2
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
1.1 Kreditrisikomodelle 1
1.2 Alternative Lösung 1
1.3 Grundlagen des Risikomanagements 2
1.4 Spezielle Risiken bei der Kreditvergabe 4
1.4.1 Bonitätsrisiko 4
1.4.2 Ausfallrisiko 4
2. Steuerung des Kreditrisikos mit Hilfe von Kreditderivaten 5
2.1 Zieldefinition Derivate 5
2.2 Entstehung und Entwicklung 6
3. Grundformen der Kreditderivate 7
3.1 Credit Default Swap 7
3.2 Total Return Swap 9
3.3 Credit Linked Note 11
4. Einsatzmöglichkeiten von Kreditderivaten 12
4.1 Kreditrisiko und Kundenverhältnis 12
4.2 Portfolio - Management 13
4.3 Spekulations-, Arbitrage- und Refinanzierungsmotive 14
sowie Nachteile beim Einsatz der Kreditderivate
5. Aufsichtsrechtliche Aspekte 15
6. Schlussbemerkungen 16
Abbildungsverzeichnis 17
Literaturverzeichnis 18
3
1. Einleitung
Zunehmende Internationalisierung, Entstehung immer größerer Institute sowie wachsende Komplexität und Dynamik der Kapitalmärkte zwingt das Bankwesen neue Strategien zu entwickeln, neue Akzente zu setzen. Nicht selten ist es bisher vorgekommen, dass Banken, getrieben von steigendem Wettbewerbsdruck und Gewinnstreben im Umfeld sinkender Margen, die Grenzen ihrer Risikoabsorbtionsfähigkeit überschritten haben. Die Fähigkeit, Risiken zu handhaben, wurde daher immer wichtiger für das Überleben und den Erfolg der Kreditinstitute.
Risikomanagement umfasst alle Maßnahmen, mit denen man Unternehmenserfolg sichern kann und ist in diesem Sinne auch Chancenmanagement.
1.1 Kreditrisikomodelle
Je nach Kompexitätsgrad und Struktur des operativen Geschäftes sowie der Größe der jeweiligen Bank hat man mit den Risiken unterschiedlichster Natur zu tun. Dies können Betrugsrisiken, Gewährleistungsrisiken, Zins - und Währungsrisiken, Länderrisiken usw. sein. Für das Kreditgeschäft ist aber die Erkennung, Analyse und Steuerung von Kreditrisiken von zentraler Bedeutung. Eine Reihe von Modellen 1 erlaubt es heutzutage, Portfolioeffekte und Korrelationen bei der Risikosteuerung und der Berechnung des Unexpected Loss‘ der Bank zu berücksichtigen. 2 Die Modelle sollen den Banken bei der regionen- und produktübergreifenden Quantifizierung, Aggregierung und Steuerung von Risiken helfen. 3
1.2 Alternative Lösung
Eine weitere Alternative stellen die Kreditderivate dar. Derivate sind Wertpapiere, deren Preisentwicklung an die Performance des Basiswertes (oder Underlying) gekoppelt ist. Sie ermöglichen einerseits die Investition in Undelying mit einem geringerem Kapitaleinsatz ohne dabei auf die Gewinnchancen beim Eintreten des erwarteten Szenarios zu verzichten 4 .
1 Z.B. CreditMetrics von JP Morgan / CreditRisk+ von CSFB
2 Vgl. www.risknews.de, Ausg. 05 / 2001, Zugriff am 12. 05. 2002
3 Vgl. Basler Ausschuss für Bankenaufsicht, Entwicklung von Modellen zum Kreditrisiko: aktulle Verfahren und
Verweundung, o.O.A., 04 / 1999, S. 2.
4 Z.B. Kauf eines Calls auf DAX in Erwartung steigender Kurse.
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Andererseits besteht die Möglichkeit bereits aufgebaute Positionen gegen eine ungünstige Entwicklung zu „versichern“. 5 .
Kreditderivate stellen somit keine neuen Produkte dar. Die eigentliche Innovation besteht darin, daß die Komponente Kreditrisiko in die Bewertung herkömmlicher derivativer Strukturen aufgenommen wird.
Im Rahmen dieser Arbeit werden die Grundüberlegungen des Risikomanagements in bewusst knapper Form dargestellt. Die mathematischen Ansätze des Pricing der vorgestellten Produkte und der Risikoquantifizierung sowie eine umfangreiche Ausarbeitung der rechtlichen Rahmenbedingungen sind ebenfalls ausser Acht gelassen. Bei der Darstellung der Produkte habe ich mich auf drei wichtigsten Erscheinungsformen konzetriert.
Vielmehr ist es mein Anliegen, die Grundformen der Kreditderivate, deren Wirkungsweise und Einsatzmöglichkeiten im Kreditrisikomanagement möglichst plausibel zu beleuchten.
1.3 Grundlagen des Risikomanagements
Den Begriff ,,Risiko" versteht man grundsätzlich als die Möglichkeit einer Abweichung der tatsächlichen Konsequenzen einer Entscheidung von den geplanten Konsequenzen, wobei die Diskrepanz positiv oder negativ sein kann. 6 Im folgenden - und wie auch in der Praxis üblichwird das Risiko definiert als die in einem unzureichenden Informationsstand begründete Gefahr einer negativen Abweichung des tatsächlichen Ergebniswertes vom erwarteten Ergebniswert. 7 Zur Definition von Risk Management kann der klassische Managementbegriff zugrunde gelegt werden. Unter der Prämisse, dass Risiken als Managementobjekte angesehen werden, umfasst das Risikomanagement deren Analyse, Planung, Steuerung und Kontrolle. Somit wird das Risk Management als eine Dimension der Unternehmungspolitik einer Bank verstanden und beinhaltet sämtliche risikobezogenen Überlegungen und Handlungen. 8
5 Z.B. Kauf eines Puts auf DAX, um eventuelle Wertminderung des DAX - Zertifikates bei fallenden Kursen
auszugleichen.
6 Vgl. Büschgen Hans E., Bankbetriebslehre, Bankgeschäfte und Bankmanagement, 4. Aufl., Wiesbaden, 1993,
S. 735.
7 Vgl. Schierenbeck, Henner, Ertragsorientiertes Bankmanagement, Bd. 2: Risiko-Controlling und
Bilanzstruktur-Management, 5. Aufl., Wiesbaden, 1997, S. 14.
8 Vgl. Büschgen a.a.O, S. 743f.
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In den vergangenen Jahren hat sich das Risk Management im Finanzdienstleistungsbereich drastisch verändert. Verantwortlich hierfür waren vor allem neue gesetzliche Vorgaben (KWG, Empfehlungen der Basler Ausschusses), gestiegene Handelsvolumina, ein besseres Methodenwissen, rasante Entwicklungen im Bereich der IT - Unterstützung sowie höhere Verlustrisiken. Und trotzdem häufen sich spektakuläre Fälle, bei denen Banken Substanzverluste erlitten haben. 9 Genannt seien hier beispielhaft die ruinösen Verluste der irischen Barings Bank im Jahr 1995. Die Fähigkeit, Risiken zu handhaben, wurde folglich immer zentraler für das Überleben und den Erfolg von Kreditinstituten. Die Aussage von Thomas R. Fischer, Vorstandsmitglied der Deutsche Bank AG, ist in diesem Zusammenhang von weitreichender Bedeutung für die gesamte Finanzindustrie: ,,Eine der Kernkompetenzen von Finanzinstituten muß das Management der ... Risiken sein." 10
Es wird angenommen, dass sich das Bankmanagement risikoavers verhält, was bedeutet, dass es nur dann ein höheres Risiko eingeht, wenn dabei höhere Erträge zu erwarten sind. 11 Ziel des Risk Management soll deshalb sein, alle möglichen Maßnahmen zu ergreifen sowie geeignete Instrumente und Methoden einzusetzen, um den Erfolg der Bank sowie deren Risikosituation positiv zu beeinflussen. 12 Aufgrund bankaufsichtlicher Regelungen ist das Bankmanagement bereits verpflichtet, einzelne Risiken überwiegend in Bezug auf das haftende Eigenkapital zu limitieren. Da diese Vorschriften aber nicht ausreichen, um die Risiken im Bankgeschäft gänzlich zu beherrschen, ist es Aufgabe des Risk Management, ein aktives und situationsbezogenes Risikomanagement zur Begrenzung von Inkongruenzen im Zins-, Währungs- und Liquiditätsbereich sowie zur Verbesserung der Risikoverteilung unddiversifikation zu betreiben. 13
9 Vgl. www.risknews.de, Zugriff am 12. 05. 2001, S. 2
10 Vgl. Fischer,Thomas, Finanzindustrie und Risikomanagement, Grundsätzliche Überlegungen und
Perspektiven, in: ÖBA, H. 2/00, S. 108.
11 Vgl. Bauer, Christoph, Risikomessung, in: Gerke, Wolfgang / Steiner, Manfred (Hrsg.), HWF, 2. Auflage, Sp.
1657-1665.
12 Vgl. Kilgus, Ernst, Strategisches Bank-Management, Bern, Stuttgart, Wien, 1994, S. 66.
13 Vgl. Schierenbeck, Henner, Ertragsorientiertes Bankmanagement, Controlling in Kreditinstituten, 4. Aufl.,
Wiesbaden, 1994, S. 503 ff.
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1.4 Spezielle Risiken bei der Kreditvergabe
Das Eingehen einer Schuldner-Gläubiger-Beziehung, d.h. die Vergabe von Krediten, ist immer mit einer Vielzahl von Risiken behaftet, da während der Laufzeit die unterschiedlichsten Faktoren auf einen Kreditnehmer und dessen Umwelt einwirken. Auch wenn der Gläubiger vor dem Eingehen einer Geschäftsbeziehung intensivste Nachforschungen über die Bonität und die wirtschaftliche Lage - ,,heute und in der Zukunft"des Kreditnehmers betrieben hat, so kann es dennoch immer zu Einflüssen oder einer asymetrischen Informationsverteilung kommen, die jede Einschätzung - ob positiv oder negativ - widerlegt. An den weltweiten Finanz- und Kreditmärkten werden daher mittlerweile unterschiedlichste Produkte angeboten, die es ermöglichen, Adressen- und Kreditrisiken verschiedenster Art abzusichern oder sogar separat zu handeln - ein sehr entscheidender Schritt zu einem effizienten Risikomanagement.
Im Rahmen dieser Arbeit befasse ich mich mit der Steuerung des Bonitäts- bzw.
Ausfallrisikos mit Hilfe derivativer Finanzprodukte.
1.4.1 Bonitätsrisiko
Als Bonitätsrisiko wird die Gefahr bezeichnet, dass sich die Bonität eines Kreditnehmers während der Laufzeit verschlechtert bzw. schon anfänglich falsch bewertet wurde, so daß der Kreditgeber mit Verzögerungen bei den Tilgungs - und Zinszahlungen oder mit Forderungsausfällen rechnen muss. 14
1.4.2 Ausfallrisiko
Das Ausfallrisiko läßt sich in Adressenausfallrisiken und Sachwertausfallrisiken unterteilen. Unter der letzten Risikokategorie wird die Gefahr einer Sachwertminderung verstanden. Das Adresssenausfallrisiko bringt als Forderungsausfallrisiko bzw. Gläubigerrisiko die Gefahr eines teilweisen oder vollständigen Verlustes von Forderungen mit sich. 15
Wichtigstes Prinzip bei der Beherrschung der Ausfallrisiken ist die Risikostreuung hinsichtlich Branche und Kreditvolumen. Für die Messung der Kreditrisiken sind Bonität und
14 Vgl. Büschgen, Das kleine Banklexikon, 2. Aufl., Düsseldorf 1997, S. 226
15 Vgl. Schierenbeck, Ertragorientiertes Bankmanagement, 4. Aufl., Wiesbaden 1994, S. 656
Arbeit zitieren:
Oleg Girko, 2002, Kreditrisikomanagement bei Banken unter besonderer Berücksichtigung von Kreditderivaten, München, GRIN Verlag GmbH
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