Gliederung/Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 3
2. Allgemeine Erläuterungen 3
2.1 Der Ablauf des Seminars 4
2.2 Die soziale Problemlage 4
3. Das pädagogische Konzept 6
3.1 Die Didaktik - die Frage nach dem WAS und WOHIN?
3.1.1 Die Zielgruppe 6
3.1.2 Der Anlass für die Durchführung des Seminars 7
3.1.3 Die Ziele des Seminars 8
3.1.4 Pädagogische Inhalte 9
3.1.5 Pädagogische Inhalte für die Erwachsenen 10
3.1.6 Pädagogische Inhalte für die gesamte Familie 12
3.2 Die Methodik - die Frage nach dem WIE?
3.2.1 “Vorne weg 12
3.2.2 Methodische Grundlagen 13
3.2.3 Methoden der Erwachsenen-Gruppenstunden 14
3.2.4 Methoden der Familien-Gruppenstunden 15
3.2.5 Sonstiges 16
4. Abschließend 16
5. Literaturverzeichnis 18
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1. Einleitung
In dieser Studienarbeit möchte ich Auszüge des Pädagogischen Konzeptes des ”Familienseminars für evangelische Strafgefangene aus bayerischen Vollzugsanstalten und deren Angehörige” darstellen. Eine komplette Darstellung aller pädagogischen Hintergründe und Überlegungen ist in dieser Studienarbeit leider nicht möglich, da es den vorgegebenen Rahmen sprengen würde.
Einführend möchte ich unter Punkt 2 “Allgemeine Erläuterungen” kurz auf den Träger, die Zusammenstellung des Seminar-Teams sowie die soziale Problemlage und den Anlass für die Durchführung des Seminars eingehen, bevor ich mich dem pädagogischen Konzept widmen werde. Ic h denke, dass dies für ein besseres Verständnis des pädagogischen Konzeptes sinnvoll ist.
Bei der Ausführung des pädagogischen Konzeptes möchte ich mich an die vier Grundelemente “Didaktik”, “Methodik”, “Pädagogische Beziehung” und “Menschenbild” halten, um so einen roten Faden für das Konzept zu bekommen. Allerdings habe ich mich speziell auf die Elemente “Didaktik” und “Methodik” beschränkt, da sich eine Ausführung aller vier Elemente für die Rahmenbedingungen dieser Studienarbeit als zu umfangreich herausgestellt hat.
2. Allgemeine Erläuterungen
Das Seminar gibt es seit 1979, 18 Jahre lang wurde es vom Diakonischen Werk Bayern betreut. Seit 1997 hat die Rechtsträgerschaft die Stadtmission Nürnberg e. V. und damit wurde der Arbeitskreis Resozialisierung (Reso-Kreis) für die Durchführung des Seminars verant-wortlich. Der Reso-Kreis, mit hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern unter der Hauptabteilung ”Gefährdetenhilfe” bei der Stadtmission eingegliedert, ist eine Einrichtung der ambulanten freien Straffälligenhilfe. Beim Reso-Kreis habe ich mein Jahresprak-tikum absolviert. Auf diese Weise bin ich zur Teilnahme an diesem Seminar gekommen. Meine Teilnahme hat sich über das Jahrespraktikum hinaus fortgesetzt, ich habe bereits drei Mal im Team des Seminars mitgearbeitet. Das Team, das mit der Durchführung des Seminars betraut ist, besteht aus dem Leiter der Maßnahme, weiteren SozialpädagogInnen, ErzieherInnen, SozialpädagogInnen in Ausbildung, PraktikantInnen der Fachakademie für Erziehung sowie einem Pfarrer aus einer bayerischen Justizvollzugsanstalt (JVA). Das Team wird jedes Jahr neu zusammengestellt, so dass immer wieder Mitarbeiter aus den verschiedensten privaten oder beruflichen Gründen herausfallen und dafür neue hinzukommen.
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Diese Mischung aus erfahrenen und neuen Mitarbeitern hat sich bisher als außerordentlich vorteilhaft erwiesen, da es dem Seminar einerseits eine gewisse Stabilität gibt und andererseits immer wieder für frischen Wind sorgt.
Das Seminar-Großteam teilt sich zur Arbeit mit den Familien in drei Klein-Teams, bestehend aus zwei Erwachsenen-TeamerInnen und - je nach Alter der Kinder - zwei oder drei Kinder-TeamerInnen. Bei den Erwachsenen-TeamerInnen wird immer darauf geachtet, dass das Team aus einem Mann und einer Frau besteht. In der Arbeit mit den Eltern sollte immer für beide Ehepartner ein Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Die Erfahrung zeigt, dass estrotz aller Gleichberechtigung und Emanzipation - Themen gibt, die eine Frau lieber mit einer Frau und ein Mann lieber mit einem Mann besprechen möchte. Auch im Hinblick auf die Gruppenarbeit ist es wichtig, dass im Team beide Geschlechter vertreten sind.
2.1 Der Ablauf des Seminars
Das Seminar besteht aus zwei Teilen, einem Vortreffen und einem Haupttreffen. Das Vortreffen dauert zwei Tage - von Freitagmittag bis Sonntagmittag - und findet vier bis sechs Wochen vor dem Haupttreffen statt. Der Tagesablauf des Vortreffens ist ebenso strukturiert wie das Haupttreffen: Jeder Tag beginnt nach dem Frühstück mit einer Morgenrunde, an der komplett alle Familien, TeamerInnen und die Seminar-Leitung teilnehmen. Anschließend wird in den Gruppen gearbeitet. Es gibt drei Gruppen á fünf Familien. Insgesamt können 15 Familien an dem Seminar teilnehmen. Vormittags wird innerhalb der Gruppen nochmals mit Eltern und Kindern getrennt gearbeitet. Vormittags gibt es also sechs Gruppen: Drei Erwachsenen-Gruppen und drei Kinder-Gruppen. Die Zeit nach dem Mittagessen bis nach dem Kaffeetrinken steht den Familien zur freien Verfügung. Anschließend finden sich die Erwachsenen und Kinder innerhalb der Gruppen wieder zu Familien zusammen und es wird in den drei Familien-Gruppen zusammen mit den jeweiligen Betreuer-Teams gearbeitet. Nach dem Abendessen gibt es zum Abschluss des Seminartages eine gemeinsame Abend-runde, an der nochmals alle Familien, TeamerInnen und die Seminar-Leitung teilnehmen. Der Rest des Abends steht wieder zur freien Verfügung. Es gibt ein offenes Angebot, wie Gute-Nacht-Geschichten, Tanzen, Puppentheater, Hallenbadbesuche und was dem jeweiligen Seminar-Team sonst noch alles einfällt. An einigen Nachmittagen sind auch Aktivitäten mit allen Familien und TeamerInnen gemeinsam geplant bzw. stehen auch einige Nachmittage zur freien Verfügung.
2.2 Die soziale Problemlage
Die Beschreibung der sozialen Problemlage beantwortet eigentlich die Frage nach dem WARUM und würde damit wohl Teil des “Menschenbildes eines pädagogischen Konzeptes”
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sein. Das Menschenbild habe ich aber, wie in der Einleitung bereits erwähnt, aus dieser Studienarbeit ausgeschlossen. Um Didaktik und Methodik besser zu verstehen, ist es meiner Meinung nach aber wichtig, vorher einen Einblick in die soziale Problemlage des Klientels zu bekommen. Deshalb also folgende Darstellung:
Droht einem Familienmitglied eine Haftstrafe, so bedeutet das nicht nur das Einsitzen in einer JVA für den Straffälligen, sondern es handelt sich um einen dramatischen, tiefgreifenden Einschnitt für die gesamte Familie. Alle Familienmitglieder werden automatisch in Mitleidenschaft gezogen, egal, ob sie für die Situation mitverantwortlich sind oder nicht. Es ändert sich innerhalb weniger Tage - oft innerhalb weniger Stunden - die komplette Lebenssituation aller Beteiligten. Da bei unseren TN bisher immer der Mann die inhaftierte Person war, möchte ich diese sich ergebende Situation exemplarisch darstellen: Vom Moment der Inhaftierung an, lebt der Mann vom Rest der Familie abgetrennt, völlig isoliert von allen bisherigen Sozialkontakten, in einer totalen Institution - das heißt, alle Handlungen und Schritte werden ihm vorgegeben - mit vielen Subkulturen auf engstem Raum. Er muss sich mit dem Verlust der Selbstbestimmung und Gefühlen des Ausgeliefertseins und der Abhängigkeit aus-einandersetzen. Dazu kommt, dass er, der vor seiner Inhaftierung meist der Ernährer der Familie war, derjenige, der die Fäden in der Hand hielt, sich jetzt völlig hilflos fühlt. Von seiner Frau und den Kindern bekommt er plötzlich nur noch mit, was sie ihm schreiben oder ihm bei ihrem einmaligen JVA-Besuch pro Monat erzählen (in den verschiedenen JVAs sind die Besuchszeiten unterschiedlich geregelt, meist ist jedoch eine Stunde im Monat erlaubt). Weder kann er seiner Familie bei auftretenden Problemen - von denen ihm vielleicht berichten wird - helfen, noch hat er seine Fantasie im Griff, die ihm in seiner Unwissenheit viele Streiche spielt!
Die Partnerin erlebt das Gegenteil: Meist unvermittelt, ohne etwas zu ahnen, steht sie von der einen auf die andere Minute als Ernährerin und Alleinverantwortliche der Familie da. Sie muss sich um die Finanzierung der Existenz, alle Belange des Haushalts und um die Er-ziehung der Kinder kümmern. Das Sozialamt und das Jugendamt werden oft zu neuen ständigen Begleitern. Alle auftretenden Probleme und misslichen Situationen muss sie alleine oder mit Hilfe von Freunden und Verwandten meistern. Wobei Freunde und Verwandte sich in dieser Situation häufig gerne zurückziehen! Besonders dann, wenn die Familie sich dazu entschlossen hat, auf den Inhaftierten zu warten und mit ihm nach seiner Entlassung weiter zusammen zu leben. Oft muss sie für sie völlig neue Aufgaben übernehmen und grund-legende Entscheidungen ohne ihren Mann treffen.
Was erleben die Kinder? Sie verlieren von heute auf morgen ihren Vater. Warum sie ihn verlieren wissen sie meist nicht, da sie es aufgrund ihres Alters oft noch gar nicht verstehen können oder die Wahrheit vor ihnen verschwiegen wird und sie es nur erahnen können. Es
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Anke Horndasch, 2001, Eine ausgewählte Darstellung des Pädagogischen Konzeptes des Familienseminars für evangelische Strafgefangene aus bayerischen Vollzugsanstalten und deren Angehörige, Munich, GRIN Publishing GmbH
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