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Zur Rhetorik börsenbezogener Stellungnahmen - Eine psycholinguistische Untersuchung des Wirkungsgeschehens

Title: Zur Rhetorik börsenbezogener Stellungnahmen - Eine psycholinguistische Untersuchung des Wirkungsgeschehens

Thesis (M.A.) , 2001 , 106 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Vitus Forchheimer (Author)

Rhetoric / Elocution / Oratory
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Summary Excerpt Details

Börsenkurse repräsentieren Erwartungen, Visionen und Phantasien. Sie nehmen somit die Wahrscheinlichkeit für zukünftige Entwicklungen vorweg und werden dadurch zu einem Objekt spekulativer Investitionen. Der Investor selbst orientiert sich hierbei an Informationen, um Chancen und Risiken besser abschätzen zu können. Der Grund hierfür besteht in der dialogischen Natur des Menschen, der sich seiner Umwelt nicht vollständig und auf Dauer entziehen kann.
Die Interpretation der Information führt schließlich, im Sinne einer Reiz-Reaktions-Handlung, zu der Entscheidung des Kaufens, Haltens oder Verkaufens von Wertpapieren. Da die Börse selbst nur eine Schaltstelle ist, deren Dialogfunktion auf die „kühle“ Vermittlung eines Geschäfts beschränkt ist, werden alle dialogischen Bedürfnisse auf Ersatzfiguren übertragen. Diese Übertragung findet fast immer in einem Klima statt, das von einer unsicheren Grundhaltung geprägt ist, da die börsenbezogenen Dialoge grundsätzlich auf die offene Frage ausgerichtet sind, ob dieses oder jenes Investment einen Gewinn bringen wird. Je sicherer einer der Dialogpartner auftritt, desto glaubwürdiger wirkt er und um so dankbarer werden seine Ansichten aufgenommen. Denn nichts wünscht sich ein unsicherer Anleger sehnlicher als Sicherheit. Die vorliegende Arbeit handelt also primär von der Art und Weise der Präsentation, Verarbeitung und Auslegung von Informationen, die kursrelevante Auswirkungen haben können, da der Inhalt selbst von den Marktteilnehmern häufig mißverstanden oder aufgrund der Informationsflut gar nicht erst zur Kenntnis genommen wird. Es werden hierbei sozial- und verhaltenspsychologische Mechanismen sowie kommunikative Funktionsprozesse mit einbezogen.
Zu jedem Zeitpunkt, egal ob Hausse oder Baisse, gibt es besonders „laute“ Stimmen, die aus dem allgemeinen „Grundrauschen“ wirkungsvoll herausragen und somit einen mehr oder weniger bedeutsamen Einfluß auf das lokale oder weltweite Börsengeschehen haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG

II. THEORETISCHE GRUNDLAGEN UND PRINZIPIEN

1. Börsenbezogene Grundlagen und Begriffsdefinitionen

1.1. Die Börse und ihre Funktion

1.2. Börsenteilnehmer und Anlagestrategien

1.3. Beeinflussungsfaktoren

2. Marktverhalten und Psychologie

2.1. Markteffizienzhypothese und Börsenpsychologie

2.2. Kognitive Prozesse und Behavioral Finance

2.2.1 Heuristisches Entscheiden

2.2.2 Überreaktionen auf Informationen aufgrund der Verfügbarkeitsheuristik

2.2.3 Unterreaktionen auf Informationen aufgrund der Verankerungsheuristik

2.2.4 Schematisches Denken aufgrund der Repräsentativitätsheuristik

2.3. Massenpsychologische Faktoren

3. Marktkommunikation

3.1. Kommunikationskanäle und symbolische Kommunikation

3.2. Erscheinungsformen der börsenbezogenen Marktkommunikation

3.2.1. Wirtschafts- und Börsennachrichten

3.2.2. Zweckorientierte Empfehlungen

3.2.3. Investor Relations

3.3. Elemente des Kommunikationsprozesses

3.3.1. Der Kommunikator

3.3.2. Die Botschaft

3.3.3. Die Zielgruppe

3.3.4. Das Medium- Mediaanalyse

3.3.5. Die Wirkung

4. Rhetorische Grundlagen für das Börsengeschehen

4.1. Argumentation

4.1.1. Börsenbezogene Dialektik

4.1.2. Argumentationsarten

4.1.3. Argumentationsmuster (Topik)

4.2. Stil und Stilistik

4.2.1. Stilprinzipien

4.2.2. Stilfiguren

5. Analyse des Wirkungsgeschehens unterschiedlicher börsenrelevanter Stellungnahmen

5.1. Stellungnahme mit langfristiger und konservativer Orientierung

5.2. Stellungnahme mit mittelfristiger und konservativ spekulativer Orientierung

5.3. Stellungnahme mit kurzfristiger und spekulativer Orientierung

5.4. Zusammenfassende Wertung

III. RESÜMEE

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psycholinguistischen Mechanismen und rhetorischen Strategien in börsenbezogenen Stellungnahmen und deren Einfluss auf das Anlageverhalten und Aktienkurse.

  • Verbindung von Rhetorik und Börsengeschehen
  • Psychologische Grundlagen der Anlageentscheidung (Behavioral Finance)
  • Kommunikationsprozesse und Medien als Einflussfaktoren an der Börse
  • Analyse der rhetorischen Gestaltung von Börsenempfehlungen

Auszug aus dem Buch

I. EINLEITUNG

„Nicht die Tatsachen, sondern die Meinungen über die Tatsachen bestimmen das Zusammenleben.“ Epiktet

Börsenkurse repräsentieren Erwartungen, Visionen und Phantasien. Sie nehmen somit die Wahrscheinlichkeit für zukünftige Entwicklungen vorweg und werden dadurch zu einem Objekt spekulativer Investitionen.

Der Investor selbst orientiert sich hierbei an Informationen, um Chancen und Risiken besser abschätzen zu können. Der Grund hierfür besteht in der dialogischen Natur des Menschen, der sich seiner Umwelt nicht vollständig und auf Dauer entziehen kann. Die Interpretation der Information führt schließlich, im Sinne einer Reiz-Reaktions-Handlung, zu der Entscheidung des Kaufens, Haltens oder Verkaufens von Wertpapieren.

Da die Börse selbst nur eine Schaltstelle ist, deren Dialogfunktion auf die „kühle“ Vermittlung eines Geschäfts beschränkt ist, werden alle dialogischen Bedürfnisse auf Ersatzfiguren übertragen. Diese Übertragung findet fast immer in einem Klima statt, das von einer unsicheren Grundhaltung geprägt ist, da die börsenbezogenen Dialoge grundsätzlich auf die offene Frage ausgerichtet sind, ob dieses oder jenes Investment einen Gewinn bringen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die psychologische Komponente der Börsenkurse und führt in die Thematik der rhetorischen Beeinflussung von Marktteilnehmern ein.

II. THEORETISCHE GRUNDLAGEN UND PRINZIPIEN: Dieses Hauptkapitel umfasst die ökonomischen Grundlagen der Börse, die psychologischen Aspekte des Marktverhaltens sowie die theoretischen Ansätze zur Marktkommunikation und Rhetorik.

III. RESÜMEE: Das Resümee fasst die Erkenntnisse zusammen, dass emotionale und rhetorische Faktoren das Anlageverhalten maßgeblich beeinflussen und oft über rationale Kriterien dominieren.

Schlüsselwörter

Börsenpsychologie, Rhetorik, Behavioral Finance, Marktkommunikation, Anlagestrategien, Investor Relations, Argumentation, psycholinguistisches Wirkungsgeschehen, Markteffizienzhypothese, Heuristiken, Börsenkurse, Analysten, Sprachhandeln.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie rhetorische Mittel in börsenbezogenen Stellungnahmen eingesetzt werden, um das Verhalten von Anlegern zu beeinflussen und damit das Börsengeschehen zu prägen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle zwischen Psychologie (insbesondere Behavioral Finance) und Linguistik (Rhetorik) im Kontext des Finanzmarktes.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, die wenig untersuchte Verbindung zwischen Rhetorik börsenbezogener Stellungnahmen und dem tatsächlichen Wirkungsgeschehen bei den Marktteilnehmern aufzuzeigen und zu erörtern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine psycholinguistische Untersuchung durch, bei der sowohl wissenschaftliche als auch populärwissenschaftliche Literatur herangezogen und empirisch anhand von Beispielen aus der Sendung „3Sat-Börse“ analysiert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Börsenmechanismen, psychologische Anomalien (Heuristiken), Modelle der Marktkommunikation sowie die Anwendung rhetorischer Stillehren und Argumentationsmuster auf börsenrelevante Texte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Börsenpsychologie, Behavioral Finance, Rhetorik, Investor Relations, Argumentationsmuster und psycholinguistisches Wirkungsgeschehen.

Warum spielt die Verfügbarkeitsheuristik für Börsenanalysten eine so große Rolle?

Die Verfügbarkeitsheuristik führt dazu, dass Anleger Informationen, die anschaulich, aktuell und häufig kommuniziert werden, bei ihrer Entscheidungsfindung übergewichten, was zu Kursübertreibungen führen kann.

Welche Funktion hat die „spielerische Attitüde“ in manchen Börsenempfehlungen laut Autor?

Der Autor ordnet diesen Begriff als Euphemismus ein, der genutzt wird, um Verkaufsentscheidungen oder Strategiewechsel zu begründen, wenn rationale Argumente (die „Fundamentals“) nicht mehr ausreichen.

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Details

Title
Zur Rhetorik börsenbezogener Stellungnahmen - Eine psycholinguistische Untersuchung des Wirkungsgeschehens
College
LMU Munich  (Institut für Phonetik und Sprachliche Kommunikation)
Grade
1,7
Author
Vitus Forchheimer (Author)
Publication Year
2001
Pages
106
Catalog Number
V10630
ISBN (eBook)
9783638170017
ISBN (Book)
9783638698016
Language
German
Tags
Börse Rhetorik Finanzwesen Behavioral Finance Kommunikationspsychologie Wirtschaft Psychologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Vitus Forchheimer (Author), 2001, Zur Rhetorik börsenbezogener Stellungnahmen - Eine psycholinguistische Untersuchung des Wirkungsgeschehens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10630
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