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Konflikt und Sicherheit - grundlegende Termini im Transformationsprozess?

Title: Konflikt und Sicherheit - grundlegende Termini im Transformationsprozess?

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 24 Pages , Grade: 1

Autor:in: Kurt Fuchs (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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In unserem Denken bemühen wir uns alles, was uns umgibt, zu strukturieren und in begrifflichen Kategorien zusammen zu fassen. Das damit verbundene Grundproblem ist jedoch die Verständigung, wenn unter diesen Begriffen jeweils andere Inhalte verstanden werden. Am Beispiel der nachfolgenden Begriffe Konflikt und Sicherheit soll dies einmal verdeutlicht werden.

Die beiden Termini weisen in der Literatur eine solche Bandbreite an Interpretationsmöglichkeiten auf, dass es durchaus notwendig erscheint, eine Begriffsbegrenzung anzustreben. Erst mit der Bildung von möglichst klar umrissenen Merkmalen und deren inhaltlicher Untersetzung wird eine Basis für die Entwicklung von theoretischen Ansätzen geschaffen. Die Schwierigkeiten einer solchen Aufgabe werden durch die Dynamik und Prozesshaftigkeit in den Geisteswissenschaften noch bekräftigt. Die Begriffe und ihre Merkmale unterliegen häufig einem Wandel, der sich nur schwer in Definitionen fassen lässt.

Konflikt und Sicherheit sind dabei Begriffe, die in vielen Wissenschaftsbereichen einen zentralen Stellenwert eingenommen haben. Beide Kategorien sind sogar selbst Untersuchungsgegenstand spezieller Forschungen geworden und haben mit der Herausbildung der Konflikt- und Sicherheitsforschung sogar neue Fachbereiche begründet. Somit erschließt sich eine Notwendigkeit solcher Betrachtungen für die nachfolgende Arbeit aus der wissenschaftlichen Ebene ebenso wie aus der Praxis.

Zum Beginn der Arbeit steht eine Begriffsbestimmung im Zentrum der Untersuchung, dem sich eine ausgewählte Anwendung auf die Theorie der Transformation anschließt. Eine ausgewogene Darstellung beider Begriffe wird in dieser Arbeit nicht angestrebt, da sich in den Betrachtungen ebenso zahlreiche Parallelen zeigen. Eine Erörterung unter theoretischen Gesichtspunkten wird ebenfalls nur an ausgewählten Ansätzen vorgenommen, um nicht den Rahmen dieser Arbeit zu sprengen. Die Brauchbarkeit der erarbeiteten Begriffe wird nur für die Transformation hinterfragt, ließe sich aber durchaus ebenso an einem anderen theoretischen Ansatz untersuchen.

Welche Folgen die Unbestimmtheit einzelner Begriffe wie Konflikt und Sicherheit nach sich ziehen kann, zeigt sich nicht zuletzt in aktuellen Debatten im Zusammenhang mit Terrorismusgefahren. Hier können vorgenommene begriffliche Einschätzungen politischer Entwicklungen missverständlich wirken und eine Eskalation von Spannungszuständen nach sich ziehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsgeschichtlicher Exkurs Konflikt und Sicherheit

2.1. Konflikt - ein Phänomen?

2.2. Konflikt - Gegenstand einer Theoriebildung?

2.3. Sicherheit - ein Begriff im Wandel?

3. Konflikt und Sicherheit – Elementarbegriffe im Transformationsprozess?

3.1. Konflikt und Transformation

3.2. Sicherheit und Transformation

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Begriffe „Konflikt“ und „Sicherheit“ kritisch auf ihre Eignung und Praktikabilität als Analyseinstrumente für Transformationsprozesse in modernen Gesellschaften hin zu untersuchen.

  • Begriffsgeschichtliche Analyse der Termini „Konflikt“ und „Sicherheit“ innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte.
  • Untersuchung theoretischer Ansätze zur Einordnung dieser Begriffe in gesellschaftliche Transformationsprozesse.
  • Reflektion über die Schwierigkeiten der Begriffsbestimmung und der damit verbundenen Unschärfen in der Politikwissenschaft.
  • Analyse der Wechselbeziehung zwischen Konfliktdynamiken und Sicherheitsstreben als Motor gesellschaftlicher Wandlungsprozesse.

Auszug aus dem Buch

2.1. Konflikt - ein Phänomen?

Der Begriff Konflikt wird in Nachschlagewerken, Lexika, Fachliteratur, aber auch im allgemeinen Sprachgebrauch mit unterschiedlichen Intentionen beschrieben. Oft wird der Konflikt als etwas Negatives, Bedrohliches aufgefasst. Im Duden wird er als Zusammenstoß, Zwiespalt, Widerstreit bezeichnet. In der lateinischen Sprache wird unter confligere [Konflikt] zusammenschlagen, zusammenprallen oder im Streit liegen verstanden, d.h. eine Handlung wie auch ein Zustand.

Zwei Beispiele sollen diese enorme Spannbreite belegen. Werner Link hat bereits vor mehr als einem Jahrzehnt den Versuch unternommen, bestehende Konfliktinterpretationen zu strukturieren. Nach seiner Auffassung „(...) kann Konflikt definiert werden als Prozeß, in dessen Verlauf unvereinbare (oder unvereinbar erscheinende) Tendenzen eine kritische Spannung erzeugen, indem diese Unvereinbarkeit (1) den Akteuren bewußt und (2) für ihr Handeln bestimmend wird und (3) die Organisation bzw. Struktur der die Akteure integrierenden Einheit potentiell oder akut gefährdet.“ Darin eingeschlossen ist ein von vielen Faktoren bestimmtes Handlungsfeld, das sich auf mehreren Ebenen mit unterschiedlichen Akteuren erstrecken kann. Hiltrud Naßmacher hingegen sieht den Konflikt nicht als gefährdendes Element im gesellschaftlichen Zusammenleben, sondern als integrierendes innovatives Moment, das dem Zusammenleben entscheidende Impulse verleiht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Begriffs- und Forschungsdebatte der Termini „Konflikt“ und „Sicherheit“ sowie Darlegung der Zielsetzung und methodischen Zweiteilung der Hausarbeit.

2. Begriffsgeschichtlicher Exkurs Konflikt und Sicherheit: Detaillierte Auseinandersetzung mit der Begriffsgeschichte, den Definitionsmöglichkeiten und der theoretischen Einbettung von Konflikt und Sicherheit in den Sozialwissenschaften.

2.1. Konflikt - ein Phänomen?: Diskussion verschiedener Interpretationsansätze des Konfliktbegriffs, von negativen Deutungen bis hin zum funktionalen Verständnis als integratives Element.

2.2. Konflikt - Gegenstand einer Theoriebildung?: Analyse der Möglichkeiten und Grenzen einer allgemeinen Konflikttheorie unter Berücksichtigung unterschiedlicher analytischer Zugänge.

2.3. Sicherheit - ein Begriff im Wandel?: Untersuchung der vielschichtigen Bedeutung von Sicherheit als gesellschaftlicher Wert, der sich zwischen restaurativen und evolutionär-progressiven Vorstellungen bewegt.

3. Konflikt und Sicherheit – Elementarbegriffe im Transformationsprozess?: Zusammenführung der Analyseergebnisse zur Anwendung der beiden Schlüsselbegriffe im Kontext gesellschaftlicher Transformationen.

3.1. Konflikt und Transformation: Erörterung der dynamischen Wechselbeziehung, in der Konflikte den Transformationsprozess als Triebkraft katalysatorisch beeinflussen.

3.2. Sicherheit und Transformation: Analyse der normativen Rolle des Sicherheitsdenkens und dessen Einfluss auf die Geschwindigkeit und Ausrichtung von Wandlungsprozessen.

4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Eignung von Konflikt und Sicherheit als dynamische Prozessbegriffe für die Analyse gesellschaftlicher Veränderungsprozesse.

Schlüsselwörter

Konflikt, Sicherheit, Transformation, Politikwissenschaft, Konfliktforschung, Sicherheitsbegriff, Sozialer Wandel, Transformationstheorie, Friedensforschung, Prozesscharakter, Akteursebene, Systemwandel, Gesellschaftliche Strukturen, Theoriebildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der begrifflichen Klärung und theoretischen Einordnung der Termini „Konflikt“ und „Sicherheit“ und prüft deren Anwendbarkeit auf moderne Transformationsprozesse.

Welche zentralen Themenfelder deckt der Text ab?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung sowie die Analyse gesellschaftlicher Wandlungsprozesse in Ost- und Mitteleuropa.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu analysieren, ob die als unbestimmt geltenden Begriffe „Konflikt“ und „Sicherheit“ als Instrumente zur Beschreibung und Prognose von Transformationsprozessen in der Politik sinnvoll genutzt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Literaturanalyse, wobei sie verschiedene theoretische Konzepte und Interpretationen gegenüberstellt, um die Eignung der Begriffe zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Begriffsgeschichten von Konflikt und Sicherheit separat analysiert und anschließend ihre Wechselwirkungen sowie ihre theoretische Relevanz innerhalb des Transformationsprozesses untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Transformation, Konfliktdynamik, Sicherheitsbegriff, gesellschaftlicher Wandel und Systemtransformation.

Warum wird der Konfliktbegriff oft kontrovers diskutiert?

Der Begriff ist schillernd und widersprüchlich; die Debatte reicht von einer rein negativen Wahrnehmung als Störfaktor bis zur Deutung als notwendiges, innovatives Element der Gesellschaft.

Wie unterscheidet sich der Begriff „Sicherheit“ in diesem Kontext?

Im Gegensatz zum Konflikt, der eher den Motor des Prozesses darstellt, wird Sicherheit stärker als ein angestrebtes, normativ geprägtes Zielbild innerhalb gesellschaftlicher Konsensfindungen gesehen.

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Details

Title
Konflikt und Sicherheit - grundlegende Termini im Transformationsprozess?
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
HS Transformation, Konflikt und Sicherheit
Grade
1
Author
Kurt Fuchs (Author)
Publication Year
2000
Pages
24
Catalog Number
V1092
ISBN (eBook)
9783638106764
ISBN (Book)
9783638637107
Language
German
Tags
Konflikt Sicherheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kurt Fuchs (Author), 2000, Konflikt und Sicherheit - grundlegende Termini im Transformationsprozess?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1092
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