Deutschland/Baltikum) sowie gegen das Freikorps Loewenfeld, Marinebrigade machte sich in Dübritz/Döberitz bereits zum Marsch auf Berlin bereit Baltikum-Freikorps fühlten sich verraten, General von Lüttwitz (ranghöchster General der Reichswehr) wollte Auflösung nicht zulassen: „Ich werde nicht dulden, dass eine solche Kerntruppe zerschlagen wird!“ (Ansprache am 1. März 1920 zum einjährigen Bestehen der Marinebrigade Erhardt) General von Lüttwitz verweigerte Befehl zur Auflösung der ihm unterstellten Marinebrigade Ehrhardt Signal für Staatsstreich
- Ziel:
• Wiederherstellen der alten Ordnung
- Ablauf:
• 11. März: - Entlassung von Lüttwitz entschließt sich zum Militärputsch Kapp aber auch andere Führer der DNVP warnten General davor, seien mit politischen Vorbereitungen noch nicht weit genug tat dies als bürgerliche Angst vor der „großen Tat“ ab
• 12. März:
Lüttwitz legt zusammen mit Herman Erhardt Beginn des Kapp-Putsches auf den 13. März fest
22.00 Uhr: Abmarsch der Brigade Ehrhardt aus dem Lager
• Nacht vom 12. zum 13.: Diskussion zwischen Reichswehrminister Noske und Reichswehrführung, da Reichswehrminister Nachricht erreichte, dass Truppen von Lüttwitz und Ehrhardt nach Berlin marschieren würden Noske wollte Reichswehr gegen Putschisten mobilisieren, fordert: „Stoppen Sie die meuternden Offiziere, die mit ihren Mannschaften auf Berlin zumarschieren, um Reichspräsident Friedrich Ebert und die Regierung aus SPD, Zentrum und DDP zu stürzen“: Antwort von General von Seeckt: „Reichswehr schießt nicht auf Reichswehr!“ bzw. „Truppe schießt nicht auf Truppe! Sonst ist alle Kameradschaft im Offizierkorps hin.“ verweigert Befehl Noskes mit Lächeln auf den Lippen nur Chef der Heeresleitung, General Reinhardt, war zum Widerstand bereit 1.00 Uhr: Reichswehrministerium lehnt militärischen Widerstand gegen Putschisten ab; Noske musste auf militärischen Entscheidungskampf in Berlin verzichten
• 13. März:
6.15 Uhr: Reichspräsident und fast alle Mitglieder des Kabinetts unter Reichskanzler Gustav Bauer flohen aus Reichshauptstadt, zuerst nach Dresden, dann nach Stuttgart
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7.00 Uhr: Einmarsch der Brigade Ehrhardt mit Hakenkreuzen an den Stahlhelmen und wehenden schwarz-weiß-roten Fahnen in das Berliner Regierungsviertel (zieht durch Brandenburger Tor)
Kapp ruft sich zum Reichskanzler und preußischen Ministerpräsidenten aus; Reichswehrminister und Oberbefehlshaber der Reichswehr wird General Walther Freiherr von Lüttwitz
dennoch: legale Regierung nicht ausgeschaltet, lediglich nach Stuttgart verlegt, kann von dort aus noch agieren
Kapp gab zwar viele Erlasse heraus, doch: fand wenig Gehorsam und Hilfe (Folge des selbstständigen Losschlagens des Militärs); Bürgertum und große Teile der Armee verhielten sich insgesamt abwartend, Beamte folgten den Anordnungen der illegalen Regierung nicht (Beamte der Reichskanzlei erklärten ihm, seine Legitimation nicht anerkennen zu können und verließen das Haus) konnte nicht agieren, eigentlich für Scheitern verantwortlich Aufruf zum Generalstreik (der aber, da 14. März ein Sonntag war ohnehin ergebnislos war, am 15. dann schon ersichtlich, das Putsch scheitert), unterzeichnet durch sozialdemokratische Regierungsmitglieder sowie dem Parteivorsitzenden der SPD Otto Wels Reichsregierung distanzierte sich zwar umgehend, trotzdem führte er zum Erfolg (zudem in der Folge Aufruf zum Generalstreik durch Gewerkschaften und KPD)
• 15. März: komplettes Deutsche Reich von Generalstreik erfasst, insgesamt etwa 12 Millionen Beschäftigte legen ihre Arbeit nieder
• 16. März:
Kapp-Regierung droht mit Todesstrafe für Streikposten und Streikführer Drohung ohne Wirkung
blutige Auseinandersetzungen in zahlreichen Orten/Regionen zwischen Arbeitern auf der einen und Polizisten, Reichswehr und Freikorps auf der anderen Seite („Märzaufstand 1920“)
• 17. März: Einsehen, dass Putsch zusammengebrochen war (Abrücken von Rechten und Militär vom Putsch) unter Druck von Lüttwitz und Ludendorff trat Kapp zurück, später dann restliche illegale Regierung (am Abend: Lüttwitz) Flucht von Kapp nach Schweden Rückkehr der Regierung nach Berlin
Brigade Erhardt marschierte zurück nach Döberitz, wurde vorläufig nicht aufgelöst, sondern gleich in Mitteldeutschland verwendet
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• Ministerialbürokratie stellte sich Kapp nicht zur Verfügung (hatte dies jedoch erwartet, da dies ein Jahr zuvor der neuen Regierung unter Ebert gelungen war)
• ungünstiger Termin für Putsch (13. März: Sonnabend als Kapp mit Resolution fertig war, hatten Redaktionsbüros der Zeitungen für Wochenendausgaben bereits geschlossen
• Staatsstreich fehlte Nähe zum Volk (Kapp und Mitstreiter noch zu sehr am alten politischen Denken verhaftet) Generalstreik, dennoch:
• keine Kontakte zum Kaiser oder monarchistischen Eliten (Adel)
- Folgen des Kapp-Putsches/nach dem Kapp-Putsch:
• Bedrohung der jungen Republik durch Machtanspruch und Machtzuwachs linker und rechter Interessengruppen gestiegen somit eigentlicher Verlierer der Ereignisse
• Kapp-Putsch-Beteiligte kaum belangt: 775 Offiziere, die an Kapp-Putsch beteiligt waren, davon 486 Verfahrenseinstellungen, 91 Beurlaubungen, 57 Versetzungen, 48 Dienstenthebungen, 13 Disziplinare Erledigungen, 74x noch 1923 keine Entscheidung, 6 Verabschiedungen; Gesamtstrafe: 5 Jahre
• Weimarer Republik wird Abhängigkeit vom Militär nicht mehr los
• Reichswehrminister Noske muss zurücktreten
• General von Seeckt, der Befehlsverweigerer, der seinen Eid auf die Verfassung gebrochen hatte, wurde zum Chef der Heeresleitung befördert
Arbeit zitieren:
Torsten Mosler, 2003, Der Kapp-Putsch / Lüttwitz-Kapp-Putsch, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik
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Holli13
Gute Arbeit.
nice work.
lässt sich gut lesen und ist sehr interessant
am Monday, April 16, 2007-