- II -
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
1. Einleitung und Zielsetzung 1
2. Was sind Datenbanksysteme? 2
2.1 Abgrenzung und Definitionen 2
2.2 Anforderungen an Datenbankmodelle 3
2.3 Abstraktionsebenen eines Datenbanksystems 5
3. Konzeptionelle Modelle für Datenbanken. 7
3.1 Allgemeines 7
3.2 Das Relationenmodell. 8
4. Markt- und Entwicklungstendenzen 11
Literaturverzeichnis VI
Anhangsverzeichnis VII
Anhang. VIII
Ehrenw örtliche Erklärung XI
CAD = computer aided design
DBMS = data base management system
ER = entity relationship
RAM = random access memory
RDBMS = relational data base management system relationales Datenbankmanagementsystem
SQL = structured query language
- IV -
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Vereinfachtes Modell einer Datenbankumgebung
Abbildung 2: PQRI-Anforderung
Abbildung 3: Drei-Ebenen-Modell.
Abbildung 4: ER-Diagramm einer Bibliotheksverwaltung
Abbildung 5: Tabelle eines relationalen Datenbanksystems
Abbildung 6: Konzeptionelles Schema für eine relationale Datenbank
- V -
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Relationship-Typen in einem ER-Diagramm 8
Tabelle 2: prozeduale Anweisung vs. SQL-Anweisung. 10
Tabelle 3: Anbieter von RDBMS und ihre Produkte 11
- 1 - 1.Einleitung und Zielsetzung
Datenbanksysteme haben ihre Rolle als Schlüsseltechnologie für die effiziente Realisierung komplexer Informationssysteme während der drei letzten Jahrzehnte immer weiter ausgebaut. Während Informationssysteme früher aus einer Sammlung von Dateien bestanden, wird diese Technik heute durch Datenbanksysteme weitestgehend abgelöst. 1
Hintergrund dieser Entwicklung sind die Fortschritte in der Datenbanktechnologie, die ermöglichen, dass:
• immer größere Dateibestände verwaltet werden können
• neue Informationsstrukturen wie kaufmännische, wissenschaftliche, statistische oder audio-visuelle Informationen adäquat dargestellt werden können
• in neuen Modalitäten wie interaktiver Recherche oder entferntem Datenzugriff auf Informationsbestände zugegriffen werden kann 2
Die Auswahl eines Datenbanksystems ist in den Unternehmen zu einer strategischen Entscheidung herangewachsen. Diese Arbeit soll einen Überblick über den Aufbau, die Arbeitsweise und die Funktionen von Datenbanksystemen geben. Markt- und Entwicklungstendenzen werden kurz dargestellt, um einen Überblick über derzeitige Anbieter von Datenbanksystemen zu geben und neue Tendenzen vorzustellen.
Nach einer Abgrenzung der klassischen Dateisysteme vom Datenbanksystem sowie Begriffserklärungen werden die Anforderungskriterien an ein Datenbanksystem dargestellt. Anschließend wird das Drei-Ebenen-Modell vorgestellt, um aufzuzeigen, welche Aspekte bei der Erstellung einer Datenbank von Bedeutung sind. Im nächsten Gliederungspunkt wird allgemein auf konzeptionelle Modelle für Datenbanksysteme eingegangen, wobei nur das Relationenmodell als das Bedeutendste ausführlich vorgestellt wird. Im letzten Gliederungspunkt wird auf aktuelle Markt- und Entwicklungstendenzen im Bereich der Datenbankmanagementsysteme eingegangen.
1 vgl. Matthes F., Schmidt, J.: Datenbankhandbuch, www.sts.tu-harburg.de/papers/STS-Rep-1998.html,
1998, S. 4
2 vgl. ebenda
- 2 - 2.Was sind Datenbanksysteme?
2.1 Abgrenzung und Definitionen
Informationssysteme bestanden früher meist aus einer Sammlung von Dateien, auf die mit verschiedenen Programmen zugegriffen wurde. In diesen Programmen werden jeweils eigene Operationen zum Lesen und Schreiben von Daten implementiert. Auch die Dateiverwaltung muss von diesen Programmen übernommen werden. 3
Arbeiten mehrere Benutzer mit demselben Datenmaterial, bereitet besonders die Konsistenz der Daten Probleme. Es muss sichergestellt werden, dass die Daten, die von einem Benutzer A gerade bearbeitet werden, erst dann von einem Benutzer B geändert werden können, wenn Benutzer A seine Änderungen abgeschlossen hat. 4 Ansonsten ist es möglich, dass für mehrere Daten unterschiedliche Werte bestehen und es dadurch zur Dateninkonsistenz kommt. 5
Weiterhin werden bei der Datenspeicherung in isolierten Dateien häufig identische Daten für verschiedene Anwendungen mehrfach bereitgehalten, was zu erheblicher Redundanz, also mehrfacher Speicherung derselben Datenwerte führt. 6 Dies kann zur Dateninkonsistenz führen, wenn nicht sichergestellt wird, dass die Datenänderungen auch in den Kopien erfolgt.
Der mit diesen Problemen verbundene Programmieraufwand wird überflüssig bei der Nutzung eines Datenbanksystems. Die Bestandteile des Datenbanksystems sind die Datenbank mit den eigentlichen Daten und das Datenbankverwaltungssystem (Date Base Management System, kurz DBMS), ein Programmsystem zum Aufbau, zur Kontrolle und zur Manipulation der Datenbasis. 7 Das Datenbankverwaltungssystem übernimmt die Transaktionskontrolle und die Dateiverwaltung. Die Probleme der Datenspeicherung und Datenorganisation werden zentral gelöst und von der Auswertung der Daten für die verschiedenen fachlichen Aufgabenstellungen abgekoppelt.
3 vgl. Kleinschmidt, P., Rank, C.: Relationale Datenbanksysteme, 2. Aufl., Berlin, 2002, S. 1
4 vgl. Kemper, A.: Datenbanksysteme, 3. Aufl., München,1999, S. 15 ff.
5 vgl. Kleinschmidt, P., Rank, C.: Relationale Datenbanksysteme, 2. Aufl., Berlin, 2002, S. 1
6 vgl. Hansen, H.: Wirtschaftsinformatik, 7. Aufl., Stuttgart, 1996, S. 942
7 vgl. ebenda, S. 943
- 3 -Die Datenbank enthält neben den eigentlichen Daten sog. Metadaten, die Informationen über die Struktur der Datenbank selbst enthält. Weiterhin sind die Programmierebene und die Datenebene bei den Datenbankapplikationen klar getrennt. Durch diese Datenabstraktion kann der Benutzer der Datenbank nicht wissen, wie und wo die Daten gespeichert werden.
Abbildung 1: Vereinfachtes Modell einer Datenbankumgebung
Quelle: Kleinschmidt, P., Rank, C.: Relationale Datenbanksysteme, a.a.O., S. 4
Zusammengefasst liegen die Nachteile der Dateisysteme hauptsächlich in der doppelten Datenhaltung. Durch unkontrollierte Änderungen kommt es zu Dateninkonsistenz oder es entsteht ein hoher Programmieraufwand für Lese- und Schreiboperationen, die dies verhindern. Bei den Datenbanksystemen werden die Daten nur einmal gespeichert, die Konsistenzprüfung wird vom Datenbankverwaltungssystem durchgeführt. Redundanz, Dateninkonsistenz und hoher Programmieraufwand werden so vermieden. 8
2.2 Anforderungen an Datenbankmodelle
Allgemein lassen sich für jedes Informationssystem vier Eigenschaften definieren, die sogenannten PQRI-Anforderungen. 9
8 vgl. Kleinschmidt, P., Rank, C.: Relationale Datenbanksysteme, a.a.O., S. 3
9 vgl. Matthes F., Schmidt, J.: Datenbankhandbuch, a.a.O. S. 5 f.
Abbildung 2: PQRI-Anforderung
Quelle: eigene Darstellung
Persistenz: Ein Informationssystem verwaltet Informationsbestände, deren Lebensdauer nicht durch die Lebensdauer individueller Geschäftsprozesse beschränkt sind. 10 Persistent sind also Daten, die länger gespeichert werden müssen, als für die einzelne Programmaktivierung nötig ist. Die heutige Technik erlaubt eine persistente Speicherung von Daten nur auf Sekundärspeichern (magnetische oder optische Festplatten) oder Tertiärspeichern (Bänder, Wechselplatten), während eine Datenverarbeitung ausschließlich im Primärspeicher (RAM) möglich ist. Eine der Hauptaufgaben eines Datenbanksystems ist deshalb die effiziente Verwaltung der Speicherhierarchie. Weiterhin müssen die erzeugten Informationen unabhängig von Hardware- und Softwareumgebung sowie Netzwerktypologien sein.
Quantität: Ein Informationssystem verwaltet einen umfangreichen Informationsbestand, dessen Struktur zwar zum Entwurfszeitpunkt fixiert ist, deren Größe aber über die Lebensdauer des Informationssystems variiert und im Normalfall wächst. 11 Dadurch entstehen häufig Datenbanken einer Größe, die nicht mehr auf einem load/save-Modell aufbauen können, bei dem alle persistenten Daten komplett in den primären Speicher geladen werden. Eine weitere Hauptaufgabe der Datenbanksysteme ist daher die effiziente Selektion der benötigten Daten, die dann tatsächlich in den Primärspeicher transferiert werden.
10 vgl. Matthes F., Schmidt, J.: Datenbankhandbuch, a.a.O. S. 10
11 vgl. Kleinschmidt, P., Rank, C.: Relationale Datenbanksysteme, a.a.O., S. 12
- 5 - Reaktivität: EinInformationssystem ist in die Geschäftsprozesse seiner Umgebung fest eingebunden. Es soll den Informationsbestand unmittelbar aufgrund eingehender Informationen aktualisieren, auf Informationsanfragen antworten und selbstständig Aktivitäten in seiner Umgebung auslösen. 12 Die Synchronisation dieser Anfragen und Änderungen und eine Vermeidung von Dateninkonsistenz sowie Unterstützung des Mehrbenutzerbetriebes ist eine weitere Hauptaufgabe der Datenbanksysteme. Es muss Strukturflexibilität bestehen, damit die Struktur der Daten z.B. bei einer Umstellung von Postleitzahlen veränderbar ist. 13
Integrität: Ein Informationssystem soll Integritätsbedingungen wahren, die sich sowohl auf den persistenten Informationsbestand als auch auf die ein- und ausgehenden Informationen beziehen. „Datenintegrität umfasst alle Aspekte, welche das korrekte Arbeiten mit Daten sicherstellen und unterstützen.“ 14 Die Wahrung der Integrität eines Informationsbestandes erfordert eine Kontrolle über alle Benutzer, die an der informationsverarbeitenden Tätigkeit innerhalb des Informationssystems teilnehmen. 15 Die Daten müssen vollständig und korrekt sein. Semantische Datenzusammenhänge sollen transparent und nutzbar dargestellt werden. 16 Um Datensicherheit zu gewährleisten, müssen Zugangssicherungsverfahren und Datenschutzaufgaben sowie Sicherheitsspeicherungen und Rekonstruktionsverfahren durch das Datenbankmanagementsystem unterstützt werden. 17
2.3 Abstraktionsebenen eines Datenbanksystems
Um verschiedene Aspekte, die bei der Erstellung eines Datenbanksystems eine Rolle spielen, zu differenzieren, erweist sich die Verwendung des Drei-Ebenen-Modells als hilfreich. 18 Die einzelnen Ebenen einer Datenbank sind wie folgt charakterisiert:
12 vgl. Matthes F., Schmidt, J.: Datenbankhandbuch, a.a.O. S. 14
13 vgl. Kleinschmidt, P., Rank, C.: Relationale Datenbanksysteme, a.a.O., S. 5
14 vgl. Zehnder, C.: Informationssysteme und Datenbanken, 6. Aufl., Stuttgart, 1998, S. 244
15 vgl. Matthes F., Schmidt, J.: Datenbankhandbuch, a.a.O. S. 16 f.
16 vgl. Kleinschmidt, P., Rank, C.: Relationale Datenbanksysteme, a.a.O., S.4 f.
17 vgl. Zehnder, C.: Informationssysteme und Datenbanken, a.a.O., S. 241 ff.
18 vgl. ebenda, S. 17 f.
- 6 - InterneEbene: Hier wird die interne physikalische Struktur der Datenbank beschrieben, also die physische Dateiorganisation und die Zugriffspfadgestaltung. 19 Zielsetzung ist eine minimale Zugriffszeit bei optimaler Speicherplatzausnutzung. Auf diese Ebene besteht im Normalfall selbst für den Datenbankadministrator kein Zugriff, sie wird allein vom Datenbankmanagementsystem verwaltet. 20
Konzeptionelle Ebene: Diese Ebene beschreibt die logische Struktur der Datenbank (Metadaten), also Tabellen, Integritätsbedingungen, Datenmodelle, etc.. Auf diese Ebene kann der Datenbankadministrator durch eine Datenbanksprache wie SQL Einfluss nehmen. 21 Dieses konzeptionelle Modell der Datenbank wird in der Regel zusammen mit betroffenen Fachabteilungen entwickelt.
Externe Ebene: Hier werden die individuellen Benutzeransichten auf die Datenbank definiert. Diese Schemata beschreiben Ausschnitte der konzeptionellen Ebene, die für einzelne Benutzer interessant sind. 22 Der Zugriff auf die externe Ebene erfolgt durch Abfragesprachen oder graphische Benutzeroberflächen.
Abbildung 3: Drei-Ebenen-Modell
Quelle: vgl. Kleinschmidt, P., Rank, C.: Relationale Datenbanksysteme, a.a.O., S. 6
19 vgl. Hansen, H.: Wirtschaftsinformatik, a.a.O., S. 954
20 vgl. Kleinschmidt, P., Rank, C.: Relationale Datenbanksysteme, a.a.O., S. 5
21 vgl. Hansen, H.: Wirtschaftsinformatik, a.a.O., S. 955 f.
22 vgl. ebenda
- 7 - 3.Konzeptionelle Modelle für Datenbanken
3.1 Allgemeines
Bei der Entwicklung eines Informationssystems wird durch Abstraktion von der Realität ein konzeptionelles Datenmodell entwickelt, dass einen Ausschnitt der Realität darstellt. Dieser Realitätsausschnitt wird in einer Datenbank abgebildet. Durch das konzeptionelle Modell wird die logische Struktur der Datenbank definiert. Für die Erstellung solcher konzeptionellen Schemata bedient man sich sog. Datenmodellierungsmethoden. Eine dieser Methoden ist das Entity-Relationship-Diagramm (ER-Diagramm). Hier werden existierende Objekte, die von anderen unterscheidbar sind, und die Beziehung zwischen diesen Objekten definiert. Objekte mit gemeinsamen Eigenschaften werden zu Objekttypen zusammengefasst, denen beschreibende Eigenschaften, sog. Attribute, zugeordnet werden. 23 Im nächsten Schritt werden die Objekttypen, Beziehungen und Attribute in einem Diagramm grafisch, wie in folgendem Beispiel einer Bibliotheksverwaltung, präsentiert, wobei die Objekttypen durch Rechtecke, die Beziehungen durch Rauten und die Attribute durch Ovale dargestellt werden.
Abbildung 4: ER-Diagramm einer Bibliotheksverwaltung
Quelle: vgl. Hansen, H.: Wirtschaftsinformatik, a.a.O., S.945
23 vgl. Hansen, H.: Wirtschaftsinformatik, a.a.O., S. 943 ff.
- 8 -Weiterhin werden die Arten der Beziehungen, die sog. Relationshiptypen, näher definiert. Folgende Arten von Beziehungen sind möglich:
Tabelle 1: Relationship-Typen in einem ER-Diagramm
Quelle: vgl. Kleinschmidt, P., Rank, C.: Relationale Datenbanksysteme, a.a.O., S. 6 Aus diesem Entity-Relationship-Diagramm erfolgt die Erstellung eines konzeptionellen Schemas, dass zum relevanten Datenmodell für das Datenbankverwaltungssystem wird. „Das Datenmodell dient also dazu, die Informationsstruktur auf ein bestimmtes Datenbanksystem zugeschnitten zu beschreiben.“ 24
Von den zahlreichen Datenmodellen wie hierarchisches Modell, Netzwerkmodell oder objektorientiertes Modell soll im folgenden nur das momentan bedeutendste, das Relationenmodell herausgegriffen und betrachtet werden.
3.2 Das Relationenmodell
Die meisten heute eingesetzten Datenbanksysteme basieren auf dem relationalen Modell, das durch E.F. Codd um 1970 25 begründet wurde. Es beruht auf dem Prinzip, dass alle Informationen in Tabellen (sog. Relationen) abgelegt werden.
Eine relationale Datenbank besteht aus einem Tabellennamen, einem Tabellenkopf und den eigentlichen in der Tabelle gespeicherten Daten. Der Tabellenkopf setzt sich aus einer Menge von Attributen zusammen, wobei jedem einzelnen Attribut im Tabellenkopf ein Wertebereich (z.B. zwischen 0 und 100) und ein Format (z.B. Zahl, Datum, Text, etc.) zugeordnet wird. 26
24 Hansen, H.: Wirtschaftsinformatik, a.a.O., S. 945
25 vgl. Matthiessen, G., Unterstein, M.: Relationale Datenbanken und SQL, 2. Aufl., München, 2000, S. 31
26 vgl. Hansen, H.: Wirtschaftsinformatik, a.a.O.,, S. 947
- 9 -Die einzelnen Zeilen der Tabelle bilden die Datensätze 27 , die als Tupel bezeichnet werden. Weiterhin besitzt jede Tabelle einen Primärschlüssel. Dies ist ein Attribut, das eine eindeutige Identifikation jedes Tupels der Relation über den Wert des Primärschlüsselattributes erlaubt.
Abbildung 5: Tabelle eines relationalen Datenbanksystems
Quelle: Hansen, H.: Wirtschaftsinformatik, a.a.O., S.948
Die Erstellung eines konzeptionellen Schemas eines solchen Datenbank umfasst also unter anderem die Festlegung der Tabellen, der Tabellenattribute und der Tabellenschlüssel. Das ER-Diagramm kann durch wenige Schritte in ein konzeptionelles Schema einer relationalen Datenbank umgewandelt werden: 28
1. Die Objekttypen (durch Rechtecke gekennzeichnet) werden zu den Tabellen der Datenbank
2. Die Attribute der Objekttypen (durch Ovale gekennzeichnet) werden zu den Spalten der entsprechenden Tabelle. In jeder Tabelle wird eine Spalte, die eindeutige Werte für jeden Tupel enthält, als Primärschlüssel definiert. 3. n:m-Beziehungen und 1:n-Beziehung werden zu Tabellen, wobei der Tabellenname dem Beziehungsnamen entspricht. Bei n:m-Beziehungen sind die Attribute dieser Tabelle einerseits die der Beziehung zugeordneten Attribute, andererseits die Primärschlüssel der an der beteiligten Objekttypen. Bei 1:n-Beziehungen wird der Primärschlüssel des Objekttyps auf der mit 1 gekennzeichneten Seite als Attribute in die Tabelle des Objekttyps der mit n gekennzeichnet Seite übernommen.
27 vgl. www.glossar.de
28 vgl. Hansen, H.: Wirtschaftsinformatik, a.a.O., S. 948 f.
- 10 -Bei 1:1-Beziehungen muss der Primärschlüssel eines Objekttyps in die Tabelle des anderen Objekttyps aufgenommen werden.
Abbildung 6: Konzeptionelles Schema für eine relationale Datenbank
Quelle: vgl. Hansen, H.: Wirtschaftsinformatik, a.a.O., S.949 Die Abfragen in diesem Datenbanksystem werden in SQL (structured query language) durchgeführt. Die Sprache wurde Mitte der 70er Jahre in den IBM-Forschungslaboren entworfen. 29 SQL ist eine nichtprozedurale bzw. deklarative 30 Programmiersprache, d. h., dass der Anwender in SQL beschreibt, was er will und nicht wie es gemacht werden soll. 31 Durch eine Folge von einfachen Operationen stehen mächtige Funktionen in der relationalen Datenbank zur Verfügung. In folgendem Beispiel wird die prozedurale Anweisungsfolge auf der linken Seite durch das SQL-Kommando daneben ersetzt.
Tabelle 2: prozeduale Anweisung vs. SQL-Anweisung
Quelle: vgl. Hansen, H.: Wirtschaftsinformatik, a.a.O., S.958
29 vgl. Kleinschmidt, P., Rank, C.: Relationale Datenbanksysteme, a.a.O., S. 22 und Meier, A.: Relationale
Datenbanken, 3. Aufl., Berlin, 2001, S. 5 ff.
30 vgl. Kemper, A.: Datenbanksysteme, a.a.O., S. 105
31 vgl. Kleinschmidt, P., Rank, C.: Relationale Datenbanksysteme, a.a.O., S. 24
- 11 -Trotz der leichten Erlernbarkeit ist SQL kein Werkzeug, mit dem der Endnutzer auf die Datenbank zugreift. SQL ist für Datenbankdesigner und Datenbankadministratoren gedacht, für den Endnutzer gibt es meist komfortable grafische Benutzeroberflächen.
4. Markt- und Entwicklungstendenzen
Durch die ständig steigende Rechnerleistung ist das einzige Manko der relationalen Datenbanksysteme, die geringe Transaktionsleistung - hierarchische Datenbanksysteme waren hier um den Faktor 2 bis 3 überlegen 32 - , immer weiter in den Hintergrund gedrängt worden. Das relationale Modell ist somit zum De-facto-Standard in den Unternehmen herangewachsen. 33 Demzufolge dominieren diejenigen Unternehmen, die sich zum richtigen Zeitpunkt auf relationale Datenbanksysteme spezialisiert haben. 34
Führende Anbieter sind hier Oracle, IBM, Microsoft und Sybase, der Gesamtumsatz der Branche im Jahr 1999 betrug 8,8 Milliarden US-$. 35 Dies bedeutet eine Steigerung um 18% gegenüber dem Umsatz vom Vorjahr. 36 Der Datenbankmarkt boomt dermaßen, dass bis zum Jahr 2004 eine Steigerung des Umsatzes auf 12,7 Milliarden US-$ erwartet wird. 37
Tabelle 3: Anbieter von RDBMS und ihre Produkte
Quelle: eigene Darstellung
Neben den relationalen Datenbanksystemen existieren noch eine Reihe neuer Ansätze wie die objektorientierten Datenbanken, die versuchen, die relationalen Datenbanken durch Verwendung objektorientierter Konzepte 38 erweiterbar zu machen. Dadurch sollen neue Anwendungsgebiete mit komplexen Datenstrukturen und neuen Datentypen verarbeitet werden können. So werden technisch-wissenschaftlich komplexe Vorgänge mit hoher
32 vgl. Hansen, H.: Wirtschaftsinformatik, a.a.O., S. 965
33 vgl. Pöschmann, T.: Relationale Datenbanken: Oldies, but Goldies?, www.entwickler.com, 2001
34 vgl. Hansen, H.: Wirtschaftsinformatik, a.a.O., S. 965 ff.
35 vgl. http://www.advisor.com/Articles.nsf/AID/FRASS308 und www.gartnergroup.com
36 vgl. http://www.survey.com/press/pr000817.html
37 vgl. http://www.advisor.com/Articles.nsf/AID/FRASS308
38 vgl. http://www.gi-ev.de/informatik/lexikon/inf-lex-obj-datenbanksysteme.shtml
- 12 -Abstraktionsebene in den Bereichen Medizin, Physik und Astronomie oder räumliche Daten von CAD-Anwendungen oder geographische Informationssysteme verwaltet. 39
Das Data Warehouse gilt als neuerer Trend im Bereich der Management Support Systeme. Es ist ein umfassendes Konzept zur Entscheidungsunterstützung von Mitarbeitern aller Bereiche und Ebenen. 40 Kern ist eine integrierte Datenbank mit allen relevanten Informationen, die aus den operativen Datenbanksystemen und externen Quellen herausgefiltert werden. Dadurch stehen die für strategische Entscheidungen relevanten Daten komprimiert zur Verfügung. 41
Die oben genannten Trends sind nur ein Auszug aus dem Entwicklungsprogramm von zahlreichen Firmen, die sich mit Datenbanksystemen beschäftigen. Das richtige Konzept für das eigene Unternehmen auszuwählen und passend zu implementieren, ist zu einer Aufgabe herangewachsen, die den Erfolg der Unternehmung sowohl durch Kosten als auch durch die Gestaltung der Prozesse maßgeblich beeinflusst.
39 vgl. Hansen, H.: Wirtschaftsinformatik, a.a.O., S. 970
40 vgl. http://www.gi-ev.de/informatik/publikationen/index.html
41 vgl. Hansen, H.: Wirtschaftsinformatik, a.a.O., S. 976 ff.
Hansen, Hans Wirtschaftinformatik, 7. Aufl., Stuttgart, 1996
Kemper, Alfons Datenbanksysteme, 3. Aufl., München, 1999
Kleinschmidt, Peter Relationale Datenbanksysteme: eine praktische Einführung, Rank, Christian 2. Aufl., Berlin, 2002
Matthes, Florian Datenbankhandbuch, Schmidt, Joachim W. www.sts.tu-harburg.de/papers/STS-Rep-1998.html, 1998
Matthiessen, Günther Relationale Datenbanken und SQL, Unterstein, Michael 2. Aufl., München, 2000
Meier, Andreas Relationale Datenbanken, 4. Aufl., Berlin, 2001
Pöschmann, Thomas Relationale Datenbanken: Oldies, but Goldies?, www.entwickler.com, 2001
Zehnder, Carl August Informationssysteme und Datenbanken, 6. Aufl., Stuttgart, 1998
Internetquellen:
http://www.advisor.com http://www.entwickler.com http://www.gartnergroup.com http://www.gi-ev.de http://www.glossar.de http://www.survey.com
Anhang 1: Zugriff auf Daten im klassischen Dateisystem ....................................................VIII Anhang 2: Zugriff auf Daten durch ein DBMS ....................................................................... IX Anhang 3: Gesamtumsatz im RDBMS-Markt 1999................................................................ IX Anhang 4: Komponenten und Datenflüsse in Data Warehouse Umgebungen ..........................X
Anhang 1: Zugriff auf Daten im klassischen Dateisystem
Quelle: Kleinschmidt, P., Rank, C.: Relationale Datenbanksysteme, a.a.O., S. 2
Redundanz: Bei einer Versicherung werden durch das Programm „Haftpflicht“ die Daten der Datei Haftpflichtversicherungen und durch das Programm „Rechtschutz“ die Datei mit den Daten der Haftpflichtversicherten gepflegt. Ist ein Kunde sowohl haftpflicht- als auch rechtschutzversichert, so werden seine Informationen wie Alter, Adresse, usw. in zwei Dateien gespeichert.
Inkonsistenz: Ändern sich Adressdaten, so müssen beide Dateien geändert werden, ansonsten stehen in beiden Dateien verschiedene Informationen. Die Marketingabteilung, die Adressen für Werbemailings durch das Programm „Marketing“ abfragt, bekommt für denselben Kunden zwei unterschiedliche Adressen.
Anhang 2: Zugriff auf Daten durch ein DBMS
Quelle: Kleinschmidt, P., Rank, C.: Relationale Datenbanksysteme, a.a.O., S. 3
Anhang 3: Gesamtumsatz im RDBMS-Markt 1999
Quelle: vgl. http://www.gartnergroup.de und http://www.survey.com
Arbeit zitieren:
Adrian Horbert, 2001, Datenbanksysteme, München, GRIN Verlag GmbH
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Kaja
Frage.
Hi Adrian,
kannst Du mir sagen wie die Benotung für diese Arbeit ausgefallen ist? Danke.
Ich finde sie übrigens nicht schlecht.
Kaja
am Tuesday, January 14, 2003-