Meinungsmanipulierende und emotionalisierende
sprachliche Verhaltensmuster Jörg Haiders von
Michael Felbert
Inhalt
Einleitung
1. Haiders Demokratie- und Politikverständnis
2. Meinungsmanipulierende
und emotionalisierende Verhaltensmuster Jörg Haiders
3. Thematisierungen und Positionen Haiders
4. Populistische Merkmale im Sprachverhalten Haider
Literatur
Einleitung
Grundlage dieser Arbeit sind die Kapitel acht ("Revolution für das Recht und Kapitel") und 18 ("Neue Anker braucht das Land") aus Haiders Buch "Befreite Zukunft jenseits von links und rechts" (Haider, 2001). Seitenzahlen ohne Nennung eines Autors beziehen sich auf dieses Buch. Ich werde zuerst Haiders Demokratie- und Politikverständnis und dessen Funktionalisierung klären (1. Kapitel), die Haider offenbar zu eigennützigen Zwecken (politische Macht) betreibt. Dann werde ich seine meinungsmanipulierenden, emotionalisierenden sprachlichen Verhaltensmuster, die ich aus dem Text erarbeitet habe, und deren Funktionen und Wirkungen in einer Tabelle zusammenfassen (2. Kapitel). Anschließend diskutiere ich den zugrunde liegenden Text und verdeutliche dabei kritisch jene sprachlichen Verhaltensmuster (3. Kapitel). Aus dieser Diskussion leite ich dann populistische Elemente für Haiders Verhalten ab (4. Kapitel).
1. Haiders Demokratie- und Politikverständnis
Haider lehnt eine parlamentarische Demokratie ab und fordert eine Volksdemokratie, bei der die Bürger durch direkte Beteiligung an politischen Entscheidungen und Wahlen auf allen Ebenen miteinbezogen werden in politische Prozesse (Direktdemokratie). Darunter versteht er aber einen einheitlichen homogenen Volkswillen, den er den Bürgern zu suggerieren versucht und so für seine Ziele instrumentalisieren kann. Er plädiert für das Recht der bürgerlichen Selbstbestimmung und begründet diese Einstellung mit der Starrheit bürokratischer Vorgänge, der materiell und rechtlich bevorteilten Politiker und den ungerecht behandelten Bürgern. Durch bestimmte rhetorische Taktiken suggeriert er weiterhin dieses Bild der Ungerechtigkeit und polarisiert zwischen den Bürgern bzw. seiner Person und deren Feindbildern (Politiker, Bürokraten). Es scheint aber durch seine zustimmungsheischende sprachliche Taktik oft so, dass er den Begriff der (direkten) Demokratie nur opportunistisch für sich instrumentalisiert, so dass zu fragen ist, ob Haider wirklich nur die Bürger oder vorrangig sein eigenes Machtstreben mit dem Ziel Bundeskanzler zu werden (Kräh, 1996, S. 119) im Auge hat. Auch ist einzuwenden, dass eine bürokratisch geregelte Verwaltung durchaus nötig ist, wie sollten denn sonst notwendige Verwaltungsangelegenheiten für eine große Zahl von Bürgern bearbeitet werden können? Haider hat auf jeden Fall keine Antwort darauf.
2. Meinungsmanipulierende und emotionalisierende
Verhaltensmuster Jörg Haiders
Haider scheint durch ein suggestives Ansprechen von Emotionen und Ängsten der Bürger ("umgekehrte Psychoanalyse", Erzeugen einer Opferrolle) gesellschaftliche Stimmung und manipulierte Meinungspole (im Sinne einer vorgetäuschten oder verkürzten Wahrheit) zu erzeugen. Durch diese emotionale Verunsicherung und manipulierte Meinungsbildung ist es Haider möglich, Stimmen und Sympathien für sich zu gewinnen und den Status einer Führungsperson zu suggerieren, die sich für die Nöte der "kleinen" Bürger einsetzt und selbst (zusammen mit den unterdrückten Bürgern) nur von den "hohen" Politikern angegriffen wird ("Robin Hood").
In der folgenden Tabelle stelle ich aus den angegebenen Texten herausgearbeitete meinungsmaniplierende, emotionalisierende sprachliche Verhaltensmuster und deren Wirkung zusammen und werde diese im folgenden an den Texten belegen und erläutern.
[...]
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Michael Felbert, 2003, Meinungsmanipulierende und emotionalisierende sprachliche Verhaltensmuster Jörg Haiders, Munich, GRIN Publishing GmbH
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