Hausarbeit zum Proseminar:
“Partei ergreifen für Europa“
Wintersemester 2001/2002
vorgelegt von:
Stefan Waldheim
Jena, den 27.09.2002
1
Inhalt Seite
1. Einleitung 2
2. Entwicklung und Werdegang des Front National 3
2.1 Von der Gründung bis zu den ersten Wahlerfolgen des FN 1983 3
2.2 Die Etablierung des FN auf allen Ebenen 3
3. Ein programmatischer Grundriss 5
3.1 Die primär besetzten Themen 5
3.2 Faschistische Tendenzen 7
4. Die Organisationsstruktur im Kontext der Spaltung 1999 8
5. Das Wählerpotential des FN 9
5.1 Alter und Geschlecht 10
5.2 Der Beruf 10
5.3 Die Konfession und Kirchenbindung 11
5.4 Zusammenfassung: Wählerpotential zwischen 1984 bis 1988 11
6. Schlussfolgerungen 12
7. Literatur 14
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1. Einleitung
Mit den frühen 80er Jahren begann für die extreme Rechte in Frankreich ein Aufschwung, wodurch sich der Front National (FN) zu einer festen Größe im französischen Parteiensystem entwickelte und dessen Außergewöhnlichkeit in der Konstanz des Erfolgs liegt. Mit der Gründung dieser Partei im Jahr 1972 sollten die schwachen Kräfte der Rechten in einer Organisation konzentriert werden. Das erklärte Ziel des FN ist „die elektorale Ausrichtung unter der Vorraussetzung einer weitgehenden Re-Integration der zersplitterten alten Rechten.“ 1 Dass dies gelungen ist, zeigen die sich ab den 80er Jahren einstellenden Wahlerfolge der extremen Rechten mit der später daraus resultierenden Möglichkeit der parlamentarischen Einflussnahme und Dauerrepräsentanz im Parteiensystem des Landes. Auch im Verlauf der Wahlgänge der diesjährigen Präsidentschaftswahlen offenbarte die Partei ihre demagogische Zugkraft auf einen großen Teil der Wähler. Jean-Marie Le Pen, langjähriger Parteivorsitzender und
Präsidentschaftskandidat, erreichte den zweiten Wahlgang. Auch wenn es in der Präsidentschaftswahl weniger um die Partei selbst als um den Kandidaten ging, stellte der FN sein Gewicht im politischen Systems Frankreichs auch in diesem Jahr unter Beweis.
Grundsätzlich stellt sich hier die Frage, mit welcher Programmatik es der Partei gelingt, trotz ihrer extrem rechten „Abseitsstellung“ im Links-Rechts-Kontinuum, seit Jahren einen großen Teil der Wählerschaft auf allen Ebenen für sich zu gewinnen. In diesem Zusammenhang sollen die FN - Wähler näher betrachtet werden. Wer stimmt für diese Partei und welchen Schichten entstammen die Wähler? Zudem stellt sich auch die Frage nach faschistischen Tendenzen beim Vertreter der extremen Rechten in Frankreich. Nicht nur die Programmatik, auch die Struktur und Organisation sowie die Geschichte der Partei spielen dabei eine Rolle.
2. Entwicklung und Werdegang des Front National
1 Thimm, Katja: Die politische Kommunikation Jean-Marie Le Pens. Bedingungen einer rechtspopulistischen Öffentlichkeit, Hamburg 1998, S. 53, zit. nach Jaschke, Hans-Gerd:
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2.1 Von der Gründung bis zu den ersten Wahlerfolge des FN 1983
Als der Front National seine ersten Wahlerfolge auf lokaler Ebene verbuchen konnte, existierte die Partei bereits seit 11 Jahren. Mit ihrer Gründung am 5. Oktober 1972 wurde eine Gruppierung ins Leben gerufen, in welcher sich verschiedene rechtsextreme und nationalistische Strömungen zusammenfanden. 2
Im September 1983 war die Partei erstmals in einem Gemeinderat einer französischen (Klein-)Stadt aktiv. Dieser „Donnerschlag von Dreux“ 3 gilt auch als Ursprung der spektakulären Entwicklung des FN, die als eine kontinuierliche Erweiterung seiner politischen Bedeutung und Präsenz gedeutet werden kann. Der Ausgangspunkt dessen liegt in der Reaktion der Partei auf die enttäuschend verlaufenden Europawahlen 1979, in deren Folge darauf hin gearbeitet wurde, eine flächendeckende und mit „geschulten Kadern versehene“ 4 Organisation aufzubauen.
Erfolge wie in Dreux blieben kein Einzelfall. Auch in Aulnay-sous-Bois, einer Stadt im Departement Seine-Saint-Denis und im zweiten Wahlkreis des Departements Morbihan, wo ein zweiter Wahlgang zur Wahl des hiesigen Abgeordneten, der von der Nationalversammlung in den Senat gewechselt war, durchgeführt wurde, erregte der Front National aufsehen. 5
2.2 Die Etablierung des FN auf allen Ebenen
Zu den Europawahlen 1984 erhielt der Front National im Gegensatz zu den Wahlen 1979 einen beachtlichen Stimmenanteil. Mit 11 % der Stimmen zog die
Renaissance des Rechtsextremismus in Europa? Das französische Beispiel, in: Backes, Uwe/ Jesse, Eckhard (Hrsg.): Jahrbuch Extremismus und Demokratie, Bonn 1989, S. 67-97.
2 Vgl. Klittich, Steffen: Der Front National (FN) in Frankreich: Erfolgsgeschichte ohne Ende?, in: Kühnl, Reinhard u.a.: Die extreme Rechte in Europa, Heilbronn 1998, S. 120 - 145, hier S. 121.
3 Camus, Jean-Yves: Front National: Eine Gefahr für die französische Demokratie?, Bonn 1998, S. 10.
4 Ebd. S. 16.
5 Vgl. Loch, Dietmar: Der schnelle Aufstieg des Front National. Rechtsextremismus im Frankreich der 80er Jahre, München ²1991, S. 11 f.
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Arbeit zitieren:
M.A. Stefan Waldheim, 2002, Der Front National in Frankreich - Organisation, Programmatik und Wählerpotential, München, GRIN Verlag GmbH
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