Inhaltsverzeichnis
Einleitung 2
1. Ergebnisse der Untersuchung der einzelnen Klassen
3
A. Klasse 5 3
B. Klasse 6 4
C. Klasse 7 4
D. Klasse 8 5
E. Klasse 9 6
F. Klasse 10 7
G. Klasse 11 8
H. Klasse 12 10
I. Klasse 13 11
2. Gesamtergebnis der Untersuchung
12
3. Was haben wir bei dieser Untersuchung persönlich gelernt?
13
Anhang
- Fragebogen für die Untersuchung des Themas „Abfall und Aufsteigen der Lern-
motivation bei Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 5 - 13 im Verlauf
der Schulzeit“
- Umfrageergebnisse
1
Einleitung
Im Laufe der Veranstaltung „Einführung in die Grundlagen und Aufgaben der Psychologie“ des Wintersemesters 2003 / 2004 der Universität Dortmund wurde uns angeboten eine kleine empirische Arbeit zu schreiben, um einen Leistungsnachweis zu erwerben. Diese Chance wollen wir wahrnehmen, um einer Frage nach zugehen, die uns ernsthaft beschäftigt:
Aus eigener Erfahrung haben wir festgestellt, dass die Lernmotivation zur Hälfte der Schulzeit absinkt, einen neuen Aufschwung erhält und ggf. in der Oberstufe erneut sinkt und steigt. Daher stellt sich uns nun die Frage, ob dieses Verhalten individuell ist oder ob auch andere Schülerinnen und Schüler dieses Problem haben. Da wir zunächst eine Theorie suchen, auf die sich unsere Arbeit stützt, ist es natürlich angebracht, eine bestehende Studie aufzugreifen. Das Internet und diverse Medien zeigten aber keine übereinstimmenden Thesen, Theorien oder Studien, die sich in irgendeiner Art und Weise mit unserer Fragestellung beschäftigen. Daher haben wir für dieses Projekt eine eigene Theorie aufgestellt, die wir durch diese Arbeit prüfen wollen:
Die Lernmotivation von Schülerinnen und Schülern ist ständigen Schwankungen ausgesetzt, die bei Mädchen und Jungen unterschiedlich hoch sind. Es gibt bei jeder Schülerin und bei jedem Schüler einen absoluten Tiefpunkt innerhalb der Lernmotivation, der sich ab einem gewissen Schuljahr merkbar macht. Die Lernmotivation erreicht nach dem absoluten Tiefpunkt nicht mehr das Maximum, wie zu beginn der Schulzeit!
Diese Arbeit wird daher folgende Fragen versuchen zu beantworten:
- Gibt es mögliche Schwankungen in der Lernmotivation im Verlauf der Schulzeit?
- Sind vorhandene Schwankungen geschlechtspezifisch stärker oder schwächer?
- Wenn die Lernmotivation Schwankungen ausgesetzt ist, wie sinkt und steigt die Lernkurve im Verlauf der Schulzeit?
Um diese Fragestellung zu beantworten wendeten wir einen Fragebogen mit einer geschlossenen Fragestellung an. Dieser wurde in den Klassen 5 - 13 einer Schule ausgeteilt und unter Aufsicht der Untersuchungsleiter ausgefüllt. Die Personengruppe setzte sich aus Schülerinnen und Schülern jeweils einer Klasse pro Jahrgangsstufe zusammen. Es wurde vor allem darauf geachtet, dass die Klassen möglichst leistungs- und geschlechtsheterogen waren. Die Untersuchung verlief aufgrund der Unterschiedlichen Stundenpläne der Klassen in kleineren Etappen ab, bei denen jeweils drei Klassen pro Tag befragt werden konnten. Ort der Untersuchung waren die jeweiligen Klassenräume.
2
1. Ergebnisse der Untersuchung der einzelnen Klassengruppen
Die Auswertung zeigt die Ergebnisse aus drei Frageblöcken (Fragebogen siehe Anhang I), die sich mit bestimmten Bereichen des Lernens von Schülerinnen und Schülern beschäftigen. Die Fragen 1 bis 4 behandeln die Lernbereitschaft des Schülers / der Schülerin, die Fragen 5 bis 7 behandeln die Verarbeitung des Schülers / der Schülerin mit den ansteigenden Lernanforderungen und die Fragen 8 bis 9 beschäftigen sich mit den äußeren Einflüssen, die den Schüler / die Schülerin beim Lernen behindern bzw. seine Konzentrationsfähigkeit stören.
A. Klasse 5
Bei der Frage, ob die Schüler gerne zur Schule gehen antworteten 58,42% der Jungen der Klasse 5 mit Ja, wobei die Mädchen der Klasse nur zu 45,45% mit Ja geantwortet hatten. Faszinierend ist allerdings, dass sich 81,82% der Schülerinnen in dieser Jahrgangsstufe, trotz der geringen Freude an der Schule, auch außerhalb des Unterrichts mit Schulthemen beschäftigen. Bei den männlichen Schülern ist der Anstieg im Vergleich zu den Schülerinnen gering. 70,59% beschäftigen sich auch wie die Schülerinnen außerhalb der Schule mit Themen aus dem Unterricht. Die Leistung für den Pflichtteil des Schulunterrichts (Hausaufgaben, etc.) erfüllen laut Fragebogen jedoch 100,00% der männlichen Schüler. Der weibliche Anteil der Befragten ist hingegen nicht so fleißig, da lediglich 90,91% ihre Hausaufgaben regelmäßig machen. Bei der Frage nach dem regelmäßigen Lernen gaben 64,71% der Jungen an, dass sie am besten mit Freunden lernen können; bei den Mädchen sind es 72,73%. Die restlichen Jungen (34,29%) und Mädchen (27,27%) können dagegen am besten alleine Lernen. Die Lernanforderungen innerhalb der 5. Klasse sind für die Schülerinnen und Schüler unterschiedlich hoch. Bei der Frage, ob die Lernanforderung in der jetzigen Jahrgangsstufe schwerer oder leichter ist, als in der vorherigen, gaben 47,06% der Jungen an, dass sie tatsächlich Schwierigkeiten mit dem Lernstoff der 5. Klasse haben; bei den Mädchen ist der Wert um einiges geringer. 27,27% der weiblichen Schüler sagten, dass auch sie wie ihre männlichen Mitschüler Probleme mit dem Lernstoff haben. Das Lösen von Aufgaben macht den Schülern allerdings keine großen Probleme. Die Umfrage ergab, dass 29,41% der männlichen Befragten neben den Lernanforderungen auch Probleme mit dem Lösen von Aufgaben haben. Anders als bei der Vorfrage, hatten die Jungen hier aber einen niedrigeren Wert als die Mädchen, da hier 45,45% der weiblichen Befragten zugaben, dass sie Schwierigkeiten mit dem Lösen von Aufgaben haben. Bei längerem Beschäftigen mit einer Aufgabe werden laut Angabe 35,29% der Jungen und 54,55% der Mädchen schnell müde, was die Schwierigkeiten beim Lernen bzw. beim Lösen von Aufgaben vielleicht erklären könnte. Eine andere Erklärung für die Probleme beim Lernen bzw. dem Lösen von Aufgaben ist die Tatsache, dass sich insgesamt 75,00% der Schülerinnen und Schüler leicht ablenken lassen. Im einzelnen sagen 70,59% der Jungen, dass sie sich von anderen Dingen ablenken lassen, die Mädchen hingegen zu 81,82%.
Abb. 1: Auswertung der Klasse 5 (li. Antworten der Jungen, re. Antworten der Mädchen)
3
B. Klasse 6
Innerhalb der 6. Klasse kommen ähnliche Tendenzen der Ergebnisse vor, wie in der 5. Klasse. Hier kommt allerdings hinzu, dass die Schülerinnen und Schüler manche Fragen mit keinem konkreten Entschluss beantworten konnten. So ergab die erste Frage bei den Jungen, dass 50,00% manchmal gerne zur Schule gehen und nur 28,57% sehr gerne. Bei den Mädchen ist es nicht anders: der größte Teil (60,00%) geht nur manchmal gerne zur Schule, 30,00% allerdings gerne. Ebenso unschlüssig waren die Fragen nach den Hausaufgaben und dem Lernen außerhalb der Schule. Bei der Frage, ob sie regelmäßig ihre Hausaufgaben machen, sagten 85,71% der Jungen und 70,00% der Mädchen, dass sie regelmäßig Hausaufgaben machen würden. Außerhalb der Schule beschäftigen sich 14,29% der Jungen und 50% der Mädchen mit Themen aus dem Unterricht; auch hier gaben einige Schülerinnen (12,5%) und Schüler (14,29%) zu, dass sie sich nur manchmal außerhalb der Schule mit Unterrichtsthemen beschäftigen. Was das Lernen anbelangt, so können, 78,57% der Jungen zusammen mit Freunden lernen. Auch bei den Mädchen ergab diese Frage einen recht hohen Wert; 80,00% der Mädchen können wie die Jungen am besten mit Freunden lernen. Einige Schülerinnen und Schüler kreuzten aber auch beide Antworten an, was bedeutet, dass 71,43% der Jungen und 40,00% der Mädchen auch alleine lernen.
Die Meinung bezüglich der Lernanforderungen schwanken auch hier zwischen Jungen und Mädchen: die Befragung des männlichen Klassenanteils zum Beispiel ergab zu 50,00% bei beiden Antworten, dass sie die Lernanforderungen weder leichter noch schwerer empfinden, als in der vorherigen Jahrgangsstufe. Die Mädchen allerdings empfinden zu 60,00% die Lernanforderungen als schwerer wie in der Klasse 5. Erstaunlich ist nur, dass 57,14% der Jungen sagen, dass sie manchmal Schwierigkeiten mit dem Lösen von Aufgaben haben, die Mädchen zu 70,00% (21,43% der Jungen und 20,00% der Mädchen haben nach Angaben nie Schwierigkeiten mit dem Lösen von Aufgaben). Auch hier kann man die Konzentrationsschwäche so erklären, dass sich der größte Teil von anderen Dingen ablenken lässt. Für die Jungen gilt zudem, dass 42,86% der Befragten sehr leicht müde wird. Bei den Mädchen hingegen sind es nur 10,00%.
Abb. 2: Ergebnisse der Klasse 6 (li. Jungen, re. Mädchen)
C. Klasse 7
Bei der Frage, ob die Schüler gerne zur Schule gehen, sagten 40,91% der befragten Jungen, dass sie gerne zur Schule gehen; ebenso viele der Befragten (40,91%) waren unentschlossen und antworteten mit manchmal. Bei den befragten Mädchen, ergab sich, dass 50,00% gerne zur Schule gehen, wobei 37,50% anderer Ansicht waren und mit „Nein“ geantwortet haben. 12,50% gaben an, dass sie nur manchmal gerne zur Schule gehen. Erstaunlich ist allerdings, dass bei der Frage, ob sie regelmäßig ihre Hausaufgaben machen, mehr Jungen „Ja“ ankreuzten (75,00%), als die Mädchen (68,75%). Zudem beschäftigt sich der Großteil der Befragten Jungen auch außerhalb der Schule mit Themen aus dem Unterricht, 22,73% hingegen nicht.
4
Bei den Mädchen ist es genau umgekehrt, der Großteil der Befragten (62,50%) gaben an, dass sie sich nicht außerhalb der Schulzeit mit Themen aus dem Unterricht beschäftigen. 25,00% sagten, dass sie sich mit Themen beschäftigen, der Rest beschäftigt sich gelegentlich mit Themen aus dem Unterricht. Bei der Frage, wie sie am besten lernen können, kann man keine exakte Auswertung bekommen, da einige der Schülerinnen und Schüler sowohl alleine, als auch zusammen mit Freunden gleich gut lernen können. Aus diesem Grund ergab sich folgende Auswertung. Bei den Jungen können 40,91% am besten mit Freunden lernen und 77,27% alleine. Das Ergebnis bei den Mädchen ist da schon etwas ausgeglichener, da 50,00% der Befragten mit Freunden und 62,50% am besten alleine lernen können. Die doch unterschiedlich hohen Schwankungen in der Lernbereitschaft bei Jungen und Mädchen sind aber nicht mit Lernproblemen zu erklären. Die Frage nach Problemen oder Schwierigkeiten beim Lösen von Aufgaben wurde sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen mit relativ hohen Werten verneint (Jungen 86,37%, Mädchen 81,25%). Vielmehr ist die Antwort nach den Schwankungen der Werte in dem Empfinden der Lernanforderungen erkennbar. 68,18% der Jungen sagen, dass ihnen die Lernanforderungen nun leichter fallen als in der vorherigen Jahrgangsstufe. Dieser Wert ist bei den Mädchen wesentlich geringer, da lediglich 12,50% der Befragten angeben, dass die Lernanforderung leichter ist, als in der 6. Klasse. Ebenso ist die Konzentration ein Faktor, der die Lernbereitschaft beeinträchtigt. So gaben 27,27% der männlichen Schüler an, dass sie schnell müde werden, wenn diese sich länger mit einer Aufgabe beschäftigen; 13,64% besitzen hingegen eine stärkere Konzentrationsfähigkeit und werden nicht so schnell müde. Bei den Mädchen ist es ähnlich, dass der Großteil (50%) nicht schnell müde werden, wohingegen 37,50% schnell und 12,50% nicht so schnell müde werden. Obwohl der Großteil der Befragten Schülerinnen und Schüler nicht schnell müde wird, lassen sich diese doch sehr schnell von äußeren Faktoren ablenken. Obwohl die Jungen nicht so häufig müde werden wie die Mädchen, sind die Werte der „Ablenkfaktoren“ relativ gleich. 86,36% der Jungen lassen sich leicht von äußeren Faktoren ablenken, ebenso wie 87,50% der Mädchen.
Abb. 3: Ergebnisse der Klasser 7 (li. Jungen, re. Mädchen)
D. Klasse 8
Im Vergleich zur vorherigen Jahrgangsstufe fällt in der Klasse 8 die Bereitschaft der Schülerinnen und Schüler die Schule zu besuchen, bzw. haben die Schülerinnen und Schüler offensichtlich weniger Freude an der Schule. Bei der Frage, ob die Schüler gerne zur Schule gehen, sagten 21,43% der männlichen Befragten, dass sie gerne zur Schule gehen und 71,43% antworteten mit „Nein“. Der Rest war sich nicht so sicher und kreuzte „manchmal“ an. Bei den Mädchen der 8. Klasse zeigt sich ein etwas größerer Unterschied, was die Antworten anbelangt. Die Frage „Ja“ beantworteten 37,50% und die Frage „Nein“ 50,00% der Befragten. 12,50% war sich nicht ganz sicher. Anders als in der Klasse 7 antworteten nun mehr Mädchen (87.50%) auf die Frage, ob sie regelmäßig ihre Hausaufgaben machen mit „Ja“, als die Jungen (64,29%). Obwohl die Zahl der regelmäßig gemachten Hausaufgaben bei den Mädchen nun
5
Arbeit zitieren:
Dominik Marchewka, Kai Schürings, 2004, Entwicklung des Lernverhaltens im Verlauf der Schulzeit, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Psychologie - Lernpsychologie, Intelligenzforschung: neuer Titel erschienen: Entwicklung des Lernverhaltens im Verlauf der Schulzeit
Dominik Marchewka hat den Text Entwicklung des Lernverhaltens im Verlauf der Schulzeit veröffentlicht
Dominik Marchewka hat einen neuen Text hochgeladen
Telepathie - Die Entwicklung menschlicher Offenheit
Handbuch zum Training präkogni...
Gitta Peyn, Ralf Löffler, Kristina Scandurra
Introducing Evolutionary Psychology: A Graphic Guide
A Graphic Guide
Dylan Evans, Oscar Zarate
Perspektiven einer klinischen ...
Gisela Röper, Gil Noam, Cornelia von Hagen
Entwicklungspsychologie im Kindes- und Jugendalter
Robert S. Siegler, Judy S. DeLoache, Nancy Eisenberg, Sabina Pauen, Joachim Grabowski, Edeltraud Schönfeldt
0 Kommentare