Durch Neuregelungen auf dem Kapitalmarkt fällt es jungen, sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen immer schwerer, an das erforderliche Kapital zu gelangen. Das private Vermögen reicht oftmals nicht aus und die Banken fordern zu hohe Sicherheiten, die diese Unternehmen nicht aufbringen können. Aus dieser Entwicklung heraus hat sich das Venture Capital entwickelt. Hierbei werden zwar von den Investoren keine Sicherheiten verlangt, jedoch wird das Unternehmen einer intensiven Prüfung unterzogen. Dabei haben sich in der Vergangenheit essentielle Erfolgsfaktoren bzw. Auswahlkriterien herausgestellt, die stark mit dem Überleben des Unternehmens einhergehen. Qualitative Kriterien, wie beispielsweise die Fähigkeiten des Gründerteams, gehören ebenso dazu wie die quantitative Abschätzung des zukünftigen Unternehmenswertes und die Beurteilung des Investments durch Erfahrungswerte. Ziel dieser Arbeit soll sein, die Begriffe des Risikokapitalgebers und des Beteiligungsunternehmens zu klären und die qualitativen sowie quantitativen Auswahlkriterien aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Einordnung in die BWL
1.2. Gang und Ziel der Arbeit
2. Begriffsabgrenzung
2.1. Beteiligungsunternehmen
2.2. Risikokapital und Risikokapitalgeber
3. Auswahlkriterien der Risikokapitalgeber
3.1. Qualitative Bewertungsmethoden
3.2. Quantitative Bewertungsmethoden
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Prozess der Investitionsentscheidung durch Risikokapitalgeber und setzt sich zum Ziel, die zentralen Begriffe zu definieren sowie die qualitativen und quantitativen Auswahlkriterien bei der Finanzierung von Unternehmen in der Seed-Phase aufzuzeigen.
- Grundlagen und Definitionen des Risikokapitalmarktes
- Analyse qualitativer Erfolgsfaktoren bei Beteiligungsunternehmen
- Vorstellung quantitativer Verfahren zur Unternehmensbewertung
- Herausforderungen durch Informationsasymmetrien zwischen Investor und Gründer
Auszug aus dem Buch
3.2. Quantitative Bewertungsmethoden
In der Literatur werden sehr viele quantitative Bewertungsmethoden genannt und beschrieben. Aber nicht alle werden in der Praxis von Risikokapitalgebern verwendet und führen zum gewünschten Ergebnis. Dennoch werden hier zwei Methoden aufgezeigt und kritisch untersucht. Erstens die Berechnung des Barwertes künftiger Ausschüttungen und zweitens die Venture Capital Methode.
Ziel des Investors ist es, eine angemessene Rendite zu erhalten. Daher setzt die erste Methode bei den Nettoeinnahmen der Investoren an, die erfasst und diskontiert werden. Diese setzen sich aus den Dividenden und der investitionsbedingten Einnahmen und Ausgaben des Risikokapitalgebers zusammen. Der Unternehmenswert ist also der Barwert aller zukünftigen Nettoeinnahmen des Investors.
Die Venture Capital Methode wird, das sagt schon der Name, sehr häufig im VC-Geschäft verwendet und ist ebenfalls aus der Sicht des Investors zu betrachten. Dieser geht vom geschätzten Wert seiner erwarteten Rendite aus und hat somit bei gegebener Höhe des Kapitalbedarfs bereits eine erste Vorstellung von der Höhe seiner Beteiligung. Der Vorteil der Berechnung der Barwerte zukünftiger Ausschüttungen liegt darin, dass diese Methode die Unternehmensbewertung aus der Sicht des Investors durchführt. Somit ist sie prädestiniert für Venture Capital Investoren. Problematisch ist allerdings die Tatsache, dass sie in der Praxis kaum durchführbar ist, weil sie von vielen unsicheren Faktoren ausgeht.
Die Venture Capital Methode zeichnet sich durch ihre Verständlichkeit und ihre schnelle Anwendbarkeit aus. Daher ist sie in der Praxis weit verbreitet und auch bei mehreren Finanzierungsrunden einfach anzuwenden. Auf der anderen Seite führt diese starke Vereinfachung wieder zu ungenauen Resultaten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtet die aktuelle Krisensituation im Venture-Capital-Markt und definiert die Zielsetzung der Arbeit unter Berücksichtigung der Erstfinanzierung.
2. Begriffsabgrenzung: Klärung der essenziellen Fachbegriffe wie Beteiligungsunternehmen, Risikokapital und der Rolle des Risikokapitalgebers.
3. Auswahlkriterien der Risikokapitalgeber: Detaillierte Untersuchung von Entscheidungsgrundlagen, unterteilt in qualitative Faktoren und quantitative Bewertungsmethoden.
4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, warum trotz methodischer Ansätze ein Restrisiko bleibt und das „Bauchgefühl“ eine wichtige Rolle spielt.
Schlüsselwörter
Risikokapital, Venture Capital, Beteiligungsunternehmen, Businessplan, Investitionsentscheidung, qualitative Bewertungsmethoden, quantitative Bewertungsmethoden, Unternehmenswert, Rendite, Finanzierung, Seed-Phase, Due Diligence, Managementfähigkeit, Informationsasymmetrie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Risikokapitalgeber junge Unternehmen für Investitionen auswählen und welche Kriterien dabei eine entscheidende Rolle spielen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition von Risikokapital-Akteuren, die qualitative Analyse von Gründerteams und Marktpotenzialen sowie quantitative Verfahren zur Unternehmensbewertung.
Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Begriffe zu klären und Transparenz über die qualitativen und quantitativen Auswahlkriterien zu schaffen, die in der Erstfinanzierungsphase angewendet werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die verschiedene Bewertungsmodelle (wie die Venture-Capital-Methode und Barwertberechnungen) vorstellt und kritisch diskutiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsabgrenzung des Marktes sowie die detaillierte Darstellung von Bewertungskriterien, wobei ein Fokus auf die Managementqualität und finanzmathematische Kalkulationen liegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Venture Capital, Risikokapitalgeber, Businessplan, Unternehmensbewertung und Auswahlkriterien.
Warum ist das "Bauchgefühl" laut Autor ein relevanter Faktor?
Der Autor argumentiert, dass in frühen Entwicklungsphasen (Seed-Phase) Daten oft sehr unsicher sind, weshalb Erfahrungswerte und Intuition des Investors eine notwendige Ergänzung zu den rein quantitativen Modellen darstellen.
Welche Rolle spielt der Businessplan bei der Auswahl?
Der Businessplan ist das entscheidende Instrument zur Informationsfindung, um die Informationsasymmetrie zwischen Investor und Unternehmen zu überbrücken und die Basis für die Due-Diligence-Prüfung zu bilden.
- Quote paper
- Markus Rosenberger (Author), 2003, Auswahl von Beteiligungsunternehmen aus Sicht eines Risikokapitalgebers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10894