Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 3
2. Chronik des Golfkriegs 4
3. Krisenkommunikation und PR 5
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3.1 Auslandsberichterstattung und staatliche PR
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3.2 Informationsverweigerung und Desinformation
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3.3 Psychologische Destabilisierung
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3.4 Politische Euphemismen
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3.5 Feindbilder Irak und Saddam Hussein
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3.6 Die Brutkasten-Lüge
4. Medienberichterstattung in Deutschland 15
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4.1 Die Haltung der Deutschen zum Golfkrieg
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4.2 Mediengebrauch in der BRD während des Golfkriegs
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4.3 Berichterstattung der deutschen Medien
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4.4 Polarisierung der Bevölkerung
5. Eine andere Art der Berichterstattung:
Friedensjournalismus 18
6. Schlussbemerkung 19
7. Literaturverzeichnis 20
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1. Einleitung
Am 3. März 1992 gab der US-General Norman Schwarzkopf in einer Rede in Riad offen zu, dass die Presse während der Bombardements und vor der Bodenoffensive im Golfkrieg vom Militär gezielt manipuliert wurde um den Irak zu täuschen. Er dankte den Medien, dass sie zu Beginn des Krieges die alliierte Streitmacht und ihre militärischen Erfolge so eindrucksvoll beschrieben hätten, dass der Feind von Gegenangriffen abgesehen hätte. Schwarzkopf bestätigte auch, dass die Pool-Journalisten an der Nase herumgeführt wurden. Man brachte sie immer zu den selben Frontabschnitten, die saudisch-irakische Grenze haben sie nie gesehen (LENK 1992: 36).
Mit diesen Aussagen wurde endgültig offensichtlich, dass die Medien als Waffe innerhalb der Kriegsführung eingesetzt wurden. Die Medien sind ein Mittel der politischen Meinungs- und Willensbildung und haben eine spezielle Bedeutung in Bezug auf die Herausbildung öffentlicher Meinung zu Kriegshandlungen ( OLDHAVER 2000: 55). Die öffentliche Meinung ist dabei eine von den Medien hergestellte Realität, die von medienspezifischen (z.B. Stereotypen) oder medienfremden (z.B. Interessen) Einflüssen getragen wird (OLDHAVER 2000: 53).
Der große Einfluss der Medien auf Meinungen beruht auf ihrer Fähigkeit eine Vielzahl von Menschen gleichzeitig ansprechen zu können, außerdem schaffen sie die Voraussetzung für eine intensive Diskussion in einer breiten Öffentlichkeit (OLDHAVER 2000: 53). Gerade Informationen über so abstrakte und entfernte Themen wie Sicherheitspolitik und Kriege können meistens nur den Medien entnommen werden. In dieser Hausarbeit sollen verschiedene Strategien der Krisenkommunikation und militärischen Informationssteuerung während des 2. Golfkrieges betrachtet und ein Überblick über die deutsche Medienberichterstattung gegeben werden. Abschließend möchte ich mit dem Friedensjournalismus e ine Alternative zur bisherigen Konfliktsberichterstattung vorstellen.
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2. Chronik des Golfkriegs
Ende Juli 1990 Saddam Hussein lässt Truppen an der Grenze zu Kuwait aufmarschieren. Grenzprobleme waren nicht neu, der Irak hatte sich mit der Unabhängigkeit Kuwaits 1961 nie abgefunden. 01./02. 8. 1990 Irakische Truppen marschieren in Kuwait ein, das Land wird annektiert.
08. 08. 1990 Kuwait wird zur 19. Provinz des Irak erklärt. Die Stationierung von US-Truppen in Saudi-Arabien beginnt.
25. 08. 1990 Der Sicherheitsrat verhängt ein Wirtschaftsembargo gegen den Irak.
29. 11. 1990 Der Sicherheitsrat stellt dem Irak ein Ultimatum: Bis zum
15. 01. 1991 müssen sich alle irakischen Verbände aus Kuwait zurückgezogen haben, sonst drohen militärische Aktionen. Dezember 1990/ Gewaltige Truppenmassen einer Golfkriegsallianz Januar 1991 (USA, Großbritannien, Frankreich, mehrere arabische Staaten) werden zusammengezogen.
15. 01. 1991 Das Ultimatum der UNO läuft ab.
17. 01. 1991 Der Beschuss irakischer Stellungen beginnt. Die schlecht ausgerüsteten irakischen Soldaten können kaum etwas entgegensetzen, irakische Raketenangriffe auf Israel und Saudi-Arabien zeigen kaum Wirkung.
24. 02. 1991 Die Bodenoffensive der Golfkriegsallianz beginnt. Es gibt kaum Widerstand des Iraks, Kuwait ist innerhalb weniger Tage befreit. Irakische Truppen zünden bei ihrem Rückzug zahlreiche Ölquellen an, es kommt zu einer verheerenden Umweltkatastrophe.
27. 02. 1991 Der Irak nimmt die UN-Resolution zum Rückzug aus Kuwait an.
04. 03. 1991 Eine UN-Resolution definiert den Status des Irak nach dem Krieg: Die Sanktionen werden aufrechterhalten und Waffen vernichtet. Außerdem muss der Irak Reparationen zahlen und die Autonomie Kuwaits anerkennen.
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3. Krisenkommunikation und Public Relations
Das Internationale Tribunal für Kriegsverbrecher hat unter anderem den US-Präsidenten George Bush wegen 19 Kriegsverbrechen während des Golfkrieges für schuldig gesprochen. Ein Anklagepunkt war, dass Massenmedien systematisch manipuliert, kontrolliert, gelenkt, falsch informiert und eingeschränkt wurden um Unterstützung für politische und militärische Ziele zu erhalten. Nach Wolf Dombrowsky sind unter dem Begriff Krisenkommunikation Diskursverfahren zu verstehen, die sich nicht auf zukünftige, sondern auf gegenwärtige, akut ausgelöste oder chronisch schwelende krisenhafte Ereignisse beziehen (1991: 1).
Abhängig vom jeweiligen Krisentyp lassen sich zwei Arten von Krisenkommunikation unterscheiden: 1. Bei sogenannten Bewältigungskrisen soll die
2. Bei Akzeptanzkrisen soll die Krisenkommunikation
(DOMBROWSKY 1991: 6ff)
Krisenkommunikation wird in diesem Fall auf Strategien reduziert, mit denen bestimmte Akteure bestimmte Kommunikationsziele erreichen wollen. Diese Definition könnte aber auch dem Begriff der Public Relations entsprechen (LÖFFELHOLZ 1993 a: 13).
Bei Krisen in politischen Prozessen können politische Entscheidungsträger demnach also entweder auf einen in ihrer jeweiligen nationalen Öffentlichkeit bereits vorhandenen Konsens zurückgreifen oder versuchen die Unterstützung der Öffentlichkeit durch Argumente und Manipulation zu gewinnen ( BEHAM 1996: 150). So können sie zum Beispiel Bilder von sich und den anderen Herstellen oder sich um das Interesse und Verständnis anderer Staaten bemühen. Eine Supermacht wie die USA mit einem internationalen Führungsanspruch im politisch-militärischen Selbstverständnis und einem wissenschaftlichen und technischen
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Fortschrittsvorsprung könnte somit ihre Interessen und Möglichkeiten zur Manipulation von Nationenbildern bündeln (BEHAM 1996: 151).
3.1 Staatliche PR und Auslandsberichterstattung
Die Hauptaufgabe politischer Öffentlichkeitsarbeit ist es zu informieren, für neue Problemstellungen zu sensibilisieren und durch das Anbieten politischer Handlungsmöglichkeiten die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Sie ist auf die Multiplikatorwirkung der Massenmedien angelegt und zielt darauf ab, Menschen z u beeinflussen, ohne dass diese es bemerken ( OLDHAVER 2000: 58). Die Strategie staatlicher PR zielt auf den Abbau politischer Isolationsfurcht und die Erweckung offener Bekenntnisbereitschaft (OLDHAVER 2000: 62). Es kann zwischen drei Arten von PR unterschieden werden: Unter schwarzer PR versteht man Täuschungsmanöver, die die wahre Identität des Propagandisten verheimlichen wollen. Graue PR hat einen zweifelhaften Inhalt und vermeidet gezielt die Herstellung einer Verbindung zur Informationsquelle. Bei weißer PR werden als wahr angesehene Informationen verbreitet (OLDHAVER 2000: 59). Ein Höhepunkt der propagandistischen Kampagne während des Golfkriegs war erreicht, als erste Raketen von irakischen Abschussrampen aus auf israelisches Gebiet gefeuert wurden, Israel aber auf Anraten der USA auf Gegenwehr verzichtete, da ein hilfloses und bedrohtes Israel die Weltmeinung positiv beeinflusst ( MAHRAD 1992:17f).
Eine wichtige Grundbedingung ist die Glaubwürdigkeit des Kommunikators, eine vom Rezipienten als Überredung verstandene PR kann daran zweifeln lassen und erreicht dann meist nur das Gegenteil.
Bei Rezipienten mit einem höherem Bildungsniveau, einer ursprünglich gegenteiligen Ansicht oder einer guten Kenntnis des Themas sollten zur Überzeugung Pro- und Contra-Argumente eingesetzt werden. Bei Rezipienten mit einem niedrigerem Bildungsniveau, der gleichen Ansicht oder wenig Kenntnissen im Themenbereich ist wiederum eine einseitige Argumentation erfolgreicher (OLDHAVER 2000: 60). Die Strategie, in der Werbung Textinformationen durch Bilder zu ersetzen ist beim Thema Sicherheitspolitik problematisch, da die Abbildung von Soldaten oder Waffen schnell martialisch wirken kann. Die wichtigste Aufgabe manipulativer PR, gerade bei der Sicherheitspolitik ist die Erfindung oder Besetzung von eingängigen
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Arbeit zitieren:
Jana Böhm, 2002, Der zensierte Krieg: Krisenkommunikation und Medienberichterstattung während des 2. Golfkrieges, München, GRIN Verlag GmbH
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