Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
Abk ürzungsverzeichnis VI
1 Einleitung 1
1.1 Ausgangssituation. 1
1.2 Zielsetzung 4
1.3 Aufbau der Arbeit 6
1.4 Definitionen / Begriffe 8
1.4.1 Presse-Clipping 8
1.4.2 Medienresonanzanalyse. 9
2 Marktübersicht 10
2.1 Presse-Ausschnittsdienste 10
2.1.1 Observer Argus Media 10
2.1.2 Ausschnitt Medienbeobachtung 13
2.1.3 Landau Media. 16
2.1.4 Vergleich - Auswertung 18
2.2 Internet-Monitoring Services. 20
2.2.1 PMG - Presse-Monitor Deutschland GmbH 20
2.2.2 PressWatch. 23
2.2.3 Pressrelations 26
2.2.4 Vergleich - Auswertung 28
2.3 Suchmaschinen / kostenlose Dienste 31
I
Inhaltsverzeichnis II
2.3.1 Paperball 31
2.3.2 Paperazzi 33
2.3.3 Pressechef 34
2.3.4 Newsclub 35
2.4 Monitoring von Newsgroups 37
2.4.1 Newsgroups und Mailing -Listen 37
2.4.2 Realscan 40
3 Funktions- und Arbeitsweisen des Internet-Monitorings 43
3.1 Wie arbeitet ein Internet-Monitoring-Service? 43
3.2 Nutzung zur gezielten Recherche 45
3.3 Nutzung als Abonnent 47
4 Kriterien und Probleme des Internet-Monitorings 50
4.1 Zielgruppen 50
4.2 Funktionsumfang 51
4.3 Quellensuche/-angebot. 52
4.4 Aktualität. 53
4.5 Rechtliche Aspekte 54
4.6 Möglichkeiten der Resonanzanalyse 58
4.7 Befragung von Monitoring -Diensten. 62
5 Entwicklungen und Perspektiven für die PR durch das Internet-
Monitoring 67
5.1 Wissensmanagement 67
5.2 Benchmarking 69
5.3 Issue -Monitoring 72
5.4 Semantisches Netz 76
Inhaltsverzeichnis III
6 Fazit und Ausblick 80
Anhang A1 84
Anhang A2 92
Literaturverzeichnis 95
Internet-Quellen 97
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Informationsverbreitung und -gewinnung in der Online -
Pressearbeit.
Abbildung 2: Homepage Observer Argus Media
Abbildung 3: Homepage Ausschnitt Medienbeobachtung
Abbildung 4: Homepage Landau Media
Abbildung 5: Homepage PMG
Abbildung 6: Homepage PressWatch.
Abbildung 7: Homepage Pressrelations
Abbildung 8: Homepage Paperball
Abbildung 9: Homepage Paperazzi.
Abbildung 10: Such-Abo bei Pressechef.
Abbildung 11: Homepage Newsclub
Abbildung 12: Homepage Realscan
Abbildung 13: Suchergebnisse bei Newscan.
Abbildung 14: Suchergebnisse zugesendet per e -mail von smartinformation.
Abbildung 15: Beispiel für eine Präsenz-Analyse (Auszug)
Abbildung 16: Beispiel für eine Visibility Studie
Abbildung 17: Einfluß gesellschaftlicher Meinungsbildung
Abbildung 18: Beispiel für das Ressourcenbeschreibungssystem RDF
Abbildung 19: Homepage Smartinformation.
Abbildung 20: Möglichkeiten der Nachrichtenübermittlung
Abbildung 21: Newscan die Suchmaschine von Smartinformation
IV
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Vergleich der Presse-Ausschnittsdienste .............................................. 19
Tabelle 2: Vergleich der Internet-Monitoring Dienste ............................................. 29
Tabelle 3: Meinungen über Brands in Newsgroups ............................................... 42
Tabelle 4: Ansprechpartner von Ausschnitttsdiensten und Internet-Monitoring 86
V
"The Internet is talking. Are you listening? 1
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
Wer sich mit Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt, wird wahrscheinlich i rgendwann mit der Geschichte der Firma Schell und ihrer Ölplattform Brent Spar konfrontiert. Es ist ein Paradebeispiel für den Einfluß des öffentlichen Meinungsbildungsprozesses auf ein Unternehmen. Die Ölplattform Brent Spar sollte 1995 zunächst in der Nordsee versenkt werden. Durch Greenpeace initiiert und durch viele Medien unterstützt, hat die öffentliche Meinung in Form der Konsumenten durch einen Boykott der Schell-Tankstellen für eine schnelle Verhaltensänderung gesorgt, so dass Schell schließlich die Plattform zerlegt und abgebaut hat.
Das Beispiel zeigt auch, wie wichtig eine schnelle Reaktion der PR und damit der Unternehmenspolitik auf eine derartige öffentliche Herausforderung ist.
1 Realscan Net Intelligence GmbH, URL: http://www.realscan.com/index.html [Stand 6. Januar
2002].
1
1.1 Ausgangssituation 2
Im Sommer 2000 gab es in Genua die gewaltsamen Proteste gegen den Weltwirtschaftsgipfel. Die Globalisierungsgegner hatten sich im Vorfeld vor allem über das Internet gut organisiert.
Hier wird deutlich, dass mit dem Internet auch eine Möglichkeit entstanden ist, mit sehr geringem Aufwand Kritik an Unternehmen und Institutionen ungefiltert weltweit zu verbreiten.
Das bürgt einerseits Gefahren, andererseits bietet es auch der Öffentlichkeitsarbeit die große Chance, schnell und unvermittelt
Meinungsänderungen zu erfahren und umgehend darauf zu reagieren.
Mit dem Internet hat sich das Berufsbild der Öffentlichkeitsarbeit entscheidend verändert. So wird von einem Öffentlichkeitsarbeiter heute nicht nur organisatorisches und journalistisches Know-how erwartet, sondern vor allem auch technisches Vermögen im Umgang mit dem Inte rnet. Eine schnelle und detaillierte Recherche, um ständig über alle Reaktionen zum Unternehmen auf dem laufenden zu sein.
Daneben gibt es heute kaum mehr ein größeres Unternehmen, das sich nicht auch über den eigenen Internetauftritt präsentiert oder für die interne Kommunikation ein Intranet unterhält. So ist der PR-Arbeiter nur im besten Fall der Schlußredakteur eines Content-Management-Systems 2 . In einigen Fällen, insbesondere bei kleinen Unternehmen übernimmt er auch weitere Schritte von der Konzeption bis hin zur technischen Umsetzung einer Website.
Auch die Instrumente und Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit sind entsprechend vielfältiger geworden. Einerseits ist das Internet ein weltweit stetig wachsendes und damit inzwischen wahrscheinlich das wichtigste Medium, um
2 Ein Content-Management-System ist ein Datenbanksystem zur Aufbereitung und Pflege eines
Datenbestandes. Es ermöglicht die inhaltliche Betreuung von der technischen zu trennen. So
können beispielsweise die von den Autoren verfassten Inhalte für eine Website automatisch
ins Layout der Seiten übertragen werden.
1.1 Ausgangssituation 3
Informationen und Angebote eines Unternehmens zu verbreiten. Andererseits bedarf es gerade deshalb der genauen Beobachtung und Analyse der Kommunikation und Information im Internet. Mit den so gewonnenen Erkenntnissen kann sich das Unternehmen entsprechend plazieren und präsentieren.
Der Erfolg einer PR-Kampagne für ein neues Produkt oder ein verändertes Image läßt sich unter anderem über die Resonanz in den Medien ermitteln. Aus diesem Informations-Bedürfnis heraus entstanden einst d ie Presse-Ausschnittsdienste, heute auch "Clipping"-Dienste genannt. Durch die zunehmende Präsenz aller Mediensparten im Netz ergibt sich für die PR in den letzten Jahren auch zunehmend die Notwendigkeit, die Evaluation auf das Internet auszuweiten bzw. die Möglichkeit, Informationen aus dem Netz zu gewinnen.
Um die Informationen über das Unternehmen weiterzuleiten, bedient sich die Öffentlichkeitsarbeit sogenannter Pushtechnologien wie E-Mail, SMS oder Fax. Zur Feststellung der Medienresonanz bzw. zur Analyse des Marktes und der Meinungsforen nutzt die PR dagegen Pulltechnologien wie Online-Datenbanken, Mailboxen, Online-Medien und das World Wide Web. Hier muss sich der PR-Verantwortliche zunächst aktiv einwählen, um die benötigten Informationen abzurufen. Diesen Part übernehmen allerdings mehr und mehr professionelle Internet-Monitoring-Dienste. 3
Die folgende Abbildung zeigt einen Überblick über die Informationsflüsse in der Online -Pressearbeit.
3 Vgl. Krzeminski, Michael, Zerfass, Ansgar (hrsg.): Interaktive Unternehmens-Kommunikation,
Frankfurt/Main 1999, S. 167 ff.
1.2 Zielsetzung 4
4 Abbildung 1: Informationsverbreitung und -gewinnung in der Online-Pressearbeit
1.2 Zielsetzung
Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die Frage, inwieweit das Internet-Monitoring für die Öffentlichkeitsarbeit von Nutzen ist bzw. welche zusätzlichen Möglichkeiten es in Zukunft bieten kann.
Der Begriff "Monitoring" bedeutet zunächst wörtlich übersetzt Beobachtung. Er steht in der Naturwissenschaft für die induktive Analyse beobachteter Prozesse und bezeichnet im publizistischen Bereich ein Verfahren, um festzustellen, wie über Personen und Sachverhalte in den Medien berichtet und geurteilt wird.
4 Darstellung des Autors Alexander von Schmidt, Berlin 2002
1.2 Zielsetzung 5
Dies geschieht beispielsweise durch das Presse-Clipping. Folgerichtig wird nun auch mit der Entwicklung der Neuen Medien das Internet-Monitoring relevant. 5
Heute gibt es schon zahlreiche Dienste, die Web- oder Internet-Monitoring anbieten. Noch beschränken sich diese Dienste meist auf die Beobachtung der Online -Medien. Teilweise wird aber darüber hinaus schon an einer Ausweitung der Beobachtung auf Newsgroups, Chats, Verbraucherseiten u.ä. gearbeitet, um frühzeitig Meinungsbildungsprozesse zu erfassen.
Insbesondere bei der Beobachtung der Online-Medien gibt es für die Internet-Monitoring-Dienste größere Probleme bezüglich des Urheber- und Verwertungsrechts. Zum großen Teil haben die Anbieter Möglichkeiten gefunden, die die komplizierte Rechtslage berücksichtigen. Teilweise bewegen sie sich aber noch auf juristisch ungeklärtem Terrain. Die rechtliche Situation wird in dieser Arbeit in Kapitel 4.5 betrachtet.
Beauftragt ein Kunde e inen Monitoring-Dienst, so kann er bestimmen, in welchen Medien, wie oft und nach welchen Begriffen gesucht werden soll. Die daraufhin identifizierten Artikel oder Texte werden dann in der Regel auch auf elektronischem Weg, per e -mail oder SMS dem Kunden zugeschickt.
Die Beweggründe, warum ein Kunde diese Dienste in Anspruch nimmt, können sehr unterschiedlich sein. Am stärksten nachgefragt werden sie allerdings von Unternehmen und ihren PR-Abteilungen. Zum einen können sie als ein Monitoring-Service für ein firmeneigenes Intranet interessant sein. Zum anderen werden solche Dienste von der Öffentlichkeitsarbeit vor allem zur Recherche und für eine Medienresonanzanalyse genutzt.
Da das Internet inzwischen früher getrennte Netzstrukturen wie Online-Datenbanken und Online-Dienste integriert hat, können die Begriffe Web- oder
5 Vgl. Brauner, Leitolf, Raible-Besten, Weigert: Lexikon der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
München 2001, S. 265 ff.
1.3 Aufbau der Arbeit 6
Online -Monitoring als gleichbedeutend verwendet werden. Dagegen muß man zwischen kostenlosen und gegen Entgelt angebotenen Diensten unterscheiden. 6
Diese Arbeit soll aufzeigen, welche Dienste, Angebote, Ideen und Ansätze unter dem Begriff Internet-Monitoring subsummiert werden.
Geklärt werden soll, wo der konkrete Gewinn des Monitorings für die PR-Arbeit liegt und ob es dazu entsprechende Angebote im Internet gibt.
Es schließt sich die Frage an, wie können die vorhandenen Möglichkeiten und Angebote verbessert werden.
Für den Ausblick werden Visionen und neue Ansätze untersucht, um mögliche Perspektiven und zukünftige Chancen des Internet-Monitorings herauszufinden.
1.3 Aufbau der Arbeit
Um die Qualität und Zukunftsaussichten der Internet-Monitoring-Dienste zu untersuchen, ist ein Vergleich mit den traditionellen Medienbeobachtungs-Diensten sinnvoll. Zunächst wird dazu in einer Marktübersicht geklärt, was diese Unternehmen anbieten und was es d aneben für Möglichkeiten der Informationsbeschaffung im Internet gibt. In einer vergleichenden Darstellung verschiedener größerer Presseausschnittsdienste und Internet-Monitoring-Services werden die Angebote untersucht und Leistungskriterien herausgearbeitet.
Anschließend werden Einsichten in die Funktions- und Arbeitsweise von Internet-Monitoring -Diensten gegeben, die zum großen Teil auf eigenen Erfahrungen durch die Mitarbeit bei einem Monitoring -Anbieter basieren.
6 Vgl. Schreiber, Henrik: Der Internet-Guide, Das Special zum Handbuch "Richtig
Recherchieren" von Frank und Matthias Brendel, Frankfurt am Main 2000, S. 4.
1.3 Aufbau der Arbeit 7
Anhand der Ergebnisse werden einerseits Probleme erörtert, die mit dem Betrieb eines Internet-Monitoring-Service auftauchen und zum anderen die Möglichkeiten aufgezeigt, die sich daraus für das Angebot ergeben.
Im letzten Kapitel werden die Entwicklungen und Perspektiven des Internet-Monitori ngs für die Öffentlichkeitsarbeit dargestellt und bewertet.
Zum Abschluss wurde eine Befragung von mehreren, in dieser Arbeit vorgestellten Monitoring -Diensten durchgeführt. Die Auswertung gibt einen Überblick darüber, wo nach Meinung der professionellen Anbieter die Stärken und Schwächen und wo die Potentiale dieser Dienste insbesondere für die Öffentlichkeitsarbeit liegen.
Die vorliegende Arbeit stützt sich in Definitionen und allgemeinen Fragen zu Public Relations im wesentlichen auf Bücher zum Thema Interaktive Presse-und Öffentlichkeitsarbeit. Das spezifische Thema Internet-Monitoring erschließt sich zum Teil über die Seiten von Monitoring-Services und darüber hinaus vorrangig über Aufsätze in Zeitschriften und im Internet. Bücher, die speziell das Thema Internet-Monitoring behandeln, sind kaum zu finden.
Diese Arbeit konzentriert sich in den Analysen und Darstellungen im wesentlichen auf deutsche oder deutschsprachige Angebote. Eine Einschränkung erscheint aufgrund des großen und unübersichtlichen Marktes notwendig. Die zeitweilige Mitarbeit bei einem Internet-Monitoring -Anbieter sowie die Tatsache, dass der deutsche Markt im Bereich der Printmedien einer der größten ist, unterstützten diese Entscheidung.
Bei den Recherchen für die vorliegende Arbeit zeigte sich, dass das Thema nur über sehr unterschiedliche Arten von Quellen und verschiedene Herangehensweisen zu erschließen ist. Es empfiehlt sich deshalb ein exploratives Vorgehen.
1.4 Definitionen / Begriffe 8
1.4 Definitionen / Begriffe
1.4.1 Presse-Clipping
Der Begriff "Presse-Clipping", auch Presse-Ausschnittsdienst genannt, umfasst das Lesen, Ausschneiden und Aufkleben von Zeitungsausschnitten. 1879 bereits wurde das erste Ausschnittsbüro von einem französischen Adeligen, dem Comte de Chambure gegründet. Er hatte beobachtet, dass Künstler regelmäßig nach Ausstellungseröffnungen die Zeitungskioske stürmten, um die Kritiken zu lesen. Daraufhin bot er ihnen an, die Suche gegen ein Entgelt zu übernehmen. Seinen neuen Service nannte er "Argus de la Presse" nach dem hundertäugigen Riesen der griechischen Sage. 7
Heute gibt es zahlreiche Unternehmen, die immer noch genau dasselbe tun. Die Mitarbeiter, die Lektoren, sitzen ab fünf Uhr morgens, um Zeitungen von der ersten Seite links oben bis zur letzten Seite rechts unten, Artikel für Artikel gleichzeitig nach Tausenden von Begriffen zu durchsuchen. Natürlich gibt es längst ganz andere technische Möglichkeiten. Das Urheberrecht verbietet jedoch in den meisten Ländern solchen kommerziellen Diensten den Einsatz von Scannern u.ä. Geräten. Trotzdem gibt es inzwischen die unterschiedlichsten Anbieter wie Observer oder PressWatch, die die Online-Medien und die Informationen im Netz beobachten und auswerten. In Kapitel 2 werden die jeweiligen Marktführer der Presseauschnittsdienste und Internet-Monitoring-Dienste in Deutschland vorgestellt.
7 Vgl. Geisenhanslücke, Ralph: "Lesen und lesen lassen", Die Zeit, Ausgabe 19/2001, Beilage
"Leben".
1.4 Definitionen / Begriffe 9
1.4.2 Medienresonanzanalyse
Die Medienresonanzanalyse gilt als das klassische Werkzeug der Wirkungskontrolle von PR-Maßnahmen. Eine Resonanzanalyse wird also vorgenommen, um die Reaktion, die Wirkung auf eine Kampagne, die Produkte oder einen Image-Wechsel eines Unternehmen in den Medien festzustellen.
Grundlage dafür bildet die Medienauswertung durch das oben vorgestellte Clipping. Daneben ist das Kommunikationskonzept mit der Definition der Ziele und den umgesetzten PR-Maßnahmen selbst der Resonanzanalyse zugrunde zu legen. Untersucht wird der Wirkungszusammenhang zwischen den Maßnahmen und den dazu gefundenen Medieninhalten.
Es wird unterschieden zwischen der qualitativen und der quantitativen Analyse. Für die quantitative Analyse werden Kriterien wie Medientitel, -art, Auflagenhöhe etc. herangezogen. Bei der qualitativen Analyse steht die Akzeptanz und Bewertung des Unternehmens, seiner Produkte oder Kampagnen im Mittelpunkt. Im vierten Kapitel werden die Analysemethoden näher erläutert.
Für die Medienresonanzanalyse gibt es verschiedene Untersuchungsarten. Im Falle der Evaluation einer einzelnen Aktion oder einer kurzfristigen Kampagne wird eine sogenannte Ad-hoc-Auswertung, die eine relativ kurze Zeitspanne umfasst, vorgenommen. Trends und Tendenzen lassen sich allerdings sehr viel zuverlässiger und genauer bei einer Langzeit-Analyse über mindestens ein Jahr feststellen. Eine dritte Variante ist die auf einzelne Aspekte oder Ausrichtungen der PR-Arbeit fokussierte Analyse. Dabei wird z.B. untersucht, welches Medium wie stark auf die Öffentlichkeitsarbeit eingeht. 8
8 Vgl. Brauner, Leitolf, Raible-Besten, Weigert: Lexikon der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
München 2001, S. 99.
2 Marktübersicht
Die Öffentlichkeitsarbeit nutzt für ihre tägliche Arbeit zur Recherche auch verschiedene Internet-Dienste. Neben den professionellen Serviceunternehmen gibt es zahlreiche kostenlose Suchmaschinen und Monitoring-Services unterschiedlichster Art im Netz. Im folgenden Kapitel wird eine Auswahl der Anbieter dieser Dienste vorgestellt.
Die Informationen über die Unternehmen stammen aus diesem Grund zumindest teilweise aus dem Internet, von ihren eigenen Websites, zum anderen aber auch aus den angeforderten Unterlagen. Zu einigen Fragen wurden sie auch um persönliche Stellungnahmen gebeten. Die Auswertung dazu ist in Kapitel 5 nachzulesen.
2.1 Presse-Ausschnittsdienste
Im folgenden werden die Presse-Ausschnittsdienste "Observer Argus Media", "Ausschnitt Medienbeobachtung" und "Landau Media" vorgestellt. Sie sind Marktführer auf diesem Sektor in Deutschland.
Durch Unternehmensfusionen oder zumindest -kooperationen läßt sich keine scharfe Trennung mehr zwischen Ausschnitts- und Internet-Monitoring-Diensten herstellen. Die meisten Dienste bieten inzwischen einen Online-Service an. Sie sind damit für das Thema der vorliegenden Arbeit ebenso relevant wie die reinen Internet-Monitoring -Dienste.
2.1.1 Observer Argus Media
Argus Media hat seinen Sitz in Baden-Baden. Seit dem 1. Januar 2000 haben sich Observer RTV und Argus Media zu einem Unternehmen, der Observer Argus Media GmbH zusammengeschlossen. Die Observer Argus Media GmbH
10
2.1 Presse-Ausschnittsdienste 11
ist wiederum Tochtergesellschaft der Observer AB, die europaweit mit ca 1800 Mitarbeitern in 13 Ländern der größte Anbieter in der Branche ist.
Das Unternehmen bietet die Auswertung und Analyse von TV, Hörfunk, Videotext, Printmedien und Online-Quellen an. Für die Darstellung der Medienresonanz werden Ausschnittssammlungen, "Summaries, Präsenztabellen, Reports, Analysen sowie Audio- und Videokassetten" 9 erstellt.
Täglich werden Print- und Online-Medien sowie TV- und Hörfunksender beobachtet, durchsucht und nach Stichworten, nach Begriffskombinationen wie z.B. Unternehmensname + Event oder auch nach komplexen Themen analysiert.
Der Ausschnittsservice bedient nach eigenen Angaben nicht nur spezifische Zielgruppen. Die Ansprechpartner und potenziellen Kunden sieht er in Unternehmen jeder Größenordnung und dort in den Bereichen Marketing, PR, Pressereferate, Vertrieb und Werbung, Forschung und Entwicklung, Geschäftsführung und Vorstand, Dokumentation, Archive, Marktforschung etc.
9 Observer Argus Media GmbH: URL: http://www.argus-media.de/argus/waswir.htm [Stand 11.
November 2001].
2.1 Presse-Ausschnittsdienste 12
10 Abbildung 2: Homepage Observer Argus Media
Ausgewertet werden die Nachrichten von "4000 Publikationstiteln, 34 Nachrichtenagenturen, Internet-Publikationen, über 92 TV-Kanäle, 62 Hörfunksender, 29 TV-Kanäle, Videotext und Presse-Datenbanken" 11 .
Als zusätzliches Angebot für Kunden und Interessierte veranstalten sie einmal jährlich ein Forum zu einem PR- und medienspezifischen Thema. 2001 referierten PR-Experten und Journalisten zum Thema "PR zwischen Funk und Bytes - Hörfunk, Fernsehen, Internet" 12 .
10 Observer Argus Media GmbH: URL: http://www.observer.de [Stand 2. Januar 2002].
11 Observer Argus Media GmbH: URL: http://www.argus-media.de/argus/waswir.htm [Stand 11.
November 2001].
12 Observer Argus Media GmbH: URL: http://www.observer.de/events/forum.htm [Stand 11.
November 2001].
2.1 Presse-Ausschnittsdienste 13
2.1.2 Ausschnitt Medienbeobachtung
Ausschnitt Medienbeobachtung ist eine Unternehmensgruppe, die im Verbund mit "Argus der Presse Holding AG" (Zürich) zusammenarbeitet. Außerdem kooperiert das Unternehmen seit kurzer Zeit mit News4press, einem Online-Presse-Verteiler. Mit der Verteilung der von den Unternehmen verfassten Presseinformationen per e-mail direkt in die Postfächer von 4500 akkreditierten Journalisten und Redaktionen übernehmen sie eine weitere für die PR-Arbeit notwendige Tätigkeit.
Der Ausschnittsdienst wurde 1946 gegründet und beobachtete zunächst ausschließlich die Printmedien. Heute bezeichnet sich das Unternehmen als Fullservice-Anbieter, das heißt, es bietet auch die Beobachtung von TV, Online-Medien, Nachrichtenagenturen u nd Videotexten an. Dabei umfasst das Programm nach Firmenangaben ca. 3000 Print- und ca. 650 Online-Titel. 250 Mitarbeiter recherchieren jährlich etwa 6 Millionen Ausschnitte. 13
Die Such-Ergebnisse werden auf Wunsch des Kunden analysiert und anschließend s tatistisch und grafisch aufbereitet. Der Kunde erhält ein Mediendatenblatt mit Ergebnissen der qualitativen und der quantitativen Analyse. Er kann damit beispielsweise Informationen über die Darstellungsform des Artikels, über die Bewertung des Unternehmens oder über die Medienpräsenz wie Auflagen, TV-Einschaltquoten oder Internet Page-Impressions bekommen.
Im Bereich "International Press Monitoring" bietet Ausschnitt als besonderen Service zwei neue Produkte an, die aus spezifischen Kundenanfragen entstanden sind. Das ist zum einen der "Medienfocus". Hier werden 80 europäische Zeitungen und Zeitschriften mit Ergänzungen von redaktionellen Internet-Meldungen zum Schwerpunkt "Wirtschafts- und Finanzplatz
13 Vgl. Ausschnitt Medienbeobachtung: URL: http://www.ausschnitt.de/ausschnitt/
ausschnitt_inh.htm [Stand 12. November 2001].
2.1 Presse-Ausschnittsdienste 14
Deutschland in der internationalen Presse" ausgewertet. Die ausgewählten Beiträge werden von Lektoren ins Deutsche übersetzt und in Form von "Summaries" wiedergegeben. Die Quellenangaben werden mitgeliefert, um weitere Recherchen zu ermöglichen. Das zweite Produkt nennt Ausschnitt die "New Synopsis". Sie umfasst Summaries zu 300 internationalen Zeitungs- und Zeitschriften-Titeln speziell zum Gebiet "Auto-Motiv". Ausschnitt will damit eine umfassende firmenneutrale Auswertung anbieten. 14
15 Abbildung 3: Homepage Ausschnitt Medienbeobachtung
Inzwischen gibt es auch einen Internet-Monitoring-Service. Aus ca. 600 ausgewählten Online-Medien bekommt der Kunde zweimal täglich
14 Vgl. Herbst; Dieter: Internet-PR, Berlin 2001, S. 163-164. 15 Ausschnitt Medienbeobachtung: URL: http://www.ausschnitt.de [Stand 2. Januar 2002].
Arbeit zitieren:
Alexander von Schmidt, 2002, Internet-Monitoring als Instrument der Öffentlichkeitsarbeit, München, GRIN Verlag GmbH
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