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im Fach
Kommunikationswissenschaft
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Projektveranstaltung: 065062 Film: Geschichte, Theorien, A- nalyse I
Vorgelegt von: Oliver Kreft
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(LQOHLWXQJ Im Rahmen dieser Arbeit werden die Auswirkungen des Terroranschlages vom 11. September auf das Hollywoodkino untersucht. Der folgenden Un- tersuchung liegen dabei zwei verschiedene Fragen zugrunde: Zum einen wird der Fragestellung nachgegangen, inwieweit filmische Fiktion die geis- tige Urheberschaft für verheerende Terror- und Gewaltanschläge trägt. Zum anderen wird herausgearbeitet, ob sich durch das Flugzeugattentat auf das World Trade Center (WTC), Veränderungen bezogen auf das Selbstverständnis Hollywoods und die Machart der Filme im Sinne einer Zäsur ergeben haben.
Im zweiten Kapitel geht es um eine grundlegende Typisierung des Genres des Katastrophenfilms. Es werden die Bezugspunkte des Katastrophen- films dargestellt und die charakteristischen Merkmale des Genres aufge- zeigt. Im Anschluss daran wird demonstriert, welche Kriterien es sind, die die Faszination des Katastrophenfilms für das Publikum bewirken.
Im dritten Kapitel dieser Arbeit wird vor dem Hintergrund des theoreti- schen Basiswissens um den Katastrophenfilm dargelegt, inwieweit mögli- cherweise fiktive Katastrophenszenarien im Film dem realen Terror als Vorbild dienen. Der Anschlag auf das WTC, der einer filmischen Inszenie- rung eines gigantischen Katastrophenfilmes gleichkam, lässt derartige Rückschlüsse zu.
Das vierte Kapitel setzt sich mit der Schockwirkung der Ereignisse vom
11. September auseinander und stellt sich der Frage, inwieweit sich das
Kino nach diesen Attentaten dauerhaft verändern wird. Zum einen werden die unmittelbaren Konsequenzen der Anschläge auf Hollywood darge- stellt, und zum anderen werden die langfristigen Auswirkungen auf das Filmgeschäft angesprochen.
Abschließend wird zusammenfassend dargestellt welche Auswirkung auf das Hollywoodkino zu erwarten sind.
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Kaum ein anderes Genre erlaubt es Einbrüche in die „heile Welt“ derge- stalt kontrastiert darzustellen, wie der Katastrophenfilm (Vgl. Seeßlen, Georg 2001: 24). Das Bild der Katastrophe präsentiert sich dabei in stän- dig veränderter Darstellungsweise, so dass man in diesem Zusammen- hang von einer permanenten Transformation des Genres sprechen kann. (Vgl. Seeßlen, Georg 2001: 22) Doch so differenziert und scheinbar von- einander losgelöst sich die Katastrophenphantasien in ihrer äußeren Er- scheinung auch dem Publikum darstellen, so gilt es dennoch festzuhalten, dass sie in ihrem inneren Wesen in wesentlichen Aspekten miteinander verknüpft sind. „Und so unterschiedlich sich diese cineastischen Katastro- phenphantasien auch zeigen mögen, sie sind verbunden miteinander durch eine innere Dramaturgie, in der eine sehr reale, sehr materielle Furcht sich auflöst in einem biblischen Gleichnis oder einer melodramati- schen Metapher. Gewonnen werden kann, wenn nicht das Leben, so doch das Symbol. Oder umgekehrt.“ (Seeßlen, Georg 2001: 18) Was schafft aber tatsächlich die Voraussetzungen für den Facettenreich- tum des Genres des Katastrophenfilms?
Zum einen ist die Vielgestaltigkeit des Genres sicherlich auf die grenzen- lose Kontingenz beim Produzieren des Mediums Film zurückzuführen. Dadurch ergibt sich eine unbegrenzte Vielfalt an Wirklichkeitskonstruktio- nen. Zum anderen stellen sich Katastrophenfilme aber auch immer zu ei- nem gewissen Teil angepasst an die Zeit, in der sie produziert werden, dar und orientieren sich offenkundig an Schlagzeilen. Würde man den Agenda-Setting-Approach von Mc Combs und Shaw (Vgl. Merten, Klaus 1999: 365) auf das Medium Film anwenden, so ließe sich etwa feststellen, dass bestimmte Themen der Agenda im Katastrophenfilm verarbeitet werden. So lässt sich etwa der Einfluss des Terroranschlages einer paläs- tinensischen Terrorgruppe bei den olympischen Spielen von 1974 auf eine Produktion von John Frankenheimer erkennen. „Ins neue Bild der Katast- rophe passte auch die Konstruktion des terroristischen Anschlags. BLACK
SUNDAY ([...] 1976) entwickelte das realistische Szenario eines solchen Anschlags durch palästinensische Terroristen auf ein Football-Stadion während des Superbowl-Endspiels.“ (Seeßlen, Georg 2001: 24) Nicht zuletzt durch die Art und Weise, in der im Genre des Katastrophen- films aktuelle Geschehnisse aufgegriffen und verarbeitet werden, werden gesellschaftliche Missstände aufgedeckt und dem Menschen Grenzen aufgezeigt. „Enthüllt wird [...] dreierlei: die Schwäche eines kulturellen und technischen Systems (das immer perfekter und vollendeter wird), die wah- re Bosheit eines Feindes [...]; die Ohnmacht des Menschen gegenüber der unendlichen Natur, dem Schicksal oder einer so oder so beschaffenen Gottheit.“ (Seeßlen, Georg 2001: 26) Es wird darüber hinaus aufgedeckt, dass uns das System als Ganzes nicht mehr vor Katastrophen schützen kann. Der Katastrophenfilm wirft demzufolge die Frage auf, inwieweit Ver- trauen in den Staat, die gesellschaftlichen Institutionen und die politischen Machtapparate überhaupt noch gerechtfertigt ist. (Seeßlen, Georg 2001: 27)
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Wie im vorangegangenen Kapitel gezeigt wurde, hat der Katastrophenfilm gegenwärtig neben seinem Anspruch zu unterhalten, eine Art Kritikfunkti- on und ist als investigativ einzustufen. In der Vergangenheit hat sich das Genre des Katastrophenfilms dagegen vollkommen anders dargestellt, was auf die gänzlich anderen Bezugspunkte zurückzuführen ist. Am Anfang wurde die Vorzeit oder das Mythische thematisiert, was sich an Filmen wie CABIRIA (1914) oder INTOLERANCE (1916) zeigt. (Vgl. Seeßlen, Georg 11/2001: 18) Eine Verknüpfung von mythischer Katastrophe und alltäglicher Wirklich- keit präsentiert sich dann erstmals im Film KING KONG (1933). Dieser Film war Vorbild für spätere Produktionen wie Panik in New York (1953), GODZILLA (1959) UND GORGO (1959). (Vgl. Seeßlen, Georg 11/2001:20)
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Oliver Kreft, 2002, Katastrophenfilm und Hollywood nach dem 11. September, Munich, GRIN Publishing GmbH
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