- Erst mit der Erfindung des Leukoplast durch Paul Beiersdorf 1892 stand jedoch ein Verbandmaterial zur Verfügung, das den New Yorker Chirurgen Gibney zur Entwicklung eines dann nach diesem benannten "Funktionellen Verbandes" zur gezielten Immobilisation verletzter Gelenke veranlaßte. Geschichte: (Eder/Pfützner, 1996)
- Schon die alten Ägypter und Griechen kannten die Technik zur Versorgung von Verletzungen des Bewegungsapparates mittels elastischer und unelastischer Verbandmaterialien - Sie benutzten harzgetränkte und klebende Leinwandstreifen - Es gibt heute ein breites Angebot hochentwickelter moderner Verbandstoffe Hans-Jürgen Montag (Physiotherapeut): (Brannasch, 1997) - Pionier des Tapings in Deutschland - Das Taping wurde aus den USA importiert
- Montag berichtet: „Aufgrund des starren Materials bietet kein anderer Verband bei sportlichen Aktivitäten eine derart hohe Stabilität und damit sicheren Verletzungsschutz wie der Tape-Verband.“ - 1964 beobachtet Montags Kollege Hermann Lohfink das Benutzen von Tape bei der Football-Nationalmannschaft der in Wiesbaden stationierten US-Truppen (damals unelastische Pflasterstreifen, mit denen sich die Sportler vor jedem Spiel die Gelenke bandagierten)
- Montag ist der sportphysiologische Betreuer der Fußball-Nationalmannschaft. Er genießt einen sehr guten Ruf als ein Taping-Experte Funktionelles und eigenes Tapen: (Brannasch, 1997) - Bisher war Tapen in Eigenarbeit recht schwer
- Eine erstklassige Betreuung durch Ärzte und Physiotherapeuten war bisher nur für Spitzensportler gegeben, da erst eine auf die Sportart und die Art der Verletzung zugeschnittene Technik wirkungsvoll ist
- Gutes Taping muß gelernt und geübt werden
- Seit Mitte der neunziger Jahre gibt es neben dem Tape-Verband jetzt auch Fertig-Tapes, die leicht und ohne Vorübung angelegt werden können (Beiersdorf: Leuko) - vorgefertigter Verband aus Baumwollgewebe und eine Zinkoxyd-Kautschuk-Klebemasse Geschichte: (Spiridon e.V. Frankfurt, 2002) - Früher: Gips und Schiene, heute: Tape-Verband (bequeme Hilfe)
Der Zweck des Tapings: (Kennedy/Berry, 1993)
- TapeVerband oder elastischer Verband zur Reduzierung von Schwellungen - Erste Hilfe: Stabilisation und Wundauflage
- Tape-Verbände unterstützen die Heilung, indem sie schützen, ohne das Gelenk völlig zu immobilisieren
- Tape-Verbände unterstützen das Rehabilitatonsprogramm und tragen dazu bei, daß wieder früher mit dem Training begonnen werden kann Zweck des Tapings: (Brannasch, 1997) - Vorbeugung bei Verletzungen - gefährdete Finger bei Volleyball
- Stabilisierung bei Verletzungen (Ist es gut, „verletzt“ Sport zu treiben? „Wie“ verletzt darf man sein?) - um überhaupt wieder Sport treiben zu können (Hobby)
- um schneller wieder ins Training zurückzukommen (Verein, professionell bezahlter Sport, Geld mit Sport verdienen, sonst Verdienstausfall)
- um an wichtigen Wettkämpfen, bzw. Prüfungen teilnehmen zu können
Zweck: (Ärzte-Forum „Care For Life“, 1997)
- Aufgabe funktioneller Verbände ist der Schutz von Gelenken vor weiterer Schädigung und vor hohen Belastungen. Dazu ist keine komplette Ruhigstellung notwendig, sondern nur eine Einschränkung in gewissen Bewegungsebenen. Die benötigte Funktion des Bewegungsapparates bleibt erhalten, gleichzeitig wird eine Entlastung erzielt.
- Tapeverbände dienen als stützende oder unterstützende Verbände in Prophylaxe und Therapie von Muskel-, Sehnen- und Kapsel-Band-Verletzungen.
- Einerseits helfen sie bei der Vermeidung von Gelenkverletzungen bei sportartspezifischen Risiken oder bei Hypermobilität. Andererseits stellen Tapeverbände ein bewährtes Mittel zur Wiedererlangung der Mobilität nach Verletzungen dar. Hier erleichtern sie Bewegungsabläufe indem sie die Beweglichkeit von Gelenken soweit einschränken, daß ein gezielter und schmerzfreier Bewegungsablauf möglich ist.
- Ebenso können auch Muskeln entlastet werden, damit es bei Beanspruchung nicht wieder zu Zerrungen oder Überdehnungen kommt.
- Zusätzlich zu den stützenden und entlastenden Wirkungen haben Tapeverbände auch eine fördernde Wirkung auf den Heilungsprozeß: Tapeverbände führen ständig zu Zug- und Druckbelastungen oberflächlicher und tieferliegender Muskelpartien. Dadurch werden Anspannung und Durchblutung dieser Muskelpartien erhöht, die Heilung wird beschleunigt, der Muskelabbau vermieden. Die Muskelpumpe kann weiterhin für den Abtransport von Stoffwechselprodukten durch Venen und Lymphgefäße sorgen. In den Gelenken wird das Knorpelgewebe durch die weiterhin mögliche Be- und Entlastung in seiner Funktion erhalten.
- Taping stellt heute eine seit vielen Jahren bewährte und durch zahlreiche Untersuchungen belegte Versorgungsmethode zur Prophylaxe und Therapie von Verletzungen, Krankheiten und Veränderungen am Bewegungsapparat dar. Es stützt, schützt und entlastet eine Funktionseinheit, stellt aber keinen Ersatz für eine totale Immobilisation dar, sondern ist vielmehr durch eine gezielte Ruhigstellung nur der verletzten Struktur indiziert bei allen Verletzungen oder Veränderungen, die nicht der völligen Immobilisierung bedürfen. Zweck: (Kent, Sportmedizinisches Lexikon, 1998)
- Unterstützung von Gelenken ohne Funktionseinschränkung - Präventive Nutzung zur Verbesserung der Gelenkstabilität bzw. Reduktion der Verletzungsgefährdung Zweck: (Eder/Pfützner, 1996)
- Funktioneller Verband: Schutz des Gelenks vor weiterer Schädigung und Vermeidung extremer Belastung
Anwendung: (Ärzte-Forum „Care For Life“, 1997)
- Therapie bei Muskel-, Sehnen- und Kapsel-Band-Verletzungen
- Heute liegt die Bedeutung dieser Verbände vor allem in zwei Anwendungsbereichen: Der Verletzungsprophylaxe und der -therapie. Bei der Prophylaxe steht besonders der Schutz einer vorgeschädigten oder insuffizienten Struktur im Vordergrund, beim Einsatz in der Therapie und Rehabilitation die möglichst schnelle Wiederaufnahme des Trainings nach der Verletzung. Für diese funktionellen Verbände hat sich in der Praxis der Begriff "Taping" eingebürgert. - Kompressionsverband (Kniegelenk) - Achillessehnenverband
- Klassischer Steigbügelverband (leichte Sprunggelenksläsion) - Klassisches Sprunggelenktape (schwere Distorsion) - Ellenbogenverband - Verband zur Ruhigstellung des Handgelenkes - Verband des Daumengelenkes
- Hüftverband
- Gelenkübergreifender Verband bei Läsion der Oberschenkelbeugemuskulatur - Oberschenkelverband bei Irritation der Quadrizepsmuskulatur - Verband der Patella(sub)luxation - Komprimierender Kniegelenksverband
- Knieverband bei Kollateral-Band-Verletzungen und Meniskusschäden - Einfacher Unterschenkelentlastungsverband bei muskulären Beschwerden und lokaler Thrombophlebitis
- Elastischer Wadenverband zur Entlastung der Wadenmuskulatur - Klassischer Steigbügelverband bei leichteren Sprunggelenksläsioen Verwendung: (Ärzte-Forum „Care For Life“, 1997)
- Die Haupteinsatzgebiete von Tapeverbänden sind Sportmedizin und Rehabilitation. Nach schweren Gelenkverletzungen kann frühzeitig ein Bewegungstraining eingeleitet werden. Auf diese Weise wird der bei kompletter Immobilisation häufige Muskelschwund vermieden, Arbeit bzw. Training können früher wiederaufgenommen werden.
- Tapeverbände finden im Bereich der Rehabilitation und Sportmedizin breite Anwendung. Beispiele für konkrete Anwendungen finden Sie in unserem praktischen Teil. Gewisse Verletzungen dürfen allerdings nicht mit einem Tapeverband behandelt werden, sondern bedürfen der kompletten Ruhigstellung.
- Generell gilt, daß Tapeverbände erst nach kompletter diagnostischer Abklärung angelegt werden dürfen. Anwendung: (Eder/Pfützner, 1996)
- Das Gelenk wird nicht komplett ruhiggestellt, sondern nur in bestimmten Bewegungsebenen beeinflußt
- gleichzeitige Beibehaltung der benötigten Funktion und Entlastung des Bewegungsapparates - vielfältiges Einsatzgebiet mit dem Schwerpunkt in der Sportmedizin und der Rehabilitation - nach schweren Gelenkverletzungen kann frühzeitig ein Bewegungstraining eingeleitet werden - Vermeidung einer kompletten Ruhigstellung. Diese führt oft zu Muskelschwund, erneuten Verletzungen und damit verbundenen langen Arbeits- und Trainingsausfällen Anwendung: (Eder/Pfützner, 1996)
- Stützende oder unterstützender Verband, der schützen und stabilisieren soll - Nach Verletzungen und bei Wiederaufnahme des Trainings bzw. bei Fortsetzung der Wettkampftätigkeit wird ein Tape-Verband zur Unterstützung des Bewegungsablaufs eingesetzt die Gelenke werden in ihrer Beweglichkeit reduziert, daß ihr gezielter Einsatz weitgehend schmerzfrei ist
- Die Muskeln können so entlastet werden, daß sie bei Beanspruchung nicht wieder zu einer Zerrung oder Überdehnung neigen
Anwendung: (Rost, Lehrbuch der Sportmedizin, 2001)
- Nach Sportverletzungen ist es oft erforderlich, die verletzte Struktur für einen gewissen Zeitraum ruhigzustellen bzw. zu entlasten. Nach dem Ausheilen der Verletzung ist diese oft noch nicht so stabil, daß die sportliche Betätigung ohne Risiko wieder aufgenommen werden kann.
Taping als Vorbeugung (Verletzungs-Prophylaxe): (Kennedy/Berry, 1993)
- prophylaktisches Training in Kombination mit geeignetem Kraft- und Koordinationstraining reduziert das Ausmaß der Verletzung
Arbeit zitieren:
Christian Hansmeyer, 2002, Taping: Die Bedeutung des Tape-Verbands im Sport, München, GRIN Verlag GmbH
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Ergänzung Tape-Hersteller und FAchliteratur.
Hinweis zu den Herstellern von Tapes:
Der Marktführer ist Leukotape, Hersteller: BSN medical, Hamburg
(nicht mehr Beiersdorf seit 2002)
Hinweis zur verwendeten Literatur:
Es fehlt das Standardwerk von Hans Jürgen Montag und Peter D. Asmussen , Taping-Seminar aus dem Spitta-Verlag Balingen, Preis ca. 39 Euro
am Thursday, November 24, 2005-