1 Einleitung
Ziel dieser Arbeit ist es, dem Leser einen Überblick über die Organisationsstruktur des Internets zu geben. Dies geschieht in drei Schritten. Als erstes werden die verschiedenen Organisationen und ihre Aufgabenfelder einzeln vorgestellt und in einem zweiten Schritt werden sie dann in Zusammenhang gesetzt. Das heißt es wird ihrer Beziehungen zu einander beschrieben. Der dritte und letzte Schritt besteht darin darzustellen, wie man an diesem Medium Internet selbst teilhaben kann. Wie man den Weg dieses Mediums selbst, als Individuum, in einer gewissen Weise beeinflussen kann.
1.1 Der Organisationsbaum
Als Einstieg und zur Erleichterung des Verständnisses ist dieses Diagramm gedacht. Es soll die einzelnen Verknüpfungen deutlich machen und einem helfen die Zusammenhänge besser zu verstehen.
2 Organisationen 2.1 W3C - WWW Consortium
Das im Oktober 1994 gegründete Konsortium ist ein Zusammenschluss verschiedener Organisationen, sie befasst sich mit der Weiterentwicklung der Internetstandards WWW, HTML, HTTP und MIME (Siehe Glossar S. 13). Durch dieses Aufgabenfeld wird das W3C auch als Leiter der technischen Entwicklung des Webs genannt. Die drei wichtigsten, langfristigen Ziele des W3C sind, das Internet für jeden Menschen zugänglich zu machen, egal in welchem Land und in welcher Kultur er auch lebt, die Entwicklung von Software, die es einem ermöglicht, alle Informationen im Netz zu nutzen, egal in welcher Sprache sie verfasst worden sind und zu guter letzt eine ausreichende Sicherheit im World Wide Web zu schaffen, die keinerlei Rassismus und ähnliches erlaubt.
Der Prozess der Standardisierung, eine der Nebenaufgaben, verläuft nur sehr langsam und schleppend und hängt momentan der Entwicklung völlig hinterher. Dieses Problem tritt dadurch auf, dass Firmen wie
Microsoft oder Netscape viele der Entwicklungen schon vor der eigentlichen Standardisierung in ihre Browser integrieren.
Die tatsächliche Arbeit des WWW Consortium lässt sich in fünf unterschiedliche Bereiche gliedern. Der erste Bereich beschäftigt sich mit der Architektur und der Struktur des Internets, der zweite Bereich entwickelt neue Infrastrukturen für das soziale Leben innerhalb des Webs, eine weitere Abteilung ist für die Verbesserung der Interaktionsmöglichkeiten zum Beispiel zwischen Usern untereinander. Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich ist die Entwicklung und Verbesserung von Formaten, wie zum Beispiel HTML und zu guter letzt arbeitet eine Gruppe an der Erreichbarkeit des Internets, dies entspricht auch einem der Grundsätze des W3C, den beiden zuletzt genannten Bereichen kommt besonders viel Bedeutung zu.
2.2 ISOC - Internet Society
Die ISOC, Internet Society, ist eine der Organisationen, die mit der IAB (siehe Kapitel 2.3) zusammenarbeitet. Seit 1990 arbeitet die ISOC an neuen Standards und Protokollen innerhalb des Internets. Ein Aufgabenfeld, das einen relativ großen Anteil am Arbeitsaufwand einnimmt, ist die Instandhaltung der Infrastruktur des Internets und deren Weiterentwicklung.
Allen denjenigen, die Interesse am Internet und dessen Struktur haben, bietet die ISOC auf Kongressen Informations- und Diskussionsplattformen. Aber auch auf Internetseiten werden unter anderem die Verbesserung des IP - Nummernsystems besprochen. Ihr jährlicher Kongress nennt sich INET, International Networking, auf dem nicht nur neue Entwicklungen besprochen, sondern auch neue Projekte und Initiativen gestartet werden und Fortbildung rund um das Thema Internet stattfinden. Eine der wichtigsten Prinzipien ist die Entwicklung des Internets als ein freies, kommunikatives Medium, in dem jeder seine Meinung frei äußern kann, wenn es sich nicht um Diskriminierungen handelt.
Gegründet wurde diese Vereinigung von IETF (siehe Kapitel 2.4) Leuten, denen es sinnvoller erschien, eine solche Internet Gesellschaft zu gründen um die Entwicklung des Internets zu fördern, als die IETF mit Fonds und Spenden zu unterstützen. Heute zählt man über 6.000 Mitglieder in mehr als 100 Ländern. Die ISOC ist eine Art „Oberhaus“ für viele Arbeitsgruppen, aber auch großen Organisationen wie das Internet Architecture Board und die Internet Engineering Task Force.
2.3 IAB - Internet Architecture Board
Das Internet Architecture Board ist eine Organisation, die im Dienste der ISOC steht. 1983 wurde diese Organisation gegründet, damals aber noch unter dem Namen Internet Activities Board, 1992 als die ISOC gegründet wurde, nannte man diese als „technischer Support“ fungierende Organisation um. Der Kopf der IAB besteht aus 13 gewählten Mitgliedern, von diesen werden 6 jedes Jahr aus den Reihen des IETF (siehe Kapitel 2.4) nominiert und gewählt, also bleibt jedes Mitglied für 2 Jahre im Amt. Der IETF Direktor ist das dreizehnte Mitglied und wird nicht alle zwei Jahre neu bestimmt, sondern bleibt für eine längere Periode im Amt. Den regelmäßigen Treffen wohnen auch Vertreter anderen Organisationen, unter anderem der IANA (Internet Assigned Numbers and Names) und IESG (Siehe Kapitel 2.4.1) bei.
Das IAB hat im Grunde keine eigenen Aufgaben, es wurde aus dem IETF herausgelöst, um ihm bei seinen Aufgaben zu helfen. Trotz dieser Festlegung sind die Grenzen seiner Aufgaben nicht genau festgelegt und können sich in ihrem begrenzten Feld verschieben. Also muss man sich nur den Aufgabenbereich des IETF ansehen, um den des IAB zu kennen. Es kann jedoch als Helfer einspringen, wenn es Beschwerden über das IETF oder IESG gibt, diese Pflicht muss das IAB allerdings nur sehr selten wahr nehmen.
2.4 IETF - Internet Engineering Task Force
Die Internet Engineering Task Force ist eine internationale Vereinigung, die sich wie auch die IAB mit der „Architektur“ des Internets befasst. Ideen und Ergebnisse werden in dem Gesamttreffen, das dreimal im Jahr statt findet, zusammengetragen und besprochen. Die tatsächliche technische und organisatorische Arbeit findet in so genannten „working groups“ (Quellenverzeichnis 12.) statt. Die kleinen Einzelthemen lassen sich wiederum in große Bereiche einteilen, das sind zum Beispiel Sicherheit und Routing. Die Leiter dieser Gruppen sind die ADs, Mitglieder der IESG (siehe Kapitel 2.4.1), sie kümmern sich unter anderem um die Öffentlichkeitsarbeit ihrer Gruppe. Drei der Arbeitsgruppen zum Thema Sicherheit sind die ipsec, ipsp und ipsra (siehe Glossar S. 13), sie sorgen für die Sicherheit des IP - Systems und den Schutz vor Zugriffen von Hackern.
2.4.1 IESG - Internet Engineering Steering Group
Die IESG ist ein Komitee, das aus dem IETF Vorsitzenden und den Abteilungsleitern der IETF besteht. Die Aufgabe der Internet Engineering Steering Group ist es, die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Arbeitsgruppen der IETF zu koordinieren. Weiterhin ist sie für die technische und administrative Arbeit ihrer Mutterorganisation verantwortlich, das beinhaltet auch Aufgaben für die ISCO zu übernehmen, die ebenfalls eine Oberorganisation der IESG ist. Die Mitarbeiter sind aber auch für spezifische Definitionen der neuen Standards und Protokollen zuständig, sie müssen darauf achten, dass sich alle neuen Entwicklungen an den bereits existierenden orientieren, es sei denn, es handelt sich um eine komplett neue Entwicklung.
IRTF - Internet Research Task Force 2.5
Die Internet Research Task Force besteht aus vielen kleinen Abteilungen und Gruppen, die sich hauptsächlich mit langjährigen Projekten befassen. Dies ist trotz des Namens „Task Force“ so, der eher auf eine punktuelle, schnelle Handlung und Problemlösung hindeutet. Der IRTF Vorsitz wird von der IAB benannt und sie bestimmen auch die Mitglieder der IRSG (Siehe Kapitel 2.5.1), der Tochtergesellschaft von IRTF. Das IRTF ist aber ebenfalls eine Art Subunternehmen der IETF und ISCO, diese unterstützen und fördern die Arbeit der Internet Research Task Force.
Diese Forschungseinheit hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Forschung nach wichtigen und internetrelevanten Themen, wie zum Beispiel Protokollen und Applikationen, zu fördern und bekannt zu machen.
2.5.1 IRSG - Internet Research Steering Group
Die IRSG, Internet Research Steering Group lässt sich sehr gut mit der IESG vergleichen, da sie ungefähr die gleichen Aufgaben haben. Sie sind ebenfalls mit administrativen Aufgaben betreut, man könnte sie also als eine Art Steuerungsgremium bezeichnen.
Ihr Aufgabenfeld liegt, als Tochtergruppe, jedoch auch bei technischen und organisatorischer Hilfe im Bezug auf Koordination und Kommunikation zwischen einzelnen Abteilungen. Gefördert und unterstützt wird sie ebenfalls von der IRTF.
RFC - Request for Comment 2.6
Die RFCs sind Dokumente, die vom IETF und IESG veröffentlicht werden, in ihnen werden die neusten Entwicklungen beschrieben und vorgestellt werden. RFC steht für Request for Comment und das ist auch der Sinn dieser Diskussionsplattformen, um eine Reaktion bitten, in ihnen können auch Außenstehende sich zu den neusten Themen äußern und teilweise auch Verbesserungsvorschläge machen. Die RFC enthalten auch die FYIs (Siehe Glossar S. 13). Dies sind nummerierte Dokumente, die Standards beschreiben, aber nicht präzise definieren. Ihnen kann man auch nichts hinzufügen, sie sind allein als Informationsquelle für Internetuser gedacht.
Der folgende Text ist ein Auszug aus dem RFC 2554. An diesem Anfang eines Dokuments lässt sich der formale Aufbau gut erkennen. Den ersten Teil des Dokuments könnte man als eine Art Briefkopf bezeichnen, dort stehen der Name des Autors, seine Firma, das Datum, der Bereich zu dem das Thema des RFC gehört, die RFC Nummer und der Titel.
Request for Comments: 2554 Category: Standards Track
Status of this Memo
This document specifies an Internet standards track protocol for the Internet community, and requests discussion and suggestions for improvements. Please refer to the current edition of the "Internet Official Protocol Standards" (STD 1) for the standardization state and status of this protocol. Distribution of this memo is unlimited.
Copyright (C) The Internet Society (1999). All Rights Reserved.
1. Introduction
This document defines an SMTP service extension [ESMTP] whereby an
SMTP client may indicate an authentication mechanism to the server, perform an authentication protocol exchange, and optionally negotiate a security layer for subsequent protocol interactions. This extension is a profile of the Simple Authentication and Security Layer [SASL].
2. Conventions Used in this Document
In examples, "C:" and "S:" indicate lines sent by the client and
server respectively.
The key words "MUST", "MUST NOT", "SHOULD", "SHOULD NOT", and "MAY" in this document are to be interpreted as defined in "Key words for use in RFCs to Indicate Requirement Levels" [KEYWORDS].
3. The Authentication service extension
(1) the name of the SMTP service extension is "Authentication"
(2) the EHLO keyword value associated with this extension is "AUTH" (…) ( Siehe Quellenverzeichnis [23])
2.7 gTLD - MoU - Generic Top Level Domain Memorandum of Understanding
Dieses Komitee wurde 1996 aus der IANA (Siehe Kapitel 2.8) und der ISCO zusammengeschlossen, damals hieß sie noch IAHC, International Ad Hoc Commitee, es wurden dann 1997 umbenannt in Generic Top Level Domain Memorandum of Understanding, das bedeutet so viel wie Allgemeine Top Level Domain Notiz der Verständigung.
Zu den Aufgaben dieses Komitees gehören vor allem die Entwicklung und Instandhaltung des DNS -Systems, um seinen untergeordneten Organisationen ein erfolgreiches und effizientes Arbeiten zu ermöglichen. Sie arbeiten aber nicht nur mit IANA, einer ihrer Gründer, zusammen, sondern auch mit anderen Gesellschaften, zum Beispiel ISOC, IAB, CORE, INTA, WIPO und ITU (Siehe Glossar S. 13). Mit diesen Organisationen hat die gTLD - MoU einige Verträge unterzeichnet, die das Zusammenarbeiten regeln und definieren.
2.8 IANA - Internet Assigned Numbers Authority
Die Internet Assigned Numbers Authority verwaltet Protokolle, die direkt auf dem IP - Nummern System aufsetzen und überwachen die Vergabe aller konstanten Werte, innerhalb des IP - Protokolls. Sie sind also für sämtliche Protokolle mit einer numerischen basierender Bezeichnung angewiesenen Protokolle zuständig. Die Liste dieser bereits vergebenen IP - Adressen werden in einem RFC veröffentlicht, dabei steht auch, welche Organisation diese Nummer inne hat. Das sind die so genannten assigned numbers. Daher kann man schon aus dem Namen das Hauptaufgabenfeld ableiten.
Die Internetports unterhalb von 1024 sind nicht komplett von IANA standardisiert worden, eine vollständige Auflistung aller Ports findet man in dem RFC 1700. Sie sind jedoch nicht frei wählbar, dafür hat die IANA erst die Ports aber der Nummer 2048 freigegeben. Die Ports unter 1024 sind für bestimmte Dienste festgelegt worden, so zum Beispiel 110 für POP3, 25 für SMTP und 21 für FTP.
1996 schlossen sich die IANA und die ISOC zu einem Komitee zusammen, das IAHC, International Ad Hoc Committee. In dieser Organisation sollten Vorschläge zu einem neuen DNS System erarbeitet werden.
2.9 ICANN - Internet Cooperation for Assigned Names and Numbers
Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers wurde 1998 unter der damaligen US -Regierung in Vereinbarung mit IANA und anderen Organisationen ins Leben gerufen. Sie ist zuständig für die Vergabe der IP- Adressen, und das DNS - System, außerdem kontrolliert sie das Inkrafttreten von neuen Parametern, die andere Gesellschaften entwickeln. Von der ICANN kam im Oktober 2000 auch die Entscheidung über die neuen Top Level Donains, nachdem sicher war, dass die bisherigen nicht ausreichen würden.
9 der 18 Direktoren, die die Abteilungen, die so genannten Direktorien leiten, werden von der Regierung gestellt, die anderen 9 werden von den drei Subunternehmen PSO, DNSO und ASO (Siehe Glossar S. 13) aus ihrer Mitte gewählt.
2.10 InterNIC - Internationales Network Informationcentre
Die InterNIC ist die höchste Instanz in der weltweiten Vergabe von Internetnamen. Sie ist eine Abteilung der Firma Network Solutions, die die Vergabe von Namen und IP-Adressen in den USA, also .com, .org, .net etc., verwaltet.
Diese oberste Instanz wurde 1993 von Network Solutions, AT&T und General Atomics gegründet und kümmerte sich bis 1998 nicht nur um die Vergabe von Internetadressen, sondern auch um die Verwaltung und Weiterentwicklung, ab 1998 wurden dann einige Teile des Aufgabenfeldes an die ICANN weitergegeben, die sich bis heute darum kümmert.
Für jede einzelne Top Level Domain gibt es jedoch ihren eigenen Verantwortungskreis, die die Verantwortung für „ihr“ TLD und deren Nutzer übernimmt.
2.10.1 DE-NIC - Deutsches Network Informationcentre
Die DE-NIC wurde am 17. 12.1996 gegründet und ein knappes Jahr später in das Genossenschaftsregister eingetragen. Vorher gab es jedoch schon eine freiwillige Vereinigung, zuerst an der Universität in Dortmund und später in Karlsruhe. Die so genannten ISPs sind die Mitglieder der DE-NIC und bieten dem Benutzer einen lokalen Anschluss ans Internet.
Das deutsche Network Information Center ist eine Unterabteilung von dem NIC (Network Information Center) und ist für die Verwaltung des deutsche TLD .de zuständig. Sie vergibt Domännamen und die dazugehörigen IP-Nummern. Sie bietet die so genannte „Whois“ Abfrage an, bei dieser Datenbank kann man ausprobieren, ob sein Wunschname für seinen Internetauftritt noch frei ist. Weiterhin erfährt man bei bereits vergebenen Namen wer diese Adresse besitzt und kann so zum Beispiel eine Anfrage an diesen Besitzer schicken. Theoretisch kann man seinen Wunschnamen auch direkt bei der DE-NIC registrieren, dies ist jedoch vergleichsweise teure und daher nicht zu empfehlen.
Im Bezug auf die Verwaltung des Internets bzw. der TLDs arbeitet die DE-NIC unter der Hauptorganisation NIC mit anderen Organisationen zusammen, die ebenfalls im gleichen Aufgabenfeld agieren, so zum Beispiel CENTR, ICANN und CORE.
2.10.2 Neue Domainnamen
Die seit 1980 bestehenden Top Level Domains wurden im November 2000, von der ICANN um sieben erweitert, da die bestehenden TLD bereits relativ knapp waren und es an der Zeit war, das Angebot zu erweitern. Bei diesen sieben TLDs handelt es sich um .aero für Fluggesellschaften und ähnliche Organisationen, .biz für das Geschäftsleben, .coop für Vereinigungen, .info für alles Mögliche, .museum für Museen, .name für den privaten Gebrauch und .pro für Berufsgruppen. Die meisten dieser Erweiterungen stehen bereits jetzt schon zur Registrierung frei und können bei der NIC überall registriert werden.
2.10.3 Probleme mit Namenregistrierung
Ein Problem, das mittlerweile immer häufiger auftritt ist, dass bestimmte Firmennamen schon registriert sind und das nicht auf die Firma. Jetzt stellt sich die Frage, was kann die Firma machen. Kann sie die Seite mit ihrem Namen einklagen? Die Antwort lautet „ja“, unter bestimmten Voraussetzungen. Das Gesetzt gibt an, dass jemand, der eine Domain registrieren will, überprüfen muss, ob ein anderer nicht Anrecht auf diesen Namen hat. Dabei gilt, wer seinen Namen zuerst im richtigen Leben hatte, darf ihn auch im Internet haben. Trotzdem kann man einen beliebigen Namen registrieren, man läuft dann aber natürlich Gefahr, dass eine ältere Firma mit dem selben Namen diese Internetseite einklagt.
ICRA - Internet Content Rating Association 2.11
Die Internet Content Rating Association (Vereinigung zur Klassifizierung von Internetseiten) hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein einheitliches Bewertungssystem für Internetseiten zu entwickeln. Sie wollen Kinder und Jugendliche vor so genannten gefährlichen und schädlichen Inhalten wie Pornoseiten oder rechtsradikale
Seiten schützen. Gleichzeitig sind sie aber auch darauf bedacht, die Meinungsfreiheit im Internet zu wahren. Die Mitarbeiter sind über die ganze Welt verstreut und arbeiten aber hauptsächlich in Europa und in Nordamerika. Dazu wurde ein Kennzeichen entwickelt, ein Code, den der Administrator nach dem Ausfüllen eines Fragebogens zu den Inhalten der Homepage erhält. Dieser wird dann in die Seite eingebaut. Diesen Code nennt man PICS, Platform for Internet Content Selection.
Diese unabhängige und gemeinnützige Organisation ist der Nachfolger von RASCi, die von 1994 bis 1999 die Aufgaben des Schutze der Jugend und Meinungsfreiheit im Internet übernahm.
Viele große Firmen sind Mitglied von ICRA, wie z.B. Microsoft, t-online, thus, yahoo, TA japan und Bell. Der derzeitige Leiter der Organisation, Sheridan Scott, arbeitet bei Bell Kanada und hat sein Amt seit Oktober 2000 inne.
Das erste Bewertungssystem wurde 1994 vorgestellt, zwei Jahre später wurde es bereits von Microsoft in seinen Internet Explorer integriert und bereits 1 Jahr später, im Dezember `97 wurden 50.000 Seiten mit PICS bewertet. Als Netscape diesen Erfolg des Systems sah, beschlossen sie, ebenfalls das System in ihren Netscape Navigator zu integrieren. Im Mai 1999 wurde ICRA offiziell gegründet und übernahm RASCi und dessen Aufgaben. Im Dezember 2000 wurde das Protokoll zur Selbstbewertung eingeführt. Neben den Firmen, die als Mitglieder fungieren, hat ICRA auch einige Tochterunternehmen, um unter anderem seine Aufgabe zu verbreiten, zwei davon sind Zanox und EuroISPA.
2.12 EFF - Electronic Frontier Foundation
Die Electronic Frontier Foundation wurde gegründet, um einen Schutz der allgemeinen Menschen- und Bürgerrechte im Internet zu gewährleisten, dazu gehört unter anderem das Recht auf freie Meinungsäußerung. Es wird aber auch jeglicher Versuch verurteilt und versucht zu verhindern, der zum Ziel hat das Internet und seinen Informationsfluss durch Zensur, Abhören und systematischem Sammeln von Benutzerdaten zu kontrollieren. Jedoch soll dies nicht auf radikale Art und Weise geschehen, in manchen Bereichen seien Zensur und Kontrolle durchaus angebracht, so zum Beispiel bei Kinderpornographie und rechtsradikalen Seiten. Auf diesem Gebiet unterstützt EFF auch die Entwicklung von Filtersystemen, die es erlauben solchen Seiten in Zukunft zu verhindern.
Die in San Francisco ansässige Stiftung hat auch das „Blue Ribbon“ („blaue Band“) ins Leben gerufen. Dies ist eine Symbol dafür, dass man die Menschenrechte im Internet unterstützt und keinerlei illegale Komponenten im Internet unterstützt.
Ein wichtiger Grundsatz von EFF ist es, die Administratoren ihrer Homepages selber beurteilen zu lassen und sie nicht von einer Redaktion nach Inhalt und Wert prüfen zu lassen. In diesem Punkt vertraut die Electronic Frontier Foundation auf die User und ihre Ehrlichkeit.
3 Beziehungen untereinander
Allgemein 3.1
Zwischen den einzelnen Organisationen gibt es viele Vernetzungen und Verzweigungen. Diese Beziehungen vereinfachen unter anderem die Zusammenarbeit verschiedener Organisationen, die an ähnlichen Themen arbeiten.
Zwischen den meisten Organisationen oder Gesellschaften besteht nur eine lose Verknüpfung, die die Zusammenarbeit regelt und sicherstellt, dass sich keiner in das Terrain des anderen begibt. Es gibt aber auch direkte Verwandtschaften untereinander, so zum Beispiel die IETF und die ISOC. Die ergeben sich, wenn Organisationen aus anderen herausgelöst wurden, da Aufgabenfelder zu groß und umfangreich wurden, oder wenn einige Mitarbeiter der Meinung waren, die Entwicklungen und Erkenntnisse ihrer Gesellschaft seien nicht ausreichend. Es gibt aber auch Fälle, in denen sich zwei oder mehrere Firmen oder Vereinigungen zusammengetan haben, um eine neue Organisation zu gründen.
3.2 ISOC, IAB und Co.
Mit die erste Organisation überhaupt war die IAB. Sie existierte bereits 1983, und aus ihr, bzw. unter ihrer Schirmherrschaft sind einige neue Gesellschaften gegründet worden. Sie ist direkt zuständig für die IANA, IETF und IRTF. Das Internet Architecture Board führt sozusagen die Aufsicht über die anderen Organisationen und springt ein, wenn es unter den kleineren Gesellschaften Kommunikationsprobleme gibt, die sie nicht alleine lösen können. Diese Aufgabe übernimmt sie neben ihrer eigentlich Aufgabe. Die IETF und IRTF haben aber selber noch einmal kleine Suborganisationen, die aus ihnen herausgelöst wurden, um ihnen die Arbeit zu erleichtern, dies sind die IESG und die IRSG. Wobei man eigentlich sagen kann, dass die IETF und IESG sich gegenseitig helfen und unterstützen, aber die kleinere der beiden, die IESG, die administrativen Rechte und Pflichten hat, somit kann man eigentlich nicht sagen, wer mehr Macht und Einfluss besitzt. Bei der IRTF und der IRSG ist es genauso, die IRSG ist zwar eine Tochtergesellschaft, übernimmt aber auch die organisatorischen und kommunikativen Aufgaben, innerhalb dieser Gesellschaftsfamilie.
Die ISOC wurde 1990 aus der IETF heraus gegründet und ist der Dachverband aller existierender Organisationen. Sie ist direkt für die IAB verantwortlich und somit indirekt auch für die unter der IAB stehenden Gesellschaften. Zusammen mit der IANA gründete die ISOC das IAHC, um eine übergeordnetes Unternehmen zu haben, unter dem alle Organisationen zusammengefasst wurden, die sich um die TLDs und deren Vergabe kümmern.
Die IANA gründete aber noch ein Subunternehmen, dass ihr einige Arbeit abnehmen sollte, zusammen mit der US-Regierung wurde die ICANN gegründet.
Neben diesen zusammenhängenden Organisationen gibt es noch viele andere, die allerdings nicht so direkt miteinander verknüpft sind.
4 Mitglieder 4.1 Allgemein
Bei den meisten Organisationen ist die Arbeit ehrenamtlich, wird also auch nicht bezahlt. Bei den so genannten non-profit Gesellschaften sind die Leiter auf Mitglieder angewiesen, die Beiträge zahlen, damit die normalen Jobs auch bezahlt werden können. Um ihre Unkosten, bezahlen zu können, sind sie auch auf Spenden oder Fonds angewiesen. Die Unkosten, wie zum Beispiel Telefonrechnungen halten sich aber jedoch in Grenzen, da die meiste Arbeit zu Hause stattfindet. Zu diesen Organisationen gehören zum Beispiel die IRTF und ICANN.
Es gibt aber auf der anderen Seite auch Organisationen, die bezahlte Jobs anbieten, wie zum Beispiel das W3C, die ICANN bietet aber ebenfalls bezahlte Jobs an. Es ist also nicht unbedingt immer so, dass non-profit Organisationen keine Jobs anbieten. Diese Jobs beziehen sich zu 90% auf das Internet bezogene
Themenbereiche. Auch wenn diese Gesellschaften weltweit operieren, sind die meisten Angestellten an nicht mehr als 2 oder 3 Orten konzentriert, da so die Arbeit leichter fällt.
4.2 Beispiel an der ISOC
Die ISOC ist auf die Spenden ihrer Mitglieder angewiesen, die sie in fünf Gruppen einteilt, je nach Höher der Spende bzw. des Beitrages. Die unterste Mitgliedschaftsklasse ist die globale, sie ist kostenlos. Der User profitier also nur von der Mitgliedschaft, in dem neue Erkenntnisse erwirbt und sich auch durch das alljährliche Treffen neues Wissen aneignet. Die Mitglieder entlohnen sich also gegenseitig, indem sie sich gegenseitig austauschen und ergänzen. Die zweite Mitgliedsart trägt einen kleinen Beitrag zu seiner Organisation bei, im Fall der ISOC sind es $ 75 im Jahr. Das nächst höhere Mitglied unterstützt die Gesellschaft schon mehr, sein jährlicher Beitrag beläuft sich auf $ 125. Dies setzt sich bis $ 500 fort, das ist der höchste jährliche Beitrag, für den man sich eintragen lassen kann. Diese fünf Klassen sind, außer durch ihren Beitrag nicht zu unterscheiden. Alle haben die gleichen Rechte und Pflichten. Die Anmeldung bei der ISOC, wie bei den meisten Internetorganisationen erfolgt über ein Formular, das ausgefüllt und dann per E-Mail an die jeweilige Gesellschaft, in diesem Fall ISOC, geschickt werden muss (Siehe Anhang S. 12).
4.3 Beispiel an der ICANN
Die ICANN bietet eine ganze Reihe von Jobmöglichkeiten an. Im Moment sind zwei Stellen frei, einmal als Webmaster und einmal als Administrator. In der Stellenausschreibung werden genau die Anforderungen und die Möglichkeiten beschrieben. Es ist also ein völlig normaler Bürojob den man nicht von Zuhause machen kann, sondern eine Stelle in einem Büro, die bezahlt wird. Die Anforderungen bei der ICANN sind recht hoch, es werden ausreichende Vorkenntnisse verlangt. Durch diesen Job wird einem aber auch die Möglichkeit gegeben, sich genau über die Hintergründe des Internets zu verschaffen, das ist der inoffizielle Vorteil an diesem Job. Man kann also zusammenfassend sagen, dass sich diese Jobs nicht von anderen Jobs unterscheiden, wie zum Beispiel eines Informatikers bei Siemens. Die Bewerbung erfolgt allerdings etwas unorthodox. Seine Bewerbung und seinen Lebenslauf schickt man nicht wie gewöhnlich in einem Hefter per Post an die jeweilige Firma, sondern per E-Mail. Dies würden viele Personalchefs in anderen Firmen nicht akzeptieren, obwohl sich diese Art der Bewerbung langsam auch in anderen Unternehmen durchsetzt.
CORE DE-NIC DNSO EFF FTP FYI IANA ICANN IESG IETF INRIA INTA IPSEC IPSP IPSRA IRSG IRTF ISOC ISP ITU - International Telecommunication Union MIME
MIT NIC POP3 PSO
SMTP W3C WIPO
7 Quellenverzeichnis
1. Dr. Festl - Wietek, Wolfgang: Gewagter Einstieg. c’t 12/99. S. 192 & 193 2. Herzog, Melanie und Kronenberg, Friedrich: Das Internet Einmalseins - Browser, eMail & Co. Düsseldorf ECON Verlag 1990, 2. Auflage 3. Kreutz, Frank und Gieseke, Wolfram: DATA BECKER - Das große Internet Lexikon. Berlin 2001
4. Sittek, Dietmar: Das große Internet-Lexikon Begriffe, Slang - enträtselt und erläutert. München 1997
5. Tischer, Michael und Jennrich, Bruno: DATA BECKER - Internet intern. Paderborn 1997 6. http://iana.netnod.se/, 05.03.2002 7. http://www.denic.de/doc/DENIC/index.html, 03.02.20002 8. http://www.eff.org/abouteff.html, 03.02.2002 9. http://www.gtld-mou.org, 18.03.2002 10. http://www.gtld-mou.org/docs/faq.html, 17.03.2002 11. http://www.iab.org/, 06.03.2002 12. http://www.iab.org/iab-history.html, 06.03.2002 13. http://www.iab.org/overview.html, 06.03.2002 14. http://www.icann.org, 03.02.2002 15. http://www.icann.org/general/jobs.htm, 03.02.2002 16. http://www.icann.org/general/support-orgs.htm, 17.03.2002 17. http://www.icann.org/generla/jobs.htm, 03.02.2002 18. http://www.icra.org/, 02.02.2002 19. http://www.ietf.org, 06.02.2002 20. http://www.ietf.org/iesg.html, 17.03.2002 21. http://www.ietf.org/overview, 06.02.2002 22. http://www.ietf.org/overview.html, 16.03.2002 23. http://www.ietf.org/rfc/rfc2554.txt?number=2554, 16.03.2002 24. http://www.internic.net/faqs/new-tlds.html, 10.03.2002 25. http://www.irsg.org/, 18.03.2002 26. http://www.irtf.org/, 18.03.2002 27. http://www.isoc.org/isoc, 06.03.2002
28. http://www.isoc.org/isoc/membership/app/printapp.shtml, 19.03.2002 29. http://www.isoc.org/isoc/membership/whyjoin/, 19.03.2002 30. http://www.isoc.org/isoc/mission, 06.02.2002 31. http://www.isoc.org/isoc/mission/goals, 06.02.2002 32. http://www.isoc.org/isoc/mission/principles, 06.02.2002 33. http://www.isoc.org/isoc/mission/programs, 06.02.2002 34. http://www.isoc.org/isoc7related/ietf, 03.02.2002 35. http://www.myglossar.de/glossar/index.htm, 02.02.2002 36. http://www.w3.org/Consortium, 03.02.2002 37. http://www.w3.org/People, 03.02.2002
Arbeit zitieren:
Jules Rover, 2002, Die Organisationsstruktur des Internets, München, GRIN Verlag GmbH
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