich zunächst in Kompetenz schwach <- Nationalstaaten wollten keine
o Trotzdem: Erheblicher wirtschaftlicher Erfolg -> einheitliches Zoll + Handelsgebiet -> Wunsch vieler Bürger
• -> Gründerboom (Gründerjahre) 1871-ca. 1873
o durch Kriegsentschädigung Frankreichs an das Reich -> große Summe -> strömte
o -> zunächst Boom, aufbauend auf Hochkonjunktur der 60er-Jahre -> Profitstreben
o Insgesamt: Zwei wilde Gründerjahre -> schneller Reichtum gesucht ->
• Dann aber: Große Depression 1874-1877
o Börsenkrach !!! -> Kurse fielen -> Finanzierungsschwierigkeiten Auch Banken teilweise in Liquiditätskrisen
o Auch die vergleichsweise große Nachfrage nach Materialien und
o Preise und Löhne sanken, Arbeitslosigkeit stieg
o Auch internationale Verflechtungen mit Krisen in USA wirkten ein
o Zugleich Zeit sozialer Unruhe
• Rückgänge der Produktionsmengen nur in Jahren 1874-77 und 1886 -> also keine Dauerkrise bi 1896 (wie manchmal behauptet) -> aber naturgemäß nicht mehr so hohes Wachstumsniveau wie vorher
• Effekt der Krise : Angenommene Bedrohung, aber auch Wiederbelebung der deutschen Industrie von außen ->
o Z.B. Gute Ernten in USA -> Billige Getreideeinfuhr
o Hochkonjunktur in Frankreich
o -> Zu dieser Zeit Industrialisierung Deutschlands auf der Kippe -> Agrar- oder
• Vorab Info: Schon Bismarck-Hochzeit
o Bruch B. mit Nationalliberalen -> diese Zerbrach auch nachdem 1879
o Attentat auf Kaiser -> Chance für B. Sozialistengesetze gegen Sozialisten durchzubekommen (78-90)
o Kulturkampf
• Besonderheiten Deutschlands in dieser Phase:
o Patentgesetzgebung und Markenschutz im Gesamtreich (vorher Einzelstaatlich)
o Deutsches Reich Vorreiter in Sozialgesetzgebung
o Kolonialpolitik: Rotz
Die zweite Phase der Industrialisierung (ca. 1890-1914) -> Hochindustrialisierung
• Politischer Einschnitt: Bismarcks Entlassung 1890
o Nicht-Erneuerung des Rückversicherungsvertrages mit Russland
• Dann wieder: Großer Konjunkturaufschwung von 1894(1890)-1913
o Nur zwei kurze Einbrüche 1902/03 und 1907/08
o Industrielle Produktion verdreifachte sich
o Kapitalbestand UND Konsum wuchsen
o Wichtig: Nicht Fortsetzung alter „Konjunkturschwankungen“ sondern Modernisierung der Industrie in Deutschland ->
o Besonderheit: Deutschland entwickelte im Gegensatz zu anderen Staaten
o Wichtig bei Betrachtung: komplizierte Querverbindungen zwischen den Branchen
o Hier sind Regionen entscheidend:
o Und Bildung:
o Beispiel hierfür: 1878 Englischer Merchandise-Act: „Made in Germany“ -> ging später nach hinten los!
• Standardisierung von Produktionsabläufen notwendig um durch höhere Stückzahlen Kosten zu senken -> immer größere Unternehmen entwickelten sich, weil konkurrenzfähiger
o Zusätzlich überforderte Investitionsbedarf der Modernisierungswelle viele
o Neue Strategien um Kapitalrisiko abzuschwächen: Horizontale (Betriebe mit
o Wo in einem einzelnen Unternehmen dies nicht möglich war:
• Rolle der Banken stieg in diesem Abschnitt der Industrialisierung stark an:
o Enge Bindung an Banken sicherte Unternehmen in Expansionsphasen und Krisen
• Rolle von Verbänden (Industrie) weitgehend negativ -> Verbindung von Staat und Wirtschaft
• Bilanz der Hochindustrialisierung: Vor dem ersten Weltkrieg war Deutschland moderner Industriestaat geworden
o LW verlor weiter an Bedeutung
o Relativ niedrige Arbeitslosigkeit
o Sozialprodukt pro Kopf stieg zwischen 1875 und 1900 um 40 % und bis 1914 nochmals um 23%
o Verbesserung der Lebensumstände
o Auch politisches Gewicht stieg (Im Zeitalter des Imperialismus von großer Bedeutung)
Faktoren und Bedingungen im Einzelnen
• Warum Aufstieg Deutschlands ?
• Hier nicht Nationalstaatskonzept sondern Regional- und Faktorenanalyse !
Die Bevölkerung
• Allgemein Bevölkerungs“explosion“ wichtiger Faktor
o Aber Bevölkerungsentwicklung regional unterschiedlich
o Wichtig hierbei immer die BevölkerungsDICHTE Bei über 100 Einwohner pro qkm = Industrialisierte Region
o Bevölkerung stieg durch Demographischen Überhang : Unterschied zwischen Geburten und Sterberate = Zuwachs
o Hierbei hatte auch Heirats-Alter-Verschiebung Einfluss
o Medizin verbesserte sich zunehmend
• Modell von Malthus mit Bevölkerungsfalle : Bevölkerung wächst, aber LW kann nicht mithalten -> Irgendwann Gau ! (Bev. Geometrisch, LW arithmetisch)
o Hatte Produktivitätssteigerung der LW nicht bedacht Chemische Düngung
• Land -> Stadt-Bewegung
o Städte wuchsen + mehr Städte -> wurden zu Zentren für Industrie, Kultur, Banken...
• Auswanderung
o Förderung UND Behinderung durch Regierungen
o Auswanderung als Ventil für Krisen
Die Landwirtschaft
• Auch LW hat „revolutionären“ Prozess durchgemacht
• 1804 noch 80% der Bevölkerung Preußens in LW
o Regionalstaatlich unterschiedliche Systeme der „Feudalherrschaft“
o Merkmal: Unfreiheit und Abhängigkeit -> Hemmte Entwicklung einer produktiven
• Entscheidender Schritt: Stein-Hardenbergschen Reformen ab 1807 in Preußen
o Agrarreform von oben mit „Bauernbefreiung“ stieß jedoch auf Widerstand des
o Dennoch ist Agrarreform VORAUSSETZUNG für Industrialisierung
• Agrarreformen ebenfalls regional unterschiedlich von Zeit und Art -> Ergebnis
• Veränderungen in der LW im 19 Jh.:
o Vermehrung der Anbauflächen durch Einbeziehung von Brachen, Rodungen...
o Rationalisierung der LW durch Agrarreform und Agrarwissenschaftler
o Produktionsentwicklung (regionale Unterschiede): 1815-1830 schlecht, dann
o Bereitschaft zur chemischen Düngung nur langsam
o Auch Mechanisierung nur langsam (im Vergleich mit USA und England)
o Fleischkonsum stieg
Die Textilindustrie
• Eng mit Handwerk und Landwirtschaft verbunden -> deshalb nicht einfach zu Differenzieren und Zuzuordnen (angeschlossene Bleichereien...)
• Vor 1815 war TXI zweitgrößter Industriezweig nach LW
• Damals noch 10 Spinner für EINEN Weber, während in England schon Maschinen Spinnen übernahmen -> teilweise Garnmangel in D.
• Leinenindustrie:
o Leinengewerbe in D. stark entwickelt (Oberlausitz, Schlesien, Schwaben, Westfalen)
o Großer Export
o Krise ab 1815 (auch durch Aufkommen der Baumwolle und Festhalten an
o Leinengewerbe starb nach und nach in der Industrialisierung fast aus
• Wolle:
o Entwickelte sich aus LW -> Schafszucht
o Wolle zwar besser als andere Stoffe, aber auch teurer
o Wichtiger Einschnitt: Einfuhr spanischer Merinoschafe
o Aber auch in Wollindustrie nur langsame Mechanisierung (Bedarf konnte trotzdem
o Zentren: Preußen und Sachsen
• Baumwolle:
o Wurde in Industrialisierung hereingerissen
o Obwohl schon vorher in Mischungen vorhanden erst Siegeszug mit Mechanisierung -> erste in D. Cromford 1783
o Ausbreitung von Jennies während Kontinentalsperre -> danach allerdings wieder Einbruch
o Nach Zollvereinsgründung Ausbreitung der Mechanisierung in Baden,
o Insgesamt hatte Baumwollindustrie zwar stärker industrialisiert als alle anderen
• Seide auch -> Rheinland führend
Die Eisen und Stahlindustrie
• Frühe Ausgangsregion für Eisenindustrie: Oberschlesien -> staatlich gefördert -> Gutsherren hier Unternehmer -> technisch fortschrittliche Montanregion (relativ zu anderen D.-Regionen gesehen)
o Ausreichend Kohle und Eisenerz vorhanden -> rasche Expansion Ende des 18 Jhd.
• Zu Beginn des 19. Jhd waren Produktionsstätten weit gestreut -> entweder in Mittelgebirgen oder an Flüssen
o Für Streuung drei Faktoren: 1. Verwendung von Wasserkraft, 2. billige Beschaffung von Holz, 3. räumliche Nähe zu Eisenerz
o In keiner der alten kleingewerblichen Gebiete (bayrische Rheinpfalz, Saargebiet,
• Eisenbahnbau beschleunigte dann die Modernisierungswelle (Steinkohle, integrierte Walzwerke...), die in England schon früher eingesetzt hatte, ab de 30er-Jahren
• Vor 50er-Jahren wurde deshalb häufig ausländisches Eisen weitergearbeitet, in 50er-Jahren entstanden viele Hochöfen in Ruhrgebiet selbst
• Mitte des Jahrhunderts begannen Schlesien und Rheinland mächtige Montanindustrie aufzubauen, während alte Zentren in Oberpfalz + Amberg verfielen
o Typische Verlagerung von Zentren geht weiter->
• In 60er-Jahren grundlegende Veränderung der Stahlindustrie -> räumlicher Strukturwandel
o Bis auf Schlesien wurden alle traditionellen Zentren durch neue, moderne verdrängt
o Nähe zu Steinkohle verringerte Transportkosten (Kohle teurer zu Transportieren wegen spezifischen Gewichtes)
• 1876 hatte Deutschland schon den dritten Platz weltweit in der Roheisenproduktion erreicht, 1903 überholte man in beidem noch England
• <- Entscheidend für diese Entwicklung war die Entstehung von schwerindustriellen Eisen-und Stahlregionen -> Ruhrgebiet, nach 1871 auch in Elsaß-Lothringen
o Ruhrgebiet noch Anfang des Jahrhunderts praktisch bedeutungslos -> 1911 50% der Gesamtproduktion
o Vertikale Konzentration hier ebenfalls wichtig
o Und technologische Veränderungen
o Auf Basis dieser Veränderungen entstanden in Kohlerevieren unglaublich große Konzerne -> späteres Problem des Ruhrgebietes beim Strukturwandel
• Lothringens Eingliederung als Wachstumsmotor
• Weitere Konzentration der Industrie im letzten Zyklus 1895-1913 -> Kartelle, Syndikate, Verbände (besonders im Ruhrgebiet) -> sogar Einfluss auf Politik und Städtebau
Die Maschinenbau- und Elektroindustrie
Maschinenbau
• Starker Einfluss auf handwerkliche Produktion
• Auch hier technische Entwicklung wichtig, denn erst mit der Dampfmaschine kam der entscheidende Durchbruch dieser Industrie (Watt)
o Zuerst Anwendung im Bergbau (Wasser abpumpen)
o In Deutschland selbst gibt es erst ab 1820 Dampfmaschinen-Konstrukteure ->
o Immer neue Arten und Anwendungsgebiete entstanden im LAUFE DER Zeit
• Bis 1876 produzierte Deutschland noch schlechtere Qualität als USA ->
o USA hatte austauschbare Teile als besseres System
o Erst in den 80er-Jahren kam in Deutschland das „Universal-System“ auf -> Sockel war immer gleich
• Regionale Zentren entstanden:
o Ausgangspunkt war teilweise Textilmaschinen
o Regionale Differenzierung -> Einerseits in industriellen Zentren und auch -> günstige Transportbedingungen, Nähe zum Markt, Bedarf an gelernten Arbeitern
o Oder Eisenbahn: Borsig soll in Schlesien 1825 Dampfmaschinen bauen -> Lokomotiven-König
• Ab den 50er-Jahren Aufschwung -> immer weiter regionale „Entzerrung“
• Maschinenbau als Führungssektor ->
o Wohl letzter Sektor, der Nachfragesteigerung durch mehr Arbeitskräfte und nicht durch größere Produktivität entgegensteuerte
o Nicht so starke Konzentrationstendenzen wie in Eisenindustrie (auch wegen
• Besonders wichtig: Lokomotiven und Dampfschifffahrtsbau !
Elektroindustrie
• Phänomen der Elektrifizierung war etwas ganz Neues
o Führte ÜBERALL zu Veränderungen ->
• Immer mehr Fabriken im Elektrische Maschinen-Bereich
o 2 wichtige Ebenen: Drehstrom + Starkstrom (transportierbar)
o Verdrängung von Dampfmaschinen o
• Zentren: Berlin und Nürnberg -> entscheidende Faktoren: Regierungs- und Banknähe (und andere Auftraggeber) -> dann Ausbreitung: Fast in jeder größeren Stadt eine Fabrik
• Deutschland wurde FÜHREND im Elektro-Bereich -> auch durch ständig neue Entwicklungen -> Dies ist Grundstein für gute Position in der Hochindustrialisierung
o 1925 waren schon 75% der Deutschen mit Strom versorgt
Der Kohlebergbau
• Prinzipiell der älteste Gewerbezweig überhaupt
• Industriell aber hauptsächlich Steinkohle wichtig -> ohne Steinkohle wäre Industrialisierung nicht weit gekommen -> Entscheidender REGIONALER Faktor
• Preußen hatte im Deutschen Gebiet die größten Kohlevorkommen (Glück beim Wiener Kongreß (1814/15): Norden Sachsens und Rheinland + Westfalen ging an Preußen) -> Förderung stieg im Verlauf der Industrialisierung stark an
• Industrien siedelten sich an Abbaustädten an: Erz geht zur Kohle
o Besonders Eisenindustrie
o Ruhrgebiet wird ab Mitte des Jarh. Führungsregion -> durch Kohle zum Industriezentrum
o Steinkohle als wichtigste Ressource hat Nachwirkungen bis heute
o Massen von Arbeitern strömen ins Ruhrgebiet (50% aus Polen und Ostgebiete) -> Schmelztiegel für Bevölkerungsgruppen
o Kohle-Syndikate entstanden -> Ziel: Beseitigung der Konkurrenz -> Diktierten Verkauf
Die chemische Industrie
• England war auch hier zunächst wieder Vorreiter
• Deutschland nutzte seine Vorteile als Nachzügler -> praxisnahen Forschung
• In der zweiten Hälfte des 19 Jhd. immer größere Konzentration
• Vorteile Deutschlands:
• Zusatzverdienst für Chemiker durch Patente war Anreiz -> viele Patente -> Aushebelung der ausländischen Konzerne
• Chemie wird auch immer stärker in LW eingesetzt
• Aufstieg der deutschen chemischen Industrie zur WELTMACHT
Transport- und Narichtenwesen
• Grundvoraussetzung von entwickelten Wirtschaftssystemen -> ohne Transport- und Narichtenwesen ebenfalls stecken bleiben der Industrialisierung
• Pferde-Transport war viel zu teuer (gebräuchlich vor Eisenbahn war Postwagentransport)> vor allem für Massen-Güter -> vom Normalbürger nicht zu bezahlen ->
• Zur Verbesserung der Lage mussten neue Chausseen gebaut werden - trotz einsetzendem Eisenbahnbau
• Mit Eisenbahn gerät Frachtfuhrwerk in die Krise -> weil immer noch zünftisch, teurer und hatte gleiche Strecke wie die Eisenbahn
• Auch Flussschifffahrt war nicht groß ausgebaut
• Ab Mitte des 19. Jhd. gab es riesigen Transportbedarf
• EISENBAHN DER FÜHRUNGSSEKTOR der deutschen Industrie
Arbeit zitieren:
Tobias Pott, 2001, Die Industrialisierung in Deutschland im 19. Jahrhundert, München, GRIN Verlag GmbH
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Gute Zusammenfassung.
Gute Zusammenfassung
am Thursday, May 02, 2002-
Andre V
Danke!!.
Danke!!
Diese Zusammenfassung war eine Rettung in letzter Sekunde. Meistens hat man nicht viel Zeit, um mit den Quellen so gründlich auseinanderzusetzen. Deshalb braucht man eine kompetente Zusammenfassung.
am Sunday, May 12, 2002-
Steffi
Vielen Dank!.
Vielen Dank! Deinen Zusammenfassung ist wirklich gut! Auch ich habe in gut einer Woche eine Prüfung zu diesem Thema...dann werde ich sehen, ob es mir geholfen hat ;-)
am Sunday, April 06, 2003-
Thorsten Heringhaus
Als Lernskript brauchbar.
Es sollte mehr Skripts dieser Art veröffentlicht werden. Manchmal sind die hilfreicher als ganze Arbeiten.
am Friday, July 04, 2003-
H. Jakobs
Kurze Zusammenfassung - gute Übersicht.
Gut für eine kurze Übersicht. Inhaltlich korrekt und fundiert.
am Monday, July 14, 2003-
JAMA
SEHR SCHÖN.
Klasse Zusammenfassung
am Tuesday, March 13, 2007-