- Versuch, Natur, die in wuchernden städtischen Ballungszentren zu verloren gehen droht, in Kunst und Alltag zurück zu bringen
- Zahllose Pflanzenmotive dominieren die ornamental Gestaltung
- Darstellung vieler Tiere
- ‚Natur als Vorbild’
- Geschwungene, fließende Linien im Vordergrund àz.B. Antonio Gaudi(Bauten erwecken Eindruck eines lebenden Organismus)
- Verwendung symbolischer Gestalten : von symbolträchtigen Tieren( Adler, Eule) bis zur Darstellung historischer Gestalten(stehen für Tugenden o. Zielen)
- Moment von Verklärung u Mystik nicht wegzudenken
z.B. dargestellte Frauen von fast engelhaftem, überirdischem Wesen auf sinnliches Dasein reduziert
à Hauptmotiv: junge, verführerische Frau ( Traum d. fast durchweg männl.
- bekannteste Künstler: Gustav Klimt, Antonio Gaudi, Henry van de Velde, Richard Riemerschmid, Georg Minne, Jan Toorop, Ferdinand Hodler, Aubrey Beradsley, Max Klinger, Edvard Munch und Otto Eckmann
1. Gustav Klimt
- 14.7.1862 (Wien) - 6.2.1918
- Vater: Graveur u. Goldschmidt
- Hauptvertreter d. Wiener Jugendstilmalerei
- Studium an staatlicher Kunstgewerbeschule (Wien)
- Gründet 1897 „Wiener Sezession“ m.Architekten Olbrich u. Joseph Hoffmann (nannte sich „Vereinigung bildender Künstler Österreichs) àist dessen Präsident (bis 1905)
- besaßen außerdem Kunstzeitschrift „Ver Sacrum“
- Klimt regelmäßiger Mitarbeiter, Illustrationen v. Schweizer Maler F. Hodler, literarische Beiträge von Dichtern Hugo v. Hofmannsthal u. Rainer Maria Rilke
- Hatte einflussreiche Stellung im Kunst- und Kulturschaffen d. Monarchie inne
- Beliebter Porträtist d. Wiener Gesellschaft
- Bedeutend für Landschaftsdarstellungen u. Graphiker
- Charakterisierung dessen Bilder:
- nebeneinander von bunter, mosaikhaftkleinteiliger Flächenornamentik
- fast klassizistisch modellierten Körperlichkeit
- viele d. Bilder umkreisen erotische Themen in symbolistischer Verkleidung
- malte Frauentyp, der später Vamp genannt wurde
- intensive Farbgebung, häufige Verwendung v. Goldgrund, ornamentale Flächengestaltung, starke Symbolhaftigkeit
- eines der bekanntesten Bilder: „Der Kuss“ à formale u. dekorative Elemente in Einheit d. Bildfläche integriert àZusammenschließung beider Gestalten in „Hüllkurve“ àHauptsache: durch Hüllkurve gewonnene Binnenfläche àeigenwillig, verschachtelte, rhythmisch akzentuierte Ornamente à“reale“ Köpfe, Arme u. Beine
àstrenges Ordnungsschema( quadratisches Bildformat, mittelachsenorientiert)
2. Edvard Munch
„Ich male nicht das, was ich sehe, sondern was ich sah“
- 12.12.1863 (Löten, Norwegen) - 23.1.1944 (Ekely)
- Sohn eines Militärarztes
- Schwere Kindheit( Schwermut seines Vaters, Tod seiner Mutter u. 15 Jahre alter Schwester Sophie 1868)
- Schüler d. techn. Schule in Kristiania à entdeckt Liebe zur Malerei
- Ab 1881 Zeichenunterricht bei J. Middelthun
- 1889 erstes Staatsstipendium in Paris à von impressionistischen Zeitgenossen beeinflusst
- 1892 Ausstellung seiner Bilder im „Verein d. Berliner Künstler“ à Schließung nach kurzer Zeit aufgrund öffentlicher Empörung
- 1902 Ausstellung in Berliner Secession (z.B. „Schrei“, „Vampir“, „Asche“)
- 1908 nach Zusammenbruch in Nervenklinik
- 1937 32 Werke in deutschen Museen als „entartet“ beschlagnahmt
- 1944 vermacht seinen Nachlass samt Werken der Stadt Oslo
- Munchs Zeit geprägt durch: Erfindungen im technisch- industriellen Bereich, erkenntnisse in Geistes-und Naturwissenschaften, Veränderungen des Menschen (Albert Einsteins Relativitätstheorie, Sigmund Freuds Entwicklung d. Psychoanalyse, Erfindung d. Flugmotors)
- Munchs Kunst:
- leitet mit Werk zum Expressionismus über
- dunkle, intensive Farben
à
spiegeln Lichtfülle nordischer Landschaften , Filter menschlicher Psyche
à
Bildthemen: Schrecken, Krankheit u. Tod, Eros, Eifersucht unerfüllbare Liebe, Melancholie, Kämpfe d. Geschlechter,
Schmerz, Lebensangst u. Einsamkeit
- frühe Kindheitserfahrungen hatten starken Einfluss auf Werke
- „zerrissenes Lebensgefühl“ wird stark deutlich
- neigt in Bildern zu pessimistischer Grundhaltung à Bildthemen nach Nervenzusammenbruch: Bilder des einfachen Lebens, Bauern, Fischer, Arbeiter, Pferde, friedliche Gegenden
- „Der Schrei“
- natürl. Gegebenheiten auf Minimum reduziert: See, Berge, Küste, Landungssteg
- Gesicht d. kreischenden Geschöpfs
- Rhythmus langer, welliger Linien à trägt Echo in jede Ecke d. Bildes
- aus Himmel u. Erde schallt Angst zurück
Arbeit zitieren:
Rieke Möller, 2003, Der Jugendstil, München, GRIN Verlag GmbH
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