,QKDOWVYHU]HLFKQLV (LQOHLWXQJ 2
3KUDVHRORJLVPHQXQG,GLRPH 2 2.1 Begriffsklärung 2 2.2 Idiomatizität 4 2.3 Stabilität 5 2.4 Lexikalisierung 6
7KHRULHGHUhEHUVHW]XQJ 7
3.1 Allgemeine Probleme bei der Übersetzung 7
3.2 Philosophisch-geisteswissenschaftliche Perspektive 7
3.3 Linguistische Perspektive 9
3.4 Hermeneutische Perspektive 10
3.5 Handlungstheoretisch-funktionale Perspektive 11
3UREOHPHGHUhEHUVHW]XQJVSDQLVFKHU,GLRPHLQV'HXWVFKH 12 4.1 Allgemeine Überlegungen 12
4.2 Äquivalenztypen beim Übersetzen 13 4.2.1 Volläquivalenz 13 4.2.2 Teiläquivalenz 14 4.2.3 Nulläquivalenz 14 4.2.4 Scheinäquivalenz 16
4.3. Varianten der Übersetzung 16 4.4 Beispielübersetzungen 17
%LEOLRJUDSKLH 19
1
(LQOHLWXQJ
Die vorliegende Hausarbeit behandelt die Probleme der Übersetzung spanischer Idiome ins Deutsche. Sie soll dem Leser ein Überblickswissen über diese Thematik bereitstellen und zur weiteren Arbeit auf diesem Gebiet anregen. Es wird deshalb nicht so stark auf einzelne Teilgebiete der Phraseologie/Idiomatik eingegangen. Dazu bieten der vorgegebene Umfang und die Aufgabenstellung kaum Möglichkeiten. Der erste Teil der Hausarbeit befasst sich allgemein mit der Theorie von Phraseologismen und Idiomen. Anschließend werden Übersetzungstheorien vorgestellt. Im dritten Abschnitt wird dann auf die Übersetzung spanischer Idiome ins Deutsche eingegangen. Die wichtigsten Grundlagen für diese Hausarbeit sind Harald Burgers „Idiomatik des Deutschen“, Wolfgang Fleischers „Phraseologie der deutschen Gegenwartssprache“ und Axel Javier Navarro Ramils „Manuel Vázquez Montalbán auf Deutsch: Ein Autor und vier Übersetzer“. Die Beispiele sind überwiegend Hans Scherers inhaltlich und didaktisch hervorragendem Buch „Kommentierte Übersetzungen Spanisch-Deutsch, 3. Auflage“ entnommen.
Idiome sind so etwas wie das Salz in der Suppe der Sprachen. Ihre Übersetzung kann aber oft Schwierigkeiten bereiten, insbesondere wenn der Übersetzer nicht über das nötige Hintergrundwissen, sei es sprachlich oder kulturell, verfügt. Phraseologismen und deren Sonderform, die Idiome, können in die Irre führen, da eine konkrete Übersetzung der einzelnen Satzglieder zwar möglich, aber falsch ist. Idiome wirken nur in ihrer Gesamtheit. Genau das macht sie so spannend.
3KUDVHRORJLVPHQXQG,GLRPH
Ein Satz lässt sich in den meisten Fällen aus frei wählbaren Wörtern bilden, wobei natürlich die Regeln der Grammatik und der Syntax eingehalten werden müssen, damit der Rezipient den Inhalt der Botschaft versteht. Sprachbeherrschung ist also eine aktive produktive Fähigkeit. Es gibt jedoch auch vorgeformte Wendungen. Nur eine bestimmte Reihenfolge ihrer Konstituenten ergibt den beabsichtigten Inhalt. Diese sprachlichen Erscheinungen werden reproduziert.
%HJULIIVNOlUXQJ
3KUDVHRORJLVPHQ sind IHVWH oder VWHKHQGH Verbindungen von Wörtern, wobei die Wortfolge aus den einzelnen Wörtern nicht mit Hilfe von Kombinationsregeln
2
hergestellt wird, sondern die Worte werden in einer festen Reihenfolge reproduziert. 1 Burger definiert Phraseologismen als ÄVROFKH :RUWNHWWHQ GHUHQ =XVWDQGHNRPPHQ QLFKW RGHU QLFKW QXU DXIJUXQG YRQ V\QWDNWLVFKHQ XQG 2 VHPDQWLVFKHQ5HJHOQHUNOlUEDULVW>@³.
Beispiele:
1. QL WDQWR QL WDQ FDOYR § GLH .LUFKH LP 'RUI ODVVHQ 3 Dieser Phraseologismus kann nur in dieser Kombination seiner Komponenten auftreten. 2. SHUGHU OD FDEH]D § GHQ .RSI YHUOLHUHQ 4 Die Reihenfolge der Konstituenten kann wiederum nicht geändert werden, jedoch ist das Verb konjugierbar: $SHVDUGHWRGRVORVSUREOHPDVTXHVHOHYHQtDQHQFLPD$QGUpVQXQFDSHUGtD 5 ODFDEH]D.
3. WHQHUPDOSHUGHU§ VFKOHFKWYHUOLHUHQN|QQHQ 6
Phraseologismen betreffen die Hauptwortarten Verb, Substantiv, Adjektiv, Adverb, Präposition und Konjunktion. Auf die detaillierte Beschreibung der „Festigkeit“ von Phraseologismen soll hier nur im Überblick eingegangen werden.
Als ELGLUHNWLRQDO IHVW gilt eine Phrase, bei der ein Monem A nur zusammen mit Monem B und umgekehrt auftritt. 8QLGLUHNWLRQDOIHVW 8 sind Phrasen, bei denen ein Monem nur in dieser Verbindung auftritt, während das andere frei verwendet werden kann. Letzteres ist also nicht zwangsläufig an einen Phraseologismus gebunden. Andere Phraseologismen sind nur relativ fest. Beim Auftreten eines oder mehrerer Moneme ist das folgende nicht nicht automatisch vorhersagbar. Bei Phraseologismen der oben dargestellten Form ist die Gesamtbedeutung aus den einzelnen Komponenten ersichtlich. Beim ,GLRP, einer phraseologistischen Sonderform, ist dies nicht mehr ohne weiteres möglich. Die Gesamtbedeutung ist hier nicht mehr regulär interpretierbar.
1 Burger 1973, S. 1
2 ebd., S. 3
3 Scherer 1993, S. 187
4 ebd., S. 156
5 ebd., S. 156
6 ebd., S. 139
7 Burger, S. 8
8 ebd, S. 9
3
Beispiele : 4. PDQRVREUHPDQR§ GLH+lQGHLP6FKR 9 5. FRPRPDQGDQORVFiQRQHV§ ZLHHVLP%XFKHVWHKW 10
6. VH HQWHUDURQ KDVWD ODV UDWDV § GLH 6SDW]HQ SILIIHQ HV EHUHLWV YRQ GHQ Dächern 11
Die Semantik eines Idioms ist also nicht gleich der Summe der Semantiken der einzelnen Komponenten.
,GLRPDWL]LWlW
Telija versteht unter Idiomatizität
ÄGDV )HKOHQ HLQHV GHULYDWLRQHOOVHPDQWLVFKHQ =XVDPPHQKDQJV ]ZLVFKHQ GHPVHPDQWLVFKHQbTXLYDOHQWHLQHV*OLHGHVGHV9HUEDQGHVXQGGHQDQGHUHQ 12 %HGHXWXQJHQGHVVHOEHQ:RUWHV³.
Als WHLOLGLRPDWLVFK 13 werden Idiome bezeichnet, bei denen ein Element noch mehr oder weniger seine eigentliche Semantik beibehalten hat.
Beispiele:
7. QR SHJDU RMR § NHLQ $XJH ]XPDFKHQ N|QQHQ 14 2MR behält hier seine Bedeutung, es wird nicht semantisch umgedeutet.
8. DEULU HO SLFR § GHQ 6FKQDEHO DXIPDFKHQ 15 Es erfolgt keine Umdeutung von DEULU jedoch erfährt SLFR im Zusammenhang mit diesem Idiom eine Bedeutungsänderung.
9ROOLGLRPH dagegen bestehen aus Elementen, die alle semantisch umgedeutet wurden.
9 Scherer 1993, S. 20
10 ebd., S. 125
11 ebd., S. 125
12 Telija 1975, S. 417
13 Fleischer 1982, S. 35
14 Scherer 1993, S. 19
15 ebd., S. 18
4
Beispiele:
9. QRSLQWDUQDGD § QLFKWV]XPHOGHQKDEHQ 16 10. DO]DUHOJDOOR § VLFKDXIVSLHOHQ 17 11. HQXQDEULU\FHUUDUGHRMRV § LP+DQGXPGUHKHQ 18
Die Beispiele neun bis elf sind sowohl im Spanischen als auch im Deutschen Vollidiome.
Monemen können verschiedene Bedeutungen zugeordnet werden. Diese Moneme sind polysem. In Bezug auf das Idiom ist dabei die übertragene Bedeutung wichtig.
Beispiele:
12. GHVSHGLUVH D OD IUDQFHVD § VLFK KHLPOLFK DXV GHP 6WDXE PDFKHQ 19
13. KDFHUHOSULPR§ VLFKKHUHLQOHJHQODVVHQ 20 Die Summe der Semantiken der
Die Konstituenten eines Idioms verlieren also ihre ursprüngliche konkrete Bedeutung. Sie werden hier figurativ gebraucht, semantisch umgedeutet. Trotz diesen figurativen Gebrauchs sind Idiome von Metaphern zu unterscheiden. Letztere leben von ÄGHU 6SDQQXQJ ]ZLVFKHQ .RQWH[WHUZDUWXQJ XQG GHQ 21 Sie VHPDQWLVFKHQ1RUPDOEHGLQJXQJHQGHVPHWDSKRULVFKJHEUDXFKWHQ0RQHPV³. können in zweierlei Hinsicht verstanden werden: konkret oder übertragen. Idiome besitzen dagegen nur ihren übertragenen figurativen Sinn. Weiterhin gibt es Unterschiede im Syntax. Dieser ist bei Idiomen, im Gegensatz zu beliebig konstruierbaren Metaphern, fest.
6WDELOLWlW
Dem Austausch phraseologischer Komponenten sind enge Grenzen gesetzt. Meist ist ein solcher Austausch gar nicht möglich. Dann liegt eine VHPDQWLVFK
16 Scherer 1993, S. 47
17 ebd., S. 62
18 ebd., S. 33
19 ebd., S. 75
20 ebd., S. 107
21 Burger 1973, S. 13
5
22 vor. Damit ein Idiom als solches verstanden werden kann, OH[LNDOLVFKH6WDELOLWlW
d.h. dass sein Rezipient den figurativen Inhalt erkennt, muss eine konkrete Kombination lexikalischer Elemente vorhanden sein. Ein Austausch oder das Vertauschen der Komponenten führt zum Verlust des übertragenen Inhalts. Treten in Idiomen Verben auf, dann sind diese konjugierbar.
Beispiel:
14. QRVRWURV\DQRVPRUtDPRVGHULVD 23 ist genauso möglich wie pO\DVHPRUtDGH ULVD.
Am Beispiel 14 ist zu erkennen, dass in Idiomen auftretende Personalpronomen deklinierbar sind. 8QLNDOH Komponenten 24 sind phraseologisch gebunden. Sie treten nur in Verbindung mit Phraseologismen auf und werden in der freien Sprache nicht verwendet.
Beispiel:
15. DWURFKH\PRFKH§ NXQWHUEXQWGXUFKHLQDQGHU 25
/H[LNDOLVLHUXQJ
Lexikalisierung bedeutet die Speicherung von Wörtern im Lexikon.
Ä'LH/H[LNDOLVLHUXQJGHUV\QWDNWLVFKHQ.RQVWUXNWLRQEHGHXWHWGDVVVLHQLFKW
26 ZLUG>@³
Lexikalisierte Idiome verhaltenen sich also wie die kleinsten unabhängigen, unteilbaren und bedeutungstragenden Spracheinheiten, die Wörter, 27 und finden
22 Fleischer 1982, S.41
23 Scherer 1993, S. 155
24 Fleischer 1982, S. 42
25 Beinhauer 1978, S. 1000
26 Fleischer 1982, S. 67
27 Schmidt 1967, S. 70
6
Aufnahme in die ODQJXH. Lexikalisierte Phraseologismen und Idiome werden auch als 3KUDVHROH[HPH bezeichnet. 28
7KHRULHGHUhEHUVHW]XQJ
$OOJHPHLQH3UREOHPHEHLGHUhEHUVHW]XQJ
Ein Zieltext (ZT) kann immer nur stellvertretend für den Ausgangstext (AT) stehen. Der Mittler zwischen beiden Texten, der Übersetzer, hat die Aufgabe, die Diskrepanz zwischen AT und ZT so gering wie möglich zu halten. Die unverfälschte, widerspruchsfreie Übersetzung gehört zu den Hauptaufgaben des Übersetzers. Der Zieltext soll dem Ausgangstext in all seinen Dimensionen äquivalent sein. Äquivalent bedeutet gleichwertig, nicht gleich. Ein mechanischtechnisches Transkodierungsverfahren im Sinne der linguistischen
Übersetzungstheorie greift besonders bei literarischen Texten und deshalb auch bei der Übersetzung von Phraseologismen zu kurz. Mindestens kann der Rezipient vom Zieltext erwarten, dass man diesem die Übersetzung sprachlich nicht anmerkt. Da die Sprachen des AT und ZT verschiedenartig sind, kann es nicht das Ziel des Übersetzers sein, strukturelle Identität zwischen beiden Texten zu erreichen. Vielmehr soll die Wirkung gleichwertig sein. Deshalb müssen die kulturellen Unterschiede der Rezipienten als auch das Ziel des ZT berücksichtigt werden. Ein Text ist nicht einfach die Summe seiner einzelnen Teile, sondern er ist übersummativ und interpretierbar. Es kann aus diesem Grunde keine einzelne „richtige“ Übersetzung geben. Übersetzungsmethoden und -kriterien sind untereinander abzuwägen. Nachfolgend werden vier Perspektiven des Übersetzens im Überblick vorgestellt, wobei keine bis ins kleinste Detail erläutert werden soll.
3KLORVRSKLVFKJHLVWHVZLVVHQVFKDIWOLFKH3HUVSHNWLYH
Ein wichtiger Vertreter dieser Perspektive ist Friedrich Schleiermacher, dessen Abhandlung ÄhEHU GLH YHUVFKLHGHQHQ 0HWKRGHQ GHV hEHUVHW]HQV³ noch immer relevant ist. Für ihn ist das Übersetzen ein Vorgang des Verstehens und des Zum-Verstehen-Bringens. Die Frage, ob die freie oder die wörtliche Übersetzung die bessere Übersetzungsmethode ist, beantwortet er zugunsten der Erhaltung des Fremden im Zieltext. Für Schleiermacher ist die tiefere Beschäftigung mit der Geschichte des Volkes und den Werken der fremdsprachigen Schriftsteller eine
28 Fleischer 1982, S.72
7
Voraussetzung für eine angemessene Übersetzung. Ä1lPOLFKZLHGLH6SUDFKHHLQ JHVFKLFKWOLFKHV'LQJLVWVRJLEWHVDXFKNHLQHQUHFKWHQ6LQQIUVLHRKQH6LQQIU 29 Eine perfekte Übersetzung gibt es nicht. Es sei kaum möglich LKUH*HVFKLFKWH³
ein exaktes Abbild des ursprünglichen Textes zu schaffen. Die Sprachen bleiben verschieden. Die Nachbildung ist nur annähernd in der Lage, dem Leser des ZT das zu übermitteln, was der Schriftsteller des AT seinen Lesern mitteilen wollte.
Ä'HU 1DFKELOGQHU ZLOO DOVR GLH EHLGHQ GHQ 6FKULIWVWHOOHU XQG GHQ /HVHU GHV 1DFKELOGHV JDU QLFKW ]XVDPPHQEULQJHQ ZHLO HU NHLQ XQPLWWHOEDUHV 9HUKlOWQLV XQWHU LKQHQ P|JOLFK KlOW VRQGHUQ HU ZLOO QXU GHP OH]WHQ HLQHQ lKQOLFKHQ (LQGUXNN PDFKHQ ZLH GHV 8UELOGHV 6SUDFK XQG =HLWJHQRVVHQ YRQ GLHVHP 30 HPSILQJHQ³
Wie kann nun der Übersetzer die beiden Personen Schriftsteller des AT und Leser des übersetzten Textes zusammenführen, ohne dass es zu größeren inhaltlichen Verlusten bzw. Missverständnissen kommt? Schleiermacher möchte, dass sich der Leser auf den Schriftsteller zubewegt, denn der Leser der Übersetzung ist sich immer gegenwärtig, dass ÄGHU9HUIDVVHULQHLQHUDQGHUQ:HOWJHOHEWXQGLQHLQHU 31 Der Übersetzer will dem Leser das fehlende DQGHUQ6SUDFKH JHVFKULHEHQ KDW³.
Verständnis für die Ursprache ersetzen. Er soll dem Leser ein ÄVROFKHV %LOG XQG 32 den der Kenner der Fremdsprache hätte, HLQH VROFKHQ *HQX YHUVFKDIIHQ >@³,
würde dieser den AT in dem Bewusstsein der Verschiedenheit zwischen seiner Muttersprache und der Sprache des Originals lesen. Die andere Methode, den AT an den Leser des ZT anzunähern, lehnt Schleiermacher ab. Bei dieser Form macht sich der Übersetzer darüber Gedanken, wie der Autor des Textes in der Sprache des Übersetzers geschrieben hätte. Dabei hat zwar die Sprache des Übersetzers „QLFKWGDVPLQGHVWH]XEHIUFKWHQ“, 33 aber sie ist für Schleiermacher „QLFKWLJXQG 34 weil man die Frage gar nicht stellen kann, wie jemand sein Werk in der OHHU“,
Sprache des Übersetzers geschrieben hätte. Da jede Sprache ihr eigenes Leben, ihre eigenen Strukturen, ihr eigenes Sinngebäude aufbaut, kann das in einer
29 Schleiermacher 1838, S. 52
30 ebd., S. 47
31 ebd., S. 67
32 ebd., S. 51
33 ebd., S. 59
34 ebd., S. 60
8
Sprache Gesagte nicht exakt in eine andere Sprache abgebildet werden. Hier wird es meist zu Sinnänderungen kommen, da das Gesagte nur in der Originalsprache genau mit einem bestimmten Sinnzusammenhang gesagt werden konnte. Kloepfer versteht das Übersetzen als Ä>@ =ZHFNYHUIDKUHQ GDV YHUVXFKW 35 Für Wuthenow ist 8QEHNDQQWHV GXUFK %HNDQQWHV YHUVWHKEDU ]X PDFKHQ“. Übersetzung Interpretation. Ä>@ GLH YROONRPPHQH (QWVSUHFKXQJ LVW GHU QXU 36 Übersetzung ist zeitbedingt, unvollkommen, vorläufig und JHGDFKWH ,GHDOIDOO“.
unabgeschlossen. Der Übersetzer spielt eine zentrale Rolle. Es gibt keine verbindlichen Regeln oder eine systematische Behandlung für die Probleme der literarischen Übersetzung. Für die Vertreter der philosophischgeisteswissenschaftlichen Perspektive sind literarische Texte interpretatorisch offen. Übersetzung ist also Interpretation eines Ausgangstextes und somit subjektiv. Sie berücksichtigt den soziokulturellen Hintergrund des AT und ist sich der Verschiedenheit diesen Hintergrundes zur Kultur der Zielsprache bewusst.
/LQJXLVWLVFKH3HUVSHNWLYH
Die Linguistische Perspektive 37 sieht die Übersetzung als mechanisch-technisches Verfahren und benutzt dafür den aus der Nachrichtentechnik und Informationstheorie entlehnten Begriff 'HNRGLHUXQJ. 38 Sprache wird als Informationskode angesehen, der unabhängig vom Verwender objektiv ist. Daher wird das Übersetzen auf ein sprachliches Transkodierungsverfahren zwischen zwei Zeichensystemen reduziert. Ein Sprachzeichen der einen Sprache wird durch ein solches der anderen Sprache ersetzt. Die Summe aller festgestellten Zeichen soll das Gemeinte objektiv und vollständig representieren. Die linguistische Perspektive orientiert sich vor allem an Wörtern und syntaktischen Fügungen. Textes werden nicht als übergreifendes Ganzes wahrgenommen. Die 7UDQVODWLRQVOLQJXLVWLN der Leipziger übersetzungswissenschaftlichen Schule
(Kade, Jäger, Neubert) hat dieses Problem erkannt. Sie grenzt literarische Texte auf Grund ihres künstlerischen Charakters aus. Für diese Schule sind literarische Übersetzungen mit den linguistischen Methoden nur unzureichend möglich. Auf die einzelnen Strömungen innerhalb der linguistischen
35 Kloepfer 1967, S. 70
36 Wuthenow 1969, S. 26
37 vgl. Navarro Ramil 2000, S. 39 ff.
38 Navarro Ramil 2000, S. 39
9
übersetzungswissenschaftlichen Perspektive soll hier nicht näher eingegangen werden. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die künstlerische Qualität literarischer Texte unter linguistischer Perspektive unberücksichtigt bleibt. Subjektivität wird ausgeblendet, da man auf Objektivität Wert legt.
+HUPHQHXWLVFKH3HUVSHNWLYH
Im Mittelpunkt dieser Perspektive 39 stehen der Übersetzer und seine Probleme im Umgang mit Texten. Das Übersetzen ist davon abhängig wie der Übersetzer den Text versteht. Er hat dann die Aufgabe diesen in der Zielsprache nachzugestalten. Die hermeneutische Perspektive grenzt sich von den systemlinguistischen Ansichten über die Übersetzung ab, da diese die Multiperspektivität von Texten vernachlässigen. Laut Stolze muss die hermeneutische Methode eine JHJOFNWH 40 zwischen AT und ZT herstellen. Übereinstimmung bedeutet hEHUHLQVWLPPXQJ
dabei die unverfälschte, angemessene Vermittlung des AT durch den ZT, wobei es kein Äquivalenzpostulat geben soll. Als geglückt wird eine Übersetzung bezeichnet, wenn sie ÄNHLQHQ 3URWHVW EHLP 5H]LSLHQWHQ KHUYRUUXIW³. 41 Weiterhin soll der AT adäquat übersetzt werden. Adäquat bedeutet dabei, dass „>@ PDQGLH =HLFKHQZDKO LQ GHU =LHOVSUDFKH NRQVHTXHQW GHP =ZHFN GHU hEHUVHW]XQJ 42 Um eine geglückte Übereinstimmung zu erreichen, ist das XQWHURUGQHW“.
Verstehen des AT durch den Übersetzer Voraussetzung. Da jeder Übersetzer einen Text subjektiv anders versteht, wird auch der ZT diese Subjektivität des Übersetzers enthalten. Der entstandene ZT ist damit nur eine von mehreren Möglichkeiten. Für die hermeneutische Perspektive setzt sich ein Text nicht aus der Summe der Textkonstituenten zusammen, sondern wird als übersummativ, ganzheitlich betrachtet. Ein Text ist demnach mehr als die Summe seiner Teile, und es wird auch auf den Gesamthorizont von Situation und Kontext Bezug genommen.
39 vgl. Navarro Ramil 2000, S. 59 ff.
40 Stolze 1982, S. 168
41 vgl. Navarro Ramil 2000, S. 65
42 Reiß/Vermeer 1984, S. 139
10
+DQGOXQJVWKHRUHWLVFKIXQNWLRQDOH3HUVSHNWLYH
Der handlungstheoretisch-funktionale Ansatz 43 orientiert sich an den Erfordernissen der Praxis. Er liefert ein Handlungsmodell sowohl für die Übersetzung von Gebrauchstexten als auch für die von literarischen Texten. Ausgangspunkt dieser Theorie ist ein Modell der interkulturellen Kommunikation bzw. der intentionalen Interaktion. Wichtig ist das Verständnis für die Kulturen des AT und des ZT. Weiterhin soll die Übersetzung zweck- oder zielgebunden sein. Für Vermeer bedeutet dies:
ÄWUDQVODWLRQ VHL GLH KHUVWHOOXQJ HLQHV IXQNWLRQVJHUHFKWHQ ]LHOWH[WHV IU HLQH ]LHONXOWXU LQ HLQHP NRPSOH[HQ KDQGOXQJVDEODXI LQ GHP HLQ IU HLQH DXVJDQJVNXOWXUIXQNWLRQVJHUHFKWHUVWHOOWHUDXVJDQJVWH[WLQLUJHQGHLQHUIRUP 44 HLQHUROOHVSLHOW³
Nord definiert Übersetzung (Translation) als
„GLH 3URGXNWLRQ HLQHV IXQNWLRQVJHUHFKWHQ =LHOWH[WHV LQ HLQHU MH QDFK GHU DQJHVWUHEWHQ RGHU JHIRUGHUWHQ )XQNWLRQ GHV =LHOWH[WHV 7UDQVODWVNRSRV XQWHUVFKLHGOLFKVSH]LIL]LHUWHQ$QELQGXQJDQHLQHQ YRUKDQGHQHQ$XVJDQJVWH[W“. 45
Zunächst muss der Übersetzer den Skopos (Zweck, Ziel, Funktion) bestimmen. Dementsprechend wird daraufhin der AT in den ZT transferiert. Dabei wird die gegenseitige Abhängigkeit von Kultur und Sprache sowohl des AT als auch des ZT berücksichtigt. Als Produkt entsteht ein 7H[WLQ6LWXDWLRQ. 46 Ein Text existiert also nicht per sé,
„>@VRQGHUQ LQ 5HODWLRQ PLW GHQ VLWXDWLYHQ )DNWRUHQ GLH VLQQNRQVWLWXLHUHQG VLQG>@ 'LH hEHUVHW]XQJ LVW DQ HLQH QHXH 6LWXDWLRQ JHEXQGHQ LQ GHU VLH
43 vgl. Navarro Ramil 2000, S. 66 ff.
44 Vermeer 1986, S. 274
45 Nord 1988, S. 31
46 Navarro Ramil 2000, S. 68
11
XQDEKlQJLJ YRP $7 IXQNWLRQLHUHQ PX 'HU $7 NDQQ QLFKW DOV 0DVWDE IU GLH hEHUVHW]XQJGLHQHQ“.
Die Skoposgebundenheit bedeutet, dass es keine Textäquivalenz als Selbstzweck einer Übersetzung geben muss. Texte in der handlungstheoretisch-funktionalen Perspektive werden in Relation zu einem umfassenden Situations- und Kulturverständnis gestellt. Die möglichst genaue, vollständige und gleichförmige Übersetzung aller Dimensionen des AT ist wegen der kulturellen Unterschiede zwischen AT und ZT nicht in jedem Falle sinnvoll.
3UREOHPHGHUhEHUVHW]XQJVSDQLVFKHU,GLRPHLQV'HXWVFKH $OOJHPHLQHhEHUOHJXQJHQ
Phraseologismen beschränken sich fast ausschließlich auf literarische Texte. Dies gilt insbesondere für Idiome. Für diese ist eine Übersetzung entsprechend der linguistischen Perspektive kaum möglich, da die Semantik eines Idioms nicht gleich der Summe der Bedeutungen der einzelnen Komponenten ist. Die hermeneutische und handlungstheoretisch-funktionale Herangehensweise sind hier viel besser geeignet. Sie wollen nicht Gleichheit um jeden Preis, sondern Adäquatheit und Gleichwertigkeit der Wirkung. Der Begriff der JHJOFNWHQ
¡ £ ¢ hEHUHLQVWLPPXQJ ist hier passend. Besonders bei Idiomen ist dies das einzig sinnvolle Ziel der Übersetzung. Letztendlich wird sich der Übersetzer dem Gemeinten des spanischen AT im deutschen ZT nur mit mehr oder weniger Erfolg annähern können.
Im Vorfeld der Übersetzung muss der Übersetzer erst mal ein Pflichtprogramm absolvieren. Er muss sich über die Hintergründe der Kultur des Ausgangs- und des Zieltextes informieren. Bei Phraseolexemen spielt die Bildhaftigkeit die entscheidende Rolle. Auf Grund der kulturellen Verschiedenheit des Spanischen und Deutschen werden ähnliche oder gleiche Inhalte oft mit unterschiedlichen Bildern ausgedrückt. Dadurch entstehen Schwierigkeiten beim Übersetzen.
Beispiele:
16. VHUXQSDQEHQGLWR § HLQH6HHOHYRQ0HQVFKVHLQ 49
47 Navarro Ramil 2000, S. 70
48 Stolze 1982, S. 168
49 Scherer 1993, S. 140
12
17. VHUEXHQRFRPRHOSDQ§ GLH*WHLQ3HUVRQVHLQ 50
Der Übersetzer muss also ein breites Wissen über Phraseolexeme besitzen, um eine adäquate Übereinstimmung zwischen AT und ZT zu erreichen. Gerade bei der Übersetzung von Idiomen und Phraseologismen ist es wichtig zu wissen, in welcher Form sie in die jeweilige Sprache eingebettet sind. Sie können Informationen über Varietäten des Spanischen enthalten, z.B. aus welcher sozialen Schicht der Protagonist stammt, ob er umgangssprachlich oder Dialekt spricht, welches Sprachregister er benutzt. Die Übersetzung von Dialekt ist schwierig. Ein dialektspezifisches Idiom in ein solches der Zielsprache zu übertragen wäre unangemessen. Andererseits geht bei der Übersetzung ins Hochdeutsche der Reiz des spanischen Idioms verloren. Dennoch ist die letztere Möglichkeit die angemessenere. Es ist möglich, dass es für ein spanisches Idiom keine deutsche Entsprechung gibt. Was ist in diesem Falle zu tun? Eine Variante wäre die Umschreibung, eine zweite die Übernahme des originalen Idioms des AT in den deutschen Zieltext und dessen Erläuterung in Fußnoten. Nachfolgend werden weitere Aspekte der Übersetzung von spanischen Phraseologismen ins Deutsche erörtert.
bTXLYDOHQ]W\SHQEHLPhEHUVHW]HQ 9ROOlTXLYDOHQ]
Bei dieser Form der Äquivalenz hat das Idiom im spanischen AT die gleiche Idiomstruktur und Bedeutung wie im deutschen ZT. Weiterhin benutzen beide Sprachen das gleiche sprachliche Bild. Oft haben die Idiome diesen Typs den gleichen Ursprung oder sind den gleichen Quellen entnommen, z.B. der Bibel.
Beispiele:
18. 0iVIiFLOHVHOSDVDUXQFDPHOORSRUHORMRGHXQDDJXMDTXH ...
§ (V LVW OHLFKWHU HLQ .DPHO GXUFK HLQ 1DGHO|KU ]X EHNRPPHQ DOV 1HXHV Testament, Markus 10, 25; Matthäus 19, 24; Lukas 18, 25). 51 Die spanische und die deutsche Kultur sind sehr stark vom Christentum geprägt. Es ist deshalb nicht
50 Scherer 1993, S. 138
51 Die Bibel, Neues Testament, S. 26, S. 53, S. 90
13
verwunderlich, dass dieser aus dem Griechischen übernommene Satz in beiden Kulturen benutzt wird, und dass er in Form eines Idioms volläquivalent ist. 19. PDWDUHOWLHPSR § GLH=HLWWRWVFKODJHQ 52 20. HVWDUHQHOVHSWLPRFLHOR § LPVLHEHQWHQ+LPPHOVHLQ 53
7HLOlTXLYDOHQ]
Hier stimmen die Idiome der Ausgangs- als auch der Zielsprache auf mindestens einer Ebene, d.h. der Bedeutung, der Struktur oder des sprachlichen Bildes überein.
Beispiele:
21. QR YDOHU GRV UHDOHV § NHLQH PGH 0DUN ZHUW VHLQ 54 Hier stimmen Struktur und Bedeutung überein.
22. pVWH HV HO FKLVWH § GDULQ OLHJW GLH 3RLQWH 55 Beide Idiome haben bei unterschiedlicher Struktur die gleiche Bedeutung. Das sprachliche Bild ist ähnlich.
23. WHQHU OD OHFKH HQ ORV ODELRV § KLQWHU GHQ 2KUHQ QRFK QLFKW WURFNHQ VHLQ 56 Die Struktur und das sprachliche Bild der Idiome sind verschieden, während die Bedeutung die gleiche ist.
24. SDFLHQFLD \ EDUDMDU § DEZDUWHQ XQG 7HH WULQNHQ 57 Hier stimmt nur die Bedeutung überein.
1XOOlTXLYDOHQ]
Für das Idiom der Ausgangsprache existiert keine idiomatische Entsprechung in der Zielsprache. Hier wird der große Einfluss der Kultur auf die Sprache deutlich, denn Sprache und besonders Idiome sind kulturspezifisch.
Beispiele:
26. HVWDUSHQVDQGRHQODVPXVDUDxDV § JHLVWLJDEZHVHQGVHLQ 58
52 Scherer 1993 , S. 91
53 ebd., S. 156
54 ebd., S. 124
55 ebd., S. 124
56 Beinhauer 1978, S. 584
57 Langenscheidts Handwörterbuch Spanisch 1993, S. 638
58 Beinhauer1978, S. 674
14
27. QRVHOHYHHOSHOR § PDQVLHKWLKQQLFKWPHKU E]Z HUOlVVWVLFKQLFKWPHKU sehen 59
28. KD\ URSD WHQGLGD § :DUQXQJ GDVV VLFK HLQH 3HUVRQ QlKHUW GLH QLFKW K|UHQ soll, worüber gesprochen wird 60
Bei der Nulläquivalenz gibt es grundsätzlich mehrere Möglichkeiten der Übersetzung. Es ist eine frei wählbare Umschreibung des spanischen Idioms möglich. Das sprachliche Bild und damit der Reiz des originalen Idioms geht dadurch jedoch verloren. Dies geschieht allerdings auch bei Übersetzungen im Bereich der Teiläquivalenz. Dort geht das sprachliche Bild der Ausgangssprache wenigstens teilweise verloren, auch wenn ein Idiom der Zielsprache an dessen Stelle tritt. Eine zweite Möglichkeit wäre die Übernahme des Idioms des AT in den ZT ohne Übersetzung. Dies ist durchaus möglich, wenn Haupt- oder Nebensatz nur aus diesem Idiom bestehen. Beispiele:
29. -RVpVDJWH]X-XDQÄ7LHQHVSHORVHQHOFRUD]yQ³ . Wird in der Fußnote erklärt, welche Bedeutung dieser spanische Satz hat, ist die Übersetzung adäquat und die Kultur der Ausgangssprache wird sogar in Form ihrer Sprache sichtbar. Die Erklärung in Fußnoten ist dann natürlich zwingend erforderlich. Da diese eine deutsche Umschreibung des spanischen Idioms enthalten muss, wird das Problem der Übersetzung damit vom Haupt- auf den Nebentext verlagert. 30. (V JHIlOOW PLU QLFKW TXH WHQJDV SHORV HQ HO FRUD]yQ. Ist diese „Übersetzung“ noch angemessen? Das ist auch vom Skopos abhängig. Ob hier von geglückter Übereinstimmung gesprochen werden kann ist zumindest fraglich. Es ist möglich, dass die Verwendung des spanischen AT beim Rezipienten des ZT, der kein Spanisch spricht und den Text nicht wegen seines spanischen Hintergrundes liest, auf Unverständnis stößt. Die Übersetzung (V JHIlOOW PLU nicht, dass du so ein hartherziger Mensch bist ZlUH DGlTXDW GD GDV LP Spanischen Gemeinte im Deutschen sinngemäß wiedergegeben wird. Letztlich wäre noch die wörtliche Übersetzung möglich, inklusive der erklärenden Fußnote. Aber auch diese Variante ist aus obigen Gründen fraglich.
59 Beinhauer1978, S. 470
60 ebd., S. 545
15
6FKHLQlTXLYDOHQ]
Scheinäquivalente Phraseologismen und Idiome verhalten sich wie )DOVRV $PLJRV In diesem Fall besitzen die Modismen der Ausgangs- als auch der Zielsprache eine ähnliche oder gleiche Struktur und benutzen das gleiche Bild. Allerdings haben sie eine unterschiedliche Bedeutung. Beispiele:
31. HVWLUDU ODV SLHUQDV § VLFK GLH %HLQH YHUWUHWHQ 61 Die Übersetzung GLH %HLQH ausstrecken HLQLP'HXWVFKHQJHOlXILJHU3KUDVHRORJLVPXVZlUHIDOVFK
9DULDQWHQGHUhEHUVHW]XQJ
Wie bereits erwähnt ist die Übersetzung eines AT in einen ZT immer nur eine von mehreren Möglichkeiten. Das Ergebnis, der Zieltext, wird von mehreren Faktoren wie Skopos, subjektive Interpretation des AT durch den Übersetzer und dessen Kenntnisse über die kulturellen Hintergründe der Ausgangs- und Zielsprache bestimmt. Es kann deshalb nicht GLH richtige Übersetzung geben, sondern es gibt oft mehrere adäquate Möglichkeiten.
Beispiele:
32. )tVLFDOPHQWHWHQtDVPX\PDODVSHFWRFRQORODUJXLUXFKRTXHHVWDEDVQRYDOtDV GRVUHDOHV. § .|USHUOLFK VDKVWGXQLFKWJXWDXVVFKODNVLJZLHGXZDUVWKDWWHVW du nichts zu bieten 62 1R YDOHU GRV UHDOHV entspricht eigentlich dem deutschen Idiom NHLQH PGH 0DUN ZHUW VHLQ 'LH RELJH hEHUVHW]XQJ JLEW GHQ 6LQQ GHV spanischen Originals dennoch besser wieder. .HLQH PGH 0DUN ZHUW VHLQ KDW vorrangig einen materiellen Bezug. Aus dem Zusammenhang des Textes ist jedoch zu erkennen, dass dieser materielle Bezug nicht gemeint ist, sondern dass der Sprecher eine bestimmte Person nicht besonders attraktiv fand. Dies ist ein schönes Beispiel wie wichtig es ist, den Gesamtzusammenhang eines Textes zu erfassen. Eine Übersetzung aus linguistischer Perspektive würde hier völlig versagen.
61 Beinhauer 1978, S. 769
62 Scherer 1993, S. 124
16
33. 6yORVHYLYHXQDYH]HQHVWDIUDVHKD\PXFKDILORVRItDWLHQHPXFKDPLJD.
§ 0DQ OHEW QXU HLQPDO GLHVHU 6DW] LVW VHKU SKLORVRSKLVFK HU LVW VHKU
tiefgründig. 63 64
Hier sind beide Übersetzungsvarianten möglich. In beiden Fällen wird das Gemeinte im AT adäquat im ZT wiedergegeben.
%HLVSLHOEHUVHW]XQJHQ
Handlungscharakterisierungen
34. 'H UHSHQWH VH DEULy OD SXHUWD &DUPHQ OR YLy \ VH OHYDQWR FRPR XQ FRKHWH UHWLUiQGRVHDOIRQGRGHODVDOD.
§ 3O|W]OLFKJLQJGLH7UDXI&DUPHQEHPHUNWHHVVSUDQJZLHYRQGHU 7DUDQWHOJHVWRFKHQDXI und zog sich nach hinten in den Saal zurück 65
35. &RQHVWDUHVSXHVWDPHGHMyVLQUHVSLUDFLyQ\QRGLMHQLStR.
§ 0LWGLHVHU$QWZRUWUDXEWHHUPLUGHQ$WHPXQGLFKVDJWHNHLQ 66
Situationsbewertungen
36. 1RHQWLHQGRTXHQRWHGHVFXHQWDGHHVWRVHYHDODOHJXD
§ ,FKEHJUHLIHQLFKWGDVVGXGDVQLFKWPHUNVWGDVVLHKWGRFKHLQ%OLQGHUPLW 67 GHP.UFNVWRFN
Personale Bewertungen
37. 1RVpSRUTXpSHUR3DFRWHQtDVRUELGRHOVHVRDPLKLMD
§ ,FKZHLQLFKWZLHVRDEHUPHLQH7RFKWHUKDW an Paco HLQHQ1DUUHQ 68 JHIUHVVHQ
63 Scherer 1993, S. 124
64 ebd., S. 124
65 ebd., S. 19
66 ebd., S. 33
67 ebd., S. 46
68 ebd., S. 47
17
Wertende Verhaltenscharakterisierungen
38. $\HUHQODILHVWD0DQRORKL]RHOULGtFXORVLQGDUVHFXHQWDPHWLyWUHVYHFHVOD SDWDDOFRQWDUVXVDEVXUGDVDYHQWXUDVDPRURVDV.
§ %HLGHU)HWHJHVWHUQKDWVLFK
Manolo
OlFKHUOLFKJHPDFKW,
als er von seinen
blöden Liebesabenteuern berichtete. Ohne es zu merken, WUDWHU dreimal LQV 69 )HWWQlSIFKHQ
39. 'XUDQWRDxRVLQWHQWDED UHVWUXFWXUDUODHPSUHVDSHUR HQOXJDUGHDSR\DUOH QRKDFtDQPiVTXHSRQHUOHSHJDV.
§ -DKUHODQJYHUVXFKWHHUGDV8QWHUQHKPHQneu zu strukturieren, doch statt ihn zu unterstützen, ZDUIHQVLHLKP.QSSHO]ZLVFKHQGLH%HLQH 70
Interaktionscharakterisierungen
40. +HGLFKRDODFKDYDODTXHVLQRODSDJDQFRPRVHGHEHSURWHVWHWRGRPHQRV KDFHUHOSULPR.
§ ,FKKDEHGHP0lGFKHQJHVDJt, dass es, wenn man es nicht ordentlich bezahlt, protestieren soll. Alles, nur nicht VLFKKHUHLQOHJHQODVVHQ 71
41. 8Q GtD GHVSXpV GH QXHVWUD GLVFXVLyQ HO GLUHFWRU UHFRJLy YHODV \ WUDWy GH DUUHJODUHODVXQWRSRUODVEXHQDV.
§ (LQHQ7DJQDFKXQVHUHU'LVNXVsion PDFKWH der Direktor HLQHQ5FN]LHKHU und versuchte, die Sache gütlich zu regeln 72
Charakterisierung von Personen
42. (VXQDPXMHUTXHVLHPSUHGLFHORTXHSLHQVD1RWLHQHSHORVHQODOHQJXD.
§ 6LHLVWHLQH)UDXGLHLPPHUVDJWZDVVLHGHQNW6LHQLPPWNHLQ%ODWWYRU 73 GHQ0XQG
43. &RQPLJR QR SXHGHV KDFHU HVRV QHJRFLRV HQ ORV TXH VyOR JDQDV W~ SRUTXH \R GHWRQWRQRWHQJRQLXQSHOR.
§ 0LWPLUNDQQVWGXMHQH*HVFKlIWHEHLGHQHQQXUGXQLFKWPDFKHQ,FKELQ 74 QLFKWDXIGHQ.RSIJHIDOOHQ
69 Scherer 1993, S. 61
70 ebd., S. 75
71 ebd., S. 107
72 ebd., S. 109
73 ebd., S. 138
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Matthias Doyscher, 2001, Probleme bei der Übersetzung von Idiomatik, München, GRIN Verlag GmbH
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