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Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS. I
1 ABGRENZUNG DER PROBLEMSTELLUNG 1
2 DIE BEGRIFFE FUSION UND SYNERGIE 2
2.1 FUSION 2
2.2 SYNERGIE 3
2.2.1 Synergiebegriff. 3
2.2.2 Synergiearten. 4
2.2.2.1 Start- versus dauerhafte Synergien 4
2.2.2.2 Systematisierungsansätze von Synergien 4
3 PROBLEMFELDER BEI DER ERZIELUNG VON
SYNERGIEEFFEKTEN. 5
3.1 IDENTIFIKATION VON SYNERGIEPOTENTIALEN 5
3.1.1 Bezugsrahmen. 5
3.1.2 Problemfeld Information 7
3.1.3 Problemfeld der beteiligten Führungskräfte 8
3.1.4 Problemfeld der Aufgabe. 8
3.1.5 Problemfeld der Methoden und Techniken. 9
3.2 QUANTIFIZIERUNG VON SYNERGIEPOTENTIALEN. 10
3.2.1 Bezugsrahmen. 10
3.2.2 Problemfeld der Monetarisierbarkeit. 11
3.2.3 Problemfeld der Lebensdauer von Synergien. 11
3.3 REALISATION VON SYNERGIEEFFEKTEN 12
3.3.1 Bezugsrahmen. 12
3.3.2 Problemfeld des Management 12
3.3.3 Problemfeld der Unternehmenskulturen 14
4 FAZIT 14
LITERATURVERZEICHNIS 15
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1 Abgrenzung der Problemstellung
Meldungen über den Zusammenschluß von Unternehmen sind nicht erst seit den Fusionen von Daimler Chrysler, Krupp und Thyssen sowie Deutscher Bank und Bankers Trust an der Tagesordnung. Als ein antreibender Faktor scheint sich dabei die Erwartung von Synergieeffekten als Folge der Zusammenschlüsse herauszustellen. 1 So wurden seit 1995 weltweit ansteigende Transaktionsvolumina registriert. 2 Jedoch berichten empirische Studien von mehr als 50 % Fehlschlägen. Insbesondere wird dabei angeführt, daß Synergieeffekte nicht in ausreichendem Maße realisiert werden konnten, 3 obwohl gerade diese als ein Hauptargument für einen Unternehmenszusammenschluß angeführt wurden. Demnach scheint die Realisation von Synergieeffekten nicht selbstverständlich zu sein.
Daher ist die kritische Diskussion der Erzielung von Synergieeffekten durch Fusionen Gegenstand dieser Seminararbeit.
Dazu werden im folgenden die Begriffe Fusion und Synergie erläutert und abgegrenzt, um eine geeignete Diskussionsgrundlage zu erarbeiten. Daran anschließend erfolgt eine Betrachtung potentieller Problemfelder bei der Erzielung von Synergieeffekten. Hierbei handelt es sich um die Identifikation von Synergien. Dabei wird auf den Wertkettenansatz bezug genommen und Schwierigkeiten bei der Synergieaufdeckung werden angesprochen. Weiterhin erscheint der Komplex der Synergiequantifizierung problembehaftet zu sein. Auch hier werden Problemfelder untersucht. Nachdem Synergien aufgedeckt und wertmäßig erfaßt werden konnten, ergibt sich als folgender Punkt die Realisation derselben. Auch dort werden Problemfelder aufgeführt bevor ein abschließendes Fazit gezogen wird.
1 Vgl. hierzu Arbeitskreis Die Unternehmung im Markt (Synergie als Bestimmungsfaktor 1992), S.
968 , Bühner/Spindler (Synergieerwartungen 1986), S. 601 sowie N. N. (Synergieeffekte 1990), S.
185.
2 Vgl. Muchow (M&A-Tätigkeit 1999), S. 6 - 10 sowie Herden u. a. (Weltweite M&A-Aktivitäten
1999), S. 377 - 380.
3 Vgl. Gösche (Mergers & Acquisitions im Mittelstand 1991), S. 83.
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2 Die Begriffe Fusion und Synergie
2.1 Fusion
In der Theorie und Praxis werden verschiedene Begriffe zum Unternehmenszusammenschluß verwendet, ohne das eine nähere Bestimmung erfolgt, was jeweils konkret darunter verstanden wird. 4 Daher erscheint hier eine Begriffsabgrenzung notwendig. Unter dem Begriff Fusion soll im folgenden der „Zusammenschluß zweier oder mehrerer Unternehmen, von denen mindestens eines seine rechtliche und wirtschaftliche Selbständigkeit aufgibt“ 5 verstanden werden. Durch die Aufgabe der rechtlichen Existenz mindestens eines der am Zusammenschluß beteiligten Unternehmen, kann die Fusion als engste Form eines Unternehmenszusammenschlusses beschrieben werden.
Zu Unterscheiden sind die Fusion durch Aufnahme (gem. §§ 4 - 35 UmwG), wobei ein rechtlich selbständiges Unternehmen im Zuge des Erwerbs durch ein anderes Unternehmen seine wirtschaftliche und rechtliche Selbständigkeit durch Übergang seiner Vermögensmasse auf das erwerbende Unternehmen verliert, von der Fusion durch Neugründung (gem. §§ 36 - 38 UmwG). Bei dieser Form der Fusion verlieren beide Unternehmen ihre rechtliche und wirtschaftliche Selbständigkeit und verschmelzen zu einer neuen Einheit. Die Vermögen der Unternehmen gehen in das neue Unternehmen ein und die Anteilseigner der Altunternehmen erhalten im Gegenzug Anteile an der neuen Unternehmung.
Abgrenzend zur Fusion seien hier kurz Kooperations- und Konzentrationsformen wie die Akquisition, feindliche und freundliche Übernahmen erwähnt. Jedoch wird im folgenden die Betrachtung auf die Fusion abgestellt. Der interessierte Leser sei insofern auf entsprechende Literatur verwiesen. 6
4 Vgl. Gerpott (Integrationsgestaltung 1993), S. 18 ff.
5 Mayerhofer (Betriebswirtschaftliche Effekte der Fusion 1999), S. 9.
6 Einen Überblick über Arten von Unternehmenskooperations- und Konzentrationsformen unter
Bezugnahme auf Synergieeffekte geben z. B. Mayerhofer (Betriebswirtschaftliche Effekte der Fu-sion 1999), S. 9 - 12, Krebs (Gestaltung von Synergien 1996) sowie Ossadnik (Aufteilung von
Synergieeffekten 1995).
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2.2 Synergie
2.2.1 Synergiebegriff
„In der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur wird der Begriff Synergie bisher nicht einheitlich definiert.“ 7 Die einfache Formel „2 + 2 = 5“ 8 läßt dabei die Vermutung zu, daß Synergie stets positiv sein muß und von selbst auftritt. Eine derartige Definition erscheint jedoch ungeeignet. Daher soll im folgenden die auf marktwertorientierte Akquisitionen bezogene Definition gelten:
„Synergien stellen die akquisitionsbedingte Veränderung des nach einer Akquisition vorhandenen Gesamtmarktwertes der Akquisitionspartner gegenüber der Summe ihrer vor der Akquisition vorhandenen Einzelmarktwerte dar, die weder dem erwerbenden noch dem erworbenen Unternehmen für sich allein zur Verfügung steht“ 9
Diese Definition läßt eine Abgrenzung in positive und negative Synergien zu. Positive Synergien sind durch unternehmenswertsteigernden Charakter definiert, d. h. sie verursachen entweder eine Kostensenkung und/oder ein Umsatzwachstum. 10 Von entscheidender Bedeutung für die weitere Diskussion ist dabei, daß positive Synergien meist nicht von alleine auftreten, sondern erarbeitet werden müssen. 11
Demgegenüber stehen die negativen Synergien auch Dissynergien genannt. Diese sind dadurch charakterisiert, daß sie den Unternehmenswert senken. Dies geschieht z. B. durch Reibungsverluste, Verschiedenartigkeit der Unternehmenskulturen oder höhere Personalkosten in Folge der Fusion. 12
Demnach erscheinen bei Unternehmenszusammenschlüssen positive Synergien erstrebenswert, wohingegen Dissynergien möglichst vermieden, zumindest aber zu minimieren sein sollten.
7 Rockholtz (Marktwertorientiertes Akquisitionsmanagement 1999), S. 130.
8 Vgl. z. B Ansoff (Corporate Strategy 1987), S. 82 sowie (The New Corporate Strategy 1988), S.
55.
9 Rockholtz (Marktwertorientiertes Akquisitionsmanagement 1999), S.132.
10 Vgl. Rockholtz (Marktwertorientiertes Akquisitionsmanagement 1999), S.132.
11 Vgl. Ossadnik (Aufteilung von Synergieeffekten 1995), S. 6, Paprottka (Unternehmenszusammen-
schlüsse 1996), S. 42.
12 Vgl. Rockholtz (Marktwertorientiertes Akquisitionsmanagement 1999), S.133.
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Eine für die weitere Bearbeitung ebenfalls wichtige Begriffsabgrenzung erscheint die Differenzierung zwischen Synergiepotential und Synergieeffekt. Synergiepotential sei demnach das „latente Vorhandensein von möglichen Synergien“ 13 wohingegen der Begriff Synergieeffekte im folgenden „das bereits realisierte Ergebnis aus möglichen Synergien“ 14 beschreiben soll.
2.2.2 Synergiearten
2.2.2.1 Start- versus dauerhafte Synergien
Die Unterscheidung zwischen Start- und dauerhaften Synergien geht auf Ansoff 15 zurück. Unter Startsynergien werden demnach einmalige Wettbewerbsvorteile ver-standen, die in zeitliche unmittelbarer Nähe zur Fusion liegen. Sie können z. B. durch die Ausnutzung von steuerlichen Verlustvorträgen erzielt werden. Demgegenüber sind dauerhafte Synergien durch die langfristige Verflechtung der zusammengeführten Unternehmung gekennzeichnet. Sie müssen nicht zwangsläufig in direktem Zusammenhang zur Fusion stehen. Dauerhafte Synergien ergeben sich dabei z. B. auf Grund von Größendegressionseffekten (economies of scale), „die verringerte Kosten pro Leistungseinheit aufgrund einer höheren Ausbringungsmenge beschreiben“ 16 , durch Reichweiteneffekte (economies of scope) bei Mehrproduktunternehmen die sich u. a. durch Know How Übertragung in neu erschlossene Geschäftsfelder äußern. 17 Beide Synergiearten können grundsätzlich in allen Funktionsbereichen der Unternehmung auftreten.
2.2.2.2 Systematisierungsansätze von Synergien
In der Betriebswirtschaftslehre existieren verschieden Ansätze zur Systematisierung von Synergien. So unterscheidet Ansoff Synergien funktionsbereichsbezogen. Demnach können Verkaufs-, Produktions-, Investitions- und Managementsynergien auf-
13 Weber(Berücksichtigung von Synergieeffekten 1991), S. 104.
14 Weber (Berücksichtigung von Synergieeffekten 1991), S. 104.
15 Vgl. Ansoff (Corporate Strategy 1987), S. 84 - 86.
16 Rockholtz (Marktwertorientiertes Akquisitionsmanagement 1999), S.135.
17 Vgl. Rockholtz (Marktwertorientiertes Akquisitionsmanagement 1999), S.135.
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treten. 18 Einen anderen Ansatz wählt Porter 19 , in dem er auf den Wertkettenansatz abstellt. So können Synergien aufgrund von Know-how Transfer und Aufgabenzentralisierung auftreten. Einen weiteren Ansatz findet man bei Weber 20 , der zwischen marktorientierten, kostenorientierten und steuerlichen Synergieeffekten unterscheidet. Dies sei nur eine Auswahl an Systematisierungsansätzen, neben denen eine weitere Anzahl existiert. 21 Die Systeme zur Systematisierung lassen sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede erkennen. Bei der Prognose von Synergien ist es zu empfehlen, sich nicht allzu früh auf ein einziges System festzulegen. Vielmehr sollten die Unterschiede der einzelnen Ansätze dazu anregen, eine umfassende Untersuchung des relevanten Bedingungsfeldes und der realisierbaren Synergiepotentiale durchzuführen. 22 Anzumerken sei an dieser Stelle, daß die vorhandenen Synergiesystematisierungen nicht dazu geeignet erscheinen, eine Garantie dafür zu geben, daß bei sorgfältigem Abarbeiten alle potentiellen Synergien aufgedeckt und sogar realisiert werden können.
3 Problemfelder bei der Erzielung von Synergieeffekten
3.1 Identifikation von Synergiepotentialen
3.1.1 Bezugsrahmen
„Für den Erfolg potentieller Zusammenschlußpartner durch Zusammenarbeit gleich bei welcher Art des Zusammenschlusses, ist die Kenntnis der möglichen Synergiepotentiale von großer Bedeutung.“ 23 Daraus ergibt sich die Forderung, das Ziele, Strategien und Leistungsprozesse der Unternehmen, die an einer Fusion beteiligt sind, zu untersuchen sind, um geeignete Synergiepotentiale aufzudecken. Anlehnend an die verschiedenen Systematisierungsansätze von Synergien wird daher versucht, diese ausfindig zu machen. Beispielhaft sei hier auf das Modell Wertkettenanalyse nach
18 Vgl. Ansoff (Corporate Strategy 1987), S. 82 bzw. Ansoff (The New Corporate Strategy 1988), S
58.
19 Porter (Diversifikation 1987), S. 41. Zur Wertkette siehe Porter (Wettbewerbsvorteile 1999), S. 63
- 93.
20 Weber (Berücksichtigung von Synergieeffekten 1991), S. 104.
21 Hier wird aufgrund des eingeschränkten Umfanges der Arbeit auf eine genauere Darstellung der
verschiedenen Ansätze verzichtet. Einen Überblick über Systematisierungsansätze geben z. B. Os-sadnik (Aufteilung von Synergieeffekten 1995), S. 9 - 12 sowie Rockholtz (Marktwertorientiertes
Akquisitionsmanagement 1999), S.132 - 142.
22 Vgl. Ossadnik (Aufteilung von Synergieeffekten 1995), S. 12.
23 Propottka (Unternehmenszusammenschlüsse 1996), S. 73.
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Porter abgestellt. Dieses erhebt den Anspruch „sowohl aus Aufgabenzentralisierung als auch aus Know How-Transfer resultierende Synergien aufgrund seiner spezifischen Modellstruktur gezielt und umfassend identifizieren zu können.“ 24 Dabei steht im Vordergrund, wie das Unternehmen Wettbewerbsvorteile entweder durch geringere Kosten oder höheren Wert der Unternehmensleistung für den Kunden realisieren kann. Die Leistungsprozesse werden dementsprechend in Wertaktivitäten disaggregiert und nach der Reihenfolge des Durchlauf der Aktivität geordnet. Daraus resultiert die sogenannte Wertkette. Diese bezieht sich sowohl auf primäre als auch auf unterstützende Aktivitäten der Unternehmung. Unter primären Aktivitäten sind dabei Eingangslogistik, Operationen, Ausgangslogistik, Marketing und Vertrieb sowie Kundendienst zu verstehen, wohingegen unterstützende Aktivitäten Beschaffung, Technologieentwicklung, Personalwirtschaft und Unternehmensinfrastruktur charakterisieren. 25 Die Art und Weise der Ausführung der einzelnen Wertaktivitäten entscheidet darüber, ob ein Unternehmen einen Kosten- und/oder Differenzierungs-vorteil gegenüber einem Wettbewerber bzw. im Betrachtungsfall gegenüber dem Fusionspartner realisiert. Ein Kostenvorteil liegt dabei vor, wenn die Wertaktivität relativ günstiger als beim Fusionspartner durchgeführt werden kann. Demgegenüber liegt ein Differenzierungsvorteil vor, wenn die Wertaktivität für den Kunden einen relativ günstigeren Nutzen erschafft. Diese Wertkettenanalyse wird bei allen potentiellen Fusionskandidaten durchgeführt. Dabei werden die „Glieder der Wertschöpfungsketten ... systematisch verglichen und auf mögliche Synergiepotentiale abgeklopft.“ 26 So wird versucht Synergiepotentiale aus Aufgabenzentralisation, z. B. gemeinsame Verwaltungs- und Forschungsaktivitäten, Rechnungswesen oder aber durch Know How-Transfer zwischen Partnern zu identifizieren. Letzteres kann sich z. B. in Form von Übertragung von Logistiktechniken, Verwaltungsabläufen oder Wissen aus dem Bereich Forschung und Entwicklung äußern.
Das Konzept erscheint aber nur einen formalen Rahmen zur Synergiepotentialidentifikation liefern zu können. Problembehaftet sind dabei neben der allgemeinen Kritik an der Wertkettenanalyse, die sich auf die Bewertungstechniken der einzelnen Aktivitäten bezieht insbesondere vier Punkte. Diese erscheinen auch generell als Problemfelder bei zuvor nicht dargestellten Modellen zur Synergiepotentialidentifikaion
24 Rockholtz (Marktwertorientiertes Akquisitionsmanagement 1999), S.148.
25 Vgl. Porter (Wettbewerbsvorteile 1999), S. 70 - 75.
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zu gelten. Sie orientieren sich jedoch eher an empirischen Relevanzgesichtspunkten als an theoretischen Ansprüchen wie Vollständigkeit und Systematik. 27
3.1.2 Problemfeld Information
Als erstes Problemfeld ist anzuführen, daß bei der Identifikation von Synergiepotentialen Information gefragt ist. Diese liegt i. d. R. unvollkommen vor. Diese Unvollkommenheit scheint dabei in erster Linie auf zwei Ursachen zurückzugehen. Die erste Ursache liegt demnach oftmals in der „beschränkten Auskunftsbereitschaft des Targets“ 28 im Vorfeld der Fusion. Insbesondere bei Fusionskandidaten aus dem gleichen Wirtschaftsbereich erscheint diese Zurückhaltung an Informationsbereitschaft nachvollziehbar. Potentiellen Fusionskandidaten erscheint die Unkenntnis über die wahren Motive des suchenden Unternehmens als Hindernis. So ist Angst und Mißtrauen gegenüber einem Ausspionieren gegeben. Desweiteren kann es sein, daß die Targets nur ihre „Trumpfkarten und Asse“ 29 offenlegen, um eine Stärkung der eigenen Position und damit einhergehend einen relativ günstigeren Zusammenschlußkurs realisieren zu können. Ein Ausweg aus dieser Misere erscheint darin zu liegen, daß das suchende Unternehmen sich so offen wie möglich gibt und uneingeschränkt den potentiellen Fusionspartner über seine Pläne, Ziele und Leistungen informiert.
Als zweite Ursache erscheint häufig die geringe Zeit, die zur Informationssuche vor-handen ist. Bei einer Fusion sind oftmals schnell Entscheidungen zu treffen. Insbesondere begehrte Fusionsobjekte sind auch von anderen Unternehmen begehrt und Unternehmen haben nicht, wie im theoretischen Modellfall, immer die Möglichkeit der großzügigen Auswahl zwischen zwei oder mehreren potentiellen Kandidaten. Diese Problematik scheint sich dadurch einschränken zu lassen, daß eine Professionalisierung angestrebt wird. D. h., daß Akquisitionsmanagement sollte eine Hauptaufgabe für speziell ausgebildete und befähigte Manager darstellen. Ebenso erscheint die Annahme eines Kompromisses zwischen Vollständigkeitsansprüchen einerseits
26 Mattes (Synergiepotentiale 1993), S. 78.
27 Vgl. Reißner (Synergiemanagement und Akquisitionserfolg 1992), S. 127. Die folgenden vier
Problemkategorien Information, Beteiligte Führungskräfte, Aufgabenmerkmale sowie Methoden
und Techniken beziehen sich dabei auf die Seiten 128 - 133.
28 Reißner (Synergiemanagement und Akquisitionserfolg 1992), S. 128.
29 Reißner (Synergiemanagement und Akquisitionserfolg 1992), S. 128.
8
und Praktikabilität in entsprechender Zeit zweckmäßig für die praktische Informationssuche.
3.1.3 Problemfeld der beteiligten Führungskräfte
Eine weitere Problemkategorie stellen die beteiligten Führungskräfte dar. Dabei scheint das Kerndefizit in der „unzweckmäßigen Zusammensetzung von Akquisitionsteams zu liegen.“ 30 Demnach sind dort zu wenige Fachexperten und ein überdurchschnittlich hoher Anteil an Eigentümervertretern sowie Finanz- und Steuerexperten vertreten. Darin kann die Gefahr impliziert sein, daß ein Fokus auf finanzwirtschaftliche Aspekte der Fusion gelegt wird anstatt eine genauere und nach Möglichkeit vollständige Aufdeckung von Synergiepotentialen zu verfolgen. Eine Problemlösung scheint über die interdisziplinäre Zusammensetzung von Akquisitionsteams möglich. Jede Disziplin hat dabei dafür Sorge zu tragen, Synergiepotentiale ihres Fachgebietes zu evaluieren, damit eine Identifikation in allen Bereichen erfolgt.
Die Zusammensetzung des Teams birgt allerdings ein weiteres Problemfeld. Oftmals ist eine mangelnde Objektivität zu beobachten. Fusionskandidaten werden demnach „hübsch geredet“ 31 , genauso wie sich als Trend herausstellt, daß Manager Synergiepotentiale überbewerten, Dissynergien hingegen unterbewerten. Desweiteren erscheint es, daß eher harte Faktoren bedingt auch durch Analysetechniken wie die Wertkettenanalyse auf Synergiepotentiale untersucht werden als vielmehr weiche Faktoren wie Corporate Identity, Corporate Culture und Mitarbeitermotivation. Diesen Vorwurf müssen sich nach Reißner sowohl Praxis wie auch Theorie gefallen lassen.
3.1.4 Problemfeld der Aufgabe
Als weiteres Problemfeld scheint die Aufgabe der Synergiepotentialidentifikation an sich zu gelten. Synergien ausfindig machen, heißt auch, „Zukunft gedanklich antizipieren zu müssen“ 32 Daraus resultiert die Existenz von Unsicherheit in mehrfachem Bezug. Einerseits ist die tatsächliche Existenz von Synergieeffekten die aus Synergiepotentialen evaluiert werden sollen nicht garantiert, aber auch bei Erzielung von
30 Reißner (Synergiemanagement und Akquisitionserfolg 1992), S. 130.
31 Reißner (Synergiemanagement und Akquisitionserfolg 1992), S. 130.
32 Reißner (Synergiemanagement und Akquisitionserfolg 1992), S. 131.
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Synergieeffekten liegen Ungewißheiten über deren zeitlichen Anfall sowie deren Dauerhaftigkeit vor. Bei der Identifikation der Potentiale muß auf die Prognose der Synergieeffekte abgestellt werden und erst in Zukunft stellt sich ex post heraus, ob diese tatsächlich realisiert werden konnten. Dieses Problem läßt sich jedoch nicht beheben. Als eine Möglichkeit dem zu begegnen erscheint jedoch eine Aufstellung eines Worst-Case-Scenarios. Begründen läßt sich dies z. B. an der Möglichkeit des Ausscheidens von Schlüsselpersonen, deren Know How zur Realisation von Synergiepotentialen notwendig erscheint. Sollte deren Know How durch unplanmäßiges Ausscheiden nach der Fusion verloren gehen und somit die Realisation der Synergiepotentiale nicht mehr in vollen Ausmaß bzw. gar nicht mehr möglich sein, so entfallen die möglichen Synergien. Wird dies im vorhinein in einem Worst-Case-Scenario berücksichtigt, kann verglichen werden, ob eine Fusion bei Minderung von Synergieeffekten überhaupt noch lohnend erscheint. Dieses Problem läßt sich auch der Synergierealisation zuteilen, jedoch ist es auch bei der Identifikation relevant, da alleine durch den Wegfall des Know How der Schlüsselperson die Existenz eines Synergiepotentials nicht mehr gegeben ist.
Ebenso scheint die Komplexität der Aufgabe eine Problemquelle zu sein. Die potentiell mögliche Vielfalt an Synergieeffekten in allen Bereichen der Unternehmung erfordert eine Identifikation durch Experten. Dieser Forderung wird durch der interdisziplinären Zusammensetzung von Akquisitionsteams Rechnung getragen. Dazu ist es jedoch zweckmäßig, den beteiligten Personen ein übereinstimmendes Synergieverständnis zu vermitteln. Dies sollte bereits vor der ersten Untersuchung des Targets geschehen, damit Mißverständnisse bezüglich der Aufgabe ausgeschlossen werden.
3.1.5 Problemfeld der Methoden und Techniken
Als letztes hier zu untersuchendes Problemfeld seien die Methoden und Techniken der Identifikation von Synergiepotentialen angeführt. Das lange verbreitete Arbeiten mit Checklisten wird mittlerweile größtenteils aufgrund fehlender Übersichtlichkeit und Transparenz abgelehnt. Sie scheinen ebenso zu wenig konkreten Ergebnissen zu führen. 33 Portfolio- und Wertkettenansätze hingegen sind der Beurteilung nach rela-
33 Vgl.Reißner (Synergiemanagement und Akquisitionserfolg 1992), S. 132. Zu Checklisten siehe
bspw. Zimmerer (Die Auswahl des Partners 1972), S. 989 - 996 sowie Brand (Partnersuche auf
dem Markt 1990), S. 33 - 37.
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tiv besser geeignet. Aber auch dort existieren Vorbehalte. Demnach werden, neben der Kritik das harte Faktoren überberücksichtigt werden, Synergiepotentiale nur analytisch erhoben und nicht heurestisch, obwohl der Prozeß der Identifikation nach der Auffassung einiger Autoren dies zu berücksichtigen habe. 34 In der Praxis erscheint demnach ein Mix aus verschiedenen Methoden zweckmäßig. Jedoch kann kein allgemeingültiger Ratschlag in diese Richtung gegeben werden und somit sei es den damit befaßten Praktikern anheim gelegt, selbständig über ihre Vorgehensweise zu entscheiden.
Die vier vorbezeichneten Problemfelder stellen nur eine Auswahl aus einem weiteren Spektrum dar, das immer mehr in einzelne Aktivitäten disaggregiert werden kann. Eine gewisse Allgemeingültigkeit der vier Felder für alle Methoden und Techniken läßt sich jedoch nicht abstreiten, so daß sie als Hauptproblemfelder geeignet erscheinen die Diskussion, um die Identifikation von Synergiepotentialen zu beleben.
3.2 Quantifizierung von Synergiepotentialen
3.2.1 Bezugsrahmen
An den Problemkomplex der Identifikation schließt sich deren Quantifizierung an. Hier soll versucht werden Synergiepotentiale wertmäßig zu erfassen. Ziel ist es, „die monetäre Dimension der Synergiepotentiale in Synergie-Cash Flows abbilden zu können.“ 35 Die quantitativ erfaßten Cash Flows der einzelnen Synergiepotentiale werden zu einem Gesamt Cash Flow aggregiert. Dabei werden die positiven Cash Flows mit den negativen verrechnet. Negative Synergie-Cash Flows resultieren aus der Tatsache, daß zum einen negative Synergiepotentiale berücksichtigt werden, andererseits Auszahlungen aufgrund von Integrationsmaßnahmen zur Synergierealisation notwendig werden. Durch diese Verrechnung erhält man einen Netto Cash Flow, der für alle Perioden des Planungshorizontes ermittelt werden sollte. Diese Rechnung kann dabei als Grundlage für die Unternehmenswertermittlung dienen. 36 Jedoch treten auch hierbei Schwierigkeiten auf.
34 Vgl. Reißner (Synergiemanagement und Akquisitionserfolg 1992), S. 132.
35 Rockholtz (Marktwertorientiertes Akquisitionsmanagement 1999), S.167. Zur quantitativen Erfas-
sung von Synergiepotentialen siehe ebenda, S. 169 - 176.
36 Vgl. dazu Rockholtz (Marktwertorientiertes Akquisitionsmanagement 1999), S.177 - 194.
11
3.2.2 Problemfeld der Monetarisierbarkeit
Nicht alle Synergiepotentiale sind ohne weiteres zu Quantifizieren. Insbesondere bei weichen Faktoren wie etwa Auswirkungen der Unternehmenskultur der neuen Unternehmung auf die Identifikation der Belegschaft und daraus resultierender Fluktuation, Krankenstand, oder Motivation bleiben nur Spekulation. Jedoch können auch harte Faktoren von Quantifizierungsmängeln betroffen sein. Insbesondere bei zunehmender Marktnähe im Bereich von Marketing, Vertrieb und Kundendienst sind Auswirkungen auf den Kunden nicht einfach abzuschätzen. So kann unklar sein, wie der Kunde auf die Änderung von Markennamen, Produktangeboten oder Servicekonzepten reagiert. 37
Neben dem Monetarisierungsproblem von Synergiepotentialen allgemein sind verschiedene hohe Bewertungen von Synergiepotentialen denkbar. Als Beispiel sei hier auf die Fusion Thyssen Krupp hingewiesen. Krupp veranschlagte anfänglich Synergiepotentiale i. H. v. 650 Millionen DM jährlich. Thyssen sah hingegen nur Potential i. H. v. 400 Millionen. In einigen Bereichen sahen die Arbeitsgruppen von Krupp sogar dreimal so hohe Synergien wie die von Thyssen. 38
3.2.3 Problemfeld der Lebensdauer von Synergien
Synergiepotentiale können i. d. R. nicht unendlich ausgeschöpft werden. Wenn der mit der Synergierealisation einhergehende Wettbewerbsvorteil entfällt, ist auch die Ausschöpfung der Synergie als beendet anzusehen. 39 Die Abschätzung der Dauerhaftigkeit ist dabei schwierig, da dazu eine Zukunftsprognose erstellt werden muß. Ist ein Wettbewerbsvorteil aufgrund eines Synergieeffektes langfristig geplant und ein Wettbewerber ist kurz oder mittelfristig in der Lage diesen zu imitieren oder zu übertreffen, so ist dieser Wettbewerbsvorteil hinfällig und damit kann der Synergieeffekt keine günstigere Erlössituation beitragen. Demnach differiert der Beitrag den der Synergieeffekt zum Erlös leisten kann von dem ursprünglich geplanten.
37 Vgl. Reißner (Synergiemanagement und Akquisitionserfolg 1992), S. 134.
38 Vgl. Balzer/Student (Rechen-Künste 1999), S. 61.
39 Vgl. Reißner (Einflußgrößen 1990), S. 74.
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3.3 Realisation von Synergieeffekten
3.3.1 Bezugsrahmen
Nachdem die Synergiepotentiale identifiziert und wertmäßig erfaßt wurden und die Fusion stattgefunden hat, müssen aus den Synergiepotentialen tatsächliche Synergieeffekte realisiert werden. Als Schwierigkeit gilt dabei, daß Synergieeffekte und hierbei insbesondere positive Effekte selten von alleine auftreten, sondern vielmehr aktiv erarbeitet werden müssen. 40 Die Erwartung positiver Synergieeffekte erscheint demnach nur dann gerechtfertigt, wenn:
„das Bedingungsfeld eines Unternehmenszusammenschlusses sorgfältig im Hin- - blickauf synergierelevante Einflußfaktoren überprüft worden ist, Synergiepotentiale systematisch geplant worden sind, - nichtsdagegen spricht, daß alle zu ihrer Bewirkung und Ausschöpfung notwen- - digenMaßnahmen ergriffen werden können.“ 41
Demnach ist also eine kritische Abwägung der Möglichkeiten und Einflußfaktoren auf Synergien schon im Vorfeld der Fusion zu prüfen. Aber gerade auch bei der tatsächlichen Umsetzung der Potentiale bestehen Problemfelder. 42
3.3.2 Problemfeld des Management
Als ein Problemfeld bei der Realisation der Synergieeffekte gestaltet sich das daran beteiligte Management. Im Gegensatz zu der Aufforderung der Theorie, Synergieeffekte zu erarbeiten scheint sich nach Abschluß der Fusion abzuzeichnen, daß die Praxis oftmals daran denkt, daß alles Notwendige getan sei und die geplanten Effekte sich einstellen würden. Hier scheint der bereits zuvor geforderte Aufgabenzuteilung an speziell ausgebildete Führungskräfte dem entgegenwirken zu können sowie eine Gestaltung der Maßnahmen zur Synergierealisation zu ermöglichen.
Als weiteres Problemfeld in diesem Zusammenhang kann die Diskrepanz zwischen dem geplanten Auftreten und der geplanten Dauerhaftigkeit von Synergieeffekten
40 Vgl. Ossadnik (Aufteilung von Synergieeffekten 1995), S. 6 sowie Reißner (Synergiemanagement
1992), S. 136.
41 Ossadnik (Aufteilung von Synergieeffekten 1995), S. 6.
42 Den folgenden Ausführungen nehmen Bezug auf Reißner (Synergiemanagement 1992), S. 136 -
144 und sind empirisch orientiert.
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und deren tatsächlichem Vorhandensein gelten. Treten Synergien erst später und dann mit kürzerer Lebensdauer auf, so scheint eine Frustration des Management und damit einhergehende Motivationsprobleme möglich. Hier sei als Lösungsmöglichkeit auf die genaue Beschreibung im Rahmen der Identifikation von Synergiepotentialen hingewiesen, damit die Differenz zwischen Identifikation und Realisation nur relativ gering bleibt.
Bei allen Entscheidungen die vom Management getroffen werden sind Emotionen involviert. Daraus kann die Gefahr entstehen, daß Entscheidungen zu falschen Zeitpunkten, fehlerhaft oder gar nicht getroffen werden. Insbesondere bei der Aussonderung von Schwachstellen und der damit verbundenen Möglichkeit von Personalfreisetzung scheint dies der Fall. Die Aufgabe von Unternehmensteilen die unwirtschaftlich sind, kann herausgezögert werden, da das Management keine Schwächen eingestehen will. Die soziale Verantwortung gegenüber Mitarbeitern kann deren notwendige Freisetzung erschweren. Ein Lösungsansatz für dieses Problem ist möglicherweise die interdisziplinäre Zusammensetzung von Akquisitionsteams und die Entscheidungsfindung im Kollektiv. Jedoch erscheint nicht unbedingt geeignet die Emotionalität in Entscheidungen gänzlich zu entfernen.
Im Rahmen von Fusionen wird immer darauf abgestellt, daß diese scheinbar unter gleichberechtigten Partner stattfinden. Jedoch zeigt die Erfahrung, daß ein Unternehmen meist die treibende Kraft darstellt. 43 Daraus kann eine Oktruierung der Systeme der relativ dominanten Unternehmung auf den Partner resultieren. Die Gefahr liegt darin, daß dann z. B. Schlüsselpersonen die an der Realisation von Synergieeffekten beteiligt sind und aus dem Partnerunternehmen stammen, die Oktruierung ablehnen und das Unternehmen verlassen. Daher scheint eine Beachtung der Forderung nach einer Arbeit unter gleichberechtigten Partnern durchaus zweckmäßig.
In diesem Bereich scheint auch die Kommunikation zwischen den Partnern entscheidendes leisten zu können. Insbesondere umfassende Information untereinander und gerade auch für das Management und die Mitarbeiter über Zukunftsaussichten und -vorhaben minimieren die Gefahr von Unsicherheiten des Management und der Mit- arbeiter und somit einer übermäßigen Fluktuation.
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3.3.3 Problemfeld der Unternehmenskulturen
Die Anpassung der verschiedenen Unternehmenskulturen scheint ein weiterer Prob-lemfaktor für die Realisation von Synergieeffekten darzustellen. Gerade die relativ geringe Beachtung der weichen Faktoren in der Synergiepotentialidentifikationsphase 44 stellt dabei ein Problem dar. Daher erscheint eine genaue Berücksichtigung und insbesondere eine Integration der Unternehmenskulturen wichtiger Bestandteil einer Fusion zu sein. Zeigen sich Probleme im Bezug auf die Synergierealisation, so scheint es zweckmäßig, diesen durch Maßnahmen zur Unternehmenskulturgestaltung (z. B. Workshops, Mitarbeiteraustauschprogramme) zu begegnen.
4 Fazit
Als Begründung für Fusionen von Unternehmen werden Synergieeffekte meist als einer der treibenden Faktoren angeführt. Demgegenüber steht, daß sie auch mit zu den häufigsten Ursachen für ein Scheitern gezählt werden. Es besteht demnach ein nicht unerhebliches Problemfeld im Zusammenhang mit der Erzielung von Synergieeffekten. Zwar lassen sich aus der Theorie bereits eine Vielzahl von Vorschlägen zur Identifikation und Bewertung von Synergiepotentialen im Vorfeld von Fusionen entnehmen, jedoch scheinen diese in der Praxis einige Schwierigkeiten hervorzurufen. Insbesondere scheinen sich dabei Hindernisse in Form von Informationsasymetrien und im Bereich der zur Beurteilung von möglichen Fusionspartnern und Synergiepotentialen benötigten Zeit herauszustellen. In der Theorie sind diese Probleme in den Modellen nicht in dem Ausmaße berücksichtigt, wie sie sich in der Praxis darzustellen scheinen. Die Modelle der Synergieidentifikation scheinen auch nicht dazu geeignet einen einheitlichen Fahrplan bieten zu können. Demnach sei dem Praktiker empfohlen sich nicht ausschließlich auf ein Identifikationsmodell zu beschränken, sondern vielmehr eine Auswahl an Modellen heranzuziehen, um ein möglichst breites Spektrum an Potentialen aufzudecken. Dies soll jedoch nicht dahingehend ver-standen werden, daß daraus eine absolute Sicherheit für die Aufdeckung aller Synergiepotentiale entstehen kann. Jedoch ist nicht ausschließlich die teilweise eingeschränkte Übertragbarkeit der theoretischen Modelle ein Problemverursacher.
43 Vgl. Roost (Fusionen 1998), S. 25.
44 Vgl. Gliederungspunkt 3.1.3, S. 8
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Vielmehr scheinen sich aus empirischen Untersuchungen auch Schwächen im Management von Synergie, sowohl im Bereich der Identifikation als auch im Bereich der Realisation herauszustellen. Demnach sei sowohl der Wissenschaft sowie auch der Praxis durchaus zu empfehlen, Lösungsansätze für diese Problemfelder aufzufinden. Dies erscheint um so notwendiger, da der in den letzten Jahren stetig steigende Markt für Mergers & Akquisition durchaus seinen Anstieg weiter fortsetzen kann. Die mit über 50 % liegende Mißerfolgsquote bei Fusionen zu mindern, scheint also durchaus geboten zu sein.
Literaturverzeichnis
16
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Corporate Strategy, Revised Edition, London, New York 1987
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Jens Bartsch, 2001, Kritische Diskussion der Erzielung von Synergieeffekten bei Fusionen, München, GRIN Verlag GmbH
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