Inhalt
1. Einleitung
2. Sachanalyse
3. Didaktische Analyse
4. Lernziele
5. Stundenplanung
5.1. Stunde 1
5.1.1. Unterrichtsentwurf zu Stunde 1
5.2. Stunde 2
5.2.1. Unterrichtsentwurf zu Stunde 2
5.3. Stunde 3
5.3.1. Unterrichtsentwurf zu Stunde 3
6. Anlagen
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1. Einleitung
In der folgenden Arbeit werde ich mich mit einer Unterrichtseinheit in einer neunten Klasse beschäftigen, an deren Ende die Schüler in der Lage sein sollen, den Anfang eines Textes dazu zu nutzen, eigene Texte zu verfassen. Diese Befähigung sollen sie am Ende der Unterrichtseinheit in Form einer Klassenarbeit unter Beweis stellen.
Die Klasse besteht aus 13 Mädchen und 15 Jungen, ist somit sehr groß und von der Anzahl der Jungen und Mädchen sehr homogen besetzt. Es befinden sich keine Schüler mit Sprachproblemen in Deutsch in dieser Klasse, so dass vor diesem Hintergrund bei der Unterrichtsplanung nicht differenziert werden muss.
Das Leistungsniveau der einzelnen Schüler der Klasse ist hoch, auch wenn es einige Schüler gibt, die in anderen Fächern besser sind als in Englisch. Diese sind von ihrer Leistung im unteren Durchschnitt anzusiedeln, so dass es praktisch keine Schüler gibt, die gravierende Probleme mit dem Fach haben.
Die Klasse ist motiviert, wobei es hier keinen Unterschied zwischen guten und weniger guten Schülern gibt. Die Schule befindet sich in einer ländlichen Gegend.
2. Sachanalyse
Die Sachanalyse beschäftigt sich mit dem Unterrichtsgegenstand selbst und soll den Lehrer durch die intensive Beschäftigung mit dem bevorstehenden Thema in die Lage versetzen, den Schülern möglichst einen Schritt voraus zu sein. Beim Grammatikunterricht, der beispielsweise das englische Passiv zum Thema hat, ist es notwendig, dass der Lehrer sich die Bildung und den Gebrauch noch einmal vor Augen führt, bevor er den Unterricht beginnt.
Vor dem Hintergrund des Unterrichtsgegenstandes der Produktion kreativer Texte fällt die Sachanalyse relativ kurz aus, da es hier, abgesehen von Rechtschreibung und Grammatik, kein falsch oder richtig gibt, und der Lehrer grundsätzlich in der Lage sein sollte, im Hin-
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blick auf Texte der Schüler diese beiden Bereiche des Englischen fehlerfrei zu beherrschen. Der Inhalt der Schülertexte kann nicht vor einem festen Erwartungshorizont korrigiert werden, da es sich um eine Form kreativen Schreibens handelt, bei der die Phantasie der Schüler der Maßstab ist. Lediglich der Stil stellt eine weitere Bewertungskomponente dar.
Sicher ist es notwendig, die Anfänge der Texte so zu gestalten, dass den Schülern die in ihnen benutzten Vokabeln geläufig sind, damit sie den Sinn des Textanfangs erfassen können. Darüber hinaus könnte es nötig sein, die in der neunten Klasse bereits bekannten Zeiten noch einmal zu wiederholen, um sicherzugehen, dass es den Schülern möglich ist, Zeitabläufe in ihrer Geschichte adäquat wiederzugeben. Ich gehe davon aus, dass der Klasse die für das Verfassen eine Textes benötigten Zeiten aufgrund einer vorangegangenen Wiederholungsstunde bekannt sind.
3. Didaktische Analyse
Die didaktische Analyse beschäftigt sich mit der Legitimation des Unterrichtsgegenstandes, hier also der Textproduktion durch die Schüler. Hierbei stellt man sich die Frage, warum Schüler dies beherrschen sollen.
Zunächst einmal ist es wichtig, in der Lage zu sein, nicht nur mündlich, sondern auch schriftlich zu kommunizieren, da die Rechtschreibung und Grammatik die Grundlage e iner jeden Sprache darstellen, und durch deren Beherrschung auch die mündliche Kommunikation verbessert werden kann.
Ein weiterer Punkt ist die Beschäftigung mit Texten. Ist man selbst in der Lage, Autor zu sein, eröffnen sich neue Horizonte bei der Betrachtung von Literatur. Wenn man bereits einmal selbst entschieden hat, wie man seinen eigenen Text strukturiert, welche Erzählperspektive man benutzt und wie Spannung erzeugt wird, schafft dies die Grundlage zum Verständnis literarischer Texte, da man sich in den Autor hineinversetzen kann.
Das letzte Argument, das ich hier nennen möchte, ist die Motivation der Schüler. Ich gehe davon aus, dass den meisten Schülern kreatives Schreiben bereits aus dem Deutschunter-
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richt bekannt ist, und dass es ihnen dort Freude bereitet hat, ihre eigenen Geschichten zu erzählen, da das eine Abwechslung vom normalen Schulalltag darstellt, in dem die Arbeiten der Schüler häufig von den Erwartungen des Lehrers gesteuert werden. Wird nun diese bereits bekannte Aufgabenstellung in den Englischunterricht übernommen, so ist eine p ositive Grundeinstellung von Seiten der Schüler zu erwarten.
Auch ist es wahrscheinlich keine vollständig neue Aufgabenstellung, Texte in Englisch zu verfassen, da das ja bereits jahrelang in Frage-Antwort-Situationen geübt worden ist. Das Neue besteht also lediglich darin, die eigene Kreativität für diese Aufgabe zu bemühen, was sicher aufgrund der bereits erwähnten Andersartigkeit dieser Aufgabenstellung zu der eben angesprochenen Motivation führt.
4. Lernziele
Lernziele lassen sich in ein Richtziel, Groblernziele und Feinlernziele u nterteilen, wobei das Richtziel das übergeordnete Ziel darstellt, dem sich die Grob- und Feinlernziele unter-ordnen. Es ist am wenigsten konkret und hat einen allgemeinen Charakter. Das Richtziel könnte hier also folgendermaßen formuliert werden: Die Schüler sollen in der Lage sein, die englische Sprache in ihrer schriftlichen Form zu beherrschen.
Das diesem untergeordnete Groblernziel könnte lauten: Die Schüler sollen in der Lage sein, eigene Texte mit einem vorgegebenen Anfang und Ende zu produzieren. Das führt wiederum zu Feinlernzielen, von denen es allerdings viele gibt, so dass das hier genannte lediglich als Beispiel zu sehen ist: Die Schüler sollen in der Lage sein, den englischen Satzbau zu beherrschen.
Ich werde bei der Planung der eigentlichen Stunden näher auf die Feinlernziele eingehen.
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5. Stundenplanung
Ich werde nun in den eigentlichen Gegenstand dieser Hausarbeit einsteigen, indem ich drei Stunden näher beschreibe, die schließlich zu einer Klassenarbeit führen sollen, mit der überprüft werden kann, ob das Erlernte auch angewendet werden kann.
6.1. Stunde 1
Diese Stunde soll die Einführung in das Thema darstellen. Hierzu wird ein Text aus dem Englischbuch der Schüler benutzt, der gewährleistet, dass das sprachliche Niveau der Schüler berücksichtigt wird. Der Text trägt den Titel „ The boy who predicted earthquakes“. Er handelt von dem 15-jährigen Herbert, der die Gabe besitzt, in die Zukunft zu sehen, und deswegen eine Fernsehshow hat, um die Bevölkerung an seinen Vorhersagen teilhaben zu lassen. Eines Tages jedoch will er seine Sendung nicht moderieren, da er das Ende der Welt vorhergesehen hat, was dem Leser allerdings erst am Ende des Textes bewusst werden wird.
Es ist bereits bekannt, dass das Groblernziel dieser Unterrichtseinheit das Verfassen e igenständiger Texte vor dem Hintergrund eines vorgegebenen Anfangs und Endes sein soll. Um nicht sofort mit dieser Methode zu beginnen, sondern die Schüler zunächst einmal langsam an Texte heranzuführen, bietet sich der folgende Weg an.
Ich beginne die Stunde mit einer fünfminütigen Aufwärmübung, die daraus besteht, aus drei vorgegebenen Wörtern eine kurze Geschichte zu verfassen. Diese Worte sind: end of the world, television und future. Sie stammen aus dem Themenbereich der in der Stunde zu bearbeitenden Geschichte und stellen somit eine Einführung dar.
Danach beginnt der eigentliche Unterricht mit einer Hörverständnisübung, wobei ich d en Schülern den Text von einer das Lehrbuch begleitenden Kassette vorspiele, worauf der Text in verteilten Rollen als quasi Theaterstück aufgenommen wurde. Dieser Einstieg weckt das Interesse der Schüler eher als die konventionelle Methode der sofortigen Textarbeit.
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Ich stoppe die Kassette an einer vorher festgelegten Stelle, um die Möglichkeit zu haben, die Schüler entscheiden zu lassen, wie die Geschichte endet. Nach dem Anhalten der Kassette stelle ich Fragen zum Text an die Schüler, um sicherzugehen, dass der Text soweit verstanden worden ist:
- Who are the main charakters?
- Why is Herbert special?
- Why is Read with Herbert?
- Where are they working?
- What is the show about?
- What kind of predictions does he make?
- Who is Gwendolyn Box?
- …
Dann lasse ich die Schüler den Text abschnittweise bis zu der Stelle lesen, an der ich die Kassette gestoppt habe, wobei nach jedem Absatz auf mögliche Verständnis- und Vokabelfragen eingegangen werden kann.
Die Hausaufgabe besteht dann darin, der bis hierhin bekannten Geschichte ein eigenes Ende hinzuzufügen. Da wie bereits erwähnt davon auszugehen ist, dass den Schülern das Prinzip des kreativen Schreibens bereits aus dem Deutschunterricht bekannt ist, sind keine genaueren Arbeitsanweisungen nötig.
Die Feinlernziele dieser Stunde könnten lauten: Die Schüler sollen in der Lage sein,
- einen Text mit drei vorgegebenen Wörtern selbständig zu verfassen
- diesen Text der Klasse vorzutragen
- einen ihnen unbekannten Text durch Anhören zu verstehen
- Fragen zu diesem nur gehörten Text zu beantworten
- möglichst fehlerfrei zu lesen
- den bis hierher bekannten Teil der Geschichte als Anfang für ihre zu Hause zu schreibende Geschichte zu verstehen.
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5.2. Stunde 2
Die nächste Stunde beginnt nach der obligatorischen Begrüßung mit einer Wiederholung des Inhalts des in der Stunde zuvor behandelten Textes, um sicherzugehen, dass alle Schüler auf dem Laufenden sind. Ich frage also die Schüler, ob sie den Text bis zu der von mir vorgegebenen Stelle noch einmal zusammenfassen können.
Das hat den Vorteil, dass ich erkenne, welche Schüler sich wirklich mit dem Text befasst haben. Außerdem bringen diese Schüler durch ihre Zusammenfassung diejenigen wieder auf den neuesten Stand, die sich nicht mit ihm beschäftigt haben.
Danach lasse ich zwei Hausaufgaben vorlesen, wobei die erste Satz für Satz korrigiert wird, um auch für die anderen Schüler auf mögliche Fehlerquellen hinzuweisen. Diese Methode ist jedoch nur bei einer Hausarbeit anzuwenden, da die Schüler dazu tendieren, nach einer vorgelesenen Hausaufgabe abzuschalten und nicht mehr zuzuhören. Deswegen wird die zweite Hausaufgabe von den Schülern in der Form korrigiert, dass sie bei jedem von ihnen erkannten Fehler ihres Mitschülers mit ihren Stiften auf den Tisch klopfen, um diesen auf seinen Fehler hinzuweisen.
Diese Methode hat den Vorteil, dass die Schüler zuhören müssen, da sie selbst in den Korrekturprozess einbezogen sind, und eben nicht einfach abschalten können, während der Lehrer Satz für Satz korrigiert. Nachdem dieser Korrekturprozess abgeschlossen ist, sammle ich noch vier Hefte ein, so dass zu Beginn der nächsten Stunde sechs Schüler Feedback zu der geleisteten Aufgabe erhalten haben.
Der nächste Programmpunkt ist das Zurückkehren zum Text „ The boy who predicted earthquakes“, indem nun das vom Autor gewählte Ende der Geschichte von den Schülern in der gleichen Form vorgelesen wird wie der Anfang der Geschichte in der Stunde zuvor.
Dieser Schritt gibt den Schülern Gelegenheit, ihr erdachtes mit dem richtigen Ende der Geschichte zu vergleichen, was zu einer vom Lehrer gelenkten Diskussion über die Geschichte führen soll, in der die Schüler ihre Meinungen über die Geschichte an sich, Menschen, die behaupten, sie könnten in die Zukunft sehen und die moralische Entscheidung Herberts, den Menschen nichts von dem bevorstehenden Weltuntergang mitzuteilen, zu äußern, was
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schließlich zur Hausaufgabe führt, in der sie das Szenario entwerfen sollen, das eingetreten wäre, wenn Herbert die Wahrheit gesagt hätte.
Die Feinlernziele dieser Stunde könnten lauten: Die Schüler sollen in der Lage sein,
- einen Text aus ihrer Erinnerung zusammenzufassen
- ihre Hausaufgabe vorzutragen
- mögliche Fehlerquellen erkennen
- Fehler zu realisieren, wenn sie sie hören
- möglichst fehlerfrei zu lesen
- ihre Meinung zu bestimmten Sachverhalten in Englisch auszudrücken
- den Text erneut als Auslöser für ihre Hausaufgabe zu erkennen
5.2.1. Unterrichtsentwurf zu Stunde 2
5.3. Stunde 3
Diese Stunde beginnt erneut mit der Begrüßung der Schüler, bevor wiederum zwei Hausarbeiten in derselben Form wie in der Stunde zuvor besprochen werden. Aufgrund der Fragestellung „ What would have happened if Herbert had told the truth” bietet diese Besprechung eine gute Grundlage, wenn nötig in Form einer Wiederholung, noch einmal auf die unterschiedliche Verwendung der Zeiten in den drei verschiedenen Typen von if-Sätzen einzugehen. Außerdem sammle ich erneut vier Hefte ein.
Nachdem die notwendige Besprechung der Hausaufgabe abgeschlossen ist, lege ich nach-einander drei Bildergeschichten in Form von drei Bildern aus dem Comicheft „Calvin und Hobbs“ auf den Tageslichtprojektor, wobei das mittlere Bild zunächst ausgelassen wird, um den Schülern die Möglichkeit zu geben, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen, i ndem sie mündlich erzählen, was zwischen dem ersten und dem dritten Bild passiert sein könnte.
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Nach den Antworten der Schüler l ege ich das zweite Bild auf den Projektor, um ihnen er-
neut eine Vergleichsmöglichkeit für ihre eigene Geschichte zu geben. Diese relativ kurze Übung eignet sich hervorragend zur Auflockerung des Unterrichts, da durch sie aus der i mmer wiederkehrenden Textarbeit ausgebrochen wird.
Da dies die letzte Stunde vor der Arbeit ist, muss allerdings auch diesmal geübt werden, eigene Geschichten aus einem vorgegebenen Anfang zu entwickeln, um zu einem ebenfalls vorgegebenen Ende zu gelangen. Aus diesem Grund habe ich mir einen Anfang und ein Ende überlegt, die genügend Spielraum für die Phantasie der Schüler bieten. Wichtig ist hierbei außerdem, Themen zu finden, die einen Bezug zur realen Lebenssituation der Schüler haben.
Der Anfang und das Ende lauten folgendermaßen:
I wanted to visit my girlfriend/boyfriend and it was already dark when I stepped out into the street. I didn´t know whether to take the long way along the road that was lit by dozens of streetlights or the shortcut through the dark park. I decided to take the shortcut …
… It was raining when I was woken up by cold water running down my face. I found myself lying in the mud under huge trees and walked back home.
- ihre Hausaufgabe vorzutragen
- mögliche Fehlerquellen zu erkennen
- Fehler zu realisieren, wenn sie sie hören
- ein Bild als Sprechanlass zu nehmen
- einen Text als Sprechanlass zu nehmen
- ihre Gedanken in Worte zu fassen
- sich angemessen auszudrücken
5.3.1. Unterrichtsentwurf
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Arbeit zitieren:
Oliver Buchholz, 2002, Planung einer Unterrichtseinheit, München, GRIN Verlag GmbH
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