REFERAT
„Kausale Schemata“
Seminar: Attributionstheorien
11.-13.März 2002
Fachhochschule Nordostniedersachsen
Fachbereich Wirtschaftspsychologie
Christina Boese
6. Fachsemester
NOTE: 2 ,0
Gliederung
1. Einleitung 1
2. Kausale Schemata 2
2.1 Schema multipler notwendiger Ursachen 4
2.2 Schema multipler hinreichender Ursachen 4
2.3 Anwendung 5
3. Attributionsprinzipien 6
3.1. Abwertungsprinzip (discounting principle) 6
3.2. Aufwertungsprinzip (augmentation principle) 7
4. Transfer zur Praxis 8
5. Kritik 10
Literaturverzeichnis 11
1. Einleitung
Um das eigene Verhalten und das seiner Mitmenschen verstehen, vorhersagen und kontrollieren zu können, verwenden Menschen unterschiedliche Erklärungsmuster, kognitive Schemata. Kognitive Schemata sind generalisierte Muster von Zusammenhängen zwischen Merkmalen und Eigenschaften z.B. unserer (sozialen) Umwelt oder auch unserer Person. Ein wesentliches Grundmuster, das sich auf soziales Verhalten bezieht, ist die Art und Weise, wie ein Individuum bestimmten sozialen Ereignissen Ursachen zuschreibt, die Kausalattribution von Verhalten.
Kelley beschäftigte sich mit der Frage, welche Informationen zur Kausalattribution verwendet werden können. Er geht davon aus, „daß der Alltagsmensch sich hier auf einer wenig bewußten und intuitiven Ebene prinzipiell derselben Verfahren bedient, wie es Wissenschaftler tun.“ (Sämmer, 1999, online im Internet) „It is proposed that our theory of attribution must be grounded in view of the layman as an „applied scientist (…).“ (Kelley zitiert in Pruitt & Insko, 1980, S.53) Dabei unterscheidet er zwei Prinzipien, die in unterschiedlichen Modellen berücksichtigt werden:
1. Die Kovariation zwischen einem beobachteten Effekt und seinen möglichen Ursachen bei Vorliegen und tatsächlicher Nutzung umfassender Informationen (datengeleitete Attribution);
2. Die Konfiguration, bei der der Beobachter nur wenige Informationen besitzt, nicht motivier ist oder über zu wenig Zeit verfügt (theoriegeleitete Attribution).
Das Kovarianzmodell geht davon aus, dass die Attribution eines gegebenen Verhaltens von drei Informationsitems abhängig ist:
1. Konsensus (consesus): Löst ein bestimmter Stimulus das gleiche Verhalten in jeder Person, die mit ihm in Berührung kommt, aus? (Generalisierung über Personen)
2. Distinktheit (distinctiveness): Tritt das Verhalten nur auf, wenn ein bestimmter Reiz gegeben ist? (Generalsierung über Stimulus)
3. Konsistenz (consistency): Tritt das selbe Verhalten egal wann und wie der Stimulus dargeboten wird? (Generalsierung über Zeit und Umstand) (vgl. Zuckermann, 1978, S.648)
-1-
Die Kovarianzanalyse der Handlungsursachen setzt also vielfältige Informationen voraus. In vielen Alltagssituationen liegen diese aber nicht vor, oder man hat keine Muße, sie zusammenzuholen und zu analysieren. Bei unvollständigen Informationen hilft man sich, wie Kelley dargelegt hat, mit Konfigurationskonzepten über das Zusammenwirken verschiedener Ursachen, den sog. kausalen Schemata. (vgl. Heckhausen, 1989, S.406/407)
2. Kausale Schemata
Kausale Schemata sind „aus Erfahrungen entwickelte, vorgefertigte Meinungen, Vorannahmen und vielleicht sogar Theorien darüber, wie bestimmte Ursachen miteinander interagieren, um den jeweiligen Effekt zu erzielen“. (Hewstone & Fincham in: Stroebe, Hewstone, Stephenson, 1996, S.184) Sie sind also „allgemeine Regeln, welche Ursachen und Wirkungen zueinander in Beziehung setzen“. (Weiner, 1994, S.229)
Diese Regeln werden aus frühen Erfahrungen abstrahiert und dann von geeigneten Umweltreizen aktiviert und ermöglichen so der Person, kausale Schlussfolgerungen auch in solchen Situationen zu tätigen, in denen die verfügbare Information begrenzt ist, bzw. die Person zu einer ausführlichen Analyse nicht bereit ist. (vgl. Fischer, Wiswede, 2002, S.294)
Es wird angenommen, dass Urteiler, sobald sich die Frage nach den Ursachen eines Ereignisses stellt, aus den ihnen verfügbaren problem- und situationsspezifischen Schemata Kausalhypothesen - jede mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeitableiten. Diese Hypothesen lenken die Informationssuche und ersetzen gegebenenfalls fehlende Beobachtungen aktueller Kovariation. (vgl. Liebhart in Görlitz, Meyer & Weiner, 1978, S.125f)
Kelley selbst definiert kausale Schemata „as a general conception the person has about how certain kinds of causes interact to produce a specific kind of effect.” (Kelley in Bierhoff, S.163). „They are an assumed pattern of data in a complete analysis of variance framework.” (Kelley zitiert in Fiedler,1980, S.102) Each schemata can be described in terms of hypothetical matrix of data which summarizes the attributor’s beliefs and assumptions about the distribution of the effect over various combinations of the causal factors. (...) They are a repertoire of abstract ideas about causal connections.” (Kelley zitiert in Bierhoff,1989, S.163)
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Arbeit zitieren:
Christina Boese, 2002, Kausale Schemata, München, GRIN Verlag GmbH
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