Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung
1.1 Aufgabenstellung
1.2 Kurzvorstellung der Energieagentur
1.3 Geschichte der Energieagentur
1.4 Bisherige Bilanz der Energieagentur
2. Strukturen und Arbeitsmethoden der Energieagentur
2.1 Wirtschaftliche Aspekte
2.2 Juristische Aspekte der schuleigenen Energieagentur
2.3 Verwaltung und Energieagenturen
2.4 Anreizmodelle
2.5 Die Energieagentur an der Schule
3. Projekt Heizen
3.1 Heizen und damit verbundene Probleme
3.2 Vorstellung der Technik
3.3 Nutzung und Umsetzung an der Schule
3.4 Datenanalyse
4. Soziale Einbindung in das System Schule
4.1 Die Bedeutung von Nutzerverhalten
4.2 Energieagenten
4.3 Wissen der Energieagentur
4.4 Weitergabe von Wissen
4.5 Imageprobleme der Energieagentur
5. Diskussion Ausblick
6. Literaturverzeichnis
7. Anhang
7.1 Daten zur Schule
7.2 Glossar
7.3 Übersicht über verschiedene Anreizmodelle zum Energiesparen
7.4 Informationszettel „Just for Energy“
1. Einleitung
1.1 Aufgabenstellung
Aufgabe dieser Arbeit ist es, die wichtigsten Aspekte der Energieagentur Alexander-von-Humboldt Schule e. V. und meine Aktivität als Mitglied seit 1995 vorzustellen. Sie soll Außenstehenden einen Einblick in die Strukturen und Arbeitsmethoden der Energieagentur ermöglichen, die eingesetzten Techniken vorstellen und die soziale Einbindung in das System der Schule aufzeigen. Hierbei werden eine Vielzahl sehr unterschiedlicher und auch sehr komplexer Themen angesprochen. Im Rahmen dieser Arbeit können dabei nur die wichtigsten Inhalte angesprochen werden.
Auch meine persönlichen Leistungen werden in dieser Arbeit nicht umfassend, sondern exemplarisch behandelt. Um die Verständlichkeit für Außenstehende zu erhöhen und den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen wurden einige Bereiche nicht erwähnt.
Auf den Aspekt der Ökologie und den Nutzen für Klima und Umwelt durch die Arbeit der Energieagentur wird hier nicht eingegangen. Die Idee der Energieagentur soll unabhängig von solchen Betrachtungsweisen präsentiert werden.
1.2 Kurzvorstellung der Energieagentur
Die Energieagentur Alexander-von-Humboldt Schule e. V. ist eine von Schülern betriebene Firma, die energiesparende Maßnahmen an ihrer Schule durchführt. Dazu zählen sowohl Anleitung zur Änderung von Nutzerverhalten als auch Investitionen im technischen Bereich. Sie finanziert ihre Projekte über Kredite und Eigenkapital und refinanziert sich durch die eingesparten Energiekosten. Dieses Modell kommt aus der Wirtschaft. Beispielsweise wird es auch von hessenENERGIE, der Energieagentur des Landes Hessen und damit der großen Schwester der Energieagentur Alexander-von-Humboldt Schule e. V. verwendet. Das Modell ist besonders erfolgreich, weil es technische Kompetenz an der Schule schafft, Gelder flexibilisiert und Verwaltungshindernisse überwinden kann.
Weitere Informationen zur Energieagentur finden sich in Dokumentation Energieagentur [3].
1.3 Geschichte der Energieagentur
1992 Gründung der Arbeitsgruppe „Ökologischer Umbau der Alexander von Humboldt Schule“
Erfassung der Energie- und Wasserverbräuche der Schule
Analyse der gewonnenen Daten
Diskussion der Einsparpotentiale 1993 Projekt „Tageslichtabhängige Treppenhausbeleuchtung“ 1994 Projekt „Sonnenkollektor“ Gründung der Energieagentur Alexander-von-Humboldt Schule e.V. 1995 Projekt „Thermostatventile“ Schulung von Energieagenten 1996 Projekt „Galeriebeleuchtung / Ausstellungsräume“ 1997 Projekt „Steuerungsanlage der Heizung und drehzahlgeregelte Pumpen“ 1999 Projekt „Wassersparen“ 2000 Projekt „Beleuchtungsanlage der Schule“ 2001 Projekt „Photovoltaik“
1.4 Bisherige Bilanz der Energieagentur
Stand Ende 2001
2. Strukturen und Arbeitsmethoden der Energieagentur
Dieses Kapitel soll die Idee der Energieagentur und deren Verhältnis zu äußeren Rahmenbedingungen vorstellen.
2.1 Wirtschaftliche Aspekte
Das Modell der Energieagentur wurde in der Wirtschaft entwickelt. Steigende Energiepreise innerhalb der letzten Jahrzehnte haben dazu geführt, dass Einsparpotentiale erkannt werden und als wirtschaftlich rentabel gelten. Da nicht in der jeder Firma das nötige Know-how vorhanden ist, bieten Energieagenturen als Dienstleister ihre Kompetenz an. Eine andere Alternative, welche von einer Vielzahl Unternehmen genutzt wird, ist die Gründung interner Energieagenturen als eigene Unterabteilungen, um so die Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit zu erhöhen.
Auch die einzelnen Bundesländer haben Energieagenturen gegründet, mit dem Ziel die Energiekosten ihrer Kreise und Kommunen zu senken. Die Ideen einer Energieagentur beschrieb Dr. Horst Meixner in seiner Rede zum zehnjährigem Bestehen von hessenENERGIE über deren Selbstverständnis folgendermaßen:
„Die hessenENERGIE GmbH versteht sich als Energieagentur, die sich mit ihren Partnern durch Investitionsvorhaben und Beratungsleistungen für eine effiziente und umweltschonende Energienutzung engagiert“ [1].
wenn Energiesparen über weite Strecken wirtschaftlich ist, scheitert die Nutzung von effizienter Technik oft an Hemmnissen. Diese seien beispielsweise Informationsmängel und Motivationsdefizite, fehlende Finanzierungskonzepte, institutionelle und organisatorische Rigiditäten (z.B. durch Recht der öffentlichen Haushalte)“ [2].
Auf einige dieser Punkt wird im Folgenden eingegangen, da sie die Arbeit der Energieagentur AvH betreffen.
Die Einsatzgebiete einer Energieagentur in der freien Wirtschaft werden an folgendem Beispiel aufgezeigt:
Gegeben sei ein einfaches Geschäft mit einem hohen Energieverbrauch, welches an einen Betreiber vermietet wird. Der Mieter zahlt die gesamten Energiekosten und die Miete, die in Abhängigkeit zum Gebäudewert steht. Der Besitzer hat keinen Anreiz für Energiesparmaßnahmen, da er die Energiekosten nicht zu zahlen hat und die Maßnahmen sich nicht über die erhöhte Miete amortisieren würden. Der Mieter darf keine baulichen Maßnahmen tätigen und in den meisten Fällen ist auch das Know-how für etwaige Maßnahmen nicht vorhanden.
In einem solchen Fall kann eine externe Energieagentur aktiv werden. Sie hat die Fertigkeiten für eine Analyse des Gebäudes bezüglich des Sparpotentials und der Umsetzung der gewonnen Erkenntnisse in tatsächliche Projekte. Um die Projektdurchführung muss sich der Mieter nicht kümmern. Die Wahl der Technik, den Einkauf und die Finanzierung übernimmt komplett die Energieagentur.
Dem Mieter entstehen keine zusätzliche Kosten, er überweist während der Laufzeit des Vertrages (Contracting) die eingesparten Energiekosten an die Energieagentur. Die Zahlungen heißen Contracting-Raten. Nach dem Ende der Laufzeit sind seine Energiekosten deutlich reduziert.
Die Energieagentur refinanziert ihre Investitionsmittel ausschließlich über die Contractingrate (eingesparten Energiekosten des Vermieters). Die Laufzeit ist darüber hinaus so bemessen, dass ihr dabei ein Gewinn entsteht.
Der Gebäudebesitzer hat keine Kosten oder Risiken, er muss lediglich sein Erlaubnis für die Baumaßnahmen erteilen. Am Ende bekommt er sein Gebäude auf den neusten Energiestand gebracht, was gleichzeitig eine massive Wertsteigerung darstellt.
2.2 Juristische Aspekte der schuleigenen Energieagentur
Die Energieagentur hat die rechtliche Form eines eingetragenen Vereins. Die Gründung des Vereins war notwendig geworden nachdem erkannt wurde, dass weder Kreis als Schulträger noch die Schule in der Lage sind selbst als Energieagentur aufzutreten. Auf dieses Problem wird in den folgenden Kapiteln eingegangen.
Die Form des Vereins wurde aus mehreren Gründen anderen Gesellschaftsformen wie beispielsweise einer GmbH, KG oder GbR vorgezogen. Zum einen ist ein Verein eine juristische Person und hat nur einen minimalen Verwaltungsaufwand. Die Energieagentur Alexander-von-Humboldt Schule e. V. darf nach § 3 der Satzung keinerlei Gewinne erzielen. Außerdem ist sie als gemeinnützig anerkannt. Alle eingenommenen Gelder müssen an der Schule für weitere Energiesparmaßnahmen genutzt werden.
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Maximilian Plenert, 2002, Das Modell der EnergieAgentur Alexander-von-Humboldt Schule e. V., Munich, GRIN Publishing GmbH
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