Hausarbeiten.de - Thomas Mann: Der Kleine Herr Friedemann
Inhalt
Thomas Mann, sein Leben. 3
Abriss der Handlung. 4
Hauptteil. 5
Fachworterklärungen. 8
Literaturverzeichnis 9
Thomas Mann, sein Leben.
Der Schriftsteller Thomas Mann wurde am 6. Juni 1875 als zweiter Sohn des Senators Thomas Johann
Heinrich Mann und seiner Frau Julia (geb. Bruns) in Lübeck geboren. Von 1882 bis 1889 besucht
Thomas eine Lübecker Privatschule, danach wechselt er auf ein Gymnasium, welches er mit dem
Ereichen des Obersekundars beendet. Als sein Vater 1893 stirbt, zieht Thomas nach München. Dort
arbeitet er als Volontär 1) bei einer Versicherungsgesellschaft. 1894 erscheint seine erste Novelle
,,Gefallen" Daraufhin kündigt er seinen Job bei der Firma, um als freier Schriftsteller zu arbeiten.
Nachdem er mit seinem Bruder Heinrich Mann von einem zweijährigen Aufenthalt in Italien zurück
kehrt, bringt er 1898 seine Novelle ,,Der Kleine Herr Friedemann" heraus. Ein Jahr später unternimmt
er eine Urlaubsreise nach Dänemark, wo er die Novelle ,,Tonio Kröger" schreibt. Danach erscheint im
Jahr 1901 sein größtes Prosawerk ,,Buddenbrooks" in zwei Bändern. Im Februar des Jahres 1905
heiratet er Katja Pringsheim. Aus dieser Ehe gehen in den folgenden Jahren sechs Kinder hervor.
Nach einer Venedigreise im Jahr 1911 erscheint ein Jahr später die Erzählung ,,Tod in Venedig"
Wegen politischen Gegensätzlichkeiten kommt es 1918 zu einem großen Streit zwischen Thomas und
seinem Bruder Heinrich. Erst vier Jahre später versöhnen sich die beiden wieder. 1926 wird er in der
Preußischen Akademie der Künste aufgenommen.
Drei Jahre später bekommt er den Nobelpreis für Literatur für sein Werk ,,Buddenbrooks" 1930
erscheint die Erzählung ,,Mario und der Zauberer", die die damalige Situation widerspiegelt. Im Jahr
1933 begibt Mann sich auf eine Reise durch Europa, von der er nach der nationalsozialistischen
Machtübernahme nicht nach Deutschland zurückkehrt. Er immigriert vorerst nach Tschechien, drei
Jahre später in die Schweiz. 1939 geht er in die USA, wo er 1944 die amerikanische Staatsbürgerschaft
erhält. Die deutsche Staatsbürgerschaft wurde ihm bereits 1936 entzogen. In den Kriegsjahren 1940 bis
1945 werden die monatlichen Radioreden ,,Deutsche Hörer" über den englischen Sender ,,BBC" nach
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Deutschland ausgestrahlt. 1947 erscheint sein Roman ,,Doktor Faustus". 1949 besucht er, erstmals seit 1933, Nachkriegsdeutschland. Am 12. August 1955 stirbt Thomas Mann im Alter von 80 Jahren.
Abriss der Handlung.
In Thomas Mann`s Novelle ,,Der Kleine Herr Friedemann" geht es um das einsame Leben des kleinen
Herrn Friedemann. Nach einem Sturz von einem Wickeltisch in der Kindheit war er sein ganzes Leben verkrüppelt. Da ihn seine Mitschüler nur mit künstlicher Freundlichkeit behandeln kommt es nie zu einer guten Freundschaft. Mit 16 Jahren verliebt er sich in ein Mädchen, doch sie will nichts von ihm wissen, das macht ihn sehr traurig. Um nicht noch einmal so verletzt zu werden, geht er keine freundschaftlichen Beziehungen mehr ein. Und so lebt er mit seinen Schwestern am Rande einer kleinen Stadt. Eines Tages kommt ein neuer Stadtverwalter mit seiner Frau in die Stadt. Der kleine Herr Friedemann verliebt sich in die Frau des Stadtverwalters. Er glaubt sie sei auch in ihn verliebt, doch bei einem Fest bei dem Stadtverwalter gehen die beiden in den Garten, sie setzen sich auf eine Bank und unterhalten sich. Doch dann stößt sie ihn weg und lacht ihn aus, dies trifft Herr Friedemann so hart, dass er sich im Fluss ertränkt.
Hauptteil.
Beschreibe den Lebensweg und die Lebenseinstellung Friedemanns in Thomas Manns Erzählung ,,Der kleine Herr Friedemann" und schildere, woran er im Einzelnen scheitert. Johannes Friedemann wächst am Rande einer kleinen, ruhigen Handelsstadt auf. Nachdem sein Kindermädchen ihn, im Alter von einem Monat, hatte fallen lassen stand es sehr schlecht um ihn. Seine
Mutter bangte voller Angst um ihn, zumal vor seiner Geburt schon ihr Ehemann an einer schrecklichen Krankheit starb. Doch nach Zwei Tagen stellte der Hausarzt von Familie Friedemann fest, dass es Johannes bald wieder besser gehen würde. Aber dem war nicht so. Johannes Friedemann trug von diesem schweren Unfall an, sein ganzes Leben eine körperliche Behinderung davon. Diese
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Behinderung war wohl auch für sein seltsames Aussehen verantwortlich.
,,Er war nicht schön, der kleine Johannes, und wie er so mit seiner spitzen und hohen Brust, seinem weit ausladenden Rücken und seinen viel zu langen, mageren Armen auf dem Schemel hockte und mit einem behenden Eifer seine Nüsse knackte, bot er einen höchst seltsamen Anblick." (Mann, ,,Der Kleine Herr Friedemann" S.11).
Mit sieben Jahren wird Johannes eingeschult. Seine neuen Schulkameraden verhalten sich ihm gegenüber immer sehr zurückhaltend. Deshalb, kommt es zwischen ihnen und Johannes nie zu einer richtigen Freundschaft. Der kleine Johannes isoliert sich sehr von den anderen und will auch nicht mit ihnen spielen oder andere Sachen unternehmen. ,,Johannes erhielt wohl ebenfalls von seinen Altersgenossen hie und da eine Einladung, aber er hatte nicht viel Freude an dem Verkehr mit ihnen. Er
vermochte an ihren Spielen nicht teilzunehmen, und da sie ihm gegenüber eine befangene Zurückhaltung immer bewahrten, so konnte es zu einer Kameradschaft nicht kommen." (ebd. S.13). Diese Isolierung wächst in der Pubertät. Mit 16 Jahren verliebt er sich in die Schwester einer seiner Klassenkameraden. In ihrer Nähe empfand er immer eine seltsame Beklommenheit. An einem Sommernachmittag sieht er genau dieses Mädchen wie sie einen anderen Jungen küsst.
Dies traf ihn sehr hart und er schwört sich: ,,Ich will mich nie wider um dies alles bekümmern. Den
bin fertig damit. Es ist für mich abgetan. Nie wieder." (ebd. S.15). Mit 17 Jahren verlässt er die Schule, um in einem kleinen Holzgeschäft als Lehrling anzufangen. 4 Jahre später stirbt seine Mutter, er ist sehr traurig, jedoch pflegt er ihn mit vielen Kindheitserlebnissen. Er lebt in seiner eigenen Welt, mit Dingen die für ihn erreichbar waren. Johannes Friedemann genießt die Blumen, Vogelgesang, Spaziergänge, genießt gute Bücher und Musik, doch vor allem liebt er das Theater- ,,man könnte beinahe sagen, daß er ein Epikuräer
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war." (ebd. S.18). An seinem 30. Geburtstag kann er sich über gute Lebensumstände
freuen. Er ist nicht arm, hat sein eigenes kleines Geschäft, und er blickt mit Zuversicht in die Zukunft. "Im Juli desselben Jahres ereignete sich jener Wechsel in der Bezirkskommandantur, der alle Welt in Erregung versetzte." (ebd. S.24). Der alte und beliebte Oberstleutnant 3) wurde mit einem Neuen aus der Hauptstadt getauscht. Gerda von Rinnlingen, die Frau des neuen Oberstleutnants, sorgt für Klatsch und Tratsch in der ganzen Stadt. Als der kleine Herr Friedemann sie das erstemal auf der Straße antrifft ist er sehr beeindruckt und angetan von ihr. Jedoch, als Familie von Rinnlingen einen Besuch im Hause der Friedemanns machen, geht er einer weiteren Begegnung mit Gerda aus dem Weg. Er dachte wohl an seinen Schwur den er sich mit 16 Jahren gegeben hatte. ,,Am folgenden Abend gab man im Stadttheater den Lohengrin, und alle gebildeten Leute waren anwesend." (ebd. S.34). Er hat im Theater seinen Stammplatz und direkt neben ihn sitzt bei dieser Aufführung Gerda von Rinnlingen. Johannes Friedemann merkt wie sie ihn anguckt. Er gerät in leicht Panik, er war bleich und hatte Schweißperlen auf der Stirn. Doch er kann dieses Gefühl, welches er vor 14 Jahren schon einmal hatte, nicht ertragen und geht nach der ersten Pause. ,,Wovor ängstigte er sich? War nicht alles so wie sonst? Zugegeben, dass es gestern ein schlimmer Anfall war; nun, aber damit sollte es ein Ende haben!" (ebd. S.44-45). Am nächsten Morgen ist ein Gegenbesuch von Familie Friedemann geplant, doch Johannes lehnt aus Furcht vor einer Begegnung mit Gerda ab.
Aber er kann er der Versuchung nicht widerstehen und entscheidet sich doch noch nach zu gehen. Er
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ist sehr aufgeregt und angespannt als er bei von Rinnlingens ist. Johannes unterhält sich mit Gerda und später auch mit Herr von Rinnlingen.
Zum Schluss erhält er noch eine Einladung zu einer kleinen Feier bei ihnen, welche er auch dankend annimmt. Danach macht er noch einen kleinen Spaziergang durch den Park. Der kleine Herr Friedemann nimmt auf einer Bank platz. Er denkt über sein Leben nach und versinkt in Gedanken. Johannes weiß, dass seine Liebe zu Gerda von Rinnlingen ihn zugrunde richten wird. Auf der Feier sind etwa 30 Personen anwesend, alles Leute die wie Friedemanns zu den ersten Kreisen der Stadt gehören. Am Abend gehen Johannes und Gerda gemeinsam in den großen Garten um sich zu unterhalten. Sie setzen sich auf eine Bank am Flussufer. Gerda spricht ihn auf seine Behinderung an. Friedemann ist überrascht, beantwortet jedoch all ihre Fragen. Er muss allerdings feststellen, dass alles was er als Lebensglück empfindet, die Natur, seine Violine, das Theater, dass alles nur Lüge und Einbildung ist. Danach will er ihr seine Liebe gestehen, doch sie demütigt ihn mit einem kurzen, stolzen Lachen stößt sie ihn zu Boden und verschwindet im Garten. Der kleine Herr Friedemann war wütend, gedemütigt und hatte einen Ekel vor sich selbst. "Auf dem Bauche schob er sich noch weiter vorwärts , erhob den Oberkörper und ließ ihn ins Wasser
fallen. Er hob den Kopf nicht wieder; nicht einmal die Beine, die am Ufer lagen bewegten sich mehr." (ebd. S.76).
Der kleine Herr Friedemann scheitert vorallem an seiner Behinderung, welche seine Mitbürger nicht wirklich tollerieren sondern gegenüber ihn eine gewisse Zurückhaltung bewahren. Herr Friedemann ist
unmotiviert und ein wenig feige. Sachen die er scheinbar nicht erledigen kann, probiert er erst gar nicht sonder tut sie zu den Dingen ab die nur anderen Spaß machen. So ist es auch mit der Liebe, nur weil er einmal von einem Mädchen verletzt wurde, gibt er sofort auf und schwört, sich nie wieder zu verlieben. So ist er sein ganzes Leben einsam und redet sich, dass Natur, Musik oder Theater dies alles ersetzen kann. Doch dann verliebt er sich in Gerda von Rinnlingen. Er nimmt seinen ganzen Mut zusammen und spricht sie darauf an. Gerda von Rinnlingen macht ihn aber ohne Rücksicht klar, dass sein ganzes Leben nur Einbildung war. Danach sieht der feige Herr Friedmann nur noch eine Lösung- Selbstmord.
Fachworterklärungen.
1) Volontär -- Ein Arbeiter der, häufig ohne Bezahlung, in einem Betrieb arbeitet um sich zusätzliche Berufspraxis anzueignen (vergleichbar mit einem Praktikanten). 2) Epikuräer -- Ein Epikureer ist Mensch der alles im Leben genießt (,,Genussmensch"). 3) Oberstleutnant -- militärischer Dienstgrad in der Dienstgradgruppe der Stabsoffiziere
Literaturverzeichnis
Das Buch: Mann, Thomas: ,,Der Kleine Herr Friedemann". Deutschland, erschienen im S. Fischer Verlag 1997 2. Auflage, © 1966, 1967 Katja Mann
Die Hilfe: Biographie: ,,Bertelsmann Universal Lexikon". Gütersloh, 1997 Seite 543
Hausarbeiten.de - Thomas Mann: Der Kleine Herr Friedemann
http://www.ciw.uni-karlsruhe.de/tmg/tmpage.html http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/MannThomas http://www.eko-online.net/deutsch/thomasmann.phtml Bilder:
http://www.divide.de/kleiherr.html http://www.weltchronik.de/dch/dch_3833.htm
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Arbeit zitieren:
Florian Lange, 2001, Mann, Thomas - Der Kleine Herr Friedemann, München, GRIN Verlag GmbH
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