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Bekanntmachung...
In meiner Facharbeit vergleiche ich die Hauptpersonen aus `Im Westen nichts Neues` von Erich Maria Remarque und ` Siddhartha` von Hermann Hesse. Nämlich Paul Bäumer und Siddhartha. Mir ist klar, dass dies ziemlich gegensätzliche Figuren sind, aber darin bestand für mich der Reiz, diese Charaktere
unter die Lupe zu nehmen und zu vergleichen. Beide Bücher haben mir beim Lesen sehr gut gefallen. Bei `Siddhartha` hatte ich anfangs Mühe mit Hesses Schreibstil. Während dem Verlauf des Buches habe ich mich aber auch mit der etwas älteren Sprache angefreundet und sie eher geschätzt als verachtet. Remarques Werk ist anders geschrieben, aber nicht minder interessant. Die Bücher haben mich natürlich auch inhaltlich angesprochen und zum Denken angeregt. Zum Einen das Thema Weisheitsfindung und Erleuchtung in ` Siddhartha` und zum Anderen Krieg und menschliches
Unvermögen Krieg zu verhindern in `Im Westen nichts Neues`. Alle diese Themen beschäftigen mich durchdringend und interessieren mich immer mehr.
Da ich nun etwa im selben Alter bin wie Paul Bäumer bei seinem Tod und ebenfalls bald Militärdienst leisten muss, fühle ich mich zusätzlich zu ihm verbunden. Mit Siddhartha ist es ähnlich, bei ihm ist aber nicht das Alter das verbindende Glied. Ich beneide ihn eher um seine Weisheit und Klugheit. Er kommt
Blick nicht zusammenpassen, habe ich sie beide für meine Facharbeit ausgewählt um vor allem die Lebensgeschichten der Hauptpersonen zu vergleichen. Dazu inspiriert hat mich hauptsächlich die Gegensätzlichkeit von Paul Bäumer und Siddhartha. Daher habe ich meine Facharbeit auch an diesem Vergleich orientiert.
Meine anfangs gestellten Fragestellungen lauteten: Wie kamen diese zwei völlig verschiedenen Lebenswege zustande? Was haben die Herren gemeinsam? Was würden Paul und Siddhartha voneinander halten?
Um Antworten auf diese Fragen zu finden, untersuchte ich von beiden Personen folgende Punkte: Heimat/Eltern/soziales Umfeld
Jugend Liebesbeziehungen Lebensziele Charakter· Lebensgeschichte Inhaltsangaben... Im Westen nichts Neues
Paul Bäumer, ein 19-jähriger junger Mann, entscheidet sich, mit seinen Schulkollegen in den Ersten Weltkrieg zu ziehen. Angespornt von ihrem Lehrer beginnen die Klassenkameraden ihre Kriegsodyssee in den Ausbildungslagern des deutschen Heers. Bald wird Ihnen klar, das die schönen Zeiten ihres
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Lebens vorbei sind und der Ernst des Soldatenlebens Einzug gehalten hat. Durch zahlreiche gemeinsame Erlebnisse und Abenteuer schmilzt die Gruppe aber immer mehr zu einer engen Kameradschaft zusammen. Auch an der Front bleiben dann die Klassenkameraden beisammen und erleben die Hölle auf Erden. Paul kann nur zusehen wie ein Kamerad nach dem anderen an der Front fällt. Er wird mit brutalsten Szenen des Krieges konfrontiert und stumpft geistig immer mehr ab. Auch wenn er zwischen den Fronteinsätzen immer wieder mal angenehme Erlebnisse mit seinen Kameraden hat, wird der junge Mann immer mehr von den Strapazen des andauernden Krieges zermürbt. Nachdem auch sein bester Freund Kat den Kampf ums Überleben verliert, ist er allein und verelendet psychisch total. Der Tod den er dann gegen Ende des Weltkriegs erleidet, erlöst ihn schliesslich von allen Grausamkeiten des Krieges.
Mit dem Klassiker wurde Erich Maria Remarque weltberühmt. Das Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und gilt als eines der meist gedruckten Schriftstücke nach der Bibel. Speziell an dem
Buch, ist vor allem die grauenhafte Gewaltdarstellung des Autors. In makaber brutalen Erläuterungen malt Remarque Bilder von äusserster Grausamkeit. Die Ich-Perspektive, in der der Roman verfasst wurde vermittelt dem Leser sogar das Gefühl, inmitten dieser Umwelt aus ,,Granaten, Gasschwaden und Tankflottillen - Zerstampfen, Zerfressen, Tod" (Remarque 2001, 190) zu sein und alles hautnah mitzuerleben. Siddhartha
Die Geschichte handelt von einem Brahmanensohn, genannt Siddhartha. Schon in jungen Jahren wendet sich der intelligente und durchaus beliebte Siddhartha von seiner Familie ab und sucht in der grossen weiten Welt nach mehr Weisheit, als er von seinem Vater und seinen Lehrern gelehrt werden kann. Er macht sich mit seinem Freund auf die Reise um die Erleuchtung zu finden und endlich alles über die Erde und das Dasein zu erfahren. Nach einer Weile des Suchens trennen sich die getreuen Freunde und beide gehen ihren eigenen Weg und suchen allein nach der Weisheit. Während seines Lebenslaufs macht er an zahlreichen Stationen halt und lernt die Welt immer besser kennen. Er geht dabei seinen ganz eigenen Weg und stellt alle Weisheiten und Lehren anderer Geistlicher und Weisen in Frage. Dabei erlebt er Höhepunkte und Tiefschläge. Doch aus jedem Tief und aus jedem Fehler weiss er stets eine positive Lehre zu ziehen. Die Endstation seiner Suche findet er bei einem Fährmann. Mit ihm lernt Siddhartha dem Flusse zuzuhören und erlangt schliesslich die Erleuchtung. `Siddhartha` wurde ebenfalls weltberühmt und wurde auch in weitere, auch indische, Sprachen übersetzt. Untersuchte Punkte... Heimat, Eltern, soziales Umfeld...
Paul Bäumer wuchs in sehr spärlichen Verhältnissen in Deutschland auf. Aus den Dialogen die sich zwischen ihm und seinem Vater bei seinem Diensturlaub zu Hause abspielen, kann man schliessen, das Paul ein typisches Kind der Arbeiterklasse war:
,,Habt ihr denn etwas Geld?" Er schüttelt den Kopf. ,,Nein. Aber ich kann jetzt wieder Überstunden machen" Ich weiss: er wird bis zwölf Uhr nachts an seinem Tisch stehen und falzen und kleben und schneiden.
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Um acht Uhr abends wird er etwas essen[...]. Hinterher wird er ein Pulver gegen seine Kopfschmerzen einnehmen und wieder weiterarbeiten. (Remarque 2001, 136)
Auch diese Aussage von Paul lässt auf ärmliche Verhältnisse seiner Familie schliessen: ,,Ja, denke ich bitter, so sind wir, so sind sie, die armen Leute. Sie wagen ja nicht nach dem Preise zu fragen und sorgen sich eher furchtbar darüber; aber die andern, die es nicht nötig haben, die finden es selbstverständlich, vorher die Preise festzulegen. Bei Ihnen wird der Arzt auch nie unfreundlich sein." (Remarque 2001, 136) Die Heimat Siddharthas liegt im Gebiet des heutigen Indien. Er und seine Familie waren Mitglieder der obersten hinduistischen Kaste, der Brahmanen, und genossen daher immenses gesellschaftliches Ansehen. Nie wurden sie von Geldsorgen oder ähnlichem geplagt. Siddharthas Familie bestand aus Geistlichen und Gelehrten, daher sollte in den Augen seines Vaters auch er ein Weiser werden: ,,Freude sprang in seines Vaters Herzen über den Sohn, den Gelehrigen, den Wissensdurstigen, einen grossen Weisen und Priester sah er in ihm heranwachsen, einen Fürsten unter den Brahmanen" (Hesse 1974, 7)
Jugend...
Paul absolvierte eine normale Schule und wuchs ganz gewöhnlich auf. Er hatte in seiner Jugend übliche Freundschaftsbeziehungen zu seinen Kameraden und fiel nie besonders aus dem Rahmen. Er zeigte stets Respekt vor der Autorität und wurde auch von Autoritätspersonen wie zum Beispiel seinem Klassenlehrer beeinflusst:
,,Mit dem Begriff der Autorität [...] verband sich in unseren Gedanken grössere Einsicht und menschliches Wissen.". (Remarque 2001, 18)
,,Kantorek hielt uns in den Turnstunden so lange Vorträge, bis unsere Klasse unter seiner Führung geschlossen zum Bezirkskommando zogen und sich meldete. Ich sehe ihn noch vor mir, wie er uns durch seine Brillengläser anfunkelte und mit ergriffener Stimme fragte: "Ihr geht doch mit , Kameraden?" (Remarque 2001, 17)
,,Wir sind alle nicht mehr als zwanzig Jahre. Aber jung? Jugend? Das ist lange her. Wir sind alte Leute." (Remarque 2001, 22)
Er akzeptierte die Welt wie sie war und machte sich nie gross Gedanken über sie. Seine Jugend beendete Paul mit dem Einzug in die Armee selber, denn nachdem er sich meldete und in den Krieg zog, erlebte er fast nur noch Dinge, die sich nicht mit Jugenderlebnissen vergleichen konnten. Siddhartha genoss eine gute Ausbildung durch elitäre Gelehrte und Weise. Er war tüchtig und lernte schnell. Als Kind und Jugendlicher macht er allen Freude und war allzeit willkommen und beliebt: ,,Wonne sprang in seiner Mutter Brust, wenn sie ihn sah, wenn sie ihn schreiten, wenn sie ihn niedersitzen und aufstehen sah, Siddhartha den Starken, den Schönen, den auf schlanken Beinen Schreitenden, den mit vollkommenem Anstand sie Begrüssenden. Liebe rührte sich in den Herzen der jungen Brahmanentöchter, wenn Siddhartha durch die Gassen der Stadt ging, mit der leuchtenden Stirn, mit dem
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Königsauge, mit den schmalen Hüften" (Hesse 1974, 7)
Und doch verspürte er bald eine Abneigung gegen den Lauf den sein Leben nahm. Er selbst, war nicht zufrieden mit seinem Zustand und wollte dies verändern. Er merkte, dass auch die besten Lehrer, die ihn unterrichteten, seinen immensen Wissensdurst nicht stillen konnten:
,,Siddhartha hatte begonnen, Unzufriedenheit in sich zu nähren. Er hatte begonnen zu fühlen, dass die Liebe seines Vaters, und seiner Mutter [...]nicht immer und für alle Zeit ihn beglücken[...]. Er hatte begonnen zu ahnen, dass sein ehrwürdiger Vater und seine anderen Lehrer, dass die weisen Brahmanen ihm von ihrer Weisheit das meiste schon mitgeteilt, dass sie ihre Fülle schon in sein wartendes Gefäss gegossen hätten, und das Gefäss war nicht voll, der Geist war nicht begnügt." (Hesse 1974, 8 f.)
Siddhartha war schon in seiner Jugend selbstsicher, kritisch und durchaus klug und weise. Er hatte etwas rebellisches in sich und lebte dies mit seinem Alleingang auch aus. Er wurde sicherlich auch von seinen Lehrern beeinflusst und geprägt, doch er war selbst immer Akteur und machte die Entscheidungen, die sein Leben tangierten selbst. Liebesbeziehungen...
Das Liebesleben von Paul kann man durchaus als spärlich bezeichnen. Er machte nur wenige Annäherungen zum anderen Geschlecht. Nur einmal in seinem Leben kam er sexuell in Kontakt mit einer Frau, ohne dafür bezahlen zu müssen. Und auch nur darum, weil er und seine Kameraden per Zufall französische Damen kennenlernten (vgl. Remarque 2001, 106). Wäre er alleine gewesen, hätte er wahrscheinlich nicht so mutig reagiert. Er interessierte sich wohl auch nicht so sehr für die Weiblichkeit, denn nur einmal lassen seine Dialoge mit einem Kollegen darauf schliessen, dass ihn Mädchen doch nicht ganz kalt liessen:
,,Das Mädchen auf der Bretterwand ist für uns ein Wunder. Wir haben ganz vergessen, dass es so etwas gibt, und auch jetzt noch, trauen wir unseren Augen kaum. Seit Jahren jedenfalls haben wir nichts Derartiges gesehen, nichts nur entfernt Derartiges an Heiterkeit, Schönheit und Glück. Das ist Frieden, so muss er sein, spüren wir erregt." (Remarque 2001, 101)
Man merkt, dass er an der Front schlicht nicht dazu kommt, an Mädchen zu denken. Zu sehr setzten ihm die Zustände in denen er sich befindet zu und zu sehr verlor er durch den Krieg den Drang der Natur, sich fortpflanzen zu wollen.Siddhartha liess sich in der Kunst des Liebens sogar extra von einer Kurtisane namens Kamala schulen (vgl. Hesse 1974, 47). Mit ihr hatte er aber nicht eine Liebesbeziehung im herkömmlichen Sinne. Er wollte sich von ihr nur belehren lassen und beabsichtigte nicht, mit ihr eine ewig währende Beziehung einzugehen. Aber während Siddhartha bei Kamala sogar die Kunst des ,,Baumbesteigens" und andere Meisterstücke des Kamasutra mit auf seinen Weg bekam, entwickelte sich die Beziehung zwischen ihm und Kamala immer mehr zu einer Freundschaft, jedoch nie zu einer Liebesbeziehung. Kamala und seine Mutter bleiben schliesslich auch die einzigen wichtigen Frauen in Siddharthas Leben. Lebensziele...
Paul definierte seine Lebensziele nicht explizit. Man merkt aber, dass er sein Leben nicht einer
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speziellen Sache oder einer bestimmten Aufgabe widmete. Es macht den Eindruck, als hätte er
überhaupt kein Lebensziel gehabt. Er dachte eigentlich auch gar nie an ein Lebensziel. Über das Leben an sich, aber vor allem über das Nachkriegsleben machte er sich aber durchaus Gedanken. Er konnte sich ein Leben nach einem eventuellen Friedensvertrag gar nicht richtig vorstellen: ,,Ich bin jung, ich bin zwanzig Jahre alt; aber ich kenne vom Leben nichts anderes als die Verzweiflung, den Tod, die Angst und die Verkettung sinnlosester Oberflächlichkeit mit einem Abgrund des Leidens. Ich sehe, dass Völker gegeneinandergetrieben werden und sich schweigend, unwissend, töricht, gehorsam, unschuldig, töten. Ich sehe, dass die klügsten Gehirne der Welt Waffen und Worte erfinden, um das alles noch raffinierter und länger dauernd zu machen.
Und mit mir sehen das alle meines Alters hier und drüben, in der ganzen Welt, mit mir erlebt das meine Generation. Was werden unsere Väter tun, wenn wir einmal aufstehen und vor sie hintreten und Rechenschaft fordern? Was erwarten sie von uns, wenn eine Zeit
kommt, wo kein Krieg ist? Jahre hindurch war unsere Beschäftigung Töten - es war unser Beruf im Dasein. Unser Wissen beschränkt sich auf den Tod. Was soll danach noch geschehen? Und was soll aus uns werden?" (Remarque 2001, 177 f.)
Siddhartha hatte sich seinem Leben noch während seiner Jugend einem bestimmten Ziel gewidmet. Er definierte sich seine Lebensaufgabe klar und deutlich. Er wollt aus dem ewigen Kreis der Wiedergeburten ausbrechen um ins Nirwana zu gelangen. Dadurch erhoffte sich Siddhartha ein schmerz- und leidloses Leben. Er wollte etwas spezielles sein und wie einst Buddha diese Welt per Erleuchtung verlassen. Nach einem langen Lebensweg erreichte er schliesslich alle seine selbst
gesteckten Ziele und wurde erleuchtet, indem er lernte, einem Fluss zuzuhören. Charakter...
Paul war ein sehr anständiger und ehrlicher Mensch. Meistens verhielt er sich höflich und zuvorkommend. Paul machte sich an der Front sehr viele Gedanken über die Welt und sein eigenes Leben, doch er fasste nie grössere Entschlüsse, irgend etwas an seiner misslichen Lage zu ändern. Wenn er sich in einem Zustand befand, der ihm nicht gefiel, zum Beispiel am Stammtisch in seinem Urlaub, macht er nichts um seine Situation zu verbessern (vgl. Remarque 2001,117). Er dachte viel und handelte wenig. An der Front entwickelte er einen grossen Sinn für Kameradschaft. Seine Kollegen wuchsen ihm dicht ans Herz und er konnte sich ein Leben ohne sie fast nicht mehr vorstellen: ,,Eine ungemeine Wärme durchflutet mich mit einemmal. Diese Stimmen, diese wenigen, leisen Worte, dies Schritte Graben hinter mir, reissen mich mit einem Ruck aus der fürchterlichen Vereinsamung der Todesangst, der ich beinahe verfallen wäre. Sie sind mehr als mein Leben, diese Stimmen, sie sind mehr als Mütterlichkeit Angst, sie sind das Stärkste und Schützendste, was es überhaupt gibt: es sind die Stimmen meiner Kameraden." (Remarque 2001, S. 145)
Paul war eher ein passiver, konservativer Typ, der sich gern führen liess und auch ziemlich loyal seiner Führung folgte. Zudem war er pflichtbewusst, fürsorglich und gutmütig. Dies bewies er damit, dass er neuen Rekruten stets Ratschläge gab und ihnen einiges beibringen wollte. (Remarque 2001, 49 f.)
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Siddhartha war ein sehr wissbegieriger Mensch. Er verfolgte seine Ziele zielstrebig und konsequent.
überhaupt nicht sagen kann. Er handelte oft egoistisch und egozentrisch. Er scherte sich überhaupt nicht sich mit ihnen überhaupt abzugeben.
Selbst seine Eltern liess er links liegen nachdem er merkte, dass sie ihm nichts mehr beizubringen haben. Seine Auffassungsgabe und Lernbereitschaft dagegen waren einzigartig. Er versuchte aus allen
Lebensalgen zu lernen, zu verstehen und weiterzudenken. Sein Ziel, die Erleuchtung zu erreichen, war hoch gesteckt. Er strotzte vor Selbstsicherheit und Selbstvertrauen. Auch nach Tiefschlägen auf seinem Lebensweg, ja sogar nach Selbstmordgedanken (vgl. Hesse, 73) vermochte sich Siddhartha zu fangen und neu zu motivieren. Siddhartha handelte überlegt, vernünftig und war die Ruhe selbst. Nervosität, Angst und Sorge scheinen ihm Fremdwörter gewesen zu sein. Vor jeder Entscheidung nahm sich Siddhartha alle Zeit alles genau zu überdenken um schliesslich zu handeln. Nie liess er sich zu schnellen Entscheidungen oder Dummheiten verleiten.
Lebensgeschichte...
Paul hatte eine armselige Lebensgeschichte. In den 20 Jahren seines Lebens widerfuhr ihm ein trauriges Dasein mit viel Gewalt, Tod und Zerstörung. Den Ersten Weltkrieg überlebte er knapp nicht. Erreicht hat er während seines Lebens, hart ausgedrückt, überhaupt nichts. Er musste sich selbst zugestehen, dass der Krieg sein Leben irreparabel zerstört hat: ,,Der Krieg hat uns für alles verdorben " (Remarque 2001, S. 67) ,,Wir sind gefühllose Tote, die durch einen Trick, einen gefährlichen Zauber noch laufen und töten können." (Remarque 2001, S. 85)
Er wusste, dass auch wenn der Krieg einmal zu Ende sein würde, dass danach jeder Griff nach einem
normalen Leben vergeblich sein würde und er ewig im Käfig der psychologischen Nachwirkungen des Krieges gefangen sein würde. Das machte ihn an der Front zu einem extrem gleichgültigen Menschen. So gleichgültig, dass er sogar seinen Tod mit Gefühlen der Egalität fast erwartete, erfuhr und akzeptierte.( vgl. Hesse 2001, S. 197)
Siddharthas Lebenslauf kann sich sehen lassen. Er erreichte alle seine Ziele und wurde erleuchtet, fand
für sich selbst die absolute Lehre und errang Weisheit des höchsten Grades. Und das alles aus eigener Kraft. Dafür musste er zwar einiges über sich ergehen lassen, doch alles hat ihm geholfen, seine äusserst enthusiastischen Ziele zu verwirklichen und seine Träume wahr zu machen. Er musste für seine Verhältnisse ganz tief sinken um schliesslich daraus wiederum seine Lehren zu ziehen: ,,Die Welt hatte ihn eingefangen, die Lust, die Begehrlichkeit, die Trägheit, und zuletzt auch noch jenes Laster, das er als das törichtste stets am meisten verachtet und gehöhnt hatte: die Habgier." (Hesse 1974, 65 f.)
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Aber er hat es geschafft, sich von den schlechten, weltlichen Angewohnheiten wieder zu befreien und auf den Pfad des göttlichen zurückzukehren um schlussendlich ins Nirwana einzutreten. Zusammenfassende Antworten... Wie entstanden die völlig verschiedenen Lebenswege?
Die Gegensätzlichkeit von Paul Bäumer und Siddhartha könnte offensichtlicher nicht sein. Der Eine gelangt zur Erleuchtung und der Andere stirbt nach einem armseligen kurzen Soldatenleben. Diese unterschiedlichen Lebenswege entstanden durch viele verschiedene Faktoren. Sicherlich sind die sozialen Verhältnisse der Familie auch ausschlaggebend für den Lebensweg eines Menschen. Siddhartha hatte mit seinen Eltern, die reicher wohl nicht hätten sein können eigentlich Glück. Er musste sich finanziell keine Sorgen machen. Aber auch gesellschaftlich hatte er als Brahmane hohes Ansehen. In solchen Verhältnissen besteht eigentlich nur die Gefahr, das man der Trägheit verfällt und das Leben damit verbringt, zu konsumieren und geistig abzustumpfen. Um dies zu
verhindern, hatten Siddharthas Eltern aber vorgesorgt und ihn zu einem klugen neugierigen jungen Mann erzogen.
Finanziell sah es für die Familie Bäumer aus Deutschland anders aus. Die Familie war arm und somit schwanden natürlich auch die Zukunftsperspektiven für Paul. Wenn man aus der Arbeiterklasse stammt, hatte man es schwer etwas zu verändern. Ausserdem war es für die soziale Unterschicht schwerer, an eine solide, gute Ausbildung zu kommen.
Die Jugend spielt für den künftigen Lebensverlauf natürlich auch eine sehr grosse Rolle. Siddhartha genoss in seiner Jugend eine gute Ausbildung und wurde von hohen Gelehrten unterrichtet. Die Art und Weise, wie ihn seine Eltern erzogen, bringen ihm gute geistige Fähigkeiten. Paul war zwar auch ein guter und fleissiger Schüler aber er lebte trotzdem in einer anderen Sphäre als Siddhartha. Er hatte weniger Freiheiten und wurde von seiner Umgebung mehr in ein Schema gepresst als Siddhartha. Sein
ärmliches Umfeld, zwang ihn fast einen Beruf zu lernen um überhaupt überleben zu können. Wäre der Krieg nicht dazwischen gekommen, hätte er sicher nicht wie Siddhartha einfach so ausreissen können um einfach mal nach der Erleuchtung zu suchen. Er hätte einen Beruf erlernen müssen, Im besten Fall wäre er vielleicht Schriftsteller oder Lehrer geworden.
Der Umstand, dass sein Leben wie in einer Bahn lief und er so kaum Freiheiten hatte, machte Paul sicher unterwürfiger und loyaler als Siddhartha, der alle Freiheiten hatte, sein Leben selbst zu gestalten. Diese Vielfalt der Möglichkeiten wiederum, machten Siddhartha zu einem kreativeren, rebellischeren Charakter als Paul Bäumer.
Siddhartha hatte sogar die Freiheit, das Zuhause verlassen. Auch wenn ihm das sein Vater nur zähneknirschend erlaubt hatte, hätte Pauls Vater seinen Sohn beim gleichen Anliegen wahrscheinlich ausgelacht.
Die Eigenartigkeit und Wissbegierde von Siddhartha, führt in seiner Jugend zum Knick seines Lebensverlaufs, zu einem Neuanfang, zu seiner Reise ins Ungewisse. Paul macht in seiner Jugend
aber aus ganz anderen Gründen als Siddhartha. Paul wird von seinem Klassenlehrer dazu gedrängt, sich
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verändernden Umbruch in seinem Leben.
Paul schlittert nach dieser Veränderung ins Elend. Er hat nicht wie Siddhartha ein Lebensziel an dem er sich und seine Situation beurteilen kann. Er lebt sozusagen ins Blaue hinaus und wartet mal ab was geschieht. Siddhartha kann sich jederzeit seinen Zustand mit seinem Ziel vergleichen und ausmachen, was noch zu tun ist. Paul hat nicht die Möglichkeit die Relation zwischen Soll und Ist zu bilden, da er sich nie definiert hat was er schlussendlich will, und somit unterlässt er es auch, sich gegen den Lauf seines Lebens zu wehren. Das ist aber nicht der einzige Grund warum Paul nichts unternimmt. Er hat natürlich auch einen schweren Stand als Soldat.
Die einzige Möglichkeit die ihm geblieben wäre, sich vor dem Krieg zu retten, wäre die Desertion gewesen. Die war für Paul aber nie ein Thema, da er ein zu gutes Verhältnis zu seinen Kameraden hatte und er einfach ein zu braver Junge war. Zudem fehlte ihm wahrscheinlich das Selbstvertrauen, das es benötigt um selbst so einen Schritt zu wagen und einfach alles in Frage zu stellen und allem den
seine Entscheidung, sein Zuhause zu verlassen, war für ihn sicher die Richtige. Diese Überzeugung die Siddhartha in sich trug verhalfen ihm dann auch, aus sämtlichen negativen Phasen seines Lebens wieder eine positive zu machen und aus jeder Lebenslage zu lernen.
Was haben die zwei Personen gemeinsam?
Gemeinsamkeiten zwischen Paul und Siddhartha sind schwer auszumachen. Auf den ersten Blick findet man keine. Auf den zweiten Blick auch nur kleine:
Beide hatten ein bisschen ein gestörtes Verhältnis zu ihrem Vater. Siddhartha meldete sich nach seinem Auszug von Zuhause überhaupt nicht mehr bei seinen Eltern. Erst als er selbst schlechte Erfahrungen als Vater gemacht hatte, merkte er, in welchem Ausmass er seinen Vater verletzt haben könnte (vgl. Hesse 1974, 106).
Aber auch Paul hatte kein rechtes Verhältnis mehr zu seinem Vater als er auf seinem Diensturlaub nach Hause kam (vgl. Remarque 2001, 117). Die Gründe für die verkorksten Beziehungen lagen aber ganz woanders. Paul wurde durch den Krieg so von seinem früheren Leben entfremdet, so dass er dadurch jegliche Relation zu seinem Vater verloren hat. Siddhartha hingegen vergass seinen Vater in seinem Eifer nach Weisheit und Erleuchtung förmlich.
Eine weitere Gemeinsamkeit ist die gähnende Leere im Sektor der Liebesbeziehungen. Siddhartha wollte von seiner Kamala nur die Kunst des Kamasutra lernen und fand persönlich gar nichts an ihr. Er
wollte gar keine Familie gründen und sich fest in einer Beziehung oder sogar Ehe an eine Frau binden. Er hatte schlicht andere Ziele.
Paul dagegen, hätte sich sicher mehr mit Frauen abgegeben, wenn er kein Soldat gewesen wäre und ein ziviles Leben geführt hätte.
Beide Charaktere waren eher Denker und machten sich viel Gedanken über das Leben und die Welt. Siddhartha blieb aber nicht wie Paul bei den Gedanken, sondern liess auch Taten folgen, er war Akteur, Paul dagegen war nur ein Spielball anderer. Dieser sperrte seine Gedanken ein und behielt sie alle samt für sich. Dies verstärkte mit Sicherheit das Einsamkeitsgefühl das er an der Front verspürte.
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Was würden die Personen wahrscheinlich voneinander halten?
Ein Treffen zwischen Siddhartha und Paul wäre sicherlich interessant. Es macht zwar nicht den Anschein, dass sich die zwei besonders viel zu sagen hätten, aber sie anschliessend nach einem Gespräch zu fragen, was sie voneinander halten, würde sicher interessante Dinge ans Tageslicht bringen.
Paul käme für Siddhartha wahrscheinlich in die Kategorie Mensch, über die er sich einmal mit Kamala unterhielt (vgl. Hesse 1974, 61). Siddhartha verglich dort die Menschen mit Blättern, die vom Wind durch die Lüfte gewirbelt werden, ohne irgendwelchen Einfluss zu haben. Mit was für Augen Paul Siddhartha sehen würde, ist schwierig zu sagen. Vielleicht wäre Siddhartha für Paul eine unanfechtbare Autoritätsfigur, da er wohl den grossen Bildungsunterschied bemerken würde. Andererseits wäre er vielleicht einfach nur neidisch auf Siddhartha, da dieser ein schönes und erfülltes Leben hatte. Vielleicht wäre aber
Siddhartha für Paul auch nur ein Spinner ohne Bezug zur Realität, da Paul wohl nichts mit Gebeten und Versenkung anfangen könnte. Fazit...
Paul und Siddhartha waren sehr unterschiedliche Menschen. Ihre Lebenswege waren ebenso komplett anders wie ihre Umgebungen und Charaktereigenschaften. Siddhartha hatte sicherlich mehr Glück mit seinem Umfeld indem er geboren und aufgewachsen ist. Das bereitete ihm einen einfacheren Start ins
Leben. Siddhartha ruhte sich aber nicht auf seinen Lorbeeren aus sondern konnte sich in seinem Leben noch einmal herausfordern und sich weiter entwickeln.
Paul wuchs in einem Umfeld auf, indem es ziemlich schwer war, nicht vom Krieg negativ betroffen zu
sein. Er hatte einen harten Stand, wählte den Weg des geringsten Widerstandes und schlitterte weiter ins Unglück. Schlussbemerkungen...
Tod und Erleuchtung kann man nicht gut miteinander vergleichen. Man findet zwischen zwei solch unterschiedlichen Personen kaum Gemeinsamkeiten. Auf ein paar Erkenntnisse bin ich aber trotzdem gekommen. Es war für mich anfangs nicht leicht. Aber als ich mal richtig angefangen hatte, kam ich dann immer besser vorwärts. Ich fand es interessant, bei einem Buch einmal genauer hinzuschauen und
weiterführende Fragen zu beantworten. Nachdem ich die Bücher gelesen hatte und mir während dem lesen meiner Ansicht nach wichtige Stellen markierte, begann ich mit dem Verfassen der Inhaltsangaben. Danach untersuchte ich zuerst die Punkte aus dem Hauptteil und schliesslich verfasste ich die zusammenfassenden Antworten auf die Schwerpunktfragen.
Ich hätte nie gedacht, dass ich so einfach mal 15 Seiten über dieses Thema schreiben könnte. Aber es fiel mir eigentlich relativ leicht und ich hätte durchaus noch viel mehr zu schreiben gewusst. Es war sehr schwierig, geeignete, unterstützende Fachliteratur zu meinem Thema zu finden, da die Antworten zu meinen Fragen eigentlich nur in den Büchern selbst zu finden waren.
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Literaturverzeichnis
Hesse, Hermann: Siddhartha. Frankfurt am Main 1974 Remarque, Erich Maria: Im Westen nichts Neues . Köln 2001
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Arbeit zitieren:
Benjamin Beyeler, 2002, Hesse, Hermann - Siddharta - Tod und Erleuchtung - Vergleich mit "Im Westen nichts Neues", München, GRIN Verlag GmbH
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