1. Einleitung 3
2. Die Börse - History 4
2.1 Definition und Aufgaben der Börse 5
2.2 Angebot und Nachfrage 6
2.3 Deutsche Börsenplätze 7
2.4 Börsensegmente 8
2.5 Börsenpsychologie 10
3. Was sind Börsenkurse, wie werden sie ermittelt? 11
3.1 Kursumstellung auf den EURO 12
3.2 Was Kurse bewegt? 12
4. Indizes 15
4.1 Nationale Indizes 16
4.2 Internationale Indizes 19
5. Vergleich der Wirtschaftsnationen USA, EU und Japan 20
5.1 Die Zentralbanken 22
5.2 Das Zinsorakel 22
6. Resümee 23
7. Literaturverzeichnis 24
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1. Einleitung
Die Aktie als Geldanlage hat in Deutschland lange Zeit eine wesentliche geringere Rolle gespielt als in den restlichen Industrienationen. Obwohl in den 50er Jahren erste Versuche aufkamen, den Mythos einer Volksaktie einzuführen, dauerte es noch ein Weile, bis Dividendenpapiere wirklich populär wurden.
Selbst die Hausse 1 von 1982 bis 1986 war die Sache der Minderheit und wurde vom Otto-Normalverbraucher, also der breiten Öffentlichkeit, kaum registriert. Umso größer war das Aufsehen, als es dann Oktober 1987 zum Crash kam.
Viele Anleger, die sich gerade erst auf das Börsenparkett wagten, verabschiedeten sich gleich wieder von dieser Art der Geldanlage. Die Aktienkultur in Deutschland war schon wieder beendet, bevor sie an Popularität zulegen konnte, der allgemeine Börsenaufschwung nach der deutschen Wiedervereinigung änderte an dieser Tatsache wenig.
So richtig populär wurde die Aktie als Geldanlage erst wieder mit dem Börsengang von Ron Sommer & Co 1996. Die Deutsche Telekom hatte ihre Börseneinführung mit einem medialen Aufwand vorbereitet, der hierzulande ohne Beispiel war. Durch den unvorstellbaren Werbeaufwand wurden sogar wieder jene Anleger angelockt, die vor 10 Jahren noch sauer in den Apfel gebissen hatten. Plötzlich wurde nicht nur in Insiderzeitschriften, sondern auch in regionalen, sowie in überregionalen Tageszeitungen, in Publikumsmagazinen und sogar in Boulevardblättern ausgiebig über Anlagetipps, Indizes und Charts berichtet. Diese Popularität des Themas Börse hat dazu geführt, dass sich nun auch Privatanleger für Aktien interessierten. In den Anfangskapiteln dieser Arbeit wird ein allgemeiner Einblick in das Börsengeschehen gegeben (Entstehung, Aufgaben, Untergliederungen...). Detailliertere Gesichtspunkte werden noch explizit in den darauf folgenden Kapiteln erläutert. Das persönliche Anlageziel ist ein wichtiger, vielleicht sogar der entscheidende Faktor für die Wahl der angemessenen Strategie. Auch wenn viele Abläufe heutzutage automatisiert sind, die wichtigsten Entscheidungen werden auf dem Parkett immer noch von Menschen getätigt. Deshalb möchte ich auf den Bereich der Börsenpsychologie kurz eingehen. Um den internationalen Aspekt dieser Arbeit nicht zu vernachlässigen, werde ich auf die EZB sowie die Federal Reserve (Fed) zu sprechen kommen und einen kleinen Vergleich der 3 großen Wirtschaftsnationen USA, Europa und Japan wagen.
1 Eine Hausse bezeichnet einen länger anhaltenden Kursanstieg an der Börse, der sich über den gesamten
Aktienmarkt oder zumindest wichtige Teilbereiche der Märkte erstreckt und sich nicht nur auf einzelne Papiere
beschränkt.
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2. Börse - History
Die Geschichte der Börse begann vor mehr als 500 Jahren. Im frühen Mittelalter begannen die Kaufleute damit, sich in den wirtschaftlichen Zentren Europas zu treffen, um bei Warenmärkten und Messen ihre Produkte auszutauschen. Allerdings gestaltete sich der Umgang mit dem Zahlungsverkehr schwierig, denn das Münzwesen war sehr verwirrend und unstrukturiert; so gründete man 1402 die ersten Wechselstuben. Erst im Jahre 1585 einigten sich 82 Kaufleute darauf den Wert von Münzsorten durch Vereinbarung festzulegen. Diesen Markstein der wirtschaftlichen Entwicklung prägte die Stadt Frankfurt ganz entscheidend, sie besaß nämlich bereits seit 1180 ein Münzregal und war somit berechtigt für die Kursfestsetzung die amtliche Genehmigung zu erteilen. Allerdings begannen auch andere Städte sich wirtschaftlich weiterzuentwickeln. Zwischen 1550 und 1560 gründeten Augsburg, Hamburg, Köln und Nürnberg ebenfalls Börsen, welche die Aufgabe hatten, den Warenhandel zu unterstützen.
Im Mittelpunkt d es Handels standen damals jedoch nur Münzen und Wechselbriefe. Die ersten großen Unternehmen, die man aufgrund ihrer Rechtsform heute als Aktiengesellschaft bezeichnen würde, entstanden im 17. und 18. Jahrhundert. Eine dieser Aktiengesellschaften, die Vereinigte Ostindische Kompanie, die im Jahre 1602 gegründet wurde und von da an hauptsächlich mit Indien den Warenhandel betrieb, schaffte den Durchbruch: Sie schufen die Aktie als Finanzierungsinstrument. Dieser bedeutende Schritt auf dem Weltmarkt konnte ihr nur durch ihr damals schon beachtliches Kapital von 6, 6 Millionen Gulden gelingen. Dieses Kapital teilten sie in 1100 Aktien zu je 6000 Gulden auf. Ihre durchschlagend neue Idee war es, die Anteile des Unternehmens handeln zu lassen, ohne dass das Unternehmen dabei Kapital zurückzahlen oder neu aufnehmen musste.
Die Ostindische Kompanie verkaufte die Mehrheit ihrer Aktien an die Handelskammer von Amsterdam, an sechs holländische Provinzen und verschiedene wohlhabende Kaufleute. Im Laufe der Zeit entwickelte sich ein lebhafter und rentabler Handel. Das Unternehmen entfaltete sich prächtig. Im ersten Handelsjahr hatte das Unternehmen 20% Dividende, im Jahre 1606 kam das Unternehmen bereits auf 75%.
Nach dem Ende des 18. Jahrhunderts wurde in Deutschland der Handel mit Schuldverschreibungen/Anleihen erst wieder so richtig populär.
1820 brachte die österreichische Nationalbank die ersten Dividendenpapiere an die Börse. Die Aktie war einer der Hauptgründe für die industrielle Revolution des 19. Jahrhunderts, sogar heute spielt die Aktie noch eine bedeutende Rolle in der Weiterentwicklung der Wirtschaft und des Fortschritts (Bsp.: Bio-und Computertechnologie).
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1870 erfolgte die Liberalisierung des Aktienrechts in dessen Folge sich innerhalb von nur zweieinhalb Jahren 107 neue Aktienbanken bildeten (darunter auch Deutsche Bank, Dresdner Bank, Commerzbank). 1873 wurden jedoch 73 der neu entstandenen Banken wieder liquidiert oder auf größere, kapitalkräftigere Banken übertragen, um drohenden Zahlungsunfähigkeiten zuvorzukommen. Das Börsengesetz von 1896 bestimmte, dass Aktien neugegründeter Gesellschaften erst ein Jahr nach ihrer Ausgabe zum Börsen-handel zugelassen wurden.
Da die Gesellschaften das Kapital aber sofort benötigten, mussten hohe Summen zwischenfinanziert werden. Dazu waren nur große Aktienbanken in der Lage. So wurden kleine Banken aus der Industriefinanzierung herausgedrängt, was den Konzentrationsprozess beschleunigte.
Die Großbanken erhielten erheblichen Einfluss auf die industrielle Entwicklung, da sie für bei ihnen hinterlegte Aktien das Depotstimmrecht ausübten.
Lange Zeit war die derzeitige Reichshauptstadt Berlin die Börsenmetropole Deutschlands. Durch die Börsenreform 1935 wuchs jedoch die Bedeutung der Frankfurter Börse. Nach dem 2. Weltkrieg und der damit verbundenen Teilung Deutschlands, wurden die nationalen und internationalen Anleger gezwungen nach Frankfurt auszuweichen. So erlangte Frankfurt eine Vormachtstellung unter den deutschen Börsen, die sich bis heute gefestigt hat. 1980 konnte Frankfurt einen Umsatz von knapp 50% verzeichnen, zehn Jahre später waren es bereits 65,8%. Heute kann man an der Frankfurter Börse von einem 80% - Anteil aller getätigten Umsätze ausgehen. International steht die Frankfurter Börse an vierter Stelle, hinter Tokio, New York und London.
2.1 Definition und Aufgaben der Börse
Die Börse ökonomischer Ort, an welchem fungible, abwesende Güter gehandelt werden. Die Marktveranstaltungen finden regelmäßig innerhalb einer begrenzten Zeit statt. Börsen unterscheiden sich nach
• der Art der gehandelten Güter in: Wertpapier- oder Effektenbörsen, Devisenbörsen, Warenbörsen und Versicherungsbörsen
• der Geschäftsform; Börsen für Kassageschäfte und Börsen für Termingeschäfte bzw. spezielle Termingeschäfte (Optionsbörsen)
• Präsenz bzw. Nichtpräsenz der am Handel beteiligten Börsenmitglieder am ökonomischen Ort des Handels in: Präsenzbörse und Computerbörse
• dem Sitz der Börse: Inlandsbörse oder Auslandsbörse
Ihrer Bedeutung entsprechend wird die führende Börse eines Landes als Zentral- oder Leitbörse bezeichnet.
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Als Leitbörse wird die führende Börse eines Wirtschaftsraums bezeichnet. Deren Kursentwicklung wirkt bestimmend auf das Geschehen der kleineren Nachbarbörsen. Für Deutschland übt die Frankfurter Wertpapierbörse die Leitbörsenfunktion aus. Zu den wesentlichen Aufgaben der Börse gehören:
• Abstimmen von Angebot und Nachfrage in bezug auf Effekten bzw. andere Objekte.
• Ermitteln eines Kurses.
• Bieten der Möglichkeit, Kapital anzulegen oder zu beschaffen.
• Einen funktionierenden Handel zu gewährleisten.
„Am Beispiel der Aktie erläutert: Für große Unternehmen ist die Börse das Instrument für die (Eigenkapital-)Finanzierung. Sie fungiert einmal als Bindeglied zwischen Unternehmen (Emittent) und Anleger - das ist der Primärmarkt -, bildet aber auch die Handelsplattform für die Anleger untereinander (Sekundärmarkt). Sie ist damit die Brücke zwischen den Interessen des Finanzierungsbedarfs auf der einen Seite und den Bedürfnissen des Anlegerschutzes auf der anderen. Außerdem trachtet die Börse nach Effektivität, indem sie möglichst hohe Umsätze in möglichst kurzer Zeit mit geringstem Aufwand (Kosten) abzuwickeln sucht.“
2.2 Angebot und Nachfrage
Immer wieder ist die Rede davon, das die Kurse der Aktien schwanken, zuweilen sogar beträchtlich. Aber wie kommt es eigentlich zu diesen Abweichungen, die manchmal ein Papier an ein- und demselben Tag für einige Stunden zum Schnäppchen werden lassen, während es schon wenig später wieder teurer ist?
Ein Kurs ist nichts anderes als der Preis, zu dem ein Papier im Augenblick gehandelt wird. Und Preise, so heißt es etwas formelhaft, bestimmen sich aus Angebot und Nachfrage. Das bedeutet, dass immer der Preis zustande kommt, zu dem die Besitzer der Aktien bereit sind zu verkaufen. Und die, die Aktien kaufen wollen, müssen bereit sein zu bezahlen. Im Grunde genommen müssen Verkäufer und Käufer sich also auf einen Preis einigen, der beide zufrieden stellt. Theoretisch könnten das alle Aktienbesitzer auch unter sich ausmachen. Der Wertpapierhandel wäre dann nur ein unglaublich schleppendes Geschäft. Man wäre ständig auf der Suche nach den Besitzern der Papiere, die man kaufen möchte. Nun wäre auch das Treffen an der Börse nichts weiter als ein informeller Club von Aktienfans, wenn es dort nicht einige systematische Abläufe gäbe, die für alle Beteiligten gleich faire Konditionen erzeugen. Der Preis nämlich, zu dem eine Aktie aktuell gehandelt wird, soll für alle verfügbar sein.
Und er soll sich nicht auf die Geschäfte einiger weniger beziehen, sondern er soll die aktuelle Lage des Marktes widerspiegeln.
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Das heißt aber, das alle Kaufs- und Verkaufsangebote für jede einzelne Aktie zentral erfasst und ausgewertet werden müssen.
Denn das genau heißt ja „ Angebot und Nachfrage“. Zu welchen Preisen sind die Händler bereit zu kaufen, bzw. zu verkaufen. 2.3 Börsenplätze
„Im Jahr 1836 wurde in Frankfurt die erste deutsche Aktie gehandelt. In den folgenden Jahrzehnten war es für die Aktiengesellschaften von entscheidender Bedeutung, Kapitalgeber in der Nähe ihres Hauptstandortes ansprechen zu können.“. Denn zu damaliger Zeit gab es natürliche keine, mit heute vergleichbaren
Nachrichtenverbindungen und Informationsquellen. Es bildeten sich dementsprechend Regionalbörsen, die entscheidenden Anteil am Wirtschaftsleben der jeweiligen Region hatten und haben.
In Deutschland gibt es acht Wertpapierbörsen:
• Frankfurt am Main (Hauptbörse)
• Düsseldorf
• München
• Stuttgart
• Berlin
• Bremen
• Hamburg
• Hannover
Die Bedeutung der einzelnen deutschen Börsen ist jedoch recht unterschiedlich. Mit Abstand der größte Teil des täglichen Handels mit deutschen Standardwerten konzentriert sich auf die Frankfurter Börse. Nicht umsonst ist Frankfurt einer der Wirtschaftsmetropolen in Europa und das zu Recht.
Andere Handelsplätze wie München , Berlin oder Stuttgart haben in den vergangenen Jahren viel getan, um sich im Handel mit ausländischen Aktien oder Optionsscheinen zu etablieren. Unabhängig vom jeweiligen Börsenplatz gibt es in Deutschland vier Handelssegmente, die sich vor allem durch unterschiedliche Zulassungsvorschriften voneinander unterscheiden. Näheres dazu im nachfolgenden Abschnitt.
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2.4 Börsensegmente
An den meisten Börsen ist der Handel in vier Segmente gegliedert, diese entscheiden sich vorrangig durch die Zahlungsvoraussetzungen voneinander. Die vier Marktsegmente sind: Der Amtliche Handel, der Geregelte Markt, der Freiverkehr und der Neue Markt. Der Amtliche Handel ist die höchste Kategorie des Börsenhandels, denn um hier als Aktiengesellschaft teilnehmen zu können, müssen aufwendige Publizitätspflichten durch das Unternehmen erfüllt werden und das Unternehmen muss mindestens seit drei Jahren bestehen. Das Eigenkapital einer Aktiengesellschaft, welche die Zulassung zum amtlichen Handel erhalten will, darf nicht weniger als 2,5 Millionen Mark betragen. Unabhängig davon muss es dem Anleger möglich sein 25% des Gesamtnennbetrages (ausschließlich bei Aktien) käuflich zu erwerben. Wertpapiere aus dem Amtlichen Handel unterliegen zwar auch den normalen Kursschwankungen, gelten jedoch aufgrund der umfassenden Publizitätspflicht, als verhältnismäßig sicher. Die Kursfeststellung des amtlichen Handels erfolgt durch amtlich bestellte und vereidigte Kursmakler.
Im Rahmen dieses Marktsegments kann mit einer Reihe von marktbreiten Aktien- und Anleihetiteln während der gesamten Börsenzeit, d. h. fortlaufend oder variabel, gehandelt werden. An manchen Börsen (z.B. in Frankfurt) wird jedoch ein Mindestbetrag für die Aufträge festgelegt. Meistens liegt das Mindestvolumen (bei Aktien) bei 100 Stück oder einem Vielfachen. An verschiedenen Regionalbörsen, wie z. B. in Stuttgart werden jedoch alle Aktien variabel gehandelt, d.h. eine Mindeststückzahl ist nicht festgelegt. Die Vorteile der variablen Notierung bestehen darin, dass Anleger sowie Händler sehr schnell auf die Entwicklungen des Marktes reagieren können, weil für jeden Auftrag ein eigener Börsenkurs festgelegt wird. Für den Anleger interessant: Bei unlimitierten Aufträgen besteht Anspruch auf Auftragsausführung, sofern am jeweiligen Tag ein Umsatz in der betreffenden Aktie zustande kommt.
Das Börsensegment Geregelter Markt existiert seit 1987. Als Mindestbetrag, muss dem Markt ein Nennbetrag von 500.000 DM zur Verfügung stehen. Vor der Einführung an der Börse ist es notwendig einen Unternehmensbericht zu veröffentlichen (Dieser muss jedoch weniger umfangreich sein als der Prospekt des Amtlichen Handels). Allerdings besteht bei dem Geregelten Markt keine Mindestalterpflicht für das Unternehmen und auch die Veröffentlichung eines Zwischenberichts ist nicht erforderlich. Der Geregelte Markt bietet den Unternehmen einen guten Anlegerschutz und erleichterte Zugangs-voraussetzungen. Er gehört genau wie der Amtliche Handel zu den öffentlich-rechtlich strukturierten Marktsegmenten.
Der Anspruch auf Ausführung unlimitierter Orders besteht auch in diesem Handelssegment. Bei seiner Konzeption war der geregelte Markt quasi als Vorstufe zum amtlichen Handel gedacht.
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Der Freiverkehr hat an den deutschen Börsen eine sehr lange Tradition. Es bestehen
keine besonderen Zulassungsvorschriften, allerdings müssen Unternehmensberichte dem Freiverkehrsausschuss der jeweiligen Börse zugänglich gemacht werden. Da keine besondere Börsenzulassung nötig ist, könnten Aktien ohne größere Formvorschriften an der Börse eingeführt werden. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist das Qualitätsspektrum im Freiverkehr wesentlich breiter als in anderen Segmenten. Von zweifelhaften Pennystocks 2 bis hin zu absoluten Blue Chips 3 tummeln sich hier vor allem ausländische Aktien und natürlich auch die Titel kleiner deutscher Unternehmen. Viele äußerst namhafte Auslandsaktien werden an deutschen Börsen im Freiverkehr gehandelt, weil die Zulassung zum amtlichen Handel mit so strengen Publizitätsvorschriften und entsprechend hohen Kosten verbunden ist.
Für das größte Aufsehen hat in letzter Zeit das vierte und jüngste Handelssegment gesorgt. Der Neue Markt, er wurde erst im Jahre 1997 ins Leben gerufen. Dieses
Segment bietet insbesondere jungen wachstumsorientierten Unternehmen,
beispielsweise aus der Computerbranche, die Möglichkeit, sich über die Börse zu finanzieren und bekannt zu machen. Hier sind die Zulassungsvoraussetzungen wieder wesentlich anspruchsvoller. Das Emissionsvolumen des Unternehmens muss mindestens bei 10 Millionen DM liegen, der Streubesitz sollte mindestens 25% betragen und ein Betreuer sollte für die Handelsabwicklung zuständig sein. Damit Alt- Gesellschafter nicht die einfache Möglichkeit haben, in diesem Segment sehr schnell sehr viel Geld zu verdienen, dürfen sie ihre Aktien mindestens sechs Monate lang nicht verkaufen. Im neuen Markt dürfen nur Stammaktien emittiert werden, mindestens 50 Prozent des Emissionsvolumens müssen aus einer Kapitalerhöhung stammen. Der Neue Markt hat die höchsten Zulassungs- und Publizitätsanforderungen aller vier Börsensegmente. Er ist wie der Freiverkehr privatem Recht unterworfen. Zu den erhöhten Pflichten gehören auch Jahresabschlüsse nach internationalen Standards, Quartalsberichte, Analystenveranstaltungen und die Herausgabe eines Unternehmenskalenders mit wichtigen Daten. Die Liquidität am Neuen Markt wird durch Betreuer (Designated Sponsors) sichergestellt, die sich verpflichtet haben, auf Anfrage verbindliche Geld- und Briefkurse zu erstellen. Ein Betreuer ist ein an der Börse zugelassenes Unternehmen, das primär als Ansprechpartner für den Handel und als Experte für den jeweiligen Wert fungiert.
In der Regel handelt es sich dabei um die Bank(en), die den Börsengang begleitet haben. Der Neue Markt bietet große Gewinnaussichten, damit verbunden auch ein erhöhtes Risiko.
2 Aktien mit einem Kurs <1
3 angloamerikanische Bezeichnung für Aktien erstklassiger Unternehmen, insbesondere für solche, die im Dow-
Jones-Index erfasst werden. Sie zeichnen sich durch hohes Rating und i.d.R. ein gutes Kurs/Gewinnverhältnis
aus. In Deutschland spricht man von Standardpapieren.
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Die Anzahl der dort notierten Unternehmen wächst stetig. Ein großes Vorbild für die Schaffung des Neuen Marktes war die amerikanische Innovationsbörse Nasdaq. Viele der dort notierten Unternehmen wie Microsoft, Apple und Cisco sind innerhalb weniger Jahre von Garagenbetrieben zu milliardenschweren Weltmarktführern geworden. (siehe auch unter 4.1)
Abb.1: Stand Juli/2001
2.5 Börsenpsychologie
Börsenpsychologie ist eine Wissenschaft, die mit sehr viel Fingerspitzengefühl betrieben werden muss, sie ist fast eine Kunst. Die am häufigsten gebrauchten Wörter an der Börse sind: vielleicht, hoffentlich, möglich , es könnte, wahrscheinlich ... . Man muss nicht unbedingt in die Tiefen des Unbewussten hinabsteigen, um das Thema der Börsenpsychologie darzustellen. Bessere Anhaltspunkte als die Psychologie liefern uns hier die Sozialpsychologie. Menschen sind soziale Wesen und als solche werden sie von Kindheit an dazu erzogen, sich gruppenkonform zu verhalten. In der Regel werden Gehorsam, Konformität und soziale Fähigkeiten gefördert und Individualität wird strikt unterbunden und sanktioniert. Wer eigensinnig ist, nur sich selbst vertraut, nur seine Meinung in den Vordergrund stellt und die allgemeine Mehrheit ignoriert, der gilt als Individualist und wird sozial isoliert. Kein Wunder also, dass es so schwer ist, sich gegen die Mehrheit zu stellen. Wir haben es in unserer Kindheit einfach nicht gelernt so zu agieren. Das sitzt so tief in uns, dass wir deshalb so anfällig in Sachen Euphorie und Panik sind und uns an der Börse zu schnell mitreißen lassen, positiv wie negativ. Für die allermeisten Anleger ist ein Börsengewinn weit mehr als ein Zuwachs von an Geld, ein Kursverlust weit mehr als eine finanzielle Einbuße.
Mit Gewinnen sind ganz bestimmte Emotionen verbunden. Börsianer neigen dazu, Erfolg und Misserfolg ihrer Engagements auf Bereiche ihrer Persönlichkeit zu übertragen, die mit Aktien und Finanzen nicht das Geringste zu tun haben.
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Große Erfolge auf dem Parkett sind zweifelsfrei förderlich für das Selbstbewusstsein, aber unendlich kann dieses Steigerung nicht sein. Wenn vom Selbstbewusstsein des Anlegers nur noch ein kümmerlicher Rest übrigbleibt, ja genau dann hat er ein Problem. Deshalb sollten sich Privatanleger, sowie ihre professionellen Kollegen sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, Kursgewinne machen einen nicht zum Genie und Kursverluste machen aus einem keinen Versager.
Das war auch schon im alten Rom bekannt. Wenn ein siegreicher Feldherr im Triumphzug durch die Stadt zog, dann fuhr auf seinem Streitwagen ein eigens für diesen Zweck engagierter Nörgler mit, der ihm dann fortwährend klarmachte, „Bedenke Feldherr, du bist sterblich“. Somit wurde jene Triumphfigur gleich wieder auf den Boden der Wahrheit zurück geholt.
3. Was sind Börsenkurse, wie werden sie ermittelt?
„Der Kurs bezeichnet den aktuellen Preis der Ware „Wertpapier“ oder eines anderen Börsenobjektes. Er legt den Wert offen, der dem betreffenden Wertpapier seitens der Kauf- oder Verkaufsinteressen beigemessen wird.
Anhand der vorliegenden Kauf- und Verkaufsaufträge setzt der zuständige Makler den Kurs für sein Wertpapier fest, und zwar so, dass möglichst alle vorliegenden Aufträge ausgeführt werden können. Seit dem 1. Januar 1999 werden alle Kurse an Deutschen Börsen in Euro angegeben.à Dazu mehr im nächsten Unterabschnitt. Es werden zwei Notierungsarten von Kursen unterschieden:
• Kassakurse, auch Einheitskurse genannt.
• Variable Notierungen, die auch als fortlaufende Notierungen bezeichnet werden. Es wird ein Wert im Kassakurs notiert, wenn börsentäglich nur ein Wert bestimmt wird oder für diejenigen Aufträge in variablen notierten Wertpapieren, die den festgesetzten Mindestschluss (Mindeststückzahl, die meistens 50 Stück beträgt) nicht erreichen. Zu diesem Kurs werden dann alle Kauf- und Verkaufsaufträge ausgeführt, sofern kein Limit gesetzt wurde. Bei der variablen Notierung werden während der gesamten Handelszeit laufend Kurse für das bestimmte Wertpapier ermittelt. Heutzutage natürlich mit Hilfe des Computers.
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3.1 Kursumstellung auf den EURO
Der EURO- dominierende Kapitalmarkt vergrößert die Investitionschancen der Anlegerschaft und erweitert die Platzierungsmöglichkeiten der Emittenten. An den Kapitalmärkten der Mitgliedsländer werden alle Aktienkurse und festverzinslichen Wertpapiere ab 1.1. 1999 auf EURO umgestellt, wobei manche Indizes aber noch nicht neu berechnet wurden.
Die Zinsen für Neuemissionen auf dem Kapitalmarkt könnten zu Beginn etwas höher sein, da die Anleger einen Risikoausgleich für die größere Unsicherheit verlangen werden, die mit der Etablierung einer neuen Institution wie der EZB zunächst verbunden ist. Mit der endgültigen Einführung der europäischen Einheitswährung kommt es zu einem großen Synergieeffekt, es fallen die Umsätze aller Transaktionen der im EURO aufgegangenen Währungen untereinander weg.
3.2 Was Kurse bewegt?
Steigt der Kurs einer Aktie eines Unternehmens, so steigt auch der Wert des Unternehmens selbst. Wenn die Unternehmenspolitik primär auf die Steigerung des Gesamtwerts eines Unternehmens ausgerichtet ist, nennt man dies Shareholder Value. Firmenpolitische Maßnahmen, die Kurse steigen lassen, sind zum Beispiel Umstrukturierung, Fusionen, neue Aktivitätsfelder erschließen. Neben der Entwicklung der einzelnen Unternehmen hängt die Börse von vielen konjunkturellen Einflüssen ab. Dazu zählen 4 :
• Zinsen.
• Geldmenge.
• Investitionen.
• Arbeitsmarktlage.
• Konsumneigung.
• Wechselkurse.
• Preise. Zinsen:
Niedrige oder sinkende Zinsen aufgrund reichlicher Liquidität regen die Konjunktur an. Sie führen bei den Unternehmen zu niedrigeren Produktions-, Lager- und Investitionskosten und bringen steigende Gewinne. Umgekehrt bedeuten höhere Zinsen steigende Kosten, wodurch die Investitionsneigung der Unternehmen eingeschränkt wird.
4 http://www.focus.de
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Außerdem machen steigende Zinsen festverzinsliche Wertpapiere im Vergleich zu Aktien attraktiver, dämpfen die Bereitschaft, auf Kredit zu kaufen, und drücken tendenziell die Aktienkurse. Umgekehrt treiben niedrigere Zinsen die Aktienkurse in die Höhe. Geldmenge:
Ein wichtiger Indikator für die Liquiditätsentwicklung einer Volkswirtschaft ist das Wachstum der Geldmenge. Die Bundesbank hat regelmäßig einen Zielkorridor für den Zuwachs der Geldmenge genannt und damit deutlich gemacht wie sie die Konjunktur einschätzt, und wie viel Liquidität ihrer Ansicht nach die Wirtschaft für ein weitgehend inflationsfreies Wachstum benötigt.
Diese Funktion nimmt jetzt die Europäische Zentralbank wahr, die sich desselben geldpolitischen Instrumentariums bedienen wird wie die Bundesbank. Grundsätzlich gilt:
Mehr Liquidität und sinkende Zinsen sind günstig für Konjunktur und Kursentwicklung, weniger Geld dämpft sie. Investitionen:
Hohe (Erweiterungs-)Investitionen der Industrie signalisieren, dass die Wirtschaft die Wachstumschancen günstig einschätzt. Rationalisierungsinvestitionen verbessern die Wettbewerbsfähigkeit und die Rentabilität der Unternehmen. Grundsätzlich sind Investitionen stärkeren Schwankungen ausgesetzt als der Konsum. Arbeitsmarkt:
Steigende Arbeitslosigkeit bedeutet, das gesamtwirtschaftlich die Arbeitseinkommen sinken, die für den Konsum zur Verfügung stehen. Ein leergefegter Arbeitsmarkt bedeutet umgekehrt, dass der weiteren konjunkturellen Expansion personelle Engpässe entgegenstehen. Es müssen neue Arbeitskräfte angelernt oder gelernte von der Konkurrenz abgeworben werden: Das steigende Kosten. Bei der Beurteilung der Arbeitsmarktlage darf man nicht allein auf die Zahl der Arbeitslosen achten, sondern muss auch qualitative Aspekte (z.B. das Ausbildungsniveau) berücksichtigen. Bevorstehende Tarifverhandlungen (Frühjahr 2002) sind ein Unsicherheitselement und werden so auch von der Börse bewertet, denn zu hohe Lohnsteigerungen oder Arbeitszeitverkürzungen können die wirtschaftliche Entwicklung einer Branche belasten. Konsumneigung:
Es gibt Phasen, in denen die stärksten Konjunkturimpulse vom Konsum ausgehen. Rückschlüsse ermöglichen der Konsumklimaindex der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) und die Einzelhandelsumsätze. Wechselkurse:
Gerade für Deutschland mit einem hohen Exportanteil am Bruttosozialprodukt ist die Entwicklung der Wechselkurse von großer Bedeutung. Der Euro reduziert diese
Abhängigkeit, hebt sie aber gegenüber Drittwährungen natürlich nicht auf.
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Ein hoher Euro-Kurs gegenüber niedrigem Fremdwährungskurs verteuert deutsche Produkte im Ausland und erschwert die Absatzchancen oder drückt die Gewinnspanne. Er senkt aber auch die Kosten für Rohstoffe oder Vorprodukte. Ist beispielsweise der Dollarkurs niedrig, sind die meist in Dollar abgerechneten Rohstoffe (Öl, Gas usw.) für deutsche Unternehmen relativ billig. Andererseits müssen die Amerikaner mehr für deutsche (bzw. europäische) Produkte bezahlen - das kann zu Absatzrückgängen führen. Umgekehrt führt ein niedriger Euro-Kurs zu einer Verbilligung der Waren im Ausland oder erhöht die Gewinnspanne. Importierte Rohstoffe hingegen verteuern sich. Preise:
Stark anziehende Preise können die Notenbank veranlassen, auf die Kreditbremse zu treten. Von Bedeutung ist dabei nicht nur die inländische Preisentwicklung. So hat z.B. der Erdölpreis erheblichen Einfluss auf die weltweite Konjunktur. Höhere Ölpreise dämpfen in der Regel die Konjunkturentwicklung, niedrigere Preise regen die Wirtschaft an. Darüber hinaus beeinflussen die Ölpreise auch das inländische Preisniveau. Bestimmend ist auch der Trend:
Je nachdem, wie sich die Kurse entwickeln, unterscheidet man dabei zwischen einem Aufwärtstrend, einem Abwärtstrend oder - wenn keine klare Richtung auszumachen isteinem Seitwärtstrend. Die Mehrheit der Marktteilnehmer geht mit dem Trend („The trend is your friend“): Sie kaufen bei steigenden Kursen und verkaufen bei fallenden. Kurzfristige Schwankungen gehören zum Erscheinungsbild eines Trends, weil immer wieder Übertreibungen nach oben oder unten korrigiert werden. Ein Trend läuft aus oder kippt um, wenn sich bei den Marktteilnehmern die Überzeugung durchsetzt, nun sei es zuviel des Guten oder Schlechten, in den Kursen sei die Zukunft inzwischen mehr als vorweggenommen („eskomptiert“).
Wirtschaftsdaten geben Hinweise auf bevorstehende Entwicklungen. Ist beispielsweise ein Konjunkturaufschwung 5 in Sicht, reagiert die Börse bereits positiv ohne dass dieser bereits eingetreten ist. Das gleiche gilt natürlich umgekehrt. Befindet sich die Wirtschaft in einem Boom und es kommen Signale auf, dass es nicht mehr so gut weiterläuft, reagiert die Börse negativ. Die Börse nimmt also bevorstehende Entwicklungen meist vorweg. Erwartungen prägen den Kurs sehr stark. Technische Reaktionen:
Nach ungewöhnlich starken und raschen Kurssteigerungen, an "überkauften" Märkten, werden oft Aktien verkauft, um Kursgewinne mitzunehmen.
Das Gegenteil passiert nach Kurseinbrüchen: Dann decken sich Baissespekulanten wieder mit Aktien ein, die sie "vorverkauft" hatten (d.h. schon im voraus Aktien verkauft haben, die sie noch gar nicht besaßen) 6 .
5 siehe Ifo-Geschäftsklima Index
6 short sell im Fachjargon genannt
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In beiden Fällen spricht man von technischen Reaktionen. Privatanleger sollten diese kurzfristigen Schwankungen in aller Ruhe aussitzen. 7
4. Indizes
Ein Aktienindex ist im Prinzip eine feine Sache: Mit einem Blick lässt sich ein allgemeiner Eindruck der Börsentendenz eines bestimmten Tages gewinnen. Indizes sind Barometer der Weltbörsen, an ihrer Entwicklung kann man den Trend des Gesamtmarktes ablesen. Daher unterstehen Aktien, die sich in einem der großen Indizes befinden, einer großen Beliebtheit unter den institutionellen (professionellen) Anlegern.
Bekannte Indizes sind z.B. der amerikanische S&P 500, der japanische Nikkei-225, der britische FTSE 100, der französische CAC 40, der Dow- Jones und der deutsche DAX. Im DAX, MDAX (und somit auch im DAX 100 und seinen Branchenindizes), SDAX und NEMAX 50 werden als Gewichte die an der FWB Frankfurter Wertpapierbörse zugelassenen und für lieferbar erklärten Aktien aller Aktiengattungen der im Index enthaltenen Aktiengesellschaften herangezogen. Die Summe der Anzahl der Aktien aller Gattungen wird dann bei der Indexberechnung mit dem Kurs der liquidesten Gattung gewichtet. Die Laufindizes der Deutschen Börse werden an jedem Börsentag in Frankfurt jede Minute, der DAX alle 15 Sekunden, während des Xetra 8 Handels berechnet.
Alle Kursindizes und die Branchenindizes des CDAX werden einmal täglich mit den Preisen der Xetra Schlussauktion ermittelt. Für alle Indizes wird einmal täglich, sobald alle Preise aus der aktuellen Auktion zu den Aktien eines Index vorliegen, aus diesen Preisen ein „Daily Settlement Price" berechnet. Solange für einzelne Aktien keine Eröffnungskurse vorliegen, wird der Schlusskurs des Vortages zur Berechnung der Indizes herangezogen.
Die Laufindizes werden erst dann verbreitet, wenn Preise für eine festgelegte Anzahl von Indexgesellschaften vorliegen. Dieses Verfahren wird bei DAX, MDAX, DAX 100, DAX 100 Branchenindizes, SDAX, CDAX wie auch beim NEMAX 50 und SMAX-All-Share-Index angewandt.
7 http://www.focus.de
8 eXchange Electronic TRAding
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Im nachfolgenden möchte ich mich auf den DAX, MDAX, SDAX und NEMAX-50 beziehen. Es gibt noch eine Reihe weiterer nationaler Indizes, CDAX, VDAX... . Eine Eingrenzung erscheint mir aber an dieser Stelle sinnvoll.
4.1 Nationale Indizes
Der DAX wurde in Fortführung des Index der Börsen-Zeitung als Performanceindex gestaltet. Seine historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück. Als Basis wurde der 30.12.1987 auf 1.000 gesetzt.
Der DAX ist das Segment der Blue Chips. Er enthält die 30 größten und umsatzstärksten Werte, die im Amtlichen Handel oder im Geregelten Markt der FWB Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen sind.
Die Auswahl der Indexwerte im DAX findet aufgrund folgender Kriterien statt:
• Börsenumsatz in Xetra und am Parkett Frankfurt (in den vorangegangenen 12 Monaten).
• Marktkapitalisierung zu einem bestimmten Stichtag (letzter Handelstag im Monat). Weitere Voraussetzungen betreffen:
• die Pflicht zur Erstellung von Quartalsberichten
• die Durchführung von Analystenveranstaltungen
• die Festbesitzverhältnisse und Free Float
• den Übernahmekodex der Börsensachverständigenkommission Die Indexzusammensetzung wird normalerweise jährlich überprüft und mit Wirkung zum September angepasst. Für die Gewichtung der einzelnen Titel im DAX ist die Anzahl der zum Börsenhandel zugelassenen Aktien maßgeblich. Ab Juni 2002 werden die Titel nach dem Streubesitz gewichtet.
Über Veränderungen im DAX entscheidet der Vorstand der Deutsche Börse AG. Er wird beraten vom Arbeitskreis Aktienindizes, der Maßnahmen zur Aktualität und Berechnung des Index und zu dessen Zusammensetzung empfiehlt. 9
9 http://deutsche-boerse.com
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Abb.2: DAX
Der MDAX,Midcap-Index, der Deutschen Börse (MDAX) deckt die liquiden Werte der zweiten Reihe ab. Er besteht aus 70 Werten, die im DAX 100 aber nicht im DAX enthalten sind und bildet somit die Entwicklung des deutschen Aktienmarktes ohne die „Blue Chips“ ab.
Der MDAX wird minütlich während des Xetra Handels berechnet. Die Indexzusammensetzung wird zweimal jährlich überprüft. Der Einfluss eines einzelnen Wertes wird bei der Verkettung auf 10% der Indexkapitalisierung begrenzt. Analog zum DAX wurde ein Basiswert zum 30.12.1987 von 1.000 gewählt. 10
Abb.2: MDAX
Der SMAX stellt ein Segment für Small Caps dar, die bestimmten Kriterien bezüglich Berichterstattung und Liquidität genügen. Die genaue Beschreibung dieser Aufnahmekriterien ist in einem eigenen Regelwerk für SMAX niedergeschrieben. Es handelt sich bei den teilnehmenden Unternehmen um inländische und ausländische Gesellschaften, die im Amtlichen Handel oder Geregeltem Markt an der FWB gelistet sind und die von der Größe unterhalb des DAX 100 liegen.
10 Ebenda
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Für das Segment insgesamt wird ein Index, der SMAX-All-Share-Index, berechnet, der bei jeder Änderung der Zusammensetzung von SMAX angepaßt wird. Der Small Cap Index SDAX repräsentiert die 100 größten und umsatzstärksten, deutschen Unternehmen aus dem SMAX. Der SDAX schließt sich somit an den MDAX an. Im Gegensatz zum Neuen Markt richtet sich der SMAX nicht an junge Wachstumsunternehmen, sondern an bereits etablierte Unternehmen aus traditionellen mittelständischen Branchen. Eine ideale Alternative für Privatanleger, denen der Neue Markt mit seinen rapiden Kursausschlägen bisher zu spekulativ war. Das geringe Risiko bringt aber auch einen Nachteil mit sich: So sensationelle Gewinne, wie einzelne Neue-Markt-Werte den glücklichen Anlegern bescherten, sind hier wohl kaum zu erwarten. 11
Abb. 3: SDAX
Der Nemax-All-Share-Index umfasst alle Werte des Neuen Marktes. Am 26. Juli 1999 notierten im NEMAX-All-Share Index 143 Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 55905,71 Mio. Euro. Die Anzahl nimmt rasant zu, z. zt. sind es ungefähr 340, dementsprechend ist auch die Marktkapitalisierung enorm höher. Die Deutsche Börse führte am 1. Juli 1999 den NEMAX 50 ein, um das ständig wachsende Segment Neuer Markt für Investoren transparenter zu machen. Der NEMAX 50 umfasst die 50 liquidesten Werte des Neuen Marktes und spiegelt etwa 75 Prozent des Gesamtumsatzes und der Gesamtmarktkapitalisierung dieses Segmentes wieder. Der Index wird als Preis- und Performanceindex berechnet. Basiszeitpunkt des Index ist Ende 1997 mit dem Wert 1.000. In den NEMAX 50 werden sowohl inländische als auch ausländische Unternehmen des Neuen Marktes aufgenommen. 12 (weitere Infos unter 2.4)
11 http://deutsche-boerse.com
12 Ebenda
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Abb.4: NEMAX-All-Share
4.2 Internationale Indizes
Hier sind eigentlich nur der Dow Jones Industrial Average und der Nikkei 225 als markante und für jedermann bekannte Indizes zu nennen.
Der Dow Jones Industrial Average ist der meistbeachteste Aktienindex weltweit. Er wird auch nur kurz „Dow“ genannt. Er wurde durch die beiden Journalisten Henry Dow und Edward David Jones erfunden und wird seit 1896 täglich errechnet. Diese beiden gründeten auch die in den USA sehr bekannte Finanzzeitung ,,Wall Street Journal". Dieser Index enthält 30 repräsentative amerikanische Unternehmen, welche ein Fünftel des Volumens aller amerikanischer Aktien (ca 8 Billionen Dollar) entsprechen. Ursprünglich wurde der Wert hier folgendermaßen errechnet: Man zählte den Gesamtwert aller Aktien zusammen und dividierte die entstandene Summe durch die Anzahl der Aktien. Heutzutage benutzt man jedoch einen besonderen Schlüssel um den Wert dieser Aktien zu berechnen. Die neue Berechnungsmethode errechnet sich durch Addition der 30 Kurse durch anschließende Multiplikation mit einem Faktor, der bei jedem Split (Aktienteilung, meist um optisch hohe Kurse zu vermeiden) eines Unternehmens nach unten adjustiert wird. 13
Abb. 5: Dow
13 http://www.comdirect.de
19
Im Vergleich zu den meisten wichtigen Aktienindizes dieser Welt weist der Nikkei-225 zwei Besonderheiten auf: Zum einen hat er seinen bisherigen Höchststand 14 schon 1989 erreicht, genau genommen sogar am letzten Börsenhandelstag der 80’er Jahre. Damals kletterte er auf 38915 Punkte. Zum anderen ist er nicht nach Marktkapitalisierung gewichtet. Wir haben ja schon gesehen, dass die Marktkapitalisierung beim Dow ebenfalls nicht mit einfließt.
Der Nikkei-225 besteht aus 225 in der ersten Sektion der Tokioter Börse gelisteten Aktien.
Die Aufteilung in zwei Sektionen ist eine Besonderheit am „Kabutocho“. 15 Neu gelistete Titel müssen sich erst in einer der ersten Sektionen etablieren, bevor sie in die erste Reihe vorrücken dürfen. Basiswert des Nikkei-225 ist ein Stand von 176,21 Punkten am 16.Mai 1949. Die Berechnung ist gleich dem Dow. 16
Abb. 6: Nikkei-225
Weitere wichtige Indizes Europa:
Frankreich (CAC 40), Großbritannien (FTSE 100), Russland (RTX) Asien: Amerika: Hong Kong (Hang Seng Nasdaq Composite
5. Vergleich der Wirtschaftsnationen USA, EU und Japan
Die der EU sind zur Zeit unterschiedlich entwickelt und im Vergleich mit den USA und Japan werden die Unterschiede teilweise noch deutlicher.
14 auch ATH (All Time High) genannt
15 Bezeichnung in Landessprache für die wichtigste Börse Asiens
16 http://www.onvista.de
20
Um so wichtiger scheint der gemeinsame Binnenmarkt um die Entwicklung der europäischen Finanzmärkte zu forcieren und an das Niveau Japans und der Vereinigten Staaten heranzuführen. Derzeit ist Europa zwar der drittgrößte Kapitalmarkt, jedoch mit einen großen Abstand zu den führenden Nationen. Durch die erhofften Synergieeffekte eines gemeinsamen Marktes, der neu gewonnenen Größe und der daraus wahrscheinlich resultierenden größeren Investitionssicherheit und Attraktivität soll der Anschluss an besonders den ameri- kanischen Kapitalmärkte geschafft werden. In Bezug auf Länder und deren Währungen ist zu erkennen, das die gesamten EU-Währungen einen Welthandelsanteil von knapp 35% (nicht mehr aktuell) haben.
Durch mögliche Synergieeffekte könnte sich noch ein größerer Welthandelsanteil des Euro ergeben. Auf den Anleihemärkten zeigt sich ein anderes Bild, zwar liegt die EU bei den rein monetären Werten zwischen den USA und Japan, betrachtet man jedoch den Anteil der festverzinslichen Anleihen in Prozent des jeweiligen BIP so liegt die EU weit hinter den USA und Japan zurück. Sowohl im öffentlichen Sektor als auch im privatwirtschaftlichen Bereich sind die USA der Europäischen Union und Japan, was die Größe des Anleihemarktes betrifft, weit voraus.
Fazit, die USA befinden sich nach fast 10-jährigen Booms erst einmal in einer ordentlichen Konsolidierung, Experten reden aber hier auch schon von einer Rezession, obwohl das niemand wahr haben will. Gegengesteuert wird mit drastischen Steuerausschüttungen (sowie Zinssenkungen) um so den Konsum der Privathaushalte wieder zu erhöhen, welcher einen 60 prozentigen Anteil am BIP hat. Die Beiträge sollten gesenkt und die Staatsausgaben erhöht werden. (Keynes)
Die US-Krise macht Japans Exporteuren schwer zu schaffen . Eine Abwertung des Yen könnte ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. Der Yen hat aber in den vergangenen zwölf Monaten schon 20 Prozent zum Dollar verloren. Ein weiteres Manko sind die faulen Kredite der Großbanken. Die faulen Kredite beliefen sich nach ersten Recherchen auf rund 12 000Mrd. Yen, jetzt verlauten Meldungen von großen Investmenthäusern 17 , in denen es heißt, die Kredite könnten ein Gesamtvolumen von 237 000 Mrd. Yen (1913 Mrd. $) haben, das wären fast 50 Prozent des japanischen BIP 18 . Genaue Analysen aller börsennotierten Unternehmen hat gezeigt, das 25 Prozent der offenen Kredite an Unternehmen vergeben sind, bei denen das Betriebsergebnis weniger als 3 Prozent der Schulden entspricht.
Zur EU ist nur so viel zu sagen, sollten sich in den nächsten Monaten die Erwartungen erfüllen, das heißt, das die Verbraucherpreise wieder ein angemessenes Niveau erreichen, dann hat die EZB auch wieder genügend Spielraum, um noch einmal den Leitzins zu senken.
17 Goldman Sachs
18 Financial Times Deutschland
21
Somit dürfte eine gute Ausgangsposition geschaffen sein. Ausschlaggebend wird aber, es kann ja nicht anders sein, der Weltwirtschaftsmotor USA sein.
5.1 Die Zentralbanken
Hier wären erst einmal die Federal Reserve (Fed), die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of Japan (BoJ) zu nennen.
Für Anleger in Aktien scheint alles klar zu sein. Die amerikanische Notenbank hat die Zinsen auf Grund der Konjunkturschwäche sechsmal gesenkt, eine Erholung in den USA und somit auch global scheint unausweichlich. Die EZB ist da ein wenig verhaltener, sie hat die Zinsschraube in diesem Jahr erst einmal angesetzt und sich so großem Druck ausgesetzt.
Viele Experten behaupten, das liegt daran, das es noch eine junge Institution ist und erst noch ihren Weg finden muss. Sie mögen damit Recht haben, jedoch ein großer Kritikpunkt aus den Augen der Experten ist das antitransparente Handeln der EZB, wie die letzte Zinssenkung zeigte.
Zur Bank of Japan nur soviel, hier wird die BoJ nicht mehr viel ausrichten können, hier wird schon fast eine Null-Zinspolitik gefahren ( ca. 0,35 Prozent). Die BoJ hat die Finanzaufsichtsbehörde (FSA) in aller Stille dazu gedrängt, ein besseres System zur Bemessung fragwürdiger Kredite zu entwickeln. Nur ein Zusammenwirken aller Institutionen kann entscheidene positve Maßstäbe setzen. Da werden die Reform-vorschläge Koizumis alleine nicht viel ausrichten können.
Solange die Fed weitere Zinsschritte ankündigt - und damit zum Ausdruck bringt, dass der Schlamassel noch nicht ausgestanden hält - wird die geldpolitische Lockerung der Börse vermutlich keine großen Impulse mehr geben. Die werden erst kommen, wenn Greenspan den Aufschwung für nahe genug hält, dass ihm weitere Zinssenkungen nicht mehr notwendig erscheinen.
5.2 Das Zinsorakel
Seitdem sich die Aktien der meisten Hightech Unternehmen seit März 2000 in einer rasanten Talfahrt befinden, suchen Analysten und Investoren nach Erklärungen für dieses Orakel. Der Grund mag die überzogene Euphorie gewesen sein. Die Zinsen haben Wirtschaftsflaute und Börsencrash so ziemlich vorhergesagt. Aber leider hat niemand auf die Signale geachtet. Die Märkte verzeichneten im Sommer 2000 eine „inverse Zinsstruktur“. Das ist ein Zustand, in dem die kurzfristigen Zinsen höher sind als langfristige - eigentlich für viele Experten ein Alarmsignal. Eine inverse Zinsstruktur ist ein Zeichen für einen bevorstehenden Konjunkturabschwung. Zum jetzigen Zeitpunkt ist von Inversion keine Rede mehr.
22
In den letzten Wochen ist die Differenz zwischen kurz- und langfristigen Zinsen sogar wieder etwas größer geworden. Experten sagen sogar eine erneute Zinssenkung in diesem Jahr voraus. Aber die Zinsstruktur sei neben dem Ifo- Geschäftsklima oder den Auftragseingängen nur ein Frühindikator von mehreren. Zudem hätten Zinsen einen unklaren Verlauf.
Eine Änderung der Zinsstruktur gehe einer Veränderung des Wirtschaftswachstums um 6 bis 18 Monate voraus, in der Regel sind es 9 Monate.
Abb. 7: inverse Zinsstruktur
Hier ist schön zu sehen, wie der DAX 30 auf das Durchbrechen der kurzfristigen Zinsen nach oben reagierte. Nach kurzzeitiger Bodenbildung von Mai bis September gibt es für ihn kein halten mehr und er bricht nach unten aus. Ab April 2001 ist dann wieder eine leichte Bodenbildung zu erkennen, der Grund liegt hier in der immer größer werdenden Differenz zwischen kurz- und langfristigen Zinsen.
6. Resümee
Ich möchte diese Arbeit mit einem aus meinen Augen passenden Zitat beenden. Das wenige, was ich über Wirtschaft und Finanzen weiß, habe ich nicht an den Universitäten oder aus Fachbüchern, sondern im Dschungel gelernt. Bestimmt habe ich mehr Schulgeld bezahlt, als es mich in Harvard an der internationalen Business School gekostet hätte.
7. Literaturverzeichnis
• Fugger, Horst: Lexikon der Kapitalanlage, elfte Auflage, München 1999.
• Konstolany, André: Börsenseminare -Börsenpsychologie-Die besten
Geldgeschichten, vierte Auflage, München 2000
• Kostolany, André: Geld und Börse. Die Kunst ein Vermögen zu machen, 15. Auflage Berlin 1999.
• Graham, Benjamin, Intelligent Investieren, vierte Auflage, München 1999
• Rühle, Alf-Sibrand, Börse für Einsteiger, Niederhausen 2000
• Häuser, Karl / Rosenstock, Adolf, Börse und Kapitalmarkt, fünfte Auflage, Frankfurt 1997 Internetseiten:
• Homepage von Boerse.de: http://www.boerse.de.
• Homepage von Comdirect: http://www.comdirect.de.
• Homepage der Deutschen Börse AG: http://www.ip.exchange.de.
• Homepage von Focus: http://www.focus.de.
• Homepage von OnVista: http://www.onvista.de.
• Homepage der Financial Times Deutschland : http://www.ftd.de
• Homepage von n-tv: http://www.n-tv.de
• Homepage der Deutschen Börse AG: http://deutsche-boerse.com
Erklärung
Ich erkläre hiermit, dass ich diese Belegarbeit ohne fremde Hilfe (außer
Arbeit zitieren:
Erik Mautsch, 2002, Stock Exchange - the global Marketplace, München, GRIN Verlag GmbH
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