S CHICKSALHAFTE VERKNÜPFUNGEN - PROBLEMFELDER DER KUNSTWISSENSCHAFTLICHEN R EZEPTION DES WERKES VON KÜNSTLERINNEN DES 20. JHD. UND DER GEGENWART
Carola Unterberger-Probst Verzeichnisse - Seite II
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Thesenblatt II
1 Mary Kellys Arbeiten 1
1.1 Hintergrund 1
1.2 Werkstruktur - ein Ausschnitt 3
2 Post-Partum Dokument 5
2.1 Werkaufbau 6
2.2 Rezeption von 1976 bis 2003 9
2.2.1 Reaktionen aus der breiten Öffentlichkeit 10
2.2.2 Feministische Positionen 13
2.2.3 Philosophische & kunsttheoretische Positionen 17
3 Resümee - die Rezeption der Autorin 22
Abbildungsverzeichnis XXV
Literaturverzeichnis XXVI
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1 Mary Kellys Arbeiten
Mary Kelly (*1941, USA) lebte zwischen 1968 und Anfang der achtziger Jahre in London, daraufhin bis 1996 in New York City. Derzeit ist sie Professorin und Instituts-vorstand am Art Department der University of California in Los Angeles. Kelly war immer gleichzeitig auf mehreren Gebieten aktiv, als Lehrende, Kuratorin und Künstlerin sowie als Theoretikerin mit besonderem Interesse für Psychoanalyse und Feminismus.
1.1 Hintergrund
St. Martins Art School; Art & Language; History Group (Lacan-Lesegruppe)
1.2 Werkstruktur - ein Ausschnitt
Antepartum (1972-73); Post-Partum Document (1973-79); Primapara (1974); Nigightcleaners (1975); Interim (1985); Pecunia Olet (1989); Gloria Patri (1992); Imaging Desire (1996); Mea Cupa (1999)
2 Post-Partum Dokument
2.1 Werkaufbau
2.2 Rezeption von 1976 bis 2003
2.2.1 Reaktionen aus der breiten Öffentlichkeit
StudentInnen des Dartington Colleges (1976); Boulevardpresse (1976); Sabine B. Vogel (1998); Ivonne Volkart (1998) 2.2.2 Feministische Positionen Isabella Graw (1995); Dan Graham (1998) 2.2.3 Philosophische & kunsttheoretische Positionen Craig Owens ( 1983); Charles Harrison, Paul Wood (2003)
3 Resümee - die Rezeption der Autorin
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Alfermann, Dorothea: Geschlechterrollen und geschlechtstypisches Verhalten. Stuttgart / Berlin / Köln 1996. Benhabib, Seyla; Butler, Judith; Cornell, Drucilla; Fracer, Nancy (Hrsg.): Der Streit um Differenz. Feminismus und Postmoderne in der Gegenwart. Frankfurt am Main 1993. Birbaumer, Nils; Schmidt, Robert: Biologische Psychologie. Berlin / Heidelberg 1999. Bossinade, Johanna: Poststrukturalistische Literaturtheorie. Sammlung Metzler, Bd. 324. Stuttgart / Weimar 2000. Breitwieser, Sabine: Vorwort. In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Rereading. Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998. Carson, Juli: Mary Kelly im Gespräch mit Juli Carson. Schicht für Schicht - Post-Partum Document freilegen. In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Rereading. Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998. Derrida, Jaques: Die Schrift und die Differenz. Frankfurt am Main 1977. Engelmann, Peter (Hrsg.): Jean-François Lyotard. Das postmoderne Wissen. Ein Bericht. 4. Auflage. Wien 1999. Erens, Patricia: Dokumentarfilme von Frauen: Das Private ist politisch, Übers. von Ute Bechdolf und Mo Beyerle. In: Frau und Film, 52 (1992) 6. Graw, Isabella: Nach allen Regeln der Kunst. In: Cornelia Eichhorn/ Sabine Grimm (Hrsg.): Gender Killer. Texte zu Feminismus und Politik. Wien 1995. Hall, Stuart: Die Frage der kulturellen Identität. In: Hall, Stuart: Rassismus und Kulturelle Identität. Ausgewählte Schriften 2. Hamburg 1994. Hall, Stuart: Rassismus und kulturelle Identität. Ausgewählte Schriften 2. Hamburg 1994. Harrison, Charles; Wood, Paul: Anschauungen der Postmoderne. Einleitung. In: Harrison, Charles; Wood, Paul (Hrsg.): Kunsttheorie im 20. Jahrhundert. Künstlerschriften, Kunstkritik, Kunstphilosophie, Manifeste, Statements, Interviews. 2 Bände. Ostfildern-Ruit 2003. Kelly, Mary: Dokumentation VI. Vorschriftliches Alphabet, Inschrift und Tagebuch. In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998. Klinger, Cornelia: Eine Fallstudie zum Thema postmoderne Philosophie der Weiblichkeit: Jaques Derrida, Sporen: Die Stile Nietzsches. In: Amstutz, Nathalie; Kuoni, Martina (Hrsg.): Theorie, Geschlecht, Fiktion. Frankfurt am Main 1994. Kristeva, Julia: Die Revolution der poetischen Sprache. Frankfurt am Main 1978. Lippert, Luce R.: Einführung. In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998. Lyotard, Jean-Françoise: Grabmal des Intellektuellen. Graz/Wien 1985. Owens, Craig: Der Diskurs der Anderen - Feministinnen und Postmoderne. In: Huyssen, Andreas; Scherpe, Klaus R. (Hrsg.): Postmoderne. Zeichen eines kulturellen Wandels. 5. Auflage. Reinbeck bei Hamburg 1997. Pollok, Griselda: Noch immer gilt die Arbeit dem Subjekt / dem Gegenstand. In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Rereading. Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998. Saussure, de Ferdinand: Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft. Erstausgabe 1916. Berlin 1967. Vogel, Sabine B.: Kunst -Kind - Mutter - Kunst. In: Der Standard 20.12.1998. Volkert, Ivonne: Mary Kelly: Post-Partum Dokument. Das komplette Werk. 1973-79. In: springerin 4 (1998). Welsch, Wolfgang: Unsere Postmoderne Moderne. 6. Auflage. Berlin 2002. Wickler, Wolfgang; Seibt, Ute: Männlich Weiblich. München 1983
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Mary Kelly (*1941, USA) lebte zwischen 1968 und Anfang der achtziger Jahre in London, daraufhin bis 1996 in New York City. Derzeit ist sie Professorin und Insti-tutsvorstand am Art Department der University of California in Los Angeles. Kelly war immer gleichzeitig auf mehreren Gebieten aktiv, als Lehrende, Kuratorin und Künstlerin sowie als Theoretikerin mit besonderem Interesse für Psychoanalyse und Feminismus.
1.1 HINTERGRUND
1968 besuchte Mary Kelly die St. Martins Art School, nach dem sie zuvor an der American University in Beirut unterrichtet hatte. Es handelte sich um ein spezielles Postgraduierten-Studium, das viele Künstlerinnen und Künstler nach London lockte. Mary Kelly lernte in St. Martin u.a. Charles Harrison, dem damaligen Redakteur von Studio International, Richard Long, Ray Barrie, ihren heutigen Mann, und Gilbert & George kennen. Mary Kelly widmete sich dort der Malerei, was ihre Aufmerksamkeit, wie sie rückblickend berichtet, „von der Oberfläche der Gegenstände hin zu ihrer phänomenologischen Wirkung“ 1 lenkte.
Mary Kellys Arbeiten stehen in einem engen Austrausch mit einer kulturellen und politischen Gemeinschaft, einer selbstbewussten Avantgardefraktion, die im London der siebziger Jahre auf vielen Ebenen tätig war. Auffallend ist nach Griselda Pollock der serielle Charakter der Arbeiten, wie auch der Wunsch Erfahrung, Theorie und ästhetische Praxis zu verbinden und „weder den Weg des sozialistischen Realismus oder der politische Unmittelbarkeit noch den des Formalismus und der Selbstreferentialialität einzuschlagen.“ 2
Von Art & Language übernahm Mary Kelly das Konzept die zweiten Ordnung. Gemeint ist die Objektbefragungung, die bis an den Punkt folgt, die sich als Befragung der Befragung versteht.
1 Carson, Juli: Mary Kelly im Gespräch mit Juli Carson. Schicht für Schicht - Post-Partum Document freilegen. In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Rereading. Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998, S. 21
2 Pollok, Griselda: Noch immer gilt die Arbeit dem Subjekt / dem Gegenstand. In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Rereading. Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998, S. 82
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In Post-Partum Document kehrt das Objekt im Sinn einer solchen doppelten Befragung wieder. Einerseits gilt, wie wir später sehen werden die Frage nach dem Künstler, der im modernen Verständnis nur funktioniert, wenn er sich von jeder anderen Rolle / Position distanziert und sich dem vergeistigten schöpferisch künstlerischen Geist zuwendet: der proteushaft schöpferische Künstler, der seine eigene Körperlichkeit dem Werk unterordnet. In zweiter Linie gilt die Frage nach der Befragung des Objektes, welches bei Mary Kelly nun selbst spricht. Die Befragung endet in Post-Partum Document in einer Position, aus der die Künstlerin den eigenen Status als Objekt untersucht bzw. sich davon distanziert. Besonders prägend sollte sich die History Group für Mary Kellys Arbeiten herauskristallisieren. Die History Group wurde nach der ersten Women's Conference am Ruskin College in Oxford gegründet. Teilgenommen haben unter anderem: Sally Alexander, Anna Davin, Liz Danzinger, Rosalind Delmar, Margarita Jimenez, Mary Kelly, Laura Mulvey, Branka Magas, Juliet Mitchell und Margaret Walters.
Sie wurde History Group genannt, weil die Gründerinnen wollten, dass Sexualität in die Metaerzählung der gesellschaftlichen Veränderung eingeführt wird. Die Forderungen der History Group lauteten: „Gleiche Bezahlung, gleiche Chancen in Beruf und Ausbildung, 24 Stunden Kinderbetreuung, kostenlose Abtreibung und Schwangerschaftsverhütung nach Bedarf“ 3 Inzwischen historische Dimension erlangte die Rauchbombenattake gegen den Miss World-Bewerb, wie auch der daraufhin von Laura Mulvey verfasste Text.
Besondere Bedeutung hatte die History Group für die Rezeption der lacanschen Psychoanalyse. Die Lacan-Lesegruppe, der neben Mary Kelly auch Laura Mulvey und Jacquline Rose angehörten, stellte Lacan erstmals in einem größeren Rahmen - der Patriarchy Conference (1976) - der englischsprachigen Öffentlichkeit vor. Nach dieser Veranstaltung wurde die Psychoanalyse erstmals ernsthaft in der Frauenbewegung diskutiert.
3 Carson, Juli: Mary Kelly im Gespräch mit Juli Carson. Schicht für Schicht - Post-Partum Document freilegen. In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Rereading. Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998, S. 29
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s/w Film, 16 mm
Antepartum bildet die visuelle Einleitung zum eigentlichen Hauptwerk, dem Post-Partum Document. Mary Kelly hält hier in einer klar intersubjektiven Haltung das Werden, die Entstehung fest. Nicht übersehen werden darf hierbei, dass sie zu diesem Zeitpunkt bereits mit der Arbeit am Post-Partum Document begann. In einer geloopen auf und ab wippenden Kamerafahrt folgt Mary Kelly den Rundungen des hochschwangeren Bauches.
POST-PARTUM DOCUMENT (1973-1979)
Eine Arbeit in 6 Teilen und 165 Unterteilungen (inkl. Fußnoten). Es werden unterschiedliche Formen der Repräsentation, wie Semiotik, Psychoanalyse, insbesondere Jacques Lacan, Diagramme, begleitende Texte ("Footnotes") und konservatorische Methoden genutzt, um die Chronik der ersten Lebensjahre ihres Sohnes aufzuzeichnen.
PRIMAPARA (1974)
Primapara - Bath Series (1974)
12 s/w Fotografien, Silber-Gelatine-Abzüge, gerahmt mit Passepartout, 7,5 x 11 cm
Primapara - Pedicure Series (1974)
10 s/w Fotografien, Silber-Gelatine-Abzüge, gerahmt mit Passepartout, 7,5 x 11 cm Die Primapara Fotoserien sind parallel zum Post-Partum Document entstanden. Sie thematisiert hier die Arbeit der jungen Mutter, das Reinigen des Kindes, das ausschließlich ihr vorbehalten war. Subtext bildet somit die Stellung der Frau und die Fragestellung nach Geschlechtsrollenstereotypen.
NIGHTCLEANERS (1975)
Film, 16mm, s/w, 90 min
Nichtcleaners ist im dokumenatrischen Feld als „Conscious-Raising“ 4 -Film einzu-ordnen. Es handelt sich hier um zwei Gruppen, die den Dokumentarfilm von feministischer Seite neu formen wollten.
4 Vgl.: Erens, Patricia: Dokumentarfilme von Frauen: Das Private ist politisch, Übers. von Ute Bechdolf und Mo Beyerle. In: Frau und Film, 52 (1992) 6
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Die erste Gruppe bestand aus Frauen, die bereits als unabhängige Filmemacherinnen, Cutterinnen bzw. Künstlerinnen tätig waren. Diese professionellen Filmarbeiterinnen wurden die sich ihnen eröffnenden Möglichkeiten angeregt, ihr eigenes Bewusstsein im Film zu erforschen. Die zweite Gruppe bildeten Frauen, die aus der Frauenbewegung kamen und das Mittel Film als geeignet erachteten, Selbsterfahrung und Gesellschaftsveränderung zu betrachten. Um das nötige Wissen zu erlangen besuchten sie Kurse oder schlossen sich Kooperativen an, die das entsprechende Training vermittelten.
1971 wurden die ersten vier Filme aufgeführt, die eine öffentliche Wirkung erzielten. Kate Millett produzierte mit einem reinen Frauenteam „Three Lives“, in dem drei Frauen aus unterschiedlichen Lebenssituationen in Dialog miteinander gesetzt werden
Nightcleaner, 1975 präsentiert, dokumentierte Frauen, die nachts in großen Bürokomplexen putzten. „Der Film besteht aus einem komplexen Gewebe von Stimmen, Bildern und Schauplätzen, das die Widersprüche aufdeckt, die sich zum einem in gesellschaftlichen Praktiken und politischen Diskursen über Arbeit und Familie zeigen, die darüber hinaus aber auch bei der Klassenausbeutung und sexuellen Unterdrückung, in der Gewerkschaftspolitik und Frauenbewegung, sowie im politischen Diskurs und im Feld kultureller Praktiken ihren Niederschlag finden.“ 5
MEA CULPA (1999)
In Mea Culpa sprechen Mütter darüber, was ihnen in in Kriegszeiten zustößt. Mary Kelly beschäftigt sich den psychoanalytischen Begriffen Spalt und Verlust., wobei der Spalt ein wirklicher Verlust ist, der schreckliche Tod bzw. die Zerstörung des geliebten Objekts, im Gegensatz zum Verlust, der im Bereich der Repräsentation auftritt.
2 POST-PARTUM DOKUMENT
Primapara (1974), Antepartum (1972-73), Nightcleaners (1975) und das Post-Partum Document entstanden gleichzeitig. Durch die dokumentarischen Arbeiten beeinflusst, betrachtete Mary Kelly Arbeiten, wie das Wickeln zunächst eher soziologisch, entwickelte durch die gemeinsamen Lacan-Studien mit der History Group jedoch bald im Post-Partum Document eine umfangreiche konzeptuelle Arbeit. Die
5 Pollok, Griselda: Noch immer gilt die Arbeit dem Subjekt / dem Gegenstand. In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Rereading. Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998, S. 83
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endgültige Ausarbeitung von Post-Partum Document ähnelt schließlich der Art und Weise, „wie die Semiotik im Filmkontext aufgegriffen wurde.“ 6 Es formalisierte sich eine Struktur: jeder Abschnitt des Post-Partum Documents wurde von einer Abhandlung, was das Soziale als Diskurs konstruiert, eingeleitet. Dem folgte schließlich eine Überarbeitung, die auf der psychoanalytischen Lektüre des Werks beruhte. Diese Textbeiträge werden den einzelnen Abschnitten des Post-Partum Documents gegenüber gestellt.
Nach Luce R. Lippert 7 liegt einer der interessantesten Aspekte des Post-Partum Documents darin, dass Mary Kelly das Kind als einen primitives Anderes entwirft, dessen Äußerungen zunächst entziffert werden müssen, um schließlich in die soziale Gruppe aufgenommen zu werden.
Basis des vielschichtigen Werks ist nach Sabine Breitwieser„der Vorgang des Hinterfragens der Subjektivität, wobei die Psychoanalyse, im besonderen deren linguistische Neuinterpretation durch Jaques Lacan, und die Anwendung dieser Erkenntnisse für die eigene Erfahrung benutzt wurden.“ 8 1977 sprach Mary Kelly von einem skripto-visuellen Werk.
Der Titel des Werks leitet sich von lateinisch parturition, der Moment des Gebärens, also der Phase unmittelbar nach der Geburt her. Um sich vom medizinischen Begriff Postpartum zu distanzieren trennte Mary Kelly jedoch die beiden Begriffe post und partum und verlängerte somit gleichzeitig die Phase unmittelbar nach der Geburt. Ihre genaue Definition für das Kunstwort Post-Partum lautete: „Anhaltender Prozeß der Trennung und Sozialisierung sowohl für die Mutter als auch für das Kind in den ersten Lebensjahren.“ 9
6 Carson, Juli: Mary Kelly im Gespräch mit Juli Carson. Schicht für Schicht - Post-Partum Document freilegen. In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Rereading. Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998, S. 37
7 Lippert, Luce R.: Einführung. In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998, S. xiii
8 Breitwieser, Sabine: Vorwort. In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Rereading. Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998, S. 12
9 Carson, Juli: Mary Kelly im Gespräch mit Juli Carson. Schicht für Schicht - Post-Partum Document freilegen. In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Rereading. Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998, S. 41
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Gefaltete Unterhemden, 1973
4 Objekte, 20,3 x 25,4 cm, verschiedene Materialien Collection of Eileen and Peter Norton, Santa Monica
In der Einführung bringt Mary Kelly als Leitmotiv der gesamten Arbeit den Begriff der Intersubjektivität ein, das sie mit Lacans Schema L auf vier Babyhemdchen ihres Sohnes druckt. Mary Kelly Version von Subjektivität setzt die Möglichkeit des direkten Gesprächs voraus. Mit den Babyhemdchen will sie die Subjektivität jedoch nicht hinterfragen, sondern vielmehr auf den blinden Fleck verweisen, der das Unbewusste nicht berücksichtigt. 10
Analyse von Fäkalspuren und Nahrungstabellen, 1974
28 Objekte, 27,9 x 35,6 cm, verschiedene Materialen Collection Art Gallery of Ontario, Toronto (Geschenk des Junior Committee Fund 1987)
Documetation I bezieht sich auf die frühkindliche Gesundheit, die nach Mary Kelly ein Beleg dafür die so genannte natürliche Fähigkeit von Frauen für Kinderfür-sorge sein soll. Somit sind die Fäkalspuren „ein Zeichen des sekundären gesellschaftlichen Status der Frauen und der ideologischen und ökonomischen Funktion des gesellschaftsspezifischen Arbeitsteilung.“ 11
Analyse von Äußerungen und anderen Sprechversuchen, 1975
23 Objekte, 20,3 x 25,4 cm, verschiedene Materialen Collection Art Gallery of Ontario, Toronto (Geschenk des Junior Committee Fund 1987)
In Documentation II widmet sich Mary Kelly dem, was die Linguistinnen und Linguisten mit Angelpunkt bezeichnen. Jene Äußerungen, die ein Kind verwendet,
10 Carson, Juli: Mary Kelly im Gespräch mit Juli Carson. Schicht für Schicht - Post-Partum Document freilegen. In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Rereading. Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998, S. 22
11 Carson, Juli: Mary Kelly im Gespräch mit Juli Carson. Schicht für Schicht - Post-Partum Document freilegen. In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Rereading. Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998, S. 43
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wenn es grammatikalisch zu sprechen beginnt. Documentation II bezieht sich hier auf Julia Kristevas Begriff der Chora, „jener Modalität der Sinngebung, in der das Sprachzeichen noch nicht die Stelle des abwesenden Objektes einnimmt und noch nicht als Unterscheidung von Realem und Symbolischem artikuliert wird.“ 12 Die Chora besitzt also noch keine Signifikanten, sehr wohl erzeugt sie sich jedoch in Hinblick auf eine spätere Signifikantenbesetzung. In der visuellen Darstellung entschloss sich Mary Kelly Druckblöcke zu verwenden, die in Holzfugen eingesetzt und quer über den Abschnitt verteilt einzelnen Noten gleichen. Die Spiegelung der Druckblöcke zum Text versinnbildlichen das noch signifikantenlose Sprachspiel, welches auf Spiegelung und Nachahmung von Lautäußerungen beruht.
Analyse von Zeichnungen und perspektivisches Tagebuchschema, 1975 10 Objekte, 35,6 x 27,9 cm, Buntstift und Bleistift auf Papier Tate Gallery, London (Ankauf 1984)
Die in Documentation III verwendeten Zeichnungen sind Geschenke des Kindes an die Mutter. Mary Kelly griff auf die Geschenke zurück, da sie nach Freud den Moment der Sublimierung, die Auflösung des ödipalen Dreiecks bedeuten. Über die Zeichnungen des Kindes legte Mary Kelly Leonardos Perspektivenschema. Dies gestattet ihr, über „eine innere Perspektive zu sprechen, so wie Lacan dies tut, wenn er vom Subjekt der Repräsentation zum Lichtpunkt übergeht.“ 13
Transitorische Objekte, proportionale Diagramme, statistische Tabellen, Erkundungen und Index, 1977
8 Objekte, 27,9 x 35,6 cm, verschiedene Materialen Kunsthaus Zürich, Vereinigung Züricher Kunstfreunde, Gruppe Junge Kunst In Documentation IV beschäftigte sich Mary Kelly damit, wie sehr das Werk selbst - indem es das Objekt repräsentiert - garantiert, dass das Objekt auch tatsächlich verloren bleibt. Hier tritt erstmals ein visuelles Fragment des Körpers in die Erzählung ein. Für Mary Kelly war es entscheidend so zu sagen ein transistorischen Objekt zu fabrizieren, mit dem sich der melancholische Moment darstellen lässt. Sie löst sich ab nun von der strengen konzeptuellen Arbeitsweise und verar-
12Kristeva, Julia: Die Revolution der poetischen Sprache. Frankfurt am Main 1978, S. 37 13 Carson, Juli: Mary Kelly im Gespräch mit Juli Carson. Schicht für Schicht - Post-Partum Document freilegen. In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Rereading. Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998, S. 52
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beitet „befangene Empfindungen“ 14 , die nach ihrer Ansicht den Trennungsprozess zwischen Mutter und Kind veranschaulichen.
Klassifizierte Objekte, proportionale Diagramme, statistische Tabellen, Erkundungen und Index, 1977
33 Objekte, 12,7 x 17,8 cm, verschiedene Materialien Collection National Gallery of Australia, Canberra
Mary Kelly ließ sich in Documentation V von Foucaults Archäologie des Wissens und Die Ordnung der Dinge inspirieren. Seine Analysen beschränken sich nicht auf erkenntnistheoretische Aspekte, im Vordergrund stehen vielmehr die Macht-, Ausgrenzungs- und Disziplinierungstechniken, die mit den Diskursen einhergehen. Im Zentrum steht nun die Frage des Kindes: „Was bin ich?“, und der Wunsch die Welt zu ordnen. Gleichzeitig stellt sich für die Mutter die Frage nach ihrer eigenen Position in der Geschlechterhierarchie dem Sohn gegenüber.
DOCUMENTATION VI
Vor-schriftliches Alphabet, Inschrift und Tagebuch, 1978 15 Objekte, 27,9 x 35,6 cm, Harz und Schiefer Arts Council Collection, Hayward Gallery, London
Die für Mary Kelly als Mutter qualvolle Schlacht um kulturelle Kontrolle erreicht mit Eintritt des Sohnes in die geschriebene Sprache seinen Höhepunkt. Präsentiert werden Schiefertafeln analog zum Stein von Rosette, dem hier drei Ebenen des Bewusstseins eingeschrieben sind. Die hieroglyphische Buchstabenformen des Kindes (das vor-schriftliche Alphabet) befindet sich im oberen Abschnitt, die Kommentare der Mutter in Druckschrift (die Inschrift) im mittleren und die maschinenschriftliche Erzählung (das Tagebuch) im unteren Abschnitt.
Mary Kelly analysierte die Entwicklung des Schrift des Kindes. Wie es aus c's andere Buchstaben, wie das s formte, wie aus der Kombination von x und c das e entstand, die Lese- und Schreibrichtung von link nach rechts und oben nach unten übernommen wurde, etc. In der Inschrift finden sich die Anmerkungen der Mutter zur Schriftentwicklung des Kindes wieder.
14 Carson, Juli: Mary Kelly im Gespräch mit Juli Carson. Schicht für Schicht - Post-Partum Document freilegen. In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Rereading. Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998, S. 54
Carola Unterberger-Probst Post-Partum Dokument - Seite 8
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Mary Kelly verfolgt so die Entwicklung der Signifikantenkette und die damit verbundene logozentrische Entwicklung des Sprachsystems, dem der Buchstabe selbst untergeordnet ist.
Mit Documentation VI endet das Post-Partum Document. Das Kind ist nun selbst fähig seinen Namen zu schreiben und wird damit Autor seines eigenen Textes. Ein weiter Grund für das Ende der Arbeit ist, dass das Post-Partum Document an ein theoretisches Ende gelangt und an dieser Stelle beginnt sich mit der künstlerischen Auseinandersetzung um das linguistische Konzept Ferdinand de Saussures selbst zu dekonstruieren.
Mary Kelly beschäftigte sich selbst mit der Debattenspezifik ihres Werks. Sie fertigte ein kleines Schema an, das sie für sich während der langjährigen Arbeit am Post-Partum Document immer wieder verwandte. Es zeigt das Publikum als drei ineinander greifende Kreise. Ein Kreis heißt 'Mütter', ganz allgemein, der zweite Kreis 'Frauenbewegung' und der dritte 'AvandgardekünstlerInnen'. Dort, wo sie sich überschneiden steht ein 'X'. Die Konklusion würden dem entsprechend Avantgardekünstlerinnen, die Mütter sind und der Frauienbewegung angehören, bilden. Mary Kelly interessierte weniger die mittlere Achse dieses Syllogismus, als die Struktur, die Art und Weise, wie sich sich ausdehnt. Mit Post-Partum Document wollte Mary Kelly jedes dieser Personengruppen in der Rezeption mit etwas konfrontieren, das es zuvor nicht kannte. Mary Kelly berichtet im Interview mit Juli Carson rückblickend: „Man hat mich oft gefragt: 'Weißt du, ich verstehe das als Mutter, aber warum diese ganze männerdominierte Theorie?', oder von Männerseite: 'Oh, die Theorie ist ja ganz interessant, aber wozu brauchst du denn diese ganzen Dinger? '“ 15
15 Carson, Juli: Mary Kelly im Gespräch mit Juli Carson. Schicht für Schicht - Post-Partum Document freilegen. In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Rereading. Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998, S. 41
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STUDENTINNEN
UND
STUDENTEN
DES
DARTINGTON COLLEGES
Vortrag über „New Art“ am Dartington Colleges of Art (17. Februar 1976) 16 Mary Kelly berichtet:
„Das war der erste Vortrag über das Document nach der ICA-Ausstellung und dem ganzen Skandal rundherum. Die Ausstellung hatte eine derartige Empörung verursacht, daß sich die StudentInnen beim Vortrag am Dartington College buchstäblich in zwei Lager spalteten, die kurz davor waren, aufeinander loszugehen.“
Juli Carson:
„Welche Lager waren das?“
Mary Kelly:
„Tja: 'Das ist Kunst' und 'Das ist keine Kunst'.“
BOULEVARDPRESSE
anlässlich der Ausstellung der Documentation I-III im ICA, London (1976) 17 Mary Kelly berichtet rückblickend:
„Nachdem sich die englische Boulevardpresse auf die Ausstellung gestürzt hatte, wurde überall in der Welt darüber berichtet. Mein Bruder las in Minnesota etwas darüber. Laura Mulvey meinte, sie konnte es gar nicht fassen - sie saß in der U-Bahn, als sie auf dem Titelblatt den Skandal um die Windeln sah. [...] damals hat die Presse eine regelrechte Hetzte gegen uns veranstaltet, und JournalistInnen haben uns regelrecht die Tür eingetreten. Wir sind dann von Pimlico ins East End übersiedelt. [...] Später dann betrachtete man es als eines der Ereignisse des Jahres 1976. [...] So fragte man damals: 'Was hat Frau Kelly mit besetzter Erinnerungsspur gemein?' Und die Antwort lautete: 'Schmutzige Windeln!'“
16 Carson, Juli: Mary Kelly im Gespräch mit Juli Carson. Schicht für Schicht - Post-Partum Document freilegen. In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Rereading. Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998, S. 26f.
17 Breitwieser, Sabine: Vorwort. In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Rereading. Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998, S. 13
Carola Unterberger-Probst Post-Partum Dokument - Seite 10
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Aus diesen beiden Reaktionen zeigt sich ganz deutlich, dass Mary Kelly mit der Ausstellung der Documentation I-III im ICA eindeutig markante Regeln des Kunstbetriebes gebrochen hatte. Bemerkenswert ist vor allem die harsche Reaktion der Boulevardpresse, die die Familie Kelly/Barrie dazu veranlasste sogar umzuziehen. Alles scheint in der visuellen Rezeption der Documentation I zu gipfeln. Windelnbenutzte - hatten in der Kunst nichts verloren. Das Sakrileg das Mary Kelly gebrochen hatte, ist in ihrer weiblichen Umsetzung der von Art & Language geprägten zweiten Ordnung zu finden. Und zwar genau an jenem Punkt, an dem sie den proteushaft künstlerischen Schöpfer demontiert. Sie thematisiert ihre eigene Körperlichkeit als Künstlerin doppelt, sie ist dreifach schöpferisch tätig. Eine Anmaßung, die Grenzen sprengt.
Doppelte Körperlichkeit erlangt Post-Partum Document durch die zweifache Personalsierung, die jeweils auf einen Ursprungskörper zurück zu führen ist. Die Künstlerin auf die reduzible Weiblichkeit, das Kind auf die Mutter/Künstlerin. Der proteushafte Schöpfer hingegen ist vergeistigt, körperlos. Der ideale Künstler reduziert alles materielle, verneint es und schafft Körperlichkeit erst wieder im eigenen Werk, das zu seinem nun lesbaren Körper wird.
Dreifach schöpferisch tätig ist Mary Kelly einerseits natürlich bereits durch die Geburt, was im freudschen 18 Sinne eine endgültige Befriedigung weiblicher Interessen darstellt. Durch das schöpferisch künstlerische Werk allerdings wagt sich Mary Kelly in die Sphären des Elektra Komplexes nach C.G. Jung. Wir erinneren uns: Durch die Entdeckung der Penislosigkeit entwickelt sich bei der Frau eine narzistische Wunde, was die Wurzel, das Urmotiv des weiblichen Neides ausmacht. Dieser Penismangel endet im Kinderwunsch der Frau. Das Kind soll als Ersatz für den Penis herhalten und auf den Sohn wird nach C.G. Jung schließlich der verletzte phallische Ehrgeiz übertragen, was zu einer Befriedigung des weiblichen Männlichkeitskomplexes führt. Mary Kelly wirkt aber gar nicht befriedigt! Nicht fördert sie den Sohn, der Sohn wird zum Mittel ihrer eigener Interessen. Sie verwendet seine Werke, seine Existenz zur eigenen Profilierung als Künstlerin. Und dann ist Mary Kelly noch ein weiteres Mal schöpferisch tätig. Als Konzeptkünstlerin arbeitet sie des weiterem auf intellektuellen Gebiet, was nach der katholischen Kirche für die Frau eine Sünde darstellt. Nach C.G. Jung ist dies eine reaktive Abwendung vom Mann. Frauen betätigen sich nicht auf intellektuellem Gebiet des eigenen Interesses wegen, sondern um den Mann zu übertreffen. Die Wurzel des Ganzen ist natürlich ihr übersteigerter Penis-Neid.
18 Vgl.: Freud, Siegmund: Vorlesungen (1932/33); Drei Abhandlunegn zur Sexual-Theorie
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Diese Ausführung diente jetzt natürlich nicht dazu, um Mary Kellys Perönlichkeitsstruktur mit Hilfe von C.G. Jung und Siegmund Freud zu erörtern, sondern um Denkmuster besser nachvollziehen zu können. Die Frage lautete: Warm der Presserummel? Warum die Entrüstung über die Windeln?
Einerseits präsentierte Mary Kelly einen Typus Frau, der für die Kriegs- und Nachkriegsgeneration unverständlich war. Was wollen diese Feminsitinnen war die Frage. Die Weltherrschaft? Mary Kelly gab der Presse mit der Ausstellung der Documentation I-III im ICA Futter und schürte Entrüstung.
Aus: Kunst - Kind - Mutter - Kunst. (1998) 19
Sabine B. Vogel beginnt mit der Beschreibung der Rezeption des Post-Partum Documents in den 1970er Jahren. Um dann zur aktuellen, der 1998 stattgefundenen EA Generali-Ausstellung, überzuleiten .
„Jene frühere schreierische und simplifizierende Hinsicht verliert sich angesichts einer faszinierend komplexen künstlerischen Sprache.“
Sabine B. Vogel beschreibt anschließend das Post-Partum Document und verweist auf die Rezeption verglichen zu Arbeiten von Norbert Tadeusz, Stefan Berg und Jeff Koons. Der Artikel endet mit:
“Post-Partum Dokument beeindruckt nicht nur aufgrund der ungeheuren Komplexität und Konsequenz der künstlerischen Methode, sondern formuliert auch den Aspekt einer 'weiblichen Praxis in der Kunst' (M.K.) zu einem umfassenden, zeitlosen künstlerischen Statement.“
Aus: Mary Kelly: Post-Partum Dokument. Das komplette Werk. 1973-79. (1998) 20
Ivonne Volkert beginnt mit einer eher formalen Beschreibung des Post-Partum Documents.
„Mit dieser Retrospektive leistet die EA-Generali-Foundation in
19 Vogel, Sabine B.: Kunst - Kind - Mutter - Kunst. In: Der Standard 20.12.1998 20 Volkert, Ivonne: Mary Kelly: Post-Partum Dokument. Das komplette Werk. 1973-79. In: springerin 4/98
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Wien einen weiteren Beitrag zur Rezeption der Konzeptkunst der siebziger Jahre, und vor allem zur damaligen feministischen Kunst, die allzuoft vergessen, verdrängt oder fehlrepräsentiert wird.“
Anschließend beschreibt Ivonne Volkart kurz den strukturellen Aufbau des Werks. Es folgt eine theoretische Auseinandersetzung mit Mary Kelly's Post-Partum Document in Verbindung mit Jaques Lacan und Laura Mulvey und endet mit: „Diese Subjektproduktion untersucht Kelly am Beispiel ihrer Beziehung zum Kind bis zum Zeitpunkt, an dem es seinen Namen, der gleichlautet wie der Nachname der Mutter(!), schreiben kann und sich damit symbolisch von der Abhängigkeit der Mutter löst
Anschließend gewährt Ivonne Volkart einen kurzen Einblick in das Buch Experimentum Mentis, in welchem Mary Kelly ihre theoretischen Ansätze dem Post-Partum Document gegenüber stellt.
2.2.2 FEMINISTISCHE POSITIONEN
Aus: Nach allen Regeln der Kunst. (1995?) 21
„Zwischen den Polen Affirmation und Negation von Geschlecht findet im Kunstbetrieb auch Feminismus statt. Die Vorstellungen von feministisch und Feminismus sind vor dem Hintergrund dieser Alternativen zu sehen. Schon wie Künstlerinnen zu dem Attribut feministisch kommen, ist eine Widerspiegelung dieser Wahl. Künstlerinnen wägen ihre Strategien im Hinblick auf die gängigen Ein-ordnungen ab, deren Logik sich einschätzen, aber nicht gänzlich kontrollieren läßt. Die englische Künstlerin Mary Kelly hat z.B. selbst einen großen Anteil daran, daß ihre Arbeit als prototypisch feministisch gilt und von feministischen Kunsthistorikerinnen (wie Griselda Pollock) gerne besprochen wird. Kelly hat nämlich wiederholt zu verstehen gegeben, daß ihre Kunst von Feminismen durchdrungen sei.
21 Graw, Isabella: Nach allen Regeln der Kunst. In: Cornelia Eichhorn/ Sabine Grimm (Hrsg.): Gender Killer. Texte zu Feminismus und Politik. Wien, 1995 (?)
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Isabella Graw verweist im Anschluss darauf, dass mit Positionen, die den Tod des Autors/der Autorin propagieren, die Künstlerinnen, welche sowieso bereits um ihren Subjektstatus zu kämpfen haben, endgültig übergangen werden. Als Beispiel führt sie die Rezeption von Cindy Sherman an.
Sherman ist im Gegensatz zu Kelly eine Künstlerin, die von sich sagt, an feministischen Ideen gar nicht interessiert zu sein. Noch so oft kann sie ihre theoretische Absichtslosigkeit betonen, ihre Arbeit wird mehrheitlich als eine interpretiert, die mit den Mitteln der Maskerade und des Rollenspiels eine feministische Kritik an dem Bild der Frau bewirke.“
Was Isabella Graw hier anspricht, ist ein Diskurs, der von einem fragmentierten Subjekt ausgeht. Im Diskurs ist es daher unwesentlich, welche politische Äußerung die Autorin, die Künstlerin in Bezug auf ihre Arbeit einnimmt. Ihre Arbeit ist, das was Isabella Graw mit dem Tod des Autors/der Autorin kurz angesprochen hat, Teil eines Diskurses, der historisch determiniert ist und sich so im großen und ganzen der individuellen schöpferischen Position der Künstlerin entzieht. Diese Fragmentierung des Subjektes findet ihre Grundbedingung in der Krise des Wissens. Stuart Hall 22 macht fünf Momente der Dezentrierung des cartesianischen Subjektes aus.
Mit Karl Marx vollzog sich die erste Dezentrierung. Neu ist die historische Komponente des Subjekts. Individuen können nach Karl Marx keine wirklichen Agenten bzw. Autoren der Geschichte sein, da sie immer auf den Grundlagen historischer Bedingungen handeln. Diese Grundlagen wurden von anderen gemacht und das Subjekt wurde in sie hineingeboren. Dadurch nutzen die Subjekte die materiellen und kulturellen Ressourcen, die durch frühere Generationen überliefert worden sind. Der zweite Beitrag zur Dezentrierung geht von Jaques Lacan aus. Beeinflusst von Hegels Begriff des Begehrens, der Linguistik Ferdinand de Saussures und der Ethnologie entwirft Jaques Lacan das Unbewusste als sprachlich strukturiertes, von der Sprache erst hervorgebrachtes System. Statt von Identität als ein abgeschlossenes Ding zu sprechen, sollte von der Identifikation, als immerwährenden Prozess gesprochen werden. Identität besteht nicht bereits in der tiefen Fülle unseres Inneren, sondern entsteht aus dem Mangel an Ganzheit, der in den Formen, in denen wir uns vorstellen, wie wir von anderen gesehen werden, von Außen erfüllt wird. Jaques Lacan prägte mit Claude Lévi-Strauss maßgeblich den französischen
22 Hall, Stuart: Die Frage der kulturellen Identität. In: Hall, Stuart: Rassismus und Kulturelle Identität. Ausgewählte Schriften 2. Hamburg 1994, S. 193-199
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Strukturalismus 23 und beeinflusste wesentlich die moderne Literaturwissenschaft, Soziologie und Ethnologie.
Womit wir beim dritten Beitrag zu Dezentrierung angekommen wären. Ferdinand de Saussure begründete mit dem Gedanken eines systematischen Zusammenhangs zwischen allen sprachlichen Erscheinungen die moderne Linguistik. Grundannahme ist, dass Sprache nicht Substanz, sondern Form sei. Form meint dabei die Stellungsdifferenzen im System, aus denen die sprachliche Verschiedenheit hervorgeht. „Die Sprache (langue) als derjenige Teil der menschlichen Rede (langage), der qua Regelsystem im Gedächtnis der sozialen Gemeinschaft verankert ist, wird über das individuelle Sprechen (parole) gesetzt, und das Studium der gegenwärtig vorhandenen Sprachverschiedenheiten (Synchronie) soll vor dem ihrer Entstehung (Diachronie) gehen.“ 24 Ferdinand de Saussure hebt hervor, dass das Subjekt in diesem Sinne nie absoluter Autor seiner Aussagen ist. Um Bedeutungen zu produzieren, benutzt das Subjekt eine Sprache, die gesellschaftlich geformt ist, unterwirft sich den Regen, der Grammatik dieser Sprache und den kulturellen Bedeutungen, die in die Wörter eingeschrieben sind. Denn die Wörter besitzen kein eindeutiges Verhältnis zu den Signifikanten, den Bezeichneten. Vielmehr ergibt sich ihre Bedeutung erst aus der Ähnlichkeit und der Differenz, die sie zu anderen Wörtern haben. So wissen wir, dass es ein Hund ist, weil es keine Katze ist, wir wissen, dass es Sommer ist, weil es nicht Winter ist, wir wissen, dass es der Westen ist, weil es nicht der Afrika, etc. ist, wir wissen, dass es eine Frau ist, weil es kein Mann ist. Und schließlich hat alles, was gesagt wird, ein Vorher und ein Nachher. „Der Bedeutung ist es inhärent, daß sie instabil ist: Sie strebt nach einer Schließung (nach Identität),
23 Der Strukturalismus ist eine primär von Frankreich ausgehende wissenschaftliche Richtung. In der Völkerkunde wird der Strukturalismus als Forschungsmethode definiert, die eine Beziehung zwischen der Struktur der Sprache und der Kultur einer Gesellschaft herstellt und die alle jetzt sichtbaren Strukturen auf geschichtslose Strukturen zurückführt. In der Sprachwissenschaft, wird die Sprache als geschlossenes Zeichensystem oder Code verstanden. Sprache ist ein nach bestimmten Regeln kombinierbares Zeichensystem, den Prototyp, jeder ganzheitlichen Organisation von Wirklichkeit. Erforscht wird diese Struktur, indem die wechselseitigen Beziehungen der Teile zueinander erforscht werden. Entwickelt wurden die Modelle aus der Sprachwissenschaft vor allem durch F. de Saussure und R. Jakobson und schließlich übernommen und übertragen • von C. Levi-Strauss auf die Anthropologie, • von M. Foucault und L. Althusser auf die Geschichtsphilosophie, • von R. Barthes und L. Goldmann auf die Literaturtheorie und • von J. Lacan auf die Psychoanalyse.
24 Bossinade, Johanna: Poststrukturalistische Literaturtheorie. Sammlung Metzler, Bd. 324. Stuttgart / Weimar 2000, S. 27
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aber sie wird andauernd unterbrochen (durch die Differenz). Sie entgleitet uns dauernd.“ 25 Fortwährend gibt es ergänzende Bedeutungen, über die wir keine Kontrolle haben.
Der vierte Beitrag zur Dezentrierung geht von Michel Foucault aus. Es prägte den Begriff der Disziplinarmacht, die sich mit der Kontrolle, Überwachung und Regulierung des Subjektes beschäftigt. Nach Michel Foucault ist sie der Motor, der in Institutionen, je kollektiver und organisierter sie sind, Subjekte um so isolierter, überwachter und individualisierter hervorbringt.
Der fünfte Beitrag zur Dezentrierung ist auf zwei Ebenen mit den Theoretikerinnen und Theoretikern der Geschlechterforschung zu verbinden. Einerseits förderte die dekonstruktiver Auseinandersetzung mit Geschlecht eine Identitätspolitik, die weg von der Kategorie Klasse an die divergenten Identitäten der Subjekte, die sich aus Geschlecht, Religion, Herkunft, Andersfähigkeit, Alter, sexueller Orientierung, etc. zusammensetzen, appelliert. Des weiteren wird die binäre Trennung entlang der Marker innen - außen, aktiv - passiv, emotional - rational in Frage gestellt.
Nach Wolfgang Welsch vermögen fragmentierte Subjekte „mehr zu kennen, weiter zu erfahren, genauer zu berücksichtigen und dann immer noch für anderes empfänglich zu sein.“ 26 Die Postmoderne berge daher in sich einen Vernunfttypus, der sowohl mit der Pluralität im Bunde ist, wie auch die einzelnen Subjekte berücksichtigt. Dieser Vernunfttypus steht im Bunde mit der transversalen Vernunft, die es ermöglicht sich zwischen verschiedenen Sinnsystemen und Realitätskonstellationen bewegen zu können. Jean-Françoise Lyotard prägte hierfür den Begriff des „sveltezza“ 27 .
DAN GRAHAM
Aus: Rereading. Mary Kelly. Post-Partum Document (1998) 28
„Als ich Post-Partum Document zum ersten Mal am ICA in London sah, dachte ich, daß das eine erstaunlich starke Arbeit sei, weil es von einer Künstlerin handelte, die die Dinge auf ihr eigenes Leben bezog. Und trotzdem hatte es auch etwas Handfestes. Das war ein
25 Hall, Stuart: Die Frage der kulturellen Identität. In: Hall, Stuart: Rassismus und Kulturelle Identität. Ausgewählte Schriften 2. Hamburg 1994, S. 197 26 Welsch, Wolfgang: Unsere Postmoderne Moderne. 6. Auflage. Berlin 2002, S. 316 27 Lyotard, Jean-Françoise: Grabmal des Intellektuellen. Graz/Wien 1985. S. 87f. 28 Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Rereading. Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998, S. 150
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Feminismus, der nicht von vornhinein theoretisch war. Gleichzeitig war es ein Tagebuch, also eine recht alte Literaturgattung. Mir gefiel dieser literarische Aspekt des Werks. Aber es war auch wissenschaftlich, was den amerikanischen Aspekt daran ausmacht. [...] PPD schuf eine hybride Form aus Autobiografie und wissenschaftlichem Diskurs.“
2.2.3 PHILOSOPHISCHE & KUNSTTHEORETISCHE POSITIONEN
Aus: Craig Owens: Der Diskurs der Anderen - Feministinnen und Postmoderne, (1983) 29
„Da es einer unendlichen Anstrengung zur Fundierung der neuen Begrifflichkeit bedarf, um einen phallologischen Rückfall im eigenen Diskurs zu verhindern, haben viele feministische Künstlerinnen eine neue (oder erneute) Allianz mit der Theorie geschlossen, am erfolgreichsten wohl in den Schriften von Frauen, die von Lacans Psychoanalyse beeindruckt wurden (Luce Irigaray, Hélène Cixous, Montrelay u.a.). Viele der Künstlerinnen lieferten selbst bedeutende theoretische Beiträge.“
In Folge geht Craig Owens näher auf Laura Mulvay und ihr im Jahr 1975 erschienes Buch Visual Pleasure and Narrative Cinema, in dem sie den männlichen Blick im Kino dekonstruiert, wie auch auf Martha Roslers Texte zur Dokumentarfotografie und ihrer Frage nach der Repräsentation des Anderen, ein.
„[...] sie gehören zu den besten Texten auf diesem Gebietmachen einen entscheidenden Teil ihrer Tätigkeit als Künstlerin aus.“
29 Owens, Craig: Der Diskurs der Anderen - Feministinnen und Postmoderne. In: Huyssen, Andreas; Scherpe, Klaus R. (Hrsg.): Postmoderne. Zeichen eines kulturellen Wandels. 5. Auflage. Reinbeck bei Hamburg 1997, S. 179-180
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Nun führt Craig Owens aus, was er eine feministische Praxis nennt: die Eigenart simultaner Tätigkeit an mehreren Fronten. Das Schreiben ist nicht mehr eine Ergänzung zur eigentlichen Hauptarbeit, sondern wissenschaftliche und künstlerische Praxis stehen einanderer gleichberechtigt gegenüber, sind eng miteinander vernetzt. „Die als postmodern zu bezeichnende feministische Praxis könnte Theorie überhaupt in Frage stellen, nicht nur ästhetisch Theorie. Lacans Theorie wird angewendet, aber auch kritisch in Frage gestellt, so in Mary Kelly „Post-Partum Document“ (1973-1979), einem Kunstwerk in sechs Teilen und 165 Unterteilungen (plus Anmerkungen), in dem sie unterschiedliche Formen der Repräsentationen (literarische, naturwissenschaftliche, linguistische, archäologische, u.s.w.) nutzt, um eine Chronik der ersten sechs Lebensjahre ihres Sohnes aufzuzeichen. Mary Kellys Arbeit ist nicht gegen Theorie gerichtet, demonstriert jedoch - wie der Einsatz vielfacher Darstellungsmodi beweist -, daß eine Erzählung unmöglich alle Aspekte menschlicher Erfahrung erklären kann. Oder, wie die Künstlerin selber sagt: 'Es gibt keinen übergreifenden theoretischen Diskurs, der eine Erklärung für alle gesellschaftlichen Beziehungen oder für jegliche politische Praxis anzubieten hätte.'“
Aus: Anschauungen der Postmoderne. Einleitung. (2003) 30
„In dieser Zeit aber wurden die Diskurse der modernen Kunst von einer theoretischen Feuerwalze erfaßt, die von Frankreich und dort von der Literaturwissenschaft und Linguistik ausging. Auch die Naturwissenschaften und die Philosophie zogen sich dabei schwere Verbrennungen zu, zumal was ihre mutmaßlichen Ver-nunftgrundlagen bedarf. In einer intellektuellen Welt, die mit einem Mal auf konkurrierende Erzählungen reduziert wurde, erhob die Literaturwissenschaft Anspruch auf Vorherrschaft. Während die frühe Wendung zur Sprache es möglich gemacht hatte, Grenzen zu überwinden, wandten Künstlerinnen wie Mary Kelly, Barbara
30 Harrison, Charles; Wood, Paul:
Anschauungen der Postmoderne. Einleitung.
In: Harrison, Charles; Wood, Paul (Hrsg.): Kunsttheorie im 20. Jahrhundert. Künstlerschriften, Kunstkritik, Kunstphilosophie, Manifeste, Statements, Interviews. 2 Bände. Ostfildern-Ruit 2003, S. 1223
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Kruger und Jenny Holzer, die - aus welchen Gründen auch immer - für sich in Anspruch nahmen, mit den Regeln des Modernismus gebrochen zu haben, sich in den achziger Jahren der Sprache zu, die sie allerdings nicht als literarische Form, sondern als Form von Kunst begriffen.“
Wie zu Beginn der Arbeit bereits erwähnt studierte Mary Kelly und Charles Harrison 1986 zusammen auf der St. Martins Art School. Mary Kelly bezeichnet ihre Arbeiten aus dieser Zeit als recht formal und systematisch. Ihr Interesse für die Konzeptkunst erwachte jedoch bereits in dieser Zeit und wie im Vorfeld klar wurde, „verbrannte“ sie sich - um in der Wortwahl von Charles Harrison und Paul Wood zu bleibennicht erst in den 80er Jahren ihre Finger am theoretischen Diskurs.
Aber gehen wir lieber auf dieses „was auch immer“ in Charles Harrisons und Paul Woods Text ein, das auch in Craig Owens Rezeption eine zentrale Position einnimmt. Der dekonstruktive Feminismus entwickelte sich Ende der 1980er Jahre, und dies dürfte auch die fehlerhafte Datierung Mary Kellys Arbeit erklären, mit der Rezeption von Jaques Derrida in Frankreich, von Paul de Man und den so genannten Yale Critics in den USA praktizierenden Lektüreverfahren der Dekonstruktion. Innerhalb der feministischen Theoriebildung wurde der dekonstruktivistische Ansatz als Weiterentwicklung früherer Positionen Begriffen, da er die Frage nach dem Weiblichen durch die symbolischen Relation der Geschlechter und nach den kulturellen Strategien der Ontologisierung und Naturalisierung der Geschlechterdifferenz ersetzt. Damit konnte die zunehmend als unproduktiv empfundene Alternative, entweder eine prinzipielle Verschiedenheit von Mann und Frau oder ihre potentielle Gleichheit anzunehmen, zu Gunsten einer Analyse von Symbolisierungspraktiken überwunden werden, die Identität und Differenz herstellen und befestigen. Die bereits von Simone de Beauvoir formulierte Einsicht, Weiblichkeit sei kein biologisches Faktum, sondern eine soziokulturelle Konstruktion, wird nun radikalisiert, da nicht mehr nur der Klassifikation des Weiblichen als das andere Geschlecht, sondern auch der Möglichkeit, ihm durch Bezugnahme auf universale, menschliche Werte zu gleicher Anerkennung zu verhelfen, mit Skepsis begegnet wird. Der dekonstruktivistische Ansatz demonstriert, dass sich universale Bezugs-kategorien wie Humanität und Identität, die den aufklärerischen Emanzipationsdiskurs geprägt haben, gegenüber der Kategorie Geschlecht nur scheinbar neutral verhalten 31 . Die in seinem Umfeld entstandenen kritischen Lektüren literarischer,
31 Vgl. Engelmann, Peter (Hrsg.):
Jean-François Lyotard. Das postmoderne Wissen. Ein Bericht.
4. Auflage. Wien 1999
Lyotard behandelt hier das Ende der Metaerzählungen, die in der Moderne verwendet
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philosophischer, juristischer oder medizinischer Texte erweisen vielmehr, dass Festschreibungen des Weiblichen auf das Andere des Logos, auf Natürlichkeit, Körperlichkeit oder Rätselhaftigkeit die logische Kehrseite von Universalitätsbehauptungen sind, die das Menschliche mit dem Männlichen kurzschließen. Indem Subjektautonomie und schöpferisches Begehren als die Geschlechter transzendierende Universalien erschienen, werde der zur Aufrichtung dieser Kate-gorien konstitutive Ausschluss der Frauen geleugnet. Dabei lehnt es der dekonstruktive Ansatz ab, dieses Ausgeschlossene im Sinne eines frauenzentrieten Feminismus als authentische weibliche Erfahrung eindeutig zu bestimmen. Versuche, den kulturellen Kanon um weibliche Anteile zu ergänzen oder gar das ehemals marginalisierte Weibliche nach dem Muster des Männlichen zentral zu setzen, bleiben, ihm zufolge, in einer Identitätslogik befangen, die unweigerlich Ausgrenzungen produziert und verleugnet.
In einer Art radikalisierter Ideologiekritik, in der Konstruktion und Dekonstruktion eher Momente eines Lektüreverfahrens als Instrumente der Mythenzertrümmerung sind, wird vermieden, Autorenschaft, Sinnverstehen und Subjektivität dem textuellen Geschehen und damit auch der eigenen theoretischen Praxis vorauszusetzen. Dennoch ist das Weibliche häufig Ausgangspunkt eines dekonstruktiv verfahrenden Feminismus, insofern es in seiner Funktion als privilegiertes Zeichen innerhalb einer männlichen dominierten symbolischen Ordnung analysiert wird: in seiner Fixierung als ideales Objekt des Begehrens oder natürlicher Ursprung der Repräsentationen stützte es die Illusion männlicher Selbstpräsenz und Identität. Aus der feministischen Filmwissenschaft stammt der Begriff des „screens“, mit dem der ambivalente Ort der Frau als Projektionsfläche männlicher Selbstbilder und zugleich als Trennwand bezeichnet wird, die nicht Repräsentierbares und Unbestimmtes verbirgt. In dem Moment, in dem die Bilder sich zur Identifikation anbieten, machen sie ihren Konstruktionscharakter vergessen. Dekonstruktive Lektüren beschreiben das Zustandekommen solcher Fixierungen als rhetorische Effekte, die Ambivalenz leugnen, ohne sie jedoch ganz verbannen zu können. Auch wo das Weibliche wie in der Psychoanalyse gegenüber dem Männlichen als mangelhaft bzw. kastriert gedacht wird, dient es, wie feministischedekonstruktive Relektüren von Siegmund Freud gezeigt haben, dazu, die männliche Position vor Ambivalenz und Instabilität zu schützen. Die Differenz der Geschlechter hält so Differenzen, die die Einheit des Subjekts bedrohen, auf Distanz.
werden, um Wissen und die Wissenspraxis zu legitimieren.
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Kritisch wurden dekonstruktive Ansätze innerhalb feministischer Debatten mit dem Argument bewertet, sie gäben die für jedes Emanzipationsprojekt unerlässliche Kategorie des weiblichen Subjekts preis. 32 In der Kontroverse um eine Nietzsche-Lektüre 33 von Derrida, in der dieser Weiblichkeit Unbestimmbarkeit des Signifikantenspiels der différance 34 gleichgesetzt, wird der Konflikt zwischen Positionen des dekonstruktiven Feminismus, die hierhin eine für den Feminismus produktive Abkehr von ontologisierenden Weiblichkeitsbildern in der Philosophie sehen, und solchen deutlich, die ihm eine erneute Festschreibung des Weiblichen und die Fortsetzung von Traditionen der Ausgrenzung vorwerfen.
Der dekonstruktive Feminismus ist vor allem in der Literaturwissenschaft, Filmwissenschaft, Kunstgeschichte und gelegentlich in der Theologie, feministischen Soziologie, Politik- und Rechtswissenschaft rezipiert worden. Die Betonung der kulturellen Performanz 35 der Geschlechter durch Judith Butler, die die Rhetorik der Geschlechter mit der Frage nach weiblicher Repräsentation und Selbst-Darstellung verknüpft, stellt eine Weiterentwicklung des dekonstruktiven Feminismus dar, indem sie politischen und ethischen Dimensionen der Kategorie Geschlecht wieder mehr Raum gibt.
32 Benhabib, Seyla; Butler, Judith; Cornell, Drucilla; Fracer, Nancy (Hrsg.): Der Streit um Differenz. Feminismus und Postmoderne in der Gegenwart. Frankfurt am Main 1993. 33 Klinger, Cornelia: Eine Fallstudie zum Thema postmoderne Philosophie der Weiblichkeit: Jaques Derrida, Sporen: Die Stile Nietzsches. In: Amstutz, Nathalie; Kuoni, Martina (Hrsg.): Theorie, Geschlecht, Fiktion. Frankfurt am Main 1994 34 Vgl. das différance-Konzept von Jaques Derrida: Die Schrift und die Differenz. Frankfurt am Main 1977.
Derrida greift Ferdinand Saussures Diktum vom differentiellen Charakter sprachlicher Zeichen auf und radikalisiert es. Bildeten bei Saussure die sprachlichen Differenzen ein stabiles System, in dem Signifikanten und Signifikate fest miteinander verbunden sind, enthält der Begriff der différance eine Dynamisierung. Signifikate und Signifikante bilden sich in einem unabschließbaren Prozess des Aufeinander-Verweisens und Sich-Unterscheidendes heraus. Für die Konzeption der Geschlechterdifferenz ist der Begriff insofern bedeutsam, als er impliziert, dass Identitäten und Unterschiede nicht a priori gegeben, sondern differentiell bestimmte, sprachliche konstituierte Signifikate sind. 35 Butler, Judith: Das Unbehagen der Geschlechter. Frankfurt am Main 1991
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3 RESÜMEE - DIE REZEPTION DER AUTORIN
Mary Kelly setzt den Endgültigen Verlust des Kindes - das Ende der dynadischen Symbiose - mit dem Einsetzten der Schrift des Kindes und der Festigung des logozentrischen Sprachsystems fest. Ein System, wie sie schreibt,
„das Namensgebung und Eigennamen priviligiert und das den Beginn des Schreibens an dem Punkt festmacht, an dem das Kind den Namen seines Vaters schreiben kann.“ 36
Mary Kelly bezieht sich hier auf den Phallogozentrismus: Jaques Derridas Konzeption des Logozentrismus und in Anschluss daran Lacans Theorie, nachdem der Phallus den zentralen Signifikanten schlechthin bildet.
Logozentrismus in Anlehnung an Jaques Derrida 37 und Stuart Hall 38 meint, die wesentliche Struktur, in dem es Menschen möglich ist Wissen zu erfassen. Zentrales Merkmal ist hierbei neben der Simplifizierung, die Differenzen in überschaubare Diskurse einteilt, das Konzept des Binarismus. Es teilt die Welt in Positives und negatives Andere, wie aktiv/passiv, rational/emotional, männlich/weiblich, den Westen und den Rest ein. Diese bestimmte Art von Wissen ruft spezifische Sprechakte, Bilder und Handlungen hervor. Nach Stuart Hall funktionieren Konzepte den vorangegangenen Überlegungen entsprechend als Ideologien. Diese Ideologien wiederum sind Teil des Repräsentationssystems.
Beeinflusst von Hegels Begriff des Begehrens, der Linguistik Ferdinand de Saussures und der Ethnologie entwirft Jaques Lacan das Unbewusste als sprachlich strukturiertes, von der Sprache erst hervorgebrachtes System. Die Signifikanten dienen als Bezugspunkt, die den Signifikaten erst Bedeutung, eine Füllung verleihen. Bis in das 18. Jhd. wurde literarisches Schaffen mit bildender Kunst gleichgesetzt. Die Änderung setzte mit der Einführung des Subjektivitätsgedankens eindas Schreiben selbst rückte ins Zentrum des Interesses.
36 Kelly, Mary:
Dokumentation VI. Vorschriftliches Alphabet, Inschrift und Tagebuch.
In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998, S. 168 37
Bossinade, Johanna:
Poststrukturalistische Literaturtheorie.
Sammlung Metzler, Bd. 324. Stuttgart / Weimar 2000
38Hall, Stuart: Rassismus und kulturelle Identität. Ausgewählte Schriften 2. Hamburg 1994
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Julia Kristeva 39 versuchte den Begriff des Subjekts mit der Werkstruktur zu verknüpfen. Ihrer Meinung nach manifestieren sich das Unbewusste bzw. die Triebprozesse, die während der frühen Kindheit erlebt wurden, in jedem Text. Hauptproblem des Subjektivitätsgedankens bleibt jedoch, das das Subjekt stets dem Zeichensystem, das sie verwenden, unterworfen bleiben. Jedes Zeichen, sofern es etwas präsentiert, wird als eine Relation zwischen Mittel, bezeichnetem Objekt und Zeicheninterpreten bestimmt und ist somit dem Prozess, der dem Zeichen innewohnt, unterworfen. Ferdinand de Saussure 40 zeigte auf, dass Sprache selbst keine Bedeutung enthält, sondern aus seinen strukturalen Beziehungen Bedeutung produziert. Jedes Zeichen setzt sich demnach aus einem Bezeichnenden oder Signifikanten (zB. Laut- und Schriftbild) und einem Bezeichneten oder Signifikat (Bedeutung, geistige Vorstellung) zusammen. Zwischen den beiden Komponenten gibt es keine natürliche Verbindung, sie sind einander per Konvention zugeordnet. Bsp.: das Wort der Baum (der Signifikant) drückt nicht die Gestalt, Funktion, Geruch, Geschichte etc. eines bestimmten Baumes (das Signifikat) aus.
Nach Lacan gilt nun der Phallus im patriarchalen System als absoluter zentraler Signifikant. Dem zu folge Mary Kelly auch annimmt, dass das Kind mit dem Schreiben des Namen des Vaters sich endgültig von der Mutter trennt. Wir erinnern uns an das letzte Werkstück des Post-Partum Documents. Auf dem Schieferstein findet sich der Name des Jungen. Es schreibt Kelly Barrie. Kelly, sein Vorname, nach dem Nachnamen der Mutter Mary Kelly benannt und Barrie der patriarchal weiter geführte Name des Vaters. Diese Namenskonstellation mag für die erwachsene Mutter/Künsterin/Theoretikerin Mary Kelly als Beweis des Verlustes des Kindes - das hier mit 4,5 Jahren angegeben ist - gelten. Aus der Subjektposition des Jungen, kann dies jedoch auf keinen Fall gelten. Was ist übersehen worden? Mary Kelly's Ansatz, die Arbeit enden zu lassen, mit dem Start der Schrift des Kindes, der Fähigkeit nun selbst seinen autonomen Text zu schreiben, ist philosophisch gesehen korrekt. Das Ende der dynadischen Bindung findet nun endgültig statt, was aus psychologischer Sicht auch gut und billig ist. Nur bedeutet dies nicht eine eindeutige Zuwendung des Jungen zum Patriachat. Soziales Geschlecht und geschlechtsrollenspezifisches Verhalten muss gelernt werden und wird in verschiedenen Kulturen verschieden gestaltet sein.
39 In: Bossinade, Johanna: Poststrukturalistische Literaturtheorie. Sammlung Metzler, Bd. 324. Stuttgart / Weimar 2000
40 Nach: Saussure, de Ferdinand: Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft. Erstausgabe 1916. Berlin 1967
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Unter Geschlechtsidentität 41 bzw. Geschlechtsidentifikation wird die Selbstidentifizierung eines Menschen mit seinem ’biologischen Geschlecht als männlich bzw. weiblich verstanden. Sie erfolgt den äußeren Geschlechtsorganen gemäß etwa innerhalb der ersten drei Lebensjahre und festigt sich dann weiter. Zwischen dem vierten und sechsten Lebensjahren findet die endgültige Übernahme des Geschlechtes statt. In dieser Zeit stellt sich die Erkenntnis ein, dass die Geschlechtsidentität unveränderlich und in der Zeit konstant ist. Neben der Geschlechtsidentität entwickeln Kinder auch eine Geschlechterrollen-Identität. Sie besteht in der Übernahme von als maskulin bzw. feminin geltenden Symbole, Interessen und Rollen. Die Ausbildung und Stabilisierung der Geschlechtsidentät ist jedoch die Voraussetzung für die Übernahme von Geschlechterrollen in das eigene Selbstkonzept. Wird eine Geschlechterrolle ins Selbstkonzept eingebaut, ergibt sich dir Geschlechterrollen-Identität.
Die Geschlechterrollen-Identität ist demnach nicht gleichbedeutend mit der Geschlechtsidentität. Eine Person kann eine eindeutige, stabile Geschlechtsidentität entwickelt haben - z.B. eine feminine - aber in ihrer Geschlechterrollen-Identität kann sie maskuline Elemente aufnehmen - zB. der Berufswunsch Mechanikerin zu werden. Dieses freie Agieren innerhalb der Geschlechterrollen-Identität zeigt, wie variabel sie gegenüber der Geschlechtsidentität ist. Die Geschlechtsidentität hat ihr fixes Kriterium im biologischen Geschlecht. Die Geschlechterrollen-Identität hingegen hängt von kulturellen Standarts, Erwartungen und auch dem kulturellen Wandel ab.
41 Nach: Wickler, Wolfgang; Seibt, Ute: Männlich Weiblich. München 1983. Birbaumer, Nils; Schmidt, Robert: Biologische Psychologie. Berlin / Heidelberg 1999. Alfermann, Dorothea: Geschlechterrollen und geschlechtstypisches Verhalten. Stuttgart / Berlin / Köln 1996
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Abb. 1: Antepartum (1972-73)
Abb. 2: Primapara (1974) Abb. 3: Interim (1990) Abb. 4: Gloria Patri (1996) Abb. 5: Mea Culpa (1999) Abb. 6-13: Post-Partum Document (1973-1979) Einleitung Documentation I (2Abb.) Documentation II (2Abb.) Documentation III (2Abb.) Documentation IV (2Abb.) Documentation V (2Abb.) Documentation VI (2Abb.)
Abb. 14: Das Publikum als drei ineinander greifende Kreise (1973)
Carola Unterberger-Probst Verzeichnisse - Seite XXV
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Alfermann, Dorothea: Geschlechterrollen und geschlechtstypisches Verhalten. Stuttgart / Berlin / Köln 1996
Benhabib, Seyla; Butler, Judith; Cornell, Drucilla; Fracer, Nancy (Hrsg.): Der Streit um Differenz. Feminismus und Postmoderne in der Gegenwart. Frankfurt am Main 1993. Birbaumer, Nils; Schmidt, Robert: Biologische Psychologie. Berlin / Heidelberg 1999. Bossinade, Johanna: Poststrukturalistische Literaturtheorie. Sammlung Metzler, Bd. 324. Stuttgart / Weimar 2000
Breitwieser, Sabine: Vorwort. In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Rereading. Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998
Carson, Juli: Mary Kelly im Gespräch mit Juli Carson. Schicht für Schicht - Post-Partum Document freilegen. In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Rereading. Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998
Derrida, Jaques: Die Schrift und die Differenz. Frankfurt am Main 1977 Engelmann, Peter (Hrsg.): Jean-François Lyotard. Das postmoderne Wissen. Ein Bericht. 4. Auflage. Wien 1999
Erens, Patricia: Dokumentarfilme von Frauen: Das Private ist politisch, Übers. von Ute Bechdolf und Mo Beyerle. In: Frau und Film, 52 (1992) 6
Graw, Isabella: Nach allen Regeln der Kunst. In: Cornelia Eichhorn/ Sabine Grimm (Hrsg.): Gender Killer. Texte zu Feminismus und Politik. Wien 1995
Hall, Stuart: Die Frage der kulturellen Identität. In: Hall, Stuart: Rassismus und Kulturelle Identität. Ausgewählte Schriften 2. Hamburg 1994
Hall, Stuart: Rassismus und kulturelle Identität. Ausgewählte Schriften 2. Hamburg 1994 Harrison, Charles; Wood, Paul: Anschauungen der Postmoderne. Einleitung. In: Harrison, Charles; Wood, Paul (Hrsg.): Kunsttheorie im 20. Jahrhundert. Künstlerschriften, Kunstkritik, Kunstphilosophie, Manifeste, Statements, Interviews. 2 Bände. Ostfildern-Ruit 2003 Kelly, Mary: Dokumentation VI. Vorschriftliches Alphabet, Inschrift und Tagebuch. In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998 Klinger, Cornelia: Eine Fallstudie zum Thema postmoderne Philosophie der Weiblichkeit: Jaques Derrida, Sporen: Die Stile Nietzsches. In: Amstutz, Nathalie; Kuoni, Martina (Hrsg.): Theorie, Geschlecht, Fiktion. Frankfurt am Main 1994 Kristeva, Julia: Die Revolution der poetischen Sprache. Frankfurt am Main 1978 Lippert, Luce R.: Einführung. In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998
Lyotard, Jean-Françoise: Grabmal des Intellektuellen. Graz/Wien 1985 Owens, Craig: Der Diskurs der Anderen - Feministinnen und Postmoderne. In: Huyssen, Andreas; Scherpe, Klaus R. (Hrsg.): Postmoderne. Zeichen eines kulturellen Wandels. 5. Auflage. Reinbeck bei Hamburg 1997
Pollok, Griselda: Noch immer gilt die Arbeit dem Subjekt / dem Gegenstand. In: Breitwieser, Sabine (Hrsg.): Rereading. Mary Kelly. Post-Partum Document. Wien 1998
Carola Unterberger-Probst Verzeichnisse - Seite XXVI
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Saussure, de Ferdinand: Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft. Erstausgabe 1916. Berlin 1967
Vogel, Sabine B.: Kunst - Kind - Mutter - Kunst. In: Der Standard 20.12.1998 Volkert, Ivonne: Mary Kelly: Post-Partum Dokument. Das komplette Werk. 1973-79. In: springerin 4 (1998)
Welsch, Wolfgang: Unsere Postmoderne Moderne. 6. Auflage. Berlin 2002 Wickler, Wolfgang; Seibt, Ute: Männlich Weiblich. München 1983
Carola Unterberger-Probst Verzeichnisse - Seite XXVII
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Carola Unterberger-Probst, 2003, Mary Kelly: Rezeption zwischen Konzeptkunst, Dekonstruktion und Reproduktion, München, GRIN Verlag GmbH
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