Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Einleitung 1
2. Grundbegriffe und Ausgangssituation. 1
2.1. Was ist E-Commerce 1
2.2. Das Internet und seine Entwicklung 1
2.3. Abgrenzung des Begriffs E-Commerce 2
3. Chancen des E-Commerce in der Lebensmittellogistik 3
3.1. Die Lebensmittelhersteller und ihr Potential 3
3.1.1. Ist-Situation im Bereich der Hersteller 4
3.1.2. Entwicklungsbeispiele im Bereich B2B 5
3.1.2.1. Der Internetmarktplatz „efoodmanager“ 5
3.1.2.2. Der Internetmarktplatz „CPGMarket“ 5
3.1.3. Aussichten und Risiken 6
3.2.Der Lebensmittelhandel und seine Potentiale 7
3.2.1 Ist-Situation am Beispiel „Kaisers Lieferservice“ 8
3.2.2. Entwicklungschancen im Bereich B2C. 9
3.2.3. Risiken des Internetshopping. 10
3.3. Der Logistikdienstleister in der Lebensmittellogistik 11
3.3.1. Ausgangsituation. 11
3.3.2. Einsatz des Internet in der Kühlkette 11
4. Fazit und Ausblick. 13
Literaturverzeichnis 14
1. Einleitung
Unsere Zeit ist geprägt von schnellen technologischen Entwicklungen und dem Nutzen, den die Menschen daraus ziehen können. Das Internet ist eine der größten technologischen Errungenschaften der letzten Jahre und trägt in großem Maße dazu bei, dass sich unsere Gesellschaft wandelt. Auch das starke Wachstum des Electronic Commerce, das auf die Ausbreitung des Internets zurückzuführen ist, trägt zum Wandel bei. Die Nutzung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien und die Anwendungen des Electronic Commerce in all seinen Formen hat die am Markt vorherrschenden Wettbewerbsbedingungen verändert und verschärft. Das Internet hat die Art und Weise, wie Unternehmen Kunden informieren, gewinnen und dauerhaft betreuen können, radikal verändert. 1
Diese Auswirkungen und die Chancen und Risiken sind vor allem im Bereich der Lebensmittellogistik und deren Besonderheiten von großer Bedeutung und sollen anhand dieser Seminararbeit näher durchleuchtet werden.
2. Grundbegriffe und Ausgangssituation
2.1. Was ist E-Commerce?
E-Commerce ist die weitverbreitete Abkürzung für Electronic Commerce, womit wiederum der Elektronische Handel gemeint ist. Teilweise wird auch synonym dazu der Begriff E-Business (Electronic Business) verwendet. Diese beiden Begriffe sind noch relativ neu und lassen sich nur sehr schwer abgrenzen. Aber der gewaltige Boom im E-Commerce ist ohne die Entwicklung des Internets nicht möglich gewesen.
2.2. Das Internet und seine Entwicklung 2
Das Internet ist die Gesamtheit von miteinander vernetzten Computernetzwerken. Diese ver-bundenen Computernetzwerke bezeichnet man als „interconnected networks“. Die Kurzform davon heißt Internet. Ende der 60er Jahre hat das US-Militär das ARPANet ins Leben gerufen. Rechner von Universitäten und Forschungseinrichtungen wurden miteinander
1 vgl. Krause, E-Commerce und Online-Marketing, S. 20 ff.
2 vgl. Deutsch, Electronic Commerce, S. 18 ff.
verbunden und bildeten das erste Netzwerk des späteren Internets. In der militärischtechnologischen Forschung sollte es die Arbeit erleichtern, in dem es die Mehrfachnutzung der wenigen und teuren Computer durch alle Wissenschaftler im Land erlaubte. In den 70er Jahren wurde das Netzwerk weiterentwickelt. Forscher, die vorher beim Militär waren, haben es in die Privatunternehmen und Universitäten gebracht. In den 80er Jahren entstanden viele wissenschaftlich und akademisch genutzte Netzwerke sowie Firmennetzwerke. Das militärische ARPANet wurde abgekoppelt und ist auch heute noch vom eigentlichen Internet getrennt.
Der wahre Aufschwung des Internets begann mit dem Aufkommen des leistungsstarken und anwenderfreundlichen Dienstes WWW (World Wide Web).
2.3. Abgrenzung des Begriffs E-Commerce
Durch die steigende Verbreitung des Internets hat auch der E-Commerce stark zugenommen. E-Commerce bezeichnet Geschäfte, die über ein elektronisches Medium teilweise oder ganz abgewickelt werden. An elektronischen Geschäften können Käufer und Verkäufer, Unternehmen, Verbraucher oder Behörden beteiligt sein. 3
Die derzeit bedeutendsten E-Commerce-Anwendungen finden zwischen Unternehmen (Business-to-Business oder kurz auch B2B) sowie zwischen Unternehmen und Verbrauchern
3 vgl. http://www.ecc-handel.de/ecinfos/einsteiger/1_einfue/einfueh_ec.php3?cont=einsteiger
(Business-to-Consumer oder kurz auch B2C) statt. Dementsprechend wird auch zwischen B2B- und B2C-E-Commerce unterschieden. 4
3. Chancen des E-Commerce in der Lebensmittellogistik
In den folgenden Kapiteln sollen die Chancen und Umsetzung von E-Commerce der in der Lebensmittellogistik beteiligten Gruppen Hersteller (B2B), Handel (B2C) und Logistikdienstleister (B2B) erläutert werden. Anhand folgender Grafik sollen die Zukunftspotentiale in diesem Bereich aufgezeigt werden.
3.1. Die Lebensmittelhersteller und ihr Potential
Die Anzahl der Lebensmittelhersteller ist sehr hoch. Obwohl sich in den letzten Jahren eine starke Konzentration und die Entwicklung zu großen internationalen Lebensmittelkonzernen stattgefunden hat, gibt es immer noch eine Vielzahl von mittleren und kleinen Unternehmen. Damit diese mittleren und kleinen Unternehmen mit den „Grossen“ der Branche konkurrieren können, ist es nötig, nach neuen Absatzmöglichkeiten bzw. Beschaffungsmöglichkeiten zu
4 vgl. http://www.competence-site.de/logistik.nsf/DatenView
suchen. 5 Dies wird heute vor allem durch den Einsatz von eigenen E-Commerce Lösungen bzw. die Verwendung von Internetmarktplätzen ermöglicht. Vorrangig sollen hierbei die Möglichkeiten der virtuellen Marktplätze für Lebensmittelhersteller betrachtet werden, da sich der Verkauf über eigene Internet-Shops auf Nischenprodukte spezialisiert.
3.1.1. Ist-Situation im Bereich der Hersteller
Die Hauptabwicklung von Verkaufsgeschäften erfolgt im Lebensmittelbereich über Gross-und Einzelhandel. Deshalb spielt Internet und E-Commerce für Hersteller meist im Bereich Kundeninformation und auch Beschaffung eine große Rolle. Hierbei wird heute auch der Begriff E-Procurement verwendet, was den Beschaffungsvorgang bzw. Einkauf via Internet bezeichnet.
Heutzutage werden viele Beschaffungsmassnahmen noch auf konventionelle Art per Telefon oder schriftlich getätigt aufgrund von oftmals langjähriger Beziehungen der Beteiligten. Jedoch befindet sich dieser Prozess im Umbruch. Eine Vielzahl von Geschäften wird bereits via Internet getätigt. Der Bedarf und das Interesse der Hersteller führte zur Gründung vieler Internetmarktplätze, welche das Kaufen und Verkaufen von Lebensmitteln via Internet organisieren. Einen Ausblick auf die Möglichkeiten von Internetmarktplätzen im Bereich B2B soll die unten aufgeführte Grafik geben.
3.1.2. Entwicklungsbeispiele im Bereich „B2B“
5 vgl. http://www.lebensmittelzeitung.de/marketfacts/studien/
3.1.2.1. Der Internetmarktplatz „efoodmanger“
Anhand des Beispiels des Internetmarktplatzes www.efoodmanager.com 6 , welcher vor allem im Bereich Obst & Gemüse, Fleisch und Fisch tätig ist soll das Prinzip eines Internetmarktplatzes aufgezeigt werden. Es stehen hier für Verkäufer und Käufer eine flexible web-basierte Marktplatz-Lösung bereit, die ihren Teilnehmern alle Vorzüge des Internet-Handelns eröffnet, ohne daß Investitionen in Hardware oder Entwicklung notwendig sind.
Die individuellen, privaten Marktplätze von „efoodmanager“ sind web-basierte Ein- und Verkaufs-, sowie Kommunikationslösungen. Basierend auf Standardsoftware ermöglicht dieses individuell anpassbare und vollintegrierbare Lösungspaket das effiziente und sichere Ein- und Verkaufen in einer vom Anwender gestalteten und kontrollierten Umgebung. Diese Plattform bedient sich einer Reihe von Standardfunktionen, um Verkäufern, Händlern und Produzenten eine sichere und effektive Kommunikationsumgebung mit Ihren Lieferanten, Partnern und Kunden zu bieten. 7
Die Funktionsweise ist einfach. Händler oder Verkäufer müssen sich vorab bei „efoodmanager“ registrieren um bei den Auktionen teilzunehmen. Nach der erfolgreichen Registrierung stehen den Beteiligten verschiedene Auktionen zur Verfügung, wobei Anbieter anhand einfacher Eingabemöglichkeiten ihre Produkte auf einer bestimmten Auktion nach den vom Anbieter gewünschten Liefer- und Zahlungsbedingungen anbieten. Auf der anderen Seite können der Käufer an der Auktion teilnehmen, und sich seine benötigten Produkte aussuchen und seine gewünschten Produkte ersteigern.
3.1.2.2. Der Internetmarktplatz „CPGMarket“ 8
Ein anderes Beispiel für den Einsatz eines Internetmarktplatzes im Bereich Lebensmittel ist die Plattform www.cpgmarket.com . Hierbei handelt es sich um ein Unternehmen welches von Danone, Nestle, Henkel und Sap gegründet wurde. „CPGMarket“ verfügt bereits über 1000 registrierte Lieferanten und 400 registrierte Käufer. Seit dem Start Ende 2000 wurde hier bereits 200 Transaktionen im Bereich Nahrungsmittel, Chemikalien und Verpackungsmittel getätigt. Hierbei konnten laut „CPGMarket“ Kosten von bis zu 15 % eingespart werden.
6 vgl. http://www.efoodmanager.de
7 vgl. http://transaction.efoodmanager.com/is-bin/INTERSHOP.enfinity/eTS/Store/-/-/-/EF_Storefront-Start
8 vgl. http://www.cpgmarket.com/html/german/index.html
3.1.3. Aussichten und Risiken
Noch befindet sich der Bereich B2B im Aufschwung. Fast täglich werden neue Internetmarktplätze eröffnet. Für die Foodbranche ermittelte man nach einer Studie aus dem Jahr 2000 einen Anstieg von einer Milliarde Mark auf rund 18 Milliarden Mark. 9 Jedoch konzentriert sich das Transaktionsvolumen auf einige wenige bereits etablierte Internetmarktplätze, wie zum Beispiel dem vorher aufgeführten Beispiel „efodmanager“. Und so ist es für Neueinsteiger in diesem Bereich relativ schwer Fuß zu fassen, denn es zählen nur noch Fakten und Gewinne. Zusätzlich hat sich der anfängliche Internetboom abgeflaut und es ist auch schwierig für anstehende Anfangsinvestitionen geeignete Kapitalgeber zu finden. Diese Kapitalgeber sind durch die vielen bereits entstanden Konkurse der sogenannten Internet-Start-Ups verunsichert. Oftmals scheitern Internetmarktplätze auch an hausgemachten Problemen: 10 ⇒ wenig durchdachte Unternehmensmodelle ⇒ mangelnde technologische Möglichkeiten ⇒ das nicht-erreichen einer kritischen Masse
Die Entwicklung im Bereich „Internetmarktplätze“ stellt sich nach der Forrester Research Group in einer dreiphasigen Konsolidierung dar: 11 Phase 1 (2001): Säuberung ⇒ Sehr geringe Transaktionsvolumen ⇒ Rückzug von Kapitalgebern ⇒ Konkurs vieler Marktplätze Phase 2 (2002): Stabilisierung ⇒ Zusammenschluss schwacher Player ⇒ Käufer und Verkäufer zeigen wieder mehr Interesse
9 vgl. Lebensmittelzeitung Spezial, S.20 ff.
10 vgl. http://www.ecc-handel.de/ecinfos/branchen/showcontent.
11 ebenda
Phase 3 (2003): Real Buisness ⇒ Marktplätze erreichen kritische Masse ⇒ Formung von Allianzen
Zudem sind potentielle Käufer oft skeptisch, ob die via Internet gekauften Waren auch den Qualitätsnormen entsprechen, da es beim Kauf schwierig ist einen genauen Blick auf die Waren zu haben. Im sensiblen Bereich der Lebensmittellogistik ist es oftmals wichtiger die Ware selbst zu „greifen“ und zu „riechen“. 3.2. Der Lebensmittelhandel und seine Potentiale
Seit langem existieren bereits Internet-Shops im Internet. Eine Vorreiterrolle spielte hierbei vor allem der Buchhandel, allen voran der wohl größte Internet Buchhändler „Amazon“. Seit längerem sind auch nahezu alle deutschen Lebensmittelhändler mit eigen Internetshops im Bereich Homeshopping vertreten, z.B. Tengelmann mit seinem Online Shop Kaisers-Lieferservice, welcher jedoch auf bestimmte Ballungsräume begrenzt ist. Auch neutrale Anbieter, wie z.B. LeShop“ sind im Bereich Lebensmitteleinkauf via Internet beteiligt. Einen Ausblick auf die Potentiale soll folgende Grafik zeigen.
Es ist eigentlich ganz einfach: Schnell noch die Internetadresse in den Computer eingegeben und dann den "Jetzt-will-ich's-haben-Button" 12 drücken. Aus einem unendlichen
12 vgl. http://www.mylogistics.net/de/news/print_themen.jsp?key=news14544#person
Warenangebot alle gewünschten Artikel auswählen, ob Tiefkühlpizza oder Rotwein aus Südafrika, und nach einem abschließenden Mausklick die Ware am nächsten Tag in Empfang nehmen. E-Commerce von Lebensmitteln fordert jedoch den Händlern höchste logistische Fähigkeiten ab. Immer noch gibt es trotz vieler erfolgreicher Angebote und zukunftsweisender Projekte Probleme und Tücken. 13 3.2.1. Ist-Situation am Beispiel „Kaiser-Lieferservice“ Anhand des Online Supermarktes www.kaisers.de , einem Unternehmen der Tengelmann Gruppe, soll die Funktionsweise eines Internetshops aufgezeigt werden. Der Lieferumfang umfasst alle gängigen Artikel von Obst und Gemüse bis hin zu Wasch- und Reinigungsmitteln. Momentan ist das Liefergebiet auf Berlin, Frankfurt und München beschränkt. 14
Die gewünschten Artikel werden durch ein Auswahlmenü ausgewählt und aufgerufen. Nach Eingabe der gewünschten Menge und Bestätigung, wird der Artikel im Warenkorb abgelegt, und ein anderer Artikel kann ausgewählt werden. Nachdem man alle Artikel im
13 vgl. http://www.firstsurf.com/gruendel0131_f.htm
14 vgl. http://www.kaisers.de/lieferservice/index.php3
Warenkorb abgelegt hat schließt man den Vorgang ab, indem Lieferadresse und Zahlungsweise angegeben werden. Die Ware wird kommissioniert und zur Auslieferung bereit gestellt.
3.2.2. Entwicklungschancen im Bereich B2C
Die Entwicklung der Shopsysteme im Internet sind ausgereift und voll funktionsbereit. Ebenso wird die Bereitschaft der Konsumenten, Lebensmittel im Internet zu Kaufen immer mehr zunehmen
Eine bedeutende Rolle für die Weiterentwicklung des Bereichs Internetshopping von Lebensmitteln kommt der Zustellung zu, da hier noch die meisten Probleme zu lösen sind. Oft ist es schwer geeignete Dienstleister zu finden, welche flächendeckend einen privaten Zustelldienst anbieten, und welcher auch die geforderten Anlieferzeiten einhalten kann. Es muss daher ein neues Konzept zur Zustellung an den Käufer entwickelt werden. Erste Versuche gibt es mit sogenannten Abholstellen. Es werden an zentralen Stellen Boxen eingerichtet, an denen die Bestellung vom Verkäufer deponiert wird und vom Käufer selbst abgeholt wird. Jedoch liegen die Expansionspläne des Anbieters Shopping Box GmbH, welcher Frische im Kühlfach anbieten will, seit einem Jahr auf Eis. 15
15 vgl. Lebensmittelzeitung Spezial S.57
Ein anderes Konzept wäre die Deponierung an Tankstellen. Dies eröffnet die Möglichkeit, eine einzige Tour mit entsprechend hoher Effizienz zu fahren. Nur darf man an dieser Stelle nicht vergessen, dass jeder Stop, der aus der Strecke herausgenommen wird, dort die dringend erforderliche Stopdichte senkt. 16 3.2.3 Risiken des Internetshopping
Lebensmittel gehören nicht zu den Waren, die besonders geeignet für den Verkauf über das Internet erscheinen. Dies liegt insbesondere an folgenden drei Problemen: 17 ⇒ Verbraucher möchten „natürliche“ Produkte
⇒ Verbraucher möchten ihre Produkte inspizieren, um die Qualität überprüfen zu können
⇒ Lebensmittel bereiten bei der Heimanlieferung und der Lagerhaltung
Dazu kommen noch allgemeine Probleme und Ängste gegenüber dem Medium Internet. Mit diesen Problemen müssen sich jedoch alle Internet Verkäufer befassen. Die wichtigsten Risiken sind: 18
⇒Elektronische Zahlungssysteme sind noch nicht von den Konsumenten akzeptiert
⇒ Mangelndes Vertrauen in unbekannte Firmen ⇒ Unklare Lieferbedingungen und AGB`s ⇒ Hohe Lieferkosten und zu lange Lieferzeiten ⇒ Ware oftmals nicht verfügbar
16 vgl. http://www.mylogistics.net/de/news/print_themen.jsp?key=news14544#person
17 vgl. http://www.ecc-handel.de/ecinfos/branchen/showcontent.php3?show_id_title=Lebensmittelhandel
18 vgl. Krause, E-Commerce und Online-Marketing, S. 146
3.3. Der Logistikdienstleister in der Lebensmittellogistik
3.3.1. Ausgangssituation
Der klassische Kühlspediteur hat als Dienstleistungsunternehmen keine direkte Möglichkeit seine Dienstleistung mit Hilfe von E-Commerce zu verkaufen. Jedoch spielt dieser als Bindeglied zwischen Hersteller, Handel und Endverbraucher eine entscheidende Rolle innerhalb der Lebensmittellogistik. Er übernimmt Transport, Lagerung, Handling und Kommissionierung der Lebensmittel. Deshalb sollen in diesem Kapitel die Leistungen und Einsatzmöglichkeiten des Internets für den Logistikdiensleiter näher betrachtet werden.
3.3.2. Einsatz des Internet in der Kühlkette
Temperaturgeführte Lebensmittel stellen hohe Anforderungen an die Logistik, denn die Ware muß ohne Unterbrechung der Kühlkette mit hoher Qualität und zu möglichst geringen Kosten zum Verbraucher gelangen. Heute ist nicht mehr nur der einfache Transport von A nach B entscheidend, sondern auch der entsprechende Informationsfluss, welcher den Ablauf bedeutend vereinfacht.
Am Beispiel der Abläufe bei der Spedition „Culina Logistik“ sollen die Informationsflüsse in der Lebensmittellogistik dargestellt werden. 19 Hierbei kommt die Internet-Applikation des Softwareanbieters „Axit AG“ zum Einsatz. Diese Lösung ist webbasiert und bietet somit auch kleineren Logistikdienstleistern die Möglichkeit, ihren Kunden den vollen Umfang an logistischen Internetanwendungen anzubieten. Für den Einsatz dieser Anwendung ist nur ein schneller Internetzugang des Logistikdienstleisters und des Auftraggebers nötig. 20 Die Anwendung unterscheidet drei Komponenten: 1. Datentausch über EDI (Electronic Data Interchange):
Schnelle und sichere Übertragung von Daten an den Schnittstellen zwischen Auftraggeber und Logistikdienstleister. Doppelter Erfassungsaufwand kann erspart werden.
19 vgl. http://www.culina-logistik.de
20 Firmenbroschüre der Axit AG
2. Auftragserteilung über Web-Order:
Über eine individuell vorgefertigte Auftragserfassungsmaske können Speditions- bzw. Auslieferaufträge an den Logistikdienstleister übermittelt werden. Dies führt zur deutlichen Reduzierung von Erfassungskosten beim Dienstleister und mehr Transparenz und Erleichterungen bei der Auftragsabwicklung beim Versender. 3. Sendungsverfolg über das Internet:
Die Statusinformation der Sendung werden vom Fahrer über ein Mobiltelefon übermittelt. Somit steht dem Logistikdienstleister ein effizientes und kostengünstiges Sendungsverfolgungssystem zur Verfügung.
Anhand folgender Grafik sollen die Anwendungen nochmals verdeutlicht werden:
4. Fazit und Ausblick
E-Commerce ist zu einem wichtigen Instrument im Unternehmenswettbewerb geworden. Durch die wirtschaftlichen und technischen Möglichkeiten die es bietet, ist es heutzutage möglich, eine Vielzahl von Geschäften zwischen den Lebensmittelherstellern, dem Handel und dem Endverbraucher schneller und effizienter abzuwickeln. Eine schnellere Entwicklung wird es jedoch aus meiner Sicht nur im Bereich „B2B“ zwischen Herstellern untereinander und Herstellern und den Lebensmittelhändlern geben, vor allem auf den oben dargestellten Internetmarktplätzen. Jedoch ist auch hierbei die Übermacht der Lebensmittelhändler nicht zu unterschätzen, was der Konkurs des Lebensmittellogistikdienstleisters Alli Logistik Anfang November zeigte. 21 Etwas schwieriger stellt sich die Entwicklung im Bereich „B2C“. Wie auch schon beschrieben gibt es noch eine Vielzahl von Problemen, welche das Internetshopping erschweren. Das Hauptproblem ist die Zustellung zum Endverbraucher, da hier noch keine sinnvollen Zustellungskonzepte auf breiter Ebene realisiert werden konnten. Die überwiegende Zahl der Online Lebensmittelhändler beschränken sich deshalb auf die Ballungszentren. Zudem zeigt der Rückzug des Internetshops der Spar AG www.einkauf24.de zum 1. November, dass es für die ohnehin schon angeschlagenen Lebensmittelhändler nicht interessant ist momentan weiter in solche Projekte zu investieren. 22
21 vgl. LZ-net Newsletter, 10.10.01
22 vgl. LZ-net Newsletter, 16.10.01
Literaturverzeichnis:
Bücher:
Deutsch, M., Electronic Commerce, 2. verbesserte Auflage
Braunschweig, Wiesbaden, Vieweg, 1999
Krause, J., E-Commerce und Online Marketing, 2. aktualisierte Auflage Berlin, 2000
Internet:
http://www.competence-site.de/logistik.nsf/DatenView,
23.10.01
http://www.ecc-handel.de/ecinfos/einsteiger/1_einfue/einfueh_ec.php3?cont=einsteiger, 18.10.01
http://www.cpgmarket.com/html/german/index.html, 30.10.01 http://www.culina-logistik.de, 31.10.01 http://www.efoodmanager.de, 24.10.01
http://www.firstsurf.com/gruendel0131_f.htm, 24.10.01
http://www.kaisers.de/lieferservice/index.php3, 31.10.01
http://www.lebensmittelzeitung.de/marketfacts/studien/, 08.10.01
http://www.mylogistics.net/de/news/print_themen.jsp?key=news14544#person, 08.10.01 http://www.lz-net.de, Newsletter vom 10.10.01 und 16.10.01
Arbeit zitieren:
Stefan Lanzinger, 2001, Chancen und Risiken des E-Commerce in der Lebensmittellogistik, München, GRIN Verlag GmbH
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