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Finanzierungsm öglichkeiten junger technologieorientierter Unternehmen
1. Einleitung. Seite 1
2. Begriffliche und konzeptionelle Abgrenzung der Thematik. Seite 1
2.1 Definition des Begriffs Innovation. Seite 2
2.2 Merkmale junger technologieorientierter Unternehmen. Seite 2
2.3 Kapitalbedarf junger technologieorientierter Unternehmen. Seite 3
3. Finanzierungsmöglichkeiten junger technologieorientierter Unternehmen. Seite 4
3.1 Finanztheoretische Einordnung der Finanzierungsquellen. Seite 4
3.1.1 Eigenfinanzierung. Seite 5
3.1.2 Fremdfinanzierung. Seite 6
4. Finanzierung junger technologieorientierter Unternehmen durch
Venture Capital. Seite 7
4.1 Begriff und Funktion des Venture Capitals. Seite 8
4.2 Der Venture Capital-Zyklus. Seite 9
4.2.1 Early Stage Finanzierung Seite 10
4.2.2 Expansion Stage Finanzierung Seite 11
4.2.3 Desinvestition der Beteiligung. Seite 11
5. Finanzierung junger technologieorientierter Unternehmen
durch öffentliche Mittel. Seite 12
5.1 Förderprogramme der DtA Seite 12
5.1.1 Förderprogramme mit direkter Beteiligung der DtA. Seite 13
5.1.2 Förderprogramme mit direkter Beteiligung der DtA
und einem Leadinvestor. Seite 14
5.2 Förderprogramme der KfW. Seite 16
5.3 Das ERP-Innovationsprogramm der KfW. Seite 17
5.4 Zuschüsse. Seite 18
6. Fazit Seite 19
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7. Anhang - Konditionsübersicht der DtA - Seite IV
8. Literaturverzeichnis. Seite VI
9. Internetverzeichnis Seite IX
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1. Einleitung
Die Fähigkeit zur Innovation beeinflußt in hohem Maße die positive langfristige Entwicklung einer Volkswirtschaft. Gerade in einer Zeit, in der sich auch die deutsche Industriegesellschaft großen politischen und wirtschaftlichen Veränderungen gegenüber sieht, wie der Integration Europas mit dem Ziel des "Gemeinsamen Marktes", der Öffnung Osteuropas für westliche Technologien und Marktwirtschaft sowie der Intensivierung des weltweiten Wettbewerbs, muß Deutschland als exportorientiertes Industrieland ein besonderes Interesse an einem ständigen Innovationsprozeß haben, um seine Stellung im internationalen Wettbewerb erhalten bzw. ausbauen zu können. Junge technologieorientierte Unternehmen (JTU) nehmen eine Schlüsselrolle bei der Steigerung des Innovationspotentials und der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft ein. Demgegenüber stehen erhebliche wirtschaftliche Risiken, die hauptsächlich aus der langen und kapitalintensiven Entwicklungsphase sowie der unsicheren Produktions- und Vermarktungsfähigkeit von innovativen Produkten entstehen. Daher resultieren die Schwierigkeiten JTU zur Finanzierung ihrer Entwicklung geeignete Kapitalquellen zu erschließen.
Thema dieser Hausarbeit soll es sein, verschiedene speziell auf die Bedürfnisse JTU zugeschnittene Finanzierungsmöglichkeiten auf ihre Bedeutung und Realisierungsmöglichkeiten zu überprüfen. Nach einer grundlegenden Einordnung verschiedener Finanzierungsarten, werden diese im Einzelnen näher auf ihre Anwendbarkeit und Bedeutung analysiert. Aufgrund der Vielzahl vorhandener Finanzierungsmöglichkeiten liegt der Schwerpunkt dieser Arbeit auf der Betrachtung von öffentlichen Finanzierungsmöglichkeiten und der Bereitstellung von Kapital durch Beteiligungsgesellschaften. Dabei sollen der Ablauf, die Konditionen und spezifischen Bedingungen der einzelnen Finanzierungsvarianten dargestellt werden.
1. Begriffliche und konzeptionelle Abgrenzung der Thematik
Der Hauptteil dieser Arbeit soll Betrachtung von Finanzierungsmöglichkeiten vorbehalten sein, die aufgrund ihrer Produktspezifikation fast ausschließlich zur Finanzierung JTU eingesetzt werden können. Auf die Erläuterung von originären Begriffsdefinitionen wie Betrieb, Unternehmen bzw. Unternehmung soll an dieser Stelle verzichtet werden, vielmehr soll konzentriert und nach einer grundlegenden Einordnung des Begriffs Innovation, des betriebswirtschaftlichen Finanzierungsbegriffes sowie den Merkmalen von JTU sofort mit der eigentlichen Thematik begonnen werden.
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2.1. Innovation
Die Definition des Begriffes Innovation erfolgt in der Literatur sehr unterschiedlich. Etymologisch gesehen ist der Begriff der Innovation aus dem Lateinischen „novus“ und „innovatio“ entlehnt und kann daher mit neu sowie Erneuerung bzw. Neuerung übersetzt werden. 1 Wirtschaftswissenschaftliche Definitionen erfolgten u.a. von Barnett, Gutenberg, Knight und Schumpeter. Bei allen Innovationsdefinitionen ist der Begriff „Neu, Neuigkeit oder Novität“ das konstitutive Merkmal. Abweichungen in der Begriffsdefinition treten bezüglich der Auffassung auf, ob eine Innovation erst mit ihrer Durchsetzung zu eben dieser wird bzw. ob Innovation den Prozeß von der Idee bis zur Durchsetzung der Neuerung oder nur eine Phase dieses Prozesses beschreibt. 2 Innovation soll hier verstanden werden als „erstmalige Durchsetzung von Neuerungen in der betrachteten Unternehmung und/oder deren relevanten Umwelt, wobei die Neuheit aus der Perspektive der relevanten Umwelt, also der Konkurrenz und der Nachfrager - der Branche - des Standortlandes gesehen wird“. 3
Zusätzlich kann ein Innovation verschiedene Änderungs- bzw. Ausprägungsgrade besitzen, d.h. die Innovation an sich kann verschiedene Stufen der Neuerung umfassen. Weiterentwicklungen bisherigen Innovationen werden unter dem Begriff Verbesserungsinnovationen zusammen gefaßt, wozu Rationalisierungseffekte und Verbesserungen von Produkten, Produkteigenschaften oder Fertigungverfahren gehören. Diese Form der Innovation ist für JTU jedoch meist uninteressant, da Verbesserungsinnovationen meist nicht über die erforderlichen Vermarktungschancen verfügen. Daher bilden Major- bzw. Basisinnovationen die Grundlage JTU, da nur die richtungsweisende Abweichung von existierenden Produkten oder Dienstleistungen in Form von Basisinnovationen über das erforderliche Wachstumspotential besitzt, das diese Unternehmen benötigen. 4
2.2. Merkmale junge technologieorientierter Unternehmen
Junge Technologieunternehmen sind neu gegründete oder am Anfang ihres Lebenszyklus befindliche Unternehmen, deren Geschäftsfelder vor allem durch neue Produkte, neue Verfahren oder innovative Dienstleistungen gekennzeichnet sind. Ihr Leistungsangebot weist gegenüber vergleichbaren Lösungen ein höheres Innovationsniveau auf, erfordert den Aufbau
1 Vgl. Dietz, Jobst-Walter (1989), S.40.
2 Ebenda, S. 43.
3 Dietz, Jobst-Walter (1989), S. 46.
4 Vgl. Dietz, Jobst-Walter (1989), S. 49.
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einer entsprechenden Fertigung und verlangt umfangreiche Marketingaktivitäten. 5 Für diese Unternehmen ist ein hoher materieller und personeller Aufwand für Forschung und Entwicklung (der letztlich zum Wettbewerbsvorsprung führt) bis zum Erreichen der Fertigungs- und der Marktreife der neuen Produkte charakteristisch. Typischerweise verfügt das Management JTU über ein umfangreiches technisches Knowhow, es fehlt ihnen aber meist am erforderlichen Kapital- und Managementwissen. Hinzu kommt, daß die Entwicklung neuer Produkte und Verfahren ganz objektiv risikobehaftet ist. Technisches Risiko tritt auf, weil die den technischen Lösungen zugrunde gelegten Prinzipien und Effekte theoretisch teilweise noch nicht erforscht sowie praktisch nicht erprobt sind. Daneben existieren Marktrisiken, weil weder das Verhalten der Wettbewerber noch der Kunden genau voraussagbar sind. Diese Unsicherheiten führen letztlich auch zu Finanzierungsrisiken. 6
Bei technischer und wirtschaftlicher Bewährung der neuen Produkte und Verfahren auf dem Markt erschließen sich für ein Technologieunternehmen Möglichkeiten, in die Wachstumsphase überzugehen. Breite Vermarktung, Erschließen neuer Marktsegmente, Kapazitätsausbau in der Fertigung und beim Vertrieb, Ausprägung der inneren Organisation, Wachstum des Umsatzes und der Anzahl der Beschäftigten, sind typische Wachstumsmerkmale. Schließlich festigen sich die wirtschaftliche Situation und die Beziehungen zu den Kapitalgebern so, daß das Unternehmen als konsolidiert betrachtet werden kann und die Eigenschaft „jung" nicht mehr zutreffend ist.
2.3. Kapitalbedarf junger technologieorientierter Unternehmen
Grundlage der Kapitalbedarfsermittlung ist das Produktlebenszykluskonzept, daß die idealtypischen Umsatz- und Ertragsentwicklungen prognostiziert. 7 Der genaue Kapitalbedarf kann so zwar nicht unmittelbar genau bestimmt werden, doch das Produktlebenszyklusmodell bietet einen guten Überblick über die zeitraumbezogene Kapitalbedarfsentwicklung.
Anfangs resultiert der Kapitalbedarf der JTU aus den während der Gründungsphase entstehenden Gründungskosten, Kosten für erste Marktanalysen sowie unternehmerische und rechtliche Beratung usw. In der FuE-Phase kommen zusätzlich hohe Aufwendungen z.B. für FuE-Tätigkeiten, Finanzierung der Forschungseinrichtung und Bau von Prototypen bzw.
5 Vgl. Baier, Wolfgang und Pleschak, Franz (1996), S.11.
6 Vgl. Berens, Wolfgang; Hoffijan, Andreas und Regina Pakulla (2000), S. 287 ff.
7 Vgl. Grisebach, Rolf (1989), S. 28
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Pilotanlagen hinzu, ohne das in dieser Phase bereits erste Gewinne aus der Vermarktung der Innovation entstehen. 8 Aufgrund der zeitlichen Diskrepanz zwischen getätigten Aufwendungen und erwarteten Erträgen verfügen die JTU in den ersten Entwicklungsphasen des Unternehmens über keine Selbstfinanzierungskraft. Erste nennenswerte Gewinne entstehen nach Abschluß des Fertigungsaufbaus und der Markteinführung, diese Rückflüsse reichen oftmals nicht zur Eigenfinanzierung aus, so daß JTU gezwungen sind, die Unternehmensfinanzierung über einen mehrjährigen Zeitraum im Voraus zu berechnen. 9 In der Gründungsphase geschieht dies durch einen sorgfältig erarbeiteten Business Plan, aus dem sich ein Finanzierungsbedarf ableiten läßt. In der FuE- und der Markteinführungsphase ist ein zeitpunkt- und betragsgenauer Finanzplan notwendig. 10
2. Finanzierungsmöglickeiten junger technologieorientierter Unternehmen Untersuchungen zeigen, daß sich im ersten Jahr ihres Bestehen 20% der in der Untersuchung betrachteten JTU durch Bankdarlehen, 28% durch eine Venture Capital Gesellschaften und 22% durch Eigenmittel finanzieren. 11 Dies zeigt die bevorzugten Finanzierungsquellen JTU, deren Betrachtung folgend im Vordergrund stehen soll.
Der Kapitalbedarf JTU ist kaum reduzier- oder zeitlich streckbar, da hierdurch die Gefahr entsteht, daß das Innovationsvorhaben nicht umsetzbar ist oder komparative Wettbewerbsvorteile verlorengehen, die aufgrund des Zeitvorsprungs bestehen. Demzufolge ist eine langfristig gesicherte Finanzierung die oberste Planungsprämisse.
3.1. Finanztheoretische Einordnung der Finanzierungsquellen
Die theoretischen Grundlagen der Finanzierung sind in der Literatur hinreichend behandelt, so daß hier darauf verzichtet werden soll, die Finanzierungsarten hinsichtlich ihrer Aufteilung in Innen- und Außenfinanzierung zu untergliedern und die Eigenkapitalbeschaffung bezüglich der jeweiligen Rechtsform zu erläutern. Die folgende Differenzierung und finanztheoretische Einordnung der Finanzierungsmöglichkeiten der Außenfinanzierung nach Fremdkapital und Eigenkapital ist jedoch sinnvoll, um die spezifischen Charakteristika der betrachteten Finanzierungsvarianten heraus zuarbeiten.
Da JTU aus bereits erläuterten Gründen in der Entstehungsphase und der FuE-Phase eine schwache Eigenmittelausstattung besitzen, bietet die Selbstfinanzierung nur geringen
8 Vgl. Behr, Giorgio (Hersg.)/ Kupper, Christian (1999), S. 26.
9 Vgl. Kußmaul, Heinz und Kunker, Andy (2000), S. 531 ff.
10 Vgl. Behr, Giorgio (Hersg.)/ Kupper, Christian (1999), S. 26.
11 Vg l. Behr, Giorio (Hersg.)/Solbach, Manuel (1999), S. 238.
8
Finanzierungsspielraum. Somit stehen JTU charakteristischerweise nur folgende externe Finanzierungsmittel zu Verfügung: 12
- die Erhöhung des Eigenkapitals
- die Aufnahme von Fremdkapital.
3.1.1. Eigenfinanzierung
Prinzipiell kann das benötigte Kapital durch interne und externe Finanzierungsquellen bereitgestellt werden. Eine Außenfinanzierung liegt vor, wenn dem Unternehmen durch den Eigentümer, Mitgesellschafter oder Anteilseigener (z.B. Venture Capital Gesellschaften) Eigenkapital zugeführt wird. Eine Innenfinanzierung durch Rücklagen, Rückstellungen oder aus Abschreibungen (insbesonders bilanzpolitisch nutzbare Sonderabschreibungen) ist aufgrund der geringen Selbstfinanzierungskraft Unternehmens nicht möglich. 13 Das Eigenkapital steht dem Unternehmen langfristig oder unbefristet zur Verfügung. An die Stelle des Rückzahlungsanspruch von Fremdkapital tritt ein Anspruch auf Teilhabe am Liquidationserlös, d.h. der Gläubiger hat kein gesondertes Befriedigungsrecht. Vorteile der Eigenfinanzierung für das Unternehmen sind die Entlastung der Liquiditätslage, da keine Zins- und Tilgungsbelastungen anfallen und eine Erweiterung des Haftkapitals, was die Bonität und damit den Spielraum für die Fremdfinanzierung erhöht. 14 Eigenkapitalgeber tragen ein höheres Risiko als Fremdkapitalgeber, weil Verluste zunächst durch Eigenkapitalminderung kompensiert werden.
Die finanziellen Mittel können in unterschiedlicher Form bereitgestellt werden:
- direkte Beteiligung am Stammkapital des Portfoliounternehmens, die meisten Beteiligungsgesellschaften bevorzugen Anteile zwischen 25 und 49 Prozent,
- typische und atypische stille Beteiligungen, 15
- eigenkapitalähnliche Darlehen (z.B. Gesellschafterdarlehen, langfristige Darlehen mit Rangrücktritt im Konkursfall). 16
Bei der Beteiligungsfinanzierung werden Unternehmensanteile nicht-emissionsfähiger Unternehmen an einen Investor verkauft.
12 Vgl. Berens, Wolfgang; Hoffijan, Andreas und Regina Pakulla (2000), S. 287 ff.
13 Vgl. Wöhe, Günther (1996), S. 867 ff.
14 Vgl. Wöhe, Günther (1996), S. 867 ff.
15 Bei der Stillen Gesellschaft geht die Kapitaleinlage in das Vermögen des JTU über. Es handelt sich um eine
reine Innengesellschaft, da nach außen nur die Rechtsform des JTU in Erscheinung tritt. Stille Gesellschafter
sind am Gewinn und Verlust beteiligt, wobei letzteres auch ausgeschlossen werden kann. Sie haben bei der
typischen Stillen Gesellschaft Anspruch auf Rückzahlung der Einlage zum Nominalwert, bei der atypischen
Stillen Gesellschaft sind sie auch an den stillen Reserven und den Vermögenszuwächsen des JTU beteiligt.
16 Vgl. Baier, Wolfgang und Pleschak, Franz (1996), S. 117.
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Der Bundesverband deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften definiert Beteiligungskapital als „Eigenkapital oder eigenkapitalähnliche Mittel ..., die von außerhalb des organisierten Kapitalmarktes in Unternehmen eingebracht werden. Diese Kapitaleinlage ist mit Kontroll-, Informations-, und Mitentscheidungsrechten sowie zum Teil mit einer Managementunterstützung durch den Investor verbunden.“ 17 Diese Definition umfaßt teilweise schon folgende grundlegende Merkmale einer Beteiligungsfinanzierung: . 18
- Der Kapitalgebers ist am Unternehmen und somit Beteiligung am Gewinn, Vermögen und Liquidationserlös beteiligt.
- Je nach Beteiligungsform stehen ihm unterschiedlich starke Informations-, Mitsprache-oder Mitentscheidungsrechte zu.
- Die Beteiligung erfolgt unter strategischen Gesichtspunkten mit langfristiger Gewinnerzielungsabsicht.
Eine Beteiligung unter renditeorientierten Investitionsentscheidungen wird typischerweise von Privatpersonen, Unternehmensbeteiligungsgesellschaften und Venture Capital Gesellschaften. eingegangen. Da Unternehmensbeteiligungsgesellschaften sich meist an etablierten mittelständischen Unternehmen beteiligen und für Privatpersonen im Allgemeinen das Verhältnis von Risiko und Ertrag viel zu hoch ist, um das Kapital ohne Diversifikation in ein einziges Unternehmen zu investieren, eignen sich zur Finanzierung JTU meist nur Venture Capital Gesellschaften. 19
3.1.2. Fremdfinanzierung
Fremdkapital wir dem Unternehmen von externen Dritten zur Verfügung gestellt. Es wird mit einem fest vereinbarten Zinssatz bedient, ist nur begrenzt mit Kontroll- und Mitbestimmungsrechten ausgestattet und unterliegt dem vollen unternehmerischem Risiko. 20 Dem Fremdkapital werden üblicherweise Bankkredite und Anleihen zugerechnet. Eine Plazierung von Anleihen am Kapitalmarkt ist aufgrund fehlender Bonität der JTU nicht realisierbar.
Die Aufnahme von Fremdkapital geschieht durch JTU meist in der Gründungsphase durch persönliche Kreditaufnahme der Gründer. Jedoch wird spätestens beim Übergang in die FuE-Phase neues Kapital benötigt, das langfristig und liquiditätsschonend zur Verfügung steht.
17 Vgl. Ebenda, S. 116.
18 Vgl. Ebenda, S. 105.
19 Vgl. Wöhe, Günther (1996), S. 822 ff.
20 vergl.Behr, Giorgio (Hersg.)/ Kupper, Christian (1999), S. 33.
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Dies kann nicht durch Fremdkapitalmittel gewährleistet werden.
Außerdem wiesen JTU für den Kapitalgeber ein schwer zu beurteilendes Innovations- und Unternehmensrisiko auf, was zusammen mit dem Fehlen bewertbarer (insbesondere dinglicher) Sicherheiten zu einer Zurückhaltung von Kreditinstituten bei der Finanzierung JTU führt. Zusätzlich sind asymmetrische Informationsverteilung (Informationsvorsprung und die Handlungen des Managements, die von extern Beteiligten nicht erkennbar bzw. kontrollierbar sind) und der Effekt der Kreditrationierung ein Haupthindernis der Finanzierung JTU durch Kreditinstitute. 21
Eine Ausnahme bilden die Förderprogramme der öffentlichen Kreditinstitute, der Landesbanken sowie spezielle Zuschüsse oder landesspezifische Förderprogramme. Unter bestimmten Voraussetzungen werden Darlehen aus öffentlichen Förderprogrammen dem Eigenkapital zugerechnet, was eine Erhöhung des Haftkapitals zur Folge hat und die weitere Kreditaufnahme bei privaten Kreditinstituten erleichtert. Häufig wird eine Förderung durch Inanspruchnahme öffentlicher Mittel von Venture Capital Gesellschaften als Argument für ein Investment verwendet bzw. die Beteiligung eines Leadinvestors ist Voraussetzung für die Gewährung der Fördermittel (vergl.5). 22
4. Finanzierung durch Venture Capital
Venture Capital - im deutschsprachigem Raum auch als Risiko-, Wagnis- oder Chancenkapital bezeichnet - ist Kapital, das in Form von Beteiligungskapital in wachstumsträchtigen Unternehmen und Brachen angelegt wird, bei denen es sich meist um innovative Neugründungen oder High Tech Unternehmen handelt. 23
Die Bereitstellung des Venture Capital kann über zwei grundsätzliche Konzeptionen erfolgen
- im Wege einer direkten oder indirekten Beteiligung. Da eine direkte Bereitstellung von Venture Capital, d.h. die Investition eines Unternehmens oder einer Einzelperson ohne Risikodiversifikation in ein JTU, wenig verbreitet und nicht transparent ist, soll nur die indirekten Beteiligung im Folgenden kurz erläutert werden. Prinzipiell existieren innerhalb dieser Konzeption zwei weitere Ansätze. Als erste Möglichkeit kommt der projektorientierte Ansatz in Betracht. Dabei wird für jedes Projekt ein gesondertes Finanzierungskonzept erstellt und die Kapitalvergabe erfolgt lediglich an ein Unternehmen, womit keine Risikodiversifikation für die Investoren möglich ist. Dieses ist
21 Vgl. Behr, Giorio (Hersg.)/Archilles, Wolfgang (1999), S. 6.
22 Vgl. Dietz, Jobst-Walter (1989), S. 410.
23 Vgl. Wöhe, Günther (1996), S. 823.
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zugleich der schwerwiegende Nachteil der Konzeption und ist die Ursache dafür, daß sich seit Ende der achtziger Jahre in Deutschland fondsorientierte Ansätze durchsetzten. 24 Mit der Auflage eines Venture Capital Fonds nach dem Prinzip des fondsorientierten Ansatzes ist der Aufbau eines Portfolios möglich, das aufgrund des breiteren Anlagehorizontes ein geringeres Risiko erfährt. 25
Dabei obliegt dem Management der Venture Capital Gesellschaft (als Finanzintermediär) die Auswahl der im Rahmen der Zielsetzungen dieser Risikokapitalgesellschaft liegenden und zu finanzierenden Unternehmen. Die Venture Capital Gesellschaften können Tochtergesellschaften von Banken und Versicherungen sowie eigenständige Beteiligungsgesellschaften sein.
4.1. Begriff und Funktion des Venture Capitals
Dem JTU wird von einer Venture Capital Gesellschaft einmalig oder in einem mehrstufigen Prozess haftendes Eigenkapital oder eigenkapitalähnliche Mittel über einen Zeitraum von fünf bis acht Jahren zur Verfügung gestellt. 26 Im Rahmen der Desinvestition fließen die Mittel an die Venture Capital Gesellschaft zurück
Die Definition des Begriffes variiert je nach verwendeter Literatur stark, das ist insofern verständlich, daß der Begriff „Venture Capital“ aus der Finanzierungspraxis heraus und nicht wirtschaftswissenschaftlich entstand.
Folgende Definition, die die wesentlichen Merkmale einer Venture-Capital-Finanzierung beinhaltet, soll Grundlage dieser Arbeit sein:
Venture Capital umfaßt die Finanzierung und Managementunterstützung von innovativen kleinen und mittleren Unternehmen durch die Bereitstellung von haftendem Eigenkapital in bestimmten Momenten ihrer Lebenszyklen, das keinen rechtlich fixierten Rück- und Zinszahlungsanspruch beinhaltet, dessen zeitliche Bereitstellung von vornherein nicht bestimmt, aber insgesamt zeitlich befristet ist. Ziel dabei ist es hohe Innovationsrisiken und Wachstumspotentiale ohne zusätzliche Konkursgefahr durch die Behebung der Eigenkapitalknappheit zu ermöglichen und den entstehenden Wertzuwachs der Beteiligung (capital gain - Kapitalwertzuwachs) über Exitvarianten zu realisieren. 27
24 Vgl. Grisebach, Rolf (1989), S. 8.
25 Vgl. Weiss 1991, S. 101 ff.
26 Vgl. Dietz, Jobst-Walter (1989), S. 412.
27 Vg l. Schmidke, Axe l (1985), S. 41 ff.
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Einfacher und klar ausgedrückt umschreibt SHAPIRO Venture Capital mit den Worten: „Jf you’re wrong, you’re wrong half-a-million. But if you’re right, you’re right $20 million“. 28
Die Ursache des Kapitalbedarfes kann in der Investition, den Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, der Expansionsfinanzierung des Portfoliounternehmen liegen. 29 Außerdem wird Venture Capital zur Finanzierung von Spin offs (Ausgliederung eins Unternehmensteils aus einer Unternehmung), Managements buy-out bzw. Management by-in (Übernahme eines Unternehmens durch vorhandenes bzw. externes Management) und Bridge financing ‚(Überbrückungsfinanzierung zur Vorbereitung des Börsengangs) genutzt. 30 Die zunehmende Bedeutung der Finanzierung durch Venture Capital verdeutlicht das wachsende Marktvolumen für des deutschen Venture-Capital-Marktes: Betrug das Volumen des deutschen Venture-Capital-Marktes 1988 noch ca. 1,2 Mrd. DM, so wurden 1999 bereits 5,5 Mrd. DM und allein bis Ende Juni 2000 schon 3,2 Mrd. DM an Risikokapital in junge Unternehmen investiert. 31 Insgesamt hatten deutsche Venture-Capital-Gesellschaften Mitte 2000 16 Mrd. DM in ca. 4900 kleinere und mittlere Firmen investiert. 32
4.2. Der Venture Capital Zyklus
Venture Capital kommt während verschiedener Unternehmensphasen zum Einsatz, weswegen in der Literatur dieser Zyklus häufig mit dem Produktlebenszyklus verglichen wird. Daraus ist abzuleiten, daß Venture Capital nicht nur zur Unternehmensgründung oder Innovationsfinanzierung verwendet wird, sondern z.B. auch bei der Übernahme strategischer Einheiten eines Unternehmens, der Zwischenfinanzierung einer Kapitalerhöhung vor der eigentlichen Börseneinführung oder bei der Finanzierung eines neuen Dienstleistungskonzeptes Anwendung findet.
Durch gesellschaftsrechtliche und steuerrechtliche Gestaltungsmöglichkeiten, der Planung des Kapitalflusses durch den Venture Manager und den Zielsetzungen der Venture Capital Gesellschaft sowie deren Eintrittsphase in das Unternehmen entstehen verschiedenartige Gestalungsmöglichkeiten,
28 Shapiro (1990), S. 393 aus Shapiro, A.C.: „Modern corporate finance“, New York: Macmillian Publishing
Company, 1990.
29 Vgl. Weiss, Branco (1991), S. 99 ff.
30 Vgl. Grisebach, Rolf (1989), S. 10.
31 Vgl. Dietz, Jobst-Walter (1989), S. 413 und o. V. Börse Online (47/2000) S. 16.
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so daß die Entwicklungs- und Wachstumsphasen eines durch Venture Capital finanzierten Unternehmens an Hand der idealtypischen folgenden Abbildung dargestellt und erläutert werden sollen.
Abb.1: Der Venture Capital Zyklus 33
4.2.1 Die Early-Stage-Finanzierung
Die Early-Stage-Finanzierung ist ein Oberbegriff für folgende drei weitere Finanzierungsstufen: 34
a) Die Seed-Finanzierung beinhaltet die finanzielle Unterstützung von der ersten unternehmerischen Idee bis zur Erstellung eines Business Planes, daß zur Überprüfung der Idee dient. 35 Da in dieser Phase das Risiko am größten ist, werden nur verhältnismäßig geringe Summen zur Verfügung gestellt. Im Regelfall wird dieses Stadium jedoch aus Eigenmitteln des Unternehmers oder Fördermittel finanziert.
Marktforschung wird - wenn nicht vorher durchgeführt - spätestens in dieser Phase betrieben.
b) Die Finanzierung der Unternehmensgründung und der Erstausstattung mit Personen und Entwicklungsgeldern, beziehungsweise die Ausstattung eines sehr kurze Zeit existierenden Unternehmen mit Mitteln zur Produktentwicklung oder des Prototypen fällt unter den Begriff der Start up-Finanzierung.
32 Vgl. Börse Online (47/2000), S. 16.
33 eigene Erstellung, in Anlehnnung an Schmidke, Axel (1985), S. 50.
34 Vgl. o.V. Bank Magazin 3/99 S. 34.
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c) In der First Stage-Finanzierung ist die Markteinführung des Produktes vorgesehen, damit verbunden wird der Distributions- und Produktionsaufbau finanziert. Die Gefahr der Illiquidität wir in dieser Phase durch erste Verkaufserfolge gemindert. Häufig setzt die Venture-Capital-Finanzierung in dieser Phase oder bereits während der Start up-Finanzierung ein, da das Marktrisiko durch erste Absätze kalkulierbar geworden ist und neues Kapital aufgrund der hohen kumulierten Verluste notwendig wird. 36
4.2.2 Die Expansion Stage-Finanzierung
Die Expansion Stage-Finanzierung dient der Wachstumsfinanzierung und ist ebenfalls in zwei folgende Phasen der Kapitalbeschaffung aufgegliedert. 37
a) Während der Second Stage-Finanzierung wird das Kapital vorwiegend in den Ausbau von Vertriebskanälen, besonders im Binnenmarkt, investiert. Die Umsatzerfolge können hier schon die Gewinnschwelle erreichen. 38 Zu dieser Phase zählen ebenfalls die Finanzierung von „Management buy-outs“ durch Venture Capital Gesellschaften.
b) Die Later Stage-Finanzierung dient der Kapitalbereitstellung zur Ausweitung der Produktions- und Vertriebsaktivität um die Ausschöpfung des Marktpotentials zu ermöglichen. Ebenfalls gehört die Bridge-Finanzierung (Überbrückungsfinanzierung), in welcher dem Unternehmen finanzielle Mittel zur Vorbereitung des Börsengangs vor allem mit dem Ziel der Verbesserung der Eigenkapitalquote zur Verfügung gestellt werden, zu diesem Stadium. 39 Die kumulierten Anfangsverluste werden während dieser Phase abgetragen.
4.2.3 Desinvestition der Beteiligung
Der Verkauf der Unternehmensbeteiligung durch die Venture Capital Gesellschaft realisiert den Wertzuwachs oder auch den Beteiligungsverlust der geförderten Firma und stellt für die Kapitalgeber der Venture Capital Gesellschaft den Gewinn bzw. eine Abschreibung dar. Die durchschnittliche Zeit vom Beginn des Investments bis zum Exit beträgt ca. sechs bis zehn Jahre. 40 Die Desinvestitionsvariante ist meist schon im Beteiligungsvertrag geregelt und richtet nach dem erzielbaren Veräußerungserlös im Einzelfall.
35 Vgl. Baier, Wolfgang und Pleschak, Franz (1996), S. 117.
36 Vgl. Behr, Giorgio (Hersg.)/ Eberle, Reto (1999), S. 167.
37 Vg l. Schmidke, Axel (1984), S. 50.
38 Vgl. Behr, Giorgio (Hersg.)/ Eberle, Reto (1999), S. 166.
39 Vgl. Ebenda, S. 164.
40 Vgl. Grisebach, Rolf (1989), S. 69.
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Der Ausstieg des Risikokapitalgebers, auch Desinvestition oder Exit genannt, kann durch folgende Lösungen vollzogen werden: 41
- Ein Going Public oder IPO (Initial Public Offering), durch eine Börsennotierung des Unternehmens
- Veräußerung der Beteiligung an Dritte, z.B. die Konkurrenz oder an Beteiligungsgesellschaften (Trade Sale)
- Rückkauf der Anteile durch die Altgesellschafter (Buy Back)
- Liquidation des Fonds und Abschreibung der Investition.
Ein Going Public stärkt die Eigenkapitalbasis und die Autonomie des Unternehmens, ist aber mit dem Börsensegment entsprechenden Publizitätsvorschriften und hohen Kosten (ca.7 - 10 % des Emissionserlöses) verbunden. 42
5. Finanzierung junger technologieorientierter Unternehmen durch öffentliche Mittel Es existieren eine Vielzahl von Möglichkeiten JTU über öffentliche Programme zu finanzieren. Neben Fördermitteln der Europäischen Union stehen dazu Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Deutschen Ausgleichsbank (DtA) zur Verfügung sowie innerhalb der Bundesrepublik Deutschland eine Vielzahl von landesspezifischen Programmen. Ziel dieser Förderprogramme ist es, die Starbedingungen für JTU zu erleichtern und die FuE-Risiken durch Zuschüsse zu verringern. Das reichhaltige Spektrum der Förderprogramme unterscheidet sich grundlegend nach dem Zielbereich der Förderung, der Förderquote, der Höhe des finanziellenVolumens und bezüglich des möglichen Anwendungs- und Gültigkeitsbereich. 43
Im Folgenden sollen die Förderprogramme der DtA und der KfW dargestellt werden, die sich besonders für die Finanzierung JTU eignen.
5.1. Förderprogramme der DtA
Die Bereitstellung von Beteiligungskapital durch die DtA kann neben der reinen Kreditfinanzierung über drei verschiedene Beteiligungsmöglichkeiten erfolgen:
1. Die DtA beteiligt sich direkt an dem JTU oder
2. es erfolgt eine direkte Beteiligung der DtA zusammen mit einem Leadinvestor bzw.
3. die DtA refinanziert den Beteiligungsgeber. 44
41 Vgl. Schmidke, Axel (1984), S. 185 ff.
42 Vgl. Grisebach, Rolf (1989), S. 69.
43 Vgl. Baier, Wolfgang und Pleschak, Franz (1996), S. 143.
44 Vgl. DtA-Quelle 1.
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Eine Beteiligung der DtA erfolgt über die Beteiligungsgesellschaft der DtA, die Technologie-Beteiligungs-Gesellschaft mbH (tbg). Einfluß auf die Geschäftsführung wird dabei nicht genommen und die Beteiligung erfolgt in Form einer stillen Beteiligung. Da die Finanzierung JTU durch Fremdkapital aus bereits dargestellten Gründen nicht geeignet ist, fördert die DtA JTU durch die Bereitstellung von Eigenkapital über die tbg in Kooperation mit einem Leadinvestor, also einer Venture Capital Gesellschaft, einer Beteiligungsgesellschaft oder einem privater Investor.
Managementunterstützung und eine Beteiligung in mindestens gleicher Höhe wie die tbg durch den Leadinvestor ist sind Voraussetzung. Neben der teilweise möglichen Haftungsfreistellungen und den vergleichsweise günstigen Konditionen hat das Modell der Risikoaufsplittung der Beteiligung von Co- und Leadinvestor zur hohen Popularität dieses Finanzierungsmodells geführt. Die tbg konnte ihre Beteiligungen von 17,7 Mio. DM 1993 auf 200 Mio. DM in 1997 steigern. 45 Zur Zeit ist sie an rund 320 Unternehmen beteiligt und gehört damit zu den größten Financiers von JTU. 46 Die Kreditprogramme der DtA (ERP-Eigenkapitalhilfeprogramm, ERP-Eigenkapitalergänzungsprogramm, DtA-Existenzgründerprogramm etc.) eigenen sich unter Umständen ebenfalls zur Finanzierung JTU, sollen aber aufgrund ihrer nicht eindeutigen Ausrichtung auf JTU nicht gesondert aufgeführt werden.
Da hier nur die direkte Finanzierung JTU thematisiert werden soll beschränkt sich folgende Betrachtung auf die Förderprogramme der DtA, in denen JTU als Kreditnehmer auftreten, d.h. die Förderprogramme werden im Folgenden kurz dargestellt, eine ausführliche Betrachtung der Konditionen erfolgt in tabellarischer Form im Anhang.
5.1.1. Förderprogramme mit direkte Beteiligung der DtA
Als speziell auf JTU ausgerichtetes Förderprogramm mit direkte Beteiligung der tbg wurden
a) das DtA-Technologie-Beteiligungsprogramm - Frühphasenmodell - und
b) das Programm zur Förderung und Unterstützung von technologieorientierten Unternehmensgründungen (FUTOUR 2000) geschaffen. 47
45 Vgl. Internetquelle 3.
46 Ebenda
47 Vgl. DtA-Quelle 4.
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a) Frühphasenmodell (Seed-Kapital-Finanzierung) des DtA-Technologie-Beteiligungsprogramms
In der Frühphase (Pre-Seed- und Seed-Phase) sind erfolgversprechende Vorhaben mit enormen Innovationspotential für viele Beteiligungskapitalgeber verbunden. Deshalb geht die DtA eine offene Beteiligung von bis zu 250.000 EURO ein, um das JTU mit Hilfe eines zwingend vorgeschriebenen Betreuungsinvestor (kein Kapitalgeber), der als Mentor eine branchen- und managementbezogene Unterstützung leistet, für die Aufnahme von Venture Capital von institutionellen Investoren vorzubereiten. Finanziert werden die Kosten für den Aufbau einer geeigneten Organisationsstruktur, die Erstellung eines Buisness Planes und erste Schritte der Produkt- bzw. Verfahrensentwicklung. 48
b) das Programm zur Förderung und Unterstützung von technologieorientierten Unternehmensgründungen (FUTOUR 2000)
Ziel des FUTOUR-Programmes ist die Förderung des Technologiestandortes Neue Bundesländer und Berlin (Ost) und zwar durch Zuschüsse des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie sowie stille Beteiligungen der tbg. 49 Gefördert werden Forschungs- und Entwicklungsvorhaben von Personen, die die Gründung eines JTU beabsichtigen und von JTU, die nicht älter als drei Jahre sind und nicht mehr als 10 Mitarbeiter beschäftigen. Die Förderung erfolgt durch Zuschüsse (vergl. 5.4.) oder durch eine stille Beteiligung der tbg aus dem BTU-Programm, die zusammen maximal 690.000 EURO betragen können und 90% der förderfähigen Kosten abdecken dürfen. 50
5.1.2. Förderprogramme mit direkte Beteiligung der DtA und einem Leadinvestor
Durch das Programm „Beteiligungskapital für kleine Technologieunternehmen (BTU)“ und das DtA-Technologie-Beteiligungsprogramm stellt die tbg als Coinvestor in Kooperation mit einem in mindestens gleicher Höhe beteiligtem Leadinvestor Beteiligungskapital für JTU zur Verfügung. Die Programme unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Beteiligungsvoraussetzungen, dem Höchstbetrag und der zu finanzierenden Unternehmensphasen. Die Beteiligung eines Leadinvestors ist jedoch immer Voraussetzung.
48 Vgl. DtA-Quelle 6.
49 Vgl. Internetquelle 1.
50 Vgl. DtA-Quelle 5.
18
a) das Programm „Beteiligungskapital für kleine Technologieunternehmen (BTU)“ Dieses Programm soll die Bereitstellung von Risikokapital für kleine Technologieunternehmen erleichtern, indem die Technologie-Beteiligungs-Gesellschaft mbH (tbg), stille Beteiligungen an JTU eingeht, ohne sich an der Geschäftsführung zu beteiligen. Die Rahmenbedingungen werden durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) festgelegt, während die Abwicklung und Umsetzung des Programmes der DtA obliegen. 51
Finanziert werden hierbei die vorwettbewerbliche Entwicklung bis zum Zeitpunkt der Aufnahme der kommerziellen Produktion und Investitionen zur Markteinführung Das Fördervolumen ist auf 1,5 Mio. EURO pro Unternehmen begrenzt, es können aber mehrere Innovationsvorhaben gefördert werden. 52
b) das DtA-Technologie-Beteiligungsprogramm
Mit diesem Programm ergänzt die DtA die Risikokapitalförderung des BMWi im Rahmen des Programms BTU. Die Förderung erfolgt wiederum durch eine Beteiligung der tbg und - je nach finanzierter Entwicklungsphase - eines Leadinvestors. Alle im Beteiligungsgeschäft möglichen Beteiligungen sind möglich (vergl. 3.1.1.)
Die Finanzierung kann während verschiedener Entwicklungsphasen des Unternehmens erfolgen, die sich an dem Unternehmenszyklus des Venture Capital orientieren (dargestellt unter 4.2. und Abb.2). 53 Neben dem bereits dargestellten Frühphasenmodell sind folgende Finanzierungsrunden möglich:
1. Start up / First Stage-Finanzierung
2. Bridge-to-IPO / Exit-Phase (Überbrückungsfinanzierung)
Für beide Finanzierungsrunden ist das Bestehen einer Beteiligung aus dem BTU-Programm (oder des Vorläufers BJTU) erforderlich, da es sich hier um eine Anschlußfinanzierung nach Ausschöpfen der Mittel des BTU-Programmes handelt.
1. Start up / First Stage-Finanzierung
Es werden Investitionen von der vorwettbewerblichen Entwicklung bis zum Zeitpunkt der Aufnahme der kommerziellen Produktion und die Markteinführung finanziert. Nachdem die Mittel des BTU-Programmes ausgeschöpft, wird die meist stille Beteiligung der tbg (und damit auch die des Leadinvestors ) auf maximal 2,5 Mio. EURO erhöht.
51 Vgl. DtA-Quelle 5.
52 Vgl. DtA-Quelle 2.
53 Vgl. DtA-Quelle 6.
19
Durch das Innovationsvorhaben sollen neue, im Unternehmen noch nicht angewandte, Techniken finanziert werden. Voraussetzung zur Programmbeantragung ist, daß das Unternehmen Entwicklungsanteile, die den innovativen Kern betreffen, selbst erbracht haben muß und die Innovation über Marktchancen bzw. Wettbewerbsvorteile für das JTU hat. 54
2. Bridge-to-IPO / EXIT-Phase (Überbrückungsfinanzierung)
Das Unternehmen ist soweit stabilisiert, daß es attraktiv genug ist um sich dem freien Kapitalmarkt zu öffnen, d.h. die Beteiligungsnehmer bereiten die Desinvestition vor (vergl.4.2.3.)
Die tbg geht Beteiligungen zur Finanzierung der Kosten für die Desinvestition eingehen. Es werden damit die Kosten für
- Vorbereitung des Verkaufs der Beteiligung (z.B. über die Börse)
- Börseneinführung (Investitionen für Werbung, Börsenprospekte etc.)
- Anteilsrückkauf der Eigentümer (Buy Back)
- Anteilsverkauf an andere Unternehmen bis zu eine maximalen Höhe von 5 Mio. EURO finanziert. 55
5.2. Förderprogramme der KfW
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau ist neben der DtA die zweite öffentliche Bank, die geförderte Darlehen vergibt. Aufgrund ihrer geschichtlichen Entwicklung konzentrieren sich die angebotenen Förderprogramme der KfW auf die Förderung von Wachstum, Innovation und die Bereitstellung von Liquiditätshilfen für den Mittelstand. Daher bietet die KfW nur ein Kreditprogramm an, was sich besonders zur direkten Finanzierung von JTU eignet. Des weiteren hat sich die KfW auf die Refinanzierung des durch den Beteiligungsgeber bereitgestellten Risikokapitals spezialisiert. Für diesen Zweck wurden das ERP-Innovationsprogramm (Beteiligungsvariante), das KfW/BMWi-Technologie-Beteiligungsprogramm, der KfW-Beteiligungsfond (Ost), das KfW-Risikokapitalprogramm und das ERP-Beteiligungsprogramm geschaffen. Die genannten KfW-Förderkreditprogramme für Beteiligungskapital unterscheiden sich im Hinblick auf die spezifische Zielrichtung, den möglichen Antragsstellerkreis, die Konditionsgestaltung sowie die Höhe der gewährten Riskoentlastung für den Beteiligungsgeber. Da das JTU aber direkt durch die Beteiligung des Beteiligungsgebers finanziert wird und dieser dann seinen Kapitaleinsatz teilweise über die
54 Ebenda
55 Vgl. DtA-Quelle 6.
20
genannten Förderprogramme der KfW refinanzieren kann, sollen die KfW-Risikokapitalprogramme nicht weiter betrachtet werden. Da das ERP-Innovationsprogramm in der Kreditvariante das einzige direkte Finanzierungsangebot der KfW für JTU ist, soll das Programm, die Voraussetzungen und Konditionen im folgenden kurz dargestellt werden und auf eine Darstellung im Anhang verzichtet werden.
5.3. Das ERP-Innovationsprogramm der KfW
Die Förderung des ERP-Innovationsprogramms - Kreditvariante - erfolgt durch die Bereitstellung von langfristigen, zinsgünstigen Darlehen mit Festzinsätzen und tilgungsfreien Anlaufjahren zu besonders günstigen Darlehensbedingungen. So erhält die durchleitende Bank ein Haftungsfreistellung von bis zu 60% und ein Vorabbefriedigungsrecht an den Sicherheiten. 56
Die gewährten Konditionen sind im Vergleich zu den von Kreditinstituten angebotenen Innvestitonsprogrammen sehr günstig, So werden Kredite aus dem ERP-Innovationsprogramm mit einer Kaufzeit von 10 Jahren und zwei tilgungsfreien Anfangsjahren vergeben. Die Zinsen liegen vergleichsweise erheblich unter Kapitalmarkniveau, besonders wenn man die Haftungsfreistellung, die 100%ige Auszahlung und die mit der Finanzierung verbundenen Risiken berücksichtigt. Zur Zeit betragen die aktuellen Konditionen 5,25% p.a. nominal für die alten Bundesländer und 4,75% p.a. nominal für die neuen Bundesländer. 57
Mit dem ERP-Innovationsprogramm - Kreditvariante - wird die Entwicklung oder Verbesserung von Produkten, Verfahren und Dienstleistungen sowie deren Markteinführung gefördert, wenn es sich dabei um eine Neuheit für das geförderte Unternehmen handelt (unternehmensbezogener Innovationsbegriff).
Die Förderung umfaßt die Finanzierung der Kosten während der FuE-Phase und der Markteinführungsphase und orientiert sich damit an den zwei Abschnitten, in die sich die Durchführung innovativer Vorhaben untergliedern läßt (Vergl. 2.2.). 58 a) Förderung während der FuE-Phase
In dieser Phase werden dem Vorhaben zurechenbare Personaleinzelkosten, Material- und Gemeinkosten, Einzelkosten für FuE-Aufträge sowie Investitionskosten, die sich auf das Innovationsvorhaben beziehen mit 100% der förderfähigen Kosten finanziert.
56 Vgl. KfW-Quelle 2.
57 Vgl. Internetquelle 2.
21
Antragsberechtigt sind Freiberufler und Unternehmen, deren Jahresumsatz im Regelfall 125 Mio. EURO nicht überschreiten darf. 59 b) Förderung während der Markteinführungsphase
Förderfähig sind in der Markteinführungsphase Kosten für Unternehmensberatung, Aus- und Fortbildung von Mitarbeitern, Marktforschung und Messebeteiligung. Voraussetzung ist, daß das antragstellende Unternehmen den KMU-Kriterien der Europäischen Union genügt. 60
In den alten Bundesländern werden 50% der förderfähigen Kosten mit maximal 1 Mio. EURO Finanziert. Hingegen umfaßt die Förderung in den neuen Bundesländern 80% der förderfähigen Kosten mit bis zu 2,5 Mio. EURO. 61
5.4. Zuschüsse
Zuschüsse sind nicht rückzahlbare Fördermittel, die meist durch spezielle Programme der Länder oder der Europäischen Union gewährt werden.
Die DtA bezuschußt JTU in den neuen Bundesländern im Rahmen des FUTOUR Programms während der Konzeptionsphase und der FuE-Phase (also während der Seed oder Start Up Phase).
In der Konzeptionsphase, in der die Unternehmenskonzeption erarbeitet und überprüft wird, werden Zuschüsse von 70% (Berlin-Ost 65%) bis maximal 50.000 DEM gewährt. In der FuE-Phase ist maximal ein Zuschuß von 600.000 DEM möglich, der bis zu 45% der zuwendungsfähigen Aufgaben (Berlin-Ost 40%). 62 Die Bundesländer vergeben Zuschüsse im Rahmen der von ihnen gewünschten Wirtschaftsentwicklung bzw. regionalen Besonderheiten sowie der geplanten Strukturentwicklung. In Berlin sind dies z.B. Zuschüsse im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Entwicklung in Berlin (FITE), des FuE-Mittelstandsförderprogramm oder Lohnkostenzuschüsse, Zuschüsse für Aus- und Fortbildung sowie für KMU-Patentaktionen. Unter bestimmten Voraussetzungen können JTU auch EU-Mittel der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ erhalten. Der Förderhöchstsatz beträgt 28% und kann im Einzelfall bei Vorliegen besonderer
58 Vgl. DtA-Quelle 6.
59 Vgl. Internetquelle 2.
60 KMU-Definition der EU: Jahresumsatz max. 40 Mio. EURO, weniger als 250 Beschäftigte und ein maximale
Bilanzsumme von 27 Mio. EURO.
61 Vgl. Internetquelle 2.
62 Vgl. DtA-Quelle 7.
22
Struktureffekte ausgeschöpft werden. 63 Die Vergabebedingungen sind kompliziert, für jedes Programm anders und unübersichtlich geregelt. Die Darstellung aller Förderbestimmungen würde den Rahmen der Arbeit ausschöpfen, weswegen darauf verzichtet wird.
6. Fazit
Die Bedeutung von JTU für den Strukturwandel, den Innovationsfortschritt und die Stärkung innovativer Strukturen einerseits und die mit ihrer Gründung und Entwicklung verbundenen Probleme andererseits verdeutlichen, daß JTU ein besonders gut auf die individuellen Verhältnisse abgestimmtes Finanzierungskonzept benötigen, um nicht aufgrund von Finanzierungsfehlern Insolvenz anmelden zu müssen. Aus welchen Komponenten ein individuelle Finanzierungskonzept besteht, kann nicht pauschal bestimmt werden, sondern richtet sich nach den spezifischen Erfordernissen des JTU.
Fremdkapital eignet sich zur Finanzierung JTU aufgrund bereits behandelter Ursachen nicht, wenn alle vorhandenen Wachstumspotentiale optimal ausgeschöpft werden sollen. Außerdem entsteht der Anreizeffekte bei einer Fremdfinanzierung, daß der Kapitalgeber das Risiko der durchzuführenden Investition erhöht und damit höhere Gewinn- sowie Verlustchancen verursacht, da Verluste über den eingebrachten Eigenkapitalbetrag hinaus nur zu Lasten des Fremdkapitalgebers gehen. 64 Eine Finanzierung ist bei entsprechender Kreditgewährung zwar möglich, ihr stehen jedoch nicht nur Risiken aus den meist unbefriedigenden betriebswirtschaftlichen Kenntnissen zur Verfügung, weswegen eine Präferenz für Fremdkapitalinstrumente aus der Interessenlage der Gesellschafter, z.B. zur Absicherung einer guten Eigenkapitalrendite und zur Vermeidung einer Anteils-„Verwässerung“ unverständlich erscheint.
Während früher Unternehmensphasen empfiehlt es sich, die von der öffentliche Hand angebotenen Zuschüssen in die Gründungsfinanzierung zu integrieren. Dadurch wird eine frühzeitige Verschuldung des Gründers verhindert und die persönliche Kreditaufnahme der Eigner/Gründer muß erst erfolgen, wenn sich reelle Entwicklungs- und Marktchancen abzeichnen. Dies ist allerdings aufgrund der Vielfalt und Unübersichtlichkeit der angebotenen Programme für das auf diesem Gebiet meist unerfahrenen Management der JTU schwer möglich. Kritiker sehen in der zinssubventionierten Förderpolitik eine Vermeidung marktwirtschaftlicher Mechanismen, in denen dem Zins eine Allokationsfunkion zukommt. 65
63 Vgl. DtA-Quelle 3.
64 Vgl. Grisebach, Rolf (1989), S. 39.
65 Vgl. Dietz, Jobst-Walter (1989), S. 410
23
Dies führt zu „Mitnahmeeffekten“ , was sich in einer überdurchschnittlich hohen Eigenkapitalquote der geförderten Unternehmen niederschlägt. 66 Wenn sich die hohe Wachstumschancen der Innovation abzeichnen und hohe Investitionen getätigt werden müssen, empfiehlt sich die Finanzierung durch Venture Capital Gesellschaften. Neben der angebotenen Managementunterstützung verfügen sie meist über Networks, die Markeintrittsbarrieren räumen und wertvolle Kontakte zu Institutionen oder Kunden herstellen können.
Zwar existieren bei der Finanzierung JTU durch Venture Capital Risiken, nicht nur aus den bereits beschriebenen Entwicklungs-, Markt- und Managementrisiken, sondern auch durch die Wirkungsweise der aufgrund der gewählten Finanzierungsstruktur entstehenden Anreizeffekte entstehen können. 67 Anreizeffekte für die Gesellschafter als Kapitalnehmer bestehen darin, einen Teil der zur Verfügung gestellten finanziellen Ressourcen eher für konsumtive als produktive Bedürfnisse einzusetzen oder das Eigenengagement zu verringern. Kapitalgeber treten dem entgegen, indem Sie das Investitionsprogramm vertraglich fixieren, die Mittel nicht einmalig, sondern nach Erreichen bestimmter Entwicklungsstufen zur Verfügung stellt oder - wie bei Venture Capital Gesellschaften üblich- sich direkte Eingriffs-und Mitspracherechte sichert.
Eine auf die Bedürfnisse der JTU abgestellte Finanzierung aus Venture Capital Mitteln und durch öffentlich Förderprogramme ist optimal um bestmögliche Wachstumsvoraussetzungen zu schaffen. Venture Capital wird aber in Zukunft verstärkt zur Finanzierung eingesetzt wird. Zum einen hat sich die Eigenkapitalquote junger Unternehmen in den neuen Bundesländern seit 1992 kontinuierlich verschlechterte. So wiesen 1992 36,1% der Jahresabschlüsse junger Unternehmen und 1997 hingegen schon 59,3% eine Eigenkapitalquote von weniger als 10% aus. 68 Da eine geringe Eigenkapitalausstattung ein Investitionshemmnis darstellt, bekommt das hier ansetzende Finanzierungsinstrument des Venture Capitals in diesem Rahmen künftig ebenfalls zusätzliche Bedeutung.
Wird das Problem des Generationen-Wechsels berücksichtigt, ergeben sich durch Management buy out bzw. Management buy in Forführungsalternativen, die durch Venture Capital finanziert werden könnten. Es existiert also eine Vielzahl von Möglichkeiten, in denen Venture Capital anderen Finanzierungsformen überlegen ist und nicht durch andere Finanzierungsmöglichkeiten substituiert werden kann.
66 Ebenda, S. 412
67 vergl. Grisebach, Rolf (1989), S. 38.
68 vergl. Struck, Jochen (1999), S. 301.
24
7. Anhang
Voraussetzung für die Gewährung der öffentlichen Fördermittel, ist ein innovativer Charakter der Investition. Dieses manifestiert sich in der Innovation dadurch, daß:
- durch das Innovationsvorhaben sollen neue, im Unternehmen noch nicht angewandte, Techniken geschaffen werden,
- das Unternehmen Entwicklungsanteile, die den innovativen Kern betreffen, selbst erbracht haben muß,
- und die Innovation über Marktchancen bzw. Wettbewerbsvorteile für das JTU und über überdurchschnittliches Umsatz- und Beschäftigungswachstum verfügt. Bezüglich der genannten Voraussetzungen der Unternehmensgröße, und der maximal festgelegten Umsatzgrößen etc. gilt, daß sich weniger als 25% des Gesellschaftskapitals im Besitz von Unternehmen befinden dürfen, die oben genannte Voraussetzungen nicht erfüllen, da sonst das antragstellende Unternehmen den Anspruch auf die Fördermittel verliert.
Konditionsübersicht:
26
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3. Ratgeber für den Berater - Die Fördermaßnahmen der „Gründer- und Mittelstandsbank“ des Bundes, Stand April 1999
4. DtA-News eine Veranstaltung mit der Berliner Volksbank 05. Oktober 2000, Schulungsmaterial
5. Beteiligungsgrundsätze für das Programm „Beteiligungskapital für kleine Technologieunternehmen“, Stand 1. Januar 2000
6. Beteiligungsgrundsätze für das „DtA-Technologie-Beteiligungsprogramm“, Stand 1. Januar 2000
7. Beteiligungsgrundsätze für das Programm „Förderung und Unterstützung von technologieorientierten Unternehmensgründungen“ (FUTOUR 2000), Stand 1. Januar 2000
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1. Die Programme zur Finanzierung von gewerblichen Investitionen und Umweltschutz, Stand März 2000
2. Finanzierung von Innovation und Beteiligung - ERP-Innovationsprogramm Beratertag der Berliner Volksbank eG, 05. Oktober 2000
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(download 14.11.00 21:00)
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Tobias Lukas, 2000, Finanzierungsmöglichkeiten junger technologieorientierter Unternehmen, München, GRIN Verlag GmbH
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