Inhalt:
1. Einleitung 3
2. Arten des Tropischen Regenwaldes 4
2.1. Zum Begriff Tropischer Regenwald 4
2.2. Immergrüne Tropische Regenwälder 4
2.3. Laubabwerfende regengrüne Tropische Regenwälder 5
2.4. Tropische Berg - bzw Nebelwälder 5
3. Klimatische Bedingungen des Tropischen Regenwaldes 6
3.1. Niederschläge 6
3.2. Temperatur 8
4. Der Aufbau des Tropischen Regenwaldes 9
5. Der Nährstoffkreislauf im Tropischen Regenwald 10
6. Die Artenvielfalt des Tropischen Regenwaldes 11
6.1. Die Verteilung der Biomasse im Tropischen Regenwald 11
6.2. Urwaldpflanzen und ihre Anpassung 12
6.3. Urwaldtiere und ihre Anpassung 13
7. Der Boden des Tropischen Regenwaldes 16
8. Die Zerstörung des Tropischen Regenwaldes 17
8.1. Zerstörung durch Raubbau 17
8.2. Zerstörung durch Brandrodung der Siedler 18
8.3. Zerstörung durch den Anbau von Lebens und Genussmitteln 19
9. Zusammenfassung 20
Literaturverzeichnis 21
- 2 -
2
1. Einleitung
Viele sind offenbar der Meinung, der tropische Regenwald ist weit weg und für uns in Europa kein Thema.
Aber soweit entfernt, wie wir glauben, ist er nicht! Überall wo man hinschaut, finden wir Spuren des Regenwaldes in unseren Gebrauchsgegenständen. Wir brauchen nur durch unser Fenster zu blicken. Aus welchem Material bestehen denn die meisten Holzrahmen? Aus Meranti, einem Tropenholz. Aber auch unsere Kiefernschränke im Wohnzimmer stammen nicht aus dem heimischen Stadtwald!
Täglich also nutzen wir die Ressourcen des Regenwaldes, ohne darüber nachzudenken, welche Konsequenzen das hat, ohne uns zu fragen, ob wir überhaupt das Recht haben, uns einfach des Regenwaldes zu bemächtigen. Ebenso wissen die wenigsten Deutschen, was alles zu dem Begriff „Regenwald“ gehört. Die folgende Arbeit soll deshalb einen kleinen Einblick in das vielschichtige System des Tropischen Regenwaldes geben.
In insgesamt sieben Kapiteln werden die natürlichen Gegebenheiten, die Bedeutung des Regenwaldes als Rohstoffquelle aber auch für das Klima unseres Planeten und die Konsequenzen der Zerstörung dieses für alle Menschen der Erde wichtigen Biotops behandelt.
- 3 -
3
2. Die Arten des Tropischen Regenwaldes
2.1. Zum Begriff „Tropischer Regenwald“
Der Begriff „Tropisch“ stammt von dem griechischen Wort „tropos“ und bedeutet „Wechsel“, „Wendung“, „Drehung“. Die als Tropen bezeichnete Klimazone wird durch die beiden Wendekreise der Sonne (23,5 ° nördliche und südliche Breite) begrenzt. Die hier befindliche Vegetation bezeichnet man als Regenwald.
Unter dem Einfluss der Faktoren Boden, Klima und der geografischen Lage, haben sich verschiedene Arten des Tropischen Regenwaldes herausgebildet. Bekannte und wichtige Regenwälder sind die immergrünen tropischen Tieflandregenwälder, die laubabwerfenden regengrünen tropischen Regenwälder und die Bergregenwälder bzw. Nebelwälder.
Das Vorkommen der einzelnen Waldformationen wird entscheidend von zwei Faktoren bestimmt: den hohen Temperaturen und der Verfügbarkeit von Wasser. Damit kann folgende grobe Einteilung der Vegetationstypen vorgenommen werden:
Abbildung 1: Vegetationstypen
Im Folgenden werden diese drei Arten näher erklärt.
2.2. Immergrüne, tropische Regenwälder
Die immergrünen, tropischen Regenwälder sind die artenreichsten Wälder der Erde, denn der Reichtum an Tieren und Pflanzen kennt dort kaum Grenzen. Diese Wälder liegen sehr nah am Äquator. An der dortigen Pflanzenwelt lassen sich im Jahreswechsel keine Phasen erkennen, der Wald ist immer grün, daher auch sein Name. Doch immergrün bedeutet nicht, dass die Bäume keine Blätter abwerfen - im Gegenteil: fast alle Bäume werfen Blätter, Äste und Zweige über das Jahr verteilt ab, doch da dieser Abwurf gleichmäßig über das ganze Jahr verteilt ist, ist es für den normalen Betrachter nicht zu erkennen.
Die höchsten Bäume dort sind bis zu 50m hoch und pro Hektar gibt es ca. 100 bis 150 Pflanzenarten, von denen ca. 70 bis 90 Bäume sind.
- 4 -
4
2.3. Laubabwerfende, regengrüne, tropische Regenwälder
Da der Anteil von immergrünen Baumarten hier wesentlich geringer ist, als im immergrünen, tropischen Regenwald, ist es eine gewisse Zeit lang sehr kahl. Die Bäume werfen, meist zu Beginn einer trockeneren Jahreszeit, ihr Laub ab, um den Wasserverbrauch zu reduzieren.
Die höchsten Bäume in diesen Wäldern sind bis zu 30 bis 40 m hoch und pro Hektar gibt es ca. 60 bis 90 Pflanzenarten, von denen ca. 30 bis 60 Bäume sind.
2.4. Tropische Berg– bzw. Nebelwälder
Mit zunehmender Höhe verändern sich die Eigenschaften der immergrünen tropi- schen Wälder. Man gelangt in die Region der Berg– bzw. Nebelwälder und besonders viele Moose treten hervor.
In diesen Wäldern kommt es zur Bildung von Epiphyten, das sind Pflanzen, die auf anderen wachsen, um sich so mit Nährstoffen zu versorgen (Parasiten). Die Bäume werden dünner, die Blätter kleiner und das Laub zäher.
In diesen Wäldern sind die höchsten Bäume nur ca. 10 bis 25 m hoch, dagegen findet man allerdings pro Hektar ca. 200 bis 900 Pflanzenarten, von denen aber nur ca. 15 bis 70 Bäume sind.
Einst nahm der tropische Regenwald in Äquatornähe sehr große Flächen ein. Heute ist er bereits stark zurückgedrängt worden.
- 5 -
5
3. Klimatische Bedingungen des Tropischen Regenwaldes
3.1. Niederschläge
Die Niederschläge sind das wichtigste im Tropischen Regenwald. In äquatorialen Gebieten regnet es jeden Tag, das ist pro Jahr ca. fünfmal soviel, wie bei uns. In den Saisonregenwäldern gibt es zwischendurch auch trockene Monate.
Warum sind die Niederschlagsmengen am Äquator so hoch?
Die starke Sonneneinstrahlung führt zur Erwärmung der feuchten Luftmassen. Diese steigen auf, kühlen ab und geben dabei die überschüssige Feuchtigkeit in Form von Niederschlägen wieder ab.
Die abgekühlten und jetzt trockenen Luftmassen fließen beiderseits des Äquators in Richtung der Wendekreise. Dort sinken sie ab und es bilden sich trockene Wüstengebiete.
Im bodennahen Bereich der Wendekreise werden die Luftmassen von Passatwinden erfasst, über den Ozeanen wieder mit Feuchtigkeit beladen und zurück in Äquatornähe transportiert; der Kreislauf kann dann von neuem beginnen. Dieses System funktioniert nur dort, wo zu beiden Seiten des Äquators annähernd gleich große Landmassen vorhanden sind: in Südamerika und Afrika.
Südostasien
Im indomalaiischen Raum - der südostasiatischen Inselwelt - ist es anders: Die asiatischen Tropen (im kontinentalen Raum) werden nicht von Passatwinden, sondern vom Windsystem des Monsuns mit Niederschlägen versorgt. Auf die sintflutartigen Monsun-Niederschläge im "Sommerhalbjahr" folgt im "Winterhalbjahr" eine ausgedehnte Trockenzeit. Folge: Derart schwankende Niederschlagsverhältnisse verhindern das entstehen tropischer Regenwälder - es entsteht der sogenannte "Dschungel".
Regenmengen
Vom Äquator weg nehmen die Niederschläge allmählich ab. Meeresströmungen, Passatwinde und Gebirgszüge im Tropengürtel sorgen dafür, dass die lokalen Regenmengen in den Tropen viel größeren Schwankungen unterworfen sind, als die dort vorherrschenden Temperaturen (vgl. Abb. 3, auf Seite 8).
Im tropischen Tiefland fallen in der Regel hohe Niederschlagsmengen; dort ist die Vegetation eng an die abgehenden Niederschläge gebunden.
- 6 -
6
In Cayenne, der Hauptstadt von Französisch-Guayana, gibt es zwischen August und November eine "große Trockenzeit". Gegen Februar und März gibt es dann nochmals eine etwas trockenere Periode, den sog. "kleinen Sommer im März".
Anhand der Niederschlagsmengen wird das Jahr in den Tropen in Trocken- und Regenzeiten eingeteilt; vegetative Entwicklungsphasen wie Laubaustrieb, Blüte und Frucht sind eng an die jahreszeitlich wechselnden Niederschläge gebunden.
Die jährlichen Niederschlagsmengen in den Tropen reichen von wenigen Millimetern an der Küste von Peru bis 10.000 Millimeter an der Küste Kolumbiens!
- 7 -
7
3.2. Temperatur
Tropische Klimate sind durch eine einzigartige Gleichförmigkeit im Jahreslauf mit konstant hohen Temperaturen gekennzeichnet: Selbst im kältesten Monat fällt die Durchschnittstemperatur selten unter 18°C.
Da die Sonne abends fast senkrecht unter den Horizont taucht bzw. morgens über ihm aufgeht, sind die Dämmerungsphasen in den Tropen sehr kurz. Die mittleren Tagestemperaturen bleiben unter den Bedingungen eines ganzjährig fast unveränderten Tagbogens von zwölf Stunden und einer gleichbleibend starken Sonneneinstrahlung weitgehend konstant.
Die Tropen bilden eine Zone ohne auffällige Jahreszeiten. Es gibt keine Jahreszeiten gemäß unserer Vorstellung von Jahreszeiten mit Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Die Nacht ist quasi der Winter der Tropen; denn die täglichen Temperaturschwankungen übertreffen die jährlichen bei weitem.
Je weiter man sich vom Äquator aus in Richtung Norden bzw. Süden bewegt, desto größer werden die Temperaturschwankungen im Verlauf eines Jahres.
Martinique liegt im Tropengürtel 14° nördlich des Äquators - hier schwanken die Temperaturen im Laufe des Jahres um maximal 5°C.
Die Jahresdurchschnittstemperaturen reichen in den Tropen von ca. 30°C bis zu solchen unter dem Gefrierpunkt (z.B. in den Anden).
- 8 -
8
4. Der Aufbau des Tropischen Regenwaldes
Das dichte Laubwerk der tropischen Regenwälder schirmt das Sonnenlicht fast vollständig ab. Es kann nicht bis zum Boden vordringen, so dass im Bereich der Baumwipfel ganz andere Lebensbedingungen herrschen als am Waldboden. Deshalb ist der Lebensraum nicht einheitlich, sondern in einzelne Schichten oder Zonen unterteilt. Der tropische Regenwald unterliegt also dem sogenannten Stockwerkaufbau, dessen Zonen im Folgenden näher erklärt werden.
Die Wipfelzone bildet die „Dachkammer“ des Waldes und besteht aus den einzelnenherausragenden Wipfeln der höchsten Bäume, die bis zu 100 Meter hoch werden. Diese Zone gehört den großen Raubvögeln, die hoch in den Baumkronen nach Beute Ausschau halten.
Das Laubdach schirmt den Boden in einer Höhe von 50 bis 80 Metern ab. Hier bilden die Kronen der dichtstehenden Bäume ein Sonnendach, das die besten Futter- und Versteckmöglichkeiten bietet und daher von den meisten Tieren bevölkert wird.
Das Unterholz bildet die Schicht unmittelbar unterhalb des Laubdachs. Die Stämme der Urwaldriesen, die langen, schmalen Wipfel kleineren Bäume mit ihrem dichten, belaubten Geäst, Lianen und Aufsitzerpflanzen bieten nur kleineren Tieren Platz.
Die Strauchzone bildet kein Dickicht; die Pflanzen wachsen verstreut. In dieser Schicht finden große, am Boden lebende Säugetiere ihr Futter, wie etwa die Tapire.
Die Bodenzone setzt sich aus niedrigwachsenden Pflanzen zusammen und liegt nahezu völlig im Dämmerschatten. Hier sind Temperatur und Feuchtigkeit fast Gleichbleibend.
- 9 -
9
5. Der Nährstoffkreislauf im Tropischen Regenwald
In Ökosystemen unserer Breiten sind Böden in der Lage Nährstoffe zu speichern. Anders im Ökosystem tropischer Regenwald: Hier sind die Böden extrem nährstoffarm; der Nährstoffkreislauf ist verkürzt. Woran kann das liegen?
Wenn im tropischen Regenwald ein abgestorbenes Blatt oder ein Ast auf den Boden fällt, wird es sofort von Mykorrhiza – Pilzen befallen, welche dem Blatt oder Ast alle Nährstoffe entziehen. Diese Pilze hängen an den Baumwurzeln und geben die Nährstoffe an die Bäume weiter.
Von dem eigentlichen Blatt bleibt kein Humus zurück, da sich fast alle Nährstoffe fast ständig in den lebenden Pflanzen befinden, nur eine winzige Menge ist in der Bodenschicht enthalten. Verluste, die trotz allem auftreten werden durch den Regen wieder ausgeglichen.
Messungen, die an Bächen, die den Wald verlassen, durchgeführt wurden, ergaben, dass das Wasser unglaublich rein ist, fast so rein, wie destilliertes Wasser, denn unzählige Pflanzenarten, die der Wald hervorgebracht hat, helfen mit, möglichst viele Mineralstoffe aus dem Regen zu filtern.
Dennoch gibt es selten Nährstoffüberschüsse und Früchte und Nüsse sind keine Seltenheit, denn alles Verwertbare ist an den Kreislauf gebunden.
- 10 -
10
6. Die Artenvielfalt des Tropischen Regenwaldes
6.1. Die Verteilung der Biomasse im Tropischen Regenwald
Wie sieht die Verteilung von Tieren und Pflanzen in den tropischen Regenwäldern aus? Wissenschaftler bestimmen dazu die tierische und pflanzliche Biomasse einer definierten Fläche tropischen Regenwaldes, um ein Verhältnis angeben zu können. In den 80er Jahren bereits begannen die Wissenschaftler mit Kletterausrüstungen und Strickleitern die schwer zugängliche Kronregion zu erforschen. Diese Forschungen ergaben, dass in einer Baumkrone über 600 verschiedene Käferarten leben, von denen ca. 150 ausschließlich auf diese Baumart spezialisiert sind. Auf einem Hektar Regenwald leben vermutlich 20.000 verschiedene Insektenarten. Das heißt, dass über 80% der weltweiten Tierarten in den Regenwäldern leben.
Trotzdem spielen die Tiere, rein mengenmäßig, im tropischen Regenwald nur eine untergeordnete Rolle; wer sie beobachten möchte, muss oftmals viel Geduld aufbringen.
Außerdem ist die größte aller Tiergruppen der Tropenwälder die der Ameisen und Termiten, da diese am besten mit der Nährstoffknappheit zurecht kommen.
- 11 -
11
6.2. Urwaldpflanzen und ihre Anpassung
Die Anpassung der Urwaldpflanzen lässt sich gut an dem Beispiel der Würgebäume verdeutlichen.
Die Würgebäume wachsen von oben nach unten, da ihre Samen auf den Ästen großer Bäume keimen. Von dort aus „fädeln“ sich die langen Wurzeln am Stamm entlang abwärts, bis sie am Boden Halt gefunden haben. Dann ist ein neuer Baum entstanden.
Auch Lianen wachsen auf diese Weise von oben nach unten. Viele Blumen und Farne wachsen auf großen Bäumen, da sie dort genügend Licht und Regenwasser haben, welches viele wichtige Nährstoffe enthält, die im Boden fehlen. Bromelien zum Beispiel entwickeln aus ihren Blüten große Trichter, in denen der Regen gesammelt wird. Anschließend filtern sie die Mineralien heraus.
Bäume im tropischen Regenwald:
Der Artenreichtum nimmt bei den Bäumen zwischen den mittleren Breitengraden in Richtung des Äquators außerordentlich zu. Auf einem Hektar peruanischen Regenwaldes konnten 283 Baumarten gefunden werden. Dabei wuchsen auf diesem Hektar nur 600 einzelne Bäume, d.h. annähernd jeder zweite Baum gehörte zu einer anderen Art! Im Vergleich dazu: Viele Wälder in Deutschland setzen sich aus meist nicht mehr als fünf verschiedenen Baumarten zusammen.
Die Zahl unterschiedlicher Baumarten in tropischen Regenwäldern wird auf bis zu
50.000 geschätzt!
- 12 -
12
6.3. Urwaldtiere und ihre Anpassung
Tropische Vogelvielfalt
Von 8.600 Brutvogelarten sind 2.600 - also ein Drittel - direkt an tropische Regenwälder gebunden (Abb. 8).
Nimmt man dann noch die Zugvogelarten hinzu, die in den Tropen überwintern, so erhöht sich die Zahl der Vogelarten, die von tropischen Regenwäldern "abhängen", auf annähernd 50 Prozent.
Abbildung 9 Abbildung 10 Abbildung 11
- 13 -
13
7. Der Boden des Tropischen Regenwaldes
Wenn man im Amazonaswald mit dem Fuß die dünne Blätterschicht am Boden beiseite scharrt, kommt schwarzer Humus zum Vorschein, der nur ein paar Zentimeter tief reicht. Darunter ist eine bleiche, gelbliche oder rötliche Erde, welche von Wurzeln und Pilzfäden durchzogen ist. Wäre es nicht so feucht und modrig, entstünde der Eindruck, der Boden bestehe aus Sand. Durch wissenschaftliche Untersuchungen hat man herausgefunden, dass viele der Regenwaldböden nahezu unfruchtbar sind, denn große Flächen sind mineralstoffreiche Sandböden. Etwa 40% der asiatischen, 70% der afrikanischen und 90% der südamerikanischen Regenwälder stehen auf eigentlich unfruchtbaren Grund.
Seit Millionen von Jahren durchlaufen tropische Böden starke Verwitterung, die Mineralien werden ausgewaschen und die Böden sind ausgelaugt und zersetzt. Dieser Prozess ist in Amazonien am weitesten fortgeschritten.
Eine Frage beschäftigt die Wissenschaftler heute noch:
„Wie aber ist es möglich, dass auf so schlechtem Boden das üppigste und artenreichste Ökosystem der Erde entstanden ist?“
- 14 -
14
8. Die Zerstörung des Tropischen Regenwaldes
8.1. Zerstörung durch Raubbau
Durch den internationalen Tropenholzhandel werden jährlich bis zu fünf Millionen Hektar Wald vernichtet oder stark geschädigt. Dabei stammt nur ca. ein Prozent des gehandelten Tropenholzes aus nachhaltiger Bewirtschaftung, d.h. aus Wäldern, die dauerhaft genutzt werden. Eine der schlimmsten Folgen ist dabei die Erschließung von bisher unberührtem Wald, die oft nur mit dem Gewinn aus dem Holzgeschäft finanzierbar ist.
Meist zerstören ausländische Konzerne abgelegene Urwälder und damit die wertvollsten Stämme. Über die dafür gebauten Straßen gelangen Land suchende Siedler in den Wald und vollenden die Zerstörung.
Zur Zeit ist das Tropenholz immer noch mit großer Sicherheit Raubbauholz.
- 15 -
15
8.2. Zerstörung durch Brandrodung der Siedler
Für Unternehmer und Politiker liegt die Hauptursache der Tropenwaldzerstörung oft in der Überbevölkerung.
Obwohl sich die Bevölkerungsdichte in Brasilien auf nur 17 Menschen/km² beläuft, leben viele Menschen im Amazonaswald, wegen der strukturellen und politischen Bedingungen, wie zum Beispiel eine ungerechte Landesverteilung oder der verstärkte Einsatz von Maschinen in der Landwirtschaft, der vielen Menschen dort ihren Arbeitsplatz kostet.
Wegen gescheiterter Umsiedlungs- und Entwicklungsgroßprojekte werden die Leute in den Wald gedrängt.
Um eine Agrarreform zu umgehen, arbeitete z.B. in den 70er Jahren die brasilianische Regierung zusammen mit der Weltbank zwei große Projekte aus, um arme landsuchende Bauern aus Krisenregionen in das Amazonasgebiet umzusiedeln. Das Motto damals hieß: „Land ohne Menschen für Menschen ohne Land.“ Man baute die Transamazónica, eine 5.400km lange Straße, in den Urwald und die Siedler bekamen an deren Rand Grundstücke. Doch wegen der schlechten Böden kann das Land höchstens drei Jahre lang genutzt werden, dann muss neues Land gerodet werden.
8.3. Zerstörung durch den Anbau von Lebens – und Genussmitteln
Zum Anbau von Lebens– und Genussmitteln wird der Regenwald gerodet, es werden Plantagenpflanzen angebaut, aus denen dann Produkte wie Kaffee, Tee, Palmöl oder Bananen gewonnen werden.
Man erkennt dies besonders gut an dem Beispiel Tabakanbau, denn neben den Rodungen für Plantageflächen, verschwindet besonders viel Wald für das Trocknen des Tabaks. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass für 300 Zigaretten ein Baum gefällt wird, das sind 1,2 Millionen Hektar Waldland pro Jahr! Selbst der deutsche Verband der Zigarettenindustrie gibt zu, weltweit jährlich 9,25 Millionen m³ Tropenholz zur Tabakherstellung und –verpackung zu verbrauchen. Das entspricht der sechsfachen Menge des gesamten deutschen Tropenholzimports!
BEI ALL DIESEN URSACHEN TAUCHTE EIN NAME IMMER WIEDER AUF: DIE WELTBANK! EINE DER GRÖSSTEN BANKEN ÜBERHAUPT HAT FAST ÜBERALL IHRE FINGER MIT DRIN UND SCHLÄGT PROFIT AUS DER ZERSTÖRUNG DER TROPENWÄLDER.
- 16 -
16
9. Zusammenfassung
Es hat über 100 Millionen Jahre gedauert, bis der Regenwald in seiner ganzen Pracht und seinem Artenreichtum geschaffen war. Der Menschheit jedoch ist es gelungen, innerhalb von 40 Jahren ca. die Hälfte des Regenwaldbestandes zu zerstören.
Durch die Abholzung wird in den Tropen immer mehr die Lebensgrundlage für die Einwohner des Regenwaldes zerstört. Tier- und Pflanzenarten verschwinden und das Klima ändert sich.
Vielen Menschen wird es nun nach und nach bewusst, dass die Abholzung des Regenwaldes unsere Existenz selbst betrifft, denn mit dem Sterben des Regenwaldes stirbt ein Teil der Erde. Ein Teil, der für die Erhaltung des Weltklimas dringend gebraucht wird und ohne den das Leben auf der Erde für künftige Generationen nicht gesichert werden kann.
Die ersten Erfolge zeigen, dass das Schicksal des Regenwaldes nicht unabwendbar ist. Es liegt nun an uns, damit zu beginnen, den Regenwald zu retten. Denn jeder einzelne entscheidet mit über die Zukunft unseres Planeten auf dem wir leben und dem gegenüber wir verpflichtet sind unsere Machtposition nicht zu missbrauchen.
- 17 -
17
Literaturverzeichnis
1. Mertiny, Andrea: Was ist Was. Der Regenwald. Tessloff Verlag, Nürnberg 1991.
2. Buselmaier, Werner: Abitur Wissen: Biologie. Weltbild Kolleg, Augsburg 1999.
3. Prof. Dr. Neugebauer, Wilbert: Lebendige Wildnis. Tiere der Regenwälder.
Verlag Das Beste GmbH, Stuttgart 1993.
4. Clas, Detlef; Cox, Vic; Kirk, Ruth; Dr. Sebald, Oskar; Dr. Göbel, Peter u.a.:
1000 Fragen an die Natur. Eine Fundgrube des Wissens. Verlag Das Beste; Stuttgart 1991.
5. Internet www.fastzination-regenwald.de www.geo.de/projekte/regenwald
- 18 -
18
Arbeit zitieren:
Franziska Manz, 2002, Der tropische Regenwald, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Vertreibung der Sudetendeutschen aus der Tschechoslowakei
Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg
Seminararbeit, 21 Seiten
Ausführliche Unterrichtsvorbereitung: Der tropische Regenwald und sein...
Klasse 7
Geowissenschaften / Geographie - Regionalgeographie
Seminararbeit, 13 Seiten
Geowissenschaften / Geographie - Geographie als Schulfach
Referat / Aufsatz (Schule), 17 Seiten
Geowissenschaften / Geographie - Geographie als Schulfach
Referat / Aufsatz (Schule), 7 Seiten
Washington D.C. – Politisches Zentrum einer Weltmacht
Hauptseminararbeit, 34 Seiten
Vergleich von Faktor- und Portfolioansatz in der historischen Simulati...
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Seminararbeit, 28 Seiten
Aggressionen gegen Lehrkräfte - Gewaltprävention
Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik
Referat (Ausarbeitung), 17 Seiten
Didaktische Konzeptionen des Alexander Weltatlas
Geowissenschaften / Geographie - Kartographie, Geodäsie, Geoinformationswissenschaften
Hauptseminararbeit, 19 Seiten
Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg
Hausarbeit, 13 Seiten
Franziska Manz hat den Text Der tropische Regenwald veröffentlicht
Franziska Manz hat einen neuen Text hochgeladen
Themenheft Schtzkammer Regenwald
0 Kommentare