Der Ausstieg aus dem Bild - Vom White
Cube zur Black Box
von Heike Magdzack
Inhaltsangabe
Vorwort
Kapitel 1: Kontextinformationen
1.1. White Cube vs. Black Box
1.2. James Turell
1.3. Barnett Newman
Kapitel 2: Die Kunstwerke
2.1. "Twilight Arch" (1991)
2.2. "Genesis-The Brake" (1946)
2.3. "Midnight Blue" (1970)
Kapitel 3: Vergleichsversuch
3.1. Die Stationen zur leitenden Fragestellung
3.2. Helligkeit, Licht und Wirkung der Fragen
3.3. "Tiefe" des Kunstwerkes
3.4. Beziehung zwischen Raum und Bild
Raumbild oder Bildraum?
3.5. Abschließendes Resümee
zur übergeordneten Fragestellung
Schlusswort
Literaturangabe
Vorwort
Eine schwierige Aufgabenstellung. Wie vergleicht man zwei Bilder eines Künstlers mit einer Lichtinstallation eines anderen Künstlers?
Die Aufgabenstellung : Der Ausstieg aus dem Bild? Vom "White Cube" zur "Black Box" kann hier ein Leitfaden sein.
Die vorliegende Arbeit gibt zunächst einen kurzen Abriss zu den Begriffen "White Cube" und "Black Box", sowie zu den beiden Künstlern James Turell und Barnett Newman.
Es folgt ein Teil, indem die beiden Bilder "Midnight Blue" (1970) und "Genesis - The Brake" (1946), sowie die Lichtinstallation "Twilight Arch" (1991), aus der Werkreihe "Space-Division", vorgestellt werden.
Dabei werden die Werke Newmans in chronologischer Reihenfolge behandelt, und bei der Vorstellung von "Midnight Blue" bereits Vergleiche und Brücken zu "Genesis-The Brake" geschlagen, damit dieser sekundäre Vergleich kein extra Kapitel beansprucht.
Dieser Vorstellung folgt, anders als der dritte Teil der Arbeit, keinem Leitfaden, sondern ist in einer ungebundenen Aufsatzform verfasst.
In einem letzten, dritten Teil wird, anhand einiger zuvor festgelegter Stationen, ein Vergleich der drei Arbeiten angestrebt. Als übergeordnete Leitfrage wird dabei das Hausarbeitsthema: Der Ausstieg aus dem Bild? Vom "White Cube" zur "Black Box" dienen.
Ein Schlusswort, in dem ich rückblickend meine Erlebnisse und Erfahrungen bezüglich der Auseinandersetzung mit diesem Thema reflektiere, soll die Arbeit abrunden.
Die Ausführungen zu den Kunstwerken, sowie der Schlüsselbegriffe und der übergeordneten Leitfrage, möchte ich als einen Anstoß zur selbstständigen Auseinandersetzung anbieten, da die Arbeit in keiner Weise einen Anspruch auf Richtigkeit oder gar Vollständigkeit erheben möchte.
Einen letzten, für mich aber wichtigen Punkt, möchte ich noch erwähnen.
Nach Beenden der Arbeit habe ich mir diese selbstverständlich noch einmal durchgelesen. Dabei musste ich - zunächst mit Schrecken - feststellen, dass ich ummittelbar zu Beginn der Arbeit Sätze formuliert und Gedanken zu Papier gebracht habe, die ich heute so nicht mehr schreiben würde. Es passierte, dass ich einen Satz las, und im Stillen dachte: Ja, aber sie vergisst das aus einer weiteren Perspektive zu sehen! oder: Das finde ich aber ein wenig plakativ!
Daran habe ich erkannt, dass ich mit der Arbeit "gewachsen" bin, Neues gelernt habe, vieles besser "verstehe" als zuvor.
Ich habe diese Stellen aber nicht geändert, weil ich sie für "Beweise" dieser Entwicklung ansehe. Der Leser möge also kritischen Gedanken bis zum Ende der Arbeit Aufschub gewähren.
Kapitel 1: Kontextinformationen
1.1. White Cube - Black Box
Die "Black Box" ist keine neue Erfindung. Das erste Bild einer Camera obscura ist aus dem Jahre 1544 überliefert. Seither ist der schwarze Raum der Produktion auch ein Instrument der künstlerischen Produktion.
Man erinnert sich: Der antike griechische Philosoph Platon erzählt in seinem berühmten Höhlengleichnis, wie die Menschen in einer Höhle auf die Wände starren und meinen, die in einer Art Schattentheater auftauchenden Gestalten seien Wirklichkeit.
Erst wer sich von dieser Scheinwelt lösen kann und den Ausgang der Höhle erreicht, wird, geblendet von der grellen Sonne, die Wirklichkeit sehen (vgl. Aufzeichnungen WS 97, Seminar: "Was ist ein Bild?).
Die aktuelle Kunst spielt sich vermehrt in schwarzen Räumen ab ("Black Box") und verlässt den fast sakrosankten "White Cube", den blanken, weißen Ausstellungsraum.
Es gilt einzutauchen in die Dunkelheit und sich voranzutasten in all den "Black Boxes" und auf all das einzulassen, was geschieht - darauf vertrauend, dass sich im Dunklen vieles zeigen wird.
Faszination - ganz ohne Effekthascherei. Die "Black Box" setzt als einzigen Effekt neben den Kunstwerken die intensiv erlebbare Dunkelheit ein, durch die man sich vorantasten muss.
Brian O´Doherty schreibt in seinem Aufsatz " Die weiße Zelle und ihre Vorgänger", etwas kritisch, Folgendes:
[...]
Quote paper:
Heike Magdzack, 2003, Der Ausstieg aus dem Bild - Vom White Cube zur Black Box, Munich, GRIN Publishing GmbH
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