Wirtschaft und Staat im Zeitalter der Globalisierung
von Hannes S. Auer
Die Arbeit baut auf dem Text „Wirtschaft und Staat im Zeitalter der Globalisierung“ von Ditmar Brock1 und widmet sich unter Einbeziehung weiterer in den Endnoten angeführter Texte und persönlicher Ansichten der vergangenen Entwicklungen der Globalisierung sowie des Begriffs der Globalisierung, der Aushöhlung des Staates in seinen verschiedenen Formen in der aktuellen Gegenwart, der gewaltigen Ausdehnung der Macht der „Wirtschaft“ im Sinne der multinationalen Konzerne auf die ökonomischen Verhältnisse in den Industrie- und Entwicklungsländern, prognostiziert wahrscheinliche Entwicklungen, welcher die globale Ökonomie in Zukunft ausgesetzt sein wird und wagt einige Aspekte verschiedener Lösungs- und Fluchtwege aufzugreifen, die weisen sollen in ein Zeitalter, in dem die mit der modernen Globalisierung einhergehenden Probleme wieder beherrschbar werden.
Inhalt
1. Globalisierung: Was ist das?
1.1. Die Historie der Globalisierung
1.1.1. Globalisierung I: Vormoderne Globalisierung
2. Globalisierung II: Die entgrenzte Herrschaft der Ökonomie
3. Das Dilemma des Staates
4. Wege aus der Falle
Literatur
1. Globalisierung: Was ist das?
„Turbo-Kapitalismus“2. „Kapitalismus pur“3. Wirtschaftshorror4. Killer-Kapitalismus. Diese und ähnliche Assoziationen dienen oft als Codes, die Umstände und Zustände im Zeitalter der Globalisierung zu erläutern.
„Der globale Zerfall“, „die grenzenlose Jobkrise“5, „der Niedergang der Politik“, „das Verschwinden der Mittelklasse“ usw. sind Assoziationen, mit denen das neue Thema Globalisierung weitgehend pessimistisch in unzähligen Publikationen von unzähligen Autoren unter die Leute gebracht wurde.
1.1. Die Historie der Globalisierung
1.1.1 Globalisierung I: Vormoderne Globalisierung
Jedoch, ist Globalisierung wirklich so „neu“, wie sie uns erscheint? Globalisierung als solche gibt es nicht erst seit den 1980er- oder 90er Jahren, obschon in der früheren ein entscheidender Unterschied zur aktuellen Form festzustellen ist, die bei weitem noch nicht abgeschlossen ist, von kaum jemandem als Ganzes erfassbar ist und ganz und gar, quer durch alle sozialen Schichten, mit einem Hauch des Ungewissen, des Bedrohlichen behaftet ist.
Die historische Phase der Globalisierung war ein wirtschaftlicher Prozess, der erst die Entstehung und nicht, wie im Anlassfall, die vermeintliche Zerstörung der Nationalstaaten, insbesondere ihrer Sozial- und Wohlfahrtsstaaten, zur Folge hatte. Diese Globalisierung im Sinne von globaler Arbeitsteilung, im Folgenden Globalisierung I6 genannt, war zumindest eine Wurzel des Zerbrechens der großen Imperien und der Neuaufteilung ihrer Territorien in Nationalstaaten, die in den Rahmen eines sich globalisierenden Wirtschaftssystems eingebunden waren. Das imperiale Streben der Herrscher, möglichst alle Produktionsfaktoren-, wege- und orte der Wirtschaft unter einer (ihrer) Hand zu vereinigen, führte in eine Sackgasse ab dem Moment sich allmählich eine arbeitsteilige Weltwirtschaft entwickelte, in der sich die daraus entstehenden Nationalstaaten aus einigen Produktionsgebieten zurückziehen, sich auf wenige spezialisieren und konzentrieren und sich gegenseitig im internationalen Handel ergänzen konnten und mussten. Die mit der nationalen Struktur der Imperien einhergehende strukturelle Veränderung der Wirtschaftssysteme ließ nun die Frage aufkommen nach der Form und Zweckhaftigkeit der neuen Staatsformen. Im Gegensatz zur Zeit vor dem 17. Jahrhundert, in der „der Staat als Selbstzweck angesehen wurde“7, bedurfte er nun einer Rechtfertigung und zwar in der Form, als dass er, in der sich aus der gegebenen Gesellschaft, bestehend aus konkurrierenden und Individualinteressen verfolgenden Menschen, Verantwortung übernehmen musste für die Sicherheit und das friedliche Zusammenleben aller. Außerdem kamen dem Staat neue Aufgaben zu, die der weiteren Wohlstands- und Wirtschaftsentwicklung dienlich waren, nämlich die Gewährung einer Minimalexistenz auf Basis eines Sozialstaats, die Sicherung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie beispielsweise die verlässliche Ausübung von Währungspolitik wie auch der Ausbau der Infrastruktur (Massenkommunikation, Verkehr etc.) und schließlich auch die Schaffung eines standardisierten Bildungssystems.
[...]
1 Brock, Ditmar, 1997: Wirtschaft und Staat im Zeitalter der Globalisierung. Aus Politik und Zeitgeschichte B33-234/1997, S. 12 – 19
2 Brock, Ditmar, 1997: Wirtschaft und Staat im Zeitalter der Globalisierung. Aus Politik und Zeitgeschichte B33-234/1997, Seite 12.
3 a. a. O., Seite 12.
4 a. a. O., Seite 12.
5 Martin, Hans-Peter, Schuhmann, Harald, 1998: Die Globalisierungsfalle. Der Angriff auf Demokratie und Wohlstand, Rowohlt, Reinbek, Seite 137.
6 Vgl. Brock, Ditmar, 1997: Wirtschaft und Staat im Zeitalter der Globalisierung. Aus Politik und Zeitgeschichte B33-234/1997, Seite 12ff.
7 a.a.0., Seite 13.
Quote paper:
Mag. Hannes S. Auer, 2003, Wirtschaft und Staat im Zeitalter der Globalisierung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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