Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Soziokulturelle Faktoren von Unternehmensgründungen im
Regionalen Kontext: eine vergleichende Analyse des Saarlandes,
Lothringens und Quebecs 3
2.1. Strukturanalyse der Regionen 3
2.1.1. Die Regionen im Überblick 3
2.1.1.1.Saarland S. 3
2.1.1.2.Lothringen S. 4
2.1.1.3.Québec S. 5
2.1.2. Unternehmensgründungsklima: Profile und Spezifika 6
2.1.2.1.Saarland: Starterzentrum 7
2.1.2.2.Lothringen: Le Technopôle de Metz 8
2.1.2.3.Québec: Parc technologique du Québec métropolitain 9
2.2. Soziokulturelle Aspekte 11
2.2.1. Auf dem Weg zur unternehmerischen Selbständigkeit:
Motive und Vorbehalte 11
2.2.2. Universitäre Ausbildung zum Unternehmer 17
2.2.2.1.Saarland: Institut für Existenzgründung
der Universität des Saarlandes 18
2.2.2.2.Lothringen: DESS Entrepreneuriat an der Université de Metz
2.2.2.3.Québec: Chaire d Entrepreneuriat an der Université de Laval
2.2.2.4.Zusammenfassung
2.2.3. gesellschaftlicher Rang der Unternehmensgründung:
Darstellung in der regionalen Presse 26
2.2.3.1. Saarland: Saarbrücker Zeitung 26
2.2.3.2.Lothringen: Républicain Lorrain S 29
2.2.3.3.Québec: Le Soleil 31
2.2.3.4.Zusammenfassung S. 33
2.2.4. Vergleichende Analyse 36
2.3. Existenzgründung anhand ausgewählter Unternehmen 37
2.3.1. Saarland: Deepweb GmbH 38
2.3.2. Lothringen: SOHO Informatique 39
2.3.3. Vergleichende Analyse 40
3. Fazit und Ausblick S.44
4. Literaturverzeichnis 46
4.1. Literatur 46
4.2. Internet 47
5. Anhang S 50
1. Einleitung
Angesichts der hohen Arbeitslosenraten und der teilweise herrschenden Konjunkturflaute sind die Regierungen bemüht, die Wirtschaft anzukurbeln. Durch Schaffung neuer Arbeitsplätze kann dieses Ziel erreicht werden. Aus diesem Grund soll die Bevölkerung animiert werden, eigene Ideen zu entwickeln und sich unternehmerisch zu betätigen. Existenzgründungen werden politisch unterstützt und sowohl materiell als auch immateriell gefördert. Wie Manuel Feifel in seinem Buch „Regionen als ‚Global Players’“ bemerkt, spielen nicht nur Gesamtstaaten eine politische Rolle, sondern die einzelnen Regionen gewinnen entscheidend an Wichtigkeit. Aus diesem Grund soll im Rahmen dieser Arbeit das Thema der Unternehmensgründungen auf der regionalen Ebene betrachtet werden. Der Begriff „Region“ kann wiefolgt definiert werden: „Als Region bezeichnet man ganz allgemein eine räumliche Einheit, die nach besonderen Kriterien als homogen abgegrenzt werden kann. Die charakteristischen Bezüge des Begriffs bilden somit erstens das Kriterium der Homogenität und zweitens jenes der Aus- bzw. Abgrenzbarkeit. Homogenität kann dabei in naturräumlicher, wirtschaftlicher, ethnisch-sprachlicher, historisch-kultureller oder auch
politisch-administrativer Hinsicht gegeben sein.“ 1 Allein schon vom Gesamtstaat nachgestellten Status der Regionen Lothringen und Quebec, beziehungsweise des Bundeslandes Saarland kann von Region per definitione gesprochen werden. Doch entsprechen sie auch dem angesprochenen Kriterium der Homogenität: Lothringen und Saarland weisen aufgrund ihrer Geschichte und Quebec wegen der sprachlichen und politischen Besonderheit regionale Disparitäten im jeweiligen Staat auf. Diese spiegeln sich letztlich in Mentalitätsunterschieden wider, die auch in das Unternehmertum einfließen. Deshalb sind Unternehmensgründungen nicht nur von der wirtschaftlichen Seite zu betrachten. Gerade gesellschaftliche und psychologische Faktoren beeinflussen entscheidend den Schritt zur beruflichen Selbständigkeit. Von diesem Gesichtspunkt aus sollen im Weiteren soziokulturelle Einflüsse auf die Existenzgründung in den Regionen Saarland, Lothringen und Quebec dar- und gegenübergestellt werden. Gerade die Nähe der französischen und der deutschen Region ist ein interessanter Aspekt, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten festzustellen. Die dritte Region wird als Vergleichsobjekt herangezogen, um zu präsentieren, ob und inwieweit soziokulturelle Unterschiede zum Thema Existenzgründungen zwischen Europa und Nordamerika bestehen. Der Fokus wird im Speziellen auf drei Aspekten liegen: die Motivation für, ebenso wie die Vorbehalte gegen eine
1 Feifel Manuel: Regionen als „Global Players“- das Beispiel der interregionalen Kooperation Bayern-Québec, Heidelberg, Synchron, 2003, S. 8
1
Gründung, die universitäre Ausbildung und das Bild der Existenzgründung in der Gesellschaft. Anschließend werden in einem empirischen Teil Interviews bzw. Befragungen von drei jungen Unternehmern aus dem Saarland, Lothringen und Quebec ausgewertet und die Ergebnisse dieser Analyse mit denen der vorherigen Teile verglichen.
2
2. Soziokulturelle Faktoren von Unternehmensgründungen im
regionalen Kontext: eine vergleichende Analyse des
Saarlandes, Lothringens und Quebecs
2.1 Strukturanalyse der Regionen
2.1.1 Die Regionen im Überblick
Um einen Einblick in die Thematik zu bekommen, müssen zunächst die zu analysierenden Regionen präsentiert werden. Nach einer kurzen Darstellung demografischer Angaben, wird die wirtschaftliche Situation sowie die politischen Hauptanliegen und die Wichtigkeit des Faktors „Unternehmensgründung“ angesprochen.
2.1.1.1 Saarland
Zunächst wird ein kurzer Einblick in die kleinste der drei zu vergleichenden Regionen gegeben. Auf einer Fläche von 2.570,16 km² lebten im Mai 2003 1.055.600 Einwohner im
Saarland. 1
Nach langen Jahren der Kohleindustrie, bemüht sich die Region um einen Strukturwandel, um die Region wirtschaftlich kompetitiv zu machen. Dieser Wechsel scheint zu gelingen, da hohe Beschäftigungszuwächse in den so genannten „zukunftsorientierten“ Industriebranchen wie Kommunikation und Informationstechnologien zu verzeichnen sind. Auch durch die steigenden Erwerbstätigenzahlen ist der wirtschaftliche Wandel festzustellen, sodass Stellen im Dienstleistungsbereich den Arbeitsplatz von ungefähr zwei Dritteln der Beschäftigten ausmachen. Mittlerweile sind weniger als 5% der Erwerbstätigen im Saarland in der Kohle-
und Stahlindustrie tätig 2
Dennoch hat die deutschlandweite Konjunkturflaute auch nicht vor dem Saarland halt gemacht. Jedoch kann das Saarland seit 1999 auf einen Wirtschaftswachstum blicken, das
sich im Vergleich zur Bundesentwicklung verdoppelt hat. 3 Existenzgründungen betreffend konnten im Jahr 2002 rund 2000 echte Betriebsneugründungen verzeichnet werden, in den vorherigen Jahren 2300 und 2400.
Über 80 Prozent davon sind im Dienstleistungssektor tätig. 4
1 vgl. Saarland, http://www.saarland.de/einblicke_statistik.html [Stand 14.10.04]
2 vgl. Ministerium für Wirtschaft und Arbeit: „Strukturmerkmale des Standorts“ http://www.wirtschaft.saarland.de/1155_5451.htm [Stand 14.10.04]
3 vgl. Ministerium für Wirtschaft und Arbeit: „Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt im Saarland“, http://www.wirtschaft.saarland.de/1175.htm [Stand 14.10.04]
3
Wie schon weiter oben erwähnt, bemüht sich die saarländische Regierung um einen Strukturwandel, der weg von der Kohle und hin zu Innovation und neuen Technologien führen soll:
Innovation ist der strukturpolitische Leitbegriff der Landesregierung, ‚Innovationsbereitschaft’ ein
entscheidender Schrittmacher für die weitere Entwicklung der regionalen Wirtschaft 5
Wie auf der Internetseite der saarländischen Regierung zu lesen ist, werden ehrgeizige Ziele angestrebt:
Das Saarland soll AUFSTEIGERLAND werden: Ein modernes, leistungsorientiertes und wirtschaftsfreundliches Bundesland. (...) Die Verbesserung der Standortqualität, eine Mittelstandsvorrangpolitik, die Förderung von Existenzgründungen und neuen Technologien, eine aktive Arbeitsmarktpolitik, Entbürokratisierung, Deregulierung, Verwaltungsmodernisierung und Privatisierung, eine bildungspolitische Qualitätsoffensive zur Schaffung der besten Schulen für unsere Kinder, die Entwicklung des Saarlandes zum europäischen Kompetenzzentrum - das sind einige
Eckpunkte, die dem Saarland zu einem neuen, zukunftsorientierten Image verhelfen sollen. 6
Zur Verwirklichung dieses Konzeptes wird ein besonderer Schwerpunkt auf die Bereiche Informationstechnologie, Biotechnologie, Automobilindustrie, Logistik und Energie gelegt.
2.1.1.2 Lothringen
Die französische Nachbarregion des Saarlandes nimmt mit seinen vier Departements Moselle, Meurthe-et-Moselle, Meuse und Vosges 23 500 km² ein und ist somit fast zehnmal so groß
wie das deutsche Bundesland. Die Einwohnerzahl beträgt 2,3 Millionen. 7 Die Lothringer Wirtschaft beruht vor allem auf traditionellen Sektoren wie Landwirtschaft, Industrie und Automobilindustrie. Genauso wie im Saarland ist jedoch ein Anstieg im Dienstleistungsbereich bemerkbar.
Auch in Lothringen ist Innovation ein politikprägendes Schlagwort: „L’innovation, un
concept vital de l’économie moderne“ 8 Die Grundrichtungen, die im „Projet Lorrain 2000-2006“ des Conseil Régional de Lorraine festgelegt sind, sollen deswegen besonders die
Förderung der Bereiche Informationstechnologie und Kommunikation ankurbeln. 9
4 vgl. Ministerium für Wirtschaft und Arbeit: „Neue Arbeitsplätze im Saarland“,
http://www.wirtschaft.saarland.de/448_10889.htm [Stand 18.10.04]
5 Ministerium für Wirtschaft und Arbeit: „Innovation als Leitbegriff“, http://www.wirtschaft.saarland.de/1469_2792.htm [Stand 14.10.04]
6 Saarland: „Aufsteigerland“, http://www.saarland.de/einblicke_aufsteiger.html [Stand 19.10.04]
7 vgl. Conseil Régional de la Lorraine : „La Lorraine en faits et chiffres clés“, http://www.cr-lorraine.fr/la_lorraine/chiffres/chiffres.asp [Stand 14.10.04]
8 Conseil Economique et Sociale de Lorraine: „L’innovation en Lorraine“, S. 13, http://www.cr-lorraine.fr/ces/rapports/pdf/04_6.pdf [Stand 14.10.04]
9 vgl. Conseil Régional: „Le Projet Lorrain 2000-06, Projet Fédérateur 8, Préparer la Lorraine à la Société de l'Information“, S. 173f, http://www.cr-lorraine.fr/conseil_regional/projet_lorrain/index.htm [Stand 19.10.04]
4
Im Unterschied zum Saarland werden zwar auch Existenzgründungen unterstützt, jedoch Innovation und Unternehmensgründung nicht explizit verbunden. Der Regierung Lothringens, die für das Jahr 2003 auf 7083 Gründungen (echte Neugründungen und Übernahmen)
zurückblicken kann 10 , ist es unter anderem ein besonderes Anliegen, den Mittelstand zu unterstützen und den Unternehmergeist zu entwickeln. 11
2.1.1.3 Quebec
Die dritte zu vergleichende Region umfasst ein riesiges Territorium von 1,6 Millionen km², was ungefähr die dreifache Größe von Frankreich ausmacht. Trotz der großen Fläche besitzt Quebec nur 7,4 Millionen Einwohner, wovon 80% alleine in der Nähe des Sankt-Lorenz-Stroms angesiedelt sind. Diese Einwohnerzahl ist ungefähr mit der der Schweiz oder
Schwedens vergleichbar. 12
Die Quebecer Wirtschaft hat in den vergangenen Jahren einen tief greifenden Wechsel erlebt, der sich vor allem in der Diversifizierung der Branchen ausdrückt. Jedoch haben die Regionen, deren Industrie wie z. B. Holzwirtschaft und Fischerei sich auf die natürlichen Ressourcen stützt, nicht vom wirtschaftlichen Wachstum profitiert. Deswegen ist die
Förderung dieser Regionen ein politisches Anliegen. 13
Abgesehen von dieser Problematik hat die Quebecer Regierung ebenso wie die der anderen beiden zu analysierenden Regionen die Bereiche Wissenschaft, Forschung und Technologie im Visier. Die Forschungstätigkeit soll gesteigert, ihre Ergebnisse effektiv in der Wirtschaft eingesetzt und die dazu notwendige Ausbildung der Arbeitskräfte garantiert werden. Schließlich hat man sich zum Ziel gesetzt, eine offene Haltung der Bevölkerung gegenüber
den neuen Technologien und dem wissenschaftlichen Fortschritt zu schaffen. 14 Betreffend den Bereich der Existenzgründung, werden vor allem zwei Aspekte forciert:
Existenzgründungen von Frauen 15 und die Förderung von jungen Unternehmern in Schule und Universitäten. 16
10 vgl. Agence pour la création d’entreprise: „Brève analyse de la création d’entreprise en 2003 dans la région Lorraine“, http://www.apce.com/upload/fichiers/observatoire/regions/2003//Lorraine.pdf [Stand 18.10.04]
11 vgl. Conseil Régional: „Le Projet Lorrain 2000-06, Projet Fédérateur 7, Entreprendre en Lorraine“, S. 135 f, http://www.cr-lorraine.fr/conseil_regional/projet_lorrain/index.htm [Stand 19.10.04]
12 Gouvernement du Québec: „Découvrir le Québec“,
http://www.premier.gouv.qc.ca/secteur/bienvenue_quebec/decouvrir_quebec.htm [Stand 19.10.04]
13 vgl. Ministère du Développement économique et régional et de la Recherche: „Objectifs en recherche, Stratégie de développement économique des régions sources“,
http://www.mderr.gouv.qc.ca/mder/web/portail/ministere/nav/politiques.html?&iddoc=43859, [Stand 18.10.04)
14 vgl. Ministère du Développement économique et régional et de la Recherche: „Objectifs en recherche“, http://www.mderr.gouv.qc.ca/mder/web/portail/ministere/nav/politiques.html?&iddoc=47259 [Stand 18.10.04]
15 vgl.Gouvernement du Québec: „Entrepreneurship féminin : Services aux entreprises, Québec“, http://www.entreprises.gouv.qc.ca/wps/portal/!ut/p/_s.7_0_A/7_0_EV, [Stand 20.10.04]
5
2.1.2 Unternehmensgründungsklima: Profile und Spezifika
Ein gutes Arbeitsklima ist für jede professionelle Tätigkeit förderlich. Im Bereich der Existenzgründungen kann eine gute Umgebung ausschlaggebend sein. Ob durch eine günstige Infrastruktur oder den Kontakt und Austausch mit anderen Firmen, für junge Unternehmen ist jede Hilfe willkommen.
16 vgl. Gouvernement du Québec: „Jeunes entrepreneurs: Services aux entreprises, Québec“, http://www.entreprises.gouv.qc.ca/wps/portal/!ut/p/_s.7_0_A/7_0_EU, [Stand 20.10.04]
6
Im Weiteren folgt die kurze Beschreibung besonderer Zentren bzw. Industriegebiete, in denen die Gründung von Unternehmen in den drei Regionen gefördert wird.
2.1.2.1 Saarland: Starterzentrum
In Deutschland existieren laut Klandt mehr als 200 Innovationszentren 17 , in dessen Mittelpunkt „das Schaffen günstiger Rahmenbedingungen für die Konzept-, Start- und erste Entwicklungsphase junger, insbesondere innovativer, technologieorientierter
Unternehmen sowie die Gestaltung günstiger Bedingungen für das weitergehende Wachstum
dieser Unternehmen“ 18 steht. Als eines dieser Innovationszentren kann das Saarbrücker Modell des Starterzentrums bezeichnet werden.
Seit seiner Gründung im Dezember 1995 19 hatten sich Anfang 2004 bereits 126 Firmen 20 im Starterzentrum angesiedelt, das nahe der Saar-Universität gelegen ist. Die Bilanz der letzten Jahre schreibt sich sehr positiv: Bis Mai 2003 nutzten 259 Studierende, Absolventen und Mitarbeiter der Universität die Angebote des Starterzentrums und 751 Arbeitsplätze wurden geschaffen. Aufgrund der großen Nachfrage und dem daraus folgenden Platzmangel wurden 1998 das Starterzentrum 2 und 1999 das Starterzentrum 3 auf dem Campus Homburg eingeweiht. Des Weiteren kamen September 2001 noch Labor- und Büroräume auf dem
Saarbrücker Campus hinzu. 21
Den Gründern wird ein Zeitrahmen von 2 Jahren geboten, um ihre Geschäftsidee
umzusetzen. 22 Dabei werden sämtliche Schritte - von der Idee über die konkrete Vorbereitung bis hin zur Gründung- durch Beratungsstellen wie die Kontaktstelle für Wissenschaft und
Technik (KWT) sowie das Studienangebot „Existenzgründung“ 23 unterstützt, auf das noch im weiteren genauer eingegangen wird. Ein besonderes Plus für die Jungunternehmer ist die gebotene Infrastruktur bestehend aus zentralem Sekretariat, den direkten Anschluss an die
Kommunikationsmöglichkeiten der Universität und Konferenzräume. 24 Die KWT verspricht in ihrer Broschüre einen risikoarmen Start in die Selbständigkeit:
17 Vgl. Klandt, Heinz/ Bruning, Erdme : Das Internationale Gründungsklima: neun Länder im Vergleich ihrer Rahmenbedingungen für Existenz- und Unternehmensgründungen, Berlin, Duncker und Humblot, 2002,, S. 127
18 ebd. S. 127
19 vgl. Anhang 1 Broschüre Starter Zentrum, Universität des Saarlandes, S. 1
20 vgl. „Weg von Bits und Bytes hin zu Mikro-Wesen Universität: Das Starter-Zentrum platzt aus allen Nähten -Heimat für 126 Jung-Unternehmer“ in: Saarbrücker Zeitung, Saarbrücken, 17.01.2004
21 vgl. Weise, Tamara: „Der Zukunft ein Zuhause“ in: campus, Universität des Saarlandes, 2003/2, S. 9
22 vgl. Anhang 1, S. 5
23 vgl. ebd., S. 1
24 vgl. ebd., S. 5
7
Durch die günstigen Startbedingungen wird eine Unternehmensgründung ohne großes finanzielles
Risiko möglich. 25
2.1.2.2 Lothringen: Le Technopôle de Metz
Die französischen Technologieparks oder „Technopôles“ können eigentlich eher als Industriegebiete bezeichnet werden, die „die Partnerschaft zwischen Forschung und Entwicklung auf der einen Seite und der Wirtschaft auf der anderen sicherstellen, um zur
Wettbewerbsfähigkeit der Region und ihrer Unternehmen beizutragen.“ 26 Dort sind sowohl Industrie- und Dienstleistungsunternehmen als auch Hochschulen und Forschungsinstitute angesiedelt. Für Unternehmensgründungen werden günstige Konditionen und Betreuung
angeboten. 27
Der Metzer Technopôle, der mittlerweile seit 20 Jahren besteht, erstreckt sich auf einer Fläche von 180 Hektar. Dort befindet sich eine Mischung aus Unternehmen, Universitäten und Forschungszentren, in denen fast 4000 Personen beschäftigt sind, 1300 davon als Lehrpersonal. Weitere 4500 Studenten absolvieren dort ihr Studium. Auf diesem enormen Areal bestehen momentan ungefähr 200 Firmen unterschiedlicher Größe aus den Bereichen
Informatik und Telekommunikation. 28
Im Jahre 1983 hatte der damalige Bürgermeister durch seine Initiative den Technopôle ins Leben gerufen. Vor allem die Verbindung zwischen Forschung und Industrie der neuen Technologien stand im Mittelpunkt des Projektes: „Le concept de départ était de marier
recherche et industrie sur la thématique des nouvelles technologies.“ 29 Zehn Jahre später wurde die Verwaltung der Société d’Economie Mixte (SEM) überlassen. Seitdem erfreut sich der Technopôle steten Wachstums.
Die Telekommunikation ist durch die schnelle Internetverbindung gesichert. Auch wirbt der Technopôle mit seiner Infrastruktur, wie zum Beispiel mit den ausreichenden
Parkmöglichkeiten und der guten Verkehrsanbindung. 30 Für die Forschung und die Personalwirtschaft ist ein fruchtbares Umfeld geboten, da fünf „Grandes Ecoles“ wie z. B. die Ecole supérieure internationale de commerce und die l’Ecole supérieure d’ingénieurs des travaux de la construction, Forschungsinstitute, eine Universität und ein Lycée (beide mit
Schwerpunkt Kommunikation) auf demselben Gelände angesiedelt sind. 31
25 Anhang 1
26 Klandt, Heinz/ Bruning, Erdme, S. 128
27 vgl. ebd., S. 129
28 vgl. Antoine, Jean-Michel : „Technopôle de Metz : le bond en avant de la puce“ in: Le Républicain Lorrain, 24.05.2004
29 Anhang 2 : La Moselle… à la carte, Metz Technopôle- chances et défis de la modernité, S. 1
30 vgl. Le Technopole de Metz : „Présentation“, http://www.metztechnopole.com/ [Stand 18.10.04]
31 vgl. Antoine, Jean Michel : „Technopôle de Metz : le bond en avant de la puce“
8
Speziell für Unternehmensgründer bietet die SEM entsprechende Unterstützung, indem sie in Verwaltungs-, Steuer- und rechtlichen Fragen mit Rat zur Seite steht. Des Weiteren werden die jungen Firmen mit öffentlichen und privaten Partner auf regionaler und nationaler Ebene
in Kontakt gesetzt, um den professionellen Start zu erleichtern. 32
2.1.2.3 Québec: Parc technologique du Québec métropolitain
Als Vergleichsobjekt auf Quebecer Seite wird im Folgenden der Parc technologique du
Québec métropolitain herangezogen, der sich auf seiner Internetseite als „pôle d'excellence“ 33 bezeichnet.
Seit seiner Gründung im Jahre 1988, die von der Quebecer Regierung initiiert wurde, ist der Parc technologique, der sich am Rande der Stadt Quebec befindet, auf mehr als 100 Firmen aus verschiedenen Branchen angewachsen. Nach seiner Umstrukturierung im Jahre 1998, ist der Technologiepark nun nicht mehr in öffentlicher Hand, sondern hat den Status einer Non-Profit-Organisation.
Man findet Unternehmen aus den Bereichen Optik, Nahrungsmittel-, Umwelt- und Informationstechnik, Forstwirtschaft und Holztechnik, wobei die Ansiedlung von Forschungszentren, Beratungsfirmen und Unternehmen aus dem High-Tech-Bereich bevorzugt wird. Dabei kann es sich um Unternehmensgründungen sowie schon bestehende Firmen handeln.
Durch die Nähe zu universitären Einrichtungen, wie z. B. die École nationale d'administration publique (ENAP) und dem Institut national de la recherche scientifique (INRS), die im Technologiepark ansässig sind, und der Universität Laval, die sich in Quebec-Stadt befindet,
bildet der Parc technologique ein „milieu synergique“ 34 , von dem die Unternehmen profitieren können.
Als Anreiz für eine Ansiedlung werden niedrige Preise, steuerliche Vorteile und eine gute Infrastruktur geboten. Außerdem bietet der Park eine Betreuung und Beratung der Firmen in den Bereichen Ansiedlung, Finanzierung oder später Personalentwicklung und
Öffentlichkeitsarbeit. 35
32 vgl. Le Technopôle de Metz: „Présentation“, www.metztechnopole.com [Stand 18.10.04]
33 Le Parc technologique du Québec métropolitain: „L’organisation“, http://www.parctechno.qc.ca/organ.htm [Stand 18.10.04]
34 Le Parc technologique du Québec métropolitain: „S’établir- Pourquoi?“, http://www.parctechno.qc.ca/pourquoi.htm [Stand 18.10.04]
35 Le Parc technologique du Québec métropolitain: „Services aux entreprises“, http://www.parctechno.qc.ca/serv.htm [Stand 18.10.04]
9
2.2 Soziokulturelle Aspekte:
2.2.1 Auf dem Weg zur unternehmerischen Selbständigkeit: Motive und Vorbehalte
Die Motivation ist vom psychologischen Blickpunkt gesehen das ausschlaggebende Element zum Schritt in die berufliche Selbstständigkeit. Auch bei geringen finanziellen Mitteln, wird eine überaus zur Gründung motivierte Person trotzdem versuchen, seine Idee in einer Unternehmung umzusetzen. Als Gegensatz zur Motivation werden im folgenden Vorbehalte genannt (oder auch negative Motivationen), die eine Person von der Idee einer
Existenzgründung abbringen können 36 . Allerdings stellt schon die Messung der Motivation eine schwierige Aufgabe dar, da sie erfragt wird. Durch diese Meßmethode ist allerdings nur die kognitive Note der Motivation bestimmbar. Motivation ist aber vor allem durch Gefühle beeinflusst, die eventuell unbewusst ablaufen. Des Weiteren besteht die Gefahr, dass die
Befragten sozial erwünschte Antworten geben. 37 Hinzu kommt als erschwerender Faktor, dass zum Thema Motivation zur Existenzgründung wenn überhaupt nur nationale Studien existieren. Aus diesem Grund wird im Folgenden, mit einzelnen Ausnahmen, über die Motivationen für, beziehungsweise Vorbehalte gegen Unternehmensgründungen auf der nationalen Ebene beschrieben. Der Leser darf aber dabei nicht die Tatsache aus den Augen verlieren, dass die positive oder negative Motivation in den zu untersuchenden Regionen Unterschiede aufweisen kann.
Laut einer Studie des Global Entrepreneurship Monitors im Jahre 1999, die 37 Staaten hinsichtlich des Unternehmertums untersuchte, nimmt hinsichtlich der Motivation der Gründer Kanada im internationalen Vergleich den dritten, Deutschland den vierten Rang ein.
Frankreich liegt auf Platz sieben 38 . Bei einer Befragung von Experten durch Klandt, der in seinem Werk „Unternehmensgründungen im internationalen Vergleich“ mögliche Motivationen zu einer Existenzgründung analysiert, wird festgestellt, dass autonomes Arbeiten als eines der Hauptmotive genannt wird.
„Selbstverwirklichung und Eigenverantwortlichkeit in der Arbeit [gelten] als starke
Antriebsfedern“ 39 . Doch auch ein wirtschaftlicher Aspekt spielt eine große Rolle: angesichts
36 vgl. Klandt, Heinz/ Bruning, Erdme, S. 224/225
37 Weinberg, Peter/ Diehl, Sandra/ Terlutter, Ralf: Konsumentenverhalten - angewandt, München, Vahlen, 2003, S. 44
38 vgl. Sternberg, Rolf/ Otten, Claus/ Tamásy, Christine: Global Entrepreneurship Monitor- Länderbericht Deutschland 1999, Universität zu Köln, Wirtschafts- und Sozialgeographisches Institut, 2000, S. 17
39 Klandt, Heinz/ Bruning, Erdme, S. 233
11
der hohen Arbeitslosenquote, spielen deutschlandweit immer mehr Personen mit dem
Gedanken, sich selbstständig zu machen 40
Die Aussage der Experten bestätigt sich ebenso auf regionaler Basis: in einer Studie zum Unternehmertum im Saarland, die vom Institut für Existenzgründung der Universität des Saarlandes 2004 veröffentlicht wurde, erscheint der Wunsch nach beruflicher Autonomie als
häufigste Motivation 41 . 30% der Befragten nannten „berufliche Unabhängigkeit“, 25% die „Umsetzung eigener Ideen“ als Grund und 19% wünschten sich „größere Eigenverantwortung“. Erstaunlicherweise wurde eine „überragende Bedeutung der Aspekte
‚Wohnsitz/Heimat‘“ 42 festgestellt. Jedoch kann vermutet werden, dass die potenziellen Gründer schon in der Region ansässig waren, und nur wenige für die selbstständige Tätigkeit
ins Saarland zuzogen 43
Auch in Frankreich gilt der Wille zur beruflichen Selbstverwirklichung als motivierend. Diese Art von Individualismus ist jedoch in der französischen Gesellschaft nicht immer als positiv angesehen, was mit den in der Bildung vermittelten Werten zusammenhänge: „Plusieurs signaux montrent qu’il y a de façon latente dans la société française un besoin
profond de réalisation personnelle contrairement aux idées reçues.“ 44 . Der Bericht des Global Entrepreneurship Monitors für Frankreich zeichnet jedoch in punkto Motivationen kein sehr
40 vgl. Klandt, Heinz/ Bruning, Erdme, S. 233
41 Kußmaul, Heinz/ Zabel, Michael: Existenzgründungen im Saarland, Arbeitspapiere zur Existenzgründung Band 18, Universität des Saarlandes, Saarbrücken, 2004, S. 3
42 Kußmaul, Heinz/ Zabel, Michael, S. 10
43 vgl. ebd.
44 Volery, Thierry/ Servais, Isabelle: Global Entrepreneurship Monitor- Rapport 2000 sur l’Entrepreneuriat en France, Ecole de Management de Lyon, Chaire Rodolphe Mérieux Entreprendre, 2000, S.32
12
positives Bild. Die Vorbehalte überwiegen und zeigen ein überaus negatives Image des Unternehmertums in Frankreich auf, worauf im Weiteren noch eingegangen wird. Kanada weist eine Motivation vor, auf die Deutschland und Frankreich nicht zurückgreifen können: Unternehmer sehen sich als Art Pioniere.
…l’entrepreneur est un élément essentiel de l’idéologie et de la réalité capitaliste en Amérique du Nord qui se confondent elles-mêmes avec l’histoire de ce pays depuis sa fondation. Pour ce pays, moins que jamais, il
n’est possible de dissocier histoire économique et histoire tout court. 45
Toulouse bezeichnet das Unternehmertum als überaus wichtigen Teil einer Ideologie, der geschichtlich verankert und aus der Realität nicht wegzudenken ist. Abgesehen von der ideologischen Motivation des „american dream“, dem Glauben daran,
dass durch harte Arbeit, Durchhaltevermögen und Fleiß jeder Reichtum erlangen kann 46 , ist wie in den anderen Ländern eine starker Wunsch nach Autonomie festzustellen, der schließlich zu einer Existenzgründung führt. Im Jahre 1979 antworteten 26,6% der befragten Quebecer Unternehmensgründer, dass sie ihr eigener Chef sein, und 23,4%, dass sie eine
eigene Idee verwirklichen wollten 47 .
Des Weiteren nennt der Global Entrepreneurship Monitor für Québec im Jahre 2002 zwei weitere Gründe für die Selbstständigkeit: die Aussicht auf eine rentable Geschäftsmöglichkeit und die wirtschaftliche Notwendigkeit, die als Alternative zur Arbeitslosigkeit gilt. Allein 77% der Befragten nannten die rentable Geschäftsmöglichkeit, 15% sahen den Schritt in die Selbstständigkeit als finanziell notwendig an. Hier lässt sich im Übrigen eine große Verbesserung feststellen, da im vorherigen Jahr noch 46,1% diese Motivation als Hauptgrund
angegeben hatten 48 . Offensichtlich sehen sich nicht mehr so viele Quebecer von der Arbeitslosigkeit bedroht.
Ebenso wie die Motivation ausschlaggebend für den Schritt in die Selbstständigkeit sein kann, können Vorbehalte den Willen zur unternehmerischen Tätigkeit bremsen. Zum Beispiel gilt eine Existenzgründung in Deutschland als sehr riskant. Begriffe wie die
„deutsche ‚Absicherungsmentalität‘“ 49 fallen in diesem Zusammenhang. Angesichts der mehr oder weniger aktuellen Diskussionen um staatliche Rente, sind sicherlich viele Personen so verunsichert, dass sie ihre Altersvorsorge nicht noch durch ein weiteres Risiko aufs Spiel
45 Toulouse, Jean-Marie: L’entrepreneurship au Québec, Montréal, Fides, 1979, S. 1
46 vgl. wordiQ.com, Definition of American dream, http://www.wordiq.com/definition/American_Dream [Stand 26.10.04]
47 vgl. Toulouse, Jean-Marie: L’entrepreneurship au Québec, S. 57
48 vgl. ebd., S. 31
49 Barmeyer, Christoph I.: Mentalitätsunterschiede und Marktchancen im Frankreichgeschäft - zur interkulturellen Kommunikation im Handwerk (mit Schwerpunkt Saarland, Lothringen), St. Ingbert, Röhrig, 2000, S. 233
13
setzen wollen. Sie sehen den angenehmen Lebensabend durch ein Angestelltenverhältnis gesichert.
Ein weiterer Vorbehalt den der GEM Deutschland 1999 nennt, geht Hand in Hand mit der wenig risikofreudigen Haltung der Deutschen. „Knapp die Hälfte der befragten Erwachsenen
in Deutschland würde die Angst zu scheitern davon abhalten, ein Unternehmen zu gründen.“ 50 Aus dieser Tatsache lassen sich zwei Gründe schließen: einerseits die Angst vor der
möglichen Insolvenz, was vor allem ein finanzielles Risiko bedeutet 51 . Andererseits könnte eine gesellschaftliche Ächtung gefürchtet werden. Viele Personen könnten annehmen, das Gesicht vor Familie und Freunden zu verlieren.
Gerade dieser gesellschaftliche Aspekt fällt unter die „Top-Vorbehalte“ für Frankreichs potentielle Unternehmensgründer:
Le rejet de l’échec, la perception négative de l’enrichissement, et la faible propension au risque (...)
représentent les principaux freins socioculturels à l’entrepreneuriat 52
Zur gesellschaftlichen Tabuisierung des Scheiterns kommt bei unseren europäischen Nachbarn eine Abneigung gegen finanziellen Aufstieg und die schon im deutschen Kontext genannte „Absicherungsmentalität“.
Nach Aussagen von Französischen Experten erwartet einen gescheiterten Unternehmer kein gesellschaftlicher Trost:
N’ayant pas de ‚droit à une seconde chance‘, l’entrepreneur qui dépose le bilan ne peut tirer parti de son
expérience: ‚L’échec n’est pas reconnu comme un processus valorisant.‘ 53
Eine unternehmerische Niederlage gilt nicht als eine Bereicherung des Erfahrungsschatzes und wird vor allem nicht als wertvoller Prozess gesehen. Als weiteres Gründungshemmnis wurde das schlechte Ansehen des finanziellen Aufstiegs erwähnt...
‚il est plus mal accepté de s’enrichir en créant son entreprise que d’avoir à gérer une fortune familiale.‘
(...) ‚l’argent ne se mérite pas en France: il se gagne au loto ou s’hérite.‘ 54
50 Sternberg, Rolf/ Otten, Claus/ Tamásy, Christine: Global Entrepreneurship Monitor- Länderbericht Deutschland 1999, S. 19
51 vgl. ebd
52 Volery, Thierry/ Servais, Isabelle: Global Entrepreneurship Monitor- Rapport 2000 sur l’Entrepreneuriat en France, S. 7
53 ebd. S. 31
54 ebd. S. 31/32
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Ein finanzieller Aufstieg ist laut dieser Expertenaussage gesellschaftlich eigentlich nicht möglich. Reichtum gilt als „Accessoire“, das man entweder von Geburt an besitzt oder durch Zufall erhält.
Letztendlich wird auf die Risikovermeidung verwiesen:
(...) on constate que le système de protection sociale est identifié par les experts comme un frein à l’autonomie et à l’initiative individuelle. Le système de protection sociale induit de nombreuses ‚trappes à l’initiative‘ - des situations dans lesquelles il est plus favorable d’un point de vue économique de ne rien faire et de continuer à bénéficier d’indemnités sociales, plutôt que de changer de statut (devenir
salarié ou entrepreneur), et de perdre les indemnités sociales. 55
Durch den Sozialstaat fühlen sich arbeitslose Franzosen so gut abgesichert, dass es aus finanzieller Sicht unlogisch wäre sich selbstständig zu machen, genießt man doch ein angenehmes Leben mit ausreichend Arbeitslosenunterstützung.
Allgemein herrscht in Frankreich ein eher negatives Bild vom Unternehmertum, was in einem Bericht der nationalen Förderstelle für Unternehmertum Agence Pour la Création d’entreprises (APCE) wiefolgt zusammengefasst wurde:
La France n’aime pas les entrepreneurs, sauf s’ils sont chômeurs, de longue durée, de préférence
pauvres, mais méritants. 56
Obwohl anzunehmen ist, dass Vorbehalte auch auf Kanadischer beziehungsweise Quebecer Seite bestehen, sind jedoch in der Literatur darüber keine Angaben zu finden. Als Folgerung kann daraus gezogen werden, dass sicherlich auch hier die Risikovermeidung oder finanzielle Ängste zum unternehmerischen Hindernis werden können. Jedoch ist eine wichtige Annahme festzustellen : Offensichtlich ist die gesellschaftliche Haltung gegenüber der Existenzgründung positiv, würde doch sicher auch von der Angst des Scheiterns berichtet werden. Dieser Punkt macht einen entscheidenden Unterschied im Vergleich mit den beiden europäischen Regionen aus.
In den Abbildunge 4 und 5 werden nochmals zusammenfassend die positiven und negativen Motivationen zusammengestellt.
55 Volery, Thierry/ Servais, Isabelle, S. 30
56 ebd., S. 31
15
Auffällig in allen drei Ländern ist der Ausblick auf Verwirklichung eigener Projekte durch eine Existenzgründung. Sie kann hier als Hauptmotivation genannt werden und macht im Saarland und in Quebec jeweils ungefähr drei Viertel der genannten Motivationen aus. Der finanzielle Aspekt folgt als weitere wichtige Motivation, wobei zwischen Saarland und Quebec unterschieden werden muss in Aussicht auf ein höheres Einkommen und Aussicht auf ein generelles Einkommen, also als Alternative zur Arbeitslosigkeit. Es muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass eventuell auch im Saarland aus wirtschaftlicher Notwendigkeit Unternehmen zum Beispiel in Form von „Ich-AGs“ gegründet wurden, die im Rahmen der Arbeitslosendebatte für Aufregung gesorgt haben. Auf diese besondere Form der Unternehmensgründung soll aber im Weiteren nicht eingegangen werden. Interessant ist die ideologische Komponente, die für Kanada genannt wird, und den Gründergeist selbst als Motivation nennt. Ein vergleichbares ideologisches Pendant ist nicht für die beiden anderen Länder auffindbar, was aber damit zusammenhängt, dass in Europa der geschichtliche Hintergrund der Pioniere fehlt.
16
Um kurz die negativen Motivationen zu vergleichen, weisen Frankreich und Deutschland starke Ähnlichkeiten auf. Hier werden vor allem Grundbedürfnisse wie Risikovermeidung angesprochen, ebenfalls ist die Angst zu scheitern ein ausschlaggebendes Kriterium. Auf der französischen Seite kommt als hinderliches gesellschaftliches Phänomen hinzu, dass finanzieller Aufstieg allgemein abgelehnt wird. Unternehmer genießen kein sehr gutes Ansehen in der französischen Gesellschaft, sodass sich potentielle Unternehmensgründer abschrecken lassen und ein Angestelltenverhältnis vorziehen. Für Kanada werden keine speziellen Hindernisse genannt, wobei angenommen werden kann, dass die beiden angesprochenen Hindernisse „Risikovermeidung“ und „Angst zu Scheitern“ auch außerhalb Europas vorkommen, da es sich hier um natürliche Charakterzüge handelt, die jeder Mensch abhängig von seiner Persönlichkeit besitzt. Nordamerikaner sind sicher nicht furchtloser als Europäer, jedoch ist hier die gesellschaftliche Haltung gegenüber Unternehmensgründern ausschlaggebend. Auf diesen Aspekt wird später noch ausführlicher eingegangen.
2.2.2 Universitäre Ausbildung zum Unternehmer:
Weitläufig wird in Hochschulabsolventen ein großes Potential an Unternehmensgründern gesehen. Wenn man von dieser Annahme ausgeht, erscheint es als überaus wichtig, Studenten in ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten zum Gründer zu fördern. Weltweit bestehen allerdings große Unterschiede in Vermittlung und Lehrmethoden der „Entrepreneurship education“ an Hochschulen. Aus diesem Grund sollen im Weiteren die universitäre Vorbereitung auf eine Gründertätigkeit in den zu analysierenden Regionen verglichen werden. Zu diesem Zweck wird der Ansatz des „subjektiven und objektiven
Paradigmas“ 57 herangezogen, den Walterscheid in seinem Diskussionspapier zur universitären Entrepreneurship-Ausbildung dargestellt.
Für den objektivistischen Didaktikansatz wird von der „alten Schule“ 58 gesprochen, die jedoch nicht vom subjektivistischen Ansatz abgelöst wurde. Sie könnte eher als die klassische Lehrmethode bezeichnet werden. „Das materiale Bildungsverständnis der alten Schule schlägt sich in ihrer Orientierung an der Betriebswirtschafts- bzw. Managementlehre als
57 Walterscheid, Klaus: Entrepreneurship in Forschung und Lehre, Frankfurt am Main, Lang, 2003, S. 7
58 ebd.
17
zuständiger Fachwissenschaft nieder“ 59 . Es werden betriebswirtschaftliche Inhalte im Rahmen der typischen universitären Formen wie Vorlesungen, Seminare und Fallstudien 60 vermittelt...
Der typische Veranstaltungskatalog der alten Schule liest sich (...) wie folgt: Venture Finance, Venture
Accounting, Venture Marketing, Venture Management etc. 61
Das Lehrprogramm wird um Praktikervorträge 62 und die Erstellung eines Businessplans 63 ergänzt, um den Aspekt der Existenzgründung nicht aus den Augen zu verlieren. Will die alte Schule vor allem Wissen vermitteln, so hat sich die neue Schule der subjektivistischen Didaktik den Fähigkeiten und Kompetenzen verschrieben, die eine
ausmachen 64 . unternehmerische Persönlichkeit Zu diesen Fähigkeiten zählen
„Selbstvertrauen, Risikobereitschaft und Kreativität“ 65 . Um diesem Anspruch gerecht zu werden, wird vom Lehrkörper ein hohes interdisziplinäres Wissen erwartet, weshalb „ein
kooperatives Lehren durch Personen mit unterschiedlichen fachlichen Kompetenzen“ 66 angebracht ist. Die Art der Veranstaltungen betreffend, soll die Lehre stark praxisbezogen sein, was sich am besten durch Projekte und Mitarbeit in Form von Praktika in innovativen
Kleinbetrieben realisieren lässt 67 .
2.2.2.1 Saarland: Institut für Existenzgründung der Universität des Saarlandes Auf der Suche nach Existenzgründungs-Lehre konnte unter den saarländischen Hochschulen nur an der Universität des Saarlandes ein auf diesen Schwerpunkt abzielendes Angebot gefunden werden.
Die Universität ermöglicht es interessierten Studenten aller Fachbereiche sowie externen Interessierten, am Studienangebot „Existenzgründung“ (vgl. Betriebswirtschaftlichen Instituts für Steuerlehre und Entrepreneurship, Broschüre It’s your business, S. 1) des Betriebswissenschaftlichen Instituts für Steuerlehre und Entrepreneurship, das dem Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebswirtschaftliche Steuerlehre angehört, teilzunehmen. „Strategische Ziele sind der Aufbau und die Weiterentwicklung von Managementfähigkeiten“ sowie die Vermittlung der „notwendigen betriebswirtschaftlichen
59 Walterscheid, Klaus: Entrepreneurship in Forschung und Lehre, S. 7.
60 vgl. ebd., S. 9
61 ebd., S. 8
62 vgl. ebd., ,S. 8
63 ebd., S. 9
64 vgl. ebd., S. 10
65 ebd.
66 ebd., S. 12
67 ebd., S. 13
18
und rechtlichen Kenntnisse 68 “ Das Programm besteht aus 25 Abendveranstaltungen, die über ein Jahr verteilt stattfinden und mit einer Klausur abgeschlossen werden 69 Durch Fallstudien soll das theoretisch erlernte Wissen auf die Praxis angewandt werden 70 . Zum Erwerb eines Zertifikats ist die Teilnahme an mindestens 75% der Veranstaltungen und
an der Abschlussklausur obligatorisch 71 .
Ergänzend zu den Lehrveranstaltungen zur Allgemeinen Betriebswirtschaftslehre bereiten „Zusatzveranstaltungen zu Praxisfragen, (...) Vorträge und Workshops zu besonderen
Problemen der Existenzgründung“ 72 auf die berufliche Selbstständigkeit vor. Dieses zusätzliche Angebot wird zumeist von „fachfremden“ Referenten durchgeführt, wie zum Beispiel von Psychologen, Pädagogen, Berater aus Consultingunternehmen oder anderen
Personen aus der freien Wirtschaft. 73
Im so genannten „Gründer-Cup“, der eine „Kombination aus Gründungstraining und
Unternehmensplanspielwettbewerb“ 74 darstellt, erlernen die Teilnehmer das Erstellen eines Businessplans. Im Lehrplan 2004 sind der fiktive Aufbau und das Management eines
Fitnesscenters vorgesehen, dessen beste Realisierung preisgekrönt wird. 75 Weiterhin werden seit 1996 zweimal jährlich zweiwöchige Existenzgründerseminare
veranstaltet, die aus insgesamt 24 Doppelstunden bestehen 76 .
Abschließend muss hinzugefügt werden, dass Studenten der Betriebswirtschaftslehre sich die Teilnahme am Studienprogramm „Existenzgründung“ nicht als universitäre Leistung anerkennen lassen können. Im Übrigen werden für alle Veranstaltungen außer für die des Studienprogramms „Existenzgründung“ Gebühren erhoben.
Legt man das vorgestellte Didaktikkonzept des subjektivistischen und objektivistischen Paradigmas als Messlatte an, so kann die saarländische Lehre eindeutig zum objektivistischen Ansatz gezählt werden. Sowohl die Orientierung am Lehrstoff der Allgemeinen BWL, als auch die Form der Kurse in Vorlesungen etc. weist auf diese Ausrichtung hin. Die Verbindung zum Schwerpunkt „Existenzgründung“ wird durch Workshops und den Gründer-Cup gewährleistet.
68 vgl. Anhang 3: Broschüre It’s your business, S. 1
69 ebd., S. 7
70 ebd., S. 18
71 vgl. ebd., S. 6
72 ebd.
73 vgl. ebd., S. 15
74 ebd., S.12
75 ebd., S. 13
76 ebd., S. 18
19
2.2.2.2 Lothringen: DESS Entrepreneuriat an der Université de Metz In Frankreich findet die Lehre zur Existenzgründung erst im dritten Zyklus des Universitätssystems seinen Platz. In Form von einem DESS, das mit einem deutschen Aufbaustudiengang verglichen werden kann, wird Wissen zur beruflichen Selbstständigkeit
vermittelt 77
In der Lothringer Region bietet die Université de Metz den Studiengang mit Abschluss Diplôme d’études Supérieures Spécialisées (DESS) „Entrepreneuriat et Développement des PME“ an. Im Rahmen dieses zweijährigen Aufbaustudiengangs wird ein Jahr auf die Vermittlung von theoretischem Know-how aufgewandt und das zweite Jahr für ein Praktikum oder die Verwirklichung einer Geschäftsidee reserviert.
Zulassungsbedingung ist entweder der Abschluss eines Studiums mit der Maîtrise (BAC +4) oder zwei Jahre Studium (BAC +2) und anschließende Berufserfahrung. Ausschlaggebend ist schließlich die Bewerbung, anhand derer die Teilnehmer ausgewählt werden. Speziell für diesen Studiengang gilt noch eine besondere Zugangsbeschränkung: der Student muss ein konkretes Projekt für die Gründung oder Weiterentwicklung eines kleinen oder mittelständischen Unternehmens vorweisen können.
In 600 Stunden Theorie, die teils aus Vorlesungen teils aus Übungen bestehen, werden zwei Ziele verfolgt:
[m]aîtriser les techniques de gestion et les connaissances managériales adaptées aux PME en vue de la création/reprise d’une entreprise ou du développement d’un projet[,] développer les compétences
sociales et relationnelles et travailler en réseau 78
Sowohl die entsprechend nötigen betriebswirtschaftlichen Kenntnisse sollen vermittelt, als auch soziale Kompetenzen entwickelt und der Netzwerkgedanke kultiviert werden. Abbildung 6 stellt den Lernplan des DESS dar:
Modules de cours :
77 vgl. Klandt, Heinz/ Bruning, Erdme, S. 155
78 ESM-IAE de Metz: „Bienvenue sur le site de l’ESM- IAE de Metz“, http://www.esm.univ-metz.fr/iae/formations/formations.htm [Stand 20.10.04]
20
Modules en atelier :
Als praktischer Teil des Studiengangs sind 600 Stunden in Form eines Praktikums oder der Ausarbeitung seines Projektes nachzuweisen. Nach erfolgreichem Abschluss erhält der Student das Diplôme des Etudes Supérieures Spécialisées.
Das Ausbildungsangebot der Metzer Universität stellt didaktisch gesehen eine Mischung der Paradigmen dar : der Lehrstoff orientiert sich sowohl an der betriebswirtschaftlichen und manageriellen Know-how, was der objektivistischen Schule zuzuschreiben ist, jedoch wird durch den praktischen Teil des Studiengangs ein wichtiger Aspekt der neuen Schule unterstützt : der Student soll sozusagen am „lebenden Objekt“, einer reellen Firma oder einem zu realisierenden Projekt lernen und so seine unternehmerischen Fähigkeiten und Kompetenzen schulen.
2.2.2.3 Québec: Die Einrichtungen der Université de Laval
Wie schon im Abschnitt zur Motivation zum Unternehmertum erwähnt wurde, begünstigt die nordamerikanische Haltung den gründerischen Gedanken. Aus dem gleichen Grund überrascht es nicht, dass auch in der universitären Lehre ein großes Angebot besteht. An jeder Quebecer Universität, die eine betriebswissenschaftliche Fakultät besitzt, sind Forschungszentren oder Lehrstühle vorhanden, die entweder auf dem Gebiet der Existenzgründung forschen oder Studienprogramme anbieten. Um nur einige zu nennen, sollen hier das Centre Dobson Lagasse der Bishop-Universität, das Centre d’entrepreneuriat et d’essaimage der Université du Québec à Chicoutimi oder die Einrichtungen der Université
21
Laval wie das Centre d’entrepreneuriat de la PME (CEPME) und Entrepreneuriat Laval inc. genannt werden. Es scheint also, dass die Entrepreneurship-Lehre in Québec im universitären Kanon der Betriebswirtschaftslehre fest verankert ist.
Im Speziellen wird nun auf die Einrichtungen der Université Laval eingegangen, da sie im direkten Kontakt mit dem Parc technologique du Québec métropolitain steht. Das Institut für Management (Département de Management) der Faculté des sciences de l’administration bietet in seinem Programm „Entrepreneuriat et gestion de PME“ mehrere Angebote für die verschiedenen universitären Zyklen an: im ersten Zyklus besteht die Möglichkeit ein zweijähriges Baccalauréat „BAA Laval - mineure en entrepreneuriat et gestion de PME“ oder ein „Microprogramme en entrepreneuriat et PME“ zu absolvieren. Für den zweiten Zyklus besteht ebenfalls das Microprogramm. Schließlich kann eine Maîtrise mit „Maîtrise des Sciences avec mémoire en sciences de l'administration“ oder eine Promotion „Ph. D. en sciences de l'administration“ angestrebt werden. Ziel des Studienprogramms ist die Vermittlung folgender Kenntnisse:
• Les réalités du monde des affaires, des entrepreneurs et des PME
• Les habiletés spécifiques à la gestion des PME
• La réalisation d'un projet d'entreprise
• La rédaction d'un plan d'affaires
• La relève d'une entreprise familiale
• L'information et les ressources disponibles 79
Im Mittelpunkt stehen also sowohl allgemeines betriebswirtschaftliche Know-how, wie auch die Spezifika der klein- und mittelständischen Unternehmen. Auch die Form des Familienunternehmens findet hier eine Beachtung, genauso wie das Erstellen eines Businessplans. Es besteht keine Zulassungsbeschränkung, sodass sich die Programme an alle Interessierten wenden- vom betriebswirtschaftlichen über den fachfremden Studenten bis zum bereits tätigen Unternehmer oder andere interessierte Gasthörer. Die Kurse des Baccalauréats und des zweiten Zyklus finden entweder vorort oder interaktiv statt, wobei auf den praktischen Bezug in Form von Simulationen, Vorträgen von Unternehmern und Firmenbesuchen wert gelegt wird. Der Dozent soll nicht als einziger die Vermittlerrolle übernehmen.
Des cours basés sur du concret, axés sur le pratique et l’apport d’information. Vous participez à des ateliers pour développer l'esprit d'entreprise, des simulations pour apprendre par l'expérience, des
79 Université Laval, Faculté des sciences de l’administration: „Entrepreneuriat et gestion de PME“, http://www.fsa.ulaval.ca/html/entreprgestionpme.html [Stand 22.07.04]
22
rencontres d’entrepreneurs et des visites d’entreprises. Le tout se déroule dans une ambiance interactive
afin d'apprendre de chacun et non seulement du professeur. 80
Für den zweiten Zyklus werden folgende Kurse angeboten:
1. Processus d'entrepreneuriat
2. Gestion de la PME
3. Création et gestion d'une nouvelle entreprise 4. Implantation d'une nouvelle entreprise
5. Sujets spéciaux en entrepreneuriat 81
Wurden im ersten Studienabschnitt noch Grundkenntnisse und die Planung zur Existenzgründung in den Mittelpunkt der Lehre gesetzt, wird im zweiten Studienabschnitt schon der weitere Schritt zur konkreten Realisierung thematisiert. Sowohl für den ersten als auch für den zweiten Studienabschnitt wird das „Microprogramme en entrepreneuriat et PME“ angeboten. Es kann von Studenten des ersten Studienabschnitts im Rahmen des „certificat en administration“, „baccalauréat en administration des affaires“
und „baccalauréat multidisciplinaire“ als Studienleistung anerkannt werden. 82 Ebenso gilt diese Regelung für den zweiten Studienabschnitt für den MBA Gestion des entreprises und
MBA Management. 83 Auch für Gasthörer mit einem DEC ist die Teilnahme möglich. Für „unternehmungslustige“ Studenten, die nicht der betriebswirtschaftlichen Fakultät der Universität Laval angehören, und diejenigen, die nicht im Rahmen eines kompletten Studiums das nötige Wissen für eine Existenzgründung erlernen wollen, bietet „L’Entrepreneuriat Laval Inc.“ ein umfangreiches Alternativprogramm. Die ehrenamtliche Organisation, die sich auf die Vorbereitung zur Gründung spezialisiert, bezeichnet sich selber als „préincubateur
d’entreprises“ 84 , was im Deutschen mit „Starterzentrum“ übersetzt werden kann, aber nicht mit dem Saarbrücker Modell gleichgesetzt werden darf. Zwar werden Studenten unterstützt, jedoch sind die Unternehmen noch in der Planungsphase. Die Mission der Organisation lautet deshalb wiefolgt:
Entrepreneuriat Laval inc. a pour mission de stimuler et d'accélérer l'émergence de projets porteurs par le partenariat et le travail en réseau, par le soutien à l'innovation et par le développement d'entreprises
(...) 85
80 Université Laval, Faculté des sciences de l’administration: „BAA Laval- concentration mineure entrepreneuriat et gestion de PME“, http://www.fsa.ulaval.ca/html/baaentrepreneuriat.html [Stand 22.07.04]
81 ebd.
82 Université Laval, Faculté des sciences de l’administration: „Microprogramme en entrepreneuriat et PME“, http://www.fsa.ulaval.ca/html/microentrepreneuriat.html [Stand 20.07.04]
83 Université Laval, Faculté des sciences de l’administration: „Microprogramme de premier cycle en entrepreneuriat et PME“, http://www.fsa.ulaval.ca/html/micropme.html [Stand 20.07.04]
84 Entrepreneuriat Laval Inc.: „A propos d’EL“, http://www.el.ulaval.ca/apropos.asp [Stand 20.10.04]
85 Entrepreneuriat Laval Inc.: „Notre mission“, http://www.el.ulaval.ca/mission.asp [Stand 20.10.04]
23
Das Programm, das während des gesamten Studienjahrs stattfindet, ist kostenlos und bietet zweimal pro Woche eine abwechslungsreiche Mischung aus praktischen Kursen, Vorträgen und Diskussionsrunden. Die Leitung der Ateliers übernehmen entweder Vertreter von Entrepreneuriat Laval Inc., Spezialisten aus anderen Förderorganisationen wie z. B. dem Centre Local de Développement Québec (CLD) oder Unternehmer, die über eigene
Erfahrungen berichten. 86
Abschließend kann über das Quebecer Lehrangebot gesagt werden, dass das Studienangebot für Unternehmensgründung eine Mischung der Paradigmen darstellt. Die Organisation Entrepreneuriat Laval Inc. tendiert eher zur neuen Schule der subjektivistischen Richtung. Ebenso wie im Lothringer Beispiel betreffen die Kurse wirtschaftliches Wissen, jedoch soll
auch der „esprit entrepreneuriale“ 87 , der Unternehmergeist, nicht vernachlässigt werden. Aus diesem Grund bemüht sich die Lehre um einen praktischen Teil.
Als vorwiegend subjektivistisch hingegen kann die Organisation Entrepreneuriat Laval inc. bezeichnet werden, da der Praxisbezug durch die Diskussionsrunden und Praktikervorträge sehr hoch ist. Der unternehmerischen Persönlichkeit wird aber ein ausschlaggebender Aspekt zugestanden, deren Bildung im Angebot dementsprechend berücksichtigt wird. Einschränkend muss jedoch gesagt werden, dass die Vermittlung von wirtschaftlichem Wissen auch stattfindet. Man könnte vielleicht von einem subjektivistischen Ansatz mit objektivistischen Einflüssen sprechen.
2.2.2.4 Zusammenfassung
Wie in Abbildung 7 festzustellen ist, herrschen die universitäre Ausbildung zur Existenzgründung betreffend sowohl in Form als auch in der Lehre große regionale Unterschiede. Im Saarland kann nur von einem studienbegleitenden beziehungsweiseunterstützenden Programm gesprochen werden, das aber nicht in das Studium der Betriebswirtschaft einbezogen werden kann. In Lothringen und Quebec bestehen eigene Studiengänge zum Thema Existenzgründung, wobei die Université Laval es schon den Studenten ab Anfang ihres Studiums ermöglicht, das nötige Wissen zur beruflichen Selbständigkeit zu erlernen. An der Metzer Universität ist nur ein Aufbaustudiengang nach einem abgeschlossenen Studium oder nach zwei Jahren Studium und darauf folgender Arbeitserfahrung möglich. An allen Hochschulen soll natürlich das passende Know-how
86 genaue Beschreibung des Atelier-Angebots vgl. Entrepreneuriat Laval Inc.: „Services aux membres“, http://www.el.ulaval.ca/services.asp [Stand 20.10.04]
87 Université Laval, Faculté des sciences de l’administration: „Entrepreneuriat et gestion de PME“, http://www.fsa.ulaval.ca/html/entreprgestionpme.html [Stand 22.07.04]
24
vermittelt werden, jedoch werden auch hier verschiedene Schwerpunkte gesetzt: in Saarbrücken wird Wert auf Vermittlung der klassischen betriebswirtschaftlichen Basis gelegt, die anderen Einrichtungen und Hochschulen fokussieren unter anderem die unternehmerische Tätigkeit. Vor allem die Einrichtung Entrepreneuriat Laval inc. bemüht sich darum, dass die Teilnehmer ihrer Ateliers die geistige Einstellung eines Unternehmers vermittelt bekommen. Das nötige Know-how soll durch die eigene Gründung und die daraus gemachten Erfahrungen resultieren: „learning by doing“ lautet hier die Devise. Jedoch wird bei allen Hochschulen zur theoretischen Basis die praktische Komponente als wichtiges Element in der Existenzgründungslehre angesehen. Auch hier ist die Ausprägung unterschiedlich. An der Universität des Saarlandes und bei Entrepreneuriat Laval werden Vorträge von Unternehmern gehalten, in den zwei anderen Studiengängen junge Unternehmen direkt eingebunden: in Quebec als Anschauungsobjekte bei Exkursionen und in Lothringen als Praktikumsplatz.
Um den Ansatz des objektivistischen und subjektivistischen Paradigmas anzuwenden ist wohl die Lehre an der Universität des Saarlandes die objektivistischste. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung des betriebswirtschaftlichen Wissens, praktische Ausblicke werden vom Lehrprogramm getrennt angeboten. Die beiden Studiengängen in Lothringen und Quebec sind sich strukturell relativ ähnlich, da sie objektivistische und subjektivistische Charakteristika aufweisen: das theoretische wirtschaftliche Wissen ist genauso wichtig wie das Lernen am praktischen Beispiel. Auch „Softskills“ haben ihren Platz in der universitären Lehre. Als subjektivistisches Beispiel kann uns das Angebot von Entrepreneuriat Laval inc. dienen, bei dem das theoretische Wissen erst als Lerneffekt durch praktische Erfahrung entstehen soll.
2.2.3 gesellschaftlicher Rang des Unternehmertums: Darstellung in der regionalen Presse
Es wird davon ausgegangen, dass die Entscheidung zu einer Existenzgründung positiv beeinflusst wird, je höher das Ansehen einer unternehmerischen Tätigkeit in der Gesellschaft ist. Das sozial vorherrschende Bild spiegelt sich vor allem in den Medien wieder, weshalb sich diese bestens als Anschauungsobjekt eignen. Um auf nationaler Ebene das Image der beruflichen Selbstständigkeit zu beobachten, wurden bereits aufschlussreiche Analysen von
TV-Serien erstellt, die interessante Ergebnisse lieferten. 88 Auf regionaler Ebene bietet sich eher die Presse für eine systematische Betrachtung an, die im Folgenden für die drei Regionen durchgeführt wird.
2.2.3.1 Saarland: Saarbrücker Zeitung
Laut einer 1999 durchgeführten Umfrage kann für Deutschland von einer unternehmerfreundlichen Haltung gesprochen werden:
In Deutschland sind (...) fast drei Viertel (73,3%) der befragten Bürger der Ansicht, die Gründung eines
Unternehmens sei eine angesehene Tätigkeit. 89
88 vgl. Klandt, Heinz/ Bruning, Erdme, S. 207-217
89 ebd., S. 201
26
Doch andererseits bestanden doch auch Vorbehalte:
lm weiteren wurden sowohl die Bürger als auch die Experten befragt, ob es Vorbehalte gegenüber besonders erfolgreichen Gründern gibt. Die Hälfte der deutschen Experten und fast ein Drittel (30%)
der deutschen Bürger sind der Meinung, es gäbe diese Vorbehalte. 90
Aus Gesprächen mit Experten konnte jedoch eine allgemeine Verbesserung des Images des
Unternehmers im Laufe der letzten fünf Jahre festgestellt werden. 91 Während der vorhergehenden Jahre habe ein überaus schlechtes Bild bestanden:
Davor herrschte das Bild des ausbeutenden Kapitalisten vor. Teilweise werden Unternehmer auch heute noch so betrachtet, wobei sich dies nicht so sehr auf einzelne konkrete Unternehmerpersonen bezieht, sondern eher auf die Leiter großer Unternehmen. (...) Kleine und mittlere Unternehmen genießen einen
besseren Ruf, nicht zuletzt aufgrund zahlreicher Bemühungen von Bund und Land. 92
Es erscheint nun interessant herauszufinden, wie das Bild des Unternehmertums im regionalen Kontext aussieht.
Eine am 20. Oktober 2004 durchgeführte Schlagwort-Recherche im Internetarchiv des Regionalblatts „Saarbrücker Zeitung“, ergab ein Ergebnis von 47 Artikeln zum Thema „Unternehmensgründung“, die seit Anfang des Jahres 2004 erschienen waren. Einer dieser Artikel wird im Folgenden untersucht, um das in den Medien dargestellte Bild von Unternehmensgründungen zu analysieren.
Der 256 Wörter starke Text, der am 6. Februar erschien, handelt von der jungen Aktiengesellschaft Inoplex AG, die 2002 als Spin-Off-Unternehmen der Universität des Saarlandes von den drei Informatikern Michael Mirold, Christian Schömer und Jan Uschok gegründet wurde und ihren Sitz im Starterzentrum der Universität des Saarlandes hat. Die Firma beschäftigt sich mit der Sicherung informationstechnischer Systeme von Unternehmen und Einrichtungen. Diese Tätigkeit umfasst zum Beispiel das Einrichten von Firewalls und die Absicherung von Betriebssystemen, um plötzliche Ausfälle und den externen Zugriff auf Daten zu vermeiden. Des Weiteren wird die finanzielle Förderung durch die lokale Sparkasse angesprochen, durch die letztendlich erst eine Gründung möglich war. Der Artikel vermittelt im Allgemeinen ein sehr positives Bild vom Unternehmertum, beleuchtet aber dennoch auch einige negative Aspekte.
Schon die Schlagzeile „Vom Studenten zum Chef des eigenen Unternehmens“ erinnert an das Sprichwort „Vom Tellerwäscher zum Millionär“ und suggeriert dem Leser enorme
90 Klandt, Heinz/ Bruning, Erdme, S. 201
91 vgl., ebd., S. 202
92 ebd.
27
Aufstiegsmöglichkeiten durch eine berufliche Selbstständigkeit. Unterstützt wird diese Behauptung durch die Tatsache, dass innerhalb der relativ kurzen Zeit von zwei Jahren die
Beschäftigtenzahl um „[f]ünf freie Mitarbeiter und studentische Praktikanten“ 93 angewachsen sei.
Jedoch wird dieser anfängliche Erfolg dadurch eingeschränkt, dass der Weg zur Gründung für
die jungen Informatiker auch holprig war: es ist von einer „lange[n] Gründungsphase“ 94 die Rede. Dem Leser wird klar, dass auch ein gewisses Engagement an Zeit nötig und der Erfolg kein Selbstläufer ist. Außerdem wird gerade die Phase vor der Gründung angesprochen, deren Gestaltung essentiell ist, aber für den Außenstehenden unbemerkt bleibt. Sichtbar ist erst das Unternehmen, nicht aber die Vorarbeit. Im Weiteren wird der Grund der langen Anlaufzeit genannt und ebenso der Punkt der Finanzierung angesprochen:
Die lange Gründungsphase resultiert daraus, dass Venture-Capital-Geldgeber (Wagnis-Finanzierungsgesellschaften) mitreden wollten. 95
Die Investoren versuchten, ihr Mitspracherecht geltend zu machen. Hier werden die Wagnis-Finanzierungsgesellschaften in ein sehr schlechtes Licht gestellt. Es erscheint dem Leser, dass die Investoren sich in die Gründungsidee einmischen und das Unternehmen nach ihrer Façon prägen wollten. Schon allein das Wort „Wagnis“ scheint hier als negativ besetzt, was im Übrigen mit der im Abschnitt über Motivation und Hindernisse angesprochenen „Risikovermeidung“ hand in Hand geht. Wenn jemand das Risiko einer Existenzgründung eingeht, dann soll doch möglichst jedes weitere unnötige Wagnis vermieden werden. „Die
jungen Leute wollten jedoch selber entscheiden (...)“ 96 heißt es weiter im Artikel, was die Motivation zur Verwirklichung einer eigenen Idee anspricht. Die Jungunternehmer griffen auf
die Unterstützung der Sparkasse Saarbrücken zurück. 97 Die Sparkasse als etabliertes, gut bürgerliches Kreditinstitut erhält hier ein überaus positives Image, da es seine Hoffnung in junge Leute setzt und Ihnen finanziell den Rücken stärkt. Durch den Schreiber der Saarbrücker Zeitung erfährt die Saarbrücker Sparkasse sehr gute Publicity. Zusammenfassend ist zur Darstellung des Unternehmertums in der Saarbrücker Zeitung zu sagen, dass ein vorteilhaftes Bild vermittelt wird. Es wird von positiven Seiten wie wirtschaftlichem Wachstum und Verwirklichung eigener Ideen berichtet. Dennoch entsteht
93 Anhang 4: „Vom Studenten zum Chef des eigenen Unternehmens“ in: Saarbrücker Zeitung, Saarbrücken, 16.02.2004
94 ebd.
95 ebd.
96 ebd.
97 ebd.
28
der Eindruck, dass eine Existenzgründung nicht auf die leichte Schulter genommen werden soll und keine Möglichkeit für „das schnelle Geld“ bedeutet. Aus diesem Grund wird auf Nachteile wie eine schwierige Anfangsphase hingewiesen und - wenn auch nur unterschwellig - das Risiko der Selbstständigkeit erwähnt. Interessant wirkt die Darstellung der Finanzierungsquellen, in der eindeutig die etablierte ansässige Sparkasse besser abschneidet als dubios anmutende Wagnis-Finanzierungsgesellschaften. Der Leser wird zugunsten des Kreditinstitutes beeinflusst.
2.2.3.2 Lothringen: Républicain Lorrain
Um kurz einen Überblick zur Einstellung von allgemein französischer Seite zu geben, liefert uns Klandt einige Daten aus Expertengesprächen zum Thema des gesellschaftlichen Ansehens von Unternehmensgründungen.
Ähnlich wie in Deutschland verhält sich auch die Meinung gegenüber kleinen und mittelgroßen Unternehmen größtenteils bejahend. Objekt allgemeiner Ablehnung seien große Unternehmen:
Auch die Experten in Frankreich differenzierten zum Teil zwischen kleinen und mittelgroßen Unternehmen mit einem guten Image auf der einen Seite und großen Unternehmen mit einem eher schlechten auf der anderen. KMU stehen hiernach in einem Ruf, Produkte im Inland fertigen zu lassen und somit Arbeitsplätze im Inland zu schaffen, während große Unternehmungen durch die Verlagerung ihrer Produktion in das Ausland vielfach als Mitverursacher der erheblichen Arbeitslosigkeit angesehen werden. In Verbindung mit der zunehmenden Größe wurde außerdem das
Bild des lediglich profitorientierten und ausbeutenden Kapitalisten genannt. 98
Der Aspekt der Schaffung von Arbeitsplätzen und des daraus resultierenden allgemeinen Nutzen für den französischen Staat spielt also eine große Rolle. Oder anders formuliert: Wenn die Allgemeinheit von der Unternehmung profitiert - wenn auch nur indirekt - dann ist das Unternehmertum akzeptiert. Die Bereicherung Einzelner wird jedoch abgewertet. In der Lothringer Tagespresse ist das Thema „Existenzgründung“ jedenfalls sehr präsent: bis zum 20. Oktober 2004 waren im selben Jahr insgesamt 125 Artikel zum Schlagwort „création d’entreprise“ erschienen.
Im Artikel „Un créateur de jeu plein d'avenir“ 99 , der am 12. September im Lokalteil von Sarreguemines unter „Actualité“ erschien und 680 Wörter fasst, wird von Pierre Krebs berichtet, der Anfang 2003 im Bereich Spielzeugindustrie mit seiner Firma „Original Games“ selbständig gemacht hat. Mit 40 Jahren hatte der ehemalige Marketing- und Verkaufsdirektor eine erfolgreiche Laufbahn als Angestellter hinter sich:
98 Klandt, Heinz/ Bruning, Erdme, S. 202/203
99 Anhang 5: Perrot, Cécile: „Un créateur de jeu plein d'avenir“ in: Le Républicain Lorrain, Metz, 12.09.04
29
Diplômé de l'Institut de commerce de Nancy (ICN) pour devenir directeur marketing et commercial à la Caisse des dépôts et consignations, de 1988 à 1998, il participe au développement de la télé câblée dans l'Est. Promotion à Paris en 1998 et pour deux ans à France Télécom en tant que responsable produit et
développement du câble. 100
Als er im Januar 2003 entlassen wurde, stellte er fest, dass er nicht mehr von der Politik großer Unternehmen abhängig sein will:
A 40 ans, vais-je encore devoir me soumettre aux problèmes politiques des grands groupes? Je n'ai pas
envie de travailler en coulisses pour me faire bien voir et obtenir ainsi des promotions. 101
Hier spricht der Schreiber des Artikels eine wichtige Motivation für die Selbständigkeit an: den Wunsch zur Unabhängigkeit.
Wenig später entwickelt Krebs eine einzigartige Geschäftsidee: ein Gesellschaftsspiel rund um Horoskope, dessen Spielende teils dem Zufall, teils dem Können der Spieler überlassen ist...
Point de prédictions ni de plans sur la comète. Mais du hasard, des connaissances et de la perspicacité
pour être le premier à faire le tour des douze signes du zodiaque. 102
Auch in diesem Artikel wird dargestellt, dass der Erfolg einer Geschäftsidee entscheidend von Ihrer Originalität abhängt. Der Erfolg von Pierre Krebs lässt sich deutlich durch die Herkunft seiner Kundschaft dokumentieren: „Ils sont à Tahiti, en Corse, en Bretagne et j'ai
même fait mes premières ventes en Suisse!“ 103
Es werden ebenfalls die Vorkenntnisse aus der Arbeitswelt angesprochen, die dem Unternehmensgründer eindeutig den Einstieg in die berufliche Unabhängigkeit erleichterten:
„(...) son savoir-faire en marketing lui permet de monter le dossier de toutes pièces.“ 104 Ein wichtiger Faktor für den Erfolg ist die Unterstützung aus dem näheren Umfeld. Pierre Krebs hat den Prototyp sozusagen in Handarbeit mit Hilfe seiner Familie und Freunde erstellt:
A la maison, ses deux filles Arielle et Amandine, ainsi que son épouse et les amis, sont mis à contribution. Ce petit monde s'entraîne et peaufine l'esquisse d'Horoscope-le jeu entre papier, colle et
scotch. 105
100 Anhang 5: Perrot, Cécile: „Un créateur de jeu plein d’avenir“
101 ebd.
102 ebd.
103 ebd.
104 ebd.
105 ebd.
30
Nach all den positiven Darstellungen einer geglückten Existenzgründung, wird auch im Französischen Regionalblatt unterstrichen, dass immer ein gewisses Risiko bleibt und das gewisse Quäntchen Glück zum Erfolg notwendig ist. Aus diesem Grund benutzt der Journalist
den Ausdruck „l'aventure individuelle du jeu“ 106 , als er von der Unternehmensgründung als Abenteuer spricht. Diese Wendung ist im Übrigen zweideutig zu sehen, da einerseits „jeu“ im direkten Sinn gelesen werden kann und sich auf das Produkt des Gesellschaftsspiels bezieht. Andererseits kann es aber auch im übertragenen Sinne als „jeu de l’entrepreneuriat“ also als risikoreiches Spiel der Existenzgründung verstanden werden.
Letztendlich ist über den Schreibstil des Artikels im Allgemeinen zu sagen, dass er sehr locker und umgangssprachlich anmutet. Außer der erwähnten Zweideutigkeit, finden sich
auch weitere Redewendungen aus der Umgangssprache wie z.B. „La mayonnaise prend“ 107 , als davon die Rede ist, dass das Projekt in der Anfangsphase langsam Form annahm oder das Verb „concocter“. Der Artikel, der unter der Rubrik „Gens de chez nous“ erschien, soll genau diesen umgangssprachlichen Tonfall enthalten, da die Laufbahn eines Mitbürgers beschrieben wird, die jeder andere auch beschreiten könnte. So wird den Lesern suggeriert, dass ein Bürger „wie Du und ich“ erfolgreich in der beruflichen Selbständigkeit sein kann.
2.2.3.3 Québec: Le Soleil
Für das öffentliche Bild des Unternehmertums in der kanadischen Region liegen keine speziellen Aussagen vor. Infolgedessen soll uns die Analyse eines der 24 Zeitungsartikel, die 2004 zum Schlagwort „entrepreneuriat“ erschienen waren, Aufschluss geben. Unter dem Schlagwort „création d’entreprise“ war nur ein einziger Artikel auffindbar, was aber aus der Tatsache zu resultieren scheint, dass das Wort „entrepreneuriat“ in Quebec gebräuchlicher ist. Es handelt sich bei dem ausgewählten Artikel, der am 7. März 2004 erschien und 914 Wörter umfasst, um ein Portrait des Unternehmensgründers Martin Bouchard, der 1996 mit seiner Softwarefirma Copernic den Schritt in die berufliche Unabhängigkeit wagte. Zunächst ist der allgemein sehr positive Schreibstil zu beobachten, der den Unternehmer als erfolgreiche, ambitionierte und hilfsbereite Person präsentiert. Der Artikel soll als Ehrung
gelten, indem die Zeitung Le Soleil Martin Bouchard zum „Lauréat de la semaine“ 108 kürt. Der Leser erfährt über die Charaktereigenschaften des 31-Jährigen, der schon von klein auf den Wunsch verspürte, unternehmerisch tätig zu werden:
106 Anhang 5
107 ebd.
108 Anhang 6: Asselin, Pierre : „Le désir d’entreprendre“ in: Le Soleil, Montréal, 07.03.2004
31
À 13 ans, (…)il a créé quelques microentreprises au secondaire. ‚J'ai toujours eu le désir
d'entreprendre’ 109
Dazu gehört natürlich auch eine gewisse Risikobereitschaft: „En 1996, il se lance dans
l'aventure.“ 110 Der Journalist spricht im Bezug auf Unternehmertum von Abenteuer. Jedoch wird auch angesprochen, dass für die Verwirklichung eines Projektes auf manch anderes verzichtet werden muss. So opferte Bouchard im übertragenen Sinne „sein letztes Hemd“:
„...avec tout ce qu'il possède, il vend même l'automobile d'occasion qu'il possédait.“ 111 Außerdem wird auch erwähnt, dass der Unternehmer eine Vision hatte: „Moi, ce qui
m'intéressait, c'était d'avoir un impact sur la société“. 112 Der Wunsch, etwas für die Gesellschaft zu schaffen, kann Bouchard entweder als idealistisch oder böszüngig als Größenwahn interpretiert werden, jedoch zeigt diese Aussage, dass für eine Unternehmensgründung jedenfalls ein Produkt mit einer Idee dahinter existieren muss. Im Kontakt zu seiner Kundschaft, die mittlerweile international ist, kommt ein weiterer Aspekt ins Spiel, der einen erfolgreichen Unternehmer ausmacht: Bouchard muss Flexibilität beweisen:
Il a fallu par exemple comprendre la mentalité des Français pour adapter le produit à leurs besoins. 113
Um von den wirtschaftlichen Einflussfaktoren zu sprechen, wird auch im Quebecer Artikel die finanzielle Unterstützung angesprochen, die in der Anfangsphase einer Unternehmung als Sprungbrett gelten kann. Auch bei Copernic wurde der Prototyp der Software durch Außenfinanzierung ermöglicht:
Quelques personnes ont cru dans son projet et un premier groupe d'actionnaires contribue à peu près 150 000 $ qui ont permis de lancer au mois de septembre de la même année la version 1.0 de
Copernic 114
Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen 60 Personen und seine Verkaufseinnahmen
erreichen 10 Millionen $, 115 sodass die eine Expansion ins amerikanische Silicon Valley bevorsteht. Dem Leser wird hier ein besonders gutes Beispiel für die enormen Aufstiegsmöglichkeiten präsentiert, wobei der Zeitaufwand, den die Firma beansprucht, nicht außer Acht gelassen werden darf. Doch trotz des Zeitmangels, widmet der Unternehmer sich
109 Anhang 6: Asselin, Pierre : „Le désir d’entreprendre“
110 ebd.
111 ebd.
112 ebd.
113 ebd.
114 ebd.
115 vgl. ebd.
32
der Unterstützung junger Unternehmer: „développer l'esprit d'entreprise chez les jeunes.“ 116 ist Martin Bouchard ein großes Anliegen, womit er im Übrigen im Sinne der Quebecer Politik handelt. An diesem Punkt hebt der Journalist die Wichtigkeit der gegenseitigen Unterstützung der Unternehmensgründer. Um dies zu unterstreichen, berichtet Bouchard, dass er für sein Projekt in seinem engeren Umfeld nur auf ablehnende Haltung und Warnung vor dem Schritt in die Selbstständigkeit gestoßen war:
Quand je suis parti en affaires, j'ai eu tellement de freins autour de moi, de gens qui me disaient : Ne fais pas ça, ça ne marchera pas, ça ne servira à rien. Quatre-vingt-dix pour cent des gens à qui je parlais
de mon projet me disaient de ne pas me lancer là-dedans. 117
Weiterfolgend bedauert Bouchard die allgemeine negative Haltung gegenüber der Existenzgründung und vor allem den Verlust an viel versprechenden Projekten:
Quand je parlais de mon objectif de vendre un million de logiciels, il y a des gens avec des postes importants qui me disaient: Tu rêves en couleurs. Et je me demande, combien de beaux projets ne
verront pas le jour à cause de cette mentalité-là? 118
Zusammenfassend kann über das in diesem Artikel dargestellte Bild von Existenzgründungen als positiv und sehr ermutigend gesprochen werden. Alleine durch die Erfolgs-Story von Michel Bouchard wird bewiesen, dass es sich lohnt, sich für seine Ideen zu engagieren, egal ob die nähere Umwelt das Projekt unterstützt oder nicht. Es soll den Leser auch zum Denken anregen und ihn in seiner Einstellung beeinflussen, ehrgeizige Personen nicht in ihren Vorhaben zu blockieren.
Ein weiterer Aspekt, der ganz deutlich unterstrichen wird, sind im Übrigen auch die Persönlichkeitsmerkmale wie zum Beispiel Risikobereitschaft und Unternehmergeist, die ein Existenzgründer für ein erfolgreiches Vorgehen mitbringen muss.
2.2.3.4 Zusammenfassung
Im Vergleich der Artikel kann zunächst allgemein festgestellt werden, dass die Darstellung der Existenzgründung positiv ausfällt.
Es wird in allen drei Regionen von Motivationen wie Aufstiegsmöglichkeiten und Selbstverwirklichung gesprochen. Im französischen Artikel wird weiterhin der Start in die berufliche Selbständigkeit von einer anderen Perspektive als in den beiden anderen betrachtet: Da Pierre Krebs schon früher in einem Angestelltenverhältnis beschäftigt war, wird
116 Anhang 6
117 ebd.
118 ebd.
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Existenzgründung als Alternative zur Arbeitslosigkeit präsentiert und auch der Nutzen, beruflicher Erfahrung erwähnt. Im Gegensatz zur europäischen Darstellung, wird im Quebecer Artikel der Unternehmerpersönlichkeit unterstrichen: Idealismus, Ideenreichtum, Flexibilität und Aufopferungswille für eine Idee werden als wichtige Attribute eines Gründers präsentiert.
Als negative Komponenten der Unternehmensgründung wird einstimmig der hohe Zeitaufwand angesprochen. In der Saarbrücker Zeitung wird kurz die Problematik der Finanzierung angeschnitten, woraus vielleicht zu schließen ist, dass für viele Saarländische Existenzgründer hier ein wichtiges Thema liegt. Ferner wird sowohl im Républicain Lorrain als auch in Le Soleil Unternehmensgründungen als Abenteuer bezeichnet. Geht man von einer risikoscheuen Haltung der Leser aus, kann man diese Facette negativ auslegen. Ganz im Gegenteil kann aber auch das Abenteuer gesucht werden, das für einen Existenzgründer gerade den Reiz ausmacht. Im Zusammenhang mit den negativen Gesichtspunkten, erscheint ein sehr wichtiger Punkt im Quebecer Tagesblatt: die ablehnende Haltung der näheren Umwelt als Hindernis für viel versprechende Ideen. Schon weiter oben wurde festgestellt, dass für Quebec keine Aussage über mögliche Vorbehalte zu einer Gründung bestände. Nun wird die Annahme bestätigt, dass in Quebec Existenzgründungen auch nicht nur vorbehaltlos betrachtet werden.
Schließlich soll noch kurz die Intention der jeweiligen Artikel beschrieben werden: in der Saarbrücker Zeitung erfährt der Leser von einem positiven Start in die berufliche Unabhängigkeit, ohne jedoch die Einschränkung zu übersehen, dass trotz des Erfolges auch sehr viel Durchhaltevermögen und das Überwinden anfänglicher Schwierigkeiten nötig ist-Unternehmen gründen als berufliche Chance, die aber sicher nicht der Weg zum schnellen Geld ist.
Von anfänglichen Schwierigkeiten ist im Lothringer Artikel jedoch nichts zu lesen: ganz im Gegenteil wird die berufliche Selbständigkeit von Pierre Krebs als durch und durch geglückt beschrieben. Die Intention des französischen Journalisten ist es besonders zu zeigen, dass jeder Bürger, der eine gute Geschäftsidee hat und fleißig und ausdauernd daran arbeitet, ein erfolgreiches Unternehmen gründen kann. Die umgangssprachlichen Redewendungen sind an eine Leserschaft gerichtet, die unterhalten werden und Nachrichten über Geschehnisse und Leute aus ihrer Umgebung lesen wollen.
Letztlich der Quebecer Schreiber will ein besonders positives Bild und Beispiel des Unternehmertums präsentieren, durch das der Gründer Martin Bouchard eine Vorbildfunktion übernimmt. Außerdem kann die Aussage, dass Bouchard nur auf negative Haltung gegenüber
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seiner Idee stieß, als Tadel angesehen werden, um dem Leser klarzumachen, wie viele eventuell wertvolle Ideen durch zu wenig Unterstützung verloren gehen und wie wichtig Motivation und Zuspruch aus dem näheren Umfeld der Gründer ist.
Zuletzt soll noch kurz die Anzahl der erschienenen Artikel interpretiert werden. Man kann von zwei Annahmen ausgehen: entweder, dass die Anzahl die Wichtigkeit des Thema „Unternehmensgründung“ in der Region präsentiert oder das durch die Anzahl das Interesse der Leser geweckt werden soll. Im Lothringer Fall liegt jedoch eher die zweite Variante näher: in der Region, in der das öffentliche Bild der Existenzgründungen am schlechtesten ist, wird am meisten darüber geschrieben, um die Leser von den guten Seiten und dem positiven Nutzen für die Wirtschaft zu überzeugen. Wie schon weiter oben angesprochen, genießt das Unternehmertum in Frankreich kein sehr gutes Ansehen, was auf die allgemeine negative Haltung gegenüber der Bereicherung Einzelner zurückzuführen ist. Aus diesem Grund tendiert die Presse dazu, erfolgreiche Unternehmensgründungen einzelner „normaler“ Bürger zu beschreiben, die in ihrer Firma nicht die finanzielle Ausbeute auf Kosten Anderer, sondern eine Möglichkeit zur Selbstverwirklichung und Alternative zum Angestelltenverhältnis sehen. Folgt man dieser Interpretation der Anzahl der Artikel, scheinen Existenzgründungen im Saarland einen relativ guten Stand und ein ausgewogenes Ansehen zu haben, wobei hier eher die politische Wichtigkeit die Anzahl der Artikel bestimmt. In Quebec scheint das Thema zwar nicht unwichtig aber doch von geringerer Relevanz zu sein. Existenzgründungen gehören zum wirtschaftlich wichtigen Geschehen dazu, es ist aber eventuell nicht notwendig, ständig bei den Lesern dafür die Werbetrommel zu rühren.
2.2.4 Vergleichende Analyse
Wie durch die Analyse der soziokulturellen Einflüsse auf die Existenzgründung bereits weiter oben festgestellt, bestehen beträchtliche Unterschiede zwischen den verglichenen Regionen. Zusammenfassend kann zu den negativen und positiven Motivationen gesagt werden, dass der Ausblick auf die Verwirklichung eigener Projekte in allen drei Regionen als überaus reizvoll angesehen wird. In Quebec kommt noch die ideologische Motivation dazu, dass die Tradition des Pioniergeists geschichtlich verankert ist. Als Vorbehalt besteht vor allem in Frankreich und Deutschland eine risikovermeidende Haltung, die Angst zu scheitern und gesellschaftlich das Gesicht zu verlieren. Besonders in Frankreich ist das Ansehen des Unternehmers so negativ belastet, dass Personen diesen Grund als Hindernis für eine Existenzgründung sehen.
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Als weiterer soziokultureller Aspekt war die universitäre Lehre in Verbindung mit Unternehmensgründungen untersucht worden. Ein großer Unterschied besteht vor allem im Saarland, wo an der Saar-Universität nur ein studienbegleitendes Angebot besteht, im Gegensatz zur Université de Metz und der Université Laval, die eigenständige Studiengänge anbieten. In Lothringen ist ein Aufbaustudium, in Quebec ein „normales“ Studium mit Schwerpunkt Unternehmensgründung möglich. Die Lehre bemüht sich in allen analysierten Regionen um Vermittlung des nötigen betriebswirtschaftlichen Wissens. Jedoch wird in Lothringen und Quebec das Feld der Unternehmensgründung speziell fokussiert. Auch in der praktischen Komponente der Lehre bestehen Ungleichheiten: In Saarbrücken finden Vorträge und Planwettbewerbe außerhalb des Vorlesungsbetriebs statt, in Metz und Quebec ist ein praktischer Teil im Studiengang eingebettet.
Abschließend sollte das Bild von Existenzgründungen in der Öffentlichkeit anhand der Analyse von Zeitungsartikeln untersucht werden. Es konnte ein durchgängig positives Bild festgestellt werden. Es werden Motivationen wie Aufstiegsmöglichkeiten und Selbstverwirklichung dargestellt, wobei in Lothringen auch die Gründung einer Firma als Alternative zum Angestelltenverhältnis genannt wird. In Quebec liest man von den notwendigen oder zumindest wünschenswerten Charaktereigenschaften eines erfolgreichen Unternehmers. Als problematisch erwähnten die jeweiligen Schreiber, den hohen Zeitaufwand. Im Saarland wurde die Problematik der Finanzierung angesprochen, in Quebec die negative Haltung Außenstehender, die eine Existenzgründung schlimmstenfalls verhindern könnten. Um noch kurz die Intention der Schreiber zusammenzufassen, kann man für das Saarland von einer Darstellung der Existenzgründung als berufliche Chance sprechen, die aber angesichts der nötigen Eigeninitiative nicht unterschätzt werden darf. In Lothringen liest sich der Artikel als Werbung für eine positivere Einstellung zum Unternehmertum und in Quebec als Lob auf einen erfolgreichen Unternehmer.
2.3 Existenzgründung anhand ausgewählter Unternehmen
Der bisher präsentierte Teil dieser Arbeit bestand aus der Zusammenfassung und Interpretation von Gegebenheiten, die Unternehmensgründungen von außerhalb darstellten. Nun ist es interessant, diese Gegebenheiten mit der Realität zu vergleichen. Zu diesem Zweck wurden junge Unternehmer über die Gründung ihrer Unternehmen sowie der Situation von Existenzgründungen in ihrer Region befragt.
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Leider war es aus organisatorischen Gründen nicht möglich, ein Interview mit einem Quebecer Unternehmen durchzuführen. Infolgedessen werden die Berichte der beiden europäischen Existenzgründer verglichen werden.
2.3.1 Saarland: Deepweb GmbH
Carsten Lex, einer der beiden Geschäftsführer der Deepweb GmbH schildert die Entstehung der Geschäftsidee als kontinuierliche Entwicklung aus einer Tätigkeit neben dem Studium. Schon während der Studienzeit hatten die beiden Informatiker Lex und sein jetziger Kompagnon Kraus Internetseiten für Freunde und Bekannte unentgeltlich erstellt. Im Februar entschlossen sie sich mit der Gründung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts, diese Tätigkeit gewerblich zu verfolgen. Kurz darauf wurde die Rechtsform in eine GmbH umgewandelt. Seitdem ist das Team der im Starterzentrum angesiedelten Firma auf sechs Personen angewachsen.
Auf die gründerische Tätigkeit hatte sich keiner der beiden Geschäftspartner durch eine Ausbildung vorbereitet. Es bestanden auch keine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse. Die Finanzierung betreffend war es stets möglich, neue Projekte durch die jeweils vorhergegangenen zu finanzieren. Auch die Gründung selber konnte durch eigenes Kapital bestritten werden. Allerdings wurde auf staatliche Fördermittel zurückgegriffen, als der erste Auszubildende eingestellt wurde.
Besonders betonte Herr Lex das gute Umfeld des Starterzentrums für junge Unternehmen. Dank der guten Infrastruktur und den billigen Mieten sei das Gelingen einer Existenzgründung einfacher als zum Beispiel auf den Brebacher Saarterrassen, die mehr Prestige aber auch ein anonymeres Geschäftsumfeld im Saarland bieten. Es herrsche ein besonderes Arbeitsklima, das sich vor allem durch direkten Kontakt zu anderen Firmen, gemeinsamen Ideen und deren Umsetzung und vor allem dem Fehlen von Konkurrenzdenken ausmacht.
Die Frage, ob die Saarländische Regierung Existenzgründungen unterstützt, beantwortete Herr Lex mit einem eindeutigen „ja“, wobei er den finanziellen Aspekt der Fördergelder nannte. Dennoch wünsche er sich, dass die bürokratischen Abläufe schneller vor sich gehen, sodass auch die Fördergelder wirklich zu dem Zeitpunkt zur Verfügung ständen, zu dem sie gebraucht werden. Es käme oft zu langen Verzögerungen.
Als weiterer Aspekte wurde die persönliche Motivation angesprochen, weshalb Herr Lex im Saarland gegründet hat. Hauptmotivation ist die Saarländische Herkunft des Gründers, des
38
weitern hatte er und sein Kompagnon sich für das Saarbrücker Starterzentrum entschieden, da es gute Voraussetzungen und geringeren Kostenaufwand für eine Gründung bot. Schließlich wurde nach den typischen Charaktereigenschaften eines Unternehmensgründers gefragt, worauf Ideenreichtum, Flexibilität und Eigeninitiative genannt wurden.
2.3.2 Lothringen: SOHO Informatique
Die Gründung von Soho Informatique verlief anders als bei den Herren Lex und Krause: Nach einem abgebrochenen Studium der Betriebswirtschaftlehre hatte Herr Delannoy ein Diplôme universitaire technique (DUT) mit Schwerpunkt Softwareentwicklung erworben und sich in einer Art Abendstudium (CNAM) weitergebildet. Nach drei Jahren Arbeitserfahrung als Berater hatte er aufgrund einer günstigen Gelegenheit im Mai 1999 seine Firma als entreprise individuelle gegründet. Schon Anfang 2000 änderte er die Rechtsform in eine Société à responsabilité limitée. Mittlerweile ist seine Firma auf 9 Mitarbeiter angewachsen. Auch Herr Delannoy wurde nicht direkt durch die Universität zu einer Unternehmensgründung beeinflusst. Seine zwei Jahre Studium boten ihm aber die theoretischen Grundlagen. Er hatte sein Unternehmen selbst finanziert und keine staatlichen Fördergelder erhalten.
Den Technopôle betreffend spricht der Unternehmer von einem vorteilhaften Umfeld, was er vor allem auf die gute Infrastruktur bezieht. Ebenfalls spricht er von einer positiven Arbeitsatmosphäre, wobei er damit die freundschaftlichen Kontakte zwischen den Firmen meint, aber einwirft, dass man von Synergie-Effekten im beruflichen Sinne nicht sprechen kann.
Auf die Frage, ob Lothringen für Existenzgründer attraktiv sei, erklärt er, dass die Attraktivität von Branche zu Branche verschieden sei. Für den Bereich Informatik bestehe allerdings ein großes Problem im Bereich des Personalmanagements: durch die Nähe zum für Arbeitnehmer finanziell lukrativeren Luxemburg, sei es schwierig, gutes Personal zu finden. Was hingegen den Markt betreffe, sei Lothringen eine rentable Region, in der sich auf dem Gebiet Informatik viele Möglichkeiten bieten.
Bezüglich der Unterstützung durch den Conseil Régional bemängelte Herr Delannoy, dass politisch zu wenig für Existenzgründungen getan werde. Im Blickpunkt stünden nur die großen Unternehmen, sodass er sich mehr Förderung der kleinen und mittleren Unternehmen wünschen würde.
Als persönliche Motivation zu einer Gründung in Lothringen wurde wiederum die Herkunft aus der Region genannt. Unter Vorbehalten für eine Gründung konnte der französische
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Unternehmer sich vor allem das finanzielle Risiko vorstellen, das vor allem für Personen mit Familie gelte. Außerdem erwähnte er den enormen Zeitaufwand verbunden mit unregelmäßigen Arbeitzeiten. Interessant war auch die Antwort, die auf einen enormen sozialen Druck schließen lässt: die Angst vor einer Niederlage und die allgemein negative gesellschaftliche Haltung gegenüber dem Unternehmertum.
Um das Bild eines typischen Unternehmensgründers beschreiben zu lassen, führte Herr Delannoy Eigenschaften wie Geduld und Durchhaltevermögen, nötiger Ernst und Lust etwas selber zu schaffen auf. Auch ausgeprägtes Fachwissen sei überaus wichtig. Abschließend beschrieb der Unternehmer den Ruf von Unternehmensgründungen in Lothringen als überaus schlecht. Gründe hierfür seien die Bereicherung auf Kosten anderer einiger „schwarzer (Unternehmer-) Schafe“ oder auch Neid auf erfolgreiche Unternehmungen.
2.3.3 Vergleichende Analyse
Zunächst werden die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Unternehmensgründern dargestellt. Im Saarland als auch in Lothringen wählten die Gründer die sich ungefähr entsprechende Rechtsform „Gesellschaft bürgerlichen Rechts“ beziehungsweise „entreprise individuelle“, die anscheinend einen schnellen beruflichen Start ermöglicht, aber auf lange Sicht nicht vorteilhaft ist. Beide wechselten nach kurzer Zeit zu einer GmbH bzw. Sarl. Auch bei den persönlichen Motivationen zu einer Gründung in der jeweiligen Region entsprachen sich Herr Lex und Herr Delannoy. Keine wirtschaftlichen Gründe, sondern die jeweilige Herkunft und der Wohnsitz waren das Hauptmotiv.
Interessanter erscheinen jedoch die Unterschiede. Zum Beispiel waren die beiden Befragten nicht den gleichen Bildungsweg gegangen, außerdem hatte Herr Lex direkt im Anschluss an sein Studium die Firma gegründet, Herr Delannoy konnte auf drei Jahre Arbeitserfahrung zurückblicken, die für seine Gründung sicherlich von Vorteil waren. Auch bei der Darstellung des Umfeldes kam es zu unterschiedlichen Aussagen. Zwar bewerteten die Gründer ihr Arbeitsumfeld als sehr positiv, jedoch erschien der Metzer Technopole weniger auf die Förderung von Unternehmensgründungen spezialisiert. Im Saarbrücker Starterzentrum können nur Gründer Büros anmieten, für schon bestehende Firmen ist die Ansiedlung nicht möglich. Außerdem spricht der Saarländer von einer konkurrenzfreien Zone. In Metz bestehe zwar auch freundschaftlicher Kontakt zwischen den Firmen, darüber hinaus bestünde aber keine professionelle Kooperation. Auffällig ist bei
40
Beiden, dass keine Rede von Synergieeffekten mit Einrichtungen der Forschung und der Universitäten ist, obwohl dieser Punkt doch stets von den jeweiligen Verwaltungen der Zentren betont wird. Eventuell liegt diese Tatsache jedoch daran, dass die Firmen im Bereich der Informationstechnologie tätig sind. Vielleicht wäre das Ergebnis anders für Unternehmen aus dem naturwissenschaftlichen Bereich.
Betreffend die Unterstützung durch die regionale Verwaltung, stellte Herr Lex fest, dass Initiative für Existenzgründungen gezeigt würden, diese aber verbesserungsbedürftig seien. Herr Delannoy befand, dass der Conseil Régional Existenzgründungen nicht genug unterstütze.
Leider liegen von saarländischer Seite keine Angaben zur öffentlichen Meinung gegenüber Existenzgründungen vor. Hingegen für Lothringen hat sich die Aussage des Global Entrepreneurship Monitors für Frankreich bestätigt: Unternehmensgründungen leiden unter einem sehr schlechten Ruf.
3. Fazit und Ausblick
In der vorliegenden Arbeit wurden die nicht nur von der Größe her sehr unterschiedlichen Regionen Saarland, Lothringen und Quebec im Bezug auf das Thema Unternehmensgründung verglichen.
In einem ersten Teil wurden die Regionen und das jeweils dort befindliche Unternehmensgründerklima in Form des Saarbrücker Starterzentrums, des Technopôle de Metz und des Parc technologique du Québec métropolitain präsentiert. Unter diesen drei Zentren hatte das Starterzentrum einen speziellen Platz eingenommen, da es nur für Unternehmensgründungen zugänglich ist. Schon bestehende Unternehmen dürfen sich dort nicht ansiedeln. Bei den beiden anderen Zentren kann man von einer Art Industriegebieten sprechen, die zwar ihren Schwerpunkt auf die neuen Technologien legen, jedoch auch für schon bestehende Unternehmen zugänglich ist.
Daraufhin wurden Existenzgründungen betreffend die soziokulturellen Aspekte positive und negative Motivation, universitäre Lehre und die Darstellung in der Öffentlichkeit analysiert. Als Ergebnis stand eindeutig die Verwirklichung eigener Ideen im Vordergrund der Motivationen. Als Hindernis zeigte sich auf europäischer Seite die Angst zu scheitern und allgemein ein unberechenbares Risiko einzugehen. Als französische Eigenheit ergab sich der hohe gesellschaftliche Druck als unternehmerischer Vorbehalt. Ganz im Gegenteil dazu bedeutet in Kanada der Schritt in die berufliche Selbständigkeit den Beweis von Pioniergeist. Während die universitäre Lehre zur Existenzgründung in Nordamerika zum festen Element der Betriebswirtschaftslehre gehört, ist im Saarland kein selbständiger Studiengang vorhanden. In Lothringen wird die Ausbildung zum Unternehmensgründer als speziell angesehen und findet ihren Platz in Form eines Aufbaustudienganges. Anhand der Interpretation von Zeitungsartikeln aus regionalen Tagesblättern konnte schließlich folgende Quintessenz gezogen werden : im Saarland werden
Unternehmensgründungen größtenteils unterstützt, aber doch auch kritisch betrachtet. In der Lothringer Presse bemüht man sich, das Bild der Unternehmensgründungen und deren schlechten Ruf in der Bevölkerung zu verbessern. Letztlich in Quebec fand sich eine überaus positive Darstellung, die den Unternehmergeist lobte und davor mahnte, dieses Initiativdenken zu bremsen.
Durch Interviews mit zwei jungen Existenzgründern konnten schließlich folgende Ergebnisse erzielt werden :
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Unter den beschriebenen Unternehmenszentren ist das Saarbrücker Starterzentrum am stärksten um die Förderung von Unternehmensgründungen bemüht. Die politischen Ziele der Regionen betreffend, werden diese wiederum mehr im Saarland umgesetzt, in Lothringen fühlen sich die Unternehmensgründer vom Conseil Régional im Stich gelassen. Entsprechend der Interpretation der Darstellung in der lothringer Presse und den vom GEM Frankreich genannten Vorbehalte, bestätigte sich durch das Interview mit Herrn Delannoy das negative Bild gegenüber Existenzgründungen und das Unternehmertum im Allgemeinen der lothringer Bevölkerung.
Leider konnten in dieser Arbeit nur einige der soziokulturellen Punkte angesprochen werden. Zwei der nicht genannten Punkte, die aber momentan immer mehr an Brisanz gewinnen, sind vor allem die Förderung des unternehmerischen Geistes ab dem Schulalter und die Unterstützung von Gründerinnen. Zu beiden Themen finden sich immer mehr Projekte wie
z.B. im Saarland Initiativen das Schulprojekt "Alwis" - Arbeitsleben, Wirtschaft, Schule 1 und deutschandweit das Gründerinnenportal webgrrls. de 2 oder in Quebec der „Concours québecois en entrepreneuriat“ 3 , ein Wettbewerb, der sich an Schüler und Studenten richtet. Gerade diese beiden „Randgruppen“ heißt es in der Zukunft zu fördern und zu beobachten, da dort ein hohes Potential an neuen Ideen und Möglichkeiten im Rahmen der Existenzgründung verborgen liegt.
1 vgl. Ministerium für Wirtschaft und Arbeit: „Schulprojekt "Alwis" - Arbeitsleben, Wirtschaft, Schule“, http://www.wirtschaft.saarland.de/1159_10972.htm [Stand 28.10.04]
2 webgrrls.de e.V, http://www.webgrrls.de/ [Stand 28.10.04]
3 vgl. Concours québecois en l’entrepreneuriat: „Présentation“, http://www.concours-entrepreneur.org/presentation.html [Stand 28.10.04]
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4. Literaturverzeichnis : 4.1 Literatur: Bücher:
1. Barmeyer, Christoph I.: Mentalitätsunterschiede und Marktchancen im Frankreichgeschäft - zur interkulturellen Kommunikation im Handwerk (mit Schwerpunkt Saarland, Lothringen), St. Ingbert, Röhrig, 2000
2. Kußmaul, Heinz/ Zabel, Michael: Existenzgründungen im Saarland, Arbeitspapiere zur Existenzgründung Band 18, Universität des Saarlandes, Saarbrücken, 2004
3. Klandt, Heinz/ Bruning, Erdme : Das Internationale Gründungsklima: neun Länder im Vergleich ihrer Rahmenbedingungen für Existenz- und Unternehmensgründungen, Berlin, Duncker und Humblot, 2002
4. Sternberg, Rolf/ Otten, Claus/ Tamásy, Christine: Global Entrepreneurship Monitor-Länderbericht Deutschland 1999, Universität zu Köln, Wirtschafts- und Sozialgeographisches Institut, 2000
5. Toulouse, Jean-Marie: L’entrepreneurship au Québec, Montréal, Fides, 1979
6. Volery, Thierry/ Servais, Isabelle: Global Entrepreneurship Monitor- Rapport 2000 sur l’Entrepreneuriaten France, Ecole de Management de Lyon, Chaire Rodolphe Mérieux Entreprendre, 2000
7. Walterscheid, Klaus: Entrepreneurship in Forschung und Lehre, Frankfurt am Main, Lang, 2003
8. Weinberg, Peter/ Diehl, Sandra/ Terlutter, Ralf: Konsumentenverhalten - angewandt, München, Vahlen, 2003
Zeitungsartikel:
1. - „Vom Studenten zum Chef des eigenen Unternehmens“ in: Saarbrücker Zeitung, Saarbrücken, 16.02.2004
2. - „Weg von Bits und Bytes hin zu Mikro-Wesen Universität: Das Starter-Zentrum platzt aus allen Nähten - Heimat für 126 Jung-Unternehmer“ in: Saarbrücker Zeitung, Saarbrücken, 17.01.2004
3. Antoine, Jean-Michel : „Technopôle de Metz : le bond en avant de la puce“ in: Le Républicain Lorrain, 24.05.2004
4. Asselin, Pierre : „Le désir d’entreprendre“ in: Le Soleil, Montréal, 07.03.2004
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5. Perrot, Cécile: „Un créateur de jeu plein d'avenir“ in: Le Républicain Lorrain, Metz, 12.09.04
6. Weise, Tamara: „Der Zukunft ein Zuhause“ in: campus, Universität des Saarlandes, 2003/2
4.2 Internet:
1. Agence pour la création d’entreprise: „Brève analyse de la création d’entreprise en 2003 dans la région Lorraine“,
http://www.apce.com/upload/fichiers/observatoire/regions/2003//Lorraine.pdf [Stand 18.10.04]
2. Conseil Economique et Sociale de Lorraine: „L’innovation en Lorraine“, S. 13, http://www.cr-lorraine.fr/ces/rapports/pdf/04_6.pdf [Stand 14.10.04]
3. Conseil Régional de la Lorraine :
- „La Lorraine en faits et chiffres clés“, http://www.cr-lorraine.fr/la_lorraine/chiffres/chiffres.asp [Stand 14.10.04]
- „Le Projet Lorrain 2000-06, Projet Fédérateur 7, Entreprendre en Lorraine“, S. 135 f, http://www.cr-lorraine.fr/conseil_regional/projet_lorrain/index.htm [Stand 19.10.04]
- „Le Projet Lorrain 2000-06, Projet Fédérateur 8, Préparer la Lorraine à la Société de l'Information“, S. 173f, http://www.cr-
lorraine.fr/conseil_regional/projet_lorrain/index.htm [Stand 19.10.04]
4. Entrepreneuriat Laval Inc.:
-„A propos d’EL“, http://www.el.ulaval.ca/apropos.asp [Stand 20.10.04] -„Notre mission“, http://www.el.ulaval.ca/mission.asp [Stand 20.10.04]
5. ESM-IAE de Metz: „Bienvenue sur le site de l’ESM- IAE de Metz“, http://www.esm.univ-metz.fr/iae/formations/formations.htm [Stand 20.10.04]
6. Gouvernement du Québec:
- „Découvrir le Québec“,
http://www.premier.gouv.qc.ca/secteur/bienvenue_quebec/decouvrir_quebec.htm [Stand 19.10.04]
- „Entrepreneurship féminin : Services aux entreprises, Québec“, http://www.entreprises.gouv.qc.ca/wps/portal/!ut/p/_s.7_0_A/7_0_EV, [Stand 20.10.04]
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- „Jeunes entrepreneurs: Services aux entreprises, Québec“, http://www.entreprises.gouv.qc.ca/wps/portal/!ut/p/_s.7_0_A/7_0_EU, [Stand 20.10.04]
- Ministère du Développement économique et régional et de la Recherche:
7. Le Technopole de Metz : „Présentation“, http://www.metztechnopole.com/ [Stand 18.10.04]
8. Le Parc technologique du Québec métropolitain:
- „L’organisation“, http://www.parctechno.qc.ca/organ.htm [Stand 18.10.04]
- „Services aux entreprises“, http://www.parctechno.qc.ca/serv.htm [Stand 18.10.04]
- „S’établir- Pourquoi?“, http://www.parctechno.qc.ca/pourquoi.htm [Stand 18.10.04]
9. Ministerium für Wirtschaft und Arbeit:
- „Innovation als Leitbegriff“, http://www.wirtschaft.saarland.de/1469_2792.htm [Stand 14.10.04]
- „Neue Arbeitsplätze im Saarland“,
http://www.wirtschaft.saarland.de/448_10889.htm [Stand 18.10.04]
- „Strukturmerkmale des Standorts“ http://www.wirtschaft.saarland.de/1155_5451.htm [Stand 14.10.04]
- „Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt im Saarland“, http://www.wirtschaft.saarland.de/1175.htm [Stand 14.10.04]
10. Saarland:
- http://www.saarland.de/einblicke_statistik.html [Stand 14.10.04]
- „Aufsteigerland“, http://www.saarland.de/einblicke_aufsteiger.html [Stand 19.10.04]
11. Université Laval, Faculté des sciences de l’administration: -„BAA Laval- concentration mineure entrepreneuriat et gestion de PME“, http://www.fsa.ulaval.ca/html/baaentrepreneuriat.html [Stand 22.07.04]
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-„Entrepreneuriat et gestion de PME“,
http://www.fsa.ulaval.ca/html/entreprgestionpme.html [Stand 22.07.04] -„Microprogramme de premier cycle en entrepreneuriat et PME“, http://www.fsa.ulaval.ca/html/micropme.html [Stand 20.07.04] -„Microprogramme en entrepreneuriat et PME“,
http://www.fsa.ulaval.ca/html/microentrepreneuriat.html [Stand 20.07.04] 12. wordiQ.com, Definition of American dream, http://www.wordiq.com/definition/American_Dream [Stand 26.10.04]
49
Arbeit zitieren:
Julia Halm, 2004, Soziokulturelle Faktoren von Unternehmensgründungen im regionalen Kontext: eine vergleichende Analyse des Saarlandes, Lothringen und Quebecs, München, GRIN Verlag GmbH
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Für MS Word 2003 - Update 2010
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